Beschreibung
Titel
Verfahren zur Steuerung eines Anzeigesystems
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Anzeigeeinheit zur Anzeige einer Umgebung eines Fahrzeugs, insbesondere eines Flurförderzeugs, sowie ein derartiges Anzeigesystem mit der Anzeigeeinheit und ein derartiges Fahrzeug, insbesondere Flurförderzeug, nach Gattung der unabhängigen Ansprüche. Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch eine
Steuereinrichtung und ein Computerprogramm.
Stand der Technik
Bekannt sind Multi- Kamera-Systeme für Personenkraftwagen zur Erzeugung von 360°- Draufsichten auf das Fahrzeug und Panoramadarstellungen der
Umgebung. Hierzu werden heute bevorzugt vier Kameras verwendet, deren Bilder zu einem Bild zusammengefügt werden (Stitching) oder separat auf einem geteilten oder mehreren Displays dargestellt werden. Dieses System ist insbesondere vorteilhaft bei Hubwerkzeugen, bei denen ein Sichtbereich des Fahrers / Bedieners durch das Transportgut und/oder Hubmasten und/oder Gabelträger usw. versperrt ist. Eine Umschaltung zwischen einer Frontsicht und einer Rücksicht auf die Umgebung ist automatisch in Abhängigkeit des
Fahrhebelschalters oder per Hand möglich. Für das Befahren von Bereichen mit querendem Verkehr ist eine Darstellung einer horizontalen Weitwinkelsicht möglich, die ebenfalls per Hand aktiviert werden muss. Da die Fahrer bzw.
Bediener diese Umschaltung oftmals unterlassen, treten vermeidbare Unfällen insbesondere mit querenden Verkehrsteilnehmern auf.
Die DE 10 2010 035 232 Al offenbart ein System zum Anzeigen von
Fahrzeugrückfahrkamerabildern in verschiedenen Modi. Hierbei liefert ein Kamerasteuermodul basierend auf einer Anforderung eines Fahrers
Anweisungen für eine Fahreranzeigeeinrichtung zum Anzeigen von
Rückfahrkamerabildern für rückwärtigen Querverkehr mit einem relativ größeren Gebiet hinter dem und rechts und links des Fahrzeugs.
Offenbarung der Erfindung
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Steuerung einer Anzeigeeinheit zur Anzeige einer Umgebung eines Fahrzeugs, insbesondere eines Flurförderzeuges, gemäß dem unabhängigen Anspruch 1.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist außerdem eine Steuereinrichtung gemäß dem Anspruch 10 zur Ausführung des Verfahrens.
Weiter ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung ein Computerprogramm das dazu eingerichtet ist, alle Schritte eines vorangehend beschriebenen Verfahrens durchzuführen sowie ein maschinenlesbares Speichermedium mit einem darauf gespeicherten Computerprogramm.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist schließlich gemäß dem Anspruch 13 ein Anzeigesystem mit der Anzeigeeinheit zur Anzeige einer Umgebung eines Fahrzeugs, insbesondere eines Flurförderzeugs, und gemäß dem Anspruch 14 ein Fahrzeug mit dem Anzeigesystem.
Das Fahrzeug kann ein Personenkraftwagen oder ein Nutzkraftwagen sein. Denkbar ist, dass das Fahrzeug eine mobile Arbeitsmaschine ist. Das Fahrzeug kann ein Fahrzeug für landwirtschaftliche, bauwirtschaftliche oder logistische Zwecke sein. Bevorzugt ist das Fahrzeug ein Flurförderzeug wie beispielsweise ein Gabelstapler.
Bei dem vorausliegenden Streckenabschnitt des Fahrzeugs kann es sich um einen entlang einer Bewegungsrichtung vorausliegenden, insbesondere unmittelbar vorausliegenden Streckenabschnitt handeln. Denkbar ist, dass der vorausliegende Streckenabschnitt ein Bereich einer dem Fahrzeug
vorausliegenden Fahrbahn ist. Beispielsweise umfasst der vorausliegende Streckenabschnitt einen Bereich der sich in Bewegungsrichtung des Fahrzeugs unmittelbar vor dem Fahrzeug erstreckenden Fahrbahn mit einer definierten räumlichen Ausdehnung in Bewegungsrichtung des Fahrzeugs. Die definierte räumliche Ausdehnung kann zum Beispiel als 5 m, 10 m, 25 m, 50 m oder 100 m vorgegeben sein oder auf einen Wert in einem Bereich zwischen 0 m und 250 m vorgebbar sein. Der vorausliegende Streckenabschnitt kann ausgehend von einer aktuellen bzw. momentanen Bewegungsrichtung bzw. räumlichen
Ausrichtung des Fahrzeugs als vorausliegend ermittelt werden. Denkbar ist auch, dass ein vorausliegender Streckenabschnitt ausgehend von einer Routenplanung oder einer Logistikplanung für das Fahrzeug ermittelt wird.
Unter einer Umgebung eines Fahrzeugs kann eine räumliche Umgebung des Fahrzeugs verstanden werden. Hierbei kann der Begriff Umgebung auch nur einen Teil einer Umgebung, die das Fahrzeug an allen Seiten umgibt, umfassen. Zum Beispiel kann die Umgebung des Fahrzeugs einen vorausliegenden
Streckenabschnitt des Fahrzeugs umfassen.
Der Verkehrsteilnehmer kann ein weiteres Fahrzeug, insbesondere ein weiteres Flurförderzeug, oder ein Fußgänger sein. Unter einem quer auf den
Streckenabschnitt treffenden Verkehrsteilnehmer kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein quer bzw. schräg zu einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs auf den Streckenabschnitt treffender Verkehrsteilnehmer verstanden werden. Denkbar ist, dass der Verkehrsteilnehmer den Streckenabschnitt quert bzw. kreuzt bzw. in den Streckenabschnitt einbiegt oder ein Queren bzw.
Kreuzen bzw. Einbiegen in den Streckenabschnitt beabsichtigt.
Unter einem Gefährdungsbereich ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein räumlicher Bereich zu verstehen, in welchem eine Gefährdung für das Fahrzeug und/oder den Verkehrsteilnehmer auftreten kann. Unter einer Gefährdung kann hierbei ein drohender Sach- oder Personenschaden an dem Fahrzeug oder dem Verkehrsteilnehmer bzw. einer das Fahrzeug oder den Verkehrsteilnehmer führenden Person verstanden werden. In dem Gefährdungsbereich können eine erhöhte Gefahr bzw. eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Unfall bzw. einen Zusammenstoß zwischen dem Fahrzeug und dem Verkehrsteilnehmer vorliegen. In dem Gefährdungsbereich können Verkehrswege, Fahrtwege oder Fußwege ineinander münden oder sich kreuzen. Der Gefährdungsbereich kann zum Beispiel eine Straßen- bzw. Wegkreuzung, eine Kreuzung zwischen einem Fußweg und einer Straße oder einem Fahrweg, eine Querungsanlage oder ein Fußgängerüberweg, eine Einmündung, ein Anfangs- bzw. Endbereich eines Regalgangs, ein Bereich vor oder nach einem Tor bzw. einer Durchfahrt sein. Weiter kann ein Gefährdungsbereich im Logistikbereich sowohl in Hallen
(Innenlogistik, Lagerlogistik) und/oder Außenbereichen (Außenlogistik,
Hoflogistik) als auch beim Wechsel zwischen diesen Bereichen vorliegen. Hier ist die Einsehbarkeit von Bereichen mit potentiell querenden Verkehrsteilnehmern
für den Fahrer oft nicht gegeben, da diese beispielsweise mittels Maschinen, Anlagen oder Regalen verbaut und/oder mittels Waren, Behältern oder
Fahrzeugen verstellt sind. Diese Bereiche bzw. diese Stellen sind für ein
Auftreffen des Verkehrsteilnehmers quer auf den Streckenabschnitt vorgesehen bzw. an diesen Stellen bzw. in diesen Bereichen trifft häufig ein
Verkehrsteilnehmer quer auf den Streckenabschnitt, das heißt, mit anderen Worten, es ist ein quer auf den Streckenabschnitt treffender Verkehrsteilnehmer zu erwarten.
Das Anzeigesystem umfasst eine Anzeigeeinheit und eine Steuereinrichtung zum Steuern der Anzeigeeinheit. Die Steuereinrichtung ist ausgebildet, eine
Bildinformation von einer Erfassungseinheit zu empfangen. Hierzu kann die Steuereinrichtung eine drahtlose oder drahtgebundene elektronische Verbindung mit der Erfassungseinheit aufweisen. Auch ist die Steuereinrichtung ausgebildet, die empfangene Bildinformation zu bearbeiten, beispielsweise mehrere
Bildinformationen zu einer Bildinformation zusammenzufassen bzw. zu verknüpfen. Hierzu kann die Steuereinrichtung eine zusätzliche Recheneinheit, beispielsweise einen Grafikprozessor, aufweisen. Weiter ist die Steuereinrichtung ausgebildet, die empfangene Bildinformation bearbeitet und/oder unbearbeitet an die Anzeigeeinheit zu übertragen. Hierzu kann die Steuereinrichtung eine drahtlose oder drahtgebundene elektronische Verbindung mit der Anzeigeeinheit aufweisen.
Die Anzeigeeinheit ist ausgebildet, die von der Steuereinrichtung übertragene Bildinformation anzuzeigen. Hierzu kann die Anzeigeeinheit einen Bildschirm, eine Anzeigefläche beispielsweise eines Infotainments bzw. ein Display bzw. einen Monitor aufweisen. Die Anzeigeeinheit kann eine bereits an dem Fahrzeug vorhandene oder nachträglich in das Fahrzeug eingebaute bzw. an dem
Fahrzeug angeordnete Anzeigeeinheit sein. Weiter ist die Anzeigeeinheit ausgebildet, eine erste Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs in eine zweite Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs und umgekehrt überzuführen. Die Anzeigeeinheit wird basierend auf dem erkannten Gefährdungsbereich gesteuert. Das heißt, mit anderen Worten, die Anzeigeeinheit wird basierend auf einem Erkennen bzw. Identifizieren des Gefährdungsbereichs gesteuert bzw. die Anzeigeeinheit wird dann gesteuert, wenn der Gefährdungsbereich erkannt bzw. identifiziert wurde. Also wird die Anzeigeeinheit gesteuert, wenn eine
Bildinformation über einen erkannten bzw. identifizierten Gefährdungsbereich bereitgestellt bzw. empfangen bzw. ermittelt wurde.
Erfindungsgemäß ist der mittels der zweiten Anzeige angezeigte zweite Bereich gegenüber dem mittels der ersten Anzeige angezeigten ersten Bereich der Umgebung quer zu einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs größer. Bevorzugt ist der zweite Bereich gegenüber dem ersten Bereich der Umgebung senkrecht bzw. im Wesentlichen senkrecht zu einer Bewegungsrichtung und parallel zu einem Untergrund des Fahrzeugs größer. Hierbei kann der zweite Bereich einem größeren horizontalen Bildwinkel als der erste Bereich aufweisen, wobei der horizontale Bildwinkel in einer Ebene parallel zu einem Untergrund des
Fahrzeugs definiert ist. Auch kann der erste Bereich einer Draufsicht bzw. einer Vogelperspektive auf die Umgebung des Fahrzeugs mit einer definierten Ausdehnung quer zu einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs entsprechen.
Hierbei ist der zweite angezeigte Bereich der Umgebung quer zu der
Bewegungsrichtung des Fahrzeugs größer als der erste angezeigte Bereich, wenn mittels der zweiten Anzeige ein entlang einer Horizontalen quer, insbesondere senkrecht zu der Bewegungsrichtung des Fahrzeugs größerer Bereich der Umgebung als mittels der ersten Anzeige angezeigt wird.
Das Überführen der ersten Anzeige in die zweite Anzeige erfolgt bevorzugt vor dem Befahren bzw. Passieren bzw. Queren des Gefährdungsbereichs. Denkbar ist, dass ein Zeitpunkt des Überführens der ersten Anzeige in die zweite Anzeige bzw. des Steuerns der Anzeigeeinheit vorgegeben und/oder vorgebbar ist. Zum Beispiel kann das Überführen unmittelbar nach Erkennen des
Gefährdungsbereichs erfolgen. Denkbar ist auch, dass das Umschalten abhängig von einer Bewegungsgeschwindigkeit des Fahrzeugs erfolgt. Zum Beispiel kann das Umschalten bei höheren Bewegungsgeschwindigkeiten zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen. Denkbar ist weiter, dass das Umschalten in einem abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit definierten räumlichen Abstand des
Fahrzeugs zu dem Gefährdungsbereich erfolgt. Zum Beispiel kann das
Umschalten in einem räumlichen Abstand von 1 m, 2 m, 5 m, 10 m oder 25 m erfolgen. Denkbar ist ferner, dass das Umschalten bei zu großen
Bewegungsgeschwindigkeiten, bspw. größer 15 km/h, insbesondere größer 25 km/h, unterbleibt.
Das Überführen der ersten Anzeige in die zweite Anzeige kann ein Umschalten von einer ersten angezeigten Bildinformation einer ersten Erfassungseinheit, insbesondere Kamera, in eine zweite angezeigte Bildinformation einer zweiten Erfassungseinheit, insbesondere Kamera, umfassen. Weiter kann das
Überführen der ersten Anzeige in die zweite Anzeige ein Steuern eines
Objektives bzw. einer Linseneinheit einer Kamera bzw. ein Zoomen,
insbesondere Herauszoomen, mittels des Objektives bzw. Linseneinheit umfassen. Durch diese Ausgestaltungen können mittels der Erfassungseinheit zusätzliche Umgebungsinformationen, insbesondere Bildinformationen der Umgebung, erzeugt werden.
Bevorzugt sieht das Verfahren einen Schritt des Steuerns der Anzeigeeinheit nach einem Passieren bzw. Queren bzw. Befahren eines erkannten
Gefährdungsbereichs vor, um die zweite Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs in die erste Anzeige der Umgebung zurückzuführen. Das Passieren des erkannten Gefährdungsbereichs kann hierbei analog zum Erkennen des
Gefährdungsbereichs beispielsweise mittels eines Abgleichs einer Position des Fahrzeugs mit einer Karte der Umgebung des Fahrzeugs erkannt werden, wobei die Karte der Umgebung eine räumliche Position des Gefährdungsbereichs aufweist. Alternativ kann mittels einer entgegen einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs ausgerichteten Erfassungseinheit ein Merkmal der in
Bewegungsrichtung abgewandten Umgebung des Fahrzeugs erkannt werden, um anhand des erkannten Merkmals den passierten bzw. befahrenen
Gefährdungsbereich zu erkennen. Durch diese Ausgestaltung kann dem Fahrer nach dem Befahren des Gefährdungsbereiches erneut eine besonders intuitive, bspw. unverzerrte Anzeige auf die Umgebung des Fahrzeugs angezeigt und zusätzliche Informationen auf nach dem Überführen der Anzeige wieder zur Verfügung stehenden Anzeigebereichen der Anzeigeeinheit bereitgestellt werden.
Ferner ist denkbar, dass das erfindungsgemäße Verfahren an die Umgebung des Fahrzeugs angepasst bzw. konfiguriert werden kann. Denkbar ist, dass ein Zeitpunkt oder ein räumlicher Abstand zu dem Gefährdungsbereich für das Steuern der Anzeigeeinheit vorgebbar ist. Denkbar ist auch, dass eine Größe des angezeigten Bereichs der Umgebung vorgebbar ist. Hierbei sind beispielsweise für Außen- und Innenbereiche unterschiedliche Vorgaben denkbar. Durch das
Anpassen an die Umgebung bzw. an lokale Gegebenheiten kann die Akzeptanz des Verfahrens durch den Fahrer des Fahrzeugs erhöht werden.
Vorteilhafterweise weist das Verfahren einen Schritt des Empfangens einer Bildinformation auf, wobei die Bildinformation die mittels einer Erfassungseinheit erfasste Umgebung des Fahrzeugs repräsentiert, um die erfasste Umgebung des Fahrzeugs mittels des Anzeigesystems anzuzeigen. Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn das Verfahren einen Schritt des Erfassens der Umgebung des Fahrzeugs mittels einer Erfassungseinheit aufweist. Die Bildinformation der Umgebung kann eine mittels eines bildgebenden Verfahrens wie bspw. Video, Lidar, Radar oder Ultraschall erzeugte Bildinformation umfassen. Denkbar ist, dass Bildinformationen von mehreren Erfassungseinheiten empfangen und zu einer bzw. für eine Anzeige verarbeitet werden. Durch diese Ausgestaltung kann die erfasste Bildinformation der Anzeigeeinheit bereitgestellt werden.
Unter einer Erfassungseinheit kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Einheit verstanden werden, die ausgebildet ist, die Umgebung des Fahrzeugs zu erfassen. Die Erfassungseinheit kann ein oder mehrere Sensoreinheiten aufweisen. Hierbei kann den Sensoreinheiten eine oder mehrere Steuer- bzw. Recheneinheiten zugeordnet sein. Die Erfassungseinheit kann eine oder mehrere Kamera-, Lidar-, Radar- oder Ultraschalleinheiten aufweisen. Bevorzugt weist die Erfassungseinheit vier Kameraeinheiten mit je einer Videokamera auf. Hierbei kann an jeder Videokamera ein Fischaugenobjektiv angeordnet sein, um einen möglichst großen Winkelbereich der Umgebung zu erfassen. Die
Erfassungseinheit kann eine an dem Fahrzeug bereits vorhandene
Erfassungseinheit sein. Bevorzugt ist die Erfassungseinheit an dem Fahrzeug angeordnet. Insbesondere bevorzugt ist die Erfassungseinheit an einer Kontur des Fahrzeugs, beispielsweise an einem Dach bzw. Dachholm, an einem Gegengewicht oder an einem Anbaugerät des Fahrzeugs, beispielsweise an einem oberen Ende eines Hubmasts, angeordnet. Denkbar ist auch, dass die Erfassungseinheit, insbesondere eine zusätzliche Erfassungseinheit an einem dem Fahrzeug abgewandten vorderen Endbereich des Anbaugeräts angeordnet ist. Zum Beispiel kann die Erfassungseinheit an einem dem Fahrzeug
abgewandten vorderen Endbereich einer Gabelzinke eines Gabelstaplers angeordnet sein.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es nunmehr möglich, einem Fahrer des Fahrzeugs bei einem Zufahren auf den Gefährdungsbereich automatisiert einen größeren Bereich der Umgebung anzuzeigen. Dadurch kann der Fahrer frühzeitig auf quer auf den Streckenabschnitt treffende Verkehrsteilnehmer aufmerksam werden und rechtzeitig in die Fahrzeugsteuerung eingreifen, um durch Steuerung einer Brems- oder Lenkeinheit des Fahrzeugs eine Kollision mit dem Verkehrsteilnehmer zu verhindern. Der Vorteil der Erfindung ist also eine Erhöhung der Sicherheit beim Betrieb von Fahrzeugen, insbesondere in
Lagerhallen und Logistikzentren, wo häufig schlecht einsehbare Kreuzungen und Einmündungen vorhanden sind.
Von Vorteil ist es, wenn der mittels der ersten Anzeige angezeigte erste Bereich ein Teilbereich des mittels der zweiten Anzeige angezeigten zweiten Bereichs der Umgebung ist. Das heißt, mit anderen Worten, dass der erste angezeigte Bereich teilweise oder vollständig in dem zweiten angezeigten Bereich enthalten ist. Bevorzugt wird mittels der ersten und der zweiten Anzeige ein symmetrisch relativ zu einer gedachten senkrecht zum Untergrund und durch das Fahrzeug zeigenden Symmetrieachse ausgewählter Bereich der Umgebung des Fahrzeugs angezeigt. Zum Beispiel kann der erste Bereich einem horizontalen
Bildwinkelbereich von -45° bis +45° und der zweite Bereich einen horizontalen Bildwinkelbereich von -95° bis + 95° umfassen, wobei 0° einer
Bewegungsrichtung es Fahrzeugs entsprechen. Das heißt, dass mittels der zweiten Anzeige der mittels der ersten Anzeige angezeigte erste Bereich zu dem zweiten Bereich symmetrisch relativ zu der Symmetrieachse erweitert wird. Alternativ kann mittels der zweiten Anzeige der mittels der ersten Anzeige angezeigte erste Bereich ungleichmäßig zu dem zweiten Bereich erweitert werden. Zum Beispiel kann der erste Bereich einen horizontalen
Bildwinkelbereich von -45° bis +45° und der zweite Bereich einen horizontalen Bildwinkelbereich von -45° bis +95° umfassen. Dadurch kann ein
Orientierungsverlust des Fahrers beim Überführen der ersten Anzeige in die zweite Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs verhindert werden.
Vorteilhaft ist es auch, wenn die erste und die zweite Anzeige der Umgebung dieselbe oder unterschiedliche Perspektiven auf die Umgebung aufweisen.
Denkbar ist, dass die erste Anzeige eine Vogelperspektive bzw. eine Draufsicht auf das Fahrzeug und eine unmittelbar an das Fahrzeug angrenzende
Umgebung umfasst. Denkbar ist auch, dass die erste Anzeige eine Perspektive
in Bewegungsrichtung auf die dem Fahrzeug vorausliegende Umgebung umfasst. Die Perspektive in Bewegungsrichtung für die erste Anzeige kann einen ersten Bereich mit einem ersten horizontalen Bildwinkel umfassen. Denkbar ist weiter, dass auch die zweite Anzeige eine Perspektive in Bewegungsrichtung des Fahrzeugs auf die dem Fahrzeug vorausliegende Umgebung erfasst. Hierbei weist die Perspektive in Bewegungsrichtung für die zweite Anzeige einen zweiten Bereich mit einem zweiten horizontalen Bildwinkel auf, der größer ist als der erste horizontale Bildwinkel des ersten angezeigten Bereichs. Durch ein
Vorsehen derselben Perspektive bzw. ähnlicher Perspektiven für die erste und die zweite Anzeige ist die mittels der zweiten Anzeige angezeigte zusätzliche Information für den Fahrer des Fahrzeugs besonders einfach und intuitiv zu erfassen. Durch ein Vorsehen unterschiedlicher Perspektiven für die erste und die zweite Anzeige wird der Fahrer besonders deutlich auf den vorausliegenden Gefährdungsbereich hingewiesen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die erste Anzeige zumindest zwei Teilanzeigen umfasst, wobei die Teilanzeigen
unterschiedliche Perspektiven auf die Umgebung und/oder
unterschiedliche erste Teilbereiche der Umgebung anzeigen und der mittels der zweiten Anzeige angezeigte zweite Bereich der Bereich quer zu der Bewegungsrichtung größer ist als jeder der ersten Teilbereiche der
Umgebung. Beispielsweise kann eine erste Teilanzeige eine erste Perspektive in Form einer Draufsicht bzw. einer Vogelperspektive auf die Umgebung des Fahrzeugs aufweisen. Hierbei kann eine zweite Teilanzeige eine zweite
Perspektive in Form einer Perspektive in Richtung einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs zum Beispiel von einem Arbeitsgerät des Fahrzeugs herab aufweisen. Die ersten Teilbereiche können zum Beispiel ein Teilbereich unmittelbar um das Fahrzeug, das heißt in einem Abstand von kleiner als 5, 10, 15 oder 20 m um das Fahrzeug, und ein dem Fahrzeug vorausliegender Teilbereich der
Umgebung sein. Die Teilanzeigen können horizontal nebeneinander oder vertikal übereinander auf einer Anzeigeeinheit angezeigt werden. Denkbar ist, dass die Teilanzeigen unterschiedlich groß sind, das heißt unterschiedlich große Flächen auf der Anzeigeeinheit zur Anzeige benötigt werden. Denkbar ist weiter, dass die Teilanzeigen auf derselben oder unterschiedlichen Anzeigeeinheiten angezeigt werden. Durch diese Ausgestaltung kann dem Fahrer ein besonders guter Überblick über seine Umgebung bereitgestellt werden, wenn kein
Gefährdungsbereich erkannt wird.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn der Gefährdungsbereich mittels eines Abgleichs einer Position des Fahrzeugs mit einer Karte der Umgebung des Fahrzeugs erkannt wird, wobei die Karte der Umgebung den Gefährdungsbereich aufweist.
Die Karte repräsentiert zumindest einen Teil der Umgebung des Fahrzeugs. Die Karte kann die Umgebung des Fahrzeugs in Innen- und/oder Außenbereichen repräsentieren. Die Karte kann eine zweidimensionale oder dreidimensionale Karte sein. Die Karte kann eine metrische bzw. geometrische Karte oder semantische Karte, das heißt eine Karte mit metrischen bzw. geometrischen und semantischen Informationen sein.
Die Karte umfasst einen Hinweis auf einen Gefährdungsbereich. Denkbar ist, dass die Karte eine räumliche Position des Gefährdungsbereichs in absoluten oder relativen Koordinaten aufweist. Denkbar ist auch, dass die Karte eine semantische Information über den Gefährdungsbereich aufweist. Denkbar ist weiter, dass die Karte Bilddaten des Gefährdungsbereichs und eine den
Bilddaten zugeordnete Information über den Gefährdungsbereich aufweist.
Die Karte kann beispielsweise mittels Kamera- und/oder Lidar- und/oder Radar- und/oder GNSS-Sensoren erstellt werden. Denkbar ist, dass die Karte regelmäßig bzw. kontinuierlich aktualisiert wird. Dadurch können sich ändernde Fahrtwege und Lagerflächen insbesondere auf Logistikflächen berücksichtigt werden. Hierbei kann die Karte beispielsweise bei einem Aufnehmen oder einem Abstellen eines Transportbehältnisses mittels des Fahrzeugs aktualisiert werden, da eine Gesamtheit von abgestellten Transportbehältnissen potentielle
Fahrstrecken bzw. Fahrgassen mit Gefährdungsbereiche wie bspw. Kreuzungen bedingt.
Denkbar ist, dass die Gefährdungsbereiche in der Karte manuell, das heißt von einem Verwalter der Karte eingetragen werden. Denkbar ist auch, dass die Gefährdungsbereiche anhand von einer Information über aktuelle und bereits zurückgelegte Fahrtwege bzw. Fahrstrecken von weiteren Fahrzeugen in dem von der Karte umfassten Bereich ermittelt werden. Hierbei ist denkbar, dass zum Ermitteln der Gefährdungsbereiche die Fahrtwege bzw. Fahrstrecke der weiteren Fahrzeuge mit den Geschwindigkeits-, Brems- und/oder
Beschleunigungsverläufen und/oder Fahrtunterbrechungen ausgewertet werden.
Dadurch können potentielle häufig auftretende bzw. aufgetretene
Aufeinandertreffen oder Kreuzungen von Fahrstrecken der weiteren Fahrzeuge ermittelt werden.
Denkbar ist weiter, dass ein mittels eines der Fahrzeuge erkannter Übergang von einem Innenbereich in einen Außenbereich oder von einem Außenbereich in einen Innenbereich in der Karte gespeichert ist. Der Innenbereich kann zum Beispiel eine Lagerhalle und der Außenbereich ein Außengelände vor der Lagerhalle sein. Unmittelbar vor bzw. nach dem Übergang zwischen einem Innenbereich und einem Außenbereich trifft häufig ein Verkehrsteilnehmer quer auf eine Fahrstrecke des den Innenbereich oder den Außenbereich verlassenden Fahrzeugs.
Die Karte kann auf einer Speichereinheit der Steuereinrichtung gespeichert sein. Denkbar ist auch, dass die Karte auf einer extern bzw. außerhalb des Fahrzeugs angeordneten Speichereinheit, bspw. auf einem Server oder einer Cloud gespeichert ist. Für diesen Fall weist die Steuereinrichtung eine
Kommunikationseinheit zur Kommunikation mit der extern angeordneten
Speichereinheit auf, um zumindest eine Positionsinformation des Fahrzeugs zu übertragen und eine Information über einen basierend auf der übertragenen Positionsinformation ermittelten Gefährdungsbereich zu empfangen.
Durch diese Ausgestaltung kann der Gefährdungsbereich unter Verwendung einer Information über eine Position des Fahrzeugs zuverlässig ermittelt werden.
Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn das Verfahren einen Schritt des Ermittelns der Position des Fahrzeugs basierend auf einer
Umgebungsinformation aufweist, die unter Verwendung
einer Erfassungseinheit zur Erfassung der Umgebung des Fahrzeugs und/oder
einer Kommunikationseinheit zur Kommunikation mit einer
Infrastruktureinrichtung in der Umgebung des Fahrzeugs ermittelt wird. Hierbei kann mittels der Erfassungseinheit eine Umgebungsinformation erstellt werden, die eine Information der Umgebung repräsentiert. Denkbar ist, dass mittels einer als Kamera ausgebildeten Erfassungseinheit eine Bildinformation der Umgebung erzeugt wird. Denkbar ist, dass die Steuereinrichtung eine Kommunikationseinheit zur Kommunikation mit einer extern angeordneten
Rechen- bzw. Speichereinheit, z. B. einem Server oder einer Cloud, aufweist, um die Umgebungsinformation bzw. die Bildinformation zu übertragen und eine basierend auf der übertragenen Umgebungsinformation bzw. Bildinformation ermittelte Positionsinformation des Fahrzeugs zu empfangen. Denkbar ist auch, dass die Steuereinrichtung basierend auf der Umgebungsinformation eine Position des Fahrzeugs ermittelt. Die extern angeordnete Speichereinheit bzw. die Steuereinrichtung umfasst hierbei eine Lokalisierungseinheit, das heißt, mit anderen Worten, die Speichereinheit bzw. die Steuereinrichtung ist ausgebildet, anhand der Umgebungsinformation bzw. Bildinformation eine Position des Fahrzeugs zu ermitteln.
Alternativ oder zusätzlich kann eine der Steuereinrichtung zugeordnete
Kommunikationseinheit vorgesehen sein, um mit der Infrastruktureinrichtung in der Umgebung des Fahrzeugs zu kommunizieren. Die Kommunikation kann eine einseitige oder beidseitige Kommunikation sein. Die Infrastruktureinrichtung kann ein elektronisches Tag, zum Beispiel ein RFID-Tag bzw. RFID-Chip oder ein Blue-Tooth-Sender bzw. ein Blue-Tooth-Sender und -Empfänger sein. Die Kommunikationseinheit kann zur Nahfeldkommunikation ausgebildet sein. Bspw. kann die Kommunikationseinheit ein RFID-Leser oder Blue-Tooth-Empfänger sein. Denkbar ist, dass die Infrastruktureinrichtung aufgrund einer Anregung mittels der Kommunikationseinheit oder dauerhaft oder periodisch die
Umgebungsinformation aussendet. Denkbar ist weiter, dass die
Kommunikationseinheit die ausgesendete Umgebungsinformation empfängt. Denkbar ist ferner, dass die Kommunikationseinheit anhand der empfangenen Umgebungsinformation eine Position des Fahrzeugs ermittelt. Hierzu kann die Kommunikationseinheit bspw. das bekannte Verfahren der Triangulation oder Trilateration verwenden, um anhand von mindestens drei empfangenen
Umgebungsinformationen eine Position des Fahrzeugs zu ermitteln. Durch diese Ausgestaltung kann die Position des Fahrzeugs präzise und robust auch in Bereichen, insbesondere Innenbereichen, ohne GNSS- Empfang ermittelt werden.
Von Vorteil ist es darüber hinaus, wenn der Gefährdungsbereich anhand mindestens eines Merkmals der Umgebung, insbesondere der erfassten
Umgebung erkannt bzw. ermittelt wird. Das heißt, mit anderen Worten, im Schritt des Ermittelns des Gefährdungsbereichs kann vorteilhafterweise ein Schritt des Ermittelns bzw. Extrahierens eines Merkmals der Umgebung in dem
Umgebungssensorsignal bzw. der von der Erfassungseinheit bereitgestellten Bildinformation vorgesehen sein. Unter einem Merkmal kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Element in der Bildinformation bzw. dem
Umgebungssensorsignal verstanden werden, das einen Hinweis auf einen Gefährdungsbereich liefert. Bevorzugt wird der Gefährdungsbereich anhand eines baulichen, räumlichen oder örtlichen Merkmals, insbesondere eines baulichen oder räumlichen Merkmals einer Infrastruktureinrichtung, erfasst. Das Merkmal kann zum Beispiel ein (Lager- oder Hallen-) Tor, eine Durchfahrt, ein Anfang bzw. Ende eines Regalgangs oder einer Lagergasse, eine
Fußgängerquerung, ein Verkehrsschild oder eine Hinweistafel sein. Zum
Ermitteln eines oder mehrere Merkmale können dem Fachmann bekannte Algorithmen zur Bildverarbeitung oder Merkmalsextraktion verwendet werden. Das Ermitteln des Merkmals kann mittels einer Steuereinrichtung oder einer der Erfassungseinheit bzw. der Steuereinrichtung zugeordneten Ermittlungseinheit erfolgen. Die Steuereinrichtung oder die Ermittlungseinheit können
beispielsweise eine Recheneinheit in Form eines Grafikkartenprozessors aufweisen. Denkbar ist, dass der Gefährdungsbereich mittels eines Abgleichs des erfassten Merkmals mit in einer Karte der Umgebung des Fahrzeugs hinterlegten Merkmalen erkannt wird. Zum Beispiel handelt es sich bei der Karte um eine semantische Karte. In der semantischen Karte sind Bildinformationen mit den erfassten Merkmalen bereits gespeichert. Hierbei ist den gespeicherten Bildinformationen mit den erfassten Merkmalen eine Beschriftung bzw. ein Hinweis zu dem Gefährdungsbereich zugeordnet. Durch diese Ausgestaltung können die von der Erfassungseinheit bereitgestellten Umgebungsinformationen bzw. Bildinformationen nicht nur zur Anzeige der Orientierung, sondern auch zur Ermittlung der Position des Fahrzeugs verwendet werden.
Von Vorteil ist es darüber hinaus, wenn der Anzeigeeinheit eine Sendeeinheit und eine Empfangseinheit zugeordnet ist, und das Verfahren
einen Schritt des Aussendens eines Signals vertikal nach oben mittels der Sendeeinheit und
einen Schritt des Überprüfens, ob zumindest ein Teil des ausgesendeten Signals als reflektiertes Signal mittels der Empfangseinheit empfangen wird, vorsieht, um anhand des Empfangens des reflektierten Signals ein Vorliegen eines oberhalb des Fahrzeug angeordneten Bereichs einer Infrastruktureinrichtung zu ermitteln.
Das ausgesendete Signal kann beispielsweise ein Lichtsignal, ein Lasersignal, ein Radarsignal oder ein Ultraschallsignal sein, das mittels einer entsprechenden Sendeeinheit ausgesendet wird. Das Signal kann im Wesentlichen senkrecht zu einem Untergrund des Fahrzeugs ausgesendet werden. Denkbar ist, dass das Signal in vorgegebenen und oder vorgebbaren Zeitabständen wiederholt oder periodisch ausgesendet wird. Das ausgesendete Signal kann an dem oberhalb des Fahrzeug angeordneten Bereich der Infrastruktureinrichtung, bspw. einem Hallendach, reflektiert werden. Mittels einer entsprechenden Empfangseinheit kann das reflektierte Signal empfangen werden. Wird ein reflektiertes Signal empfangen, wird davon ausgegangen, dass sich das Fahrzeug in einem überdachten Innenbereich befindet. Wir kein reflektiertes Signal empfangen wird davon ausgegangen, dass sich das Fahrzeug in einem nicht-überdachten Außenbereich befindet. Beim Ausfahren aus Logistikhallen sind
Gefährdungsbereiche mit potentiell querendem Verkehr zu erwarten. Zudem bewegt sich ein auf den Streckenabschnitt treffender Verkehrsteilnehmer dort mitunter mit hohen Geschwindigkeiten. Außerdem ist der Verkehrsteilnehmer oftmals kein an einem Betriebsablauf in der Logistikhalle beteiligter
Verkehrsteilnehmer. Durch diese Ausgestaltung kann ein Übergang des
Fahrzeugs von einem überdachten Innenbereich in einen nach oben offenen Außenbereich und umgekehrt erkannt werden, um einen in räumlicher Nähe zum Übergang vorliegenden Gefährdungsbereich zu erkennen.
Weiterhin ist denkbar, dass das Verfahren einen Schritt des Steuerns einer Warneinrichtung basierend auf dem erkannten Gefährdungsbereich vorsieht, um einen Bediener des Fahrzeugs vor einem erwarteten, quer auf den
Streckenabschnitt treffenden Verkehrsteilnehmer und/oder den erwarteten, quer auf den Streckenabschnitt treffenden Verkehrsteilnehmer zu warnen. Zum Beispiel kann die Warneinrichtung eine optische, akustische oder haptische Warnung abgeben. Dadurch können der Bediener des Fahrzeugs bzw. der Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf den Gefährdungsbereich aufmerksam gemacht werden.
Von Vorteil ist auch ein Computerprogrammprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher, einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann und zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend
beschriebenen Ausführungsformen verwendet wird, insbesondere wenn das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Vorrichtung ausgeführt wird.
Weitere Vorteile und bevorzugte Merkmale und Merkmalskombinationen ergeben sich insbesondere aus dem zuvor Beschriebenen sowie aus den Ansprüchen.
Im Folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Dazu zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Flurförderzeugs;
Fig. 2 das Flurförderzeug gemäß Fig. 1;
Fig. 3A,B eine schematische Darstellung einer ersten und einer zweiten Anzeige; und
Fig. 4 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Steuerung des
Anzeigesystems.
In der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden für die in den verschiedenen Figuren
dargestellten und ähnlich wirkenden Elemente gleiche oder ähnliche
Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte Beschreibung der Elemente verzichtet wird.
Fig. 1 zeigt eine vereinfachte Darstellung eines Flurförderzeugs 10. Das
Flurförderzeug 10 weist ein Anzeigesystem 20 mit einer Steuereinrichtung 22 und eine als Display 24 ausgebildete Anzeigeeinheit 24 auf. Weiter weist das Flurförderzeug 10 ein als Multikamerasystem 30 ausgebildetes
Erfassungssystem 30 mit vier als Kameras 32, 34, 36, 38 ausgebildeten
Erfassungseinheiten 32, 34, 36, 38 auf.
Die Steuereinrichtung 22 ist mittels einer ersten drahtgebundenen Verbindung 26 elektronisch mit den Kameras 32, 34, 36, 38 und mittels einer drahtgebundenen Verbindung 28 elektronisch mit der Anzeigeeinheit 24 verbunden.
Die Kameras 32, 34, 36, 38 erfassen permanent eine Umgebung des
Flurförderzeugs 10 und übertragen die erfassten Bildinformationen als
Umgebungsinformationen mittels der Verbindung 26 an die Steuereinrichtung 22. Hierbei erfassen die Kameras 32, 34, 36, 38 zumindest teilweise unterschiedliche Bereiche der Umgebung.
Die Steuereinrichtung 22 verarbeitet die von den Kameras 32, 34, 36, 38 empfangenen Bildinformationen zu einer Darstellung der Umgebung des
Flurförderzeugs 10 in einer Vogelperspektive bzw. einer 360 Grad- Draufsicht.
Weiter verarbeitet die Steuereinrichtung 22 die Bildinformation einer an einem vorderen Bereich des Fahrzeugs angeordneten und im Wesentlichen in
Fahrrichtung ausgerichteten Kamera 32 zu einer im Wesentlichen unverzerrten Darstellung eines dem Flurförderzeugs 10 vorausliegenden Streckenabschnitts.
Die Steuereinrichtung überträgt die bearbeiteten Bildinformationen mittels der Verbindung 28 an die Anzeigeeinheit 24.
Die Anzeigeeinheit bzw. das Display 24 zeigt mittels einer ersten Anzeige die Darstellung der Umgebung des Flurförderzeugs 10 in bzw. aus der
Vogelperspektive und die im Wesentlichen unverzerrte Darstellung des vorausliegenden Streckenabschnitts des Flurförderzeugs an. Die erste Anzeige des Displays 24 ist in zwei Teilanzeigen unterteilt, um die Umgebung des Flurförderzeugs 10 in der Vogelperspektive und die Darstellung des
vorausliegenden Streckenabschnitts mittels der Teilanzeigen gleichzeitig darzustellen.
Ferner ermittelt die Steuereinrichtung 22 die Position des Flurförderzeugs 10 basierend auf den empfangenen Bildinformationen. Hierzu werden die
Bildinformationen von der Steuereinrichtung an eine außerhalb des
Flurförderzeugs 10 angeordnete Recheneinheit 40 übertragen. Die
Recheneinheit 40 ermittelt anhand eines Vergleichs der übertragenen
Bildinformationen und einer der Recheneinheit 40 zugänglichen Umgebungskarte mit Bildinformationen eine Position des Gabelstaplers 10. Mittels eines Abgleichs der ermittelten Position des Flurförderzeugs 10 mit einer Karte der Umgebung des Flurförderzeugs 10 werden Gefährdungsbereiche in der Umgebung des Flurförderzeugs 10 ermittelt. Eine Information über ein oder mehrere ermittelte
Gefährdungsbereiche werden von der Recheneinheit 40 an die Steuereinrichtung 22 übertragen.
Basierend auf dem erkannten Gefährdungsbereich steuert die Steuereinrichtung 22 das Display 24, um eine erste Anzeige der Umgebung des Flurförderzeugs 10 in eine zweite Anzeige der Umgebung des Flurförderzeugs 10 überzuführen, wobei mittels der zweiten Anzeige ein gegenüber einem mittels der ersten Anzeige angezeigten ersten Bereich der Umgebung quer zu einer
Bewegungsrichtung des Flurförderzeugs 10 größerer zweiter Bereich der Umgebung des Flurförderzeugs 10 angezeigt wird, um den zu erwartenden, quer auf den Streckenabschnitt treffenden Verkehrsteilnehmer frühzeitig anzuzeigen.
Fig. 2 stellt das als Gabelstapler 10 ausgebildete Flurförderzeug 10 gemäß Fig. 1 dar. Der Gabelstapler 10 fährt auf einen Gefährdungsbereich in Form einer Einmündung zu. Die Kameras 32, 34, 36, 38 sind mit möglichst großem Abstand zu einem Untergrund des Gabelstaplers 10 an einer Kontur des Gabelstaplers angeordnet 10. Die Kamera 32 ist am Hubmast 42 des Gabelstaplers 10 angeordnet. Die Kameras 34, 38 sind an je einem seitlichen Dachholm 44, 48, die Kamera 36 an einem rückwärtigen Dachholm 46 angeordnet.
Die Kameras 32, 34, 36, 38 weisen je ein Fischaugenobjektiv auf. Mittels der Fischaugenobjektive sind die Kameras 32, 34, 36, 38 ausgebildet, je einen horizontalen Erfassungsbereich 52, 54, 56, 58 mit einem horizontalen Bildwinkel von größer 180 Grad zu erfassen. Dadurch überlappen sich je zwei horizontale Erfassungsbereiche 52, 54, 56, 58 teilweise in einem überlappenden
Erfassungsbereich 53, 55, 57, 59. Die Erfassungsbereiche 52, 54, 58, 58 sind in Fig. 2 lediglich angedeutet und geben den erfassbaren horizontalen
Winkelbereich an. Die tatsächliche räumliche Ausdehnung der
Erfassungsbereiche 52, 54, 56, 58 ist um ein Vielfaches größer als es in Fig. 2 dargestellt ist.
Fig. 3 stellt schematisch eine erste Anzeige 62 in Fig. 3A und eine zweite Anzeige 66 in Fig. 3B der Anzeigeeinheit 24 des Anzeigesystems 20 gemäß Fig. 1 dar.
Fig. 3A zeigt eine 360 Grad- Draufsicht mit einer ersten Teilanzeige 60 und eine im Wesentlichen unverzerrte Darstellung eines dem Gabelstaplers 10
vorausliegenden Streckenabschnits in einer zweiten, horizontal neben der ersten Teilanzeige 62 angeordneten Teilanzeige 64 auf den Gabelstapler 10 aus Fig. 2.
Fig. 3B zeigt eine mitels der vorderen Kamera 32 erfasste Bildinformation der Umgebung des Fahrzeugs. Hierbei ist die Anzeige der Umgebung verzerrt, um einen senkrecht zur Bewegungsrichtung des Gabelstaplers 10 größeren Bereich der Umgebung anzuzeigen. Dadurch kann ein quer auf den Streckenabschnit treffender bzw. in Richtung des Gefährdungsbereichs laufender Fußgänger 70 rechtzeitig angezeigt werden.
Fig. 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Steuerung eines
Anzeigesystems. Das Verfahren ist in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 100 versehen.
Das Verfahren umfasst einen Schrit 110 des Bereitstellens des Anzeigesystems.
In Schrit 120 wird die Umgebung des Fahrzeugs mitels des Erfassungssystems erfasst. Schrit 120 wird permanent wiederholt.
In Schrit 130 werden Bildinformationen, welche die erfasste Umgebung repräsentieren, an die Steuereinrichtung übertragen.
In Schrit 130 werden die übertragenen Bildinformationen verarbeitet.
In Schrit 140 werden die übertragenen Bildinformationen an eine
Lokalisierungseinheit übertragen.
In Schrit 150 wird mitels der Lokalisierungseinheit basierend auf den
übertragenen Bildinformationen eine räumliche Position des Fahrzeugs ermitelt.
In Schrit 160 wird die ermitelte räumliche Position des Fahrzeugs an die Steuereinrichtung übertragen.
In Schrit 170 wird mitels der Steuereinrichtung basierend auf der übertragenen räumlichen Position des Fahrzeugs ermitelt, ob ein Gefährdungsbereich auf dem vorausliegenden Streckenabschnit vorliegt. Hierzu wird mitels der
Steuereinrichtung die ermitelte Position mit einer auf einer Speichereinheit der
Steuereinrichtung gespeicherten Karte mit Gefährdungsbereichen abgeglichen. An dem Gefährdungsbereich ist ein quer auf den Streckenabschnitt treffender Verkehrsteilnehmer zu erwarten. Liegt kein Gefährdungsbereich auf dem vorausliegenden Streckenabschnitt vor, wird in Schritt 180 mittels der Steuereinrichtung die Anzeigeeinheit gesteuert, um eine erste Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs anzuzeigen.
Liegt ein Gefährdungsbereich auf dem vorausliegenden Streckenabschnitt vor, wird in Schritt 190 mittels der Steuereinrichtung die Anzeigeeinheit gesteuert, um eine zweite Anzeige der Umgebung des Fahrzeugs anzuzeigen. Hierbei wird mittels der zweiten Anzeige ein gegenüber einem mittels der ersten Anzeige angezeigten ersten Bereich der Umgebung quer zu einer Bewegungsrichtung des Fahrzeugs größerer zweiter Bereich der Umgebung des Fahrzeugs angezeigt.
Anschließend wird das Verfahren in Schritt 120 fortgesetzt.
Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine„und/oder“-Verknüpfung zwischen einem ersten Merkmal und einem zweiten Merkmal, so ist dies so zu lesen, dass das
Ausführungsbeispiel gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite Merkmal aufweist.