"Vorrichtung zur Beeinflussung der Bewegung eines Möbelteils und Möbelteil"
Stand der Technik
Es sind Vorrichtungen zur Beeinflussung einer
Möbelteilbewegung bekannt, welche ein Dämpfen bzw. Abbremsen der Bewegung des Möbelteils bewirken. Dabei kommen
Dämpfungsmittel zur Dämpfung der Relativbewegung zwischen den Möbelteilen zum Einsatz, womit unerwünschte Zu- bzw.
Anschlaggeräusche und stoßartige Belastungen beim Schließen eines Möbelteils vermieden werden sollen. Bei Möbeln werden zur beweglichen Führung eines Möbelteils beispielsweise
Einfach- oder Vollauszüge mit teleskopartig verschieblichen Schienen für eine lineare Möbelteilbewegung zum Beispiel von Schubladen verwendet oder es sind Scharnieranordnungen für eine Schwenkbewegung eines Möbelteils wie einer Türe oder einer Klappe vorgesehen.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung bzw. ein Möbel der eingangs genannten Art bereitzustellen, bei
welcher die Beeinflussung der Bewegung zwischen Möbelteilen unter Bereitstellung einer Dämpfwirkung vorteilhaft möglich ist. Insbesondere soll eine möglichst einfach ausgebildete Vorrichtung mit einer situationsangepassten Wirkungsweise zur Verfügung gestellt werden .
Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst.
Die abhängigen Ansprüche thematisieren vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung.
Die Erfindung geht zunächst aus von einer Vorrichtung zur Beeinflussung der Bewegung eines ersten Möbelteils eines
Möbels, das relativ zu einem zweiten Möbelteil des Möbels bewegbar ist, mit Dämpfungsmitteln zur Dämpfung der
Relativbewegung zwischen dem ersten und dem zweiten Möbelteil. Die Erfindung betrifft insbesondere eine Möbelteil- Dämpfungsvorrichtung.
Der Kern der Erfindung liegt darin, dass die Dämpfungsmittel aus einem einzigen Dämpfungsbauteil bestehen, das ein
Behältnis mit einem Gehäuse umfasst, in dem ein vom Gehäuse umschlossenes Dämpfungsfluid untergebracht ist, wobei ein Abschnitt des Gehäuses aus einem elastisch verformbaren
Material ausgebildet ist. Der elastisch wirkende
Gehäuseabschnitt dient zur Auslösung der Dämpfwirkung, indem für einen Dämpfvorgang auf den elastischen Gehäuseabschnitt eine Kraft wirkt, welche auf eine Relativbewegung der
zueinander bewegbaren Möbelteile zurückzuführen ist. Die von außen auf den elastischen Gehäuseabschnitt wirkende Druckkraft führt zu einer elastischen Ausweichbewegung des elastischen Gehäuseabschnitts und damit in der Folge zu einer
Formveränderung des Gehäuses des Behältnisses. Damit wiederum ist eine Strömungsbewegung des im Behältnis eingeschlossenen Dämpfungsmediums verbunden, da das Dämpfungsfluid, wenn es eine Flüssigkeit ist, nicht kompressibel ist, sich an die veränderte Form des Gehäuses anpasst. Das Behältnis ist vorteilhaft insbesondere zumindest nahezu vollständig mit dem Dämpfungsfluid gefüllt. Abhängig von der Art des
Dämpfungsfluids wird mit der Strömungsbewegung des
Dämpfungsfluids bzw. aufgrund der Viskosität bzw. Zähigkeit des Dämpffluids ein Widerstand gegen die Verformung des elastischen Gehäuseabschnitts bzw. gegen die von außen auf den elastischen Gehäuseabschnitt wirkende Kraft bereitgestellt, womit eine Dämpfung der Relativbewegung der betreffenden
Möbelteile oder des betreffenden Möbelteils realisiert ist.
Der elastische Gehäuseabschnitt ist dicht insbesondere gegen ein Durchtritt des Dämpfungsfluids und umfasst zum Beispiel eine dünne folien- oder membranartige Wandung wie zum Beispiel eine Gummi- oder Kunststoffhaut ggf. mit einem darin
eingebetteten verstärkenden Material zum Beispiel mit einem Gewebe .
Vorteilhaft sind die erfindungsgemäßen Dämpfungsmittel einfach herstellbar und kompakt bauend. Die Dämpfungsmittel sind insbesondere ausschließlich durch das Dämpfungsbauteil selbst gebildet.
Dabei ist es vorteilhaft, dass gegenüber einer Anordnung von Möbelteilen ohne Dämpfungsmittel allein das Vorsehen des
Dämpfungsbauteils an einer geeigneten Stelle eines Möbelteils ausreicht, um die Dämpfungswirkung einzurichten. Die
Realisierung der DämpfWirkung ist vorteilhaft flexibel bzw. wahlweise ohne weitere oder sonstige Maßnahmen am fertigen Möbelteil bzw. komplett zusammengebauten und funktionsbereiten Möbel insbesondere auch nachträglich jederzeit möglich.
Demgemäß kann das Dämpfungsbauteil an irgendeiner geeigneten Stelle angebracht werden, wobei die Stelle sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass sich Abschnitte annähern und voneinander wegbewegen, abhängig von der Bewegung des zu dämpfenden Möbelteils vor Erreichen einer Schließ- oder
Öffnungsstellung des Möbelteils.
Solche Stellen liegen zum Beispiel an Frontabschnitten eines Möbelkorpus, gegen welche das zu dämpfende Möbelteil zum Erreichen des Schließzustands anschlagen würde bzw. sich
annähert. Auch im Bereich der Führungsmittel wie eines Einfach- oder Vollauszugs oder einer Scharnieranordnung sind geeignete Stellen zur Anbringung des Dämpfungsbauteils
regelmäßig vorhanden.
Über die Geometrie des Gehäuses und/oder durch die
Eigenschaften des Dämpfungsfluids kann eine gewünschte
Dämpfcharakteristik des Dämpfungsbauteils eingestellt bzw.
vorgegeben werden.
Vorteilhafterweise ist das Dämpfungsfluid ein dilatantes
Medium. Das dilatante Medium insbesondere ein dilatantes Fluid bzw. eine dilatante Flüssigkeit ist z. B. ein Stärkebrei oder eine Knetmasse auf Silikonbasis auch bekannt als „Silly
Putty" . Das dilatante Medium ist ein nichtnewtonsches Fluid und zeichnet sich dadurch aus, dass bei hohen zeitlichen
Änderungen der Scherung bzw. der Schergeschwindigkeit eine höhere Viskosität zu beobachten ist. Ein dilatantes Medium kann auch als scherverdickend oder scherverfestigend
bezeichnet werden.
Die Zunahme der Viskosität entsteht durch eine
Strukturänderung im Fluid, die dafür sorgt, dass bei höherer Schergeschwindigkeit die einzelnen Fluid-Partikel stärker miteinander wechselwirken zum Beispiel sich verhaken und damit schlechter aneinander vorbeigleiten.
Die Viskosität bzw. Zähigkeit eines dilatanten Mediums steigt mit der Schergeschwindigkeit an, und hängt bei konstanter Schergeschwindigkeit nicht von der Zeit ab.
Trägt man die Schubspannung τ als Funktion der
Schergeschwindigkeit bzw. Scherrate auf, so sind
Flüssigkeiten mit Dilatanz typischerweise durch ein Fließgesetz der Form und dem Fließindex n >1
gekennzeichnet .
Vorteilhafterweise wird mit dem dilatanten Medium eine intelligente Dämpfcharakteristik realisiert. Bei einer schnellen Schließbewegung des zu dämpfenden Möbelteils wird eine höhere bzw. entsprechend der Dilatanz des Dämpffluids maximale Dämpfwirkung bereitgestellt gegenüber einem langsamer schließenden Möbelteil, was eine geringere
Schergeschwindigkeit des dilatanten Mediums im Gehäuse bewirkt. Denn aufgrund der dabei niedrigeren Viskosität des dilatanten Mediums wird das Möbelteil ohne merkliche
Verzögerung bzw. nahezu ohne weiteres Abbremsen seine
Schließstellung erreichen. Dies ist vorteilhaft, da aufgrund der geringen Schließgeschwindigkeit auch keine merkliche Dämpfung nötig ist, womit das Möbelteil vorteilhafterweise ohne Behinderung durch eine relevante Dämpfwirkung des
Dämpfungsbauteils seine Schließstellung baldmöglichst
einnehmen kann. Bei hoher Schließgeschwindigkeit des
Möbelteils hingegen wirkt das dilatante Medium als würde es sich verdicken bzw. verfestigen, womit eine höhere
DämpfWirkung realisiert ist, was ebenfalls vorteilhaft ist.
Weiter ist es vorteilhaft, dass das komplette Gehäuse des Behältnisses aus einem elastischen Material besteht.
Vorteilhaft ist das komplette Gehäuse aus einem insbesondere unterbrechungsfreien bzw. einheitlichen elastischen Material gebildet, zum Beispiel in der Art eines hohlen Gummiballs, dessen Inneres vom Dämpfungsfluid bzw. dilatanten Fluid ausgefüllt ist.
Alternativ weist das Gehäuse des Behältnisses
vorteilhafterweise einen Gehäuseabschnitt aus einem zumindest im Wesentlichen starren Material auf. Damit umfasst das
Gehäuse einen Gehäuseabschnitt aus einem elastisch
verformbaren Material und einen Gehäuseabschnitt aus einem starren bzw. steifen Material. Der starre Gehäuseabschnitt ermöglicht z. B. eine leichtere bzw. verbesserte Anbringung des Dämpfungsbauteils an einer Anbringstelle des Möbels bzw. der Führungseinheit.
Es ist überdies vorteilhaft, dass Anbringmittel vorgesehen sind, mit welchen das Dämpfungsbauteil an einem Möbelteil anbringbar ist. Insbesondere ist das Dämpfungsbauteil mit Klebemitteln an einer Anbringstelle anklebbar.
Es ist überdies vorteilhaft, dass Rückstellmittel zur
Rückstellung des Abschnitts des Gehäuses aus einem elastisch verformbaren Material in eine Ausgangsform ausgebildet sind. Die Ausgangsform ist diejenige Form, welche der elastische Abschnitt des Gehäuses im von außen unbelasteten Zustand bzw. ohne einen Andrückkontakt durch einen Gegenabschnitt im
Schließzustand des bei seiner Schließbewegung zu dämpfenden Möbelteils einnimmt.
Vorteilhafterweise umfassen die Rückstellmittel eine
Federanordnung. Die Federanordnung stellt beispielsweise mit einer vorgespannten Schraubenfeder eine Federkraft bereit, so dass der elastische Gehäuseabschnitt mit der Federkraft in eine Ausgangsform bringbar ist, wenn keine andere höhere
Gegenkraft außen auf den elastischen Gehäuseabschnitt wirkt. Dies ist insbesondere im geöffneten Zustand des Möbelteils der Fall bzw. dann, wenn die Dämpfungsmittel funktionslos sind bzw. keine Andrücken eines Gegenabschnitts außen auf den elastischen Gehäuseabschnitt stattfindet, wie es im
Unterschied dazu in einer Dämpfungssituation der Fall ist. Die Federmittel bleiben auch wirkungslos, solange das Möbelteil in der geschlossenen Stellung am Möbelteil verharrt und der elastische Gehäuseabschnitt eingedrückt bleibt.
Die Rückstellmittel können auch durch das elastische Verhalten des elastischen Gehäuseabschnitts bereitgestellt sein.
Eine vorteilhafte Modifikation des Erfindungsgegenstandes ist dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bereich des
Gehäuseabschnitts aus einem elastisch verformbaren Material mit einer vorstehenden insbesondere konvex geformten Außenform ausgebildet ist. Wesentlich ist dabei, dass mit der Konvexität eine nach außen vorstehende Form des Gehäuses bereitstellbar ist. Die nach außen gewölbte Außenform des Gehäuses des
Behältnisses ist auf eine Ausgangsform bzw. eine Außenform des elastischen Gehäuseabschnitts im nicht von außen andrückenden Kontakt des zu dämpfenden bzw. abzubremsenden Teils zu
verstehen. Der konvexe Gehäuseabschnitt kann über die gesamte Außenfläche des elastischen Gehäuseabschnitts ausgebildet sein zum Beispiel mit einem gleichmäßigen Verlauf oder
beispielsweise in wellenförmig oder anders konturiert. Der konvexe Gehäuseabschnitt kann insbesondere einem Ausschnitt einer Kugelform entsprechen z. B. halbkugelförmig oder
angenähert eine solche Form aufweisen, wie beispielsweise in der Art eines auf einer Fläche liegenden Flüssigkeitstropfens, der aufgrund von Oberflächenphänomenen nicht
auseinanderfließt. Mit der gewölbten bzw. vorstehenden Form kann ein Kontakt des elastischen Gehäuseabschnitts mit einem Gegenabschnitt bei einem Dämpfungsvorgang sicher eingerichtet werden, so dass in der Folge der Verformung des elastischen Gehäuseabschnitts eine Strömungsbewegung des Dämpfungsfluids stattfindet, was durch eine stattfindende Abflachung der vorstehenden bzw. konvexen Außenform des Gehäuses begünstigt ist.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur
Bewegungsführung eines ersten Möbelteils relativ zu einem zweiten Möbelteil eines Möbels, umfassend eine
Scharnieranordnung mit einem Scharniertopf und einem
Scharnierteil und einem zwischen dem Scharniertopf und dem Scharnierteil wirkenden Scharnierhebel, der am Scharniertopf und am Scharnierteil angelenkt ist, wobei der Scharniertopf an einem Möbelteil und das Scharnierteil am anderen Möbelteil anbringbar ist, so dass bei einer Relativbewegung der
Möbelteile der Scharnierhebel um eine Scharnierachse der Scharnieranordnung relativ zum Scharniertopf verschwenkbar ist. Insbesondere sind zwischen dem Scharniertopf und dem Scharnierteil zwei gleichartig wirkende insbesondere zwei identische Scharnierhebel vorhanden.
Der wesentliche Aspekt der Vorrichtung zur Bewegungsführung liegt darin, dass die Scharnieranordnung eine Vorrichtung wie oben genannt aufweist, so dass eine Dämpfung der
Relativbewegung zwischen dem ersten und dem zweiten Möbelteil abhängig von einer Schwenkbewegung des Scharnierhebels
erfolgt. Der Scharnierhebel wirkt zwischen dem Scharniertopf und dem Scharnierteil und ist insbesondere jeweils endseitig an dem Scharniertopf und dem Scharnierteil angelenkt. Der Scharnierhebel führt während der Relativbewegung der
Möbelteile insbesondere eine Schwenkbewegung um eine
Schwenkachse aus, die zu einem Schwenkgelenk am Scharniertopf gehört. Der Scharnierhebel verändert demgemäß seine Position bzw. Ausrichtung relativ zu Abschnitten der Scharnieranordnung bzw. zum Scharnierteil und zum Scharniertopf. Diesen
Zusammenhang macht sich die Erfindung zunutze, wonach die Vorrichtung mit dem Dämpfungsbauteil an einer geeigneten
Stelle der Scharnieranordnung platziert ist, so dass ein
Wirkzusammenhang insbes. des Scharnierhebels mit dem
Dämpfungsbauteil zur Dämpfung beim Schließen des Möbelteils führt .
Es ist vorteilhaft, dass das Dämpfungsbauteil im Bereich des Scharniertopfs angeordnet ist. Mit dem Erreichen eines
Schließzustande des mit der Scharnieranordnung beweglichen Möbelteils erreicht der Scharnierhebel eine Endstellung am Scharniertopf. Damit kann das Dämpfungsbauteil abgestimmt auf die Scharnierhebelstellung positioniert werden, so dass der Scharnierhebel, bevor das mit dem Scharnier verschwenkbare Möbelteil seine Schließstellung erreicht, in andrückendem Kontakt an dem elastischen Gehäuseabschnitt des am
Scharniertopf befestigten Dämpfungsbauteils kommt. In der Folge findet eine Verformung des elastischen Gehäuseabschnitts des Dämpfungsbauteils und eine Möbelteil-Bewegungsdämpfung statt, aufgrund der entsprechend hohen Schergeschwindigkeit des im Behältnis des Dämpfungsbauteils eingeschlossenen
Dämpfmediums bzw. dilatanten Mediums.
Insbesondere ist es von Vorteil, wenn das Dämpfungsbauteil in einem vertieften Bereich des Scharniertopfs beispielsweise an einem Boden des Scharniertopfs oder daran winklig abstehenden Wandungen des Scharniertopfs angebracht ist. Denn dort funktioniert ein Einklemmen des Dämpfungsbauteils durch den
Scharnierhebel besonders vorteilhaft und damit ein Verformen des elastischen Gehäuseabschnitts des Dämpfungsbauteils. Des Weiteren ist das im Scharniertopf versenkt untergebrachte Dämpfungsbauteil optisch wenig auffallend bzw. störend
vorhanden .
Bevorzugt ist das Dämpfungsbauteil in einem zentralen
vertieften Bereich des Scharniertopfs positioniert. Dort steht mit dem Boden des Scharniertopfs eine freie bzw. ebene Fläche zur vorteilhaften Anbringung des Dämpfungsbauteils zur
Verfügung.
Weiter ist es vorteilhaft, dass mehrere Dämpfungsbauteile in dem vertieften Bereich des Scharniertopfs vorgesehen sind.
Insbesondere sind zwei Dämpfungsbauteile an gegenüberliegenden Stellen im Scharniertopf bzw. in der Vertiefung des
Scharniertopfs vorhanden. Dies ist dahingehend vorteilhaft, da bei Scharnieranordnungen im Möbelbereich in der Regel zwei Scharnierhebel vorhanden sind, so dass jedem Scharnierhebel ein Dämpfungsbauteil zugeordnet werden kann.
Die Erfindung bezieht sich außerdem auf ein Möbel mit einem ersten Möbelteil, das relativ zu einem zweiten Möbelteil des Möbels bewegbar ist. Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung nach einem der oben genannten Ausbildungen vorgesehen. Insbesondere ist dies für ein Möbel mit einer Tür oder Klappe vorteilhaft, welche mit einer wie oben dargelegten Scharnieranordnung verschwenkbar an einem Möbelkorpus des Möbels aufgenommen ist.
Alternativ oder zusätzlich kann am Möbel eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Dämpfungsbauteil vorgesehen sein, das an einer Seite eines Möbelteils bzw. eines bewegbaren Möbelteils oder eines Möbelkorpus des Möbels aufgesetzt ist. Das
Dämpfungsbauteil ist insbesondere z. B. auf einer vorderen schmalen Stirnseite einer Korpus-Seitenwand oder an einer Stelle einer Innenseite des bewegbaren Möbelteils zum Beispiel einer Möbeltüre vorhanden, welche im Schließzustand des bewegbaren Möbelteils gegenüberliegend zur vorderen schmalen Stirnseite der Korpus-Seitenwand ist. Damit wird vor Erreichen
des Schließzustands der elastische Gehäuseabschnitt des
Dämpfungsbauteils, der vorstehend vorhanden ist, verformt, was durch ein Einklemmen zwischen der Stirnseite der Korpus- Seitenwand und der Innenseite des bewegbaren Möbelteils passiert, womit die Dämpfwirkung erzielbar ist, zumindest bei einer vergleichsweise schnellen Schließbewegung des
Möbelteils.
Besonders vorteilhaft ist es, dass das Dämpfungsbauteil zumindest teilweise versenkt innerhalb eines zu einer ebenen Außenseite des ersten oder zweiten Möbelteils vertieften
Bereichs angeordnet ist, wobei zumindest ein Abschnitt des elastischen Gehäuseabschnitts über eine Öffnung des vertieften Bereichs übersteht.
Der vertiefte Bereich kann vorbereitet bzw. ggf. nachträglich an der Stirnseite der Korpus-Seitenwand oder der Innenseite des bewegbaren Möbelteils eingebracht sein, zum Beispiel durch ein mit einer Bohrung gebildetes Sackloch.
In die Vertiefung kann das Dämpfungsbauteil beispielsweise eingeklebt werden, wobei der elastische Gehäuseabschnitt über den Rand des Sacklochs übersteht.
Der elastische Gehäuseabschnitt kann damit bei einer
Schließbewegung des Möbelteils relativ zum Möbelkorpus in Kontakt mit dem anderen Möbelteil kommen, wobei das
Dämpfungsmedium eine Strömungsbewegung ausführt und damit die Dämpfung erfolgt.
Figurenbeschreibung
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind anhand unterschiedlicher stark schematisiert dargestellter
Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Im
Einzelnen zeigen die:
Figuren 1 und 2 eine Schnittansicht durch eine
erfindungsgemäße Vorrichtung im
angebrachten Zustand an einem
ausschnittsweise gezeigten Möbel in unterschiedlichen Betriebszuständen,
Figuren 3 und 4 eine weitere erfindungsgemäße
Vorrichtung mit einer Scharnieranordnung von der Seite teilweise im Schnitt in zwei unterschiedlichen
Betriebszuständen,
Figuren 5 und 6 einen Scharniertopf einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer Scharnieranordnung in Seitenansicht teilweise im Schnitt in einer
erfindungsgemäßen Modifikation in zwei verschiedenen Betriebszuständen und
Figuren 7 und 8 von oben einen Scharniertopf einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Variante zum Scharniertopf gemäß der Figuren 5 und 6.
Figur 1 zeigt stark vergrößert eine als Türpuffer 1
ausgebildete erfindungsgemäße Möbelteil-Dämpfungsvorrichtung an einem ausschnittsweise dargestellten Möbel. Der Türpuffer 1 ist fest fixiert zum Beispiel angeklebt an einer ebenen
Außenseite 2a einer frontseitigen Stirnseite einer Wand 2 eines Möbelkorpus des Möbels. Am Möbel ist außerdem eine ebenfalls nur mit einem vorderen Teil dargestellte schwenkbare Tür 3 angebracht. Die Tür 3 ist über zum Beispiel zwei
Scharnieranordnungen am Möbelkorpus schwenkbar in eine
Schließrichtung gemäß des Pfeils P1 und in entgegengesetzter Richtung gemäß Pfeil P2 in Öffnungsrichtung verschwenkbar. Zur Dämpfung bzw. zum Abbremsen der Schließbewegung der Tür 3 auf dem letzten Bewegungsabschnitt vor Erreichen einer
Schließstellung der Tür 3 relativ zur Wand 2 ist der Türpuffer
1 vorgesehen.
Der Türpuffer 1 umfasst ein Gehäuse 4, das komplett bzw.
einheitlich aus einem vergleichsweise dünnen, elastisch verformbaren Material wie zum Beispiel einem Gummimaterial besteht. Das Gehäuse 4 umschließt dicht ein Innenvolumen des Türpuffers 1, das vollständig mit einem dilatanten Fluid bzw. einem dilatanten Medium 5 gefüllt ist. Das dilatante Medium 5 stellt ein intelligentes Dämpfungsfluid dar. Durch Einwirken einer Kraft von außen auf das Gehäuse 4 verformt sich der dazugehörige Abschnitt des Gehäuses 4, so dass das dilatante Medium 5 zwangsweise durch die Formveränderung des Gehäuses 5 eine Strömungsbewegung durchführt, was eine Scherung des dilatanten Mediums 5 und damit bei höherer Scherung eine
Viskositätserhöhung zur Folge hat.
Der Türpuffer 1 ist an einer Stelle der Stirnseite der Wand 2 angebracht, welche im Zustand der an den Korpus
herangeschwenkten bzw. geschlossenen Tür 3 gegenüberliegend zu einer Stelle an einer Innenseite 3a der Tür 3 vorhanden ist.
Figur 1 zeigt eine AusgangsSituation des angebrachten und von außen unbelasteten Türpuffers 1 ohne Kontakt zur Innenseite 3a der Tür 3. Gemäß Figur 1 schwenkt die Tür 3 in Richtung PI auf den Türpuffer 1 hin zu, wobei sich die Tür 3 kurz vor dem Erreichen einer Schließposition der Tür 3 am Möbel befindet bzw. die Innenseite 3a geringfügig vom Türpuffer 1 beabstandet ist.
Kurz vor Erreichen des Schließzustandes der Tür 3 am Möbel gelangt die Innenseite 3a in Kontakt mit dem Türpuffer 1.
Figur 2 zeigt den Schließzustand der Tür 3 am Möbel bzw.
relativ zur Wand 2 im ruhenden Zustand der Tür 3. Dabei ist der Türpuffer 1 in seiner Form verändert durch Andrücken der Innenseite 3a der Tür 3 gegen das elastische Gehäuse 4 des Türpuffers 1.
Je nach Geschwindigkeit der auf das Gehäuse 4 auftreffenden
Tür 3 findet während bzw. mit der Verformung des Gehäuses 4 eine Strömungsbewegung bzw. Scherung des dilatanten Mediums 5 statt. Je nach der Schergeschwindigkeit des Mediums 5 ist die Dämpfwirkung des Türpuffers 1 ausgebildet. Bei erhöhter
Schergeschwindigkeit des dilatanten Mediums weist das
dilatante Medium 5 eine höhere Viskosität auf als bei einer geringeren Schwergeschwindigkeit bei zum Beispiel einem langsameren Schließen der Tür 3 und einem damit langsameren Verformen des Gehäuses 4.
Abhängig von dem jeweiligen Szenario bzw. der Viskosität des dilatanten Mediums wird der Schließbewegung der Tür 3 im letzten Schließbewegungsbereich der Tür 3 relativ zur Wand 2 im Kontakt mit dem Türpuffer 1 eine Gegenkraft entgegengesetzt und damit eine Dämpfung bzw. ein Abbremsen der Tür erreicht. Dies spielt sich bei der weiteren Schließbewegung der Tür 3 in Richtung PI zwischen den in Figur 1 und 2 gezeigten Zuständen ab.
Wird die Tür 3 in Richtung P2 aus dem gemäß Figur 2 gezeigten geschlossenen Zustand bei flach gedrücktem Gehäuse 4 wieder geöffnet, wird durch die eigene Vorspannung des
zusammengedrückten Gehäuses 4 das Gehäuse 4 aus der
zusammengedrückten bzw. flachen Form wieder in die gemäß Figur 1 gezeigte Ausgangsform zurückgestellt, so dass beim nächsten Schließvorgang erneut eine Dämpfung bei der Schließbewegung der Tür 3 wie oben beschrieben realisierbar ist.
Figur 3 und 4 zeigen eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bewegungsführung eines ersten Möbelteils relativ zu einem zweiten Möbelteil eines Möbels, umfassend eine
Scharnieranordnung 6 mit einem Scharniertopf 7 und einem
Scharnierteil 8, wobei zwischen dem Scharniertopf 7 und dem Scharnierteil 8 zwei gleichartige Scharnierhebel 9, 10 wirken. Dabei ist der Scharniertopf 7 an einem ersten Möbelteil beispielsweise einer Tür T, welche schwenkbar über die
Scharnieranordnung 6 an einem Möbel vorhanden ist, angebracht. Das Scharnierteil 8 ist an einem Möbelkorpus des Möbels bzw. an der Innenseite einer Möbelkorpusseitenwand anbringbar. Zur
Bewegung der Über die Scharnieranordnung 6 aufgenommenen Tür an dem Möbel sind in der Regel zwei oder mehr
Scharnieranordnungen 6 wirksam.
Die Scharnieranordnung 6 weist Dämpfungsmittel auf, welche durch ein einziges Dämpfungsbauteil 11 gebildet sind. Das Dampfungsbauteil 11 ist gemäß Figur 3 in der Ausgangsform gezeigt, wobei das Dämpfungsteil 11 mittig in einem vertieften Bereich des Scharniertopfs 7 untergebracht ist, etwas
beabstandet zur ersten Gelenkachse S1 der Scharnierhebel 9, 10 am Scharniertopf 7. Des Weiteren sind die Scharnierhebel 9, 10 über eine weitere zweite Gelenkachse S2 am Scharnierteil 8 gelenkig befestigt. Das Dämpfungsteil 11 umfasst ein Gehäuse 12 aus einem elastischen Material, beispielsweise aus einer Kunststoff- bzw. Gummimembran, durch welche das Gehäuse 12 ein Volumen umschließt, welches mit einem dilatanten Medium 13 ausgefüllt ist. In der Ausgangsstellung gemäß Figur 3 ist das Gehäuse 12 kegelförmig von einem Boden 7a des Scharniertopfs 7 nach oben vorstehend ausgebildet. Wird nun bei einer
Verschwenkbewegung der gestrichelt angedeutet dargestellten Tür T gemäß Pfeil P3 in eine Schließrichtung bewegt, kommen die Scharnierhebel 9, 10 gleichartig bzw. gleichzeitig in Kontakt mit der Außenseite des Gehäuses 12 und drücken dieses zusammen, so dass eine Strömungsbewegung des dilatanten
Mediums 13 stattfindet und damit eine Erhöhung der Viskosität und damit eine entsprechende Dämpfwirkung auf die
Schwenkbewegung der Tür T relativ zum Möbelkorpus stattfindet.
Wird die Tür T aus der Stellung gemäß Figur 4 wieder in die offene Position verschwenkt, stellt sich durch die
Eigenelastizität des Gehäuses 12 wieder die Außenform des Gehäuses 12 gemäß Figur 3 ein.
Die Figuren 5 und 6 zeigen eine zu den Figuren 3 und 4
alternative Anordnung eines Dämpfungsbauteils 14 in einem Scharniertopf 15 einer nicht weiter gezeigten
Scharnieranordnung mit dazugehörigen Scharnierhebeln und
Scharnierteil. Das Dämpfungsbauteil 14 weist ein Gehäuse 16 in der Art einer elastischen Hülle 17 auf, in dem ein dilatantes
Medium 13 untergebracht ist. Um sicherzustellen, dass die Rückstellung der elastischen Hülle 17 aus der eingedrückten bzw. zusammengedrückten Form gemäß Figur 6, die sich am Ende eines Dämpfungsvorgangs ergibt, in die gemäß Figur 5 gezeigte Ausgangsstellung zurück sicher erfolgen kann, ist die
elastische Hülle 17 zusammenwirkend mit einem Federelement 18 bzw. einer Schraubenfeder ausgebildet. Figur 5 zeigt demgemäß im Schnitt die elastische Hülle 17 und das darauf an einem Abschnitt 17a wirkende Federelement 18 in der
Ausgangsstellung, wobei die elastische Hülle 17 nach oben ausgebeult überstehend mit einer Höhe Hl ausgeformt ist, was durch das vorgespannt andrückend wirkende Federelement 18 auf den Abschnitt 17a der elastischen Hülle 17.
Wird nun bei einem Schließvorgang die Bewegung der mit der Scharnieranordnung bewegbaren Türe gedämpft durch Auftreffen der Scharnierhebel auf einen weiteren vor- bzw. hochstehenden Abschnitt 17b der elastischen Hülle, wird diese entgegen der Federkraft des Federelements 18 etwas zusammengedrückt. Der Abschnitt 17b weist dabei die Höhe H2 auf, welche geringer ist, als die Höhe Hl. Dabei wird die Feder bzw. das
Federelement 18 etwas verkürzt bzw. komprimiert, was Figur 6 verdeutlicht .
Wird nun ein zu dämpfendes Möbelteil bzw. eine Tür durch die Scharnieranordnung wieder geöffnet, wird der Kontakt zwischen den Scharnierhebeln und dem Abschnitt 17b der elastischen Hülle aufgehoben, so dass das zusammengedrückte Federelement 18 auf den Abschnitt 17a derart drückt, dass die ausgebeulte erhöhte Außenform des Gehäuses 16 bzw. der elastischen Hülle 17 gemäß Figur 5 wieder erreicht wird.
Das Federelement 18 ist so abgestimmt, dass im
zusammengedrückten Zustand des Federelements 18 die
andrückenden Hebel an der elastischen Hülle 17 verbleiben und die Form der elastischen Hülle 17 nicht verändert wird.
Die Figuren 7 und B zeigen eine zu den Figuren 5 und 6 ähnliche alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Anordnung.
Anstelle des mittig in der Vertiefung des Scharniertopfs 15 angeordneten Dämpfungsbauteils 14 gemäß der Figuren 5 und 6 sind in einem Scharniertopf 19 jeweils seitlich in einem vertieften Topfbereich gleichartige Dämpfungsbauteile 20 und 21 mit einem elastischen Gehäuse vorhanden, in denen ein dilatantes Medium 13 untergebracht ist. Jedes Dämpfungsbauteil 20 bzw. 21 ist an einer Seite im Scharniertopf 19 vorhanden und kann mit jeweils einem Scharnierhebel (nicht dargestellt) der Scharnierordnung zusammenwirken. Demgemäß zeigt Figur 7 das Dämpfungsteil 20 und 21 in der Ausgangsstellung mit seitlich vorstehendem elastischen Gehäuseabschnitt 26 und 27, wobei für jedes Dämpfungsteil 20 und 21 ein zugehöriges
Federelement 22 und 23 vorgesehen ist. Das jeweilige
Federelement 22 bzw. 23 wirkt auf einen Abschnitt einer elastischen Hülle 24 bzw. 25 eines Gehäuses der Dämpfungsteile 20, 21 gemäß der Funktion des Federelements 18 aus den Figuren 5 und 6.
Bezugszeichenliste:
1 Türpuffer
2 Wand
2a Außenseite
3 Tür
3a Innenseite
4 Gehäuse
5 Medium
6 Scharnieranordnung
7 Scharniertopf
7a Boden
8 Scharnierteil
9 Scharnierhebel
10 Scharnierhebel
11 Dämpfungsbauteil
12 Gehäuse
13 Medium
14 Dämpfungsbauteil
15 Scharniertopf
16 Gehäuse
17 Hülle
17a Abschnitt
17b Abschnitt
18 Federelement
19 Scharniertopf
20 Dämpfungsbauteil
21 Dämpfungsbauteil
22 Federelement
23 Federelement
24 Hülle
25 Hülle
26 Gehäuseabschnitt
27 Gehäuseabschnitt