Verfahren zum Steuern einer Windenergieanlage
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern eines an einem Netzanschlusspunkt eines elektrischen Versorgungsnetzes angeschlossenen Erzeugers elektrischer Energie. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung einen an ein elektrisches Versorgungsnetz angeschlossenen Erzeuger elektrischer Energie, insbesondere eine Windenergieanlage.
Das Einspeisen elektrischer Energie in ein elektrisches Versorgungsnetz, wie bspw. dem europäischen Verbundnetz, ist allgemein bekannt. Ganz generell weisen die elektrischen Versorgungsnetze dabei üblicherweise einen sicheren Netzzustand auf - sie sind also insbesondere in Hinsicht auf ihre Netzfrequenz und ihre Netzspannung stabil. Durch verschiedenartige Netzfehler, wie bspw. einem Kurzschluss, kann es dazu kommen, dass die elektrischen Versorgungsnetze einen gefährdeten Netzzustand erreichen, in dem bspw. nicht mehr alle Verbraucher des Versorgungsnetzes mit elektrischer Energie versorgt werden können. Das Netz weist dann eine Störung auf.
Ein Beispiel für eine derartige Störung ist der Stabilitätsverlust, der sogenannte„Loss of Stability". Dieser wird beispielsweise in dem Aufsatz "Loss of (Angle) Stability of Wind Power Plants" von V. Diedrichs et al. beschrieben. Der Aufsatz wurde eingereicht für und vorgetragen auf dem "1 Oth International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Farms, Aarhus (Denmark), 25 - 26 October 2011 ". Je nach Art der Störung, also bspw. bei einem Loss of Stability, unterbrechen oder ändern die Erzeuger als Reaktion auf die Störung ihre Leistungseinspeisung bis die Störung vorüber bzw. geklärt ist. Unmittelbar nach der Klärung der Störung fahren die Erzeuger dann wieder mittels einer Rampe die Leistungseinspeisung hoch bzw. speisen wieder regulär, wie vor der Störung, in das elektrische Versorgungsnetz ein. Ein Beispiel für ein Hochfahren mittels einer Rampe ist der WO 2014/009223 A2 zu entnehmen.
Üblicherweise wird dabei davon ausgegangen, dass sich während der Unterbrechung die Rahmenbedingungen des elektrischen Versorgungsnetzes geändert haben, sodass eine
einmalige Unterbrechung oder Änderung ausreichend ist, um der Störung erfolgreich entgegen zu wirken. Beispielsweise wurde der Netzfehler während der Unterbrechung behoben und das Versorgungsnetz befindet sich wieder in einem sicheren Netzzustand, sodass der bzw. die Erzeuger normal weiter arbeiten können. Eine Änderung der Ein- speisung betrifft besonders eine Änderung in einen netzstützenden Betrieb.
Haben sich aber während der Unterbrechung die Rahmenbedingungen des elektrischen Versorgungsnetzes nicht bzw. nicht positiv oder nur scheinbar verändert, kann die Störung wieder erneut auftreten und der Erzeuger verändert abermals auf gleiche Art und Weise seine Leistungseinspeisung. Hierdurch kann es zu einem Aufschwingen des Versorgungsnetzes bzw. des Erzeugers kommen, d.h. der Erzeuger und das Versorgungsnetz schwingen gegeneinander in einem quasi-stabilen Zustand. Dies kann ebenfalls weitere Erzeuger oder Verbraucher zum Schwingen anregen, sodass bspw. ein kritischer Netzzustand droht, in dem es zum Ausfall des Versorgungsnetzes kommen kann. Das Deutsche Patent- und Markenamt hat in der Prioritätsanmeldung zu vorliegender Anmeldung folgenden weiteren Stand der Technik recherchiert: EP 2 902 621 A1 .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, zumindest eines der oben genannten Probleme zu adressieren. Insbesondere soll eine Lösung vorgeschlagen werden, die auf einfache Art auch einen Erzeuger elektrischer Energie in einem gefährdeten Netzzustand steuert, insbesondere um einem potentiellen Netzausfall zu begegnen. Zumindest aber soll eine Alternative zum bisher bekannten vorgeschlagen werden.
Erfindungsgemäß wird somit ein Verfahren zum Steuern eines an einen Netzanschlusspunkt eines elektrischen Versorgungsnetzes angeschlossenen Erzeugers elektrischer Energie gemäß Anspruch 1 vorgeschlagen. Demnach wird elektrische Leistung regulär in das elektrische Versorgungsnetz in einem ersten Arbeitspunkt eingespeist. Ein solcher Arbeitspunkt kann bspw. durch die eingespeiste Wirkleistung und ggf. die eingespeiste Blindleistung bestimmt sein. Das reguläre Einspeisen ist ein solches Einspeisen, das nicht durch eine Störung im elektrischen Versorgungsnetz oder eine Störung des Einspeisens in das elektrische Versorgungsnetz verändert wird bzw. davon betroffen ist. Ein reguläres Einspeisen ist somit ein störungsfreies Einspeisen.
Während der Erzeuger regulär in diesem ersten Arbeitspunkt betrieben wird, erfolgt eine erste Unterbrechung oder Änderung der Einspeisung, insbesondere der Wirkleistung,
sodass keine Leistung oder eine geänderte Leistung in das elektrische Versorgungsnetz eingespeist wird, wenn eine Störung im elektrischen Versorgungsnetz oder eine Störung des Einspeisens in das elektrische Versorgungsnetz vorliegt oder angezeigt wird. Unter einer Störung sind dabei insbesondere netzrelevante Störungen zu verstehen, wie bspw. ein zu starker Spannungsabfall am Netzanschlusspunkt. Vorzugsweise wird der Erzeuger bei der Unterbrechung bzw. der Änderung der Einspeisung in einen Selbsterhaltungsmodus heruntergefahren bzw. in einen anderen Betriebsmodus gefahren, insbesondere einen Betriebsmodus, der die Störung berücksichtigt, bevorzugt ein, der Störungen begegnet. Im Falle des Selbsterhaltungsmodus erzeugt der Erzeuger genügend Energie um seinen Eigenbedarf zu decken, bspw. für das Notfeuer, den Pitch-Antrieb und/oder weitere sicherheitsrelevante Vorrichtungen. Dieser Selbsterhaltungsmodus wird auch als self-sustaining mode bezeichnet. Im Falle des anderen Betriebsmodus wird der Erzeuger so gesteuert, dass er der Störung begegnet, also der Störung entgegenwirkt, bspw. durch eine erhöhte Blindleistungseinspeisung. Im nächsten Schritt wird dann das reguläre Einspeisen bzw. die Einspeisung in einem zweiten Arbeitspunkt wieder aufgenommen, sodass die elektrische Leistung wieder regulär in das elektrische Versorgungsnetz eingespeist wird. Das Wiederaufnehmen erfolgt dabei bevorzugt mittels einer Rampe, also mit einer konstanten positiven Änderung der Leistung nach der Zeit. Die Zeit von der Unterbrechung bis zur Wiederaufnahme wird als Unterbrechungsdauer bezeichnet.
Der erste und zweite Arbeitspunkt können dabei grundsätzlich auch gleich sein. Es wird aber vorzugsweise vorgeschlagen, dass sie unterschiedlich sind, insbesondere dass der zweite Arbeitspunkt eine geringe Einspeiseleistung aufweist.
Liegt nun erneut eine Störung bzw. dieselbe Störung vor oder wird eine bzw. diese ange- zeigt, wird das Einspeisen abermals unterbrochen bzw. geändert.
Tritt das Unterbrechen nun wiederholt innerhalb eines vorbestimmten Zählzeitintervalls auf, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen das Wiederaufnehmen des Einspeisens für eine Abschaltdauer zu unterdrücken. Die Abschaltdauer ist dabei um ein Vielfaches größer als die Unterbrechungsdauer. Beispielsweise beträgt die Unterbrechungsdauer einige Sekunden und die Abschaltdauer einige Minuten. Die Abschaltdauer ist dann beispielsweise um den Faktor 10 größer als die Unterbrechungsdauer.
Das Ändern des Einspeisens bedeutet insbesondere, eine Netzstützung vorzunehmen, dies kann beispielsweise im Falle eines Kurzschluss im Versorgungsnetz auch dadurch erfolgen, dass die Einspeisung erhöht wird, der Erzeuger speist dann also bewusst auf den Kurzschluss mit erhöhter Leistung, insbesondere damit der Netzschutz des Versor- gungsnetzes den Kurzschluss auch als solchen erkennt und auslöst.
Vorzugsweise umfasst das Ändern der Einspeisung einen Wechsel im Betriebsmodus des Erzeugers, insbesondere in einen Betriebsmodus des Erzeugers, der in Abhängigkeit der Störung, bevorzugt automatisch, gewählt wird, um der Störung zu begegnen, insbesondere um die Störung zu beheben. Tritt das Ändern nun wiederholt innerhalb eines vorbestimmten Zählzeitintervalls auf, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das Einspeisen für eine Abschaltdauer zu unterdrücken. Es wird also das Einspeisen unterdrückt, nämlich so, dass der elektrische Erzeuger das Einspeisen der elektrischen Blindleistung und/oder der elektrischen Wirkleistung für eine Abschaltdauer unterlässt, wenn eine Änderung des Einspeisens innerhalb eines vorbestimmten Zählzeitintervalls wiederholt aufgetreten ist.
Grundsätzlich sind die Gründe, Erläuterungen und Ausführungsformen für das Unterdrücken des Wiederaufnehmens des Einspeisens in gleicher Weise auf das Unterdrücken des Einspeisens anwendbar. Beide Fälle werden zusammenfassend einfach als Unterdrücken bezeichnet. Die Gründe, Erläuterungen und Ausführungsformen, die das Unter- brechen des Einspeisens betreffen, sind also sinngemäß auch auf das Ändern des Einspeisens übertragbar. Das gilt besonders auch für die Ausführungsformen, die im Zusammenhang mit den begleitenden Figuren exemplarisch beschrieben sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Unterdrücken des Wiederaufnehmens bzw. des Einspeisens solange bis der Netzbetreiber den Erzeuger wieder mittels eines externen Signals freigibt. Der Erzeuger verharrt dann solange in der Unterbrechung, bevorzugt im Selbsterhaltungsmodus, bis er die Freigabe vom Netzbetreiber erhält, um wieder regulär einzuspeisen.
Bevorzugt tritt das Unterdrücken ferner erst nach mehrmaligem Unterbrechen bzw. Ändern der Einspeisung ein. Es wird also mehrfach der zweite Arbeitspunkt angefahren bzw. es wird mehrfach versucht den zweiten Arbeitspunkt stabil anzufahren. Ob der zweite Arbeitspunkt stabil angefahren ist oder nicht kann beispielsweise mittels eines Zeitbandes ermittelt werden. Wird der Erzeuger in den zweiten Arbeitspunkt gefahren
bzw. erreicht diesen, beginnt das Zeitband zu laufen. Tritt keine erneute Störung während der Dauer des Zeitbandes auf, so ist der zweite Arbeitspunkt stabil erreicht.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Erzeuger elektrischer Energie eine Windenergieanlage. Das vorgeschlagene Verfahren ist dabei besonders gut für dezentrale Erzeuger geeignet, da diese aus Einheiten geringer Leistung ausgebildet sind, die einzeln nur einen geringen Einfluss auf das Versorgungsnetz haben. Ein Unterdrücken der Einspeisung hat somit nur einen geringen, aber gut steuerbaren Einfluss auf das Leistungsgleichgewicht des Versorgungsnetzes. Die Steuerung kann zudem relativ flexibel und unabhängig von anderen Erzeugern erfolgen, ohne den Netzzustand unnötig zu gefährden. Für Versorgungsnetze, die von dezentralen Erzeugern dominiert sind, bietet sich zudem ein kaskadierter Verfahrensablauf zwischen den einzelnen dezentralen Erzeugern an. Ferner kann das vorgeschlagene Verfahren auch über einen„System split" hinaus verwendet werden, also wenn das Versorgungsnetz durch Großstörung in mehrere Teilnetze zerfällt. Vorzugsweise wird das wiederholte Unterbrechen oder das wiederholte Ändern in Abhängigkeit des Zählzeitintervalls bewertet und ein wiederholtes Unterbrechen oder ein wiederholtes Ändern liegt vor, wenn das Unterbrechen oder das Ändern des Einspeisens innerhalb des Zählzeitintervalls öfter als eine vorbestimmte Grenzanzahl aufgetreten ist.
Ein wiederholtes Unterbrechen bzw. ein wiederholtes Ändern liegt somit erst dann vor, wenn innerhalb des Zählzeitintervalls genügend häufig unterbrochen bzw. geändert worden ist. Das entscheidende Kriterium für ein Unterdrücken der Einspeisung ist also die Anzahl der Unterbrechungen oder der Änderungen pro Zeitintervall. Das vorbestimmte Zählzeitintervall und der vorbestimmte Grenzwert sind dabei bevorzugt unter Berücksichtigung des Netzanschlusspunktes zu bestimmen. Bevorzugt sollte bei einem schwachen Netzanschlusspunkt die Einspeisung eher und dann deutlich früher unterdrückt werden, als bei einem starken Netzanschlusspunkt, um ein Aufschwingen des Versorgungsnetzes zu verhindern.
Vorzugsweise wird in dem zweiten Arbeitspunkt weniger elektrische Blindleistung und/oder weniger elektrische Wirkleistung erzeugt und eingespeist als in dem ersten Arbeitspunkt.
Der zweite Arbeitspunkt weist somit eine höhere Leistungsreserve auf als der erste Arbeitspunkt. Dies ist besonders vorteilhaft, um weitere Regelleistung für das elektrische Versorgungsnetz nach der Störung vorzuhalten.
Beispielsweise weist der Erzeuger eine Nenn-Scheinleistung von 2,0 MVA auf und hat im ersten Arbeitspunkt eine Scheinleistung von 1 ,5 MVA eingespeist. Somit wurden 0,5 MVA als Regelleistung im ersten Arbeitspunkt vorgehalten. Im zweiten Arbeitspunkt, also nach dem Unterbrechen, speist der Erzeuger nur noch eine Scheinleistung 1 ,0 MVA ein, obwohl dem Wind nach auch deutlich mehr möglich wäre. Der Erzeuger hält dann im zweiten Arbeitspunkt 1 ,0 MVA Regelleistung vor. Demnach stellt der Erzeuger dann im zweiten Arbeitspunkt die doppelte Regelleistung zur Verfügung.
Vorzugsweise läuft das vorbestimmte Zählzeitintervall mit dem ersten Unterbrechen oder dem ersten Ändern des Einspeisens der elektrischen Blindleistung und/oder der elektrischen Wirkleistung an und wird mit dem Unterdrücken des Wiederaufnehmens oder dem Unterdrück des Einspeisens der elektrischen Blindleistung und/oder der elektrischen Wirkleistung zurückgesetzt oder läuft bei unterbrechungsfreiem Einspeisen nach Erreichen des zweiten Arbeitspunktes aus.
Das vorbestimmte Zählzeitintervall beginnt somit mit dem ersten Unterbrechen oder dem ersten Ändern der Einspeisung. Während dieses Zeitintervalls werden die erste sowie die weiteren Unterbrechungen bzw. Änderungen gezählt. Überschreitet dieser gezählte Wert dann einen vorbestimmten Grenzwert, z.B. 3, 4 oder 5, wird das Wiederaufnehmen des Einspeisens bzw. das Einspeisen unterdrückt.
Ein erneutes Unterbrechen bzw. ein erneutes Ändern während des Zählzeitintervalls setzt das Zählzeitintervall bevorzugt nicht zurück. Das Zählzeitintervall wird bevorzugt erst dann zurückgesetzt, wenn die Einspeisung unterdrückt wurde oder der Erzeuger unter- brechungsfrei einspeist.
Um ein unterbrechungsfreies bzw. änderungsfreies Einspeisen bzw. ein stabiles Erreichen des zweiten Arbeitspunktes zu detektieren, kann ein weiteres Zeitband verwendet werden, bspw. von 5 Minuten. Speist der Erzeuger also 5 Minuten unterbrechungsfrei bzw. änderungsfrei in das elektrische Versorgungsnetz ein, wird ein unterbrechungsfreies bzw. änderungsfreies Einspeisen festgestellt und das Zählzeitintervall zurückgesetzt.
Vorzugsweise wird zu jeder Unterbrechung oder zu jeder Änderung geprüft, ob sie in einem Zählzeitintervall eine wiederholte Unterbrechung oder eine wiederholte Änderung ist, insbesondere ob mit ihr in einem Zählzeitintervall eine Unterbrechung oder eine Änderung öfter als die vorbestimmte Grenzzahl aufgetreten ist. Es wird somit besonders vorgeschlagen, dass eine solche Prüfung für jede Unterbrechung bzw. für jede Änderung grundsätzlich gleich durchgeführt wird bzw. nicht für unterschiedliche Unterbrechungen oder unterschiedliche Änderungen unterschiedliche Kriterien geprüft werden. Es geht darum, dass das Zählzeitintervall als Zeitfenster zu verstehen ist, das eine festgelegte Dauer hat, aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt liegen kann, also zu jedem beliebigen Zeitpunkt beispielsweise starten kann. Es wird somit zur Prüfung ein gleitendes Zeitfenster zugrunde gelegt. Eine wiederholte Unterbrechung bzw. eine wiederholte Änderung liegt dann vor, wenn in dem Zählzeitintervall, also in dem gleitenden Zeitfenster eine Unterbrechung bzw. eine Änderung zum zweiten oder häufigeren Male auftritt. Insbesondere wird geprüft, ob eine Unterbrechung bzw. eine Änderung in diesem gleitenden Zeitfenster öfter als die vorbestimmte Grenzzahl auftritt. Das soll für das gleitende Zeitfenster immer das Kriterium sein, unabhängig davon, wo dieses Zeitfenster im Zeitraum oder entlang eines Zeitstrahls liegt.
Tritt beispielsweise nach einem längeren unterbrechungsfreien bzw. änderungsfreien Zeitraum eine Unterbrechung bzw. Änderung auf, soll nicht nur geprüft werden, ob begin- nend von dieser innerhalb des Zählzeitintervalls eine wiederholte Unterbrechung bzw. eine wiederholte Änderung auftritt, ob also innerhalb dieses Zählzeitintervalls öfter als die vorbestimmte Grenzanzahl eine Unterbrechung bzw. eine Änderung auftritt, sondern dies soll fortlaufend geprüft werden. Besonders kommen dazu beispielhaft zwei Möglichkeiten in Betracht, es kann aber auch weitere Varianten geben. Gemäß einer Variante wird zu jeder auftretenden Unterbrechung oder jeder auftretenden Änderung ein Zählzeitintervall gestartet und bis zum Ende dieses Zählzeitintervalls wird geprüft, ob eine wiederholte Unterbrechung oder eine wiederholte Änderung aufgetreten ist, insbesondere also ob öfter als die vorbestimmte Grenzzahl eine Unterbrechung oder eine Änderung aufgetreten ist. Sobald aber eine zweite Unterbrechung bzw. eine zweite Änderung auftritt, wird für diese ein neues Zählzeitintervall gestartet und die genannte Prüfung durchgeführt. Wird also beispielsweise eine vorbestimmte Grenzzahl von fünf angesetzt, wird bei der ersten Unterbrechung bzw. der ersten Änderung das Zählzeitintervall gestartet und geprüft, ob mehr als fünf Unterbrechungen bzw. Änderung in diesem Zählzeitintervall auftreten. Dazu überlappend wird bei der zweiten Unterbrechung bzw. der zweiten Änderung ebenfalls ein Zählzeitintervall gestartet und geprüft, ob in diesem
Zählzeitintervall mehr als fünf Unterbrechungen bzw. mehr als fünf Änderungen auftreten. So kann es beispielsweise sein, dass in dem ersten Zählzeitintervall vier Unterbrechungen bzw. Änderungen auftreten, wobei die zweite Unterbrechung bzw. Änderung bereits mit einem großen Abstand zur ersten auftritt, beispielsweise in der Mitte dieses Zählzeit- Intervalls. Dabei können nach Ende dieses ersten Zählzeitintervalls kurz hintereinander drei weitere Unterbrechungen bzw. Änderungen auftreten. Diese würden in diesem ersten Zählzeitintervall, das mit der ersten Unterbrechung bzw. ersten Änderung gestartet wurde, nicht mitgezählt. Die Prüfung dieses ersten Zählzeitintervalls ergäbe dann, dass keine wiederholte Unterbrechung bzw. wiederholte Änderung erkannt wurde. Das zweite Zählzeitintervall, das mit der zweiten Unterbrechung bzw. der zweiten Änderung beginnt, würde auf alle Fälle die letzten drei Unterbrechungen bzw. Änderungen des ersten Zählzeitintervalls umfassen und außerdem die genannten drei Unterbrechungen bzw. Änderungen, die kurz danach aufgetreten sind. In diesem zweiten Zählzeitintervall würden dann sechs Unterbrechungen bzw. Änderungen auftreten und es würde entspre- chend eine wiederholte Unterbrechung bzw. eine wiederholte Änderung erkannt werden. Für dieses genannte Beispiel wäre gerade nicht vorgesehen, das zweite Zählzeitintervall erst zu beginnen, wenn das erste Zählzeitintervall abgelaufen ist, denn dann würden erst die genannten letzten drei Unterbrechungen bzw. Änderung erkannt werden und wenn dann keine weiteren Unterbrechungen bzw. Änderungen auftreten, würde nicht eine wiederholte Unterbrechung erkannt werden, obwohl sie erkannt werden sollte.
Als zweite Variante wird vorgeschlagen, dass jede Unterbrechung oder jeder Änderung erkannt und mit einer Zeitkennung versehen wird. Zu jeder Unterbrechung bzw. Änderung kann dann geprüft werden, ob innerhalb eines Zeitraums der Dauer eines Zählzeitintervalls zu viele Unterbrechungen bzw. Änderungen aufgetreten sind oder nicht. Beson- ders kann bei jeder Unterbrechung bzw. jeder Änderung um die Zeitdauer des Zählzeitintervalls in die Vergangenheit geprüft werden, ob zu viele Unterbrechungen bzw. Änderungen aufgetreten sind oder nicht.
Es wird also auch in diesem Beispiel, und es sind weitere denkbar, zu jeder Unterbrechung bzw. Änderung geprüft, ob sie in einem beliebigen Zeitintervall eine wiederholte Unterbrechung bzw. Änderung ist. Hierbei ist ein Zählzeitintervall jedes Zeitfenster, in dem die Unterbrechung bzw. Änderung liegt. Die Unterbrechung bzw. die Änderung kann dabei am Anfang, am Ende, in der Mitte oder in jeder anderen Position in dem gleitenden Zeitfenster, also in dem Zählzeitintervall liegen. Wenn wenigstens in einem Fall ein Zeitfenster der Dauer eines Zählzeitintervalls vorliegt, in dem die Unterbrechung bzw. die
Änderung eine wiederholte Unterbrechung ist, wird das Wiederaufnehmen des Einspeisens bzw. das wiederholte Ändern des Einspeisens unterdrückt. Anders ausgedrückt wird für jede Unterbrechung bzw. für jede Änderung geprüft, ob es ein Zeitfenster gibt, in dem diese Unterbrechung bzw. diese Änderung liegt und in dem eine wiederholte Unterbre- chung bzw. Änderung erkannt wurde, insbesondere ob in dem Zeitfenster eine Unterbrechung bzw. eine Änderung öfter als die vorbestimmte Grenzzahl aufgetreten ist.
Gemäß weiterer Ausführungsformen wird somit vorgeschlagen, dass zum Prüfen, ob eine wiederholte Unterbrechung oder eine wiederholte Änderung vorliegt, insbesondere ob eine Unterbrechung oder eine Änderung öfter als die vorbestimmte Grenzzahl innerhalb des Zählzeitintervalls aufgetreten ist, jeder Unterbrechung bzw. jeder Änderung eine Zeitkennung zugeordnet wird und/oder jeder Unterbrechung bzw. jeder Änderung ein eigenes Zählzeitintervall zugeordnet wird, insbesondere mit jeder Unterbrechung bzw. mit jeder Änderung ein eigenes Zählzeitintervall gestartet wird. Dabei haben die Zählzeitintervalle dieselbe Zeitdauer und es kommt dabei auch in Betracht, dass sich Zählzeitinter- valle überlappen.
Vorzugsweise wird das Wiederaufnehmen des regulären Einspeisens bzw. das Einspeisen automatisch unterdrückt, sofern der Erzeuger mit Ablauf des Zählzeitintervalls das Einspeisen in dem zweiten Arbeitspunkt nicht bzw. nicht stabil vornimmt, wobei das vorbestimmte Zählzeitintervall eine Dauer aufweist, aus der Liste aufweisend^ Sekunden bis 30 Sekunden oder 0 Sekunden bis 5 Minuten oder 0 Sekunden bis 15 Minuten oder 0 Sekunden bis 60 Minuten.
Das Zählzeitintervall weist somit eine Höchstdauer auf und sofern diese erreicht ist und der Erzeuger noch nicht stabil einspeist, wird das Wiederaufnehmen bzw. das Einspeisen des Erzeugers automatisch unterdrückt. Das Verfahren weist somit eine automatische Abschaltung auf.
Vorzugsweise steht die vorbestimmte Grenzanzahl in einem vorbestimmten Verhältnis zur Dauer des vorbestimmten Zählzeitintervalls, das über einen Verhältnisquotienten vorbestimmt werden kann, der als Quotient der Grenzzahl zum Zählzeitintervall definiert ist. Die vorbestimmte Grenzanzahl wird somit in Abhängigkeit des vorbestimmten Zählzeitintervalls festgelegt, die proportional zur Dauer des Zählzeitintervalls ist. Umso größer das Zählzeitintervall ist, umso mehr Unterbrechungen bzw. Änderungen sind zulässig bis das
Unterdrücken der Einspeisung erfolgt. Wird beispielsweise für einen schwachen Netzanschlusspunkt ein kurzes Zählzeitintervall bestimmt, so ist auch nur eine geringe Anzahl an Unterbrechungen zulässig bis das Wiederaufnehmen unterdrückt wird. Die vorbestimmt Grenzanzahl wird somit über einen Verhältnisquotienten bestimmt. Vorzugsweise ist der Verhältnisquotient der vorbestimmten Grenzanzahl zum vorbestimmten Zählzeitintervall kleiner als 0,5 Hz, insbesondere kleiner als 0,1 Hz, bevorzugt kleiner als 0,05 Hz, wobei das vorbestimmte Zählzeitintervall wenigstens 10 Sekunden beträgt. Vorzugsweise beträgt die vorbestimmte Grenzzahl wenigstens 3 und höchstens 7. Das vorbestimmte Zählzeitintervall weist somit wenigstens eine Dauer von 10 Sekunden auf und/oder die vorbestimmte Grenzanzahl beträgt wenigstens 3 und höchstens 7. Zudem wird der Verhältnisquotient wenigstens so gewählt, dass er kleiner ist als 0,5 Hz.
Bevorzugt beträgt das vorbestimmte Zählzeitintervall 30 Sekunden mit einer vorbestimmten Grenzanzahl von 3 oder das vorbestimmte Zählzeitintervall beträgt 120 Sekunden mit einer vorbestimmten Grenzanzahl von 6. Dies entspricht dann einem Verhältnisquotienten von 0, 1 bzw. 0,05 Hz.
Vorzugsweise erfolgt das Unterdrücken in Abhängigkeit wenigstens einer Störung aus der Liste aufweisend: einen Stabilitätsverlust am Netzanschlusspunkt und/oder im Versorgungsnetz, einen Überstrom am Netzanschlusspunkt und/oder im Versorgungsnetz, einen Spannungseinbruch am Netzanschlusspunkt und/oder im Versorgungsnetz, eine Überspannung am Netzanschlusspunkt und/oder im Versorgungsnetz, eine Über- oder Unterfrequenz im Versorgungsnetz, ein Aufschwingen des elektrischen Erzeugers und/oder des Versorgungsnetzes, einen Kurzschluss am Netzanschlusspunkt und/oder im Versorgungsnetz, ein Anzeigen und/oder Vorliegen eines Fehlers des elektrischen Erzeugers, und Extremböen.
Somit lösen nur einige wenige physikalische Erscheinungen oder Zustände des elektrischen Versorgungsnetzes eine Störung aus bzw. werden als solche angezeigt.
Vorzugsweise wird das Anzeigen und/oder Vorliegen eines Fehlers des elektrischen Erzeugers durch einen wiederholten Wechsel der Betriebsmodi innerhalb des vorbe- stimmten Zählzeitintervalls festgestellt.
Sofern die Windenergieanlage die Betriebsmodi wiederholend selbstständig innerhalb des Zählzeitintervalls wechselt bzw. ändert, wird hierdurch ein Fehler des Erzeugers angezeigt, der wiederum eine Störung anzeigt. Beispielsweise wechselt bzw. ändert die Windenergieanlage innerhalb des vorbestimmten Zählzeitintervalls von 30 Sekunden vom Teillastbetrieb in den Nennlastbetrieb und wieder zurück. Dies führt dann zum Anzeigen einer Störung.
Vorzugsweise ist der an dem Netzanschlusspunkt des elektrischen Versorgungsnetzes angeschlossene Erzeuger elektrischer Energie eine Windenergieanlage oder ein mehrere Windenergieanlagen aufweisender Windpark. Windenergieanlagen und besonders Wind- parks können als dezentrale Erzeuger auch zur Netzstützung beitragen. Durch die vorgeschlagene Lösung wird dabei verhindert, dass sie in einer speziellen Situation, in der das Netz Gefahr läuft, sich aufzuschwingen, dieses Aufschwingen verhindern können.
Vorzugsweise erfolgt das Wiederaufnehmen des regulären Einspeisens der elektrischen Blindleistung und/oder elektrischen Wirkleistung in das elektrische Versorgungsnetz so, dass die Blindleistung mit einer zeitlichen Blindleistungs-Rampenfunktion erhöht und außerdem oder alternativ die Wirkleistung mit einer zeitlichen Wirkleistungs- Rampe nfunktion erhöht wird. Die Blindleistung bzw. Wirkleistung wird somit allmählich und definiert hochgefahren, um einen Blindleistungssprung bzw. einen Wirkleistungssprung zu vermeiden. Vorzugsweise weist die zeitliche Blindleistungs-Rampenfunktion eine Blindleistungs- Rampensteigung auf und außerdem oder alternativ weist die zeitliche Wirkleistungs- Rampe nfunktion eine Wirkleistungs-Rampensteigung auf, wobei für wenigstens eine wiederholte Wiederaufnahme der Einspeisung innerhalb des Zählzeitintervalls eine geringere Blindleistungs-Rampensteigung und außerdem oder alternativ eine geringere Wirkleistungs-Rampensteigung gewählt wird, solange das Wiederaufnehmen noch nicht unterdrückt wurde.
Bei einem wiederholten Wiederaufnehmen der Einspeisung erfolgt dies mit einem langsameren Erhöhen der Blindleistung bzw. Wirkleistung, um dadurch ein Auslösen einer erneuten Störung zu vermeiden. Bevorzugt wird mit der ersten wiederholten Wiederauf- nähme während des Zählzeitintervalls, also mit der zweiten Wiederaufnahme innerhalb eines Zählzeitintervalls, der Anstieg der Rampe verringert. Das Zählzeitintervall wird somit verwendet, um auch die Blindleistungs-Rampensteigung und außerdem oder alternativ die Wirkleistungs-Rampensteigung jeweils zu wählen.
Vorzugsweise wird die Blindleistungs-Rampensteigung und außerdem oder alternativ die Wirkleistungs-Rampensteigung mit jedem weiteren Wiederaufnehmen des regulären Einspeisens innerhalb des Zählzeitintervalls verringert, insbesondere wenigstens um einen Faktor zwischen 0,45 und 0,95.
Die Rampensteigung der Wirk- und/oder Blindleistung wird somit sukzessive mit jeder wiederholten Wiederaufnahme des regulären Einspeisens verringert, insbesondere bis der zweite Arbeitspunkt stabil erreicht oder ein weiteres Wiederaufnehmen unterdrückt wird. Das erste Wiederaufnehmen erfolgt dabei beispielsweise mit einem ersten Anstieg der Leistung nach der Zeit. Das zweite Wiederaufnehmen erfolgt dann mit einem zweiten Anstieg der Leistung nach der Zeit, wobei dieser bspw. nur 95 Prozent des ersten Anstieges beträgt. Der dritte Anstieg beträgt dann bspw. 95 Prozent des zweiten Anstieges und so weiter.
Erfindungsgemäß wird zudem eine Windenergieanlage vorgeschlagen, die eine Windenergieanlagen-Steuereinheit umfasst, die dazu eingerichtet ist, ein Verfahren gemäß einer vorstehend beschriebenen Ausführungsform durchzuführen.
Erfindungsgemäß wird ferner ein Windpark vorgeschlagen, der eine Windpark- Steuereinheit umfasst, die dazu eingerichtet ist, ein Verfahren gemäß einer vorstehend beschriebenen Ausführungsform durchzuführen oder wenigstens eine vorstehend oder nachstehend beschriebene Windenergieanlage aufweist.
Die vorliegende Erfindung wird nun nachfolgend exemplarisch anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht einer Windenergieanlage,
Fig. 2 zeigt schematisch eine an ein Netz angeschlossene Windenergieanlage,
Fig. 3 zeigt schematisch einen Verfahrensablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 4 zeigt schematisch einen Verlauf einer eingespeisten Leistung eines Erzeugers mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Nachfolgend können identische Bezugszeichen für ähnliche aber nicht identische Elemente vorgesehen sein oder sie können auch für Elemente vorgesehen sein, die nur schematisch oder symbolisch dargestellt sind und sich in Details unterscheiden können, die für die jeweilige Erläuterung aber nicht relevant sind. Fig. 1 zeigt eine Windenergieanlage 100 zum Erzeugen elektrischer Energie mit einem Turm 102 und einer Gondel 104. An der Gondel 104 ist ein Rotor 106 mit drei Rotorblattern 108 und einem Spinner 1 10 angeordnet. Der Rotor 106 wird im Betrieb durch den Wind in eine Drehbewegung versetzt und treibt dadurch einen Generator in der Gondel 104 an. Fig. 2 zeigt schematisch eine Windenergieanlage 100, die über einen Netzanschlusspunkt 1 12 an ein elektrisches Versorgungsnetz 1 14 angeschlossen ist. Das elektrische Versorgungsnetz 1 14 wird vereinfachend auch als Netz 1 14 oder Netzwerk 1 14 nachfolgend bezeichnet, wobei diese Begriffe als Synonyme anzusehen sind.
Die Windenergieanlage 100 weist einen Generator 1 16 auf, der durch den Wind betrie- ben wird und dadurch elektrische Energie erzeugt. Der Generator 1 16 ist in einer Ausführungsform als elektrisch erregter Mehrphasen-Synchrongenerator 1 16 mit zwei jeweils sternförmig verschalteten 3-Phasensystemen ausgebildet, was durch die beiden Sternsymbole in dem Generator 1 16 der Fig. 2 veranschaulicht wird. Der so erzeugte Wechselstrom, nämlich in dem genannten Beispiel 6-phasige Wechselstrom, wird mit einem Gleichrichter 1 18 gleichgerichtet und als Gleichstrom über eine entsprechende Gleichstromleitung 120, die mehrere Einzelleitungen umfassen kann, von der Gondel 122 den Turm 124 herunter zu einem Wechselrichter 126 übertragen, der aus diversen Einzelwechselrichtern zusammengesetzt sein kann. Der Wechselrichter 126 erzeugt aus dem Gleichstrom einen Wechselstrom, nämlich in dem gezeigten Beispiel einen 3-phasigen Wechselstrom zum Einspeisen in das Netz 1 14. Hierzu wird die vom Wechselrichter 126 erzeugte Wechselspannung noch mittels eines Transformators 128 hochtransformatiert, um dann am Netzanschlusspunkt 1 12 in das Netz 1 14 eingespeist zu werden. Der gezeigte Transformator 128 verwendet eine Stern-Dreiecksschaltung, nämlich primärseitig eine Sternschaltung und sekundärseitig eine Dreiecksschaltung, was hier nur als ein Beispiel einer Ausführungsform dargestellt ist. Die Einspeisung in das Netz 1 14 kann neben der Einspeisung von Wirkleistung P auch die Einspeisung von Blindleistung Q beinhalten, was durch den Wirkpfeil 130 veranschaulicht wird. Für die konkrete Einspeisung wird der Wechselrichter 126 durch eine entsprechende Steuereinheit 132 angesteuert, wobei die Steuereinheit 132 auch baulich mit dem Wechselrichter 126 vereint
sein kann. Überhaupt soll die Fig. 2 den grundsätzlichen Wirkaufbau veranschaulichen und die konkrete Anordnung einzelner Elemente kann auch anders als dargestellt gewählt werden. Bspw. kann der Trafo 128 außerhalb des Turms 124 vorgesehen sein.
Die Steuereinheit 132 steuert den Wechselrichter 126 insbesondere so an, dass die Art und Weise der Einspeisung in das Netz 1 14 gesteuert wird. Dabei werden Aufgaben wahrgenommen wie den einzuspeisenden Strom an die Situation im Netz 1 14, insbesondere an Frequenz, Phase und Amplitude der Spannung im Netz 1 14 anzupassen. Außerdem ist die Steuereinheit 132 dazu vorgesehen, den Anteil von Wirkleistung P und Blindleistung Q der aktuell in das Netz 1 14 eingespeisten Leistung zu steuern. Ferner ist die Steuereinheit 132 dazu eingerichtet ein vorstehend oder nachstehend beschriebenes Verfahren durchzuführen, insbesondere ein Wiederaufnehmen der Einspeisung zu unterdrücken. Hierfür werden Messungen im Netz 1 14, insbesondere am Netzanschlusspunkt 1 12 vorgenommen und entsprechend ausgewertet, insbesondere um eine Störung im Netz 1 14 zu detektieren. Ferner wird auch die aktuelle Spannung im Netz 1 14, insbeson- dere in Form des aktuellen Effektivwertes der Spannung, gemessen und mit einem Vorgabewert für die Spannung, nämlich dem Vorgabewert VSET verglichen.
Entsprechend stellt das dargestellte System und insbesondere der Wechselrichter 126 mit der Steuereinheit 132 ein Spannungssteuersystem dar, das auch im deutschen Sprachgebrauch als "Voltage Control System", abgekürzt VCS, bezeichnet wird. Für die Steuerung des Generators der Windenergieanlage sind im Bereich der Gondel ein Leistungssteuerblock 134 und ein Leistungsauswerteblock 136 vorgesehen. Der Leistungssteuerblock 134 steuert insbesondere die Erregung, nämlich den Erregerstrom, des fremderregten Synchrongenerators im Beispiel der gezeigten Ausführung. Der Leis- tungs-Auswerteblock 136 wertet die dem Gleichrichter 1 18 zugeführte Leistung aus und vergleicht sie mit der vom Gleichrichter 1 18 über die Gleichstromleitungen 130 zum Wechselrichter 126 abgegebenen Leistung. Das Ergebnis dieser Auswertung wird weiter an den Leistungssteuerblock 134 gegeben.
Die Fig. 2 veranschaulicht auch, dass für eine entsprechend intelligente Einspeisung das gezeigte System mit einem Spannungssteuersystem versehen sein sollte, um die Wind- energieanlage beim Einspeisen möglichst stabil zu betreiben, insbesondere beim Wiederaufnehmen der Einspeisung.
Fig. 3 zeigt einen schematischen Verfahrensablauf 300 des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern eines an einem Netzanschlusspunkt eines elektrischen Versorgungsnetzes angeschlossenen Erzeugers elektrischer Energie.
In einem ersten Schritt speist der Erzeuger elektrische Blindleistung und elektrische Wirkleistung in das angeschlossene Versorgungsnetz ein. Dies ist durch den OP1-Block 305 dargestellt.
Wenn eine Störung im elektrischen Versorgungsnetz oder eine Störung des Einspeisens in das elektrische Versorgungsnetz vorliegt, wird dies in einem nächsten Schritt detektiert und angezeigt. Dies ist durch den DET-Block 310 dargestellt. Das erste Auftreten einer Störung wird erfasst und dem TC-Kontrollblock 315 übergeben. Der TC-Kontrollblock 315 löst daraufhin das vorbestimmte Zählzeitintervall aus und setzt einen integrierten Störungszähler auf„1 ".
Die Einspeisung der elektrischen Blindleistung und/oder der elektrischen Wirkleistung in das elektrische Versorgungsnetz wird somit zum ersten Mal unterbrochen und die Wind- energieanlage wird in den Selbsterhaltungsmodus gefahren. Dies ist durch den SUS- Block 320 dargestellt.
In einem nächsten Schritt nimmt der Erzeuger elektrischer Energie die Einspeisung der elektrischen Blindleistung und/oder der elektrischen Wirkleistung mittels einer ersten Rampenfunktion wieder auf. Dies ist durch den RAM-Block 325 dargestellt. Der Erzeuger wird nun in einen zweiten Arbeitspunkt gefahren, wobei der zweite Arbeitspunkt eine höhere Regelreserve aufweist als der erste Arbeitspunkt. Dieser Vorgang benötigt eine gewisse Zeit, was durch den TB-Optionsblock 335 dargestellt ist.
Erreicht der Erzeuger stabil den zweiten Arbeitspunkt, der durch den OP2-Block dargestellt ist, wird das vorbestimmte Zählzeitintervall und der Störungszähler des TC- Kontrollblockes 315 zurückgesetzt. Der Erzeuger befindet sich nun in einem stabilen Arbeitspunkt und wird normal weiterbetrieben.
Erreicht der Erzeuger den zweiten Arbeitspunkt nicht stabil, tritt also eine erneute Störung auf, wird diese erneut im DET-Block 310 detektiert und der integrierte Störungszähler des TC-Kontrollblockes 315 auf wird„2" gesetzt. Der TC-Kontrollblock gleicht darauf hin den Störungszähler mit einem vorbestimmten Grenzwert ab. Ist der vorbestimmte Grenzwert nicht überschritten, beginnt die Schleife von vorne. Der Erzeuger unterbricht somit die
Einspeisung und wird in den Selbsterhaltung gefahren. Ferner beaufschlagt der TC- Kontrollblock 315 die Rampenfunktion mit einem Korrekturfaktor K, sodass bei einem wiederholten Wiederaufnehmen der Einspeisung die Rampe einen verminderten Anstieg aufweist. Dies ist durch den K-Block 330 dargestellt. Überschreitet der Störungszähler beim Abgleich den vorbestimmen Grenzwert, wird das Wiederaufnehmen unterdrückt. Dies ist durch den SHU-Block 345 dargestellt. Der Erzeuger wird in einen Selbsterhaltungsmodus gefahren, in dem er keine elektrische Leistung in das Versorgungsnetz einspeist. Dort verharrt der Erzeuger eine gewisse Zeit, als die Dauer eines Zeitbandes. Dies ist durch den T-Block 350 dargestellt. Um den Erzeuger aus diesem Selbsterhaltungsmodus in einen normalen Betriebszustand zu fahren, kann entweder das Zeitband abgewartet werden oder der Erzeuger wird mittels eines Steuersignals SO des Netzbetreiber wieder gestartet.
Die Implementierung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann also ganz grundsätzlich mit einer Steuereinheit erreicht werden, die dazu eingerichtet ist, eine Störung zu erfas- sen und die ferner einen Ereignis- bzw. Störungszähler aufweist.
Fig. 4 zeigt einen schematischen Verlauf 400 einer eingespeisten Wirkleistung eines Erzeugers mittels des vorgeschlagenen Verfahrens in einem Diagramm. Für ein besseres Verständnis ist das Diagramm in die fünf vertikalen Abschnitte I, II, III, IV und V unterteilt.
In dem oberen Teil des Diagramms ist die Netzspannung V an der Ordinate 402 über der Zeit t an der Abszisse 406 abgetragen. In dem unteren Teil des Diagramms ist die eingespeist Wirkleistung PA an der Ordinate 404 über der Zeit t an der Abszisse 406 abgetragen. Das elektrische Versorgungsnetz weist zudem eine Nennspannung V0 auf und der Erzeuger eine Abgabeleistung P-| .
In Abschnitt I ist der schematische Verlauf der Netzspannung V abgebildet, wobei sich die Netzspannung V aufschwingt und einen unteren Grenzwert Vmin unterschreitet. Das Netz verlässt somit seinen sicheren Netzzustand und weist zum Zeitpunkt t-ι eine Störung auf. Der Erzeuger, der die elektrische Wirkleistung P-i in einem ersten Arbeitspunkt in das elektrische Versorgungsnetz einspeist, unterbricht auf Grund des Vorliegens dieser Störung die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt t-ι und geht zudem in den Selbsterhaltungsmodus Psus über. Die im Selbsterhaltungsmodus erzeugte Leistung Psus
wird nicht in das Versorgungsnetz eingespeist, sondern dafür verwendet, Sicherheitskomponenten, wie das Rundfeuer, mit elektrischer Energie zu versorgen.
Mit dem Unterbrechen Ui der Einspeisung der Wirkleistung wird das vorbestimmte Zählzeitintervall tv ausgelöst und der Störungszähler auf„1 " gesetzt. In Abschnitt I I nimmt der Erzeuger die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt t2 mittels einer ersten Rampe 410 wieder auf, um stabil in den zweiten Arbeitspunkt P2 zu gelangen. Hierzu weist die Rampe 410 einen ersten Rampenanstieg dP1/dt1 auf. Der Erzeuger erreicht kurzzeitig den zweiten Arbeitspunkt P2 zum Zeitpunkt t3 in einem instabilen Zustand. Zum Zeitpunkt t4 fällt die Netzspannung V erneut unter den Grenzwert Vmin und der Erzeuger unterbricht die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt erneut.
Mit dem Unterbrechen U2 der Einspeisung der Wirkleistung wird der Störungszähler auf „2" gesetzt.
In Abschnitt III nimmt der Erzeuger die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt t5 mittels einer zweiten Rampe 420 erneut auf, um stabil in den zweiten Arbeitspunkt P2 zu gelangen. Hierzu weist die Rampe 420 einen zweiten Rampenanstieg dP2/dt2 auf, wobei dieser kleiner ist als der erste Rampenanstieg dP1 /dt1 . Der Erzeuger erreicht kurzzeitig den zweiten Arbeitspunkt P2 zum Zeitpunkt t6 in einem instabilen Zustand. Zum Zeitpunkt t7 fällt die Netzspannung V erneut unter den Grenzwert Vmin und der Erzeuger unterbricht die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt t7 abermals. Mit dem Unterbrechen U3 der Einspeisung der Wirkleistung wird der Störungszähler auf „3" gesetzt.
In Abschnitt IV nimmt der Erzeuger die Einspeisung der Wirkleistung zum Zeitpunkt t8 mittels einer dritten Rampe 430 erneut auf, um stabil in den zweiten Arbeitspunkt P2 zu gelangen. Hierzu weist die Rampe 430 einen dritten Rampenanstieg dP2/dt2 auf, wobei dieser kleiner ist als der zweite Rampenanstieg dP2/dt2. Der Erzeuger erreicht den zweiten Arbeitspunkt P2 nicht und unterbricht zum Zeitpunkt t9 die Einspeisung, da die Netzspannung V erneut unter den Grenzwert Vmin sinkt.
Mit dem Unterbrechen U4 der Einspeisung der Wirkleistung wird der Störungszähler auf „4" gesetzt. Damit überschreitet die Anzahl der Unterbrechungen innerhalb des vorbe- stimmten Zeitbandes tv die vorbestimmte Grenzzahl, die hier 3 beträgt, und das Wieder-
aufnehmen des Einspeisens wird unterdrückt. Dies ist in Abschnitt V durch den Bereich 440 dargestellt. Der Erzeuger verharrt jetzt in diesem Zustand mit der Dauer A bis der Netzbetreiber den Erzeuger mittels eines externen Signals wieder freigibt. Die Einspei- sung bleibt somit auch unterdrückt, selbst wenn das Versorgungsnetz einen sicheren Netzzustand aufweist.