"Färbemittel für keratinische Fasern mit optimierter Viskositätseinstellung"
Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist eine oxidative Färbezubereitung für keratinische Fasern, insbesondere menschliche Haare, die über eine verbesserte Viskosität verfügt. Diese Viskositätsverbesserung wird durch das Zusammenspiel eines anionischen polymeren Verdickers in Verbindung mit einer Ölphase erzielt, wobei der anionische polymere Verdicker und das Öl in zwei voneinander getrennten Phasen einer Entwicklerzubereitung, enthaltend zumindest ein chemisches Oxidationsmittel, vorliegen.
Die Veränderung von Form und Farbe der Haare stellt einen wichtigen Bereich der modernen Kosmetik dar. Dadurch kann das Erscheinungsbild der Haare sowohl aktuellen Modeströmungen als auch den individuellen Wünschen der einzelnen Person angepasst werden. Diese Mittel sollen neben der gewünschten Färbe und Formleistung möglichst minimale Schädigungen auf dem Haar hervorrufen und vorzugsweise sogar zusätzliche Pflegeeigenschaften besitzen.
Zur Bereitstellung farbverändernder kosmetischer Mittel, insbesondere für die Haut oder keratin- haltige Fasern wie beispielsweise menschliche Haare, kennt der Fachmann je nach Anforderungen an die Färbung diverse Färbesysteme. Für permanente, intensive Färbungen mit entsprechenden Echtheitseigenschaften werden sogenannte Oxidationsfärbemittel verwendet. Solche Färbemittel enthalten üblicherweise Oxidationsfarbstoffvorprodukte, sogenannte Entwicklerkomponenten und Kupplerkomponenten, die unter dem Einfluss von Oxidationsmitteln oder von Luftsauerstoff untereinander die eigentlichen Farbstoffe ausbilden. Daher werden zumeist zweiteilige Färbemittel eingesetzt, aus denen die Anwendungsmischungen erst unmittelbar vor der Anwendung aus einer Farbveränderungszubereitung und einer Oxidationsmittelzubereitung hergestellt werden. Diese Oxidationsfärbemittel zeichnen sich durch hervorragende, lang anhaltende Färbeergebnisse aus. Für temporäre Färbungen werden üblicherweise Färbe- oder Tönungsmittel verwendet, die als färbende Komponente sogenannte direktziehende Farbstoffe („Direktzieher") enthalten.
Um eine optimale Färbeleistung zu entfalten, benötigen oxidative Färbemittel in der Regel einen alkalischen pH-Wert zur Ausfärbung, insbesondere zwischen pH 9,0 und pH 10,5. Darüber hinaus beträgt die Anwendungsdauer für ansprechende Färbeergebnisse üblicherweise zwischen 10 und 45 min. Es ist daher notwendig, dass das anwendungsbereite Färbemittel so formuliert und konfektioniert ist, dass das Färbemittel sich einerseits gut auf den zu färbenden keratinischen Fasern verteilen lässt, andererseits jedoch in den zu färbenden Fasern während der Anwendungszeit verbleibt. Dazu ist es vorteilhaft, wenn das Färbemittel über eine bestimmte Viskosität verfügt, die zwar das Auftragen des Mittels ermöglicht, jedoch das Mittel auch am Ort der Anwendung verbleiben lässt. Diese Viskosität kann durch polymere Verdickungsmittel im anwendungsbereiten
Färbemittel eingestellt werden, wobei dieses Verdickungsmittel sowohl in der Farbveränderungszu- bereitung oder der Oxidationsmittelzubereitung enthalten sein kann.
Um eine gute Mischung von Farbveränderungszubereitung und Oxidationsmittelzubereitung zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn die Farbveränderungszubereitung und Oxidationsmittelzubereitung über eine gute Fließfähigkeit verfügen und sich die erhöhte Viskosität der Anwendungsmischung erst nach Vermischen der beiden Komponenten einstellt. Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist der Einsatz von polymeren Verdickungsmitteln, deren verdickende Eigenschaften sich mit dem pH-Wert ändern. Die Farbveränderungszubereitung besitzt zur Stabilisierung von Oxidationsfarbstoffvorprodukten zumeist einen alkalischen pH-Wert und die Oxidationsmittelzubereitung besitzt zur Stabilisierung des Oxidationsmittels einen sauren pH-Wert, während die Anwendungsmischung einen alkalischen pH-Wert besitzen sollte. Wenn der polymere Verdicker in der sauren Oxidationsmittelzubereitung enthalten ist, ist daher ein anionischer polymerer Verdicker bevorzugt, der bei einem alkalischen pH-Wert zu einer deutlichen Viskositätserhöhung führt.
Als solche anionischen, polymeren Verdicker eignen sich besonders Homo- oder Copolymere von Acrylsäure oder Methacrylsäure. In der Regel sind zur erforderlichen Viskositätseinstellung höhere Mengen, üblicherweise zwischen 2 bis 5 Gew.-%, solcher Polymere in der Anwendungsmischung und damit eine entsprechend noch höhere Menge in der Oxidationsmittelzubereitung erforderlich.
Hohe Polymerladungen, insbesondere an anionischen polymeren Verdickungsmitteln, können jedoch bei der Herstellung der Oxidationsmittelzubereitungen zu Problemen führen, da solche erhöhten Einsatzkonzentrationen an Verdickungsmitteln, insbesondere bei geringen pH-Wert- Schwankungen, zu Verstopfungen in den Herstellanlagen und -apparaturen, wie Dosierpumpen und Ventilen führen können. Es ist daher neben der Rohstoffersparnis besonders wünschenswert, Mittel mit verringertem Gehalt an polymeren Verdicker einzusetzen, wenn dabei die Viskosität der Anwendungsmischung nicht beeinträchtigt wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein zweiteiliges, oxidatives Färbemittel für keratinische Fasern zur Verfügung zu stellen, welches über eine gute Mischbarkeit der beiden Teilkomponenten verfügt, jedoch eine ausreichende Viskosität aufweist, so dass das Mittel sich einerseits gut auftragen lässt, andererseits während der Anwendung am Wirkort verbleibt und nicht aus den Fasern ausfließt. Schließlich soll sich das Mittel dadurch auszeichnen, dass die Menge an polymeren Verdickungsmittel reduziert ist, so dass die oben beschriebenen Probleme während der Herstellung der Mittel minimiert oder eliminiert werden können.
In nicht vorhersehbarer Weise konnte nun gefunden werden, dass durch spezielle zweiphasige kosmetische, oxidative Zubereitungen für den Einsatz in farbverändernden Mitteln für keratinische Fasern, insbesondere menschliche Haare, die neben einem anionischen polymeren Verdickungs-
mittel zusätzlich eine Öl enthält, eine Erhöhung der Viskosität in der anwendungsbereiten Färbemischung ermöglicht wird. Dadurch ist es möglich, die Einsatzmenge an anionischem polymerem Verdickungsmittel zu verringern, ohne Einbussen in der Viskosität der der anwendungsbereiten Färbemischung hinnehmen zu müssen.
Ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Mehrkomponentenverpackungs- einheit (Kit-of-Parts), die mindestens zwei voneinander getrennt konfektionierte Container enthält, wobei ein erster Container (C1 ) eine Farbveränderungszubereitung (FäZ), enthaltend in einem kosmetischen Träger mindestens eine farbverändernde Komponente, und ein zweiter Container (C2) eine Oxidationsmittelzubereitung enthält, und die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) mindestens zwei mit voneinander getrennte Phasen umfasst, wobei
(i) die erste Phase (I) eine wässrige Phase darstellt, die in einem kosmetischen Träger mindestens ein chemisches Oxidationsmittel und mindestens ein anionisches polymeres Verdickungsmittel, ausgewählt aus Homo- oder Copolymeren von Acrylsäure und/oder Methacrylsäure, enthält, und
(ii) die zweite Phase (II) eine hydrophobe Phase darstellt, die mindestens ein Öl, ausgewählt aus Paraffinöl oder flüssigen Carbonsäureestern aus C2-C8-Monoalkanol mit einer Mono- oder Dicarbonsäure, enthält.
Unter keratinhaltigen bzw. keratinischen Fasern werden erfindungsgemäß Pelze, Wolle, Federn und insbesondere menschliche Haare verstanden. Obwohl die erfindungsgemäße Verwendung in erster Linie zum Färben und/oder Aufhellen von keratinhaltigen Fasern geeignet sind, steht prinzipiell einer Verwendung auch auf anderen Gebieten nichts entgegen.
Die Farbveränderungszubereitung (FäZ) und die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) enthalten die Inhaltstoffe jeweils in einem kosmetischen und damit physiologisch verträglichen Träger. Physiologisch verträgliche Träger sind dabei insbesondere wässrige, wässrig alkoholische und alkoholische Träger. Unter wässrig-alkoholischen Trägern sind im Sinne der vorliegenden Erfindung wasserhaltige Zusammensetzungen, enthaltend 3 bis 70 Gew.-% eines Ci-C4-Alkohols, bezogen auf das Gesamtgewicht der Anwendungsmischung, insbesondere Ethanol bzw. Iso- propanol, zu verstehen. Ein wässriger Träger enthält im Sinne der Erfindung mindestens 30 Gew.- %, insbesondere mindestens 50 Gew.-% Wasser, bezogen auf das Gesamtgewicht der Anwendungsmischung.
Die Farbveränderungszubereitung (FäZ) der erfindungsgemäßen Mehrkomponentenver- packungseinheit enthält in einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung als farbverändernde Komponente mindestens eine farbgebende Komponente. Diese farbgebende Komponente wird
bevorzugt ausgewählt aus mindestens einem Oxidationsfarbstoffvorprodukt und/oder aus mindestens einem direktziehenden Farbstoff.
Eine Ausführungsform des ersten Erfindungsgegenstands ist daher eine Mehrkomponentenver- packungseinheit, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Farbveränderungszubereitung (FäZ) als farbverändernde Komponente mindestens ein Oxidationsfarbstoffvorprodukt enthält. Bevorzugt ist als Oxidationsfarbstoffvorprodukt mindestens ein Oxidationsfarbstoffvorprodukt vom Entwicklertyp (Entwicklerkomponente), bevorzugt in Kombination mit mindestens einer Oxidationsfarbstoffvorprodukt vom Kupplertyp (Kupplerkomponente), enthalten.
Bevorzugte Oxidationsfarbstoffvorprodukte vom Entwicklertyp sind p-Phenylendiaminderivate. Bevorzugte p-Phenylendiamine werden ausgewählt aus einer oder mehrerer Verbindungen der Gruppe, die gebildet wird, aus p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, 2-Chlor-p-phenylendiamin, 2,3-Dimethyl-p-phenylendiamin, 2,6-Dimethyl-p-phenylendiamin, 2,6-Diethyl-p-phenylendiamin, 2,5-Dimethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dimethyl-p-phenylendiamin, N,N-Diethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dipropyl-p-phenylendiamin, 4-Amino-3-methyl-(N,N-diethyl)anilin, N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)-p- phenylendiamin, 4-N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)amino-2-methylanilin, 4-N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)- amino-2-chloranilin, 2-(2-Hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, 2-(1 ,2-Dihydroxyethyl)-p-phenylendi- amin, 2-Fluor-p-phenylendiamin, 2-lsopropyl-p-phenylendiamin, N-(2-Hydroxypropyl)-p-phenylendi- amin, 2-Hydroxymethyl-p-phenylendiamin, N,N-Dimethyl-3-methyl-p-phenylendiamin, N-Ethyl-N-2- hydroxyethyl-p-phenylendiamin, N-(2,3-Dihydroxypropyl)-p-phenylendiamin, N-(4'-Aminophenyl)-p- phenylendiamin, N-Phenyl-p-phenylendiamin, 2-(2-Hydroxyethyloxy)-p-phenylendiamin, 2- Methoxymethyl-p-phenylendiamin, 2-(2-Acetylaminoethyloxy)-p-phenylendiamin, N-(2-Methoxy- ethyl)-p-phenylendiamin, N-(4-Amino-3-methylphenyl)-N-[3-(1 H-imidazol-1-yl)propyl]amin, 5,8-Di- aminobenzo-1 ,4-dioxan sowie ihren physiologisch verträglichen Salzen. Erfindungsgemäß besonders bevorzugte p-Phenylendiaminderivate sind ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, 2-(2-Hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, 2- (1 ,2-Dihydroxyethyl)-p-phenylendiamin, N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, N-(4-Amino-3- methylphenyl)-N-[3-(1 H-imidazol-1-yl)propyl]amin, 2-Methoxymethyl-p-phenylendiamin sowie deren physiologisch verträglichen Salzen. Es kann erfindungsgemäß weiterhin bevorzugt sein, als Entwicklerkomponente Verbindungen einzusetzen, die mindestens zwei aromatische Kerne enthalten, die mit Amino- und/oder Hydroxylgruppen substituiert sind. Bevorzugte zweikernige Entwicklerkomponenten werden insbesondere aus mindestens einer der folgenden Verbindungen ausgewählt: N,N'-Bis-(2-hydroxyethyl)-N,N'-bis-(4'-aminophenyl)-1 ,3-diaminopropan-2-ol, N,N'-Bis- (2-hydroxyethyl)-N,N'-bis-(4'-aminophenyl)ethylendiamin, N,N'-Bis-(4'-aminophenyl)tetramethylen- diamin, N,N'-Bis-(2-hydroxyethyl)-N,N'-bis-(4'-aminophenyl)-tetramethylendiamin, N,N'-Bis-(4- (methylamino)phenyl)tetramethylendiamin, N,N'-Diethyl-N,N'-bis-(4'-amino-3'-methylphenyl)- ethylendiamin, Bis-(2-hydroxy-5-aminophenyl)methan, N,N'-Bis-(4'-aminophenyl)-1 ,4-diazacyclo- heptan, N,N'-Bis-(2-hydroxy-5-aminobenzyl)piperazin, N-(4'-Aminophenyl)-p-phenylendiamin und
1 ,10-Bis-(2',5'-diaminophenyl)-1 ,4,7,10-tetraoxadecan sowie ihre physiologisch verträglichen Salze. Ganz besonders bevorzugte zweikernige Entwicklerkomponenten werden ausgewählt unter N,N'-Bis-(2-hydroxyethyl)-N,N'-bis-(4-aminophenyl)-1 ,3-diamino-propan-2-ol, Bis-(2-hydroxy-5- aminophenyl)methan, 1 ,3-Bis-(2,5-diaminophenoxy)-propan-2-ol, N,N'-Bis-(4-aminophenyl)-1 ,4- diazacycloheptan, 1 , 10-Bis-(2,5-diaminophenyl)-1 ,4,7,10-tetraoxadecan oder eines ihrer physiologisch verträglichen Salze. Weiterhin kann es erfindungsgemäß bevorzugt sein, als Entwicklerkomponente ein p-Aminophenolderivat oder eines seiner physiologisch verträglichen Salze einzusetzen. Bevorzugte p-Aminophenole sind insbesondere p-Aminophenol, N-Methyl-p-aminophenol, 4-Amino-3-methyl-phenol, 4-Amino-3-fluorphenol, 2-Hydroxymethylamino-4-aminophenol, 4- Amino-3-hydroxymethylphenol, 4-Amino-2-(2-hydroxyethoxy)-phenol, 4-Amino-2-methylphenol, 4- Amino-2-hydroxymethylphenol, 4-Amino-2-methoxymethyl-phenol, 4-Amino-2-aminomethylphenol, 4-Amino-2-(2-hydroxyethyl-aminomethyl)-phenol, 4-Amino-2-(1 ,2-dihydroxyethyl)-phenol, 4-Amino- 2-fluorphenol, 4-Amino-2-chlorphenol, 4-Amino-2,6-dichlorphenol, 4-Amino-2-(diethylaminomethyl)- phenol sowie ihre physiologisch verträglichen Salze. Ganz besonders bevorzugte Verbindungen sind p-Aminophenol, 4-Amino-3-methylphenol, 4-Amino-2-aminomethylphenol, 4-Amino-2-(1 ,2- dihydroxyethyl)phenol und 4-Amino-2-(diethylaminomethyl)phenol. Ferner kann die Entwicklerkomponente ausgewählt sein aus o-Aminophenol und seinen Derivaten, wie beispielsweise 2-Amino-4-methylphenol, 2-Amino-5-methylphenol oder 2-Amino-4-chlorphenol. Weiterhin kann die Entwicklerkomponente ausgewählt sein aus heterocyclischen Entwicklerkomponenten, wie beispielsweise aus Pyrimidinderivaten, Pyrazolderivaten, Pyrazolopyrimidin-und Pyrazolopyrazol-Derivaten bzw. ihren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte Pyrimidin- Derivate sind insbesondere die Verbindungen 2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin, 4-Hydroxy-2,5,6- triaminopyrimidin, 2-Hydroxy-4,5,6-triaminopyrimidin, 2-Dimethylamino-4,5,6-triaminopyrimidin, 2,4- Dihydroxy-5,6-diaminopyrimidin und 2,5,6-Triaminopyrimidin. Bevorzugte Pyrazol-Derivate sind insbesondere die Verbindungen, die ausgewählt werden unter 4,5-Diamino-1-methylpyrazol, 4,5- Diamino-1-(2-hydroxyethyl)pyrazol, 3,4-Diaminopyrazol, 4,5-Diamino-1-(4'-chlorbenzyl)pyrazol, 4,5- Diamino-1 ,3-dimethylpyrazol, 4,5-Diamino-3-methyl-1-phenylpyrazol, 4,5-Diamino-1-methyl-3- phenylpyrazol, 4-Amino-1 ,3-dimethyl-5-hydrazinopyrazol, 1-Benzyl-4,5-diamino-3-methylpyrazol, 4,5-Diamino-3-t-butyl-1-methylpyrazol, 4,5-Diamino-1-t-butyl-3-methylpyrazol, 4,5-Diamino-1-(2- hydroxyethyl)-3-methylpyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-methylpyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-(4- methoxyphenyl)pyrazol, 4,5-Diamino-1-ethyl-3-hydroxymethylpyrazol, 4,5-Diamino-3-hydroxy- methyl-1-methylpyrazol, 4, 5-Diamino-3-hydroxymethyl-1 -isopropylpyrazol, 4,5-Diamino-3-methyl-1- isopropylpyrazol, 4-Amino-5-(2-aminoethyl)amino-1 ,3-dimethylpyrazol, sowie deren physiologisch verträglichen Salze, insbesondere jedoch 4,5-Diamino-1-(2-hydroxyethyl)pyrazol. Bevorzugte Pyrazolopyrimidine sind die Verbindungen, die ausgewählt werden unter Pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin- 3,7-diamin, 2,5-Dimethyl-pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3J-diamin, Pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3,5-diamin, 2J-Dimethyl-pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3,5-diamin, 3-Aminopyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-7-ol, 3-Amino- pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-5-ol, 2-(3-Aminopyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-7-ylamino)ethanol, 2-(7-Amino- pyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3-ylamino)ethanol, 2-[(3-Aminopyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-7-yl)-(2-hydroxy-
ethyl)-amino]ethanol, 2-[(7-Aminopyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3-yl)-(2-hydroxyethyl)amino]ethanol, 5,6- Dimethylpyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3,7-diamin, 2,6-Dimethylpyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin-3,7-diamin, 3- Amino-7-dimethylamino-2,5-dimethylpyrazolo[1 ,5-a]pyrimidin sowie ihre physiologisch verträglichen Salze und ihre tautomeren Formen, wenn ein tautomeres Gleichgewicht vorhanden ist. Bevorzugtes Pyrazolopyrazol-Derivat ist 2,3-Diamino-6,7-dihydro-1 H,5H-pyrazolo[1 ,2-a]pyrazol-1-on.
Besonders bevorzugte Entwicklerkomponenten werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung aus der Gruppe, die gebildet wird aus p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin, 2-(2-Hydroxy- ethyl)-p-phenylendiamin, 2-(1 ,2-Dihydroxyethyl)-p-phenylendiamin, N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)-p- phenylendiamin, 2-Methoxymethyl-p-phenylendiamin, N-(4-Amino-3-methylphenyl)-N-[3-(1 H-imid- azol-1-yl)propyl]amin, N,N'-Bis-(2-hydroxyethyl)-N,N'-bis-(4-aminophenyl)-1 ,3-diamino-propan-2-ol, Bis-(2-hydroxy-5-aminophenyl)methan, 1 ,3-Bis-(2,5-diaminophenoxy)propan-2-ol, N,N'-Bis-(4- aminophenyl)-1 ,4-diazacycloheptan, 1 , 10-Bis-(2,5-diaminophenyl)-1 ,4,7, 10-tetraoxadecan, p- Aminophenol, 4-Amino-3-methylphenol, 4-Amino-2-aminomethylphenol, 4-Amino-2-(1 ,2-dihydroxy- ethyl)phenol und 4-Amino-2-(diethylaminomethyl)phenol, 4,5-Diamino-1 -(2-hydroxyethyl)pyrazol, 2,4,5,6-Tetraaminopyrimidin, 4-Hydroxy-2,5,6-triaminopyrimidin, 2-Hydroxy-4,5,6-triaminopyrimidin, 2,3-Diamino-6,7-dihydro-1 H,5H-pyrazolo[1 ,2-a]pyrazol-1-on sowie deren physiologisch verträglichen Salzen. Ganz besonders bevorzugte Entwicklerkomponenten sind p-Toluylendiamin, 2-(2- Hydroxyethyl)-p-phenylendiamin, 2-Methoxymethyl-p-phenylendiamin, N-(4-Amino-3-methyl- phenyl)-N-[3-(1 H-imidazol-1-yl)propyl]amin, und/oder 4,5-Diamino-1-(2-hydroxyethyl)-pyrazol sowie deren physiologisch verträglichen Salze.
Die Entwicklerkomponenten werden bevorzugt in einer Menge von 0,0001 bis 2,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,001 bis 1 ,5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das anwendungsbereite Mittel, verwendet.
Kupplerkomponenten bilden im Rahmen der oxidativen Färbung allein keine signifikante Färbung aus, sondern benötigen stets die Gegenwart von Entwicklerkomponenten. Daher ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass bei Verwendung mindestens einer Kupplerkomponente zusätzlich mindestens eine Entwicklerkomponente zum Einsatz kommt. Kupplerkomponenten im Sinne der Erfindung erlauben mindestens eine Substitution eines chemischen Restes des Kupplers durch die oxidierte Form der Entwicklerkomponente. Dabei bildet sich eine kovalente Bindung zwischen Kuppler- und Entwicklerkomponente aus. Kuppler sind bevorzugt cyclische Verbindungen, die am Cyclus mindestens zwei Gruppen tragen, ausgewählt aus (i) gegebenenfalls substituierten Amino- gruppen und/oder (ii) Hydroxylgruppen. Wenn die cyclische Verbindung ein Sechsring (bevorzugt aromatisch) ist, so befinden sich die besagten Gruppen bevorzugt in ortho-Position oder metaPosition zueinander.
Erfindungsgemäße Kupplerkomponenten werden bevorzugt als mindestens eine Verbindung aus einer der folgenden Klassen ausgewählt: m-Aminophenol, o-Aminophenol, m-Diaminobenzol, o-Di-
aminobenzol und/oder deren Derivate; Naphthalinderivate mit mindestens einer Hydroxygruppe; Di- beziehungsweise Trihydroxybenzol; Pyridinderivate; Pyrimidinderivate; bestimmte Indol- Derivate und Indolin-Derivate; Pyrazolonderivate (beispielsweise 1-Phenyl-3-methylpyrazol-5-on); Morpholinderivate (beispielsweise 6-Hydroxybenzomorpholin oder 6-Aminobenzomorpholin); Chinoxalinderivate (beispielsweise 6-Methyl-1 ,2,3,4-tetrahydrochinoxalin), sowie Gemische aus zwei oder mehreren Verbindungen aus einer oder mehreren dieser Klassen.
Bevorzugte m-Aminophenol-Kupplerkomponenten werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung aus der Gruppe, die gebildet wird aus 3-Aminophenol, 5-Amino-2-methylphenol, N- Cyclopentyl-3-aminophenol, 3-Amino-2-chlor-6-methylphenol, 2-Hydroxy-4-aminophenoxyethanol, 2,6-Dimethyl-3-aminophenol, 3-Trifluoroacetylamino-2-chlor-6-methylphenol, 5-Amino-4-chlor-2- methylphenol, 5-Amino-4-methoxy-2-methylphenol, 5-(2'-Hydroxyethyl)amino-2-methylphenol, 3- Diethylaminophenol, N-Cyclopentyl-3-aminophenol, 1 ,3-Dihydroxy-5-(methylamino)benzol, 3-Ethyl- amino-4-methylphenol, 2,4-Dichlor-3-aminophenol und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte m-Diaminobenzol-Kupplerkomponenten werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung aus der Gruppe, die gebildet wird aus m-Phenylendiamin, 2-(2,4-Diaminophenoxy)ethanol, 1 ,3-Bis(2,4-diaminophenoxy)propan, 1-Methoxy-2-amino-4-(2'-hydroxyethylamino)benzol, 1 ,3-Bis- (2,4-diaminophenyl)propan, 2,6-Bis(2'-hydroxyethylamino)-1-methylbenzol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)- amino]-4-methoxy-5-methylphenyl}amino)ethanol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)amino]-2-methoxy-5- methylphenyl}amino)ethanol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)amino]-4,5-dimethylphenyl}amino)ethanol, 2- [3-Morpholin-4-ylphenyl)amino]ethanol, 3-Amino-4-(2-methoxyethoxy)-5-methylphenylamin, 1- Amino-3-bis-(2'-hydroxyethyl)aminobenzol und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte o-Diaminobenzol-Kupplerkomponenten werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung aus der Gruppe, die gebildet wird aus 3,4-Diaminobenzoesäure und 2,3-Diamino-1- methylbenzol und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte Naphthalinderivate mit mindestens einer Hydroxygruppe werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus 1-Naphthol, 2-Methyl-1-naphthol, 2-Hydroxymethyl-1-naphthol, 2- Hydroxyethyl-1-naphthol, 1 ,3-Dihydroxynaphthalin, 1 ,5-Dihydroxynaphthalin, 1 ,6- Dihydroxynaphthalin, 1 ,7-Dihydroxynaphthalin, 1 ,8-Dihydroxynaphthalin, 2,7-Dihydroxynaphthalin und 2,3-Dihydroxynaphthalin. Bevorzugte Di- beziehungsweise Trihydroxybenzole und deren Derivate werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus Resorcin, Resorcinmonomethylether, 2-Methylresorcin, 5-Methylresorcin, 2,5-Dimethylresorcin, 2- Chlorresorcin, 4-Chlorresorcin, Pyrogallol und 1 ,2,4-Trihydroxybenzol. Bevorzugte Pyridinderivate werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus 2,6- Dihydroxypyridin, 2-Amino-3-hydroxypyridin, 2-Amino-5-chlor-3-hydroxypyridin, 3-Amino-2- methylamino-6-methoxypyridin, 2,6-Dihydroxy-3,4-dimethylpyridin, 2,6-Dihydroxy-4-methylpyridin, 2,6-Diaminopyridin, 2,3-Diamino-6-methoxypyridin, 3,5-Diamino-2,6-dimethoxypyridin, 3,4- Diaminopyridin, 2-(2-Methoxyethyl)amino-3-amino-6-methoxypyridin, 2-(4'-Methoxyphenyl)amino- 3-aminopyridin, und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte Pyrimidinderivate
werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus 4,6- Diaminopyrimidin, 4-Amino-2,6-dihydroxypyrimidin, 2,4-Diamino-6-hydroxypyrimidin, 2,4,6- Trihydroxypyrimidin, 2-Amino-4-methylpyrimidin, 2-Amino-4-hydroxy-6-methylpyrimidin und 4,6- Dihydroxy-2-methylpyrimidin und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte Indolderivate werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus 4-Hydroxyindol, 6-Hydroxyindol und 7-Hydroxyindol und deren physiologisch verträglichen Salzen. Bevorzugte Indolinderivate werden ausgewählt aus mindestens einer Verbindung der Gruppe, die gebildet wird aus 4-Hydroxyindolin, 6-Hydroxyindolin und 7-Hydroxyindolin und deren physiologisch verträglichen Salzen.
Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Kupplerkomponenten werden ausgewählt unter 3-Amino- phenol, 5-Amino-2-methylphenol, 3-Amino-2-chlor-6-methylphenol, 2-Hydroxy-4-aminophenoxy- ethanol, 5-Amino-4-chlor-2-methylphenol, 5-(2-Hydroxyethyl)-amino-2-methylphenol, 2,4-Dichlor-3- aminophenol, 2-Aminophenol, 3-Phenylendiamin, 2-(2,4-Diaminophenoxy)ethanol, 1 ,3-Bis(2,4-di- aminophenoxy)propan, 1-Methoxy-2-amino-4-(2-hydroxyethylamino)benzol, 1 ,3-Bis(2,4-diamino- phenyl)propan, 2,6-Bis(2'-hydroxyethylamino)-1-methylbenzol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)amino]-4- methoxy-5-methylphenyl}amino)ethanol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)amino]-2-methoxy-5-methyl- phenyl}amino)ethanol, 2-({3-[(2-Hydroxyethyl)amino]-4,5-dimethylphenyl}amino)ethanol, 2-[3- Morpholin-4-ylphenyl)amino]ethanol, 3-Amino-4-(2-methoxyethoxy)-5-methylphenylamin, 1-Amino- 3-bis-(2-hydroxyethyl)aminobenzol, Resorcin, 2-Methylresorcin, 4-Chlorresorcin, 1 ,2,4-Trihydroxy- benzol, 2-Amino-3-hydroxypyridin, 3-Amino-2-methylamino-6-methoxypyridin, 2,6-Dihydroxy-3,4- dimethylpyridin, 3,5-Diamino-2,6-dimethoxypyridin, 1-Phenyl-3-methylpyrazol-5-on, 1-Naphthol, 1 ,5-Dihydroxynaphthalin, 2,7-Dihydroxynaphthalin, 1 ,7-Dihydroxynaphthalin, 1 ,8-Dihydroxynaph- thalin, 4-Hydroxyindol, 6-Hydroxyindol, 7-Hydroxyindol, 4-Hydroxyindolin, 6-Hydroxyindolin, 7- Hydroxyindolin oder Gemischen dieser Verbindungen oder deren physiologisch verträglichen Salzen. Ganz besonders bevorzugt sind Resorcin, 2-Methylresorcin, 5-Amino-2-methylphenol, 3- Aminophenol, 2-(2,4-Diaminophenoxy)ethanol, 1 ,3-Bis(2,4-diaminophenoxy)propan, 1-Methoxy-2- amino-4-(2'-hydroxyethylamino)benzol, 2-Amino-3-hydroxypyridin und 1 -Naphthol sowie eines deren physiologisch verträglichen Salze.
Die Kupplerkomponenten werden bevorzugt in einer Menge von 0,0001 bis 2,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,001 bis 1 ,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das anwendungsbereite Mittel, verwendet.
Dabei werden Entwicklerkomponenten und Kupplerkomponenten im Allgemeinen in etwa molaren Mengen zueinander eingesetzt. Wenn sich auch der molare Einsatz als zweckmäßig erwiesen hat, so ist ein gewisser Überschuss einzelner Oxidationsfarbstoffvorprodukte nicht nachteilig, so dass Entwicklerkomponenten und Kupplerkomponenten in einem Mol-Verhältnis von 1 zu 0,5 bis 1 zu 3, insbesondere 1 zu 1 bis 1 zu 2, stehen können.
Weiterhin kann als farbgebende Komponente mindestens ein direktziehender Farbstoff enthalten sein. Dabei handelt sich um Farbstoffe, die direkt auf das Haar aufziehen und keinen oxidativen Prozess zur Ausbildung der Farbe benötigen. Direktziehende Farbstoffe können in anionische, kationische und nichtionische direktziehende Farbstoffe unterteilt werden. Üblicherweise sind es Nitrophenylendiamine, Nitroaminophenole, Azofarbstoffe, Anthrachinone oder Indophenole. Die direktziehenden Farbstoffe werden jeweils bevorzugt in einer Menge von 0,0001 bis 2,0 Gew.-%, bevorzugt von 0,001 bis 1 ,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf die gesamte Anwendungszubereitung, eingesetzt.
Bevorzugte anionische direktziehende Farbstoffe sind die unter den internationalen Bezeichnungen bzw. Handelsnamen Acid Yellow 1 , Yellow 10, Acid Yellow 23, Acid Yellow 36, Acid Orange 7, Acid Red 33, Acid Red 52, Pigment Red 57: 1 , Acid Blue 7, Acid Green 50, Acid Violet 43, Acid Black 1 , Acid Black 52, Bromphenolblau und Tetrabromphenolblau bekannten Verbindungen. Bevorzugte kationische direktziehende Farbstoffe sind kationische Triphenylmethanfarbstoffe, wie Basic Blue 7, Basic Blue 26, Basic Violet 2 und Basic Violet 14, aromatischen Systeme, die mit einer quaternären Stickstoffgruppe substituiert sind, wie beispielsweise Basic Yellow 57, Basic Red 76, Basic Blue 99, HC Blue 16 (Bluequat B), Basic Brown 16 und Basic Brown 17, sowie direktziehende Farbstoffe, die einen Heterocyclus enthalten, der mindestens ein quaternäres Stickstoffatom aufweist, insbesondere Basic Yellow 87, Basic Orange 31 und Basic Red 51. Die kationischen direktziehenden Farbstoffe, die unter dem Warenzeichen Arianor® vertrieben werden, sind erfindungsgemäß ebenfalls bevorzugte kationische direktziehende Farbstoffe. Als nichtionische direktziehende Farbstoffe eignen sich insbesondere nichtionische Nitro- und Chinonfarb- stoffe und neutrale Azofarbstoffe. Bevorzugte nichtionische direktziehende Farbstoffe sind die unter den internationalen Bezeichnungen bzw. Handelsnamen HC Yellow 2, HC Yellow 4, HC Yellow 5, HC Yellow 6, HC Yellow 12, HC Orange 1 , Disperse Orange 3, HC Red 1 , HC Red 3, HC Red 10, HC Red 1 1 , HC Red 13, HC Red BN, HC Blue 2, HC Blue 1 1 , HC Blue 12, Disperse Blue 3, HC Violet 1 , Disperse Violet 1 , Disperse Violet 4, Disperse Black 9 bekannten Verbindungen, sowie 1 ,4-Diamino-2-nitrobenzol, 2-Amino-4-nitrophenol, 1 ,4-Bis-(2-hydroxyethyl)-amino-2-nitro- benzol, 3-Nitro-4-(2-hydroxyethyl)aminophenol, 2-(2-Hydroxyethyl)amino-4,6-dinitrophenol, 4-[(2- Hydroxyethyl)amino]-3-nitro-1-methylbenzol, 1-Amino-4-(2-hydroxyethyl)amino-5-chlor-2- nitrobenzol, 4-Amino-3-nitrophenol, 1 -(2'-Ureidoethyl)amino-4-nitrobenzol, 2-[(4-Amino-2-nitro- phenyl)amino]-benzoesäure, 6-Nitro-1 ,2,3,4-tetrahydrochinoxalin, 2-Hydroxy-1 ,4-naphthochinon, Pikraminsäure und deren Salze, 2-Amino-6-chloro-4-nitrophenol, 4-Ethylamino-3-nitrobenzoesäure und 2-Chlor-6-ethylamino-4-nitrophenol. Erfindungsgemäß bevorzugte Farbstoffkombinationen sind solche, die mindestens die Kombination aus Tetrabromphenolblau und Acid Red 92; Tetrabromphenolblau und Acid Red 98; Tetrabromphenolblau und Acid Red 94; Tetrabromphenolblau und Acid Red 87 oder Tetrabromphenolblau und Acid Red 51 .
Als farbverändernde Komponente in Aufhellmitteln können schließlich zusätzliche Bleichkraftverstärker, die die Wirkung des Oxidationsmittels aus Phase (I) des zweiphasigen Mittels verstärken, eingesetzt werden.
In einer Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße eine Farbveränderungszubereitung (FäZ), als farbverändernde Komponente daher einen zusätzlichen Bleichkraftverstärker. Als zusätzliche Bleichkraftverstärker können im Rahmen dieser Erfindung Peroxoverbindungen, weiterhin Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische Peroxocarbonsäuren und/oder substituierte Perbenzoesäure ergeben, Kohlensäurederivate, insbesondere Carbonatsalze bzw. Hydrogencarbonatsalze von Ammonium-, Alkali- oder Erdalkalimetallen, Alkylcarbonate, -car- bamate, Silylcarbonate und -carbamate eingesetzt werden.
Vorzugsweise ist der Bleichkraftverstärker ausgewählt aus Ammoniumperoxodisulfat, Alkalimetall- peroxodisulfaten, Ammoniumperoxomonosulfat, Alkalimetallhydrogenperoxomonosulfaten, Alkali- metallperoxodiphosphaten und Erdalkalimetallperoxiden. Besonders bevorzugte Bleichkraftverstärker sind Ammoniumperoxodisulfat, Kaliumperoxodisulfat, Natriumperoxodisulfat, Kalium- hydrogenperoxomonosulfat, Kaliumperoxodiphosphat, Magnesiumperoxid und Bariumperoxid. Erfindungsgemäß besonders bevorzugt sind Mittel, die als Bleichkraftverstärker mindestens ein anorganisches Salz, ausgewählt aus Peroxomonosulfaten und/oder Peroxodisulfaten, enthalten. Weiter hin hat es sich bei den Arbeiten zur vorliegenden Erfindung als besonders bevorzugt erwiesen, wenn die erfindungsgemäßen Mittel mindestens zwei verschiedene Peroxodisulfate enthalten. Bevorzugte Peroxodisulfatsalze sind dabei Kombinationen aus Ammoniumperoxodisulfat und Kaliumperoxodisulfat und/oder Natriumperoxodisulfat. Die Peroxoverbindungen sind in einer Menge von 0, 1 bis 25 Gew.-%, insbesondere in einer Menge von 0,5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des anwendungsbereiten Mittels, enthalten.
Der Einsatz von Persulfatsalzen bzw. Peroxodisulfatsalzen erfolgt in der Regel wasserfrei und in Form eines gegebenenfalls entstaubten Pulvers, einer Paste oder eines gepressten Formkörpers.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform kann dieFarbveränderungszubereitung (FäZ) als Bleichkraftverstärker mindestens ein kationisches Pyridinium-Derivat enthalten. Bevorzugte Verbindungen sind 4-Acyl-Pyridinium-Derivate und 2-Acylpyridinium-Derivate. Insbesondere bevorzugt sind dabei 2-Acetyl-1-methylpyridinium-p-toluolsulfonat und 4-Acetyl-1-methylpyridinium-p-toluol- sulfonat. Weiterhin bevorzugte kationische Pyridinium-Derivate sind dabei kationische 3,4-Dihydro- isochinolinium-Derivate, insbesondere N-Methyl-3,4-dihydroisochinolinium-p-toluolsulfonat.
Die neben oder anstelle von Peroxoverbindungen eingesetzten Bleichkraftverstärker sind in den erfindungsgemäßen, kosmetischen Mitteln bevorzugt in Mengen von 0,05 bis 10 Gew.-%, insbe-
sondere in Mengen von 0,2 bis 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des anwendungsbereiten Mittels, enthalten.
Zur weiteren Steigerung der Aufhellleistung können der erfindungsgemäßen Zusammensetzung zusätzlich als Bleichverstärker mindestens eine gegebenenfalls hydratisierte Si02-Verbindung zugesetzt. Obwohl bereits geringe Mengen der gegebenenfalls hydratisierten Si02-Verbindungen die Aufhellleistung erhöhen, kann es erfindungsgemäß bevorzugt sein, die gegebenenfalls hydratisierten Si02-Verbindungen in Mengen von 0,05 Gew.-% bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt in Mengen von 0, 15 Gew.-% bis 10 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt in Mengen von 0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf die erfindungsgemäße wasserfreie Zusammensetzung, einzusetzen. Die Mengenangaben geben dabei jeweils den Gehalt der Si02-Verbind- ungen (ohne deren Wasseranteil) in den Mitteln wieder. Bevorzugte gegebenenfalls hydratisierten Si02-Verbindungen sind Kieselsäuren, deren Oligomeren und Polymeren sowie deren Salze. Die gegebenenfalls hydratisierten Si02-Verbindungen können in verschiedenen Formen vorliegen. Erfindungsgemäß bevorzugt werden die Si02-Verbindungen in Form von Kieselgelen (Silicagel) oder besonders bevorzugt als Wasserglas eingesetzt. Erfindungsgemäß bevorzugt sind Wassergläser, die aus einem Silikat der Formel (Si02)n(Na20)m(K20)p gebildet werden, wobei n steht für eine positive rationale Zahl und m und p stehen unabhängig voneinander für eine positive rationale Zahl oder für 0, mit den Maßgaben, dass mindestens einer der Parameter m oder p von 0 verschieden ist und das Verhältnis zwischen n und der Summe aus m und p zwischen 1 :4 und 4:1 liegt. Insbesondere Metasilicate, die sich gemäß vorstehender Formel durch das Verhältnis zwischen n und der Summe aus m und p von < 1 auszeichnen und sich als kettenförmige polymere Strukturen des Anions [Si03]2" auffassen lassen, können bevorzugt eingesetzt werden. Natrium- metasilicat der Formel [NaSi03]x, ist dabei besonders bevorzugt.
Ein entscheidendes Merkmal der erfindungsgemäßen Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) der Mehr- komponentenverpackungseinheit des ersten Erfindungsgegenstands ist deren Zweiphasigkeit, wobei die beiden Phasen nicht miteinander mischbar sind. Vorzugsweise liegen die beiden Phasen in zwei Schichten übereinander mit unmittelbarem Kontakt über eine gemeinsame Grenzfläche zueinander vor.
In der erfindungsgemäßen Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) liegt die Phase (I) bevorzugt zu mindestens gleichen Gewichtsanteil wie die Phase (II) vor. Bevorzugt liegt Phase (I) im Überschuss vor. Bevorzugt besitzt das Gewichtsverhältnis von Phase (I) zu Phase (II) einen Wert von 99 zu 1 bis 50 zu 50, bevorzugt von 98 zu 2 bis 70 zu 30, besonders bevorzugt von 95 zu 5 bis 80 zu 20.
Gemäß der vorliegenden Erfindung besitzt die erste Phase (I) einen wässrigen oder wässrig- alkoholischen Träger. Unter wässrig-alkoholischen Trägern sind im Sinne der vorliegenden Erfindung wasserhaltige Zusammensetzungen, enthaltend 3 bis 70 Gew.-% eines C-|-C4-Alkohols,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Anwendungsmischung, insbesondere Ethanol bzw. Iso- propanol, zu verstehen. Ein wässriger Träger enthält im Sinne der Erfindung mindestens 30 Gew.- %, insbesondere mindestens 50 Gew.-% Wasser, bezogen auf das Gesamtgewicht der Anwendungsmischung. Weiterhin enthält die erste Phase (I) mindestens ein chemisches Oxidationsmittel. Der Begriff „chemisches Oxidationsmittel" soll dabei verdeutlichen, dass es sich dabei um ein extra zugesetztes Oxidationsmittel handelt und nicht etwa um ein in der Umgebung vorliegendes Oxidationsmittel, wie beispielsweise Luftsauerstoff. Als erfindungsgemäßes Oxidationsmittel wird bevorzugt Wasserstoffperoxid verwendet. Wasserstoffperoxid wird dabei entweder als vorzugsweise wässrige Lösung oder in Form einer festen Anlagerungsverbindung von Wasserstoffperoxid an anorganische oder organische Verbindungen, wie beispielsweise Natriumperborat, Natriumpercarbonat, Magnesiumpercarbonat, Natriumpercarbamid, Polyvinyl- pyrrolidinon n H202 (n ist eine positive ganze Zahl größer 0), Harnstoffperoxid und Melaminperoxid, eingesetzt. Erfindungsgemäß bevorzugte wässrige Phasen (I) enthalten wässrige Wasserstoffperoxid-Lösungen. Die Konzentration einer Wasserstoffperoxid-Lösung wird einerseits von den gesetzlichen Vorgaben und andererseits von dem gewünschten Effekt bestimmt. Vorzugsweise werden als wässrige Phase 3 Gew.-%ige bis 12 Gew.-%ige Lösungen in Wasser verwendet.
Eine Ausführungsform des ersten Erfindungsgegenstands ist daher dadurch gekennzeichnet, dass das chemische Oxidationsmittel der Phase (I) ausgewählt ist aus Wasserstoffperoxid und/oder einem seiner festen Anlagerungsprodukte an anorganische und/oder organische Verbindungen.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen enthalten mit besonderem Vorzug Wasserstoffperoxid. Hier sind erfindungsgemäße Mittel zur Farbveränderung keratinischer Fasern besonders bevorzugt, die 0,5 bis 18 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 2,5 bis 12 Gew.-% und insbesondere 3 bis 9 Gew.-% Wasserstoffperoxid, bezogen auf das Gesamtgewicht der Oxidationsmittelzubereitung, (berechnet als 100%iges H202) enthalten.
Weiterhin enthält die Phase (I) der Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) mindestens ein anionisches, polymeres Verdickungsmittel, welches ausgewählt ist aus Homo- oder Copolymeren von Acryl- säure und/oder Methacrylsäure. Da die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) üblicherweise einen sauren pH-Wert besitzt, die Anwendungsmischung jedoch einen alkalischen pH-Wert aufweist, unterliegt das polymere Verdickungsmittel einer pH-Wertveränderung, durch die die Carbonsäuregruppen von Acrylsäure- oder Methacrylsäure-Einheiten deprotoniert werden und durch diese Ionisierung eine Gelbildung und damit eine Viskositätserhöhung einsetzt.
Neben Acrylsäure und Methacrylsäure sind Crotonsäure, Itaconsäure, Maleinsäureanhydrid und 2- Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure weitere Beispiele für anionische Monomere, aus denen die polymeren anionischen Verdickungsmittel bestehen können. Dabei können die sauren Gruppen
ganz oder teilweise als Natrium-, Kalium-, Ammonium-, Mono- oder Triethanolammonium-Salz vorliegen.
Bevorzugte anionische Homopolymere sind unvernetzte und vernetzte Polyacrylsäuren. Dabei können Allylether von Pentaerythrit, von Sucrose und von Propylen bevorzugte Vernetzungs- agentien sein. Solche Verbindungen sind beispielsweise unter dem Warenzeichnen Carbopol® im Handel erhältlich.
Innerhalb dieser ersten Ausführungsform kann es weiterhin bevorzugt sein, Copolymere aus mindestens einem anionischen Monomer und mindestens einem nichtionogenen Monomer einzusetzen. Bezüglich der anionischen Monomere wird auf die oben aufgeführten Substanzen verwiesen. Bevorzugte nichtionogene Monomere sind Acrylamid, Methacrylamid, Acrylsäureester, Methacrylsäureester, Itaconsäuremono- und -diester, Vinylpyrrolidinon, Vinylether und Vinylester.
Bevorzugt kann die erfindungsgemäße Oxidationsmittelzubereitung zusätzlich mindestens ein anionisches Acrylsäure- und/oder Methacrylsäure-Polymerisat oder -Copolymerisat enthalten. Bevorzugte Polymerisate dieser Art sind:
Polymerisate z.B. aus wenigstens 10 Gew.-% Acrylsäure-Niedrigalkylester, 25 bis 70 Gew.-% Methacrylsäure und ggf. bis zu 40 Gew.-% eines weiteren Comonomeren,
Mischpolymerisate aus 50 bis 75 Gew.-% Ethylacrylat, 25 bis 35 Gew.-% Acrylsäure und 0 bis 25 Gew.-% anderer Comonomeren bekannt. Geeignete Dispersionen dieser Art sind im Handel erhältlich, z.B. unter der Handelsbezeichnung Latekoll® D (BASF).
Copolymerisate aus 50 bis 60 Gew.-% Ethylacrylat, 30 bis 40 Gew.-% Methacrylsäure und 5 bis 15 Gew.-% Acrylsäure, vernetzt mit Ethylenglycoldimethacrylat.
Bevorzugt sind aber auch Copolymere aus Acrylsäure, Methacrylsäure oder deren C-|-C6-Alkyl- estern und den Estern einer ethylenisch ungesättigten Säure und einem alkoxylierten Fettalkohol. Geeignete ethylenisch ungesättigte Säuren sind insbesondere Acrylsäure, Methacrylsäure und Itaconsäure; geeignete alkoxylierte Fettalkohole sind insbesondere Steareth-20 oder Ceteth-20. Derartige Copolymere werden von der Firma Rohm & Haas unter der Handelsbezeichnung Aculyn® 22 sowie von der Firma National Starch unter den Handelsbezeichnungen Structure® 2001 und Structure® 3001 vertrieben.
Besonders bevorzugte anionische Copolymere sind beispielsweise Copolymere aus Acrylsäure, Methacrylsäure oder deren d-Ce-Alkylestern, wie sie unter der INCI-Deklaration Acrylates Copolymere vertrieben werden. Bevorzugt ist dabei die Kombination aus Methacrylsäure und Ethylacrylat sowie gegebenenfalls vernetzenden, multifunktionalen Monomeren. Ein bevorzugtes Handelsprodukt dafür ist beispielsweise Aculyn® 33 bzw. 33A der Firma Rohm & Haas.
Die anionischen Acrylsäure- und/oder Methacrylsäure-Polymerisate oder -Copolymerisate sind in den erfindungsgemäßen Mitteln bevorzugt in einer Menge von 0, 1 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt von 1 bis 6 Gew.-% und insbesondere von 2,5 bis 4 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht aus Farbveränderungszubereitung (FäZ) und Oxidationsmittelzubereitung (OxZ), enthalten.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die zweite Phase (II) der Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) hydrophober Natur. Die erfindungsgemäße hydrophobe Phase (II) ist mit der wässrigen Phase (I), enthaltend das Oxidationsmittel und das anionische, polymere Verdickungsmittel, nicht mischbar. Hydrophobe Phasen, auch lipophile Phasen genannt, enthalten Fettkörper, die üblicherweise unpolare organische Verbindungen wie Kohlenwasserstoffverbindungen, langkettige Triglyceride, Siliconöle, Ester oder Ether sowie perhalogenierte Verbindungen enthalten.
Die hydrophobe Phase (II) der vorliegenden Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass sie mindestens einen flüssigen Carbonsäureester aus C2-C8-Monoalkanol mit einer Mono- oder Dicarbon- säure und/oder mindestens ein Paraffinol enthält. Der Begriff „flüssig" bezeichnet dabei auf bei Raumtemperatur und unter Normaldruck flüssige Carbonsäureester und/oder Paraffinöle. Erfindungsgemäße geeignete Carbonsäureester sind solche, die keine oder nur eine sehr geringe Wasserlöslichkeit besitzen, d. h. eine Wasserlöslichkeit von unter 1 g pro 1 L Wasser bei Normalbedingungen.
Die erfindungsgemäßen flüssigen Carbonsäureester der hydrophoben Phase (II) leiten sich von C2-C8-Monoalkanolen mit einer Mono- oder Dicarbonsäure ab.
Beispiele für C2-C8-Monoalkanole sind Ethanol, n-Propanol, Isopropanol (1-Methylethanol), 1- Butanol, 2-Butanol, 2-Methylpropan-2-ol (tert-Butanol), 2-Methylpropan-1-ol (Isobutanol), 1-Pentan- ol, 2-Pentanol, 3-Pentanol, 3-Methylbutan-1-ol (Isopentanol), 3-Methylbutan-2-ol (Siamylalkohol), 2-Methyl-2-butanol, 2,2-Dimethylpropan-1-ol (Neopentylalkohol), 1-Hexanol, 4-Methylpentan-1-ol (Isohexanol), 1-Heptanol, 1-Octanol, 6-Methylheptan-1-ol, 3,3-Dimethylhexan-1-ol, 3,5-Dimethyl- hexan-1-ol, 4,5-Dimethylhexan-1-ol, 3-Methylheptan-1-ol u. 5-Methylheptan-1-ol (Isooctanole) und 2-Ethylhexan-1-ol (Ethylhexylalkohol). Beispiele für geeignete Monocarbonsäuren sind gesättigte Fettsäuren, wie Decansäure, Dodecansäure (Laurinsäure), Tetradecansäure (Myristinsäure), Hexadecansäure (Palmitinsäure), Octadecansäure (Stearinsäure) und 16-Methylheptadecansäure (Isostearinsäure), ungesättigte Fettsäuren wie Palmitoleinsäure (C16: 1 ; 9Z), Ölsäure (C18:1 ; 9Z), Elaidinsäure (C18:1 ; 9E), Eicosensäure (Gondosäure; C20: 1 ; 1 1Z), Linolsäure (C18:2; 9Z, 12Z), γ- (gamma)-Linolensäure (C18:3; 6Z, 9Z, 12Z), o(alpha)-Linolensäure (C18:3; 9Z, 12Z, 15Z), a- Elaeostearinsäure (C18:3; 9Z, 1 1 E, 13E) und Arachidonsäure (C20:4; 5Z, 8Z, 1 1 Z, 14Z) sowie natürliche Fettsäureschnitte wie Fettsäuren aus Lanolin (Lanolate), Cocosfett (Cocoate) und Talgfett (Tallowate). Beispiele für geeignete Dicarbonsäuren sind gesättigte Dicarbonsäuren mit 4 bis
10 Kohlenstoffatomen, insbesondere Bernsteinsäure (Ethan-1 ,2-dicarbonsäure, Succinsäure), Glutarsäure (Propan-1 ,3-dicarbonsäure), Adipinsäure (Butan-1 ,4-dicarbonsäure) und Sebacinsäure (Oktan-1 ,8-dicarbonsäure).
Bevorzugt sind dabei solche Carbonsäureester, welche über eine Gesamtkohlenstoffanzahl von 12 bis 22 Kohlenstoffatomen verfügen. Bevorzugte Verbindungen sind Ethyllaurat, Propyllaurat, Iso- propyllaurat (IPL), Butyllaurat, Hexyllaurat, Ethylhexyllaurat, Ethylmyristat, Propylmyristat, Iso- propylmyristat (IPM), Butylmyristat, Hexylmyristat, Ethylhexylmyristat, Ethylpalmitat, Propylpalmitat, Isopropylpalmitat (IPP), Butylpalmitat, Hexylpalmitat, Ethylstearat, Propylstearat, Isopropylstearat (IPS), Butylstearat, Ethylisostearat, Propylisostearat, Isopropylisostearat (IPIS), Butylisostearat, Ethyloleat, Propyloleat, Isopropyloleat (IPO), Butyloleat, Diethylsuccinat, Dipropylsuccinat, Diiso- propylsuccinat, Dibutylsuccinat, Dihexylsuccinat, Diethylhexylsuccinat, Diethylglutarat, Dipropyl- glutarat, Diisopropylglutarat, Dibutylglutarat, Dihexylglutarat, Diethyladipat, Dipropyladipat, Diisopropyladipat, Dibutyladipat, Dihexyladipat, Diethylsebacinat, Dipropylsebacinat, Diisopropylsebacinat, Dibutylsebacinat und Dihexylsebacinat.
Eine weitere Ausführungsform des ersten Erfindungsgegenstands ist dadurch gekennzeichnet, dass der Carbonsäureester der hydrophoben Phase (II) ein Ester aus C3-C4-Monoalkanol mit einer Mono- oder Dicarbonsäure ist.
Als C3-C4-Monoalkohol ist insbesondere Isopropanol und Butan-1-ol geeignet. Besonders bevorzugte Carbonsäureester werden daher ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird aus Iso- propyllaurat (IPL), Butyllaurat, Isopropylmyristat (IPM), Butylmyristat, Isopropylpalmitat (IPP), Butylpalmitat, Isopropylstearat (IPS), Butylstearat, Isopropylisostearat (IPIS), Butylisostearat, Isopropyloleat (IPO), Butyloleat, Diisopropylsuccinat, Dibutylsuccinat, Diisopropylglutarat, Dibutylglutarat, Diisopropyladipat, Dibutyladipat, Diisopropylsebacinat und Dibutylsebacinat. Besonders bevorzugt sind Isopropylmyristat (IPM), Isopropylpalmitat (IPP) und Dibutyladipat. Diese Verbindungen sind kommerziell erhältlich und werden unter anderem unter den Handelsnamen Croda- mol IPM, Stepan IPM oder Lexol IPM NF bzw. Rilanit IPP oder Nikkol IPP sowie Cetiol B (Dibutyladipat) vertrieben.
Erfindungsgemäß bevorzugte Oxidationsmittelzubereitungen enthalten als hydrophobe Phase (II) daher zumindest einen Carbonsäureester, der ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird aus Isopropylpalmitat, Isopropylmyristat und Dibutyladipat.
Paraffinöle sind nicht wasserlöslich und eignen sich daher ebenfalls als hydrophobe Phase (II) in den erfindungsgemäßen zweiphasigen Oxidationsmittelzubereitungen. Unter den Paraffinölen der hydrophoben Phase sind Gemische gesättigter, aliphatischer Kohlenwasserstoffe zu verstehen,
welche bei Raumtemperatur flüssig sind. Erfindungsgemäß bevorzugte Oxidationsmittelzu- bereitungen enthalten als hydrophobe Phase (II) daher zumindest ein Paraffinöl.
Eine weitere Ausführungsform des ersten Erfindungsgegenstands ist daher eine Mehrkom- ponentenverpackungseinheit, die dadurch gekennzeichnet ist, dass das Öl der hydrophoben Phase (II) ausgewählt ist aus der Gruppe, die gebildet wird aus Paraffinöl, Isopropylpalmitat, Isopropyl- myristat und Dibutyladipat.
Um die Trennung von hydrophiler Phase (I) und hydrophober Phase (II) zu verbessern und die Neigung zur Bildung einer stabilen Emulsion zu reduzieren, ist es erfindungsgemäß bevorzugt, wenn die Oxidationsmittelzubereitung nur einen geringen Anteil an grenzflächenaktiven Substanzen enthält. Als grenzflächenaktive Substanzen im Sinne der Erfindung gelten dabei Emul- gatoren und Tenside. Grenzflächenaktive Substanzen zeichnen sich durch hydrophobe und hydrophile Strukturmerkmale aus und ermöglichen so eine Durchmischung der Phasen unter Ausbildung von Micellen und stabilen Emulsionen. Da die vorliegende Erfindung explizit keine emulsions- förmigen Oxidationsmittelzubereitungen umfasst, sondern vielmehr zwei getrennt voneinander vorliegende Phasen enthält, hat es sich als erfindungsgemäß besonders vorteilhaft herausgestellt, dass die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) nichtionische, anionische, zwitterionische und/oder amphotere Tenside und/oder Emulgatoren in einem Gesamtgewicht von weniger als 5 Gew.-%, bevorzugt weniger als 1 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Oxidationsmittelzubereitung (OxZ), enthält. Besonders vorteilhaft sind Mittel, die frei sind von grenzflächenaktiven Substanzen.
Anionische Tenside im Sinne der Erfindung sind alle für die Verwendung am menschlichen Körper geeigneten anionischen oberflächenaktiven Stoffe. Diese sind gekennzeichnet durch eine wasserlöslich machende, anionische Gruppe wie beispielsweise eine Carboxylat-, Sulfat-, Sulfonat- oder Phosphat-Gruppe und eine lipophile Alkylgruppe mit etwa 8 bis 30 C-Atomen. Zusätzlich können im Molekül Glykol- oder Polyglykolether-Gruppen, Ester-, Ether- und Amidgruppen sowie Hydroxylgruppen enthalten sein. Beispiele für solche anionischen Tenside sind, jeweils in Form der Natrium-, Kalium- und Ammonium- sowie der Mono, Di- und Trialkanolammoniumsalze mit 2 bis 4 C- Atomen in der Alkanolgruppe, lineare und verzweigte Fettsäuren mit 8 bis 30 C-Atomen (Seifen); Ethercarbonsäuren, insbesondere der Formel RO(CH2CH20)xCH2COOH, in der R eine lineare Alkylgruppe mit 8 bis 30 C-Atomen und x = 0 oder 1 bis 16 ist; Acylsarcoside; Acyltauride; Acyl- isethionate; Sulfobernsteinsäuremono- und -dialkylester sowie Sulfobernsteinsäuremono-alkylpoly- oxyethylester; lineare Alkansulfonate; lineare α-Olefinsulfonate; Sulfonate ungesättigter Fettsäuren; α-Sulfofettsäuremethylester von Fettsäuren; Alkylsulfate und Alkylethersulfate, insbesondere der Formel RO(CH2CH20)xS03H, in der R für eine lineare Alkylgruppe mit 8 bis 30 C-Atomen und x für 0 oder eine Zahl von 1 bis 12 steht; Gemische oberflächenaktiver Hydroxysulfonate; sulfatierte Hydroxyalkylpolyethylen- und/oder Hydroxyalkylenpropylenglykolether; Ester der Weinsäure und
Zitronensäure mit Alkoholen; Alkyl- und/oder Alkenyletherphosphate der Formel RO(C2H40)xP(=0)(OH)(OR'), worin R für einen aliphatischen, gegebenenfalls ungesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen, R' für Wasserstoff, einen Rest (CH2CH20)yR und x und y unabhängig voneinander für eine Zahl von 1 bis 10 steht; sulfatierte Fettsäurealkylenglykolester der Formel RC(0)0(alkO)nS03H, in der R für einen linearen oder verzweigten, aliphatischen, gesättigten und/oder ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen, alk für CH2CH2, CHCH3CH2 und/oder CH2CHCH3 und n für eine Zahl von 0,5 bis 5 steht; sowie Mono- glyceridsulfate und Monoglyceridethersulfate.
Als zwitterionische Tenside werden solche oberflächenaktiven Verbindungen bezeichnet, die im Molekül mindestens eine quartäre Ammoniumgruppe und mindestens eine Carboxylat-, Sulfonat- oder Sulfat-Gruppe tragen. Beispiele solcher zwitterionischen Tenside sind die sogenannten Betaine wie die N-Alkyl-N,N-dimethylammonium-glycinate, beispielsweise das Kokosalkyl-dimethyl- ammoniumglycinat, N-Acyl-aminopropyl-N,N-dimethylammoniumglycinate, beispielsweise das Ko- kosacylaminopropyl-dimethylammoniumglycinat, und 2-Alkyl-3-carboxymethyl-3-hydroxyethyl- imidazoline mit jeweils 8 bis 18 C-Atomen in der Alkyl- oder Acylgruppe sowie das Kokosacyl- aminoethylhydroxyethylcarboxymethylglycinat. Ein bevorzugtes zwitterionisches Tensid ist das unter der INCI-Bezeichnung Cocamidopropyl Betaine bekannte Fettsäureamid-Derivat.
Unter amphoteren Tensiden werden solche oberflächenaktiven Verbindungen verstanden, die außer einer C8-C24-Alkyl- oder -Acylgruppe im Molekül mindestens eine freie Aminogruppe und mindestens eine -COOH- oder -S03H-Gruppe enthalten und zur Ausbildung innerer Salze befähigt sind. Übliche amphotere Tenside sind N-Alkylglycine, N-Alkylpropionsäuren, N-Alkylaminobutter- säuren, N-Alkyliminodipropionsäuren, N-Hydroxyethyl-N-alkylamidopropylglycine, N-Alkyltaurine, N-Alkylsarcosine, 2-Alkylaminopropionsäuren und Alkylaminoessigsäuren mit jeweils etwa 8 bis 24 C-Atomen in der Alkylgruppe. Beispielhafte amphotere Tenside sind N-Kokosalkylaminopropionat, Kokosacylaminoethylaminopropionat und C12-C18-Acylsarcosin.
Nichtionische Tenside und Emulgatoren enthalten als hydrophile Gruppe z. B. eine Polyolgruppe, eine Polyalkylenglykolethergruppe oder eine Kombination aus Polyol- und Polyglykolethergruppe. Solche Verbindungen sind beispielsweise Anlagerungsprodukte von 1 bis 50 Mol Ethylenoxid und/oder 0 bis 5 Mol Propylenoxid an lineare und verzweigte Fettalkohole mit 8 bis 30 C-Atomen, an Fettsäuren mit 8 bis 30 C-Atomen und an Alkylphenole mit 8 bis 15 C-Atomen in der Alkylgruppe; mit einem Methyl- oder C2-C6-Alkylrest endgruppenverschlossene Anlagerungsprodukte von 1 bis 50 Mol Ethylenoxid und/oder 0 bis 5 Mol Propylenoxid an lineare und verzweigte Fettalkohole mit 8 bis 30 C-Atomen, an Fettsäuren mit 8 bis 30 C-Atomen und an Alkylphenole mit 8 bis 15 C-Atomen in der Alkylgruppe, wie beispielsweise die unter den Verkaufsbezeichnungen Dehydol LS, Dehydol LT (Cognis) erhältlichen Typen; Polyglycerinester und alkoxylierte Poly- glycerinester, wie beispielsweise Poly(3)glycerindiisostearat (Handelsprodukt: Lameform TGI
(Henkel)) und Poly(2)glycerinpolyhydroxy-stearat (Handelsprodukt: Dehymuls PGPH (Henkel)); Polyolfettsäureester, wie beispielsweise das Handelsprodukt Hydagen HSP (Cognis) oder Sovermol-Typen (Cognis); höher alkoxylierte, propoxylierte und insbesondere ethoxylierte, Mono-, Di- und Triglyceride mit Alkoxylierungsgrad von größer als 5, wie beispielsweise Glycerinmono- laurat + 20 Ethylenoxid und Glycerinmonostearat + 20 Ethylenoxid; Aminoxide; Hydroxymisch- ether; Sorbitanfettsäureester und Anlagerungeprodukte von Ethylenoxid an Sorbitanfettsäureester wie beispielsweise die Polysorbate und Sorbitanmonolaurat + 20 Mol Ethylenoxid (EO); Zuckerfettsäureester und Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an Zuckerfettsäureester; Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an Fettsäurealkanolamide und Fettamine; Fettsäure-N-alkylglucamide; Alkylphenole und Alkylphenolalkoxylate mit 6 bis 21 , insbesondere 6 bis 15 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette und 5 bis 30 Ethylenoxid- und/oder Propylenoxid-Einheiten; Alkylpolyglykoside entsprechend der allgemeinen Formel RO-(Z)x, wobei R für Alkyl, Z für Zucker sowie x für die Anzahl der Zuckereinheiten steht.
Zu den nichtionischen Emulgatoren im Sinne der Erfindung zählen weiterhin die Polymerisationsprodukte aus Ethylenoxid und Propylenoxid an gesättigte oder ungesättigte Fettalkohole; Fettsäureester mehrwertiger Alkohole mit gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren; Alkylester von gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren oder Alkylphenole und deren Alkoxylate; insbesondere Ethylenglykolether von Fettalkoholen; gemischte Ethylen- und Propylenglykolether mit Fettalkoholen; Fettsäureester an Sorbitan sowie Polyethylenglykol; Ester von nicht hydroxylierten C6- C30-Alkylmonocarbonäuren mit Polyethylenglykol; und Anlagerungsprodukte von Alkylphenolen an Ethylen- und/oder Propylenoxid.
Weiterhin kann es zur Trennung der hydrophilen und hydrophoben Phase in der erfindungsgemäßen Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) vorteilhaft sein, wenn zusätzlich Elektrolyte zuzugeben werden. Unter Elektrolyten werden üblicherweise geladene, ionische anorganische und organische Verbindungen verstanden, welche über keinen oder nur einen nur sehr gering ausgeprägten hydrophoben Anteil enthalten. Bevorzugte Elektrolyte sind gut wasserlösliche Salze, insbesondere Alkalimetall- und Erdalkalimetallsalze von Mineralsäuren und organischen Säuren. Beispiele hierfür sind Natriumchlorid, Natriumsulfat, Natriumhydrogensulfat, Natriumcarbonat, Natriumhydrogen- carbonat, Natriumeitrat, Magnesiumchlorid, Magnesiumsulfat, Magnesiumcarbonat und Magnesiumhydrogencarbonat.
Die erfindungsgemäße Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) zeichnet sich dadurch aus, dass sich öllösliche Inhaltsstoffe überwiegend in der hydrophoben Phase (II) anreichern und daher nicht in unmittelbaren Kontakt mit der Oxidationsmittel-haltigen Phase (I) kommen. Dies ist besonders vorteilhaft, um oxidativ wenig stabile Pflegestoffe im Mittel zu stabilisieren. Solche bevorzugte Pflegestoffe sind daher öllösliche Pflegestoffe, öllösliche Vitamine und Triglyceride, insbesondere pflanzliche und solche, die eine oder mehrere ungesättigte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen
enthalten. Um die Zweiphasigkeit optisch zu verdeutlichen, kann es ebenso sinnvoll sein, wenn die hydrophobe Phase (II) öllösliche Farbstoffe enthält.
Eine besondere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist daher dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) zusätzlich mindestens eine überwiegend öllösliche Komponente, ausgewählt aus öllöslichen Farbstoffen, öllöslichen Pflegestoffen, öllöslichen Vitaminen und Triglyceriden, enthält.
Als überwiegend öllöslich werden erfindungsgemäß solche Verbindungen bezeichnet, die eine Wasserlöslichkeit von unter 1 g pro 1 L Wasser bei Normalbedingungen besitzen, jedoch in apolaren Verbindungen gut (d.h. > 10 g / kg Lösungsmedium) löslich sind.
Öllösliche Pflegestoffe sind beispielsweise kosmetisch wirksame Terpene und Terpenoide, wie beispielsweise Bisabolol, und Ubichinone, wie beispielsweise Coenzym Q-10.
Öllösliche Vitamine sind insbesondere die Verbindungen, die unter den Sammelbezeichnungen Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K bekannt sind. Ein erfindungsgemäß bevorzugtes Mittel enthält daher mindestens ein öllösliches Vitamin, ausgewählt aus Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E und/oder Vitamin K sowie Vitamin P. Vitamin A umfasst dabei Retinoide, insbesondere a//-frans-Retinol. Vitamin D, auch als Calciferole bezeichnet, umfasst 7,8-Didehydrosterol-Derivate, insbesondere die Verbindungen mit der Bezeichnung Cholecalciferol (Vitamin D3, Calciol), Ergo- calciferol (Vitamin D2, Ercalciol), 7,8-Didehydrocholesterol (Provitamin D3, Procalciol, Prochole- calciferol) und Ergosterol (Provitamin D2). Weitere, einsetzbare Vitamin D-Analoga sind Calcidiol (25-Hydroxycholecalciferol), Calcitriol, Hydroxycalcidiol und Vitamin D-ι (Ergocalciferol und Lumi- sterol). Vitamin E ist die Sammelbezeichnung für Tocopherole und umfasst insbesondere die chemischen Verbindungen α-Tocopherol, ß-Tocopherol, γ-Tocopherol, δ-Tocopherol und a-Toco- trienol, ß-Tocotrienol, γ-Tocotrienol und δ-Tocotrienol. Vitamin K ist Sammelbezeichnung für verschiedene Verbindungen mit Vitamin-K-Aktivität, die sich von 2-Methyl-1 ,4-naphthochinon (Vitamin K3) ableiten. Bevorzugte Vertreter sind Vitamin K1 (2o) (2-Methyl-3-phytyl-1 ,4-naphthochinon), Phyllochinon (Kurzzeichen: K),], Vitamin K2(35) (3-all-trans-Farnesylgeranylgeranyl-2-methyl-1 ,4- naphthochinon), Vitamin K3 (2-Methyl-1 ,4-naphthochinon, Menadion, Menaphthon) sowie die abgeleiteten Analoga Vitamin K4 (2-Methyl-1 ,4-naphthalindiol), Vitamin K5 (4-Amino-2-methyl-1-naph- thol), Vitamin K6 (2-Methyl-1 ,4-naphthalindiamin) und Vitamin K7 (4-Amino-3-methyl-1-naphthol). Bei Vitamin P handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für Rutine, insbesondere Bioflavonoide wie Troxerutin (Vitamin P4) und Hesperidin.
Triglyceride sind die Sammelbezeichnung für Ester des Glycerins, welche die Hauptbestandteile natürlicher Öle darstellen. Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Triglyceride sind solche, die zumindest einen Ester einer ungesättigten Fettsäure enthalten. Bevorzugte ungesättigte Fett-
säuren sind Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure. Weiterhin können als Triglyceride bevorzugt pflanzliche Öle eingesetzt werden, insbesondere solche, die einen positiven Einfluss auf die Haaroberfläche besitzen. Besonders geeignete Triglyceride sind dabei insbesondere Öle, die aus den Saaten von Moringa pterygosperma (Moringaöl) oder aus den Kernen von Argania Spinosa (Arganöl) gewonnen werden. Diese Öle werden beispielsweise unter der Bezeichnung Lipofructyl® ARGAN LS 9779 bzw. Lipofructyl® MO LS 9305 von der Firma Cognis vertrieben.
Eine Ausführungsform des ersten Erfindungsgegenstands ist daher dadurch gekennzeichnet, dass die die hydrophobe Phase (II) zusätzlich mindestens ein Öl enthält, welches ausgewählt ist aus Ölen aus den Saaten von Moringa pterygosperma (Moringaöl) und/oder aus den Kernen von Argania Spinosa (Arganöl).
Bevorzugt werden die überwiegend öllöslichen Komponenten in einem Gesamtgewicht von 0,001 bis 10 Gew.-%, insbesondere von 0,01 bis 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der hydrophoben Phase (II), eingesetzt.
Erfindungsgemäß kann die Oxidationsmittelzubereitung einen Katalysator enthalten, der die Oxidation der Farbstoffvorprodukte, z.B. durch Luftsauerstoff, aktiviert. Solche Katalysatoren sind z. B. bestimmte Enzyme, lodide, Chinone oder Metallionen. Hierfür geeignete Enzyme sind z. B. Peroxidasen, die die Wirkung geringer Mengen an Wasserstoffperoxid deutlich verstärken können. Ein Einsatz bestimmter Metallionen oder -komplexe kann ebenfalls bevorzugt sein. Geeignete Metallionen sind beispielsweise Zn2+, Cu2+, Fe2+, Fe3+, Mn2+, Mn4+, Li+, Mg2+, Ca2+, Ce4+, V3+, Co2+, Ru3+ und Al3+. Besonders geeignet sind dabei Zn2+, Cu2+ und Mn2+.
Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erweisen, wenn die Oxidationsmittelzubereitungen mindestens einen Stabilisator oder Komplexbildner enthalten. Besonders bevorzugte Stabilisatoren sind Phen- acetin, Alkalibenzoate (Natriumbenzoat) und Salicylsäure.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist auch der Einsatz von sogenannten Komplexbildnern. Komplexbilder sind Stoffe, die Metallionen komplexieren können. Bevorzugte Komplexbildner sind sogenannte Chelatkomplexbildner, also Stoffe, die mit Metallionen cyclische Verbindungen bilden, wobei ein einzelner Ligand mehr als eine Koordinationsstelle an einem Zentralatom besetzt, d. h. mindestens "zweizähnig" ist. Gebräuchliche und im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugte Chelatkomplexbildner sind beispielsweise Polyoxycarbonsäuren, Polyamine, Ethylendiamin- tetraessigsäure (EDTA), Nitrilotriessigsäure (NTA) und Hydroxyethandiphosphonsäuren bzw. deren Alkalisalze. Auch komplexbildende Polymere, also Polymere, die entweder in der Hauptkette selbst oder seitenständig zu dieser funktionelle Gruppen tragen, die als Liganden wirken können und mit geeigneten Metall-atomen in der Regel unter Bildung von Chelat-Komplexen reagieren, sind erfindungsgemäß einsetzbar. Die Polymer-gebundenen Liganden der entstehenden Metall-
Komplexe können dabei aus nur einem Makromolekül stammen oder aber zu verschiedenen Polymerketten gehören. Erfindungsgemäß bevorzugte Komplexbildner sind stickstoffhaltigen Poly- carbonsäuren, insbesondere EDTA, und Phosphonate, vorzugsweise Hydroxyalkan- bzw. Amino- alkanphosphonate und insbesondere 1-Hydroxyethan-1 , 1-diphosphonat (HEDP) bzw. dessen Dioder Tetranatriumsalz und/ oder Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP) bzw. dessen Hexanatriumsalz und/oder Diethylentriaminpentamethylenphosphonat (DTPMP) bzw. dessen Hepta- oder Octanatriumsalz.
Die Zubereitungen der Mehrkomponentenverpackungseinheit sind in getrennt voneinander konfektionierten Containern enthalten. Unter Container wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Umhüllung verstanden, die in Form einer gegebenenfalls wieder-verschließbaren Flasche, einer Tube, einer Dose, eines Tütchens, eines Sachets oder ähnlichen Umhüllungen vorliegt. Dem Umhüllungsmaterial sind erfindungsgemäß keine Grenzen gesetzt. Bevorzugt handelt es sich jedoch dabei um Umhüllungen aus Glas oder Kunststoff. Besonders bevorzugt zur Visualisierung der zweiphasigen Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) ist eine Ausführungsform, bei der die Umhüllung des Containers, welcher die Farbveränderungszubereitung (FäZ) enthält, für den Anwender durchsichtig ist. Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Mehr- komponentenverpackungseinheit ist daher dadurch gekennzeichnet, dass der erste Container (C2), enthaltend die Oxidationsmittelzubereitung (OxZ), eine durchsichtige Verpackung, bevorzugt eine durchsichtige Kunststoffverpackung, besitzt.
Weiterhin kann es erfindungsgemäß vorteilhaft sein, wenn die erfindungsgemäße Mehrkom- ponentenverpackungseinheit mindestens ein weiteres Haarbehandlungsmittel in einem getrennten Container enthält, insbesondere ein Konditioniermittel. Darüber hinaus kann die Verpackungseinheit Applikationshilfen, wie Kämme, Bürsten oder Pinsel, persönliche Schutzkleidung, insbesondere Ein-Weg-Handschuhe, sowie gegebenenfalls eine Gebrauchsanleitung umfassen.
Bei der Anwendung der Mehrkomponentenverpackungseinheit kann es unerheblich sein, ob zunächst die beiden Phasen der Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) durch kräftiges Schütteln kurzzeitig durchmischt werden und vor erneuter Phasentrennung die Farbveränderungszubereitung (FäZ) zugegeben wird, um die anwendungsbereite Farbveränderungszubereitung bereitzustellen, oder ob zunächst die beiden Zubereitungen zusammengeführt werden und anschließend durch inniges Vermischen die anwendungsbereite Mischung hergestellt wird.
Zur verbesserten Durchmischung ist vorteilhaft, wenn der Container (C2), welcher die zweiphasige Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) enthält, eine wieder-verschließbare Öffnung, wie beispielsweise einen Schnapp- oder einen Schraubverschluss, besitzt. Dies ermöglicht die erleichterte Zugabe des farbverändernden Mittels aus Container (C1 ), welcher seinerseits bevorzugt in Form eines Tütchens oder Sachets im Falle von wasserfreien, insbesondere pulverförmigen Farbver-
änderungsmitteln, oder in Form einer Tube im Falle von fließfähigen Farbveränderungsmitteln. Es ist bevorzugt, die einzelnen Zubereitungen zu vermischen und das anwendungsbereite Mittel zeitnah auf die keratinischen Fasern zu applizieren.
Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist daher ein Verfahren zur Farbveränderung keratinischer Fasern, insbesondere menschlicher Haare, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass aus einer Mehrkomponentenverpackungseinheit gemäß dem vorangegangenen Erfindungsgegenstand die Farbveränderungszubereitung und die Oxidationszubereitung in einem der beiden Container (C1 ) und (C2), bevorzugt in Container (C2), zusammengeführt wird, dieser wiederverschlossene Container daraufhin geschüttelt wird, und das in diesem Container resultierende, anwendungsbereite Farbveränderungsmittel anschließend auf die Fasern aufgebracht wird, für eine Einwirkdauer von 5 bis 60 min auf den Fasern belassen und schließlich ausgespült wird.
Im Falle eines farbgebenden Mittels beträgt die bevorzugte Einwirkzeit 5 bis 40 min, bevorzugt 10 bis 30 min. Im Falle von aufhellenden oder bleichenden Farbveränderungsmitteln liegt die bevorzugte Einwirkzeit bei 30 bis 60 min, bevorzugt bei 40 bis 60 min.
Die Anwendungstemperaturen können in einem Bereich zwischen 15 und 40 °C liegen. Nach der Einwirkungszeit wird das Farbveränderungsmittel durch Ausspülen von dem Haar entfernt. Das Nachwaschen mit einem Shampoo entfällt, wenn ein stark tensidhaltiger Träger verwendet wurde.
Im Rahmen dieses Gegenstandes der Erfindung gelten mutatis mutandis die oben getroffenen Aussagen analog.
Ein weiterer Erfindungsgegenstand der vorliegenden Anmeldung ist daher ein anwendungsbereites Mittel zur oxidativen Farbveränderung keratinischer Fasern, insbesondere menschlichen Haaren, welches unmittelbar vor der Anwendung durch Vermischen der Komponenten einer Mehrverpackungseinheit gemäß dem ersten Erfindungsgegenstand hergestellt wird, und welches dadurch gekennzeichnet ist, dass es eine Viskosität von 5 bis 50 Pa s, bevorzugt 10 bis 20 Pa s (Brookfield, 22°C, Spindel #5, 4 rpm), besitzt.
Die erfindungsgemäßen Mittel besitzen eine Viskosität, die ein leichtes Auftragen und Verteilen des Mittels auf den zu färbenden Fasern erlaubt, aber gleichzeitig einen Verbleib am gewünschten Wirkungsort während der Anwendungsdauer garantiert. Die Mittel verfügen somit über gute Anwendungsviskositäten und zeichnen sich dabei durch einen reduzierten Gehalt an anionischem, polymeren Verdicker aus.
Bevorzugt besitzen die erfindungsgemäßen Mittel daher eine Viskosität von 5 bis 50 Pa s, bevorzugt 10 bis 20 Pa s. Die innerhalb dieser Anmeldung genannten Viskositäten wurden jeweils zur
besseren Vergleichbarkeit der Messergebnisse mit dem Viskosimeter DV-ll+Pro der Firma Brook- field mit der Spindel #5 bei 4 Upm (Umdrehungen pro min) bei RT (22°C) in 590ml Bechergläser, hohe Form, gemessen.
Erfindungsgemäße, anwendungsbereite Mittel sind vorzugsweise wässrige, fließfähige Zubereitungen. Die erfindungsgemäßen Mittel können weiterhin alle für solche Zubereitungen bekannten Wirk-, Zusatz- und Hilfsstoffe enthalten. Die anwendungsbereiten Mittel als Mischung aus Farbver- änderungszubereitung und die Oxidationszubereitung können dabei oberflächenaktive Substanzen, ausgewählt aus den oben angeführten anionischen, nichtionischen, zwitterionischen und amphoteren Tensiden enthalten.
Erfindungsgemäß bevorzugt sind in anwendungsbereiten Mitteln kationische Tenside vom Typ der quartären Ammoniumverbindungen, der Esterquats und der Amidoamine. Bevorzugte quaternäre Ammoniumverbindungen sind Ammoniumhalogenide, insbesondere Chloride und Bromide, wie Alkyltrimethylammoniumchloride, Dialkyldimethylammoniumchloride und Trialkylmethylammonium- chloride sowie die unter den INCI-Bezeichnungen Quaternium-27 und Quaternium-83 bekannten Imidazolium-Verbindungen. Weitere erfindungsgemäß verwendbare kationische Tenside stellen die quaternisierten Proteinhydrolysate dar. Alkylamidoamine werden üblicherweise durch Amidierung natürlicher oder synthetischer Fettsäuren und Fettsäureschnitte mit Dialkylaminoaminen hergestellt, wie Stearamidopropyl-dimethylamin. Ebenfalls bevorzugte Esterquats sind quaternierte Estersalze von Fettsäuren mit Triethanolamin, quaternierte Estersalze von Fettsäuren mit Diethanolalkylaminen und quaternierten Estersalzen von Fettsäuren mit 1 ,2-Dihydroxypropyl- dialkylaminen. Solche Produkte werden beispielsweise unter den Warenzeichen Stepantex, Dehyquart und Armocare vertrieben. Die Produkte Armocare VGH-70, ein N,N-Bis(2-Palmitoyloxy- ethyl)dimethylammoniumchlorid, sowie Dehyquart F-75, Dehyquart C-4046, Dehyquart L80 und Dehyquart AU-35 sind Beispiele für solche Esterquats. Die kationischen Tenside sind in den erfindungsgemäß verwendeten Mitteln bevorzugt in Mengen von 0,05 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel, enthalten. Mengen von 0, 1 bis 5 Gew.-% sind besonders bevorzugt.
In einer bevorzugten Ausführungsform können nicht-ionische, zwitterionische und/oder amphotere Tenside sowie deren Mischungen bevorzugt sein.
Weitere, erfindungsgemäß einsetzbare Wirk-, Hilfs- und Zusatzstoffe sind beispielsweise nichtionische Polymere (wie Vinylpyrrolidinon/Vinylacrylat-Copolymere, Polyvinylpyrrolidinon und Vinyl- pyrrolidinon/Vinylacetat-Copolymere und Polysiloxane); zwitterionische und amphotere Polymere (wie Acrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid/Acrylat-Copolymere und Octylacrylamid/Methyl- methacrylat/tert-Butylaminoethylmethacrylat/2-Hydroxypropylmethacrylat-Copolymere); anionische Polymere (wie Polyacrylsäuren, vernetzte Polyacrylsäuren, Vinylacetat / Crotonsäure-Copolymere, Vinylpyrrolidinon/Vinylacrylat-Copolymere, Vinylacetat / Butylmaleat / Isobornylacrylat-Copolymere,
Methylvinylether/Malein-säureanhydrid-Copolymere und Acrylsäure/Ethylacrylat/N-tert.Butyl- acrylamid-Terpolymere); Verdickungsmittel (wie Agar-Agar, Guar-Gum, Alginate, Xanthan-Gum, Gummi arabicum, Karaya-Gummi, Johannisbrotkernmehl, Leinsamengummen, Dextrane, Cellu- lose-Derivate, z. B. Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Carboxymethylcellulose, Stärke- Fraktionen und Derivate wie Amylose, Amylopektin und Dextrine, Tone wie Bentonit oder vollsynthetische Hydrokolloide wie z.B. Polyvinylalkohol); Strukturanden (wie Zucker, Maleinsäure und Milchsäure) und Konsistenzgeber (wie Zuckerester, Polyolester oder Polyolalkylether); Proteinhydrolysate (insbesondere Elastin-, Kollagen-, Keratin-, Milcheiweiß-, Sojaprotein- und Weizen- proteinhydrolysate, deren Kondensationsprodukte mit Fettsäuren); Parfümöle; Cyclodextrine; Lösungsmittel und -vermittler (wie Ethanol, Isopropanol, Ethylenglykol, Propylenglykol, Glycerin, Dimethylisosorbid und Diethylenglykol); Entschäumer wie Silicone; Farbstoffe und Pigmente zum Anfärben des Mittels; Antischuppenwirkstoffe (wie Piroctone Olamine, Zink Omadine und Clim- bazol); Lichtschutzmittel (insbesondere derivatisierte Benzophenone, Zimtsäure-Derivate und Tri- azine); Wirkstoffe (wie Allantoin, Pyrrolidoncarbonsäuren, Cholesterin und deren Salze); weitere Fette und Wachse (wie Fettalkohole, Bienenwachs, Montanwachs und Paraffine); Quell- und Penetrationsstoffe (wie Glycerin, Propylenglykolmonoethylether, Carbonate, Hydrogencarbonate, Guanidine, Harnstoffe sowie primäre, sekundäre und tertiäre Phosphate); Trübungsmittel (wie Latex, Styrol/PVP- und Styrol/Acrylamid-Copolymere); Perlglanzmittel (wie Ethylenglykolmono- und -distearat sowie PEG-3-distearat); Treibmittel (wie Propan-Butan-Gemische, N20, Dimethylether, C02 und Luft) sowie Antioxidantien.
Die Auswahl dieser weiteren Stoffe wird der Fachmann gemäß der gewünschten Eigenschaften der Mittel treffen. Bezüglich weiterer fakultativer Komponenten sowie der eingesetzten Mengen dieser Komponenten wird ausdrücklich auf die dem Fachmann bekannten einschlägigen Handbücher, z. B. Kh. Schräder, Grundlagen und Rezepturen der Kosmetika, 2. Auflage, Hüthig Buch Verlag, Heidelberg, 1989, verwiesen.
Die gebrauchsfertigen Mittel aus Farbveränderungszubereitung und die Oxidationszubereitung weisen bevorzugt einen pH-Wert im Bereich von 6 bis 12 auf. Erfindungsgemäß bevorzugte Mittel sind dadurch gekennzeichnet, dass sie einen alkalischen pH-Wert besitzen. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass das anwendungsbereite Mittel einen pH-Wert zwischen 7,0 und 12,0, bevorzugt zwischen 8,0 und 1 1 ,0 besitzt. Bei den pH- Werten im Sinne der vorliegenden Erfindung handelt es sich um pH-Werte, die bei einer Temperatur von 22 °C gemessen wurden.
Üblicherweise wird der pH-Wert mit pH-Stellmitteln eingestellt. Zur Einstellung des pH-Werts sind dem Fachmann in der Kosmetik gängige Acidifizierungs- und Alkalisierungsmittel geläufig. Die zur Einstellung des pH-Wertes verwendbaren Alkalisierungsmittel werden typischerweise gewählt aus anorganischen Salzen, insbesondere der Alkali- und Erdalkalimetalle, organischen Alkalisierungs-
mittein, insbesondere Aminen, basische Aminosäuren und Alkanolaminen, und Ammoniak. Erfindungsgemäß bevorzugte Acidifizierungsmittel sind Genuss-Säuren, wie beispielsweise Zitronensäure, Essigsäure, Äpfelsäure oder Weinsäure, sowie verdünnte Mineralsäuren.
Erfindungsgemäß einsetzbare, organische Alkalisierungsmittel werden bevorzugt ausgewählt aus Alkanolaminen aus primären, sekundären oder tertiären Aminen mit einem C2-C6-Alkylgrundkörper, der mindestens eine Hydroxylgruppe trägt. Erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugte Alkanol- amine werden ausgewählt aus der Gruppe 2-Aminoethan-1-ol (Monoethanolamin), 2-Amino-2- methylpropan-1-ol und 2-Amino-2-methyl-propan-1 ,3-diol. Ein insbesondere bevorzugtes Alkanol- amin ist Monoethanolamin. Geeignete basische Aminsäuren sind Lysin, Arginin und Ornithin. Das erfindungsgemäße, anorganische Alkalisierungsmittel sind bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, die gebildet wird aus Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Calciumhydroxid, Bariumhydroxid, Natriumphosphat, Kaliumphosphat, Natriumsilicat, Kaliumsilicat, Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat.
Hinsichtlich der weiteren bevorzugten Ausführungsführungsformen der Mittel gelten mutatis mutandis die obigen Ausführungen der vorangehenden Erfindungsgegenstände.
Durch die Zugabe von Öl zu anionischem, polymeren Verdicker lässt sich die Einsatzmenge an polymerem, anionischem Verdickungsmittel in vorteilhafter Weise reduzieren. Dadurch lassen sich einerseits Rohstoffmengen verringern und andererseits die durch hohe Menge an anionischem Verdickungsmittel verursachten Probleme im Herstellungsverfahren minimieren.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Verwendung einer
Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) mit zwei mit voneinander getrennten Phasen,
wobei
(i) die erste Phase (I) eine wässrige Phase darstellt, die in einem kosmetischen verträglichen Träger mindestens ein chemisches Oxidationsmittel und mindestens ein anionisches polymeres Verdickungsmittel, ausgewählt aus Homo- oder Copolymeren von Acrylsäure und/oder Methacrylsäure, enthält, und
(ii) die zweite Phase (II) eine hydrophobe Phase darstellt, die mindestens ein Öl, ausgewählt aus Paraffinöl oder flüssigen Carbonsäureestern aus C2-C8-Monoalkanol mit einer Mono- oder Dicarbonsäure, enthält,
zur Erhöhung der Mischviskosität eines Färbemittels für keratinische Fasern,
welches durch Vermischen einer Farbveränderungszubereitung (FäZ), enthaltend in einem kosmetischen Träger mindestens eine farbverändernde Komponente, und dieser Oxidationsmittelzubereitung (OxZ) hergestellt wird. Im Rahmen dieses Gegenstandes der Erfindung gelten mutatis mutandis die oben getroffenen Aussagen analog.
Beispiele
1 Färbecreme FC Men enan aben in Gew.-%
Rohstoffe: Lanette D (INCI-Bezeichnung: Cetearyl alcohol; Cognis); Lorol C12-18 techn. (INCI-Be- zeichnung: Coconut alcohol; Cognis); Eumulgin B 2 (INCI-Bezeichnung: Ceteareth-20; Cognis); Eumulgin B 1 (INCI-Bezeichnung: Ceteareth-12; Cognis); Akypo Soft 45HP (ca. 21 %, INCI-Bezeichnung: Sodium Laureth-6 Carboxylate, Aqua; KAO); Protelan MST 35 (ca. 35 %, INCI-Bezeichnung: Sodium Myristoyl Sarconsinate, Sodium Methyl Cocoyl Taurate, Aqua; Zschimmer & Schwarz); Texapon K 14 S Special (ca. 70 %, INCI-Bezeichnung: Sodium Myreth Sulfate, Aqua; Cognis); Produkt W 37194 (ca. 20 %, INCI-Bezeichnung: Acrylamidopropyltrimonium Chloride / Acrylates Copolymer, Aqua; Stockhausen); Litchiderm LS 9704 (INCI-Bezeichnung: Butylene Glycol; Lichti Chinensis Pericarp Extract; Laboratoires Serobiologiques).
Die Fettbasis wurde zusammen bei 80 °C aufgeschmolzen und mit einem Teil der Wassermenge dispergiert. Anschließend wurden die restlichen Rezepturbestandteile unter Rühren der Reihe nach eingearbeitet. Es wurde mit Wasser auf 100 Gew.-% aufgefüllt und die Formulierung kalt gerührt.
2) Entwicklerzubereitungen EW (Mengenangaben in Gew.-%)
Rohstoffe: Texapon NSO (ca. 27%, INCI-Bezeichnung: Sodium Laureth Sulfate; Cognis); Aculyn 33A (ca. 28%; INCI-Bezeichnung: Acrylates Copolymer, Aqua; Rohm & Haas); Dow Corning DB 1 10 A (INCI-Bezeichnung: Dimethicon; Dow Corning).
3) Anwendungsmsichungen:
Die Färbecreme FC wurde vor der Anwendung jeweils mit den Entwicklerlösungen E1 , E2 und E3 sowie V1 bei Raumtemperatur im Gewichtsverhältnis von 1 :1 versetzt und innig vermischt.
Dabei wurden folgende Mischviskositäten erhalten:
* gemessen mit einem Brookfield-Viskosimeter DV-ll+Pro mit Spindel #5 bei 4 Upm bei RT (22°C) in 590 ml Bechergläser, hohe Form.
Die erfindungsgemäßen, anwendungsbereiten Färbemittel #2 bzw. #3 zeigen damit eine deutlich erhöhte Viskosität gegenüber dem Vergleichsfärbemittel #1. Das erfindungsgemäße Färbemittel #4 belegt, dass durch den Zusatz von IPM selbst bei einer Reduktion der Einsatzmenge an anionischem, polymeren Verdicker um 13% noch eine gleichbleibende Viskosität in der Anwendungsmischung erzielt werden kann.