Vorrichtung und Verfahren zur Folienherstellung und/oder Folienbearbeitung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Folienherstellung und/oder zur Folienbearbeitung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 21 .
Bei der Herstellung und/oder Weiterverarbeitung von Folie, insbesondere von Kunststofffolie, besteht häufig das Problem, dass die Planlage nicht ausreichend gut ist, so dass die Folie nicht die erforderliche Qualität aufweist. Die Planlage einer Folie definiert sich dabei als Abweichung von der Länge der Folie über die Breite. Die Länge kann dabei beispielsweise die nominelle Länge oder die durchschnittliche Länge sein. Die Ebenheit einer Folie gibt an, wie stark es lokale Abweichungen der Folie in orthogonaler Richtung zur Folienebene gibt.
Zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit wird in der Regel eine Probe aus der Folie herausgeschnitten und anschließend mit einem Maßband vermessen. Als nachteilig erweist sich allerdings der hohe manuelle Aufwand zur Durchführung des Verfahrens.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren vorzuschlagen, mit welchen sich dieser manuelle Aufwand reduzieren oder bestenfalls ganz einsparen lässt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch sämtliche Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind mögliche Ausgestaltungen der Erfindung angegeben. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie und Weiterverarbeitung und/oder Ausgabe der Bestimmungsergebnisse vorgesehen.
Mit anderen Worten ist eine Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit innerhalb der Vorrichtung zur Folienherstellung und/oder zur Folienbearbeitung angeordnet, so dass die Folie bezüglich der Planlage und/oder der Ebenheit durch diese Einrichtung charakterisiert werden kann und die Planlage und/oder die Ebenheit nicht manuell bestimmt werden müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Planlage und/oder die Ebenheit nun bereits während der laufenden Herstellung und/oder Bearbeitung der Folie bestimmbar ist, so dass, falls es zu ungewünschten Bestimmungsergebnissen kommt, in die Produktion eingegriffen werden kann, um wieder gewünschte Bestimmungsergebnisse zu erhalten, und/oder andere Maßnahmen ergriffen werden können. So können Teile der Folie, bei denen die Bestimmungsergebnisse nicht gewünscht werden, beispielsweise entsorgt werden.
„Bestimmung" meint in dem Zusammenhang mit der Planlage und/oder Ebenheit, dass diese direkt gemessen werden können oder aus Messergebnissen berechnet werden können, wobei die Messergebnisse dann in einem Zusammenhang mit der Planlage und/oder der Ebenheit stehen können.„Bestimmung" ist aber weit zu verstehen. So können beispielsweise die Planlage und/oder die Ebenheit in Abhängigkeit eines anderen Folienparameters stehen, beispielsweise der Rezeptur, der Dicke einzelner Schichten oder der Zugspannung, bei der die Planlage und/oder die Ebenheit bestimmt worden sind. Die„Bestimmung" liefert dann nicht nur einen einzelnen Messwert, sondern eine ganze Kurve oder Kurvenschar.
Bevorzugt ist, wenn mit der Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit diese über die gesamte Folienbreite bestimmbar ist. Bevorzugt ist dabei, wenn die Messwerte, die als Grundlage für die Bestimmung dienen, über die Breite an einem Punkt in Längsrichtung der Folie gleichzeitig aufnehmbar sind. In diesem Fall ist in einem Messschritt ein Querprofil Folie hinsichtlich der Planlage und/oder der Ebenheit aufnehmbar, was eine hohe Genauigkeit hervorruft. Denkbar ist aber auch eine Messeinrichtung die in einer Richtung quer zur Transportrichtung der Folie traversiert. Es ist zwar nicht die gleiche Dichte an Messwerten wie im vorherigen Ausführungsbeispiel erzielbar, jedoch hat eine solche Einrichtung den Vorteil des günstigen Anschaffungspreises.
Besonders bevorzugt ist es, wenn die Einrichtung sich zumindest über die gesamte Folienbreite erstreckt. Insbesondere hat die Einrichtung eine Erstreckung, die über die gesamte, maximal mit der Vorrichtung herstellbare und/oder bearbeitbare Folienbreite reicht. Bei einer Erstreckung über die gesamte Folienbreite können Messwerte auf kurzem Wege aufgenommen werden, d.h. es müssen keine Messwerte von Punkten auf der Folie aufgenommen werden, die vom Messelement aus gesehen schräg, d.h. nicht in orthogonaler Richtung zur Folienebene liegen. Dies verringert den Aufwand zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit und erhöht zudem die Genauigkeit der Bestimmungswerte.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie in zeitlichen Abständen wiederholt durchführbar ist. Hierbei ist vorgesehen, dass die Folie in Transportrichtung transportierbar ist bzw. transportiert wird. Die zeitlichen Abstände können dabei konstant sein, d.h. es wird periodisch die Bestimmung, insbesondere die der Bestimmung zugrunde liegenden Messungen, durchgeführt. Bevorzugt entspricht der zeitliche Abstand der Totzeit der Einrichtung, d.h. es wird die maximal mögliche Anzahl an Messungen durchgeführt. Die zeitlichen Abstände können aber auch unterschiedlich sein. So kann es vorgesehen werden, dass zu Beginn einer Folienherstellung und/oder einer Folienbearbeitung eine größere Zahl an Messwerten aufgenommen werden, d. h. der zeitliche Abstand ist kurz im Vergleich zum
zeitlichen Abstand, wenn die Folienherstellung oder -bearbeitung schon eine gewisse Zeit erfolgt ist. Dies kann vorteilhaft sein, da zu Beginn einer Folienherstellung oder -bearbeitung oft noch Parameter angepasst oder optimiert werden müssen, die Einfluss auf die Planlage und/oder die Ebenheit der Folie haben. Das Messen in zeitlichem Abstand hat insbesondere im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Messung über die gesamte Folienbreite den Vorteil, dass eine Topografie der Folie bestimmt werden kann, also beispielsweise die Angabe einer Höhe in Abhängigkeit von dem Punkt oder dem Flächenausschnitt auf der Folienfläche, an dem die Bestimmung durchgeführt worden ist. Dadurch wird eine sehr hohe Messpunktdichte erzielt, wobei die Messelemente vorzugsweise zellenförmig angeordnet sind.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist eine Einrichtung zur Bestimmung der Zugspannung vorgesehen, mit welcher die Zugspannung der Folie im Wirkbereich der Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie bestimmbar ist. Insbesondere ist mit dieser Einrichtung die Zugspannung auch einstell- oder steuerbar oder sogar regelbar. Damit wird die vorrichtungsseitige Voraussetzung geschaffen, die zur Bestimmung der Planlage und/oder Ebenheit in Abhängigkeit von der Zugspannung der Folie notwendig ist. Ist die Zugspannung zusätzlich oder alternativ Steuer- oder regelbar, so kann die Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit bei gleicher Zugspannung erfolgen, so dass direkt vergleichbare Bestimmungsergebnisse erhalten werden. Damit lässt sich insbesondere der Rechenaufwand reduzieren, um vergleichbare Bestimmungswerte zu erhalten. Bei einer Steuerung und/oder Regelung der Zugkraft ist es vorteilhaft, diese auf einen Wert von weniger als 500 N, insbesondere weniger als 100 N, vorteilhafterweise auf weniger als 50 N und bevorzugt auf weniger als 10 N einzustellen. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind wenigstens zwei Einrichtungen zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie vorgesehen, mit welchen für die Oberseite und die Unterseite der Folie, insbesondere einer doppellagigen Folie, unabhängig voneinander die Planlagen und/oder die Ebenheiten bestimmbar sind. Damit ist die Erfindung auch nutzbar, wenn eine
Folie nicht als Flachbahn hergestellt und/oder bearbeitet wird, sondern auch, wenn beispielsweise ein flachgelegter Folienschlauch zur Verfügung steht. Vorteilhaft ist diese Weiterbildung auch, wenn für eine einlagige Folie von beiden Seiten die Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit vorgesehen ist, etwa um redundante Bestimmungswerte zu erhalten.
Bevorzugt ist, wenn die Vorrichtung zur Folienherstellung und/oder Folienbearbeitung eine Auswerte- und Steuereinrichtung umfasst, welcher die Bestimmungsergebnisse oder die Messwerte übermittelbar sind und mit welcher andere Bestandteile der Vorrichtung ansteuerbar sind. Bestandteile der Vorrichtung können dabei direkt die Eigenschaften der Folie beeinflussen, es können aber auch Bestandteile sein, mit denen dieses nicht möglich ist, insbesondere solche, die der Information dienen. Vorteilhaft ist dabei, dass die Bestimmungswerte ausgenutzt werden, um eine bestimmte Aktion durchzuführen.
Bevorzugt ist dabei, wenn mit der Auswerte- und Steuereinrichtung ein Ausgabegerät ansteuerbar ist, mit welchem Daten und/oder Hinweise zur Planlage und/oder Ebenheit der Folie ausgebbar sind. Dieses kann ein Bildschirm, insbesondere am Bedienpult der Vorrichtung sein, oder aber auch ein Drucker. Ein Ausgabegerät kann aber auch ein Gerät sein, das Datenpakete erstellt und diese über ein Netzwerk an ein entferntes Empfängergerät sendet wie beispielsweise ein Smartphone. Daten und/oder Hinweise können dabei die Bestimmungswerte sein, aber auch Warnungen, die auf eine Abweichung der Planlage und/oder Ebenheit von Sollwerten hinweisen. Vorteilhaft ist dabei, dass ein Bediener in Kenntnis über die Planlage und/oder Ebenheit der Folie versetzt werden kann, so dass dieser diese überwachen und gegebenenfalls in die Maschinensteuerung eingreifen kann, um die Planlage und/oder Ebenheit der Folie zu überwachen. Insbesondere die Ausgestaltung, in welcher Datenpakete zur Übermittlung an ein mobiles Endgerät vorgesehen sind, ist vorteilhaft, da ein Bediener mehrere Vorrichtungen der erfindungsgemäßen Art gleichzeitig überwachen kann.
In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass mit der Auswerte- und Steuervorrichtung eine Aufzeichnungseinrichtung, insbesondere eine Speichereinrichtung ansteuerbar ist, mit welcher Bestimmungsergebnisse bezüglich der Planlage und/oder Ebenheit der Folie aufzeichenbar, insbesondere speicherbar sind. Vorteilhaft ist dabei, dass die Bestimmungsergebnisse zur weiteren Ver- oder Auswertung auch zu einem späteren Zeitpunkt abrufbar sind, etwa zum Vergleich mit jüngeren Bestimmungswerten oder zur Ermittlung von Qualitätskennzahlen. Vorteilhaft ist darüber hinaus, wenn zu den Bestimmungsergebnissen noch weitere Daten speicherbar und den Bestimmungsergebnissen zuordenbar ist, wie etwa die Rezeptur und Parameter der Folie und Parameter der Vorrichtung bei der Herstellung dieser Folie. Auch die Parameter einer aus dieser Folie erzeugten Folienrolle können speicherbar und den Bestimmungsergebnissen zuordenbar sein, wie etwa die Wickeldichte, Daten zu Wickelpocken oder Informationen zum Kantenaufbau, zu Falten, zur Konizität des Wickels, zum Tin Canning, zu Querfalten oder zum Teleskopieren der obersten Lagen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind mit der Auswerte- und Steuervorrichtung die Bestimmungsergebnisse mit wenigstens einem Sollwert vergleichbar. Bei einer Abweichung von diesem Sollwert sind mit der Auswerte- und Steuereinrichtung andere Bestandteile und/oder Herstellbzw. Bearbeitungsparameter der Vorrichtung ansteuerbar. Dazu können beispielsweise die Herstell- bzw. Bearbeitungsgeschwindigkeit anpassbar sein, eine Temperierung der Folie zusätzlich erfolgen und/oder anpassbar sein. Eine Temperierung kann dabei kontaktlos über Blasluftzuführung oder Strahlungsbeaufschlagung, etwa durch Infrarotstrahlung. Weiterhin ist eine Änderung der Zugspannung denkbar. In einer weiteren Variante kann die Folie in Transportrichtung und/oder quer zur Transportrichtung leicht - ggf. plastisch - gedehnt werden, wobei die Dehnung ebenfalls durch die Auswerte- und Steuereinrichtung änderbar ist. Eine Dehnung, welche lediglich die Planlage und/oder die Ebenheit der Folie ändert, ohne weitere Folieneigenschaften nennenswert zu beeinflussen, liegt im Bereich von unter 5%. Ein weiterer Herstellungs- bzw. Bearbeitungsparameter kann die Wickelhärte sein, wenn die Folie aufgewickelt wird. Der Vorteil dieser Ausführungsform der Erfindung ist
eine automatische Regelung ohne Eingriff des Maschinenbedieners, um eine optimale Planlage und damit eine möglichst hohe Qualität der Folie zu erzielen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass aus den Bestimmungswerten zumindest eine Qualitätskennzahl ermittelbar ist. Eine Qualitätskennzahl kann beispielsweise angeben, wie groß die durchschnittliche Abweichung der Planlage von der idealen Planlage ist. Der Vorteil ist, dass ein Verwender der Folie anhand der Qualitätskennzahl beurteilen kann, ob und wie die Folie für die gewünschte Verwendung geeignet ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bestimmungswerte und/oder die zumindest eine Qualitätskennzahl für zumindest eine Folienrolle einzeln ermittelbar und/oder dieser eindeutig zuordenbar ist. Eine solche Qualitätskennzahl und/oder Bestimmungswerte können jedoch auch für einzelne Folienabschnitte ermittelbar und diesen zuordenbar sein. Eine hergestellte oder bearbeitete Folie wird oft in Längsrichtung geschnitten und bildet auf diese Weise einzelne, so genannte Nutzen. Wird die Folie in einer Wickeleinrichtung aufgewickelt, so entstehen nacheinander einzelne Wickel, bei längsgeschnittener Folie entstehen nacheinander jeweils einzelne Wickel für jeden Nutzen. Jedem dieser auf einem Wickel aufgewickelten Folienabschnitte ist eine Qualitätskennzahl zuordenbar. Anhand einer eindeutigen Kodierung des Wickels kann die zugehörige Qualitätskennzahl aus einem Datenspeicher abrufbar sein. Dazu kann ein Wickel einen QR- oder einen DataMatrix-Code tragen. An dem Wickel kann auf geeignete Weise die Qualitätskennzahl direkt gespeichert sein, beispielsweise per Strickcode oder auf einem RFID-Tag.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie eine Abstandsmesseinrichtung, mit welcher über die Breite der Folie der Abstand zu einer Referenzlinie bestimmbar ist. Eine solche Referenzlinie kann beispielsweise die Anordnung mehrerer einzelner Messelemente auf einem gemeinsamen Träger sein, so dass alle Messelemente bezüglich der Position die Referenzlinie darstellen. Damit ist also in Querrichtung der Folie ein
Planlageprofil erstellbar. In Kombination mit wiederholten Messungen an unterschiedlichen Stellen in Längsrichtung der Folie lässt sich damit eine Topographie zur Planlage erstellen. In einer weiteren, vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie ein optisches Abstandsmessystem umfasst, insbesondere eine Laserentfernungsmessung. Der Vorteil einer optischen Abstandsmessung ist, dass die Folie nicht berührt werden muss, so dass sich ihre Eigenschaften durch die Messung nicht verändern. Ein geeignetes Verfahren ist die Laserinterferometrie, bei der anhand einer Phasenverschiebung eines von der Folie reflektierten Lichtstrahls gegenüber dem ausgesendeten Licht auf den Abstand geschlossen werden kann. Ein weiteres geeignetes Verfahren ist die Lasertriangulation, wobei anstelle eines Lasers auch eine Leuchtdiode verwendbar ist. In Querrichtung der Folienbahn gesehen können mehrere Laser oder Leuchtdioden angeordnet sein, die eine elektromagnetische Strahlung, deren Wellenlänge nicht zwangsläufig im sichtbaren Bereich liegen muss, aussenden. Die von der Folie reflektierte Strahlung wird durch die jeweils einem Laser zugeordneten Sensoren gemäß einem der vorgenannten Verfahren detektiert. Solche Strahlungs-/Detektoreinheiten können jeweils in einem Abstand von wenigen Zentimetern oder gar Millimetern, beispielsweise im Abstand von einem 1 mm bis 20 cm, zueinander an einem gemeinsamen Träger angeordnet sein. Somit kann, insbesondere wenn der Abstand der Sensoren klein ist, ein sehr hoch aufgelöstes Bild der Planlage erstellt werden.
In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit ein berührendes Abstandsmesssystem umfasst. Ein solches Messsystem kann zur Vermessung von transparenten Folien, bei denen nur wenig oder kein Licht reflektiert wird, vorteilhaft sein, weil hier optische Verfahren nicht anwendbar sind. Ein berührendes Messsystem kann eine Walze umfassen, welche eine sehr weiche Außenbeschichtung umfasst, auf welcher die Folie abrollt, und welche von den herausstehenden Bereichen der Folie stärker eingedrückt wird als von den Bereichen, die nicht oder nur wenig herausstehen. Im Inneren einer
solchen Walze können dann beispielsweise Wege-, Abstands- oder Drucksensoren vorgesehen sein, die nun die lokalen Auslenkungen der weichen Außenbeschichtung durch die Höhenunterschiede der Folie quantifizieren können. Bei der Nutzung von Wegesensoren können beispielsweise reflektierende Partikel direkt auf der Außenoberfläche der Walze aufgebracht sein und die Außenbeschichtung für elektromagnetische Strahlung einer passenden Wellenlänge transparent sein. Damit kann wiederum über Laserinterferomtrie die sich durch unterschiedlichen Auslenkungen ergebenden Wegeunterschiede als sich verändernde Abstände der reflektierenden Partikel direkt messen und damit auf die Planlage der Folie rückschließen. Drucksensoren sind in der Lage, den sich durch die Planlage der Folie ergebenden Eindrücke in die Walze zu messen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können über die Breite der Folie an verschiedenen Stellen die Bahnzüge gemessen werden. Dazu ist eine segmentierte Messwalze denkbar, die in axialer Richtung gesehen mit unabhängig voneinander arbeitenden Zugkraftsensoren ausgestattet ist. Die absoluten oder relativen Zugkräfte, die von den einzelnen Zugkraftsensoren gemessen werden, sind dann ein Maß für die Planlage.
Bevorzugt ist weiterhin, wenn die Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit zwischen zwei Vorzügen, mit welchen jeweils die Bahnspannung einstellbar ist, angeordnet ist. Mit diesen Vorzügen ist die Bahnspannung einstellbar und insbesondere regelbar, so dass eine Bahnspannung einstellbar ist, bei welcher ein gewünschter Einfluss auf die Planlage der Folie genommen wird. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Bahnspannung bei null liegt, um die Planlage der Folie zum Zwecke der Messung möglichst nicht zu beeinflussen. In einer bevorzugten Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Vorrichtung als Blasfolienanlage ausgestaltet sein. Die Herstellung von Blasfolien ist ein sehr effizientes Folienherstellungsverfahren, weshalb das Vorsehen einer Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit in einer solchen Vorrichtung besonders gute wirtschaftliche Vorteile verspricht.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Vorrichtung als Flachfolienanlage ausgestaltet sein, in der eine Schmelzefahne direkt auf eine Kühlwalze gegeben wird, auf welcher sich die Folie schnell verfestigt. Mit einer Flachfolienanlage lassen sich besonders gut transparente Folien herstellen.
Erfindungsgemäße Vorrichtungen können auch solche sein, die eine bereits hergestellte Folie be- oder verarbeiten. Insbesondere können dies eine Reckanlage, insbesondere eine MDO-Anlage, bei der die Folie in Transportrichtung gedehnt wird, eine Tempereinrichtung oder eine Wiederaufwickeleinrichtung sein. In einer Wiederaufwickeleinrichtung wird Folie von einem Wickel abgewickelt, in Längsrichtung geschnitten und anschließend wieder aufgewickelt. Generell ist es vorteilhaft, wenn die Vorrichtung eine Wickeleinrichtung ist oder zumindest eine Wickeleinrichtung umfasst. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie entlang des Transportweges gesehen vor der Wickeleinrichtung angeordnet ist. Die oben genannte Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Verfahren mit sämtlichen Merkmalen des Anspruchs 21 .
Demgemäß ist vorgesehen, dass die Planlage und/oder die Ebenheit der Folie bestimmt wird und dass die Bestimmungsergebnisse weiter verarbeitet und/oder ausgegeben werden. Mit diesem Verfahren werden die gleichen Vorteile erzielt, wie sie bereits im Zusammenhang mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung beschrieben wurden.
Bevorzugt wird dabei mit der Einrichtung zur Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie die Planlage und/oder die Ebenheit über die gesamte Breite der Folie bestimmt. Dabei kann es jedoch ausreichend sein, über die Breite gesehen nur einzelne Punkte zu messen, um Zeit und/oder Kosten zu sparen.
Möglich ist es zudem, wenn die Bestimmung der Planlage und/oder der Ebenheit der Folie in zeitlichen Abständen wiederholt durchgeführt wird. Selbstverständlich ist eine kontinuierliche Messung denkbar. Insgesamt lässt sich mit diesen beiden Ausführungsformen die gesamte Folienfläche hinsichtlich der Planlage bestimmen.
Bevorzugt werden einer Auswerte- und Steuereinrichtung die Bestimmungsergebnisse übermittelt und mit der Auswerte- und Steuereinrichtung andere Bestandteile der Vorrichtung gesteuert. Das bedeutet also, dass nicht nur die Planlage und/oder die Ebenheit bestimmt werden, sondern dass die Ergebnisse in geeigneter Weise während der Folienherstellung oder Bearbeitung genutzt werden, insbesondere um auf die Produktion Einfluss nehmen zu können.
Besonders bevorzugt ist dabei, dass mit der Auswerte- und Steuereinrichtung die Bestimmungsergebnisse mit wenigstens einem Sollwert verglichen werden und dass bei einer Abweichung von diesem Sollwert mit der Auswerte- und Steuereinrichtung andere Bestandteile der Vorrichtung angesteuert werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor, in der unter Bezugnahme auf die Figuren verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen erläutert sind. Es können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder beliebige Kombinationen erwähnter Merkmale erfindungswesentlich sein. Im Rahmen der gesamten Offenbarung gelten Merkmale und Einzelheiten, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Folienherstellung und/oder zur Folienbearbeitung und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten der Erfindung stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann.