B E S C H R E I B U N G
Zweiteilig aufgebauter Kolben einer Brennkraftmaschine
Die Erfindung betrifft einen Kolben einer Brennkraftmaschine, ausgebildet als ein zweiteiliger Kühlkanalkolben, der einen Grundkörper sowie ein Ringelement umfasst, nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 1 . Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kolbens nach Patentanspruch 9.
Der Kolben für Brennkraftmaschinen ist hohen thermischen und durch Gas- und Massenkräfte verursachten, hohen mechanischen Wechselbeanspruchungen ausgesetzt, die eine entsprechende Bemessung und Formgebung erfordern. Stark belastete Zonen des Kolbens, wie beispielsweise die Brennraummulde im Kolbenboden sowie das Ringfeld, erfordern eine wirksame Kühlung. Dazu ist es bekannt, in dem Kolben einen Kühlkanal zu integrieren. Durch den als Hohlraum gestalteten Kühlkanal zirkuliert ein Kühlmittel, vorzugsweise das Schmieröl der Brennkraftmaschine. Die Wirksamkeit der Kolbenkühlung wird insbesondere von dem ausgetauschten Volumen des Kühlmittels in dem Kühlkanal bestimmt.
Aus der DD 123 962 A1 ist ein zweiteiliger Kühlkanalkolben bekannt, der einen Grundkörper sowie ein Ringelement umfasst. Das kreisringförmige, den Feuersteg sowie das Ringfeld des Kolbens einschließende, separate Ringelement, das außenseitig den Kühlkanal begrenzt, wird mittels eines Schraubgewindes an dem Grundkörper befestigt. Eine Lagefixierung des Ringelements erfolgt im Einbauzustand mittels Pass- oder Gewindestiften,
die zwischen dem Ringelement und dem Grundkörper eingesetzt sind. Die US 6,155,157 zeigt einen Kühlkanalkolben mit zwei separat voneinander herstellbaren Bauteilen, die anschließend über ein Reibschweißverfahren stoffschlüssig zusammengefügt sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen zweiteiligen Kühlkanalkolben zu schaffen, der eine dauerfeste Verbindung der einzelnen Bauteile einschließt.
Diese Aufgabe ist dadurch gelöst, dass das Ringelement und der Grundkörper gemeinsam zwei zueinander versetzte umlaufende Trennungsebenen bilden, wozu jeweils zwei korrespondierende Fügestege des Ringelementes und des Grundkörpers zusammenwirken, die stoffschlüssig miteinander verbunden sind. Das Ringelement ist über zwei höhenversetzte, in unterschiedlichen Lagen positionierte Fügestege an zugehörigen Fügestegen des Grundkörpers abgestützt. Dieses Konstruktionsprinzip ermöglicht einen Kolbenaufbau, mit dem eine dauerfeste Verbindung der einzelnen Kolbenbauteile realisierbar ist. Gleichzeitig bietet das Konzept den Vorteil, durch eine entsprechende Ausgestaltung des Ringelements den Kühlkanal zu optimieren, um so die Kolbenkühlung zu verbessern und einen thermisch höher belastbaren Kolben zu realisieren.
Außerdem kann mittels der Erfindung der Aufbau oder die Gestaltung des separaten Ringelements, insbesondere hinsichtlich von Wandstärken einzelner Kolbenabschnitte beeinflusst werden, um so beispielsweise das Kolbengewicht zu verringern. Weiterhin besteht die Möglichkeit den Feuersteg, das Ringfeld oder den Ringträger des Ringelements zu optimieren. Erfindungsgemäß bietet dieser Aufbau die Möglichkeit, die Trennungsebenen zwischen dem Grundkörper und dem Ringelement so
anzuordnen, damit sich hinsichtlich der Bauteilfestigkeit und / oder der Schweißung eine optimale Lage einstellt.
Weiterhin bietet die Erfindung die Möglichkeit, das thermisch und mechanisch hochbelastete Ringelement speziell auszubilden. Das den Feuersteg sowie das Ringfeld für die Kolbenringe einschließende Ringelement kann so hinsichtlich der Dauerfestigkeit und der Verschleißfestigkeit optimiert werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist für den Kolben keine definierte Lage der Trennungsebenen vorgesehen. Die zusammenwirkenden, umlaufenden Fügezonen können vorteilhaft so ausgelegt werden, dass diese sowohl zueinander versetzt als auch voneinander abweichend ausgerichtet sind.
In Abhängigkeit von Auslegungskriterien, beispielsweise einer optimalen Kühlkanalgestaltung, einer für die Schweißung optimierten Lage oder unter Berücksichtigung der Festigkeit kann ein Kolben übereinstimmende oder unterschiedlich gestaltete Trennungsebenen einschließen. Danach bietet die Erfindung die Möglichkeit, zwischen dem Ringelement und dem Grundkörper zwei höhenversetzte Trennungsebenen vorzusehen, von denen eine vertikal und die weitere horizontal verlaufen kann.
Ferner schließt die Erfindung einen Kolben ein, bei dem wenigstens eine der beiden Trennungsebenen schräg bzw. geneigt ausgerichtet ist. Bei zwei geneigten Trennungsebenen können diese gleichgerichtet oder gegenläufig verlaufen. Vorteilhaft besteht für die jeweilige Trennungsebene keine Festlegung der Verlaufsrichtung. Bei entgegengesetzt geneigten Trennungsebenen kann bei einem Zusammenfügen von dem Ringelement und dem Grundkörper weiterhin ein Zentrierungseffekt dieser Bauteile genutzt werden.
Für eine Kolbengestaltung mit einer vertikalen und einer horizontalen Trennungsebene ist bevorzugt im Kolbenboden zwischen dem Ringelement und dem Grundkörper eine vertikal ausgerichtete Trennungsebene und unterhalb der Ringzone des Ringelements eine horizontal ausgerichtete Trennungsebene vorgesehen. Bei diesem Kolbenaufbau stellt sich ein maximaler Höhenversatz zwischen den beiden Trennungsebenen ein.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung bildet der Grundkörper außenseitig eine umlaufende Stufe, deren konzentrisch zu einer Längsachse des Kolbens verlaufender Fügesteg von dem Fügesteg des Ringelements umschlossen wird zur Bildung einer vertikalen Trennungsebene. Bei dieser Ausführung kann vorteilhaft die Länge der Trennungsebene durch die axiale Länge der Stufe bzw. des Absatzes beeinflusst werden, wobei dieses Konzept gleichzeitig eine Zentrierung der Bauteile bei einem Zusammenfügen bewirkt.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht weiterhin vor, dass die korrespondierenden, zusammenwirkenden Fügestege des Ringelements und des Grundkörpers konstante Wandstärken aufweisen. Fügestege mit zumindest annähernd gleich dimensionierten Wandstärken bewirken einen gewünschten optimalen Spannungsausgleich bzw. eine Spannungsverteilung in dem Kolbenoberteil.
Weiterhin bietet die Erfindung die Möglichkeit, das Ringelement und den Grundkörper aus einem übereinstimmenden Werkstoff oder aus unterschiedlichen Werkstoffen herzustellen. Diesen Vorteil bietet ein mehrteiliger Kolben, wobei die Werkstoffauswahl hinsichtlich der jeweiligen thermischen und / oder mechanischen Beanspruchung erfolgen kann. Das Ringelement ist bevorzugt aus einem verschleißfesten, insbesondere wärmebeständigen Material hergestellt. Als Werkstoff für
den Grundkörper kann zur Gewichtseinsparung ein weniger verschleißfestes Material, beispielsweise eine Leichtmetalllegierung ausgewählt werden.
Zur Lösung der Aufgabe wird weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines Kolbens vorgeschlagen, das folgende Verfahrensschritte einschließt. Zunächst erfolgt die getrennte Herstellung eines Grundkörpers und eines Ringelements als Rohlinge. Diese Bauteile werden bevorzugt als geschmiedete oder gegossene Rohlinge, durch Ausstanzen oder Pressen, aus einem Halbzeug aus einem Stahlwerkstoff hergestellt. Alternativ dazu eignet sich zur Herstellung des Grundkörpers und des Ringelements ein Fließpressen, ein Schmiedeprozess oder ein Gießprozess. Der Herstellungsprozess von dem Grundkörper und dem Ringelement schließt die Gestaltung der Fügestege ohne Nacharbeit ein. Dabei können der Grundkörper und das Ringelement aus einem übereinstimmenden Werkstoff oder aus unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt werden. Mit der sich anschließenden Vorbearbeitung können die Brennraummulde sowie eine Bolzenbohrung in den Grundkörper sowie Kolbenringnuten in das Ringfeld des Ringelements eingebracht werden.
Danach erfolgt ein Zusammenfügen des Grundkörpers und des Ringelements, bis zur Abstützung von jeweils zwei korrespondierenden Fügestegen, die zwei zueinander versetzte Trennungsebenen bilden. Durch ein anschließendes Verschweißen der Fügestege wird der Grundkörper mit dem Ringelement stoffschlüssig verbunden.
Für die stoffschlüssige Verbindung von dem Grundkörper und dem Ringelement sind unterschiedliche Verfahren einsetzbar. Bevorzugt wird ein Reibschweißen beziehungsweise ein multiorbitales oder multilineares Reibschweißen verwendet. Alternativ eignet sich ein Elektronenstrahlschweißen, ein Widerstandspress-Schweißverfahren, ein Kondensatorentladungsschweißen oder ein Laserschweißen. Außerdem
kann eine Lötung zum stoffschlüssigen Verbinden der korrespondierenden Fügestege eingesetzt werden. Nach abgeschlossenem Schwei ßprozess werden die nach außen austretenden Schweißwülste entfernt. Als letzter Schritt schließt sich eine Endbearbeitung und Reinigung des Kolbens an.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen, in denen Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind. Sofern nicht anders erwähnt, sind in der Beschreibung gleiche oder funktionsgleiche Bauteile mit gleichen Bezugszahlen versehen. Es zeigen:
Fig. 1 : in einer Schnittdarstellung ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens (1 );
Fig. 2: ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens
(1 );
Fig. 3: ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens
(1 );
Fig. 4: ein viertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens (1 )-
Die Figur 1 zeigt in einer Schnittdarstellung einen gemäß seiner Herstellung einteiligen Kolben 1 , der einen Grundkörper 2 sowie ein Ringelement 3 umfasst, die über Trennungsebenen 4a, 5a bildende Fügestege 6a, 6b; 7a, 7b verbunden sind. Durch ein Reibschweißverfahren sind die Fügestege 6a, 6b; 7a, 7b im Bereich der Trennungsebenen 4a, 5a stoffschlüssig zusammengefügt.
Beispielsweise wird ein multiorbitales Reibschweißverfahren eingesetzt, bei dem aufgrund kleinster kreisförmiger Orbitalbewegungen sich im Bereich der Trennungsebenen 4a, 5a keine beziehungsweise nur geringe Schweißwülste 8 ,9 bilden, die keine oder nur eine geringe Nacharbeit erfordern. Die Wandstärke Si, S2 von den Fügestegen 6a, 6b sowie den Fügestegen 7a, 7b ist weitestgehend konstant. Zwischen der vertikal ausgerichteten Trennungsebene 5a und der horizontal verlaufenden Trennungsebene4a stellt sich ein maximaler Höhenversatz H ein. Der Grundkörper 2 des Kolbens 1 schließt eine in einem Kolbenboden 10 exzentrisch oder rotationssymmetrisch zu einer Längsachse 1 1 eingebrachte Brennraummulde 12 ein. Ein Kolbenschaft 13 des Grundkörpers 2 schließt zwei diametral gegenüber liegende Bolzenbohrungen 14 ein, die zur Aufnahme eines Kolbenbolzens (nicht gezeigt) bestimmt sind. Eine die Brennraummulde 12 umschließende Zwischenwand 16 begrenzt innenseitig einen Kühlkanal 15, der außenseitig von dem Ringelement 3 umschlossen ist. Der Kühlkanal 15 ist nach erfolgter Verschweißung von dem Grundkörper 2 mit dem Ringelement 3 umlaufend verschlossen. Im Betriebszustand kann ein Kühlmedium den Kühlkanal 15 gezielt über zumindest einen Eintritt und einen Austritt (nicht gezeigt) beaufschlagen. Das Ringelement 3 weist kolbenbodenseitig einen Feuersteg 17 auf, an den sich ein Ringfeld 18 mit Ringnuten 19 anschließt, die zur Aufnahme von Kolbenringen (nicht gezeigt) bestimmt sind.
Die Figuren 2 bis 4 zeigen alternative Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Kolbens 1 , wobei für gleiche oder gleich wirkende Bauteile übereinstimmende Bezugszeichen verwendet werden. Die nachfolgenden Figurenbeschreibungen beschränken sich im Wesentlichen auf Unterscheidungsmerkmale gegenüber der Figur 1 .
Gemäß der Figur 2 umfasst der Kolben 1 zwei vertikal ausgerichtete Trennungsebenen 4b, 5a zwischen dem Grundkörper 2 und dem
Ringelement 3. Die Trennungsebene 4b wird durch eine Stufe 20 des Grundkörpers 2 gebildet, die außenseitig von einem Endabschnitt des Ringelements 3 umschlossen wird. Ein Überlappungsbereich der Fügestege 7a, 7b von den zusammenwirkenden Bauteilen, dem Grundkörper 2 und dem Ringelement 3 definiert die Trennungsebene 4b.
In der Fig. 3 ist der Kolben 1 abgebildet, dessen Aufbau weitestgehend mit der Darstellung in Figur 2 übereinstimmt. Der Kolben 1 in der Figur 3 zeigt neben der Trennungsebene 4b gemäß Figur 2 die horizontal verlaufende, der Zwischenwand 16 zugeordnete Trennungsebene 5b, die durch die Fügestege 21 a, 21 b gebildet werden. Bei einem axialen Zusammenfügen der den Kolben 1 bildenden Bauteile kann die Stufe 20 des Grundkörpers 2 zur Zentrierung des Ringelements 3 genutzt werden.
Der Kolben 1 in der Figur 4 umfasst zwei geneigt, beziehungsweise schräg verlaufende Trennungsebenen 4c, 5c zwischen dem Grundkörper 2 und dem Ringelement 3. Alternativ zu einem übereinstimmend geneigten Verlauf der Trennungsebenen 4c, 5c gemäß der Figur 4, bietet es sich an, dass die Trennungsebenen 4c, 5c zueinander gegenläufig verlaufen.
Bezugszeichenliste
1 Kolben 51 Wandstärke
2 Grundkörper 52 Wandstärke
3 Ringelement H Höhenversatz
4 a Trennungsebene
4 b Trennungsebene
4 c Trennungsebene
5 a Trennungsebene
5 b Trennungsebene
5 c Trennungsebene
6 a Fügesteg
6 b Fügesteg
7 a Fügesteg
7 b Fügesteg
8 Schweißwulst
9 Schweißwulst
10 Kolbenboden
1 1 Längsachse
12 Brennraummulde
13 Kolbenschaft
14 Bolzenbohrung
15 Kühlkanal
16 Zwischenwand
17 Feuersteg
18 Ringfeld
19 Ringnut
20 Stufe
21 a Fügesteg
21 b Fügesteg