EP2313200A1 - Anorganische partikel mit einer durch temperatur hydrophil/hydrophob schaltbaren organischen beschichtung - Google Patents

Anorganische partikel mit einer durch temperatur hydrophil/hydrophob schaltbaren organischen beschichtung

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EP2313200A1
EP2313200A1 EP09780763A EP09780763A EP2313200A1 EP 2313200 A1 EP2313200 A1 EP 2313200A1 EP 09780763 A EP09780763 A EP 09780763A EP 09780763 A EP09780763 A EP 09780763A EP 2313200 A1 EP2313200 A1 EP 2313200A1
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abtrennen wenigstens eines ersten Stoffes aus einer Mischung enthaltend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff, umfassend die folgenden Schritte: (A) Inkontaktbringen der Mischung enthaltend den wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff mit wenigstens einem selektiven Hydrophobierungsmittel in Gegenwart eines Suspendiermittels, so dass sich aus dem wenigstens einen Hydrophobierungsmittels und dem wenigstens einen ersten Stoff, nicht aber mit dem wenigstens einen zweiten Stoff, ein Addukt bildet, (B) Inkontaktbringen des Adduktes aus Schritt (A) mit wenigstens einem Magnetpartikel, der an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung funktionalisiert ist, die eine Übergangstemperatur LCST (Lower Critical Solution Temperature) aufweist, bei einer Temperatur, bei der die polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, so dass das Addukt aus Schritt (A) und der wenigstens eine funktionalisierte Magnetpartikel agglomerieren, (C) gegebenenfalls Zugabe von weiterem Suspendiermittel zu der in Schritt (B) erhaltenen Mischung, (D) Abtrennen des in der Suspension aus Schritt (B) oder (C) vorliegenden Agglomerates durch Anlegen eines magnetischen Feldes, (E) Spalten des in Schritt (D) abgetrennten Agglomerates durch Einstellen einer Temperatur, bei der die polymere Verbindung hydrophilen Charakter aufweist, um den wenigstens einen ersten Stoff zu erhalten.

Description


  Anorganische Partikel mit einer durch Temperatur hydrophil/hydrophob schaltbaren organischen Beschichtung 

  
Beschreibung 

  
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung wenigstens eines ersten Stoffes aus einer Mischung enthaltend diesen einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff, wobei das aufzutrennende Gemisch zunächst mit wenigstens einem selektiven Hydrophobierungsmittel in Kontakt gebracht wird, so dass sich aus dem wenigstens einen Hydrophobierungsmittel und dem wenigstens einen ersten Stoff ein Addukt bildet, dieses Addukt dann mit wenigstens einem an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung, die eine LCST (Lower Critical Solution Temperature) aufweist, funktionalisierten Magnetpartikel bei einer Temperatur in Kontakt gebracht wird, bei der die polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, so dass das Addukt und der wenigstens eine funktionalisierte Magnetpartikel agglomerieren,

   dieses Agglomerat durch Anlegen eines magnetischen Feldes abgetrennt wird, und das Agglomerat abschliessend gespalten wird, indem eine Temperatur eingestellt wird, bei der die polymere Verbindung hydrophilen Charakter aufweist. 

  
"Hydrophob" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass die Oberfläche einer entsprechenden "hydrophoben Substanz" bzw. eine "hydrophobisierten Substanz" einen Kontaktwinkel von > 90[deg.] mit Wasser gegen Luft aufweist. "Hydrophil" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass die Oberfläche einer entsprechenden "hydrophilen Substanz" einen Kontaktwinkel von < 90[deg.] mit Wasser gegen Luft aufweist. 

  
Mit dem erfindungsgemässen Verfahren können Stoffgemische, beispielsweise Erze, getrennt werden, indem die abzutrennenden Stoffe, beispielsweise sulfidische Verbindungen, mit einem selektiven Hydrophobierungsmittel behandelt werden, um sie an der Oberfläche zu hydrophobisieren. Diese hydrophobisierten Stoffe können dann mit Hilfe von Magnetpartikeln abgetrennt werden, die an der Oberfläche mit einer polymeren Verbindung, die eine LCST aufweist, funktionalisiert sind. Diese polymeren Verbindungen weisen oberhalb der LCST hydrophoben Charakter und unterhalb der LCST hydrophilen Charakter auf, oder umgekehrt. Erhitzt man diese polymeren Verbindungen bzw.

   Magnetpartikel, die an der Oberfläche mit diesen polymeren Verbindungen funktionalisiert sind, erfolgt bei der LCST ein Wechsel des hydrophilen Charakters der polymeren Verbindung zu hydrophobem Charakter, oder umgekehrt ein Wechsel von hydrophobem Charakter zu hydrophilen Charakter. Bringt man daher den hydrophobisierten Stoff und den schaltbar funktionalisierten Magnetpartikel bei einer Temperatur zusammen, bei der die polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, erfolgt die Bildung eines Agglomerates aus funktionalisiertem Magnetpartikel und hydrophobisiertem Stoff. Dieses Agglomerat kann dann durch Anlegen eines magnetischen Feldes abgetrennt werden.

   Eine anschliessende Spaltung des Agglomerates kann erfolgen, indem es auf eine Temperatur gebracht wird, bei der die polymere Verbindung hydrophilen Charakter aufweist, so dass keine hydrophoben Wechselwirkungen zwischen funktionalisiertem Magnetpartikel und hydrophobisiertem Stoff mehr möglich sind. 

  
Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren zur Anreicherung von Werterzen in Gegenwart der Gangart. 

  
Verfahren zum Abtrennen von Werterzen aus Mischungen enthaltend diese mit Hilfe magnetischer Partikel sind aus dem Stand der Technik bereits bekannt. 

  
WO 02/0066168 A1 betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Werterzen aus Mischungen enthaltend diese, in dem Suspensionen oder Aufschlämmungen dieser Mischungen mit Partikeln, welche magnetisch und/oder schwimmfähig in wässrigen Lösungen sind, behandelt werden. Nach Zugabe der magnetischen und/oder schwimmfähigen Partikel wird ein Magnetfeld angelegt, so dass die Agglomerate von der Mischung abgetrennt werden. Der Grad der Anbindung der magnetischen Partikel an die Werterze und die Stärke der Bindung ist jedoch nicht ausreichend, um das Verfahren mit genügend hoher Ausbeute und Effektivität durchzuführen. 

  
US 4,657,666 offenbart ein Verfahren zur Anreicherung von Werterzen, wobei das in der Gangart vorliegende Werterz mit magnetischen Partikeln umgesetzt wird, wodurch sich aufgrund der hydrophoben Wechselwirkungen Agglomerate bilden. Die magnetischen Partikel werden durch Behandlung mit hydrophoben Verbindungen auf der Oberfläche hydrophobiert, so dass eine Anbindung an das Werterz erfolgt. Die Agglomerate werden dann durch ein magnetisches Feld von der Mischung abgetrennt. Das genannte Dokument offenbart auch, dass die Werterze mit einer oberflächenaktivierenden Lösung von 1 % Natrium-ethylxanthogenat behandelt werden, bevor das magnetische Teilchen zugefügt wird.

   Eine Trennung von Werterz und Magnetpartikel erfolgt bei diesem Verfahren durch das Zerstören der oberflächenaktivierenden Substanz, die in Form der oberflächenaktivierenden Lösung auf das Werterz aufgebracht worden ist. Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass ggf. eine oberflächenaktivierende Substanz zugesetzt wird, deren Abbauprodukte im Werterz zurückbleiben und ggf. weitere Verfahrensschritte stören können. 

  
US 4,834,898 offenbart ein Verfahren zum Abtrennen nicht magnetischer Materialien durch Inkontaktbringen dieser mit magnetischen Reagenzien, welche mit zwei Schich-ten aus oberflächenaktiven Substanzen umhüllt sind. Die Anbindung der so modifizierten magnetischen Reagenzien an die nicht magnetischen Materialien basiert auf einer Wechselwirkung der Beschichtung der Magnetpartikel mit den nicht magnetischen Materialien. Bei diesem Verfahren ist von Nachteil, dass die Magnetpartikel aufwendig mit zwei Schichten oberflächenaktiver Substanzen versehen werden müssen, um eine Ankopplung zu erzielen. 

  
S. R. Gray, D. Landberg, N. B. Gray, Extractive Metallurgy Conference, Perth, 2 - 4 October 1991 , Seiten 223 - 226 offenbart ein Verfahren zur Rückgewinnung von kleinen Goldpartikeln durch Inkontaktbringen der Partikel mit Magnetit. Vor dem Inkontaktbringen werden die Goldteilchen mit Kalium-amylxanthogenat behandelt. Ein Verfahren zum Abtrennen der Goldteilchen von wenigstens einem hydrophilen Stoff wird in diesem Dokument nicht offenbart. 

  
Li et al., International Journal of Pharmacology (2006), 2(5), 513-519, offenbaren thermosensitive Polymere, die unterhalb der Lower Critical Solution Temperature (LCST) homogen in Lösung vorliegen, während sich bei Überschreiten dieser Temperatur eine heterogene zweiphasige Mischung bildet. Des Weiteren werden Anwendungen dieser Polymere zur gezielten Freisetzung von Medikamenten offenbart. 

  
Crespy et al., Polymer International (2007), 56(12), 1461-1468, offenbaren ebenfalls Polymere, die abhängig von der Umgebungstemperatur hydrophiles oder hydrophobes Verhalten zeigen. Des Weiteren wird die Verwendung dieser Polymere in Textilien und zur gezielten Freisetzung von pharmazeutisch aktiven Substanzen offenbart. 

  
In keiner der genannten Schriften wird offenbart, dass Polymere, die eine LCST aufweisen, zur Stofftrennung eingesetzt werden können. 

  
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, durch das wenigstens ein erster Stoff aus Mischungen enthaltend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff effizient abgetrennt werden kann. Des Weiteren ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, bei dem es möglich ist, das zwischenzeitlich gebildete Agglomerat aus Magnetpartikel und abzutrennendem ersten Stoff leicht und möglichst vollständig wieder spalten zu können. Des Weiteren sollte die Bindung zwischen abzutrennendem ersten Stoff und Magnetpartikel genügend stabil sein, um eine hohe Ausbeute an erstem Stoff bei der Abtrennung zu gewährleisten. 

  
Die Aufgaben werden gelöst durch das erfindungsgemässe Verfahren zum Abtrennen wenigstens eines ersten Stoffes aus einer Mischung enthaltend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff, umfassend die folgenden Schritte: 

  
(A) Inkontaktbringen der Mischung enthaltend den wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff mit wenigstens einem selektiven Hydrophobierungsmittel in Gegenwart eines Suspendiermittels, so dass sich aus dem wenigstens einen Hydrophobierungsmittels und dem wenigstens einen ersten Stoff, nicht aber mit dem wenigstens einen zweiten Stoff, ein Addukt bildet, 

  
(B) Inkontaktbringen des Adduktes aus Schritt (A) mit wenigstens einem Magnetpartikel, der an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung funktionalisiert ist, die eine Übergangstemperatur LCST (Lower Critical Solution Temperature) aufweist, bei einer Temperatur, bei der die polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, so dass das Addukt aus Schritt (A) und der wenigstens eine funktionalisierte Magnetpartikel agglomerieren, 

  
(C) gegebenenfalls Zugabe von weiterem Suspendiermittel zu der in Schritt (B) erhaltenen Mischung, 

  
(D) Abtrennen des in der Suspension aus Schritt (B) oder (C) vorliegenden Agglomerates durch Anlegen einen magnetischen Feldes, 

  
(E) Spalten des in Schritt (D) abgetrennten Agglomerates durch Einstellen einer Temperatur, bei der die polymere Verbindung hydrophilen Charakter aufweist, um den wenigstens einen ersten Stoff zu erhalten. 

  
Der wenigstens eine erste Stoff und der wenigstens eine zweite Stoff können mit dem erfindungsgemässen Verfahren voneinander getrennt werden, da erfindungsgemäss wenigstens ein zwischen hydrophob und hydrophil schaltbarer funktionalisierter Magnetpartikel unter Bedingungen zu der Mischung gegeben wird, unter denen sich aus dem wenigstens einen ersten hydrophobisierten Stoff und dem wenigstens einen funktionalisierten Magnetpartikel ein Agglomerat ausbildet, welches durch Anlegen eines Magnetfeldes abgetrennt werden kann. 

  
Das erfindungsgemässe Verfahren dient im Allgemeinen zum Abtrennen wenigstens eines ersten Stoffes aus einer Mischung umfassend diesen wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff. Neben diesen Komponenten kann die Mischung auch weitere Stoffe enthalten. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der wenigstens eine erste Stoff ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus sulfidischen Erzen, oxidischen und/oder carbonathaltigen Erzen und Mischungen davon. 

  
Somit ist der wenigstens eine abzutrennende erste Stoff bevorzugt eine Metallverbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus sulfidischen Erzen, oxidischen und/oder carbonathaltigen Erzen, beispielsweise Azurit [Cu3(CO3MOH)2], oder Malachit [Cu2[(OH)2»CO3]]). Des Weiteren kann der wenigstens eine abzutrennende Stoff ausgewählt sein aus der Gruppe der Edelmetalle und deren Verbindungen, beispielsweise Au, Pt, Pd, Rh etc., bevorzugt im gediegenen Zustand. 

  
Beispiele für erfindungsgemäss einsetzbare sulfidische Erze sind ausgewählt aus der Gruppe der sulfidischen Buntmetallerze, beispielsweise Kupfererze wie Covellit CuS, Chalkopyrit (Kupferkies) CuFeS2, Bornit Cu5FeS4, Chalkozyt (Kupferglanz) Cu2S oder Mischungen davon, Molybdänerze wie Molybdän(IV)-sulfid Molybdit MoS2, Eisensulfide wie FeS/FeS2, Nickelerze wie NiS, Bleierze wie PbS, Zinkerze wie ZnS oder Mischungen davon. 

  
Der wenigstens eine zweite Stoff ist bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus oxidischen Metallund Halbmetallverbindungen, hydroxidischen Metallund Halbmetallverbindungen und Mischungen davon, beispielsweise Siliziumdioxid SiO2, Silikate, Alumosilikate, beispielsweise Feldspate (Ba, Ca, Na, K, NH4)(AI, B, Si)4O8, beispielsweise Albit Na(Si3AI)O8 oder Anorthit (CaAI2Si2O8), Olivine (Mg, Fe)2SiO4, Glimmer, beispielsweise Muskovit KAI2[(0H, F)2AISi3Oi0], Granate (X3Y2(Si04)3 mit X = Mg, Ca, Fe(II), Mn(II) und Y = AI, Fe(III), Cr(III), Ti(III), V(III)), FeO(OH), FeCO3 und weitere verwandte Mineralien und Mischungen davon.

   Des Weiteren können in den erfindungsgemäss zu behandelnden Erzmischungen oxidische Verbindungen von Metallen und Halbmetallen, beispielsweise Borate oder andere Salze von Metallen und Halbmetallen, beispielsweise Phosphate, Sulfate oder Oxide/Hydroxide/Carbonate und weitere Salze, vorliegen, beispielsweise Azurit [Cu3(COs)2(OH)2], Malachit [Cu2[(OH)2(CO3)]], Baryt (BaSO4), Monazit ((Ce, La, Nd) [PO4]). 

  
In dem erfindungsgemässen Verfahren werden bevorzugt unbehandelte Erzmischungen eingesetzt, welche aus Minenvorkommen gewonnen werden. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens liegt die Mischung enthaltend wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff in Schritt (A) in Form von Partikeln mit einer Grösse 100 nm bis 100 [mu]m vor, siehe beispielsweise US 5,051 ,199. In einer bevorzugten Ausführungsform wird diese Parti-kelgrösse durch Mahlen erhalten. Geeignete Verfahren und Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt, beispielsweise Nassmahlen in einer Kugelmühle. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird die Mischung enthaltend wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff vor oder während Schritt (A) zu Partikeln mit einer Grösse von 100 nm bis 500 [mu]m, bevorzugt 100 nm bis 100 [mu]m, vermählen. 

  
Bevorzugt einsetzbare Erzmischungen weisen einen möglichst hohen Gehalt an sulfidischen Mineralien auf. Eine typischerweise eingesetzte Erzmischung, die mit dem erfindungsgemässen Verfahren getrennt werden kann, hat die folgende Zusammensetzung: ca. 30 Gew.-% SiO2, ca. 10 Gew.-% Na(Si3AI)O8, ca. 3 Gew.-% Cu2S, ca. 1 Gew.-% MoS2, Rest Chrom-, Eisen-, Titanund Magnesiumoxide. 

  
Die einzelnen Schritte des erfindungsgemässen Verfahrens werden im Folgenden detailliert beschrieben: 

  
Schritt (A): 

  
Schritt (A) des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst das Inkontaktbringen der Mischung enthaltend den wenigstens einen ersten Stoff und wenigstens einen zweiten Stoff mit wenigstens einem selektiven Hydrophobierungsmittel in einem geeigneten Suspendiermittel, so dass sich aus dem wenigstens einen Hydrophobierungsmittels und dem wenigstens einen ersten Stoff, nicht aber mit dem wenigstens einen zweiten Stoff, ein Addukt bildet. 

  
Der erste Schritt des erfindungsgemässen Verfahrens dient dazu, den wenigstens einen ersten Stoff an der Oberfläche zu hydrophobisieren, damit im folgenden Schritt (B) dieser mit dem wenigstens einen funktionalisierten Magnetpartikel agglomeriert. 

  
Verfahren zum Hydrophobisieren der Oberfläche des wenigstens einen ersten Stoffes sind dem Fachmann bekannt. 

  
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet "Hydrophobierungsmittel" eine Substanz, die in der Lage ist, die Oberfläche des wenigstens einen ersten Stoffes in Anwesenheit der anderen Teilchen, die nicht abgetrennt werden sollen, zu hydrophobisieren, d. h. so zu modifizieren, dass die Oberfläche des hydrophobisierten wenigstens einen ersten Stoffes einen Kontaktwinkel von > 90[deg.] mit Wasser gegen Luft aufweist. "Selektiv" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass der Verteilungskoeffizient des Hydrophobierungsmittel zwischen der Oberfläche des wenigstens einen ersten Stoffes und der Oberfläche des wenigstens einen zweiten Stoffes, im Allgemeinen > 1 , bevorzugt > 1 00, besonders bevorzugt > 10000, ist, d.

   h., dass sich das Hydrophobierungsmittel bevorzugt auf der Oberfläche des wenigstens einen ersten Stoffes, und nicht auf der Oberfläche des wenigstens einen zweiten Stoffes, anlagert. 

  
Bevorzugt wird in dem erfindungsgemässen Verfahren wenigstens ein Hydrophobierungsmittel der allgemeinen Formel (I) 

  
A-(Z)x (I) 

  
eingesetzt, die an den wenigstens einen ersten Stoff anbindet, worin 

  
A ausgewählt ist aus linearem oder verzweigtem C3-C3o-Alkyl, C3-C3o-Heteroalkyl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30-Aryl, gegebenenfalls substituiertes C6-C30- Heteroalkyl, C6-C30-Aralkyl, 

  
Z eine Gruppe ist, mit der die Verbindung der allgemeinen Formel (I) an den wenigstens einen ersten Stoff anbindet und 

  
x 1 , 2 oder 3 ist. 

  
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist A ein lineares oder verzweigtes C6-Ci6-Alkyl, beispielsweise 2-Propyl-heptyl. Erfindungsgemäss gegebenenfalls vorhandene Heteroatome sind ausgewählt aus N, O, P, S und Halogenen wie F, Cl, Br und I. 

  
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist Z ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus anionischen Gruppen -(X)n-PO3<2">, -(X)n-PO2S<2">, -(X)n-POS2<2">, -(X)n-PS3<2">, Dithiophosphinat [-(X)n]2PS2<">, -[(X)n]2POS<">, Dithiophosphat [-(X)n]2PO2<">, -(X)n-CO2<">, -(X)n-CS2<">, -(X)n-COS<">, -(X)n-C(S)NHOH, -(X)n-S<"> mit X ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus O, S, NH, CH2 und n = 0, 1 oder 2, mit gegebenenfalls Kationen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Wasserstoff, NR4<+> mit R gleich unabhängig voneinander Wasserstoff und/oder d-Cs-Alkyl, Alkalioder Erdalkalimetallen. Die genannten Anionen und die entsprechenden Kationen bilden erfindungsgemäss neutral geladene Verbindungen der allgemeinen Formel (I).

   Im Fall von Dithiophosphinat [-(X)n]2PS2<">, -[(X)n]2POS<"> oder Dithiophosphat [-(X)n]2PO2<"> liegen an diese funktionellen Gruppen angebunden zwei Reste A vor, die, im Rahmen der oben genannten Be-deutungen für A, gleich oder verschieden sein können, bevorzugt gleich und ausgewählt aus C6-C30, besonders bevorzugt C6-Ci6-Alkyl, sind. 

  
In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens bedeutet Z [-(X)J2PS2<">, -(X)n-CS2<">, -[(X)J2PO2<"> oder -(X)n-S<"> mit X gleich O und n gleich 0 oder 1 und einem Kation ausgewählt aus Wasserstoff, Natrium oder Kalium. 

  
Für Edelmetalle, beispielsweise Au , Pd , Rh etc. , sind besonders bevorzugte Hydrophobierungsmittel Mono-, Diund Trithiole oder 8-Hydroxychinoline, beispielsweise beschrieben in EP 1200408 B1. 

  
Für Metalloxide, beispielsweise FeO(OH), Fe3O4, ZnO etc., Carbonate, beispielsweise Azurit [Cu(COs)2(OH)2], Malachit [Cu2E(OH)2CO3]], sind besonders bevorzugte Hydrophobierungsmittel C6-Ci6-Alkylphosphonsäuren, beispielsweise Octylphosphonsäure (OPS), Monound Dialkylester der Phosphorsäure mit einem C6-C20-Alkylrest, Hydroxamate, sowie langkettige Carbonsäuren (Fettsäuren). 

  
Für Metallsulfide, beispielsweise Cu2S, MoS2, etc., sind besonders bevorzugte Hydrophobierungsmittel Mono-, Diund Trithiole, Xanthogenate, Dithiophosphinate oder Mono-, Dioder Tri-C[beta]-Cso-Alkylester der Thiophosphorsäuren der allgemeinen Formel (VII) 

  
R 

  
I X 

  
I R-X-P=X 

  
I X 

  
I R 

  
(VI) worin R unabhängig von einander Wasserstoff oder C6-C30-Alkyl und X unabhängig von einander S oder O bedeuten, wobei ein bis drei der vorliegenden X S und die verbleibenden O bedeuten, 

  
Ganz besonders bevorzugte oberflächenaktive Substanzen sind 1-Octanthiol, Kaliumoctylxanthat, Octylphosphonsäure, Phosphorsäuremonooctylester oder eine Verbindung der allgemeinen Formel (IV) 
 <EMI ID=11.1> 
 

  
(IV) 

  
mit den oben genannten Bedeutungen für A. 

  
Das Inkontaktbringen in Schritt (A) des erfindungsgemässen Verfahrens kann durch alle dem Fachmann bekannte Verfahren geschehen. Beispielsweise werden die zu behandelnde Mischung, das wenigstens eine Hydrophobierungsmittel und das Suspendiermittel in den entsprechenden Mengen zusammen gegeben und vermischt. Das Vermischen kann beispielsweise durch Nassmahlen erfolgen. Geeignete Mischungsapparaturen sind dem Fachmann bekannt, beispielsweise Mühlen, wie Kugelmühle. 

  
Das Suspendiermittel wird in Schritt (A) im Allgemeinen in einer Menge zugegeben, dass die erhaltene Suspension einen Feststoffanteil von 0,1 bis 80 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 40 Gew.-%, aufweist. 

  
Im Allgemeinen können alle dem Fachmann als geeignet bekannten Suspendiermittel in dem erfindungsgemässen Verfahren eingesetzt werden, d. h. Suspendiermittel, in denen die Mischung aus Schritt (A) nicht vollständig löslich ist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Suspendiermittel eine wässrige Mischung, d. h. eine Mischung, die wenigstens 80 Gew.-%, bevorzugt wenigstens 95 Gew.-%, Wasser enthält. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Suspendiermittel in Schritt (A) Wasser. 

  
Das Suspendiermittel kann neben Wasser weitere Komponenten enthalten, beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus wasserlöslichen organischen Verbindungen wie Alkohole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Ketone wie Aceton und Mischungen davon, löslichen Salzen wie NaCI, KCl, MgCI2, CaCI2, Na2CO3, K2CO3, MgCO3, anorganischen Säuren und Basen wie NaOH, KOH, Ca(OH)2, HCl, H2SO4, HNO3, organischen Säuren und Basen wie Ameisensäure oder Essigsäure, usw. 

  
Schritt (A) des erfindungsgemässen Verfahrens wird im Allgemeinen bei einer Temperatur von 1 bis 80 <0>C, bevorzugt bei 40 bis 60 <0>C, durchgeführt. 

  
Das wenigstens eine Hydrophobierungsmittel wird im Allgemeinen in einer Menge eingesetzt, die ausreicht, um den gewünschten Effekt zu erzielen. In einer bevorzugten 

  
Ausführungsform wird das wenigstens eine Hydrophobierungsmittel in einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-% zugegeben, jeweils bezogen auf den in der Mischung vorliegenden wenigstens einen ersten Stoff. 

  
Nach Schritt (A) liegt erfindungsgemäss eine Mischung in Suspension vor enthaltend ein Addukt aus wenigstens einem ersten Stoff und wenigstens einem Hydrophobierungsmittel, und wenigstens einen zweiten Stoff. 

  
Schritt (B): 

  
Schritt (B) des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst das Inkontaktbringen des Adduktes aus Schritt (A) mit wenigstens einem Magnetpartikel, der an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung funktionalisiert ist, die eine Übergangstemperatur LCST (Lower Critical Solution Temperature) aufweist, bei einer Temperatur, bei der die polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, so dass das Addukt aus Schritt (A) und der wenigstens eine funktionalisierte Magnetpartikel agglomerieren. 

  
Als Magnetpartikel können im Allgemeinen alle dem Fachmann bekannten Magnetpartikel eingesetzt werden, die den Anforderungen des erfindungsgemässen Verfahrens genügen, beispielsweise Suspendierbarkeit in dem gegebenenfalls verwendeten Suspendiermittel und Fähigkeit, mit der wenigstens einen polymeren Verbindung funktionalisiert zu werden. 

  
Des Weiteren sollte der Magnetpartikel eine genügend hohe Sättigungsmagnetisierbarkeit, beispielsweise 25 - 300 emu/g, und eine geringe Remanenz aufweisen, damit das Addukt in Schritt (D) des erfindungsgemässen Verfahrens in ausreichender Menge aus der Suspension abgetrennt werden kann. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der wenigstens eine Magnetpartikel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus magnetischen Metallen, beispielsweise Eisen, Cobalt, Nickel und Mischungen davon, ferromagnetischen Legierungen von magnetischen Metallen, magnetischen Eisenoxiden, beispielsweise Magnetit, Maghemit, kubischen Ferriten der allgemeinen Formel (II) 

  
M<2+>xFe<2+>1-xFe<3+>204 (II) 

  
mit 

  
M ausgewählt aus Co, Ni, Mn, Zn und Mischungen davon und x < 1 , hexagonalen Ferriten, beispielsweise Bariumoder Strontiumferrit
 <EMI ID=13.1> 
mit M = Ca, Sr, Ba, und Mischungen davon. 

  
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Anmeldung ist der wenigstens eine magnetische Partikel Magnetit F[beta]3[theta]4 oder Kobaltferrit Co<2+>xFe<2+>i_ xFe<3+>204 mit x < 1 , beispielsweise
 <EMI ID=13.2> 
 

  
Die Grösse der erfindungsgemäss eingesetzten Magnetpartikel liegt bevorzugt bei 10 nm bis 1 [mu]m. 

  
Der wenigstens eine magnetische Partikel ist an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung funktionalisiert. Die erfindungsgemäss eingesetzten polymeren Verbindungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Übergangstemperatur LCST (Lower Critical Solution Temperature) aufweisen. Unterhalb dieser LCST weist die polymere Verbindung hydrophilen Charakter aufweist, da die Polymerkette beispielsweise durch Anlagerung von Wassermolekülen eine Hydrathülle aufweist. Oberhalb der LCST weist die polymere Verbindung hydrophoben Charakter auf, da die Polymerkette beispielsweise nicht mehr von einer Hydrathülle umgeben ist. Abhängig von der polymeren Verbindung ist auch der umgekehrte Fall möglich, nämlich dass die polymere Verbindung unterhalb der LCST hydrophoben Charakter aufweist und oberhalb der LCST hydrophilen Charakter aufweist.

   Wird eine solche polymere Verbindung von unterhalb der LCST auf eine Temperatur oberhalb der LCST erhitzt, so schaltet die polymere Verbindung bei der LCST von hydrophil auf hydrophob, oder umgekehrt. Somit weisen die erfindungsgemäss einsetzbaren Polymere, abhängig von der Temperatur, hydrophilen oder hydrophoben Charakter auf. 

  
Der Wechsel der polymeren Verbindung von hydrophob zu hydrophil bzw. umgekehrt entspricht einem Phasenübergang, welcher in einem geschlossenen System im Allgemeinen in einem schmalen Temperaturbereich von beispielsweise 0,5 <0>C stattfindet. In einem offenen System kann sich der Phasenübergang beispielsweise durch Änderung der Konzentration der vorliegenden Komponenten, beispielsweise Polymere und/oder Fremdstoffe, Variation des pH-Wertes und/oder des Drucks über einen breiteren Bereich von beispielsweise 15 <0>C erstrecken. Der Temperaturbereich, in dem sich der Übergang vollzieht, wird im Allgemeinen bei steigender Kettenlänge grösser. Beim Wechsel der Moleküleigenschaften von hydrophil zu hydrophob, verbleiben im Allgemeinen zunächst einige Wassermoleküle am Polymer angelagert, die suksezziv freigesetzt werden.

   Dieser Vorgang ist im Allgemeinen vollständig reversibel, so lange die polymere Verbindung nicht chemisch modifiziert wird, beispielsweise durch Erhöhung des pH-Wertes. Die für die erfindungsgemäss einsetzbaren polymeren Verbindungen beschriebenen Eigenschaften liegen im Wesentlichen entsprechend auch bei den mit diesen polymeren Verbindungen modifizierten Partikeln, insbesondere Magnetpartikeln, vor. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist die polymere Verbindung oberhalb der LCST hydrophob und unterhalb der LCST hydrophil. 

  
Erfindungsgemäss können alle polymeren Verbindungen eingesetzt werden, die eine LCST aufweisen, d. h. die bei verschiedenen Temperaturen hydrophilen bzw. hydrophoben Charakter aufweisen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet "Polymer" eine, bevorzugt organische, Verbindung mit einem Molekulargewicht von wenigstens 500 g/mol, bevorzugt 500 bis 10000 g/mol, besonders bevorzugt 1000 bis 7000 g/mol. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens ist die wenigstens eine polymere Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus PoIyvinylethern, beispielsweise Poly-vinylmethylether, Poly-N-alkyl-acrylamiden, beispielsweise Poly-N-Ci-C6-alkyl-acrylamide, insbesondere Poly-N-isopropylacrylamid, oder N- alkyl-acrylamid-acrylamid-copolymere, Poly-N-vinyl-caprolactamen, Copolymeren auf Basis von Alkylenoxiden, beispielsweise Copolymere aus Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, bevorzugt polymere Verbindungen, erhältlich durch Alkoxylierung von d-Ci2-Alkoholen mit 1 bis 130 Einheiten Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, und Mischungen davon.

   Geeignete polymere Verbindungen und Verfahren zu Ihrer Herstellung sind beispielsweise in Li et al., International Journal of Pharmacology (2006), 2(5), 513-519, und Crespy et al., Polymer International (2007), 56(12), 1461-1468, genannt. Diese polymeren Verbindungen weisen unterhalb der LCST hydrophilen und oberhalb der LCST hydrophoben Charakter auf. 

  
Die genannten polymeren Verbindungen, die eine LCST aufweisen, werden erfindungsgemäss durch funktionelle Gruppen an die entsprechenden Magnetpartikel angebunden. Diese funktionellen Gruppen können in den genannten polymeren Verbindungen an sich vorliegen, oder die funktionellen Gruppen können durch dem Fachmann bekannte Verfahren in die polymeren Verbindungen eingeführt werden, d. h. die polymeren Verbindungen werden funktionalisiert.

   Geeignete funktionelle Gruppen sind solche, die eine genügend starke Bindung zwischen Magnetpartikel und polymerer Verbindung gewährleisten, beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Thiolgruppe -SH, Carbonsäuregruppe -CO2H, gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphonsäuregruppe -PO3R'2 mit R' gleich Wasserstoff oder d-C6-Alkyl (Va), gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphorsäuregruppe -O-PO3R"2 mit R" gleich Wasserstoff oder Ci-C[beta]-Alkyl (Vb), Hydroxamatgruppe (Vc), Xanthogenatgruppe (Vd) 

  

 <EMI ID=15.1> 
 

  
(Va) (Vb) (Vc) (Vd) 

  
und Mischungen davon, besonders bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Thiolgruppe -SH, Carbonsäuregruppe -CO2H, gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphonsäuregruppe -PO3R'2 mit R' gleich Wasserstoff oder d-C6-Alkyl (Va), gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphorsäuregruppe -O-PO3R"2 mit R" gleich Wasserstoff oder Ci-C[beta]-Alkyl (Vb), Hydroxamatgruppe (Vc). Die Xanthogenatgruppe (Vd) ist bevorzugt für die Kupplung an sulfidische Verbindungen geeignet.

  
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die wenigstens eine polymere Verbindung wenigstens ein funktionalisiertes Copolymer aus Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, besonders bevorzugt eine Verbindung der allgemeinen Formel (III) 

  
F-[(E0)x-(P0)y-(Bu0)z]-B (III) 

  
worin 

  
F funktionelle Gruppe, die selektiv an den wenigstens einen Magnetpartikel bindet, B Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, 

  
EO Ethylenoxid, 

  
PO Propylenoxid, 

  
BuO Butylenoxid, x ganze oder gebrochene Zahl von O bis 130, bevorzugt O bis 40 y ganze oder gebrochene Zahl von O bis 130, bevorzugt 1 bis 35 und z ganze oder gebrochene Zahl von O bis 130, bevorzugt O bis 40, 

  
wobei 1 <= x+y+z < 130, bevorzugt 10 <= x+y+z < 130 gilt, bedeuten. 

  
In der Verbindung der allgemeinen Formel (III) bedeutet F eine funktionelle Gruppe, die selektiv an den wenigstens einen Magnetpartikel bindet. Die Wahl dieser funktionellen Gruppe ist abhängig von dem wenigstens einen magnetischen Partikel, an den die funktionelle Gruppe anbinden soll. Es soll bevorzugt eine dissoziationsstabile Bindung zwischen dem wenigstens einen magnetischen Teilchen und der wenigstens einen polymeren Verbindung der allgemeinen Formel (III) entstehen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist F ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Carbonsäuregruppe -CO2H, gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphonsäuregruppe -PO3R'2 mit R' gleich Wasserstoff oder d-C6-Alkyl (Va), gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphorsäuregruppe -O-P[theta]3R"2 mit R" gleich Wasserstoff oder d-C6-Alkyl (Vb), Hydroxamatgruppe (Vc), Xanthogenatgruppe (Vd) 

  

 <EMI ID=16.1> 
 

  
(Va) (Vb) (Vc) (Vd) 

  
und Mischungen davon, besonders bevorzugt eine gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphonsäuregruppe (Va) oder eine gegebenenfalls zumindest teilweise veresterte Phosphorsäuregruppe (Vb). 

  
Die Bindung der funktionellen Gruppen Va bis Vd an das Polymer erfolgt bevorzugt über freie Elektronenpaare. 

  
In der allgemeinen Formel (III) bedeutet B einen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, beispielsweise n-Butyl, Pentyl, Hexyl. 

  
Die polymeren Verbindungen der allgemeinen Formel (III) weisen eine LCST auf, die im Allgemeinen jeweils von der Menge der einzelnen Alkylenoxide, d. h. Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, im Polymer abhängig ist. Eine polymere Verbindung, die ausschliesslich aus Propylenoxid aufgebaut ist, weist beispielsweise eine LCST von < -10 <0>C auf. Eine polymere Verbindung, die ausschliesslich aus Ethylenoxid aufgebaut ist, weist beispielsweise eine LCST von > 120 <0>C auf. Durch Wahl der Art und Menge der Alkylenoxide kann somit eine LCST der polymeren Verbindung eingestellt werden, die für das erfindungsgemässe Verfahren geeignet ist. 

  
In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die LCST der in dem erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten polymeren Verbindung -10 bis 100 <0>C, besonders bevorzugt 5 bis 45 <0>C, ganz besonders bevorzugt 20 bis 40 <0>C. Im Allgemeinen liegt die LCST einer polymeren Verbindung in einem Temperaturbereich von ca. 5 bis 15 <0>C. Die Breite dieses Bereiches ist im Allgemeinen abhängig von der Einheitlichkeit, d. h. der Monodispersität, der eingesetzten polymeren Verbindung. Je höher die Monodispersität ist, desto schmaler ist der Bereich der LCST. 

  
Verfahren zur Herstellung von polymeren Verbindungen der allgemeinen Formel (III) sind dem Fachmann bekannt. Das Funktionalisieren des wenigstens einen magnetischen Partikels mit der wenigstens einen polymeren Verbindung kann nach allen dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen. In einer bevorzugten Ausführungsform wird der wenigstens eine magnetisehe Partikel mit der wenigstens einen polymeren Verbindung funktionalisiert, indem zunächst der Magnetpartikel selbst nach bekannten Verfahren hergestellt wird.

   Dann wird dieser Magnetpartikel durch Inkontaktbringen einer Lösung der funktionalisierten polymeren Verbindung, insbesondere von Verbindungen der allgemeinen Formel (III), in Wasser oder in einem organischen Lösungsmittel, beispielsweise niedermolekulare Alkohole oder Ketone, modifiziert, und das erhaltene Produkt wird zum Entfernen von überschüssiger polymerer Verbindung mit einem entsprechenden Lösungsmittel gewaschen. 

  
Das Inkontaktbringen des Adduktes aus Schritt (A) mit wenigstens einem funktionalisierten Magnetpartikel in Schritt (B) kann nach allen dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen. In einer bevorzugten Ausführungsform wird der wenigstens eine funktionalisierte Magnetpartikel zu der Mischung aus Schritt (A) gegeben. In einer bevorzugten Ausführungsform wird Schritt (B) in einer Mühle durchgeführt, besonders bevorzugt in der gleichen Mühle, in der Schritt (A) durchgeführt worden ist. Bevorzugt wird die beim Mahlen der Komponenten in Schritt (B) erzeugte Wärme dazu verwendet, die für Schritt (A) notwendige Temperatur in der Mischung zu erzielen, bevorzugt für den Fall, dass die polymere Verbindung oberhalb ihrer LCST hydrophob ist. 

  
Schritt (B) des erfindungsgemässen Verfahrens wird bei einer Temperatur durchgeführt, bei der die eingesetzte polymere Verbindung hydrophoben Charakter aufweist, damit der schaltbar funktionalisierte Magnetpartikel und der hydrophobisierte wenigstens eine erste Stoff agglomerieren. Abhängig von der polymeren Verbindung kann diese Temperatur oberhalb oder unterhalb der LCST liegen, bevorzugt liegt die Temperatur oberhalb der LCST. 

  
Bevorzugt wird Schritt (B) bei einer Temperatur durchgeführt, die grösser als die LCST der polymeren Verbindung und kleiner als der Siedepunkt des verwendeten Suspendiermittels ist. Besonders bevorzugt wird Schritt (B) bei einer Temperatur durchgeführt, die 1 bis 20 <0>C oberhalb der LCST liegt. Somit wird Schritt (B) in einer bevorzugten Ausführungsform bei einer Temperatur von 6 bis 65 <0>C, besonders bevorzugt 21 bis 60 <0>C durchgeführt. 

  
Für den Fall, dass die polymere Verbindung unterhalb der LCST hydrophoben Charakter aufweist, wird Schritt (B) des erfindungsgemässen Verfahrens bei einer Temperatur durchgeführt, die oberhalb der Schmelztemperatur des eingesetzten Suspendiermittels und unterhalb der LCST der polymeren Verbindung liegt. Bevorzugt wird in diesem Fall Schritt (B) bei einer Temperatur durchgeführt, die 1 bis 20 <0>C unterhalb der LCST liegt. Für diesen Fall wird Schritt (B) somit bevorzugt bei einer Temperatur von - 15 bis 44 <0>C, besonders bevorzugt 0 bis 39 <0>C durchgeführt. 

  
Schritt (B) des erfindungsgemässen Verfahrens wird bevorzugt so lange durchgeführt, bis eine genügende Menge an Agglomerat aus wenigstens einem hydrophobisierten ersten Stoff und schaltbar funktionalisiertem Magnetpartikel gebildet ist, beispielsweise zu einem Anteil von 80 bis 100%, bevorzugt vollständig (100%). 

  
Nach Schritt (B) des erfindungsgemässen Verfahrens liegen Agglomerate aus an der Oberfläche mit wenigstens einer polymeren Verbindung funktionalisiertem Magnetpartikel und wenigstens einem hydrophobisierten ersten Stoff neben wenigstens einem zweiten Stoff und gegebenenfalls weiteren Stoffen in einem Suspendiermittel vor. 

  
Schritt (C) 

  
Der optionale Schritt (C) des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst (C) die Zugabe von weiterem Suspendiermittel zu der in Schritt (B) erhaltenen Mischung. 

  
Schritt (C) wird bevorzugt dann durchgeführt, wenn in Schritt (A) eine Suspension bereitgestellt worden ist, deren Feststoffanteil für die folgenden Schritte (D) und (E) zu hoch ist, so dass beispielsweise die Beweglichkeit der in Schritt (B) gebildeten Agglomerate in der Suspension nicht ausreichend ist. 

  
In Schritt (C) des erfindungsgemässen Verfahrens sind als Suspendiermittel alle Suspendiermittel geeignet, die bereits bezüglich des Schritts (A) genannt sind. In einer bevorzugten Ausführungsform wird in Schritt (C) eine wässrige Mischung, d. h. eine Mischung, die wenigstens 80 Gew.-%, bevorzugt wenigstens 95 Gew.-%, Wasser enthält. Die wässrige Mischung kann zusätzlich die bezüglich des Schritts (A) genannten Komponenten enthalten. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird in Schritt (C) des erfindungsgemässen Verfahrens Wasser zugegeben. 

  
Schritt (C) des erfindungsgemässen Verfahrens wird im Allgemeinen bei einer Temperatur durchgeführt, bei der das in Schritt (B) gebildete Agglomerat aus wenigstens einem hydrophobisierten Stoff und dem funktionalisierten Magnetpartikel nicht gespalten wird. 

  
Somit wird Schritt (C) bei einer Temperatur durchgeführt, die grösser als die LCST der polymeren Verbindung und kleiner als der Siedepunkt des verwendeten Suspendier-mittels ist. Besonders bevorzugt wird Schritt (C) bei einer Temperatur durchgeführt, die 1 bis 20 <0>C oberhalb der LCST liegt. Somit wird Schritt (C) in einer bevorzugten Ausführungsform bei einer Temperatur von 6 bis 65 <0>C, besonders bevorzugt 21 bis 60 <0>C, durchgeführt. 

  
Für den Fall, dass die polymere Verbindung unterhalb der LCST hydrophoben Charakter aufweist, wird Schritt (C) des erfindungsgemässen Verfahrens bei einer Temperatur durchgeführt, die oberhalb der Schmelztemperatur des eingesetzten Suspendiermittels und unterhalb der LCST der polymeren Verbindung liegt. Bevorzugt wird in diesem Fall Schritt (C) bei einer Temperatur durchgeführt, die 1 bis 20 <0>C unterhalb der LCST liegt. Für diesen Fall wird Schritt (C) somit bevorzugt bei einer Temperatur von - 15 bis 44 <0>C, besonders bevorzugt 0 bis 39 <0>C durchgeführt. 

  
Im Allgemeinen kann die Menge an Suspendiermittel erfindungsgemäss so gewählt werden, dass in Schritt (C) eine Suspension erhalten wird, welche gut rührbar und/oder förderbar ist. In einer bevorzugten Ausführungsform wird ein geeignetes Suspendiermittel zugefügt, so dass ein Feststoffanteil der erhaltenen Suspension von 0,1 bis 80 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis 40 Gew.-% resultiert. 

  
Schritt (D) 

  
Schritt (D) des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst das Abtrennen des in der Suspension aus Schritt (B) oder (C) vorliegenden Agglomerates durch Anlegen eines magnetischen Feldes. 

  
Schritt (D) kann in einer bevorzugten Ausführungsform durchgeführt werden, indem ein Dauermagnet in den Reaktor eingebracht wird, in dem sich die Suspension aus Schritt (B) oder (C) befindet. In einer bevorzugten Ausführungsform befindet sich zwischen Dauermagnet und zu behandelnder Mischung eine Trennwand aus nicht magnetischem Material, beispielsweise die Wandung des Reaktors. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens wird in Schritt (D) ein elektrisch schaltbarer Magnet eingesetzt, der nur dann magnetisch ist, wenn ein elektrischer Strom fliesst. Geeignete Vorrichtungen sind dem Fachmann bekannt. 

  
Schritt (D) des erfindungsgemässen Verfahrens wird im Allgemeinen bei einer Temperatur durchgeführt, bei der das in Schritt (B) gebildete Agglomerat aus wenigstens einem hydrophobisierten Stoff und dem funktionalisierten Magnetpartikel nicht gespalten wird. Somit wird Schritt (D) bevorzugt bei einer Temperatur durchgeführt, die grösser als die LCST der polymeren Verbindung und kleiner als der Siedepunkt des verwendeten Suspendiermittels ist. Besonders bevorzugt wird Schritt (D) bei einer Temperatur durchgeführt, die 1 bis 20 <0>C oberhalb der LCST liegt. Somit wird Schritt (D) in einer bevorzugten Ausführungsform bei einer Temperatur von 6 bis 65 <0>C, besonders bevorzugt 21 bis 60 <0>C durchgeführt. 

  
Für den Fall, dass die polymere Verbindung unterhalb der LCST hydrophoben Charakter aufweist, wird Schritt (D) des erfindungsgemässen Verfahrens bei einer Temperatur durchgeführt, die oberhalb der Schmelztemperatur d