Reibfläche
Die Erfindung betrifft eine Reibfläche einer stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung. Die Erfindung betrifft des Weiteren einen Reibbelag einer stationären Kupplungsund/oder Bremseinrichtung mit mindestens einer derartigen Reibfläche. Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine stationäre Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung mit einem derartigen Reibbelag. Die Erfindung betrifft schließlich einen Rotor für eine stationäre Kupplungsund/oder Bremseinrichtung, insbesondere eine Schaltkupplung, mit mindestens einer derartigen Reibfläche.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2006 044 858 A1 ist ein carbidkeramischer Kontaktkörper bekannt, der beispielsweise in Aufzugsbremsen Verwendung findet. Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 201 1 000 720 A1 ist eine Reibungsbremse zum Abbremsen einer schienengeführten Transporteinrichtung, insbesondere eines Aufzugs, bekannt, umfassend wenigstens einen Bremsbelag, eine Zuspanneinrichtung, mit welcher der wenigstens eine Bremsbelag gegen eine Schiene gedrückt werden kann, um die Transporteinrichtung zu bremsen, und einen Aktor zum Betätigen der Zuspanneinrichtung. Aus der internationalen Veröffentlichung WO 2013/030347 A2 ist eine Reibungsbremse bekannt, welche in der Bauart einer Bremszange ausgebildet ist, wie sie zum Beispiel auch zu Bremsen von Aufzügen verwendet werden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, das Betriebsverhalten von stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtungen zu verbessern.
Die Aufgabe ist bei einer Reibfläche einer stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung dadurch gelöst, dass die Reibfläche mit Erhöhungen und/oder Vertiefungen versehen ist. Die Reibfläche ist vorzugsweise als Kreisringfläche mit einem Innendurchmesser und einem Außendurchmesser ausgeführt. Durch die Erhöhungen und/oder Vertiefungen kann ein unerwünschter Verschleiß der Reibfläche auf einfache Art und Weise deutlich reduziert werden.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Reibfläche mit Nuten versehen ist. Die Nuten können im Nutgrund verrundet oder scharfkantig
ausgeführt sein. Die Nuttiefe der Nuten ist vorzugsweise an einen zu erwartenden Verschleiß in einer geplanten Lebensdauer angepasst.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Nuten in radialen Richtungen erstrecken. Der Begriff radial bezieht sich auf eine Drehachse einer im Wesentlichen kreisringscheibenförmigen Reibfläche im Betrieb. Radial bedeutet quer zur Drehachse.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Nuten in Richtungen erstrecken, die in einem Winkel von bis zu 45 Grad zur radialen Richtung angeordnet sind. Diese Anordnung hat sich im Hinblick auf eine Minimierung des im Betrieb auftretenden Verschleißes als vorteilhaft erwiesen.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten eine Nutbreite aufweisen, die 0,5 bis 6 Millimeter beträgt. Diese Nutbreite hat sich bei im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführten Untersuchungen als besonders vorteilhaft erwiesen.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass mindestens sechs Nuten gleichmäßig in einer Umfangsrichtung verteilt sind. Diese Anzahl hat sich bei im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführten Untersuchungen als besonders vorteilhaft erwiesen.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Reibfläche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Reibfläche mindestens eine Ringnut aufweist. Die Ringnut kann alternativ oder zusätzlich zu den Nuten vorgesehen werden, die sich im Wesentlichen in radialen Richtungen erstrecken.
Die Erfindung betrifft des Weiteren einen Reibbelag einer stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung mit mindestens einer vorab beschriebenen Reibfläche. Der Reibbelag kann so oder so ähnlich aufgebaut sein wie herkömmliche Reibbeläge von stationären Kupplungsund/oder Bremseinrichtungen. Im Unterschied zu den herkömmlichen stationären Kupplungsund/oder Bremseinrichtungen ist der erfindungsgemäße Reibbelag in seiner Reibfläche jedoch mit Nuten versehen.
Die Erfindung betrifft des Weiteren eine stationäre Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung mit einem vorab beschriebenen Reibbelag. Die Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung ist vorzugsweise als Schaltkupplung ausgeführt. Die Schaltkupplung umfasst zum Beispiel ein rotierendes Innenteil mit zwei im Wesentlichen kreisringförmigen Reibflächen, die gemäß einem wesentlichen Aspekt der Erfindung mit Nuten versehen sind.
Die Erfindung betrifft des Weiteren einen Rotor für eine stationäre Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung, insbesondere eine Schaltkupplung, mit mindestens einer vorab beschriebenen Reibfläche. Der Rotor mit der erfindungsgemäßen Reibfläche ist vorzugsweise mit einer Innenverzahnung versehen, kann aber wahlweise auch mit einer Außenverzahnung versehen sein. Dabei kann der Rotor wahlweise komplett aus Reibmaterial hergestellt sein. Das Reibmaterial kann zur Darstellung des Rotors aber auch beidseitig auf ein Trägerelement aufgebracht werden. Das Trägerelement kann aus einem metallischen Werkstoff oder aus einem Faserverbundwerkstoff gebildet sein.
Die Erfindung betrifft gegebenenfalls auch eine fördertechnische Anlage mit einer vorab beschriebenen stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung. Die fördertechnische Anlage ist zum Beispiel als Kran, Hebezeug, Aufzug oder Fahrtreppe ausgeführt.
Die Erfindung betrifft an sich die Verwendung einer Reibfläche mit Erhöhungen und/oder Vertiefungen, insbesondere mit Nuten, wie sie zum Beispiel aus der Automobiltechnik bekannt ist, in einer stationären Kupplungs- und/oder Bremseinrichtung. Im Automobilbereich ist die Ausführung von Reibbelägen mit Nuten in der Reibfläche zum Beispiel aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 196 26 688 A1 bekannt. Dabei werden die Nuten im Automobilbereich primär dafür eingebracht, um Trennprobleme durch Unterdruckeffekte zu vermeiden.
Bei im Rahmen der Erfindung durchgeführten Untersuchungen an stationären Kupplungsund/oder Bremseinrichtungen, insbesondere an Schaltkupplungen wurden mit herkömmlichen ungenuteten Reibbelägen relativ hohe Verschleißraten festgestellt. Als Ursache für den erhöhten Verschleiß wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung angenommen, dass bei Energieeinträgen im Grenzenergiebereich sich zumindest kleine Stücke beziehungsweise dünne Schichten des Reibmaterials von der Reibfläche ablösen und auf der oder den metallischen Gegenlaufflächen der Brems- und/oder Kupplungseinrichtung anlagern. Bei einem folgenden Energieeintrag läuft dann das Reibmaterial, insbesondere eines Rotors, zumindest teilweise
gegen Reibmaterial, das auf einem Gegenläufer klebt. Diese Form der Reibung kann sehr schnell zu einer unerwünschten Zerrüttung und/oder einem hohen Verschleiß des Reibmaterials führen. Die erfindungsgemäße Einbringung von Nuten in herkömmliche ungenutete Reibflächen erhöht in überraschender weise die zulässige Grenzenergie beziehungsweise verringert bei gleich bleibender Energie den Verschleiß des Reibmaterials bei Grenzenergiebelastungen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind. Es zeigen:
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines Reibbelags mit schräg verlaufenden Nuten in einer Reibfläche;
Figur 2 eine Nut des Reibbelags aus Figur 1 im Schnitt;
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel eines Reibbelags mit radial verlaufenden Nuten in einer Reibfläche und
Figur 4 eine Nut des Reibbelags aus Figur 3 im Schnitt.
In Figur 1 ist ein Reibbelag 1 in Form einer Kreisringscheibe 4 in der Draufsicht dargestellt. Durch einen Doppelpfeil 5 ist ein Innendurchmesser der Kreisringscheibe 4 angedeutet. Durch einen weiteren Doppelpfeil 6 ist ein Außendurchmesser der Kreisringscheibe 4 angedeutet.
In der Draufsicht der Figur 1 sieht man, dass der Reibbelag 1 eine Reibfläche 10 aufweist, in die insgesamt acht Nuten 1 1 bis 18 eingebracht sind. Die Nuten 1 1 bis 18 sind gleichmäßig über einen Umfang der Reibfläche 10 verteilt. Dabei sind die Nuten, wie durch einen Doppelpfeil 19 angedeutet ist, jeweils um etwa fünfundvierzig Grad zu einer Radialen angeordnet.
Durch das Einbringen der Nuten 1 1 bis 18 in die Reibfläche 10 des Reibbelags 1 wird die in Figur 1 sichtbare Fläche der Kreisringscheibe 4 in mehrere kleinere Teilbereiche unterteilt. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass die
Neigung eines derartig unterteilten Reibbelags 1 zum Materialübertrag auf einem Gegenläufer wesentlich geringer ist und damit die Grenzenergie eines mit dem Reibbelag 1 ausgestatteten Aggregats erhöht werden kann.
Dadurch kann bei einer vorgegebenen Schaltenergie eine wesentlich geringere Verschleißrate des Reibmaterials erreicht werden. Durch die erfindungsgemäßen Nuten kann ein unerwünschtes Kleben beziehungsweise Übertragen von Reibmaterial an den Gegenläufer in überraschender Art und Weise sicher verhindert werden.
In Figur 2 ist durch einen Doppelpfeil 21 die Nuttiefe der Nut 16 bezeichnet. Die Nuttiefe ist mindestens so tief wie ein zu erwartender axialer Verschleiß des Reibbelags 1 in einer geplanten Lebensdauer. Die Nutbreite beträgt im dargestellten Ausführungsbeispiel etwa ein Millimeter.
Durch einen Pfeil 24 ist angedeutet, dass der Übergang zwischen der Reibfläche 10 und der Nut 16 verrundet ist. Durch einen Pfeil 25 ist angedeutet, dass die Nut 16 im Nutgrund ebenfalls verrundet ist. Durch einen Doppelpfeil 26 ist angedeutet, dass die Nutflanken der Nut 16 in einem Winkel von einhundertfünf Grad zum Nutgrund angeordnet sind.
In Figur 3 ist ein Reibbelag 41 mit einer Reibfläche 50 in der Draufsicht dargestellt. Der Reibbelag 41 hat die Gestalt einer Kreisringscheibe mit einem Innendurchmesser und einem Außendurchmesser. In die Reibfläche 50 sind insgesamt sechzehn Nuten 51 eingebracht. Alle Nuten 51 sind in radialer Richtung angeordnet.
In Figur 4 sieht man, dass die Nuten 51 einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Die Nuten 51 können, ebenso wie die Nuten 1 1 bis 18 des in Figur 1 dargestellten Reibbelags 1 , zum Beispiel durch Einpressen in die Reibfläche 10; 50 eingebracht werden.
Bezuqszeichenliste
Reibbelag
Kreisringscheibe
Doppelpfeil
Doppelpfeil
Reibfläche
Nut
Nut
Nut
Nut
Nut
Nut
Nut
Nut
Doppelpfeil
Doppelpfeil
Pfeil
Pfeil
Doppelpfeil
Reibbelag
Reibfläche
Nuten