Beschreibung
Kraftstoffeinspritzventil und Verfahren zum Herstellen eines solchen
Die Erfindung betrifft ein Kraftstoffeinspritzventil und ein Verfahren zum Herstellen des Kraftstoffeinspritzventils .
Kraftstoffeinspritzventile werden zur Zerstäubung von Kraft- Stoff in einem Brennraum eines Verbrennungsmotors eingesetzt. Insbesondere, sofern es sich um eine so genannte Direktein¬ spritzung des Kraftstoffs in den Brennraum bei einem als Ottomotor ausgebildeten Verbrennungsmotors handelt, ist der Kraftstoff, unter anderem mit Hilfe des Düsenkopfes, sehr fein zu zerstäuben. Eine Verbrennung des Ottomotors beruht auf dem Prinzip der homogenen Verbrennung, welche, zur Erzeugung einer möglichst vollständigen Verbrennung, ein feines Gemisch von im Brennraum vorhandener Luft und dem eingespritzten Kraftstoff erfordert .
Da ein Brennverlauf der Verbrennungskraftmaschine, neben weiteren Einspritzparametern, wie bspw. Einspritzmenge oder -temperatur, abhängig ist vom Öffnen und Schließen einer Einspritzdüse des Kraftstoffeinspritzventils , sind ein genauer Einspritzbeginn, d.h. ein Öffnen der Ventilöffnung sowie ein genaues Einspritz-Ende, d.h. ein Schließen der Ventilöffnung zur Einhaltung von bspw. Leistung und Kraftstoffverbrauch sowie Emissionen der Verbrennungskraftmaschine, unerlässlich . Verschleiß, der aufgrund eines funktionsbedingten, immer wieder kehrenden Anschlagens des Ankers am Polelement herbeigeführt wird kann über die Lebensdauer zu Veränderungen und unerwünschten Toleranzen der Öffnungs- und Schließzeiten führen. Aus der US 5732 888 A geht ein Kraftstoffeinspritzventil hervor, dessen Polelement und Anker zur Verschleißminimierung an ihren sich jeweils gegenüberliegenden Fläche eine Beschichtung aufweisen. Dabei sind die einander gegenüberliegende Flächen des
Polelements und das Ankers nicht planparallel ausgestaltet, sondern keilförmig.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Kraft- Stoffeinspritzventil bereitzustellen, mittels welchem eine besonders genaue und/oder über die Lebensdauer des Ventils besonders konstante Kraftstoffdosierung erzielbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kraftstoffein- spritzventil und ein Verfahren zum Herstellen des Kraft¬ stoffeinspritzventils mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbil¬ dungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird ein
Kraftstoffeinspritzventil angegeben. Dieses hat einen von dem Kraftstoff durchströmbaren Ventilkörper mit einer Längsachse. Weiter hat es eine Ventilnadel, die im Ventilkörper axial beweglich aufgenommen ist. Die Ventilnadel verhindert in einer Schließposition Kraftstofffluss durch ein Spritzloch des
Kraftstoffeinspritzventils und gibt in einer Öffnungsstellung Kraftstofffluss aus dem Ventilkörper zur Zerstäubung des Kraftstoffs durch das Spritzloch frei. Zudem hat das Kraftstoffeinspritzventil einen elektromagne¬ tischen Aktuator. Der Aktuator weist einen Anker, eine Magnetspule und ein Polelement auf.
Der Anker ist im Ventilkörper axial beweglich aufgenommen. Zweckmäßig ist der Anker gegenüber dem Ventilkörper axial verschieblich gelagert. Der Anker ist mit der Ventilnadel mechanisch gekoppelt, um die Ventilnadel axial von der
Schließposition zur Öffnungsstellung zu bewegen. Entweder ist der Anker einstückig mit der Ventilnadel ausgebildet bzw. fest mit der Ventilnadel verbunden. Alternativ ist der Anker gegenüber der Ventilnadel axial beweglich. In diesem Fall hat die Ven¬ tilnadel vorzugsweise ein Anschlagelement welches das axiale Spiel des Ankers zur Ventilnadel begrenzt und mit welchem der
Anker eine formschlüssige Verbindung eingeht, um die Ventilnadel von der Schließposition weg zu bewegen.
Die Magnetspule ist dazu ausgebildet, den Anker zu bewegen, d.h. insbesondere ihn gegenüber dem Ventilkörper zu verschieben. Insbesondere ist die Magnetspule mit einem Betriebsstrom beaufschlagbar um ein Magnetfeld zu erzeugen, mittels welchem der Anker in Richtung zu dem Polelement hin gezogen wird. Das Polelement ist gegenüber dem Ventilkörper ortsfest. Bei¬ spielsweise ist es im Ventilkörper befestigt oder mit dem Ventilkörper integral ausgebildet. Es ist dem Anker gegenüberliegend angeordnet, derart dass eine Ankerfläche des Ankers an eine Polfläche des Polelements anschlägt, wenn die Ventilnadel die Öffnungsstellung erreicht.
Bei einer Ausgestaltung ist die Ankerfläche von einer Chromnitrid-Schicht des Ankers gebildet. Bei dieser Ausgestaltung kann alternativ oder zusätzlich die Polfläche von einer
Chromnitrid-Schicht des Polelements gebildet sein. Mit anderen Worten hat der Anker eine Chromnitrid-Schicht und zumindest ein Teil der Oberfläche der Chromnitrid-Schicht stellt die An¬ kerfläche dar und/oder das Polelement hat eine Chromnit¬ rid-Schicht und zumindest ein Teil der Oberfläche der Chrom- nitrid-Schicht stellt die Polfläche dar.
Eine Chromnitrid-Schicht ist im vorliegenden Zusammenhang eine Schicht, die Chrom und Stickstoff - insbesondere CrN, CR2 oder
CrNx mit 0,05 -S x -S 1 - enthält oder daraus besteht. Die Chromnitrid-Schicht kann zweckmäßigerweise auf einen Grund¬ körper des jeweiligen Bauteils, d.h. insbesondere des Ankers bzw. des Polelements, aufgebracht sein. Der Grundkörper ist bei¬ spielsweise ein Edelstahl-Körper. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung hat die Ventilnadel eine Nadelhülse, welche in einer axialen Durchgangsöffnung angeordnet ist, so dass eine Mantelfläche der Nadelhülse in gleitendem Kontakt mit einem um die Längsachse umlaufenden Abschnitt der
Oberfläche der Durchgangsöffnung ist, um die Ventilnadel axial zu führen. Vorzugsweise weist das Polelement die Durchgangs¬ öffnung auf. Der Abschnitt der Oberfläche der Durchgangsöffnung, mit dem die Mantelfläche der Nadelhülse in gleitendem Kontakt ist, ist vorzugsweise von einer Chromnitrid-Schicht gebildet, insbe¬ sondere von einer Oberfläche der Chromnitrid-Schicht des Polelements . Die Chromnitrid-Schicht ist bei einer Weiterbildung durchgängig von der Polfläche des Polelements zu dem Abschnitt gezogen. Bei einer anderen Weiterbildung hat sie hat zwei getrennte Teile, einen im Bereich des Abschnitts der Durch¬ gangsöffnung, einen im Bereich der Polfläche. Die Nadelhülse bildet beispielsweise das Anschlagelement für den Anker. Die Nadelhülse kann an einem Schaft der Ventilnadel befestigt oder einstückig mit dem Schaft ausgebildet sein. Sie ist vorzugsweise ein einem von dem Spritzloch abgewandten axialen Ende der Ventilnadel positioniert. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist sie - insbesondere alternativ oder zusätzlich zur Durchgangsöffnung - mit einer Chromnitrid-Schicht versehen, die insbesondere die Mantelfläche aufweist, welche vorzugsweise in dem gleitenden Kontakt mit der Chromnitrid-Schicht in der Durchgangsöffnung des Polelements ist.
Bei einer Ausgestaltung ist der Anker gegenüber der Ventilnadel axial beweglich und die Ankerfläche ist mit einer Anschlagfläche der Nadelhülse formschlüssig koppelbar, um die Ventilnadel axial zu bewegen. In diesem Fall ist/sind vorzugsweise die Ankerfläche und/oder die Anschlagfläche von einer Chromnitrid-Schicht des Ankers bzw. der Nadelhülse gebildet. Insbesondere hat die Nadelhülse eine einstückige und zusammenhängende Chromnit¬ rid-Schicht, welche die Mantelfläche und die Anschlagfläche der Nadelhülse aufweist.
Eine derartige Beschichtung weist eine besonders gute Ver¬ schleißresistenz auf. Insbesondere ist die Verschleißresistenz gegenüber einer galvanischen Chrombeschichtung verbessert. Auf
diese Weise ist eine besonders große Dauerhaltbarkeit bzw. Lebensdauer der Beschichtung erzielbar. Auf diese Weise ist, bei gleicher Ansteuerung des Ventils, eine besonders geringe Drift der Einspritzmenge über die Lebensdauer des Ventils erzielbar.
Mit der/den Chromnitrid-Schicht (en) ist auch ein besonders geringer Reibungskoeffizient erzielbar. Insbesondere ist dieser gegenüber einer galvanischen Chrombeschichtung verringert. So ist das Kraftstoffeinspritzventil besonders präzise
ansteuerbar.
Zudem ist mittels der Chromnitrid-Schicht (en) ein "magnetischer Spalt" zwischen den j eweiligen Bauteilen erzielbar . Insbesondere sind die magnetisierbaren Grundköper von Anker und Polelement nicht in direktem mechanischen Kontakt. Auf diese Weise ist der Anker zum Schließen des Ventils besonders schnell vom Polelement lösbar. Die Gefahr, dass der Anker nach dem Abschalten des Betriebsstroms durch die Magnetspule aufgrund von Remanenz¬ magnetisierung am Polstück haften bleibt ist besonders gering. Auf diese Weise ist der Schließvorgang des Kraftstoffeinspritzventils besonders schnell und präzise.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Offenbarung wird der Verfahren zum Herstellen des Kraftstoffeinspritzventils an- gegeben. Das Verfahren umfasst einen physikalischen Gaspha- senabscheideprozess (PVD, physical vapor doposition) zur Herstellung der Chromnitrid-Schicht oder der Chromnit¬ rid-Schichten . Mit dem Verfahren ist eine besonders geringere Beschich- tungsdickenstreuung erzielbar. Insbesondere weichen die
Schichtdicken verschiedener Einspritzventile besonders wenig voneinander ab und/oder bei jeder der Chromnitrid-Schichten weichen die Schichtdicken an verschiedenen Stellen besonders wenig voneinander ab. Beispielsweise bei galvanisch aufge¬ brachten Schichten ist die Schichtdicke dagegen zum Beispiel an Ecken der beschichteten Bauteile stark und in schwer vorhersehbarer Weise erhöht.
Bei einer Ausgestaltung des Kraftstoffeinspritzventils weist die Polfläche eine orthogonal zur Längsachse verlaufende erste Ringfläche auf. Die erste Ringfläche ist parallel zur Ankerfläche ausgerichtet und dieser gegenüber. Die Ankerfläche schlägt an der ersten Ringfläche an wenn die Ventilnadel die Öffnungsstellung erreicht. Die Polfläche und die Ankerfläche sind vorzugsweise derart geformt, dass zwischen der Ankerfläche und der Polfläche radial einwärts von der ersten Ringfläche ein Spalt ausgebildet ist. Die axiale Ausdehnung des Spalts vergrößert sich im Verlauf radial zur Ventilnadel hin, insbesondere kontinuierlich. Mit anderen Worten verlaufen die Ankerfläche und die Polfläche in radialer Richtung von der Längsachse zur ersten Ringfläche axial aufeinander zu bis sie sich an einem Innenrand der ersten Ringfläche berühren. Bei einer Weiterbildung ist der Spalt mittels einer sich radial einwärts an die erste Ringfläche anschließenden zweiten Ringfläche der Polfläche ausgebildet, welche von der ersten Ringfläche, in radialer Richtung zur Längsachse hin, von der Ankerfläche weg geneigt und/oder gekrümmt verläuft. Die Ankerfläche ist dabei vorzugsweise eben ausge¬ bildet, insbesondere verläuft sie in einer zur Längsachse senkrechten Ebene. Zwischen der Ankerfläche und der Polfläche ist im Bereich des Spalts bei einer Weiterbildung ein Winkel ausgebildet, welcher einen Wert zwischen 1° und 4° aufweist, wobei die Grenzen eingeschlossen sind. Beispielsweise hat der Winkel einen Wert von 2°.
Mit derart geformten Anschlagflächen ist ein besonders geringes magnetisches und/oder hydraulisches Haften des Ankers am Polelement erzielbar, so dass besonders kurze und reprodu¬ zierbare Schließzeiten des Ventils erzielbar sind. Im Fall einer Chromnitrid-Beschichtung ist mit Vorteil trotz der vergleichsweise kleinen Anschlagfläche, die von der Ausdehnung der ersten Ringfläche vorgegeben ist, die Gefahr besonders gering, dass sich die Anschlagfläche über die Lebensdauer durch
Verschleiß in unerwünschter Weise vergrößert. Auf diese Weise kann die Schließzeit des Ventils über die Lebensdauer bei¬ spielsweise nahezu konstant bleiben.
Im Fall einer Chromnitrid-Beschichtung weisen insbesondere bereits die Grundkörper von Anker und Polelement eine ent¬ sprechende Formgebung auf, denen die Chromnitrid-Schicht (en) folgt/folgen . Besonders vorteilhaft ist es, die Formgebung mechanisch mit einem geschliffenen Senkwerkzeug herzustellen. So sind sehr präzise Abmessungen erreichbar. Mit Hilfe der sehr genau geschliffenen Werkzeuge können besonders enge Ferti¬ gungstoleranzen eingehalten werden, so dass es zwischen ver- schiedenen baugleichen Einspritzventilen zu einer sehr geringen Streuung der Anzugs- und insbesondere Abfallzeit des Ankers vom Polelement kommt.
Die Chromnitrid-Schichten können mit Vorteil mit einer über die Ankerfläche bzw. über die Polfläche gleichbleibenden
Schichtdicke auf den Grundkörper des Ankers bzw. des Polelements aufgebracht werden. Insbesondere beim Aufbringen mittels eines physikalischen Gasphasenabscheideprozesses bleibt dabei die Formgebung des Grundkörpers auch beim beschichteten Körper besonders genau erhalten.
Bei einer Ausgestaltung des Kraftstoffeinspritzventils weist die Polfläche eine dritte Ringfläche auf, die sich an die erste Ringfläche anschließend radial auswärts in Richtung zu einer von der Längsachse abgewandten Umfangsfläche des Polelements er¬ streckt. Die dritte Ringfläche verläuft, in radialer Richtung von der Längsachse weg, von der - insbesondere ebenen - Ankerfläche weg geneigt und/oder gekrümmt. Das magnetische und/oder hyd¬ raulische Haften des Ankers am Polelement kann auf diese Weise weiter verringert sein.
Bei einer anderen Ausgestaltung enthält die Oberfläche des Ankers eine Fase, die zwischen der Ankerfläche und einer von der Längsachse abgewandten Umfangsfläche des Ankers ausgebildet ist. Die Gefahr, dass der Anker sich bei seiner axialen Bewegung im Ventilkörper verklemmt ist so besonders gering.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen und Wei¬ terbildungen des Kraftstoffeinspritzventils und des Verfahrens ergeben sich aus dem folgenden, in Zusammenhang mit den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel .
Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Gleichen oder funktionsgleichen Elementen sind identische Bezugszeichen zugeordnet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist es möglich, dass die Elemente nicht in allen Figuren mit ihrem Bezugszeichen versehen sind ohne jedoch ihre Zuordnung zu verlieren.
Es zeigen : Fig. 1 in einem Längsschnitt ein erfindungsgemäßes
Kraftstoffeinspritzventil,
Fig. 2 einen Ausschnitt des Kraftstoffeinspritzventils gemäß
Fig. 1, und
Fig. 3 in einem Längsschnitt eine Prinzipdarstellung eines
Ankers und eines Polelements des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils in einem Ausschnitt. Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils 10 für einen nicht näher darge¬ stellten Verbrennungsmotor. Das Kraftstoffeinspritzventil 10 weist einen Ventilkörper 12 mit einer Längsachse 14 auf, wobei das Kraftstoffeinspritzventil 10 an einem ersten Ende 16 des Ventilkörpers 12 an einer nicht näher dargestellten Kraftstoffleiste ("fuel rail") zur Zuführung eines Fluids - ins¬ besondere eines Kraftstoffs für den Verbrennungsmotor - auf¬ genommen ist.
Zur Abdichtung der Verbindung des Kraftstoffeinspritzventils 10 mit der Kraftstoffleiste ist ein Dichtelement 18 im Bereich des ersten Endes 16 angeordnet, welches den Ventilkörper 12 über dessen Umfang vollständig umläuft. Das Dichtelement 18 ist insbesondere eine O-Ring-Dichtung .
An einem dem ersten Ende 16 gegenüberliegenden zweiten Ende 20 des Ventilkörpers 12 ist ein Düsenkopf 22 zur Zerstäubung des Fluids angeordnet oder ausgebildet.
Der Düsenkopf 22 ist an dem zweiten Ende 20 des Kraftstoff¬ einspritzventils 10 positioniert, welches in einem nicht näher dargestellten Brennraum eines nicht näher dargestellten Ver- brennungsmotors angeordnet ist. Das bedeutet, dass Kraftstoff, welcher mit Hilfe des Kraftstoffeinspritzventils dem Ver¬ brennungsmotor zugeführt wird, direkt in den Brennraum eingespritzt wird. Der Düsenkopf 22 weist Spritzlöcher 24 auf, über welche das Fluid aus dem Ventilkörper 12 in der Brennraum eingespritzt wird. Kraftstofffluss durch die Spritzlöcher 24 kann mittels einer Ventilnadel 26 des Kraftstoffeinspritzventils 10 freigegeben oder unterbunden werden. Hierzu ist die Ventilnadel 26 axial entlang der Längsachse 14 bewegbar. Mit anderen Worten, die Ventilnadel 26 kann im Ventilkörper 12 eine Hubbewegung ausführen .
Diese Hubbewegung wird mittels eines Aktuators 28 initiiert. Dieser Aktuator 28 hat eine Magnetspule 30, welche in einem Spulengehäuse 32 außerhalb des hohlen Ventilkörpers 12 auf¬ genommen ist. Des Weiteren umfasst der Aktuator 28 einen beweglich im Ventilkörper 12 aufgenommenen Anker 34, welcher mit der Ventilnadel 26 mechanisch gekoppelt ist um die Ventilnadel 26 von einer Schließposition weg zu bewegen. Vorliegend erfolgt die mechanische Kopplung mittels einer formschlüssigen Verbindung zwischen dem Anker 34 und einer Nadelhülse 68, die als Anschlagelement dient welches das axiale Spiel des Ankers 34
relativ zur Ventilnadel 26 in Richtung zum Polstück 36 hin begrenzt .
Der Anker 34 ist mittels einer Ankerrückstellfeder 38 in Richtung zur Nadelhülse 68 axial federbelastet. Die Nadelhülse 68 ist mit einem Schaft der Ventilnadel 26 fest verbunden und an einem vom Düsenkopf 22 abgewandten Ende der Ventilnadel 26 angeordnet. Dem Anker 34 benachbart ist ein unbewegliches Polelement 36 im Ventilkörper 12 positioniert. Wird die Magnetspule 30 mit Strom beaufschlagt, stellt sich ein Magnetfeld zwischen dem Anker 34 und dem Polelement 36 ein, durch das der Anker 34 in axialer Richtung zum Polelement 36 gezogen wird.
Sobald der Anker 34 am Polelement 36 anschlägt ist eine Öff- nungsstellung der Ventilnadel 26 erreicht. Die Öffnungsstellung entspricht insbesondere einem maximalen Nadelhub - ggf. ab¬ gesehen von einem etwaigen kurzzeitigen Überschießen der Ventilnadel. In der Öffnungsstellung wird im Betrieb Kraftstoff durch die Spritzlöcher 24 aus dem Kraftstoffeinspritzventil 10 abgegeben.
Wird die Bestromung der Magnetspule 30 beendet, bricht nach kurzer Zeit das Magnetfeld zusammen und eine Schließfeder 66 presst die Ventilnadel 26 in axialer Richtung zurück in die Schließposition, in Kontakt mit einem im Düsenkopf 22 ausge¬ bildeten Ventilsitz 40, so dass über die Spritzlöcher 24 kein Fluid mehr in den Brennraum strömen kann . Die Nadelhülse 68 bildet einen Federsitz für die Schließfeder 66. Der Anker 34 weist Ankerfläche 42 auf, welche einer Polfläche 44 des Polelementes 36 und einer Anschlagfläche 71 der Nadelhülse 68 gegenüberliegend angeordnet ist. Zwischen der Ankerfläche 42 und der Polfläche 44 ist ein Spalt 46 ausgebildet, sodass die aufeinander schlagenden Flächen des Ankers 34 und des Pol- elementes 36 gering gehalten sind. So ist eine besonders geringe unerwünschte Haftung des Ankers 34 am Polelement 36 aufgrund hydraulischer und/oder magnetischer Effekte erzielbar.
Die Ankerrückstellfeder drückt die Ankerfläche 42 in Richtung zu der Anschlagfläche 71 hin, so dass der Anker 34 die Ventilnadel 26 durch formschlüssige Kopplung zwischen der Ankerfläche 42 und der Anschlagfläche 71 mitnimmt, wenn er sich in Richtung zur Polfläche 44 hin bewegt um das Ventil zu öffnen. Am Ende der Schließbewegung der Ventilnadel 26 löst sich die Ankerfläche 42 von der Anschlagfläche 71, wenn die Ventilnadel 26 in Kontakt mit dem Ventilsitz 40 kommt und der Anker 34 bewegt sich gegen die Federkraft der Ankerrückstellfeder 38 weiter, bevor er schließlich von dieser wieder in Kontakt mit der Anschlagfläche 71 gebracht wird.
Die Polfläche 44 ist zur Ausbildung des Spaltes 46 in drei Ringflächen 48, 50, 52 gegliedert, die in radialer Richtung aufeinander folgen. Mittels der drei Ringflächen 48, 50, 52 ist die Polfläche 44 als eine doppelt keilige Oberfläche des Polelements 36 ausgebildet. In Fig. 3 ist ein Ausschnitt des Anker 34 und des Polelements 36 mit den Ringflächen 48, 50, 52 genauer dargestellt .
Die erste Ringfläche 48, welche in radialer Richtung zwischen der zweiten Ringfläche 50 und der dritten Ringfläche 52 angeordnet ist und an beide angrenzt, verläuft orthogonal zur Längsachse 14. Die ebene Ankerfläche 42 ist parallel zur ersten Ringfläche 48 ausgerichtet. Die Ankerfläche 42 liegt in der Öffnungsstellung an der ersten Ringfläche 48 an.
Die zweite Ringfläche 50, welche in radialer Richtung zwischen der ersten Ringfläche 48 und der Ventilnadel 26 angeordnet ist, ist gegenüber einer gedachten ersten Verlängerung 54 der ersten Ringfläche 48 in Richtung zum ersten Ende 16 hin geneigt. Die gedachte erste Verlängerung 54 verlängert die erste Ringfläche 48 radial einwärts, d.h. zur Längsachse 14 hin. Mit anderen Worten vergrößert sich der Abstand zwischen der gedachten ersten Verlängerung 54 und der zweiten Ringfläche 50 im Verlauf radial einwärts zu Längsachse 14 hin, wobei die zweite Ringfläche 50 auf der von der Ankerfläche 42 abgewandten Seite der gedachten ersten Verlängerung 54 angeordnet ist. Dabei ist zwischen der gedachten
ersten Verlängerung 54 und der zweiten Ringfläche 50 ein Winkel α ausgebildet, welcher einen Wert von 2° aufweist.
Die dritte Ringfläche 52 grenzt an der der zweiten Ringfläche 50 gegenüber liegenden Seite an die erste Ringfläche 48 an. Sie erstreckt sich von der ersten Ringfläche 48 radial auswärts in Richtung zu einer äußeren Umfangsfläche 58 des Polelements 36. Sie ist gegenüber einer gedachten zweiten Verlängerung 56 der ersten Ringfläche 48 in Richtung des ersten Endes 16 geneigt. Die gedachte zweite Verlängerung 56 verlängert die erste Ringfläche 48 radial auswärts, d.h. von der Längsachse 14 weg. Mit anderen Worten vergrößert sich der Abstand zwischen der gedachten zweiten Verlängerung 56 und der dritten Ringfläche 52 im Verlauf radial auswärts von der Längsachse 14 weg, wobei die dritte Ringfläche 52 auf der von der Ankerfläche 42 abgewandten Seite der gedachten zweiten Verlängerung 56 angeordnet ist.
Zwischen der Ankerfläche 42 und einer zweiten Umfangsfläche 60 des Ankers 34 ist vorteilhafterweise eine Fase 62 ausgebildet.
Zur Reduzierung des Verschleißes sind die Ankerfläche 42 und die Polfläche 44 jeweils mit einer Chromnitrid-Schicht 64 bzw. 65 beschichtet, wobei die Chromnitrid-Schichten 64, 65 mit Hilfe eines physikalischen Gasphasenabscheideverfahrens auf die Grundkörper von Anker 34 bzw. Polelement 36 aufgebracht sind.
Besonders vorteilhaft ist die Chromnitrid-Schicht 65 des Polelements 36 auch in einer Durchgangsöffnung des Polelements 36 ausgebildet, wo die Nadelhülse 68 positioniert ist. Die Nadelhülse 68 ist in gleitendem Kontakt mit einem Abschnitt 72 der Oberfläche der Durchgangsöffnung um die Ventilnadel 26 axial zu führen.
Auch die dem Abschnitt 72 zugewandte Mantelfläche 70 der Na- delhülse 68 sowie deren Anschlagfläche 71 sind von einer - vorliegend einstückigen - Chromnitrid-Schicht 69 gebildet, die auf einen Grundkörper der Nadelhülse 68 umfangsseitig und auf ein dem Anker 34 zugewandtes Ende des Grundkörpers aufgebracht ist.
Auf diese Weise ist der Verschleiß besonders gering, wenn sich die Mantelfläche 70 an der Oberfläche der Durchgangsöffnung entlang bewegt und wenn die Ankerfläche 42 auf die Anschlagfläche 71 auftrifft.