Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung eines in einem Adsorbermaterial enthaltenen Anteils eines adsorbierten Stoffes
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestinnnnung eines Anteils eines adsorbierten Stoffes, welcher in einem Formkörper, Granulat oder Pulver aus einem Zeolith, einer Zeolithverbindung oder Silikagel als Adsorbermaterial enthalten ist. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine entsprechende Vorrichtung. Der adsorbierte Stoff ist beispielsweise Wasser oder ein Gas. Um einen Stoff von einem in einem im Wesentlichen abgeschlossenen Volumen befindlichen Element fernzuhalten, welches durch diesen Stoff Schaden nehmen könnte, ist es bekannt, einen Adsorber in Form eines Feststoffes oder als Granulat in das Volumen einzubringen, welcher den Stoff aufnimmt und somit von dem Element fernhält. Beispielsweise sind elektronische Bauteile empfindlich gegenüber auskondensierender Luftfeuchte. Ein hygroskopischer Einsatz, welcher in
unmittelbarer Nähe des Bauteils in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet ist, entzieht der Luft die Feuchte, wodurch der Auskondensierung vorgebeugt wird. Bekannte Adsorber sind z.B. Zeolithe und Silikagel. Die Aufnahmefähigkeit eines Adsorbers ist jedoch begrenzt, sodass die Kenntnis über den Sättigungsgrad wünschenswert ist.
Zur Bestimmung des Wassergehalts in einem Schüttgut ist aus der DE 1971771 1 A1 eine Messzelle mit zwei durch einen Zwischenraum voneinander getrennten
Elektroden bekannt. Beim Einbringen der Messzelle in das Schüttgut füllt sich der Zwischenraum mit dem Schüttgut, sodass durch eine anschließende
Leitfähigkeitsmessung der Feuchtegehalt des Schüttgutes bestimmt werden kann. Der Nachteil bei dieser Methode ist, dass die Güte der Messung davon abhängt, wie homogen der Hohlraum mit dem Schüttgut befüllt ist. Für die Bestimmung eines Gasgehaltes ist diese Methode ungeeignet.
Aus der DD 135241 ist ein Messkondensator zur Bestimmung des Feuchtegehalts im Inneren eines Feststoffes bekannt. In den Feststoff sind Bohrungen eingebracht, in welche der Messkondensator bei Bedarf eingeführt wird. Zur Messung werden die
Elektroden des Messkondensators an die Wandung der Bohrung angepresst, mit einer hochfrequenten Wechselspannung beaufschlagt, die Kapazität gemessen und daraus der Feuchtegehalt bestimmt. Ein Nachteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass die Abmessungen des Messkondensators und die Bohrungen aufeinander abgestimmt sein müssen. Bei Feststoffen geringer Abmessungen oder spezieller Formgebung ist eine Messung nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein einfaches Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung anzugeben, mit welchem/welcher ein Stoff durch ein Zeolith, eine Zeolithverbindung oder ein Silikagel als Adsorbermaterial aus der Umgebung adsorbierbar ist und darüber hinaus der in dem Adsorbermaterial enthaltene Anteil des adsorbierten Stoffes bestimmt werden kann.
Die Aufgabe wird von einem Verfahren dadurch gelöst, dass für den Fall, dass das Adsorbermaterial in Form eines Formkörpers vorliegt, mindestens zwei Elektroden voneinander beabstandet auf eine Oberfläche des Formkörpers aufgebracht und/oder fest in den Formkörper eingebracht werden, dass für den Fall, dass das Adsorbermaterial in Form eines Pulvers oder Granulats vorliegt, ein Formkörper aus dem gleichen Material hergestellt wird, mindestens zwei Elektroden voneinander beabstandet auf eine Oberfläche des Formkörpers aufgebracht und/oder fest in den Formkörper eingebracht werden, und der Formkörper dauerhaft in das Pulver oder Granulat eingebracht wird, dass die Elektroden mit einem Wechselstrom
beaufschlagt werden, wodurch die Kapazität und/oder der Verlustfaktor tan δ als elektrische Kenngröße des Adsorbermaterials ermittelt wird, und dass anhand der ermittelten elektrischen Kenngröße der Anteil des adsorbierten Stoffes im
Adsorbermaterial und der Sättigungsgrad des Adsorbermaterials ermittelt wird.
Die beiden Elektroden werden hierbei derart angeordnet, dass sie einen
Kondensator bilden. Dieser dient der Ermittlung der elektrischen Kenngröße, welche vom Anteil des im Adsorbermaterial enthaltenen adsorbierten Stoffes abhängig ist und in eindeutigem Zusammenhang mit diesem Anteil steht. Auf diese Weise ist eine Aussage über die bereits aufgenommene Menge des adsorbierten Stoffes möglich. Bei bekannter maximaler Sättigung des Adsorbermaterials ist somit zudem dessen
verbleibende Aufnahmekapazität für den zu adsorbierenden Stoff bestinnnnbar. Durch ständige Messung bzw. in kurzen Intervallen wiederholte Messungen kann der Sättigungsgrad des Adsorbermatehals überwacht werden. Zu den adsorbierten Stoffen zählen beispielsweise Wasser oder polare gasförmige Moleküle.
Das Verfahren beinhaltet, dass als elektrische Kenngröße die Kapazität oder der Verlustfaktor tanö ermittelt wird. Es ist ebenfalls möglich, sowohl die Kapazität als auch den Verlustfaktor zu ermitteln, insbesondere, wenn zwei verschiedene Stoffe adsorbiert werden und deren jeweiliger Anteil zu bestimmen ist. Der Verlustfaktor tanö des Verlustwinkels δ bezeichnet hierbei das Verhältnis von Wirkleistung zu
Blindleistung und ist unabhängig von der Geometrie der Elektroden und des Körpers, in und/oder auf welchem diese angeordnet sind. Er lässt sich aus der
Phasenverschiebung φ zwischen Strom und Spannung des Prüfkondensators, d.h. den mit der Wechselspannung beaufschlagten Elektroden, folgendermaßen
bestimmen:
tanö = tan (π 12 - φ).
Aus dem Verlustfaktor tanö ist der Sättigungsgrad α des Adsorbermaterials direkt bestimmbar. Ähnlich ist bei der Kapazitätsmessung die Dielektrizitätskonstante ein Maß für den Sättigungsgrad. Die Dielektrizitätskonstante und hiermit die Kapazität, sowie der Verlustfaktor werden durch unterschiedliche adsorbierte Stoffe auf Grund deren unterschiedlich ausgeprägten Polarität auch unterschiedlich stark beeinflusst.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung werden die Elektroden mit einem
Wechselstrom mit einer Frequenz zwischen 1 und 100 kHz beaufschlagt.
Insbesondere für Zeolith als Adsorbermaterial ist dieser Bereich besonders vorteilhaft, da der Verlustfaktor tanö von gesättigten Zeolithen in diesem Frequenzbereich nahezu unabhängig von der Messfrequenz ist und somit eine stabile Messung gewährleistet ist.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird der Formkörper, welcher in das Granulat oder das Pulver eingebracht wird, in einem Sinterverfahren, einem Pressverfahren und/oder CIM-Verfahren - Ceramic Injection Molding - hergestellt. Ist das
Adsorbermaterial Zeolith, wird der Formkörper bevorzugt aus einer Mischung eines Zeoliths mit einem Bindemittel gefertigt.
Die Aufgabe wird bezüglich einer Vorrichtung zur Adsorption mindestens eines Stoffes aus der Umgebung, enthaltend einen Formkörper, ein Granulat oder ein
Pulver aus einem Zeolith, einer Zeolithverbindung oder Silikagel als Adsorbermaterial, und zur Bestimmung des im Adsorbermaterial enthaltenen Anteils des adsorbierten Stoffes, dadurch gelöst, dass in dem Fall, dass das Adsorbermaterial als Formkörper vorliegt, mindestens zwei Elektroden voneinander beabstandet auf eine Oberfläche des Formkörpers aufgebracht und/oder fest in den Formkörper eingebracht sind, dass in dem Fall, dass das Adsorbermaterial in Form von Pulver oder Granulat vorliegt, ein Formkörper aus dem gleichen Material in das Pulver oder Granulat dauerhaft eingebracht ist, wobei mindestens zwei Elektroden voneinander
beabstandet auf eine Oberfläche des Formkörpers aufgebracht und/oder fest in den Formkörper eingebracht sind, dass der Vorrichtung eine Elektronikeinheit zugeordnet ist, welche die Elektroden mit einem Wechselstrom beaufschlagt, und hiermit die Kapazität und/oder den Verlustfaktor tan δ als elektrische Kenngröße des
Adsorbermaterials ermittelt, und dass die Elektronikeinheit anhand der ermittelten elektrischen Kenngröße den in dem Adsorbermaterial enthaltenen Anteil des adsorbierten Stoffes und den Sättigungsgrad des Adsorbermaterials bestimmt.
Anders ausgedrückt ist anhand der elektrischen Kenngröße der Umwandlungsgrad α bzw. der Sättigungsgrad des Adsorbermaterials bestimmbar.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht somit neben der Aufnahme des zu adsorbierenden Stoffs auch eine Zustandsdiagnose und hiermit eine Aussage über die verbleibende Lebensdauer als Adsorber. Dies ist insbesondere bei deren Einsatz zum Schutz von Elementen eines Prozessgeräts vor der Anlagerung des zu
adsorbierenden Stoffes im Zusammenhang mit Predictive Maintainance von großer Bedeutung. Durch frühzeitige Warnung kann die Vorrichtung durch eine neue ersetzt werden, bevor das Adsorbermaterial vollständig gesättigt ist und ein Schutz vor dem adsorbierten Stoff nicht mehr gewährleistet wäre.
In einer Ausgestaltung ist das Adsorbermaterial ein Zeolith oder eine Verbindung aus einem Zeolith und einem Bindemittel. Der Formkörper ist entsprechend ein Zeolith- Keramikkörper, bzw. ein aus einer Verbindung von Zeolith mit einem Bindemittel hergestellter Keramikkörper, wobei das Bindemittel eine tonartige Substanz ist.
Zeolith besitzt eine Kristallstruktur mit relativ großen Hohlräumen und Kanälen, in welche Moleküle entsprechender Größe eindringen können und adsorbiert werden. Insbesondere stark polare Moleküle werden von Zeolith adsorbiert, da diese eine stabile Bindung mit Sauerstoffatomen im Zeolith bilden. Ein Beispiel hierfür sind Wassermoleküle. Aus diesem Grund ist Zeolith insbesondere zur Adsorption von Feuchte geeignet. Die erfindungsgemäße Bestimmung des enthaltenen Anteils an einem oder mehreren adsorbierten Stoffen nutzt aus, dass die adsorbierten Stoffe die Materialeigenschaften des Grundwerkstoffes verändern.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Messzelle derart gefertigt, dass das Material der Messzelle Poren aufweist. Die Poren begünstigen den Zugang und die Adsorption von gasförmigen Stoffen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der aus dem
Adsorbermaterial bestehende Formkörper in einem Sinterverfahren und/oder einem Pressverfahren oder einem CIM-Verfahren - Ceramic Injection Molding - hergestellt. Durch diese Verfahren lassen sich aus pulverförmigen Stoffen Körper beliebiger Formgebung sowie vorgegebener Dichte erzeugen.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Formkörper scheibenförmig, ringförmig, quaderförmig oder von zylindrischer Gestalt. Es kann sich hierbei gleichermaßen um Vollkörper oder Hohlkörper handeln.
Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Messzelle sind die Elektroden in Form einer flächigen oder streifenförmigen Beschichtung auf die Oberfläche des Formkörpers aufgebracht.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei dem adsorbierten Stoff um Wasser, Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Ozon und/oder Fluorwasserstoff. In einer Ausgestaltung wird die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bestimmung oder Überwachung eines Sättigungsgrades des als Granulat oder Pulver in einem
Behälter gelagerten Adsorbermaterials verwendet. Beispielsweise handelt es sich um einen Lagerbehälter, in welchem das Adsorbermaterial als Rohmaterial bis zu seiner Weiterverarbeitung gelagert wird. Das Einbringen einer Vorrichtung, welche den Sättigungsgrad des Adsorbermaterials mit dem zu adsorbierenden Stoff vor der Verarbeitung überwacht, ermöglicht die Gewährleistung einer ausreichenden
Adsorptionsfähigkeit des Endprodukts.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird die erfindungsgemäße Vorrichtung als austauschbarer Einsatz zur Aufnahme von Feuchte in einem Prozessgerät verwendet. In der EP 01464923 A1 ist das Problem der Kondensation von
Luftfeuchte im Inneren eines Gehäuses eines Prozessgerätes zur
Durchflussmessung beschrieben. Die dort vorgeschlagene Lösung beinhaltet die Überwachung der relativen Luftfeuchte und Temperatur im Inneren des Gehäuses und die Kontrolle deren zeitlichen Verlaufs, sodass eine nahende Auskondensierung erkennbar ist und ein Warnhinweis ausgegeben werden kann. Da das Gehäuse im Normalfall luftdicht ausgestaltet ist, ist ein solcher Warnhinweis in der Regel mit einer undichten Stelle im Gehäuse verbunden. Diese kann aufgefunden und abgedichtet bzw. der Messumformer ausgetauscht werden, bevor ein sich auf der Elektronik ablagerndes Kondensat zu dessen Ausfall führen kann. Eine in das Innere des Gehäuses eines derartigen Prozessgerätes eingebrachte erfindungsgemäße
Vorrichtung stellt eine verbesserte Alternative hierzu dar. Das Adsorbermaterial adsorbiert in das Gehäuse eindringende Feuchte solange, bis es gesättigt ist. Durch die Bestimmung des Sättigungsgrades mittels der ein- oder aufgebrachten
Elektroden ist die Erzeugung eines Warnhinweises möglich, wenn das
Adsorbermaterial einen bestimmten Sättigungsgrad erreicht hat und auszutauschen ist.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Verwendungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 ein zweites Verwendungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 3 schematisch einen aus dem Adsorbermatenal bestehenden Vollzylinder mit eingebrachten Elektroden;
Fig. 4a schematisch einen aus dem Adsorbermatenal bestehenden Hohlzylinder mit einer ersten flächigen Elektrodenanordnung;
Fig. 4b schematisch einen aus dem Adsorbermatenal bestehenden Hohlzylinder mit einer zweiten flächigen Elektrodenanordnung;
Fig. 4c schematisch eine Kontaktierungsvariante für eine Anordnung nach Fig. 4a im Schnitt; Fig. 5 schematisch ein Behältnis mit granulärem Adsorbermatenal und
eingebrachtem scheibenförmigem Formkörper;
Fig. 5a schematisch einen scheibenförmigen Formkörper mit einer ersten
Elektrodenanordnung;
Fig. 5b schematisch einen scheibenförmigen Formkörper mit einer zweiten
Elektrodenanordnung;
Fig. 6 ein Diagramm der Kapazität in Abhängigkeit der Sättigung;
Fig. 7 ein Diagramm des Verlustfaktors in Abhängigkeit der Sättigung.
Fig. 1 illustriert ein Anwendungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Vorrichtung. Der aus dem Adsorbermaterial bestehende und mit Elektroden 2 versehene Formkörper 1 ist in einen Lagerbehälter 100 eingebracht, in welchem ein ebenfalls aus dem Adsorbermaterial bestehendes Granulat 9 lagert. Derartige Lagerbehälter 100 werden beispielsweise bei der Herstellung von Feuchtepatronen, welche aus portionsweise abgefülltem Granulat 9 aus feuchteadsorbierendem Material bestehen, benötigt. Die Feuchtepatronen sind vielseitig überall dort einsetzbar, wo ein begrenzter Bereich vor Feuchte geschützt werden muss. Da die Feuchteadsorption eine dem Adsorbermaterial inhärente Eigenschaft ist, besteht die Gefahr, dass das Adsorbermaterial bereits im Lagerbehälter 100 Feuchte aufnimmt, falls selbige dort eindringt. Eine aus diesem Granulat 9 hergestellte Trocknungspatrone hätte eine entsprechend der bereits aufgenommenen Menge an Feuchte verkürzte
Lebensdauer. Der aus demselben Material bestehende Formkörper 1 , welcher mit dem Granulat 9 in den Lagerbehälter 100 eingebracht ist, adsorbiert die Feuchte gleichermaßen. Durch die Bestimmung einer vom Feuchtegehalt abhängigen elektrischen Kenngröße mittels auf und/oder in dem Formkörper 1 angeordneten Elektroden 2, welche über elektrische Leitungen 7 mit einer Elektronikeinheit 1 1 verbunden sind, ist der Feuchtegehalt des Adsorbermaterials für den Formkörper 1 und somit auch für das Granulat 9 bestimmbar. Dies ermöglicht eine Überwachung des Sättigungsgrades des Granulats 8, sodass sichergestellt ist, dass
Trocknungspatronen mit ausreichender Aufnahmekapazität hergestellt werden.
Bevorzugt erfolgt die Bestimmung der feuchteabhängigen elektrischen Kenngröße des Adsorbermaterials automatisch in bestimmten Zeitabständen. Wird ein kritischer Feuchtegehalt überschritten, wird ein Alarmsignal erzeugt und ggf. der Abfüllprozess gestoppt.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Verwendungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hierbei ist die aus einem Formkörper 1 oder aus einem mit Granulat 9 befüllten und für den zu adsorbierenden Stoff durchlässigen Behältnis 10, in welchen ein
Formkörper 1 eingebracht ist, bestehende Vorrichtung in das Sensorgehäuse 12 eines Prozessgeräts eingebracht und austauschbar angeordnet. Das gewählte Adsorbermaterial der Vorrichtung adsorbiert einen Stoff, welcher beim Eindringen in das Sensorgehäuse 12 und darauf folgender Anlagerung an Geräteteilen zu
Problemen führen würde. Beispielsweise ist eine in dem Sensorgehäuse 12 angeordnete Sensorelektronik 1 1 vor der Anlagerung von Feuchte zu schützen, da dies Kurzschlüsse verursachen kann, was eine Fehlfunktion oder gar den Ausfall des Prozessgeräts zur Folge hat. Eine einfache Trocknungspatrone schützt die
Sensorelektronik 1 1 nur über einen gewissen Zeitraum vor Feuchte, da das
Adsorbermaterial eine begrenzte Aufnahmefähigkeit besitzt. Ist das Adsorbermaterial gesättigt, ist der Schutz der Sensorelektronik 1 1 nicht mehr gewährleistet. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist daher Elektroden 2 auf, welche in das
Adsorbermaterial, beispielsweise ein Zeolith, eingebracht sind. Bevorzugt sind diese über elektrische Leitungen mit der Sensorelektronik 1 1 verbunden, welche die
Elektroden 2 mit einem Wechselstrom beaufschlagt und eine elektrische Kenngröße, beispielsweise den Verlustfaktor, ermittelt. Alternativ sind die Elektroden 2 einer separaten Elektronikeinheit zugeordnet. Aus der elektrischen Kenngröße ist der Sättigungsgrad des Adsorbermaterials ermittelbar. Bevorzugt wird der
Sättigungsgrad regelmäßig bestimmt und ein Alarmsignal erzeugt, wenn ein
bestimmter Sättigungsgrad, beispielsweise 90%, erreicht ist. Dieses Alarmsignal signalisiert zum Beispiel einer Leitwarte, dass ein Austausch des Adsorbermaterials erforderlich ist. Erfolgt ein entsprechender Austausch, ist gewährleistet, dass das zu schützende Element weiterhin geschützt wird und das Prozessgerät lückenlos zuverlässige Ergebnisse liefert. Zeolithen kann aufgenommene Feuchte durch
Erhitzen wieder entzogen werden, sodass diese als Trocknungspatrone wieder verwendbar sind.
In Fig. 3 ist eine erste Anordnungsvariante der Elektroden 2 am Beispiel eines aus einer Zeolithverbindung bestehenden Formkörpers 1 von zylindrischer Form
dargestellt. Die Messung der elektrischen Kenngröße erfolgt direkt im Formkörper 1 . Hierzu sind die Elektroden 2 in den Formkörper 1 eingebracht, beispielsweise in Form von metallisierten Bohrungen, und mit elektrischen Leitungen 7 verbunden, über welche sie mit einem elektrischen Signal beaufschlagbar sind.
Fig. 4 a-c offenbaren vorteilhafte Ausgestaltungen der Elektroden 2 mit
entsprechender elektrischer Kontaktierung, wobei die Elektroden 2 jeweils auf der Oberfläche des als Hohlzylinder dargestellten Formkörpers 1 aufgebracht sind. In Fig.
4a sind die Außenfläche 4 und die Innenfläche 3 des Hohlzylinders mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung versehen, während die ringförmige Ober- und Unterseite jeweils frei von einer Beschichtung sind, sodass die Außenfläche 4 von der Innenfläche 3 elektrisch isoliert ist. Bei der Beschichtung handelt es sich bevorzugt um Silber, Gold, Platin oder Nickel. Geeignet sind alle Metalle mit guter Leitfähigkeit. Die Außenfläche 4 und die Innenfläche 3 sind jeweils durch eine elektrische Leitung 7, beispielsweise einen Draht, kontaktiert. Bei der in der Fig. 4b dargestellten Variante sind zwei Elektroden 2 in Form von einer streifenförmigen Beschichtung auf die Außenfläche 4 des Formkörpers 1 aufgebracht und durch elektrische Leitungen 7 kontaktiert. Die relative Anordnung der beiden Streifen zueinander ist hierbei beliebig wählbar. Obgleich die Streifen in dieser Ausgestaltung die gleiche Länge wie der Zylinder aufweisen, ist dies nicht zwingend der Fall;
Streifen mit geringeren Abmessungen sind gleichermaßen geeignet. Fig. 4c zeigt eine vorteilhafte Ausführung der Kontaktierung bei einer Elektrodenanordnung gemäß Fig. 4a. Hierzu wird ein Koaxialkabel 8 in einem Endbereich abisoliert und die Ader mit der Beschichtung der Innenfläche 3 verbunden, während der Schirm die beschichtete Außenfläche 4 kontaktiert.
Die in Fig. 3 und Fig. 4 a-c dargestellten bevorzugten Ausführungsformen können jeweils auch Bestandteile eines größeren Formkörpers 1 von komplexerer Struktur sein. Insbesondere bei der Anordnung einer derartigen Vorrichtung in einem
Prozessgerät sind Form und Größe des Formkörpers 1 vorteilhaft entsprechend der Architektur des Prozessgeräts und dem durch die Vorrichtung vor dem zu
adsorbierenden Stoff zu schützenden Bereich ausgelegt.
Fig. 5 zeigt ein Behältnis 10, in welchem das Adsorbermaterial als Granulat 9 enthalten ist, z.B. in Form von gesinterten Zeolithkügelchen. Die Wandung des Behältnisses ist bevorzugt durchlässig für den zu adsorbierenden Stoff.
Beispielsweise handelt es sich bei dem Behältnis 10 um einen kompakten Einsatz zum Einbringen in das Gehäuse 12 eines Prozessgeräts, insbesondere eine
Trocknungspatrone. Um den Sättigungsgrad des Granulats 9 zu bestimmen, ist ein Formkörper 1 aus demselben Adsorbermaterial in das Behältnis 10 eingebracht, welcher mit Elektroden 2 versehen und an eine Elektronikeinheit anschließbar ist.
Die Fig. 5a und 5b zeigen bevorzugte Ausgestaltungen eines scheibenförmigen Formkörpers 1 zum Einbringen in ein Granulat 9 oder Pulver. Selbstverständlich ist die Scheibenform nicht auf die Anwendung in einem Granulat 9 beschränkt. In Fig. 5a ist ein aus dem Adsorbermaterial bestehender keramischer Formkörper 1 abgebildet, bei welchem die kreisförmige Oberseite 5 und Unterseite 6 jeweils mit einer Beschichtung versehen sind, welche die Elektroden 2 bilden und durch elektrische Leitungen 7 kontaktiert sind. Die Beschichtung ist flächig aufgebracht. Andere Ausführungen sind jedoch denkbar, bei welchen die Beschichtung eine ringförmige Fläche einnimmt. Eine alternative Elektrodenanordnung zeigt Fig. 5b. Dort weist die kreisförmige Oberseite 5 des Formkörpers 1 eine Beschichtung in
Form von zwei Streifen auf, während die Unterseite 6 frei von einer Beschichtung ist. Die Zuleitungen 7 zur Kontaktierung befinden sich entsprechend auf nur einer Seite des Formkörpers 1 . Die Messung des Anteils des in dem Adsorbermaterial enthaltenen adsorbierten Stoffs wird anhand der Fig. 6 und 7 am Beispiel eines Zeoliths als Adsorbermaterial und Wasser als adsorbiertem Stoff erläutert. Prinzipiell sind derartige Kennlinien aber auch für andere Adsorbermaterialien und adsorbierte Stoffe aufnehmbar. Diese unterscheiden sich untereinander beispielsweise in der Steigung. Fig. 6 und Fig. 7 zeigen die Kennlinien, welche mit einer Vorrichtung nach Fig. 5b aus einem
gesinterten Zeolithkörper aufgenommen wurden. Hierzu wurde die Vorrichtung in eine Kammer mit 75% relativer Luftfeuchte und 25°C eingebracht.
Fig. 6 zeigt das Ergebnis einer Kapazitätsmessung, wobei in zeitlichen Abständen die Kapazität des von den beiden Streifenelektroden gebildeten Kondensators bei dessen Beaufschlagung mit einem Wechselstrom von 10 kHz Frequenz bestimmt wurde. Die Kapazität steigt mit zunehmendem Feuchtegehalt des Zeoliths an und erreicht nach ca. 3000 min einen Grenzwert, da das Zeolith nach dieser Zeitspanne mit Feuchte gesättigt ist.
In Fig. 7 ist die Kennlinie des Verlustfaktors tanö in Abhängigkeit von dem Verbrauchsgrad α dargestellt, wobei ein Verbrauchsgrad von 100% der vollständigen Sättigung des Zeoliths mit Feuchte entspricht. Die Kennlinie wurde ebenfalls bei
einer Beaufschlagung der Elektroden mit einem Wechselstrom mit 10 kHz Frequenz aufgenommen. Der Verlustfaktor ist ein Werkstoffparameter und unabhängig von der Geometrie des Körpers, mit welchem die Messung erfolgt, weshalb die Bestimmung dieser Messgröße besonders vorteilhaft ist. Wie bereits erwähnt ist der Verlustfaktor aus der Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung des Kondensators bestimmbar. Wie dem Verlauf der Kennlinie zu entnehmen ist, besteht zwischen dem Verlustfaktor tanö und dem Verbrauchsgrad α ein näherungsweise linearer Zusammenhang über den gesamten Bereich. Der Feuchtegehalt des Zeoliths ist daher aus dem Verlustfaktor eindeutig bestimmbar.
Bezugszeichenliste
1 Formkörper
2 Elektrode
3 Innenfläche
4 Außenfläche
5 Oberseite
6 Unterseite
7 Elektrische Leitungen
8 Kabel
9 Granulat
10 Behältnis
100 Lagerbehälter
1 1 Sensorelektronik
12 Sensorgehäuse