ZIMMERMANN
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Dipl.-Ing. H. Leinweber (1930-1976) Dipl.-Ing. H. Zimmermann (1962-2002) Dipl.-Phys. Or. Jürgen Kraus Dipl.-Ing. Thomas Busch Dipl.-Phys. Dr. Klaus Seranski
Rosental 7 D-80331 München
TEL. +49-89-231124-0 FAX +49-89-231124-11
den 9. Februar 2009 krgs
Unser Zeichen PW 2008014
PowerWind GmbH Anckelmannsplatz 1 , D-20537 Hamburg
Verfahren zur Speisung eines mehrphasigen elektrischen Netzes und zugehörige Schaltungsanordnung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Speisung eines mehrphasigen elektrischen Netzes aus einem gesteuerten Umrichter eines elektrischen Generators einer regenerativen Energiequelle, sowie auf eine hierfür geeignete Schaltungsanordnung.
Mit der Zunahme des Anteils regenerativer Energien, beispielsweise aus Windenergieanlagen, an der Speisung der öffentlichen Energieversorgungsnetze fordern die Netzbetreiber, dass auch die regenerativen Energiequellen bei Netzfehlern zur Stützung des Netzes beitragen. Sofern der Netzfehler nicht alle Phasen des Netzes gleichermaßen betrifft, beispielsweise bei zweipoligen Fehlern eines dreiphasigen Drehstromnetzes, bricht im wesentlichen nur die Spannung auf den betroffenen Phasen ein, und es entsteht eine Spannungsunsymmetrie zwischen den betroffenen und den nicht betroffenen Phasen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine hierzu geeignete Schaltungsanordnung anzugeben, mit denen das Netz bei unsymmetrischen Netzfehlern gestützt werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens dadurch gelöst, dass bei einem nur einen Teil der Phasen betreffenden unsymmetrischen Netzfehler die Speisung der nicht betroffenen Phasen auf Null gesteuert wird.
Bei der Erfindung wird also die Energiequelle, die im ungestörten symmetrischen Be- trieb des Netzes alle Phasen im wesentlichen gleichermaßen speist, beim Auftreten eines unsymmetrischen Netzfehiers zur Speisung fehlerhafter Phasen eingesetzt, während auf den vom Fehler nicht betroffenen Phasen keine Einspeisung erfolgt. Dadurch wird die von der regenerativen Energiequelle gelieferte Energie besonders wirkungsvoll zur Stützung des von einem unsymmetrischen Netzfehler betroffenen Netzes eingesetzt. Diese Art der Spannungsstützung ist auch frei von der Gefahr von Überspannungen auf den nicht betroffenen Phasen.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass für mindestens eine von dem Netzfehler betroffene Phase die Amplitude des Speisestroms auf einen im Verhältnis zum fehlerfreien Netzbe- trieb erhöhten Sollwert gesteuert wird und/oder dass für mindestens eine von dem Netzfehler betroffene Phase die Einspeisung auf Blindstromeinspeisung gesteuert wird. Letzteres wird insbesondere dadurch bewirkt, dass für die betroffene Phase der Phasenwinkel zwischen dem Speisestrom und der Spannung auf einen Wert nahe oder gleich 90° gesteuert wird. Diese Blindstromeinspeisung, insbesondere mit erhöhter Stromamplitude, führt zu einer größtmöglichen Anhebung der Spannung auf den von dem Fehler betroffenen Phasen. Dass dabei die Speisung der von dem Fehler nicht betroffenen Phasen während der Fehlerzeit auf Null gesetzt wird, steht nicht entgegen, weil diese nicht betroffenen Phasen von den übrigen, im Netz verteilten Einspeisestellen versorgt werden.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Auftreten eines Netzfehlers durch Überwachung der Phasenspannungen erfasst wird. Beispielsweise kann die Umschaltung auf die erfindungsgemäße, unsymmetrische Einspeisung erfolgen, wenn die erfasste Spannung der betreffenden Phase unter eine vorgegebene Schwelle einbricht, beispielsweise unter eine Spannung von 85 % des Wertes einer für den ungestörten Betrieb des Netzes vorge- sehenen Nennspannung.
Eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Schaltungsanordnung mit einem an ein mehrphasiges elektrisches Netz angeschlossenen, steuerbaren Umrichter eines elektrischen Generators einer regenerativen Energiequelle und einer Steuereinrichtung, durch die der Umrichter für eine Speisung des Netzes steuerbar ist, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuereinrichtung für jede Phase das Auftreten eines Netzfehlers erfassbar und die Speisung für nicht als fehlerhaft er- fasste Phasen auf Null steuerbar ist.
Der Umrichter dieser erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung weist vorzugsweise einen von einem generatorseitigen Umrichter gespeisten Zwischenkreis und einen von dem Z'.viεcheπkrsis gespeisten netzseiiiyeπ Umrichter, der von der Steuereinrichtung gesteuert ist, auf. Vorzugsweise weist dieser netzseitige Umrichter für jede Phase des Netzes eine an den Zwischenkreis angeschlossene Wechselrichterhalbbrücke, beispielsweise aus zwei in Reihe geschalteten und von der Steuereinrichtung gesteuerten IGBTs auf. Die Ausgangsphasen dieser Halbbrücken sind vorzugsweise über einen Stern-Dreiecks- Transformator an das zu speisende Netz angeschlossen. Die im Fehlerfalle unsymmetrische Stromeinspeisung kann beispielsweise durch einen Rückleiter abgeführt werden, der den Sternpunkt dieses Transformators mit dem Zwischenkreis verbindet. Dieser Rückleiter kann zusätzlich geerdet sein. Alternativ kann auf einen solchen Rückleiter auch verzichtet werden, wobei dann der Sternpunkt des Transformators und der Zwischenkreis jeweils für sich geerdet werden sollten.
Ein besonders wichtiges Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung ist die Netzspeisung durch Wϊndenergiean- lagen, insbesondere die Speisung dreiphasiger Drehstromnetze.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, in der die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft erläutert ist. Hierin zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung und
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Schaltungsan- Ordnung.
Fig. 1 zeigt einen Drehstromgenerator (Drehstromsynchrongenerator oder Drehstromasynchrongenerator) 1 , dessen Antriebswelle 2 von einer nicht dargestellten Windturbine angetrieben wird. An die drei Außenleiter 3 des Drehstromgenerators 1 ist ein generator- seitiger Umrichter 4 angeschlossen, bei dem es sich um einen sechspulsigen, dreiphasigen IGBT-Umrichter handelt. Letzterer speist einen an ihn angeschlossenen Gleichspannungszwischenkreis 5.
An den Gleichspannungszwischenkreis 5 ist ein netzseitiger Umrichter 6 angeschlossen, der drei zueinander parallel geschaltete IGBT-Halbbrücken 7, 8, 9 aufweist, deren jede an ihrem Ausgang eine der drei Phasen L1 , L2 und L3 zur Speisung eines Drehstromnetzes liefert. Die Phasen L1 , L2 und L3 sind über Netzanschlussdrosseln 10, 11 , 12 an die Unterspannungsseite eines Stern-Dreiecks-Transformators 13 angeschlossen, dessen Oberspannungsseite an das dreiphasige Netz 14 angeschlossen ist. Ein Mittenabgriff des Gleichspannungszwischenkreises 5 ist über einen Neutralleiter 15 und eine Netzan- schlussdrossel 16 mit dem Sternpunkt des Stern-Dreiecks-Transformators 13 verbunden. Der Neutralleiter 15 ist außerdem geerdet.
Eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) steuert die IGBTs des generatorseitigen Umrichters 4 derart, dass der von dem Generator 1 gelieferte Drehstrom zur Speisung des Gleichspannungszwischenkreises 5 gleichgerichtet wird. Weiterhin steuert diese Steuereinrichtung in Abwesenheit von Netzfehlern die IGBTs des netzseitigen Umrichters 6 derart, dass seine ausgangsseitigen Phasen L1 , L2 und L3 die Unterspannungsseite des Sterndreieckstransformators mit Drehstrom speisen.
Beim Eintritt eines unsymmetrischen Netzfehlers bricht auf einer oder auf zwei Phasen die Netzspannung ein. Die Steuereinrichtung erfasst diesen Spannungseinbruch und steuert darauf ansprechend die Einspeisung der nicht betroffenen Phase bzw. der beiden nicht betroffenen Phasen auf Null. Für die betroffene Phase bzw. die beiden betroffenen Phasen wird dagegen der jeweilige Sollwert für die Amplitude des eingespeisten Stroms erhöht und dessen Phase in Bezug auf die Spannung auf einen Wert eingestellt, der möglichst nahe bei 90° liegt. Hierdurch wird auf den betroffenen Phasen die Spannung größtmöglich angehoben.
Die infolge des unsymmetrischen Netzfehlers unsymmetrische Stromeinspeisung wird bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform über den Sternpunkt des Sterndreieckstransformators 13 und den zum Gleichspannungszwischenkreis 5 zurückgeführten Neutralleiter 15 abgeführt. Außerdem ist der Sternpunkt geerdet. Hiervon unterscheidet sich die in
Fig. 2 dargestellte Ausführungsform lediglich durch die Abwesenheit des Neutralleiters 15 und eine statt dessen vorgesehene Erdung 17 des Mittenabgriffs des Gleichspannungszwischenkreises 5. Bei dieser Ausführungsform erfolgt die Ableitung der unsymmetrischen Stromeinspeisung allein über ihr Potential. Die übereinstimmenden Teile sind in den Fig. 1 und 2 mit denselben ßezugszeichen bezeichnet, und die diesbezügliche Beschreibung der Fig. 1 gilt ebenso für Fig. 2.
Verzeichnis der Bezuqszeichen
1 Drehstromgenerator
2 Antriebswelle
3 Außenleiter
4 generatorseitiger Umrichter
5 Gleichspannungszwischenkreis
6 netzseitiger Umrichter , 8, 9 IGBT-Halbbrücken 1, 12 Netzanschlussdrosseln
13 Stern-Dreiecks-Transformator
14 Netz
15 Neutralleiter
16 Netzanschlussdrossel
17 Erdung