Verfahren zur Erkennung, Markierung und Behandlung von epithelialen Lungentumorzellen sowie Mittel zur Durchführung des Verfahrens.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkennung, Markierung und Behandlung von epithelialen Lungentumorzellen, insbesondere aus Adenokarzinomen, mit Hilfe neuer Therapietargets, sowie ein Mittel zur Durchführung des Verfahrens. Einsatzgebiete der Erfindung sind die diagnostische Medizin, die pharmazeutische Industrie und die molekularbiologische Forschung.
Die Zellen von malignen Tumoren sind fehlgesteuert, d.h. sie haben ihre spezifischen Eigenschaften verloren und teilen sich ungehemmt.
Bei bösartigen Tumoren unterscheidet man zwischen dem Karzinom, einem aus dem Deckengewebe hervorgehenden epithelialen Tumor, wobei ca. 90 % aller Tumore epithelialen Ursprungs sind, und dem Sarkom, einem aus dem Bindegewebe hervorgehenden mesenchymalen Tumor, der ca. 10 % aller Tumore betrifft.
Unter Lungenkrebs versteht man im Allgemeinen eine Entartung des Gewebes in verschiedenen Bereichen der Lunge. Dazu gehören nicht nur das Bronchialkarzinom (Krebs des eigentlichen Lungengewebes), sondern auch .sehr seltene Krebserkrankungen wie das Mesotheliom {Krebs des Lungenfells).
Das Bronchialkarzinom tritt am häufigsten zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr auf und ist in Deutschland die häufigste Krebsart bei Männern. Pro Jahr erkranken in Deutschland über 42.000 Menschen an Lungenkrebs, rund fünf Prozent der Betroffenen sind unter 40 Jahre alt. Rauchen ist in etwa 90 Prozent der Fälle die Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung. Weltweit ist das Bronchialkarzinom der häufigste Tumor beim Menschen. Lungenkrebs ist. eine sehr schwere Erkrankung, die in den meisten Fällen bislang nicht mehr heilbar ist.
Das Adenokarzinom ist die häufigste maligne Erkrankung bei Frauen und Männern. Wie auch bei anderen malignen Tumoren wird die Überlebensdauer der Betroffenen durch viele Faktoren beeinflusst, unter anderem durch die Ausbildung von
Metastasen. Um prognostische Faktoren zu ermitteln und um eine Metastasierung von Tumoren zu verhindern, werden weltweit neue Ansätze für eine verbesserte Therapie entwickelt. Zelladhäsions- und extrazelluläre Matrixmoleküle sowie Metalloproteinasen und deren Inhibitoren sind ausgesprochen' interessante Targets für die Tumortherapie. Die Expression von Adhäsionsmolekülen an der Zelloberfläche unterliegt einer Reihe von Veränderungen. Durch Adhäsionsmoleküle vermittelte Zeil-Zeil- und extrazelluläre Matrix-Interaktion wird die Tumorbildung und Metastasierung bösartiger Neubildungen maßgeblich beeinflusst.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein einfaches, sensitives ufid schonendes Verfahren zur Erkennung, Markierung, und Behandlung von epithelialen Lungenkrebszellen anzugeben sowie ein Mittel zur ihrer Erkennung, Markierung oder Behandlung bereitzustellen und zu verwenden.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß den Merkmalen von Anspruch 1 und Mittel gemäß Anspruch 26 für das erfindungsgemäße Verfahren sowie einen Testkit gemäß Anspruch 28 gelöst. Unteransprüche sind Weiterbildungen der Erfindung.
Kernpunkt der Erfindung ist die Erkenntnis, dass in c-raf und/oder c-rhyc induzierten Adenokarzinomen der Lunge die Expression von Genen, die für CAM- und ECM- Moleküle kodieren, verändert ist.
Die Erfindung beruht auf der Entdeckung neuer Therapfetargets. Es handelt sich um Zelladhäsions- und extrazelluläre Matrixproteine, die für eine Antikörpertherapie sämtlicher Karzinome der Lunge, z.B. von Adenokarzinomen, geeignet sind. Im Gegensatz zur herkömmlichen polychemischen Therapie mit minimaler Erfolgsquote (da ca. 80 % der Patienten innerhalb des ersten Jahres nach der. Diagnose der Lungentumorerkrankungen versterben), ermöglicht die vollkommen überraschend gelungene Identifizierung neuer Therapietargets erstmalig eine ..selektive und schonende Therapie und Diagnostik.
In den Arbeiten, die zu der Erfindung geführt haben, wurden Adenokarzinome der Lunge in transgenen Mäusen untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass Basigin, ein Induktor der extrazellulären Matrix-Metalloproteinase überexprimiert wird,
während die Expression eines Basigin-inhibitors und Tumor-Suppressors, Caveolin, reprimiert wird. So konnte die Induktion von ADAM-19 durch Expression des kodierenden Gens und des translatierten Proteins belegt werden. Es handelt sich dabei um eine neuartige„Disintegrin" Matrix-Metalloproteinase. Durch Repression von TIMP3, einem Inhibitor von ADAM-Proteinen verschafft sich der Tumor wesentliche Vorteile. So vermittelt ADAM-19 den Abbau von u.a. Collagen 17alpha1 und fördert damit die Tumorintegration. Dieser Prozess wird durch TIMP-3 verhindert, welches in Adenokarzinomen der Lunge reprimiert ist. Außerdem wird innerhalb der Ausführungsbeispiele der Erfindung gezeigt, dass; andere weitere Zelladhäsionsmoleküle stark reprimiert sind, so bspw. Cadherin 2, 5, und 13; Procadhrin alpha 4; Procollagen 17a1 und 13a1, Laminine 2, 4 und 1; Integrin alpha 8; ICAM2; Vinculin; Vitronectin und Tetrapsine. Hingegen war Ep-CAM induziert. Die selektive Expression von Zeiladhäsionsmolekülen führt zu veränderten Signalübertragungen, die die Zellmigration und Proliferation von Tunϊörzellen fördert. Weiterhin konnte innerhalb der erfinderischen Arbeiten durch immunhistochemische Untersuchungen an menschlichen Tumorgeweben der Lunge gezeigt werden, dass die nun erstmalig beschriebenen Therapietargets auch in Karzinomen der menschlichen Lunge stark exprimiert bzw. tumorspezifisch reguliert werden (sowohl in Nichtkleinzellem wie in Kleinzellern mit unterschiedlichem Differenzierungsgrad). Deshalb können die aus dem Tiermodell gewonnenen Erkenntnisse direkt auf den Menschen übertragen werden. So gibt es bereits erste klinische Studien für das Adhäsionsmolekül EpCAM für die Behandlung von Mamma- und Kolonkarzinomen. Die Erfindung ist gleichermaßen für die Therapie mit inhibitorischen Antikörpern sowie bifunktionellen Antikörpern (Rekrutierung von cytotoxischen CD4+ oder CD8+ Zellen) geeignet. Aber auch Antikörper mit cytotoxischen Konjugaten sowie Wirkstoffmolekülen können für die neuartigen erfindungsgemäßen Therapietargets gezielt entwickelt und deshalb therapeutisch genutzt werden.
Einige Prinzipien eines solchen möglichen Tumormodells sind bereits beschrieben worden.
Die Basis der Erfindung ist daher die vollkommen überraschend aufgedeckte Regulierung von Adhäsionsmolekülen und MMPs sowie ihrer Inhibitoren in c-raf und/oder c-myc induzierten Lungenadenokarzinomen.
Dazu wurde c-raf (bzw. c-myc) als ein wesentlicher Bestandteil der Mitogen- und Stress-induzierten Signaltransduktionswege genutzt. Seine gerichtete Überexpression im alveolaren Epithel verursachte Adenokarzinome. Tumorwachstum wurde mit geänderter Expression von Molekülen der extrazellulären Matrix (ECM) und der Zelladhäsion (CAM) in Beziehung gesetzt. Im Rahmen der Erfindung wurde die Induktion von Basigin, einem inducer für extrazelluläre Matrix-Metalloproteinasen beobachtet, während sein Inhibitor und Tumor-Suppressor Caveofin-1 reprimiert wurde. Ausserdem wurde die Expression von ADAM-19, einer neuartigen Disintegrin- Metalloproteinase erhöht, während die von TIMP-3, einem Inhibitor von ADAM Proteinen, unterdrückt wurde.
Dies erleichtert den Abbau von Collagen17a1 und folglich von Zellmigäation.
Es wurde weiterhin eine drastische Repression von zahlreichen CAM-Molekülen (CAMs) einschließlich Cadherin 2, 5, 13, Procadherin alpha 4, Procόilagen Typ XIII und XVII, Lamininen (2.4.1), Integrin alpha 8, ICAM2, Vinculin, Vitronectin und Tetrapsinen beobachtet, jedoch wurde die Expression von Ep-CAM deutlich erhöht. Vor allem selektive Expression von CAMs ändert die zelluläre Signalgebung, und die neugestalteten CAM- und ECM-Moleküle ermöglichen neuartige Mechanismusbasierte Therapien von Lungenkrebs.
Dadurch wird erstmalig ein Verfahren ermöglicht, mit dessen Hilfe sich und sensitiv epitheliale Lungenkrebszellen von Adenokarzinomen in einem biologischen oder biotechnologischen System einfach erkennen, markieren oder behandeln lassen. Unter dem biologischen System sind im wesentlichen Organismen, Zellgewebe, Zellen, Zellbestandteile, DNA, RNA, cDNA, mRNA, cRNA, Proteine und/oder Peptide sowie davon abgeleitete Strukturen zu verstehen, unter dem biotechnologischen System sind alle mögliche Untersuchungsanordnungen zu verstehen,- mit deren Hilfe Eigenschaften von epithelialien Tumorzelien von Lungenadenokarzinomen oder davon abgeleitete Strukturen nachgewiesen werden können.
Dazu wird das biologische oder biotechnologische System mit wenigstens einer Substanz in Kontakt gebracht wird, die Affinität zu mindestens einer der folgenden
Komponenten hat: zu den Genen ADAM19, Mmp12, Col18a1, Col15a1, CD44, Bsg, Itgb2, Itgax, Lamc2, Lamb3, Alcam, CIdn2, Cldn3, Cldn7, Krti-18, Krt2-8, tacstdi, tacstd2, S100a1 , S100a11 und/oder ihren Varianten und/oder Teilen davon und/oder ihrer mRNA und/oder ihren Genprodukten und/oder davon abgeleiteten Spaltprodukten, Polypeptiden oder Peptiden. Kernpunkt der Erfindung ist dabei, dass die Substanz mit einem Marker verbunden ist, der über eine bestimmte Eigenschaft verfügt.
Besonders geeignet ist das Verfahren, wenn das biologische oder bistechnologische System einen Organismus, Zellgewebe, Zellen, Zellbestandteile, DNA, RNA, cDNA, mRNA, cRNA, Proteine oder Peptide oder davon abgeleitete Strukturen umfasst bzw. beinhaltet, da diese besonders gut für die Erkennung, Markierung oder Behandlung von epithelialen Tumorzellen aus Lungenadenokarzinometπ mit der erfindungsgemäßen markierten Substanz geeignet sind, insbesondere wenn sie Lungentumorzellen und/oder Oligonukleotidbibliotheken umfassen.
Als zumindest teilweise lösliche Substanz sind insbesondere Öligonukleotide, Proteine, Peptide oder davon abgeleitete Strukturen geeignet. Diese haben den Vorteil, dass sie spezifisch zwei- oder dreidimensionale Zielstrukturen auf molekularer Ebene erkennen können. Darüber hinaus haben sie die vorteilhafte Eigenschaft, dass die Erkennung in der Regel in wässerigen■ physiologisch
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gepufferten Lösungen erfolgt und zu einer spezifischen Asso∑iation/Bjndung mit der Zielstruktur führt.
Besonders geeignet sind dabei monoklonale und/oder polyklonale Antikörper bzw. Antikörperfragmente, da sie als robuste hochspezifische Strukturen gebildet sind, die im Prinzip mit Affinität gegen alle möglichen molekularen Zielstrukturen herstellbar sind.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung werden humane und/oder bispezifische Antikörper oder humane und/oder bispezifische Antikörperfragmente" verwendet, da sie die Immunantwort des humanen Immunsystems bei Kontakt mit der erfindungsgemäßen Substanz zumindestens verringern können oder durch die bispezifische Bindung Makrophagen oder andere Komponenten des- Immunsystems
mit einer Zielstruktur, insbesondere epithelialen Lungenturnorzellen aus Adenokarzinomen verknüpfen können.
Insbesondere monoklonale Antikörper und/oder Antikörperfragmente sind dabei geeignet, da sie eine besonders gute Selektivität, Sensitivität und Reproduzierbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens gestatten.
Besonders günstig für die Umsetzung der Erfindung ist es, wenn der erfindungsgemäße Marker als ein Element, Isotop, Molekül und/oder Ion gebildet oder aus diesen zusammengesetzt ist, insbesondere als Farbstoff, Kontrastmittel, Chemotherapeutikum, Radionuklid, Toxin, Lipid, Kohlenhydrat, Biotin, Peptid, Protein, Mikropartikel, Vesikel, Polymer, Hydrogel, Zellorganelle, Virus und/oder ganze Zelle gebildet ist oder diese umfasst, wodurch die markierte Substanz an die verschiedensten Bedürfnisse anpassbar ist. Wird beispielsweise Biotin als Marker verwendet, so kann bei einer Untersuchung und/oder einer Therapie von epithelialen Lungentumorzellen, insbesondere aus Adenokarzinomen, die Menge an notwendigem Pharmakon, das in einem zweiten/nachfolgenden Schritt zugegeben wird, in erheblichem Maße reduziert werden, wenn das Pharmakon an Streptavidin gebunden ist.
Besonders geeignet ist dabei insbesondere auch, wenn der Marker als vorzugsweise Farbstoff- und/oder Enzym-markierter Sekundärantikörper und/oder Protein A und/oder Protein G oder davon abgeleitete Struktur gebildet ist oder diese enthält.
Möglich ist es beispielsweise auch, Hyaluronan oder abgeleitete Strukturen als Marker zu verwenden, da es günstigerweise von Zielstrukturen/Rezeptoren der affinen Substanz gleichzeitig aufgenommen werden kann.
Die Verbindung zwischen dem Marker und der Substanz ist vorteilhafterweise chemisch, elektrostatisch und/oder über hydrophobe Wechselwirkungen ausgestaltet, da diese eine ausreichende Bindungsstabilität für die Verwendung der markierten Substanz zu Erkennung, Markierung und Behandlung von epithelialen Lungentumorzellen, insbesondere aus Adenokarizinomen, vorzugsweise wenn die Verbindung kovalent ist. Geeignet sind dabei insbesondere auch die elektrostatisch
und/oder hydrophoben Wechselwirkungen, die von Aminosäureresten bzw. ihren Seitenketten, vorzugsweise von Proteinen, bzw. Stickstoff-Basen von Nukleotiden ausgehen bzw. zwischen diesen ausgebildet werden.
Zur Erhöhung der Sensitivität des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere auch die gleichzeitige Verwendung mehrerer Substanzen geeignet, insbesondere wenn sie drei Substanzen mit Affinität zu Bsg und Cldn2 und Tnf.sf9 oder ihren rnRNA-Sequenzen oder ihren Genprodukten umfassen.
Für eine besonders spezifische Erkennung sind insbesondere Substanzen geeignet, die mit einer Affinität oberhalb der Assoziationskonstante Ka = 1000 M'1 an die Zielstruktur binden.
Für verschiedenste Verwendungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es vorteilhaft, eine der folgenden Methoden zu verwenden - PCR, in vitro Translation, RT-PCR, Gelelektrophorese, Western-BIot, Northern-Blot, Southern-Blot, ELISA, FACS-Messung, chromatographische Auftrennung, UV-Mikroskopie,
Immunohistochemie, Screening von festphasengebundenen Molekülen oder Geweben und/oder biosensorische Untersuchung - wobei durch Vervielfältigung, Auftrennung, Immobilisierung und/oder Detektion der untersuchten Probe bzw. von Teilen davon eine besonders einfache Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht wird, insbesondere auch wenn eine statistische Analyse durchgeführt wird.
Nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung werden für die Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens Moleküle, Zellen und/oder Gewebe verwendet, die auf einer planaren Oberfläche, vorzugsweise ortsadressiert, immobilisiert sind. Die Immobilisierung hat dabei den Vorteil, dass sie eine besonders einfache Erkennung, Markierung von Lungentumorzellen da Oberflächen besonders einfach gescreent werden können, insbesondere wenn sie als Membran, z.B. aus Nitrocellulose oder PVDF, als Kavität einer Mikrotiter/ELISA-Platte oder eines Zellkulturgefäßes oder als Glas- oder Kunststoffchip gebildet sind.
Vorteilhafterweisθ werden dazu als festphasengebundenen Moleküle Substanzen verwendet, die Affinität zu mindestens einem der Gene ADAM19, Mmp12, CoI18a1, Col15a1 , CD44, Bsg, Itgb2, Itgax, Lamc2, Lamb3, Alcam, Cldn2, Cldn3, Cldn7, Krt1- 18, Krt2-8, tacstdi, tacstd2, S100a1, S100a11 und/oder ihren Varianten und/oder Teilen davon und/oder ihrer mRNA und/oder ihren Genprodukten und/oder davon abgeleiteten Spaltprodukten, Polypeptiden oder Peptiden (im folgenden als „Zielstruktur" genannt) haben, da diese eine besonders einfache Erkennung oder Untersuchung von epithelialen Lungentumorzellen auf der Oberfläche erlauben, wenn wenigstens eine dieser Substanzen mit ihrer Zielstruktur wechselwirkt, insbesondere an diese bindet. Geeignet sind dafür insbesondere immobilisierte Moleküle, die als Oligonukleotid, Antikörper oder Antikörperfragment ausgestaltet sind.
Der Nachweis von Zielstrukturen, z.B. von Rezeptoren auf einem immobilisierten Gewebeschnitt oder auf Zellen einer Zellkultur, kann dabei mit beliebigen markierten Molekülen erfolgen, die nachfolgend in Lösung auf die Oberfläche gebracht werden, vorteilhafterweise mit einer der erfindungsgemäßen markierten Substanzen, bspw. einem (Fluoreszenz) markierten Antikörper.
Wird eine RT-PCR durchgeführt, so finden vorteilhafterweise entsprechende Oligonukleotidsonden bzw. Primer Anwendung.
Werden für die Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens immobilisierte Molekülbibliotheken, bspw. DNA- oder Antikörperbibliotheken verwendet, die mit den Zieistrukturen aus einer Lösung wechselwirken, bspw. mit einer cDNA-Bibliothek, einer PCR-Produkt-Bibliothek oder mit epithelialen Lungenkrebszellen, insbesondere aus Adenokarzinomen, sind die an die Molekülbibliotheken gebundenen Zielstrukturen besonders gut durch die Verwendung von nachfolgend zugegebenen (Farbstoff-)markierten Sonden, vorzugsweise Oligonukleotiden oder davon abgeleiteten Strukturen nachweisbar. Werden unmarkierte 'Primärantikörper zum Nachweis verwendet, sind diese günstigerweise mit markierten Sekundärantikörpern, nachweisbar. Aber auch die Verwendung von anderen Proteinen, bspw. Enzymen, oder Streptavidin oder Teilen davon ist geeignet.
Für den diagnostischen Nachweis von epithelialen Lungenkrebszellen, insbesondere aus Adenokarzinomen, in der in vitro- und in vivo-Diagnostik mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorzugsweise die Verwendung, von optischen Apparaturen, z.B. UV-Mikroskopen, Scannern oder ELISA-Readern; Photometern, oder von szintigrafischen Apparaturen, bspw. Röntgengeräten, geeignet.
Ein anderer Aspekt der Erfindung betrifft ein Mittel zur Erkennung, Markierung und Behandlung von Lungentumorzellen, insbesondere epithelialen Lungenkrebszelien, insbesondere aus Adenokarzinomen, dass es eine Substanz mit einer Affinität gemäß Anspruch 1 und ggf. Anspruch 14 und den Merkmalen gemäß einem der Ansprüche 4-6 enthält und die wenigstens eine Substanz ggf.' über eine Verbindung gemäß den Ansprüchen 11-12 mit einem Marker gemäß einem der Ansprüchen 7-9 verbunden ist und die ggf. markierte Substanz zumindest teilweise löslich ist, insbesondere in wässerigen bzw. physiologischen Lösungen.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung wird das entsprechende Mittel für die Herstellung eines Präparats zur besonders einfach umzusetzenden sensitiven und schonenden Erkennung, Markierung und/oder Behandlung von Lungentumorzellen, insbesondere aus epithelialen Lungenkrebszellen von Adenokarzinomen verwendet
Ein anderer Aspekt der Erfindung betrifft einen Testkit für die Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur diagnostischen Erkennung, Markierung und/oder testweisen Behandlung von epithelialen Lungentumorzellen, vorzugsweise von Adenokarzinomen, wobei der Testkit wenigstens ein erfindungsgemäßes Mittel gemäß den Ansprüchen 26-27 enthält, insbesondere wenn die affinen Substanzen des Mittels an einer Oberfläche, vorzugsweise ortsadressiert, immobilisiert sind.
Einige der besonders günstigen Merkmale und weitere vorteilhaften Eigenschaften der Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung und näheren Erläuterung offenkundig.
Die raf-Kinasen sind proto-Onkogene, die am Eingangspunkt der MAPK/ERK (Mitogen-aktivierte-Proteinkinase/extrazelluläre-Signal-regulierte-Kinase)
Signalkaskade arbeiten und die Molekülen signalisieren, Zeiloberflächenproteine und
ras-Proteine mit dem Zellkern zu verbinden. Insbesondere wird raf-1 durch eine breite Anzahl an Wachstumsfaktoren, Hormonen und anderer externer Signale aktiviert. Nach Aktivierung wirkt raf-1 auf MEK und phosphoryliert dieses und bindet an ERK, das auch durch Phosphorylierung aktiviert wird [1 ,2]. Die Ras/Raf/MEK/ERK-Kaskade wird als eine lineare Abfolge angesehen, mit ERK als funktionellem Endpunkt [3,4]. Aktiviertes ERK kann zum Kern transloziert werden und bildet damit eine direkte Vermittlung zwischen einem extrazellularen Signal, einer internen Signalabfolge und der Kernantwort [4]. Überexpression von raf wird mit bösartigen Tumoren [5,6] assoziiert und mit dem Tumorwachstum benötigen sie einen geänderten Zell-Zell-Kontakt und Zelle-Matrix-Adhäsiori, um die Expansion, Invasion und Tumorverbreitung zu ermöglichen.
Die Untersuchung der Adhäsionsmoleküle kann damit Einblicke in die Grundprinzipien der Tumorgenese ermöglichen und erleichtert die Identifizierung von Targets für neuartige Therapieformen.
Im allgemeinen werden Adhäsionsmoleküle in Cadherine, in Integrine, Immunoglobulin-artige Rezeptoren, CD44 und in Catenine unterteilt [7]. Diese Moleküle fungieren in komplexer und koordinierter Weise, um Zellen an einem Ort zu halten oder wechselweise die Zellbewegung zu unterstützen.
Weiterhin agieren Adhäsionsmoleküle in bidirektionalen Signalwegen, die für viele zelluläre Funktionen, einschließlich Transkription, cytoskelettale Organisation und Proliferation benötigt werden [8,9].
Insbesondere sind Integrine eine Hauptgruppe von Adhäsionsrezeptoren der Zelloberflächen, die eine mechanische Transmembranverbindung zum Cytoskelett unterstützen und die mehrere Signalkaskaden aktivieren.
Auf diese Art und Weise beeinflussen Integrine das Zellverhalten' einschließlich Form, Motilität, Differentiation, Proliferation und Überleben [9].
Darüber hinaus stellen Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) eine Familie von sekretierten, Zink-abhängigen Endopeptidasen dar, die gemeinsam zur Degradation
der Bestandteile der extrazellularen Matrix (ECM) fähig sind, und es gibt überzeugende Hinweise darauf, dass MMPs eine wichtige Rolle an den unterschiedlichen Schritten des Tumorwachstums spielen.
In der Tat lysieren MMPs teilweise abgebaute feinfaserige Collagene sowie Elastin und zeigen hohe Affinität zu Collagenen, die wichtige Bestandteile der Epithelgrundmembranen sind und die während des Tumorwachstums lysiert werden. Zusätzlich zeigen Tumore häufig eine Zunahme der Expression von MMPs und eine Abnahme an ihren Inhibitoren, z.B. von TlMPs an, die zu einer Zunahme proteolytischer Aktivität führen [10-12]. Außerdem sind Zelloberflächenproteoglykane (PGs) wichtig für die Modulation von in Zelladhäsion und -motilität.
Viele adhäsionsfördemde Bestandteile innerhalb der ECM■ beinhaltenden Strukturproteine (Laminine und Collagene) sowie der
Zelloberflächenadhäsionsrezeptoren (CAMs) unterstützen Zelladhäsion über Interaktionen mit PGs.
Die Tatsache, dass PG Bindungsstellen in direkter Nachbarschaft zu Integrin, zu ZeII- bindenen Domänen innerhalb der ECM-Moleküle und auf anderen Zelloberflächenadhäsionsmolekülen existieren legt nahe, dass zelluläre Erkennung der ECM an der Bildung von Rezeptorkomplexen beteiligt ist und dass sie unterschiedliche, aber überlappende Signaltransduktionswege innerhalb der Zelle modulieren [13, 14, 15].
Als ein Ergebnis der c-raf Überexpression wurden von transgenen Mäusen Lungenadenokarzinome gebildet. Innerhalb der für die Erfindung relevanten Arbeiten wurden Genexpressionsprofile in histologisch definierten Adenokarzinomen bestimmt und die Transkription mit normalen Lungengeweben von nicht-transgenen Mäusen verglichen. Entsprechende Arbeiten wurden auch mit c-myc (Überexpression) durchgeführt.
Es wurden 428 Transkripte in Lungenadenokarzinomen als unterschiedlich exprimiert festgestellt (P-Wert t-test < 0,05). 72 Gene kodierten für Komponenten der ECM,
davon waren 20 überexprimiert (Tabelle 1), wohingegen 52 Transkripte reprimiert waren (Tabelle 2a).
Tabelle 1 zeigt die Transkripte, die in Adenokarzinomen als überexprimiert identifiziert wurden.
Bemerkenswerterweise war in Lungenadenokarzinomen die selektive Expression von Claudin 2 herausragend. Seine Expression wird in normalem Lungengewebe nicht gefunden. Weiterhin waren Claudin 3 und 7 in Tumorgewebe überexprimiert. Daher war die Claudin-Expression in Lungenadenokarzinomen, induziert durch c-raf 1, umgestaltet worden. Bemerkenswerterweise exprimieren die alveolaren Epithelzellen von Ratten Claudin 3, 7 und 5, wobei Claudin 5 durch..den gesamten Alveolus stark exprimiert ist. Im Gegensatz dazu ist die Expression- von Claudin 1 und 2 minimal oder vollkommen abwesend [16, 17]. Claudine sind Komponenten der sogenannten Tight Junctions (TJs) und sind epitheliale Barrieren und funktionieren durch parazelluläre Permeabilität. Vorausgegangene Studien über die Claudin- Verteilung legen verschiedene Barrierenfunktionen in verschiedenen Epithelzellen und Endothelgewebe nahe und dass Claudine selektiv für Änderungen der Permeabilität exprimiert werden. Veränderung der Kommunikation innerhalb der TJs ist ein wichtiger molekularer Mechanismus in dem Fortschreiten von Lungentumoren. Dieses wird durch jüngere Studien gestützt, die nahe legen, dass Claudin 1 und 2 die Aktivierung durch alle Membrantyp-MMPs hinweg während der. Krebsinvasion vorantreiben [18].
Weitere Moleküle wurden festgestellt, die für die Klassifizierung von Lungen- Tumoren verwendet werden können und diese umfassen Keratin 1-18, einen zuvor beschriebenen Marker für Lungenadenokarzinome.
Calcium-bindende Proteine (S100A1 und S100A11) wurden gleichermaßen induziert. Die S100 Familie ist eine der größten Unterfamilien von Calcium-bindenden Proteinen und ist durch hochkonservierte helix-loop-helix-Regionen, bekannt als„EF- hand" Motive, charakterisiert. S100 Proteine sind in die Tumorgenese eingebunden und vermitteln Calcium-Signale während des Wachstums, der Differenzierung und der Beweglichkeit der Zelle [19].
Zusätzlich war CD44 als ein Ergebnis der c-Raf Überexpression induziert. Dieser Rezeptor ist ein Oberflächenglykoprotein das an Zeil-Zeil- und Zell-Matrix- lnteraktionen beteiligt ist.
Überexpression von CD44 war mit dem Wachstum und der Ausbreitung einer Reihe verschiedener Zelltypen in der Tumorentwicklung verbunden. CD44 dient als ein wiederherstellbarer Rezeptor für Hyaluronan, das durch Endocytose internalisiert und verstoffwechselt wird. CD44 kann Epithelzellen an Hyaluronan in Gπjndmembranen für die Erhaltung der polaren Orientierung verankern [20]. Dieser Rezeptor kann auch durch Leukozyten-Anheftung und -Drehung auf Endothelzellen funktionieren, die diese zu peripheren lymphoiden Organen und Entzündungsstellen weisen sowie zur Leukozytenaggregation. Die Signalisierung durch CD44 induzierte Cytokinfreisetzung und T-Zell-Aktivierung [21]
Überexpression von Ep-Cam in Lungenadenokarzinomen
Die Entdeckung der Überexpression von Tumor-assoziiertem Calcium Signal Tranduktor (tacstd) oder von Ep-CAM war ein wichtiges Ergebnis, für beide bezüglich ihrer Eigenschaft als Adhäsionsmoleküle und Funktion als Therapie-Target.
Wie in Figur 1 gezeigt ist, ist die Ep-CAM Immunfluoreszenzfärbung oberhalb des Hintergrundlevels durch einen Kanal-Baum eingegrenzt. Membranfärbung wird in den respiratorischen Epithellinien und terminalen Bronchien und Bronchipolen gesehen. (Fig. 1a). Weiterhin hebt Ep-CAM-Färbung die Tumor-Zentren hervor (Fig. 1b). Die Antwort ist homogen und membrangebunden;. Das hyperplastische alveolare Epithel in den Zentren wird gleichermaßen positiv angefärbt.
Die hohe Expression von Ep-CAM in sowohl Kolon- als auch anderen Epithelkarzinomen ist wichtig, und es kann angenommen werden, dass dies ein neuer Typ von Adhäsionsmolekül ist, der nicht strukturell den Mitgliedern der vier Hauptfamilien der Immunglobulin Superfamilie (Cadherine, Integrine, Selektine und CAMs) ähnelt.
Kürzlich veröffentlichte Hinweise deuten darauf hin, dass die extrazelluläre Domäne von Ep-CAM aus einer Cystein-reichen Region besteht, die zwei Typ || EGF
(epidermal growth factor)-artige Wiederholungen beinhaltet, denen eine Cystein- arme Regionen folgt [22].
Gesteigerte Ep-CAM Expression ist mit Proliferation, verminderter Cadherin- vermittelter Adhäsion und einem weniger differenzierten Phänotyp verbunden, so dass nahe liegt, dass Ep-CAM die Stärke der intrazellulären Adhäsion reguliert und Epithelzellen mit flexiblen Zwischenverbindungen erzeugt,, die notwendig für die Epithel-Morphogenese und Gewebeerhaltung sind.
Die kürzlich erhobenen Daten betreffend die Organisation von Ep-CAM-vermittelten Adhäsionen deuten an, dass es mehr einem typischen Adhäsionsmolekül ähnelt, das mit Aktin-Mikrofilamenten verbunden ist [22].
Umverteilte Adhäsionsmoleküle in Lungenadenokarzinomen.
Integrine sind wichtige ECM Rezeptoren und sind auch an .Zell-Zell-Interaktionen beteiligt. Es gibt mehrere Berichte, die die kritische Rolle von Integrinen in der Tumorentstehung, -invasion und -metastasierung in Lungenadenokarzinomen andeuten. Die Expression von Genen, die für Moleküle für die Zeliadhäsion- und ZeII- Zell-Kontakte kodieren, wurde induziert, z.B. von Integrinen (Itgb2 und Itgax), Procollagen XV (Col15a1) und Lamininen (Lamb3 und■ Lamc2). " Mehr als 30 Transkripte kodierend für Zeiladhäsionsmoleküle, beinhaltend Vitrönectin (Vtn), Vinculin (VcI) und das intrazelluläre Adhäsionsmolekül 2 (Icam2), Integrin-vermittelte Zelladhäsion und ECM Rezeptoren werden in Lungenadenokarzinomen reprimiert.
Insbesondere Integrin alpha 8 (Itgaδ) war signifikant reprimiert. Die erfindungsgemäßen Arbeiten zeigen, dass Integrin alpha 8 eine wichtige Rolle zur Erhaltung der Gewebeintegrität während einer Verletzung oder der Regulierung von mesangialem Zellphänotyp spielt. Integrin alpha 8 fördert auch die Adhäsion und verhindert die Migration und Proliferation von mesangialen Zellen [23]:
Weiterhin waren mehrere Moleküle, die mit Integrinen wechselwirken, selektiv verändert. Tatsächlich waren auch Tetraspanine, z.B. TM4SF 1, 2,V6, 12 und 13, unter den am dramatischsten reduzierten Gentranskripten in den durch c-raf
Überexpression induzierten Lungenadenonkarzinomen zu finden. Entsprechendes wurde auch für c-myc (Überexpression) festgestellt.
Diese Zelloberflächenproteine durchspannen die Membran viermal ü.nd werden auf vielen verschiedenen Zelltypen von vielen Organismen gefunden. Sie zeigen zahlreiche Eigenschaften in der Zelladhäsion, -beweglichkeit und -pfoliferation, und sind an der Metastasierung oder viralen Infektion beteiligt [24].
Mitglieder der TM4SF-Familie wechselwirken auch mit Adhäsionsrezeptoren der Integrin-Familie und regulieren die Integrin-abhängige Zellmigraiion [25]. Die erfindungsgemäßen Arbeiten zeigen beispielsweise den Verlust der Genexpression von TM4SF von Lungenadenokarzinomen im Vergleich zu normalem Lungengewebe. Daher ist die Erkenntnis von größter Bedeutung, welche Eigenschaften Tetraspanine zusammenhalten und wie ein Verlust eines Tetraspanins die Funktionen seiner Partnermoleküle beeinflussen kann.
Die Repression vieler Cadherine (Procadherin alpha4, Cadherin 2, 5 und 13) war eine weiteres herausragendes Ergebnis von c-raf-induzierten bzw. c-myc-induzierten Lungenadenokarzinomen. Verminderte Expression von E-Cadherin wird als eines der hauptsächlichen molekularen Ereignisse angesehen, die an der Dysfunktion des ZeII- Zell-Adhäsionssystems beteiligt sind und die die Krebsinvasion und Metastasierung ermöglichen. Forschungsarbeiten über E-Cadherin haben Einblick in die Embryogenese und Onkogenese gegeben. Als eine der wichtigsten Funktionen von E-Cadherin in der Entwicklung wird die Kontrolle von Epithel-mesenchymaler Konversion angegeben [26].
Selektive Regulierung von Basigin, ADAM-19 und TIMP-3 in Lungenkarzinomen
Tumorprogression ist ein mehrstufiger Prozess, in dem zelluläre Motilität mit kontrollierter Proteolyse assoziiert ist, und der Interaktionen zwischen Tumorzellen und der ECM beinhaltet. Während des Tumorwachstums transformierte Zellen migrieren vom Primärtumor zu kreuzstrukturierten Barrieren, beinhaltend Grundmembranen und umgebende stromale collagene ECM. Abbau von stromaler ECM wird als essentiell in der Turnor-induzierten Angiognese angenommen.
Hochgradige Expression von MMPs in Tumorgeweben wird mit Tumorinvasion und - progression in Verbindung gebracht.
Innerhalb der erfindungsgemäßen Arbeiten waren Basigin oder EMMPRIN (extracellular matrix metalloproteinase inducer) hochreguliert sowohl auf Gen- wie auf Proteinebene (Fig. 2). Basigin ist ein Zelloberflächen-Transmembranglykoprotein, das weit verbreitet auf vielen unterschiedlichen Zelltypen exprimiert wird und besonders erhöht in invasiven Tumorzellen zu sein scheint [27-28]. Erhöhte Basigin- Expression korreliert gut mit der Tumorprogression von "Glioma-Zelien [29, 30], Hepatoma-Zellen [31], schuppenartigen Zellkarzinomen [32] und Melanomen [33, 34]. Basigin stimuliert die Produktion von MMPs und befördert die Hyaluronan Produktion in Brustkrebskarzinomen [35]. Basigin wird, zumindest teilweise, durch Caveolin 1(cav1) reguliert, einem gut-etablierten Tumorsuppressor und wurde bei den erfindungsgemäßen Arbeiten als in Lungenadenokarzinomen von c-raf transgenen Mäusen reprimiert gefunden. Caveolin 1 assoziiert mit Basigin während der Biosynthese im Golgi-Komplex und eskortiert Basigin zur Zelloberfläche, wodurch die Selbstaggregation von Basigin und Induktion von MMPs inhibiert wird [36]. Der Unterschied in der Genexpression zwischen Basigin und Caveolin 1 deutet darauf hin, dass Basigin die Produktion von MMPs in c-raf-Λ induzierten Lungenadenokarzinomen begünstigt. Entsprechendes wurde auch für c-myc beobachtet.
Weiterhin wurde ADAM-19 innerhalb der Arbeiten, die zu der Erfindung geführt haben, als überexprimiert festgestellt. ADAM Proteine sind eine Familie von Typ I Transmembran Glykoproteinen, die eine Disintegrin und Metalloprotease (A Disintegrin And Metalloprotease) Domäne enthalten und -die Funktionen in der Befruchtung, der Herzentwicklung, Neurogenese und dem sogenannten protein ectodomain shedding erfüllen [37].
ADAM Proteine werden bekanntermaßen in Kereatinocyten exprimiert und sind aktiv an der Keratinocytenmotilität beteiligt. KoIIagene erscheinen deshalb als neuartige Substratklasse für ADAM [38, 39].
Der extrazelluläre Matrix Metalloproteinase inducer Basigin und AD.ÄM-19 wurden gleichermaßen mit Hilfe von Western Blots untersucht, und beide Genprodukte waren in durch c-raf induzierte Lungenadenokarzinome erhöht (Figur 2). Analoge Ergebnisse wurden auch für c-myc erhalten.
Kollagene Transmembranproteine werden weithin exprimiert und sind an der Zelladhäsion und epithelia!en-/mesenchymalen Wechselwirkungen während der Morphogenese beteiligt. Die Kollagene XlII und XVII wurden erfindungsgemäß als reprimiert festgestellt. Sie sind Komponenten von morphologisch unterschiedlichen Zelladhäsionsstrukturen, zum Beispiel von fokalen Adhäsionen- oder beispielsweise Hemidesmosomen.
Kollagen XVII, ein Typ Il Transmembranprotein und epitheliales Adhäsionsmolekül, kann proteolytisch von der Zelloberfläche abgegeben werden, um lösliches Kollagen zu erzeugen.
Die Abgabe durch sogenanntes shedding wird beispielsweise durch Phorbolester gesteigert und durch Metalloprotease-Inhibitoren inhibiert, beispielsweise durch Hydroxamate oder TIMP-3, aber nicht durch Inhibitoren anderer Proteaseklassen oder durch TIMP-2 [40]. Funktionell ist die Ausschüttung der Ektodomäne von Kollagen XVII (Col17a1) mit einer veränderten Kallagenmotilität in vitro verbunden [41].
Zusätzlich war die Identifizierung einer verminderten Expression .von Gewebe- Inhibitoren der Metalloproteinase-23 (TiMP-3) ein wichtiges Ergebnis innerhalb der Arbeiten zur Erfindung. Jüngere Studien haben TIMP-3 als einen endogenen Inhibitor von ADAM-17 beschrieben, und gerade erst kürzlich wurde über ein inverses Expressionsmuster von ADAMs und TIMP-3 in der Pathogenese von Prostata-Krebs berichtet [42].
Bemerkenswerterweise unterbrechen Deletionen von TIMP-3 die .herausragende TIMP/MMP-Balance, die für eine ordnungsgemäße fokale ECM Proteolyse benötigt wird und zu der korrekten Morphogenese der Bronchiolenverzweigung in der
Entwicklung der Mauslunge führt [43]. Weiterhin teilt T1MP-3 lediglich eine 25%ige Aminosäurehomologie mit TIMP-1 und TIMP-2.
Wie gezeigt wurde, fördert die Repression von TΪMP-3 die Tumor-Zellinvasivität in vitro und die Induktion von Tumorwachstum in vivo [44]. Obwohl gezeigt wurde, dass TIMP-3 die endotheliale Zellmigration und Tubulus/Röhren-Ausbildung in vitro inhibiert, ist der Effekt von TIMP-3 Überexpression auf die Tumor-iήduzierte Angiogenese in vivo bislang noch nicht untersucht worden.
Zusammengefasst ist ADAM-19 ein Sheddase-Kandidat für Col71a1 im Lungenadenokarzinom und TIMP-3 inhibiert die Proteolyse von Col17a1. Die biologischen Auswirkungen der Kollagen XVII-Abgabe sind bislang noch . nicht vollständig aufgeklärt. Eine erste Vorhersage ist, dass die Abspaltung der Ectodomäne die Loslösung von Keratinocyten während der Morphogenese, Differentiation und Regeneration begünstigt, sowie an der Adhäsion von basalen Keratinocyten an die extrazelluläre Matrix teilnimmt.
Darüber hinaus wurden mehrere Moleküle, die mit Zell-vermittelten Immun- und Entzündungsprozessen in Lungenadenokarzinomen assoziiert sind, abweichend exprimiert (Tabelle 2b). So wurden eine Überexpression von ifi30, Ccr5, Ccl6, Ccl21b, colony stimulating factor receptor (Csf2ra, Csfrbl and Csf2rb2) und von tnsf9 beobachtet. Die gesteigerte Produktion von IFN-gamma induced protein 30 (ifi30) stimuliert die Synthese von MHC Klasse Il Molekülen, darunter H2-Qma, H2-DMb1, H2-Ab1 und H2-Aa, und unterstützt selektiv die Transmigration von Th1, aber nicht von Th2, in Endothelzellen. Diese Feststellung im Rahmen der Erfindung ist höchst interessant für Th 1 -Typ selektive Transmigration entlang der Epithelzellen über CCR5 [45].
Es wurde auch eine Regulation des TNF(Ligand) superfamily member 9 (TNFsf9) beobachtet, ein Cytokin, das zu der Tumomekrose Faktor (TNF) Liganden-Familie gehört. Tnfsf9 ist ein Ligand für TNFRSF9/4-1BB, das ein costimulatorisches Molekül in T-Lymphozyten ist. Dieses Cytokin und sein Rezeptor sind an einem Antigen präsentierenden Prozess und an der Generierung von cytotoxischen T-Zellen beteiligt.
Tnfsf9 wurde in c-raf Lungenkarzinomen induziert und wurde auch in verschiedenen Karzinom-Zelllinien erhöht vorgefunden. Analoge Ergebnisse wurden auch für c-myc beobachtet.
Tnfsf9 ist in der T-Zell/Tumorzellen-Interaktion beteiligt [46] und wurde in normalen Maus-Lungengewebe nicht vorgefunden.
Innerhalb der erfindungsgemäßen Arbeiten wurden die mit Hilfe der GeneChip Microarrays erhaltenen Ergebnisse durch die Verwendung von RT-PCR bestätigt. Die verwendeten Primersequenzen sind den Ausführungsbeispielen der Erfindung zu entnehmen. Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse für 12 der Gene, die in der Umgestaltung der extrazellulären Matrix und Zell-vermittelten Immunität in Lungenadenokarzinomen beschrieben sind, wohingegen die Figuren 1 und 2 die Expression von ausgewählten Proteinen darstellen.
Diskussion
Innerhalb der Arbeiten, die zu der Erfindung geführt haben, wurde die Umbildung der ECM- und Zelladhäsionsmoleküle in Lungenadenonkarzinomen mit Hilfe von Microarray, qRT-PCR, Immunhistochemie und Western Blots untersucht. Als Teil dieser Studie wurde die Expression von Integrinen analysiert, die eine große Familie von heterodimeren Zelloberflächen-Rezeptoren bilden und an der Zell-/extrazelluläre Matrix- und Zell-/Zell-Adhäsionskommunikation beteiligt sind. . Von den 24 unterschiedlichen Integrin-Rezeptoren, die derzeit bekannt sind (jeder mit bestimmter Liganden-Bindung und Signaleigenschaften) fungieren fünf als Koϊlagenrezeptor. Itgax ist eines der Integrine, das an Kollagene binden kann. In Lungenadenokarzinomen wurde die Repression von Transmembran-Kollagenen (colXlllai und colXVIIai) und die Überexpression von Kpllagenen, die mit der Membranbefestigung assoziiert sind, wie etwa colXVIIIai und colXVal gefunden. Die Kollagene XV und XVIII umfassen die Multiplexin Unterfamilie und nicht-fibrilläre Kollagene. Die Überexpression der Kollagene XV und XVIII trägt daher mutmaßlich zur Zellmigration von Lungenadenokarzinomen bei. Diese Unterschiede in den Migratonsmechanismen können daher hilfreich sein, einige, der Zeil-spezifischen Effekte von Integrinen auf die Zellmigration zu erklären.
Wie durch die Ausführungsbeispiele gezeigt ist, wird Tumor-Wachstum und - Fortgang durch die Umstrukturierung der umgebenden ECM gefördert. Der Abbau der Transmembranmoleküle colXVIIai wird mutmaßlich von ADAM-19 in Lungenadenokarzinomen katalysiert. Der Abbau von von colXVIIai wird von TIMP-3 kontrolliert, einem spezifischen Inhibitor von ADAM17 und auch, von anderen Mitgliedern dieser Familie. TlMP-3 steht daher mit der umgeänderten ECM in Verbindung und ist an der Endothelzellen-Migration und Angiogenese beteiligt. Die Wechselwirkungen von Zellen mit der ECM ist entscheidend für die normale Entwicklung und Funktion eines Organismus. Daher ist die Regulation der Zusammensetzung und Vollständigkeit der ECM-Struktur von entscheidender Bedeutung. Enzyme, die an der Umstrukturierung beteiligt sind, . spielen eine essentielle Rolle in der Kontrolle von Signalen, die durch Matrix-Moleküle bewirkt werden, welche die Σell-Proiiferation, Differenzierung und derr Zelltod steuern.
Darüber hinaus stellen tight junctions die Verbindung zwischen epithelialen und endothelialen Zellen her, die die verschiedenen Gewebe des Körpers einschließen. Sie regulieren den Durchgang von Molekülen durch diese natürlichen Barrieren. Der epitheliale Transport findet durch transzelluläre und parazelluläre Wege statt, die zum Teil von Ciaudinen reguliert sind.
Insbesondere gibt es mindestens 20 Gene, die für Ciaudiή-Proteine mit unterschiedlicher Gewebe-abhängiger Expression und Barrierefunktion kodieren, innerhalb der erfinderischen Arbeiten wurde eine Überexpression von Claudin 2, 3 und 7 in Lungenadenokarzinomen festgestellt. Beispielsweise wird Ciaudin 2 selektiv in Lungenadenokarzinomen exprimiert, wohingegen die Claudin 5 Expression in Lungen-Tumoren reprimiert ist. Allgemein beeinflusst die Entfernung oder Zufügung von Ciaudinen die Permeabilitätseigenschaften der tight junctions, da sie parazelluläre Poren oder Kanäle ausbilden, die die selektive lonenpermeabilität steuern (Anderson 2001 und Tsutika et al. 2001). Unter Berücksichtigung, dass die Art des Kanai-bildenden Claudins die Spezifität und Selektivität für Ionen bestimmt, wird nun erstmals die Expressionsverschiebung von Claudin 5 zu Claudin 2 gezeigt, ein höchst bemerkenswert geändertes Muster von Ciaudinen, welche für die
Änderungen der parazellulären Wege und Erhaltung von Zellpolarität in Lungenadenokarzinomen verantwortlich sind.
Ausgangspunkt für die Erfindung ist daher die vollkommen überraschend festgestellte Umstrukturierung von ECM und CAM als ein Ergebnis der c-raf (bzw. c-myc) Überexpression im alveolaren Epithel.
Der Erfindung liegt die erstmalig gewonnene Erkenntnis zugrunde, dass die Expression von ECM- und CAM-Molekülen mit expansivem Tumorwachstum und Tumorinvasion assoziiert ist (Fig. 3). Unter diesen ist insbesondere die Hochregulation von Ep-CAM überdeutlich, die damit erstmals als Zieistrukturen bei Lungenadenokarzinomen, beispielsweise für Antikörper-basierte Therapieformen, zur Verfügung stehen.
Auswirkung der Erfindung
Die auf der Feststellung von neuen Therapietargets beruhende Erfindung ermöglicht nun erstmals eine selektive, effiziente und schonende Diagnostik und Therapie von Lungentumorzellen. Darüber hinaus ermöglicht die Erfindung eine bessere Effektivität von Vorsorgeuntersuchungen zur . Früherkennung von Lungengewebeveränderungen, die auch auf einfache Weise in der Röutinediagnostik anwendbar sind. Bei den Therapietargets handelt es sich um Zelladhäsions- und extrazelluläre Matrixproteine, die für eine Therapie, insbesondere Antikörpertherapie, sämtlicher Karzinome der Lunge, z.B. von Adenokarzinomen, geeignet sind. Im Gegensatz zur herkömmlichen polychemischen Therapie mit minimaler Erfolgsquote (da ca. 80 % der Patienten innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose der Lungentumorerkrankungen versterben), ermöglicht die vollkommen überraschend gelungene Identifizierung von neuen Therapie-Zielstrukturen- erstmalig eine selektive und schonende Therapie und Diagnostik. Neben den neuen Therapietargets ist insbesondere auch die Verwendung von Substanzen mit Affinität zu den beschriebenen reprimierten Genen (s. Tabelle 2a) bzw. Gejiprodukten oder davon abgeleitete Strukturen sinnvoll, da diese eine weitere (Kontroll-)Möglichkeit für die Erkennung, Markierung und Behandlung von Lungentumorzellen realisierbar machen.
Die Erfindung bildet gleichermaßen eine Basis für die Therapie mit inhibitorischen Antikörpern sowie bifunktionellen Antikörpern (Rekrutierung von cytotoxischen CD4+ oder CD8+ Zellen). Aber auch Antikörper mit cytotoxischen Konjugaten sowie Wirkstoffmolekülen können für die neuartigen erfindungsgemäßen Therapietargets gezielt entwickelt und deshalb therapeutisch genutzt werden.
Weitere Details und Methoden zur Umsetzung der Erfindung werden aus den nachfolgenden Ausführungsbeispielen näher ersichtlich.
Extraktion von Gesamt-RNA. Für die RNA-Präparationen wurde normales Lungengewebe (n - 6) und tumorales Lungengewebe von raf-1-BxB-23 transgenen Mäusen (n=8) verwendet. Die RNA-Extraktionen und Aufreinigungen wurden mit einem Rneasy midi kit (Qiagen, Cat.N:75144) nach Herstellerangaben- durchgeführt. cDNA Synthese. Erststrang-cDNA wurde aus 10 μg Gesamt-RNA mit einem oligo(dT)24 Primer (PROLIGO Primers and Probes; SuperScript Il Rnäse H-Reverse Transkripase, 5x Erststrang-Puffer und 0,1 M DTT (lnvitrogen;18064-014 oder 18064-071), dNTP Mix, 10 mM (Invitrogen; 18427-013). Die Zweitstrang-Synthese wurde in 20 μl des Erststrang-Reaktionsgemischs bei 42°C für 1 h unter Verwendung von 5xZweitstrang-Puffer (Invitrogen; 10812-014), DNA Ligase E.coli, 10 U/μl (Ivitrogen; 18052019), DNA Polymerase I E.coli, 10 U/μl . (Invitrogen; 18010-025), RNAse H; 2 U/μl (lnvitrogen;18021-14;18021-071);T4-DNA Polymerase; 5U/μl (Invitrogen; 18005- 025), EDTA Dinatriumsalz, 0.5 M Lösung (SIGMA; P/N E7889). Reinigung von DNA wurde mit dem GeneChip®Sample Cleanup Modul entsprechend dem Affymetrix Protokoll durchgeführt.
In-vitro Transkriptionsreaktion. Nach der Zweitstrang-Synthese wurde die Biotin- markierte cRNA durch eine in vitro Transkriptionsreaktion aus der cDNA-Probe unter Verwendung des BioArray RNA transcript labeling Kit (Enzo Diagnose, Farmingdale, N.Y.) mit Biotin-markiertem CTP und UTP erzeugt . Die markierte cRNA wurde mit Hilfe von RNeasy spin columns (Qiagen) gereinigt. 15 μg jeder cRNA-Probe wurde bei 94°C für 35 Minuten in Fragmentierungspuffer (40 mM Tris-Acetat, pH 8.1, 100 mM Kaliumacetat und 30 mM Magnesiumacetat) fragmentiert und anschließend zur Herstellung von 300 μl Hybridisierungsgemisch verwendet. Ein biotinyliertes
Oligonukleotid, B2, das mit Kontroll-Features (Molekülen) in der Mitte und an den vier Ecken jedes Chips hybridisiert wurde, wurde als Orientierungshilfe zur Probenbestimmung auf dem Chip verwendet.
Microarray Hybridisierung. Der Affymetrix GeneChip MG._U74Av2 wurde in den GeneChip© Hybridization-Oven 640 (Affymetrix) verbracht. Hybridisierungen erfolgten bei 450C für 16 Stunden bei 60 φm. Die Arrays wurden aus der Kammer genommen. Wasch-, Trocknungs- und Färbungsschritte wurden in der Wasch Station 400 (Affymetrix) entsprechend dem Affymetrix Array Protokoll durchgeführt.
Microarray Durchmusterung (Scannen) und Datenerfassung. Di.e hybridisierten Arrays wurden mit einem kalibrierten GeneArray Scanner (Acjilent) bei der Wellenlänge 570 nm gescannt (Pixel 3 μm). Jedes Array wurde 3 x gescannt. Als Software zur Datenerfassung wurde die GeneChip operating Software GCOS (Affymetrix) verwendet.
Statistische Analyse. Die Array-Daten wurden unter Verwendung von scaling oder per-chip Normalisierung normalisiert um die totale oder mittlere Intensität von jedem Array anzugleichen. Der Scale Faktor wurde entsprechend der Affymetrtrix Empfehlung eingestellt und zur Generierung einer Micro-Array Qualitätskontrolle und eines Daten-Reports verwendet. Features, die eine abweichende Expression mit einem Faktor größer 1 ,7 aufwiesen, wurden als signifikant erachtet- und in einem Excel Spreadsheet mit Gen-Anmerkungen und ontologischen Daten des NetAffix TM Analyses center vermerkt.
Eine t-Test Analyse wurde unter der Verwendung des DATA Mining Tool (DMT) 3.0 von Affymetrix durchgeführt. Ein stringenter Vergleich zwischen normalen und tumoralen Geweben wurde entsprechend der Konsistenz der Änderungen der Genexpression durchgeführt. Ein t-Test und eine Ranking Analyse mit hoch- und herunter-regulierten Genen wurde durchgeführt und nur Gene, die in 100 % Konkordanz in der Änderungsrichtung mit einem p-Wert < 0.05 (t-Test) und einem FC größer/gleich 1.7 / FC kleiner/gleich -1 ,7 wurden berücksichtigt.
RT-PCR. Spezifische Amplimere für jedes Gen wurden von Invitrogen life technologies erhalten: Amplimer Sequenzen (5 ' nach 3') vorwärts (forward) und
entsprechend rückwärts (reverse) waren wie folgt: ADAM-19: cgatggcggctgcatcatggc; ccaccagcttgcactggtggc; TIMP-3:
gatgccccacgtgcagtacat, tgctgatgctcttgtctgggg; coI17a1: ggctgagctggacggctacag, gggttcaccacgaggtcccat; Cav1 : gcatcaagagcttcctgattg, ccagactgtcaaacatagatg; Bsg: aaccgggcaccatccaaacct, attgcctcttcttccccagtg; CD44: cggctccäccatcgagaagag, gttgtgggctcctgagtctga; ItgaX: ccctcaaatatgagacccacc, ggattcctgggtaaagatgac;
Lamc2:gctggaaggcaggatcgagca, ttcctgccagactcaggcgca; TM4sf2:
gttgattggcatgctgctggc, gcagggatagtatgtactgtg; CAP-1: cacgctcagcactgtttgcac, cacttgtagatgtaagccacc; Vtn:aagtggagcaacaggaggaga, caacattgtctggtatgccac; Ccr5: gtcagaacggtcaactttggg, gttgtagggagtccagaagag.
Quantitative RT-PCR mit dem LightCycler (Roche Diagnosticse): 10 ng des Templats wurden in 10 μl Reaktionen mit Taq-Polymerase (ABgene Art-. Nr. AB Ö301); 10x PCR-Puffer; 1M KCI-Lösung; 1M Tris-HCI; pH 8.3 (RT); 6OmM MgCI2; Roth Tris (Cat-Nr.: 4855.2); Merck MgCI2 (Cat-Nr.: 8.14733.0500); Merck NaCI 37% (Cat-Nr.: 1.00317); Sigma-KCI (Cat-Nr.: P5405); 1OmM sNTP-Lösung, MBI Fermentas (Cat- Nr.: R0181); BSA Fraktion V (Nr. G 16112-207) von PAA. SYBR Green I. (Nr.S-7567) Molecular Probes, USA. Die Zyklus-Bedingungen waren 95°C für 45 s, gefolgt von 40 Zyklen 95°C für 1 s, 57°C für 12 s und 720C für 6 s, mit Beobachtung der Fluoreszenz während der Annealing-Phase; diese wiederum folgte ein Schmelz Programm von 40 zu 75°C mit 0.2°C/s mit kontinuierlicher Überwachung der Fluoreszenz. Die Fluoreszenz Quantifizierung wurde mit Hilfe einer eingebauten LightCycler Software 3.01 (Roche) berechnet. RT-PCR (Thermocycler): 20 ng DNA wurden in 20 μl Reaktionen analysiert (94°C, 1 Min.; 55-58°C, 1 Min.; 72°C, 2 Min.) PCR-Reaktionen wurden mittels Abgene Thermo- Start Taq (Cat-Nr.:AB-1908/B), 10x Reaktionspuffer (15 mM MgC!2) und 10 mM dNTP von MBI Fermentas (Cat-Nr.: R0181) durchgeführt. PCR-Reaktionen wurden mit 25-40 Zyklen zur Bestimmung des linearen Amplifikationsbereichs jedes Primer Sets durchgeführt. Die quantitative Bestimmung der Banden wurde mittels Kodak 1D 3.5 Network Software durchgeführt.
Western Blot. 100 μg Proteine wurden mit einem SDS-PAGE Gel (12% Gradient) aufgetrennt und auf eine PVDF Membrane (NEN, Cat-Nr: NEF1002) bei 40 V für 1 h transferiert . Die Membran wurde mit 1xRoti-Block blockiert (Roth, Cat-Nr: A151.1) in IxTBS Buffer über Nacht bei 40C. Proteine wurden unter Verwendung von
EMMPRIN (Basigin) detektiert: 2μg/ml (R&D Systems, Cat-Nr: MAB772) und ADAM- 19: 1 mg/ml (Cerdarlane® laboratories). ADAM-19 wurde 1:5000. verdünnt. Sekundärantikörper mouse/rabbit IgG (Chemicon, Cat-Nr: AP 160P und AP132P) wurden mit einer 1:5000 Verdünnung verwendet. Die Detektion der Proteine wurde mit einem Chemilumineszenz Reagens durchgeführt (NEN, Cat-Nr: NEN 104) und unter Verwendung der Kodak IST Software 440CF belichtet.
[mmunhistochemie. Immun-Färbung für die Ep-Cam Expression in Lungen Cryostat Sektionen (Gewebeschnitte). Zur indirekten Immunofluoreszenzlokalisation von Ep- CAM positiven Zellen in Lungenproben wurden 10 μm dicke Cryostatsektionen auf Papierkleber beschichtete Glas Objektträger aufgebracht, iuftgetrocknet und danach mit eiskaltem Methanol : Aceton (1:1) fixiert. Die Sektionen wurden in Waschpuffer rehydriert (1mg Rinderserum-Albumin (BSA) /ml Phosphat gepufferte Salzlösung (PBS), pH 7.4), mit Ratte anti-Maus-Antikörper Ep-CAM (BD Biosciences Pharmigen, 1: 1000 verdünnt in 10mg BSA/ml PBS) in einem Feuchtigkeitskammer bei 4°C über Nacht inkubiert , und, nach Waschschritten mit Puffer, mit Ziege anti- Ratte Cy-3 konjugiertem Antikörper (Chemicon, 1: 200 verdünnt in 10mg BSA/ ml PBS) bei Raumtemperatur, im Dunklen, eine Stunde lang irikubiert. Nach abschließenden Waschschritten, wurden die Sektionen in wasserlösliches einbettendes Medium (Glycergel, DAKO) 41, 6-Diamidino-2-phenylindol (DAPI1 Serva) für die Kemfärbung und in Bicyclo(2, 2, 2)-1, 4-diazaoctan (DABCO, Sigma) als AntiBleichmittel eingebracht. Stellen des Ep-CAM Vorkommens wurden mit einem UV Fluoreszenz Mikroskop sichtbar gemacht und mit einer digitalen Kamera dokumentiert. Unspezifische Färbungen wurden durch Auslassen des Primärantikörpers bestätigt.
Immunohistochemie mit humanen Geweben. In gleicher Weise wurden immunhistologische Untersuchungen an verschiedenen menschlichen Lungentumoren durchgeführt. Dadurch konnte beispielhaft . die tumorspezifische Expression der Epitope EpCAM, Claudin-2, CD44, CD 147 und ADAM 19 sowohl in großzelligen Karzinomen, Plattenepithelkarzinomen und Adenokarzinomen (Bronchiolo-alveoläres Karzinom, azinäres and papilläres Adenokarzinom sowie Adenokarzinomen mit Einzellverschleimung) der Lunge nachgewiesen werden.
Die Untersuchungen mit c-myc (Überexprimierten)-Zellen/Geweben wurden in entsprechender Weise durchgeführt, ausgewertet sowie mit den Ergebnissen von c-raf induzierten Zellen/Geweben verglichen. Die Tabellen 4 und 5 zeigen einige Ergebnisse im Vergleich zwischen c-raf and c-myc (ECM Umgestaltung). Ein Unterschied wurde für überraschenderweise für 1CAM1 gefunden, ein Oberflächen- Adhäsionsmolekül, das nur in c-myc Zellen/Geweben hochreguliert (FC = 2,8) ist.
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Legende zu den Tabellen
Tabelle 1 : Überexprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung
(Remodelling) in nicht-zellulären Lungenkarzinomen
Tabelle 2a: Reprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung von
Adhäsionsmolekülen in nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen
Tabelle 2b: Differentiell exprimierte Gene bezogen auf die Zell-vermittelte
Immunität und Entzündung in nicht-zellulären Lungenkarzinomen.
Tabelle 3: Bestätigung der differentiell exprimierten Gene mittels qRT-PCR.
Tabelle 4: induzierte Gene bezogen auf die ECM Umgestaltung in nicht-zellulären
Lungenkarzinomen
Tabelle 5: Reprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung von
Adhäsionsmolekülen in nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen
Tabelle 1: Überexprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung (Remodelling) in nicht- zellulären Lungenkarzinomen
Affymetnx Gen-Symbol Genbeschreibung Änderungsfaktor P-Wert
Probe set ID
103554_at ADAM19 a Disintegrin and metalloproteinase 19 3,17 < 0,01
95338_s_at Mmp12 Metalloproteinase 12 2,37 < 0,01
101881_g_at Coli 8a1 Procollagen, type XVIII alphal 2,5 < 0,01
99637_at Coli 5a1 Procollagen, type XV alphal 4,95 < 0,01
103005_s__at CD44 CD 44 3,97 < 0,01
101078_at Bsg Basigin 2,8 < 0,01
102353 jat Itgb2 Integrin beta 2 3,99 < 0,01
104308_at Itgax Integrin alpha 10 3,25 < 0,01
100428_at Lamc2 Laminin gamma 2 4,21 < 0,01
92759_at Lamb3 Laminln beta 3 3,28 < 0,01
104407_at Alcatri activated leukocyte cell adhesion molecule 1,81 < 0,01
93934_at Cldn2 Claudin 2* . 20,26 0,02
94493_at Cldn3 Claudiπ 3 2,41 < 0,01
99561_f_at Cldn7 Claudin 7 2,07 < 0,01
94270_at Kttl-18 Keratin complex 1, acldlc gene 18 2,67 < 0,01
101009_at Krt2-8 Keratin complex 2, basic gene 8 1,71 < 0,01
99582_at tacstdi tumor associated calcium signal transducer 1 1,77 < O,O1
160651_at tacstd2 tumor associated calcium signal transducer 2 2,37 < 0,01
95453_f_at S100 a1 S 100 calcium biπding protein A1 1,99 < 0,01
98600 at S100 a11 S100 calcium binding protein A11 1,76 < 0,01
Tabellei: Überexprimierte Gene (> 1.7-fach, P < 0,1) bezogen auf die ECM Umgestaltung in in Lungenadenokarzinomen induziert durch c-raf In Mäusen. Der Änderungsfaktor (fold change) wurde mittlels Affymetrix Software (DMT 3.0) bestimmt. * Gene, die ausschließlich in Lungenadenokarzinomen als "anwesend" detekiert wurden.
Tabelle 2a: Reprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung von Adhäsionsmolekülen in nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen
Affymetrix Gen-Symbol Genbeschreibung Änderungsfaktor P-Wert
Probe set ID
94963_at VcI VincUlin -1,75 < 0,01
98549_at Vtn Vitronectin* -4,24 0,02
160280_at Cav1 Caveolin 1 -2,49 < 0,01
160610_at Pcdha4 Procadherin alpha 4* -9,85 < 0,01
104083_at Cdh5 Cadherin 5 -3,54 < 0,01
102852_at Cdh2 Cadherin 2# -2,58 < 0,01
104743_at Cdh13 Cadherin 13* -4,38 0,03
101948_at Lamb1-1 Laminin beta 1, subunit 1 -2,95 < 0,01
92366_at Lama2 Laminin alpha 2 -2,33 < 0,01
104587_at Lama4 Laminin alpha 4 -2,4 < 0,01
100313_at ltgaβ Integrin aipha 8* -5,9 < 0,01
1OO134_at Eng Endoglin -3,6 < 0,01
161907_s_at Tnxb Tenascin XB -2,7 0,02
103721_at Npnt Nephronectin -1,9 < 0,01
96742_at Dpt Dermatoponin -4,15 < 0,01
101499_at Hk Integrin iinked kinase -1,71
< 0,01
102261_f_at Coli 3a1 Procollagen, type XIII alphal* -6,74
0,02
160594 at Col17a1 Procoilagen, type XVIl alphal* -4,6
0,04
94085_at Prg Proteoglycan, secretory granule -2,36 < 0,01
104375_at Spock2 Sparc/osteonectin, owcv and Kazal-Iikβ -2.7B < 0,01
domains, proteoglycan 2
95104_at Sdo2 Syndecan 2 -2,32 < 0,01
94112_at TnfsflO tumor necrosis factor superfamily, member 10 -2,16 < 0,01
97832_at CD97 CD 97 -3,83 < 0,01
103611jat CD47 CD 47 -1,7 < 0,01
99053_at Icam2 lntracellular adheslon molecule 2* -6,69 < 0,01
104516_at Cldn5 Claudin 5 -5 < 0,01
160458_at Mcam Melanoma cell adheston molecule ■1.9 < 0,01
160519_at TIMP3 tlssue Inhibitor metalloproteinase 3 -2,76 < 0,01
100447_at Hyal2 Hyaluronidase 2 -3,16 < 0,01
93887_at Mpdz Multiple PDZ domain protein -3,51 < 0,01
97977_at Ntn1 Netrln -2,3 < 0,01
160583_at Xlkdi Extracellular link domain containing 1 -8,99 < 0,01
103644_at Dpepi Dipeptidasel -5,08 < 0,01
97984_i_at Kns2 Kinesin 2 -1,76 < 0,01
97976_at Ktn1 Kineotin 1 -1,86 < 0,01
97358_at Lphni Latrophllin -1,74 < 0,01
101095_at Mfap2 Microfibrlllar assooiated protein 2 -2,45 < 0,01
161962_f_at Mfap4 Microfibrillar assoclated protein 4 -4,51 < 0,01
93721_at Cap1 CAP adenylate oyclase, associated protein 1* -8,84 < 0,01
104121_at Jup Junction plakogiobin -1,7 < 0,01
96774_at Plekhd Pleckstrin homology domain containing family -2,05 < 0,01
(with FERM domain member 1)
97497_at Notchi Notch 1 -2,21 < 0,01
104188_at Notch2 Notch 2 -1,96 < 0,01
92652_at Notch4 Notoh 4 -5,49 < 0,01
98349_at H6st Interleukine 6 Signal transducer -2,43 < 0,01
101522_at TM4SF1 Transmembrane 4 superfamily 1* -2,35 < 0,01
93326_at TM4SF2 Transmembrane 4 superfamily 2 -4,66 < 0,01
92555_at TM4SF6 Transmembrane 4 superfamily B -2,98 < 0,01
160678_at TM4SF12 Transmembrane 4 superfamily 12 -4,75 < 0,01
95120_at TM4SF13 Transmembrane 4 superfamily 13 -3,43 < 0,01
102720_at TEK endothelial specific receptor tyrosine kinase -6,41 < 0,01
104697 at Rhoj ras homolog gene family, member J -2,49 tr n n-i
Tabelle~2a: Reprimierte Gene (≤ 1.7-fach, P < 0,1) bezogen auf die Umgestaltung der Zelladhäsion in Adenokarzinomen, induziert durch c-raf in Mäusen. Der Änderungsfaktor (fo/d change) wurde mittlels Affymetrix Software (DMT 3.0) bestimmt. * Gene, die als "abwesend" in Lungenadenokarzinomen detektiert wurden..
Tabelle 2b: Differentiell exprimierte Gene bezogen auf die∑ell-vermittelte Immunität und
Entzündung in nicht-zellulären Lungenkarzinomen.
Affymetrix Gen-Symbol Genbeschreibung Änderungsfaktor P-Wert Probe sei ID
97444_at lfl3° Interferon gamma induoible protein 30 4,67 < 0,01
92415_at Tπfsf9 Tumor necrosis factor superfamily 9* 12,52 < 0,01
94747_at Cs{2rb1 Cotony stimulating factor 2, receptor bete 1 4,28 < 0,01
103210 at Csf2rb2 Colony stimulating factor 2, receptor beta 2 2,43 < 0,01
99330_at Csf2ra Colony stimulating factor 2, receptor alpha 3,58 < 0,01
161968_f_at Ccr5 Chemokiπe (C-C motif) receptor 5 4,82 < 0,01
92849_at Ccl6 Chemoklne (C-C motif) ligaπd 6 7,63 < 0,01
103012_at Ccl2-Ib Chemoklne (C-C motif) ligaπd 21b 1 ,92 < 0,01
98088_at CD14 CD 14 2,83 < 0,01
103005_s_at CD44 CD 44 3,97 < 0,01
93092_at H2-DMa Hlstocompatibllity 2, olass II, locus DMa 1,92 < 0,01
98035_g_at H2-DMb1 Histocompatibility 2, class II, locus DMbI 4,54 < 0,01
100998_at H2-Ab1 Histocompatibility 2, class Il artigen A1 beta 3,19 < 0,01
92866 at H2-Aa Hlstocompatibllity 2, class Il artigen A1 alpha 2,66■ < 0,01
Tabelle 2b: Hoch-regulierte Gene bezogen auf die Zell-vermlttelte Immunität (> 17-fach, P < 0,1). Die Änderung des Faktors wurde mittels Affymetrix Software (DMT 3.0) berechnet. * Gene, die als "abwesend" in normalen Luπgengeweben detektlet wurden.
Tabelle 3: Bestätigung der differentiell exprimierten Gene mittels qRT-PCR.
Reprlmierte Gene In Probe Set ID Methode Bestätigt PCR
Lungenadenokarzinomen
Light cycler Thermocyder (bp)
FC Tm FC
•
TIMP-3 160519 at -1,87± 0,42 87° -2,-23± 0,76 + 373
Caveolin-1 160280 at -2,46± 0,71 85° -2,67± 0,98 + 326
CAP-1 93721_at -3,59± 1,57 + 289
TM4 sf 2 93326 at -4,46± 0,61 86° ■4,88± 1,39 + 180
Col17a1 160594jat - -7,59± 2,45 + 295
Vitronectin 98549_at - -4,86± 1,12 + 375
Überexprimierte Gene in
Lungenadenokarzinomen
ADAM-19 103554 at +2,65± 1,01 + 307
Basigin 101078 at +2,34± 0,82 86° +2,84± 1,78 + 391
CD44 103005 s_at -»•2,23 87° +2,61± 1,23 + 230
ItgaX 104308 at +2,82± 0,54 + 154
Lamc2 100428_at - +4,61± 1,53 + 254
Ccr5 161968 f_at +5,10+ 1,76 86° +.4,16± 2,22 + 320
FoId chaπge (FC) mittels RT-PCR bestimm. Vergleich von tumoralen Geweben von c-raf-1 Lungenadenokarzinomen (n =3) mit normalem Lungengeweben, die als Kontrolle verwendet wurden (π=3). Die Quantifizierung dar Banden wurde mit der Kodak 1D 3.5 Network Software (Thermocyder) und Fluoreszenzquantifizierung (LightCycler) mit Hilfe der UghtCycler Software 3.0.1 durchgeführt..
Tabelle 4: Induzierte Gene bezogen auf die ECM Umgestaltung in nicht-zellulären Luhgenkarzinomen
Affymetrix Gen-Symbol Gen-Beschreibung c-raf - c-myc probe set ID
103554_at ADAM19 a Disintegrin and metalloproteinase 19 3,17 2,3
95338_s_at Mmp12 Metalloproteinase 12 2,37 < 0,01
101881_g_at Coli 8a1 Procollagen, type XVIlI alphal 2,5 < 0,01
99S37_at Coli 5a1 Procollagen, type XV alphal 4,95 4,6
103005_s_at CD44 CD 44 3,97 < 0,01
101078_at Bsg Basigln 2,8 < 0,01
102353_at Itgb2 Integrin beta 2 3,99 < 0,01
104308_at Itgax Integrin alpha 10 3,25
< 0,01
100428_at Lamc2 Laminin gamma 2 4,21
< 0,01
92759_at Lamb3 Lamlπin beta 3 3,28
< 0,01
104407 at Alcam activated leukocyte cell adhesion mσlecule 1,81
< 0,01
93934_at Cldn2 Claudin 2* 20,26 43,5
94493_at Cldn3 Claudin 3 2,41 < 0,01
99561_f_at Cldn7 Claudin 7 2,07 < 0,01
94270_at Krt1-18 Keratin complex 1, acidic geπe 18 2,67 3,6
101009_at Krt2-8 Keratin complex 2, basio gene 8 1,71 < O,O1
995B2_at tacstdi tumαr assooiated calcium signal transducer 1 1,77 < 0,01
160651_at tacstd2 tumor associated calcium signal transducer 2 2,37 < O,O1
95453_f_at S100 a1 S100 calcium binding protein A1 1,99 < 0,01
98600_at S100 a11 S100 calcium binding protein A11 1,76 < D,01
Tabelle 4: : Überexprimierte Gene (> 1.7-fach, P < 0,1) bezogen auf die ECM Umgestaltung in Lungenadenokarzinomen Induziert durch c-raf bzw. c-myc in Mäusen. Der Änderungsfaktor (fold change ) wurde mittlels Affymetrix Software (DMT 3.0) bestimmt. * Gene, die ausschließlich in Lungenadenokarzinomen als "anwesend" detekiert wurden.
Tabelle 5: Reprimierte Gene bezogen auf die ECM-Umgestaltung von Adhäsionsmolekülen in nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen
Affymetrix Gene symbol Gene Descnption c-raf c-myc probe set ID
94963_at VcI Vinculin -1,75 < 0,01
98549_at Vtn Vitronectin* -4,24 -6,6
160280_at Cav1 Caveolin 1 -2,49 -6,5
160610_at Pcdha4 Protocadherin alpha 4* -9,85 -9,9
104083_at Cdh5 Cadherin 5 -3,54 -10
102852_at Cdh2 Cadherin 2* -2,58 < 0,01
104743_at Cdh13 Cadherin 13* -4,38 0,03
101948_ai Lamb1-1 Laminin beta 1, subunit 1 -2,95 < 0,01
92366_at Lama2 Lamiπin alpha 2 -2,33 < 0,01
104587_at Lama4 Laminin alpha 4 -2,4 -2,91
1003i3_at Itgaδ Iπtegrin alpha 8* -5,9 -8,8
100134_at Eng Endoglin -3,6 -7,6
161907_s_at Tnxb Tenascin XB -2,7 0,02
1O3721_at Npnt Nephronectin -1,9 < 0,01
96742_at Dpt Dermatoponin -4,15 -17
101499_at Hk Integrin linked Kinase -1,71 < 0,01
102261_f_at Col13a1 Procollagen, type XIII alphal* -6,74 -17
160594_at Col17a1 Prαcollagen, type XVlI alphal* -4,6 0,04
94085_at Prg Proteoglycan, secretory granule -2,36 -5
104375_at Spock2 Sparc/osteonectin, owcv and Kazal-like -2,78 -22
domains, proteoglycan 2
95104_at Sdc2 Syndecan 2 -2,32 < 0,01
94112_at TnfsfiO tumor necrosis factorsuperfamlly, member 10 -2,16 < 0,01
97832_at CD97 CD 97 -3,83
-9,7
103611_at CD47 CD 47 -1,7 < 0,01
99053_at Icam2 Intracellular adhesion molecule 2* -6,69 -48
1045i6_at Cldπ5 Claudin 5 -5 -17,8
160458_at Mcam Melanoma cell adhesion molecule -1,9 < 0,01
160519_at TIMP3 tissue Inhibitor metalioproteinase 3 -2,76 < 0,01
Hyaluronidase 2
100447_at Hyal2 -3,16 < 0,01
93887 at Mpdz Multiple PDZ domain protein -3,51
< Q,01
97977_at Ntn1 Netrin -2,3 < 0,01
160583_at Xlkdi Extracellular link domain cσntaining 1 -8,99 -28
103644_at Dpepi Dipsptidasθi -5,08
-4,9
97984J_at Kns2 Klπesln 2 -1,76 < 0,01
97976_at Ktπ1 Kinectin 1 -1,86 < O,O1
97358_at Lphni Latrophllln -1,74 < 0,01
101095_at Mfap2 Microfibrillar assoclated protein 2 -2,45 -5,8
161962J_at Mfap4 Microfibrillar associated protein 4 -4,51 < 0,01
93721_at Cap1 CAP adenylate cyclase, associated protein 1 * -8,84 < 0,01
104121_at Jup Junction plakoglobin -1,7 < 0,01
9B774_at Plekhd Pleckstrin homology domain containing family -2,05 < 0,01
(with FERM domain member 1)
97497_at Notch 1 Notch 1 -2,21 < 0,01
104188_at Notch2 Notch 2 -1,96 < 0,01
92652_at Notch4 Notch 4 -5,49 -5,81
98349_at nβst InterlθUkine 6 signal transducer -2,43
-4,3
101522_at TM4SF1 Transmembraπe 4 superfamily 1* -2,35 < 0,01
93326_at TM4SF2 Transmsmbrane 4 superfamily 2 -4,66
-8,5
92555_at TM4SF6 Transmembrane 4 superfamily 6 -2,98 < 0,01
160678_at TM4SF12 Transmembrane 4 superfamily 12 -4,75 < 0,01
95120_at TM4SF13 Transmembrane 4 superfamily 13 -3,43 -13
1Q2720_at TEK endothelial spedflc reeeptor tyrosine kinase -6,41 -26
104697_at Rhoj ras homolog gene family, member J -2,49 < O,O1
OnIy in c-myc
92559_at Voam Vascular cell adhesion motecule -4,08
97790_S_at LamaS Laminin, alpha 3 -5,2
101650_at PcdhaS Protocadherin alpha 6 - Cyl
98833_at Mmp3 Matrix metalloproteinasβ 3 -6,2
96886_at Stabi Stabilin 1 -3,4
96825_at Tend Tensin like C1 domain containing Phosphatase -6,8
106319 at SparcH SPARC-like 1 -5,4
Tabelle 5: Reprimierte Gene (≤ 1.7-fach, P < 0,1) bezogen auf die Umgestaltung der Zelladhäsion in Adenokarzinomen, induziert durch c-raf bzw. c-myc in Mäusen. Der Änderungsfaktor (fold change) wurde mittlels Affymetrix Software (DMT 3.0) bestimmt. * Gene, die als "abwesend" in
Legende zu den Abbildungen
Figur 1 : Immunhistochemie von Ep-Cam in Lungenadenokarzinomen. Figur 2: Western Blots von Basigin und ADAM19.
Figur 3: Schematisches Modell mit einigen der durch c-raf-1 geänderten
Transkriptionsveränderungen bei der ECM Umstrukturierung und Zelladhäsion.
Erläuterungen zu den Abbildungen
Figur 1 :
Immunhistochemie von Ep-Cam.
(a) Dapi-Färbung von Nuklei und Ep-Cam Färbung von Lungenadenokarzinomen.
(b) Ep-Cam Färbung in Tumor Foci.
Figur 2:
Western Blots von Basigin und ADAM19.
Basigin wurde unter Verwendung eines monoklonalen anti-Maus EMMPRIN Antikörper analysiert. All Banden zeigen Basigin bei ~ 55 KDa, aber in c-raf-1 Lungentumoren ist Basigin erhöht. ADAM-19 wurde durch Verwendung eines Kaninchen anti-humanes ADAM-19 Antikörper gegen den N-Terminus von Furin- aktivierten humanem ADAM-19. Maus ADAM-19 wird bei einer Bande von ~ 60 KDa erkannt, die nur in Lungentumor-Geweben detektiert wird. Die Bahnen 1-3 entsprechen c-raf-1 Lungentumoren (n=3) von transgenen Mäusen; die Bahnen 4-5 sind Kontrollen (nicht-transgene Lungengewebe). L: Protein-Leiter. Für die einzelnen Bahnen wurden 100 μg Protein Extrakte von Lungenkontrollen und Lungentumoren verwendet.
Figur 3:
Schematisches Modell, das einige der am stärksten signifikant geänderten Transkriptionsveränderungen bei der ECM Umstrukturierung und Zelladhäsiσn in durch c-raf-1 in Mäusen induzierten darstellt.
Wir haben die Expression von Genen, die für ECM und Zelladhäsionsmoleküle kodieren, in Lungenadenokarzinomen durch Microarray, qRT-PCR, Immunohistochemie und Western Immunoblotting Techniken untersucht.
Wir verwendeten qRT-PCR (Tabelle 7) um die mittels GeneChip® Microarrays erhaltenen Ergebnisse zu bestätigen. Figur 6 zeigt die Ergebnisse von 12 der beschriebenen Gene, während die Figuren 4B und 5 die Expression ausgewählter Proteine darstellt. Tatsächlich haben wir eine gute Übereinstimmung unter den verwendeten Methoden festgestellt.
Ein äußerst bemerkenswerter Effekt war die Induktion von MMP12 und ADAM19 (Tabelle 6, Fig 4A). Neben CD44 fanden wir Basigin induziert, eine extrazeilulare Matrixmetalloproteinase, wohingegen ihr Inhibitor Caveolin-1 reprimiert war. Außerdem korrelierte die Induktion von Mmp12 und ADAM19, einer neuartigen Disintegrin Metalloproteinase, mit der Inhibierung von Timp-3, einem Inhibitor von Proteinen der ADAM Familie.
Diese trankriptionellen Änderungen trugen zu einem Anstieg der proteolyischen Aktivität in bösartigen Lungentumoren bei.
Wir beobachteten zudem veränderte Expression von CAM-Molekülen einschließlich Cadherin 2, 5, 13, Procadherin alpha 4, Procollagen Typ XIII und XVlI1 Laminine, Integrin alpha 8, Icam2, Tetrapsine, Ep-CAM und Claudine. Wir zeigen umgestaltete CAM- und ECM-Moleküle als Kennzeichen invasiver Lungenadenokarzinome und haben deshalb neue Möglichkeiten für Mechanismus-basierte Therapien für Lungenkrebs identifiziert.
Wir haben die Expression von Zelladhäsions- und ECM kodierenden Genen in histologisch eindeutig definierten Adenokarzinomen der Lunge beobachtet und die Ergebnisse mit normalen nicht-transgenen Lungengeweben verglichen.
Sodann haben wir Microarray-Studien zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Entwicklung von Lungentumoren durchgeführt.
Zunächst haben wir eine hierarchische Clusteranalyse vollzogen und, wie im Methodenteil spezifiziert, nach Genen gesucht, deren Expression als Gruppe zusammen erfolgt. Durch den angewendeten Algorithmus konnte deutlich zwischen den verschiedenen Lungentumoren unterschieden werden. Dies deutete an, dass es uns Expressionsprofiling ermöglichen würde, zwischen den unterschiedlichen Lungentumoren zu unterscheiden und 11 Monate alte Tumoren von jüngeren zu trennen.
Wir identifizierten Basigin bzw. EMMPRIN (Extrazellulären Matrix Metalloproteinase Induktor) als hochgradig erhöht in allen untersuchten Lungenadenokarzinomen. Insbesondere beobachteten wir die Repression von Caveolin (Cav) und die Induktion der Matrixmetalloproteinase-12 (MMP12) und der Disintegrin- und Metalloproteinase 19 (ADAM19) als Folge der Bsg Induktion.
Der extrazelluläre Matrixmetalloproteinaseinduktor Bsg, ADAM19 und MMP12 wurden weiter auf der Proteinebene untersucht und wir haben alle Genpodukte als signifikant erhöht in Lungentumoren bestätigt, wie in Figur 4B gezeigt ist. Darüber hinaus steigt der Grad der MMP-12 und ADAM-19 Expression mit fortschreitendem Stadium des Tumorwachstums an und erscheint mit der epithelialen Dedifferenzierung in Lungentumoren verbunden.
Weiterhin haben wir die selektive Expression von Kollagenen der Basalmembran und kollagenartigen Transmembranproteinen entdeckt, die umfangreich exprimiert werden und die während der Morphogenese an der Zelladhäsion und den epithelialen-mesenchymalen Interaktionen beteiligt sind.
Wir haben die selektive Expression von Claudinen (Cldn) als Kennzeichen von Lungenadenokarzinomen entdeckt. Die Expression von Claudin-2 fehlte vollständig in normalem Lungengewebe, war jedoch stark induziert in intermediären und späteren Stadien des Lungentumorwachstums. Zusätzlich war die Expression von Claudin 3 und 7 erhöht, wohingegen Claudin 5 in Lungentumorgeweben reprimiert war.
Weitere Moleküle, die wir identifiziert haben, die zur Klassifizierung eines Lungentumors geeeignet sind, beinhalten Keratin 1-18. Calcium-bindende Proteine (S100A1 und S100A11) waren ebenfalls induziert.
Zusätzlich haben wir entdeckt, dass CD44 ab dem 1 -Monats-, frühem, intermediärem und fortgeschrittenem Stadium von Lungentumoren induziert ist.
Die Expression von Genen für Zelladhäsions- und ZeII-ZeII-I nteraktionsmoleküle war gleichfalls induziert, z.B. von Integrinen (Itgb2 und Itgax), Prokollagen XV (Col15a1) und Lamininen (Lamb3 und Lamc2).
Die Überexpression von tumorassoziertem Calcium-Signaltransduktor (tacstd) bzw. (Ep-CAM) war eine weitere wichtige Entdeckung unserer Untersuchung, sowohl bezüglich seiner Funktion als Adhäsionsmolekül als auch für seine Aktivität als ein therapeutisches Target.
Histologie. Paraffinblöcke wurden in 3 bis 5 Mikrometer dicke Scheiben unterteilt und mit Hematoxylin und Eosin (H und E), Hematoxylin (H) aileine und PAS für Licht mikroskopische Auswertung gefärbt.
Extraktion von Gesamt-RNA. RNA-Extraktionen und -Aufreinigungen wurden mittels RNeasy Midi Kit durchgeführt (Qiagen, Cat.N: 75144) entsprechend den Anweisungen des Herstellers.
Microarray Analyse. 10 μg Gesamt-RNA wurde als Ausgangsmaterial benutzt, um cDNA herzustellen. Die Synthese von doppelsträngiger cDNA wurde mit dem GeneChip® one-cycle cDNA Kit (Affymetrix) durchgeführt. Die Aufreinigung von doppelsträngiger cDNA erfolgte durch Verwenden des GeneChip® Sample Cleanup Moduls (Affymetrix).
Die in-vitro Transkription wurde mit dem GeneChip® IVT Markierungskit (Affymetrix) durchgeführt. Die Gesamtmenge des Reaktionsproduktes wurde mit dem
GeneChip® Sample Cleanup Modul (Affymetrix) gereinigt. Gereinigte cRNA wurde quantitativ bestimmt und unter Verwendung des NanoDrop ND-1000 und des Agilent 2100 Bioanalzyer auf ihre Qualität überprüft.
Gereinigte cRNA wurde durch Metall-induzierte Hydrolyse in Fragmente von 35-200 Basen gespalten. Der Grad der Fragmentierung und die Längenverteilung der fragmentierten biotinylierten cRNA wurde durch Kapillarelektrophorese mittels des Agilent 2100 Bioanalyzer überprüft. 10 μg der fragmentierten biotinylierten cRNA wurden auf dem GeneChip® Genom Array entsprechend der Empfehlung des Herstellers hybridisiert. Die Hybridisierung wurde für 16 Stunden bei 60 rpm und 45°C im GeneChip® Hybridization Oven 640 (Affymetrix) durchgeführt Das Waschen und das Färben der Arrays wurde auf der Gen Chip® Fluidics Station 450 (Affymetrix) entsprechend den Empfehlungen des Herstellers durchgeführt.
Die Antikörpersignalverstärkung, Waschen und Färbungsprotokoll (Affymetrix) wurden verwendet, um Arrays mit Streptavidin R-Phykoerythrin (SAPE; Invitrogen) zu färben. Um die Färbung zu verstärken, wurde zweimal SAPE Lösung mit einem biotinyliertem anti-Streptavidin Antikörper (Vector Laboratories, CA) zwischen dem Färbungsschritt zugegeben. Die Arrays wurden unter Verwendung eines GeneChip® Scanner 3000 gescannt. Gescannte Bilddateien wurden visuell auf Artefakte kontrolliert und dann analysiert, wobei jedes Bild zum Vergleich zwischen den Chips auf den gleichen Zielwert skaliert wurde. Es wurde die GeneChip® Operating Software (GCOS) verwendet, um die Fluidikstation und den Scanner zu steuern, um Daten von Testarrays zu erfassen und Daten zur Hybridisierungsintensität zu analysieren. Standardparameter, die im Affymetrix Datenanalyse-Softwarepaket zur Verfügung gestellt werden, wurden für die Analyse verwendet.
Statistische Analyse. Arraydaten wurden unter Verwendung von scaling oder per- chip Normalisierung normalisiert, um die Gesamt- oder Durchschnittsintensität jedes Arrays ungefähr gleich einzustellen. Der Normierungsfaktor (SF) war entsprechend der von Affymetrix empfohlenen Einstellung SF=3 und der TGT Wert war 250 und wurde verwendet, um eine eine Microarray-Qualitätskontrolle und einen Datenreport zu erzeugen. Merkmale, die signifikant unterschiedliche Expression aufweisen, wurden als signifikant erachtet und mit Genvermerk und onotologischen Daten, die
vom NetAffx™ Analysis center erhalten wurden, in eine Excel-Tabellenkalkulation übertragen. Eine T-Test Analyse wurde unter Verwendung des Data Mining Tool (DMT) 3.0 von Affymetrix durchgeführt. Ein stringenter Vergleich zwischen den normalen und Tumor-Geweben wurde entsprechend der Konsistenz von Änderungen der Genexpression durchgeführt. Ein T-Test und eine Klassifizierungsanalyse mit hoch- oder herunterregulierten Genen wurde durchgeführt, und lediglich Gene, die eine 100% ige Übereinstimmung in der Änderungsrichtung mit einem P-Wert < 0.05 (T-Test) aufwiesen, wurden berücksichtigt.
Ciusteranalyse. Die hierarchische Clusteranalyse wurde mittels des Cluster- Werkzeugs, das Bestandteil der Software ArrayTrack 3.^1.5 ist, durchgeführt. (http://www,fda.gov/nctr/science/centers/toxicoinformatics/ArrayTrack/). Das hierarchische Clustering wurde unter Verwendung der Pearson Korrelation als metrische Distanz und der Ward's Methode zum Aufbau des Clusterbaums berechnet. qRT-PCR. Spezifische Amplimere für jedes Gen wurden von Invitrogen Life Technologies erhalten: die Amplimer Sequenzen (5 ' bis 3 ') forward bzw. reverse waren wie folgt: ADAM-19: cgatggcggctgcatcatggc; ccaccagcttgcactggtggc; TIMP-3: gatgccccacgtgcagtacat, tgctgatgctcttgtctgggg; col17a1: ggctgagctggacggctacag, gggttcaccacgaggtcccat; Cav1: gcatcaagagcttcctgattg, ccagactgtcaaacatagatg; Bsg: aaccgggcaccatccaaacct, attgcctcttcttccccagtg; CD44: cggctccaccatcgagaagag, gttgtgggctcctgagtctga; ItgaX: ccctcaaatatgagacccacc, ggattcctgggtaaagatgac; Lamc2: gctggaaggcaggatcgagca, ttcctgccagactcaggcgca; TM4sf2: gttgattggcatgctgctggc, gcagggatagtatgtactgtg; CAP-1: cacgctcagcactgtttgcac, cacttgtagatgtaagccacc; Vtn: aagtggagcaacaggaggaga, caacattgtctggtatgccac; Ccr5: gtcagaacggtcaactttggg, gttgtagggagtccagaagag. RT-PCR (Thermocycler): 20 ng cDNA wurden in 20 μl Reaktionsansätzen analysiert (940C, 1 min.; 55 - 580C, 1 min.; 72°C, 2 min.) PCR-Reaktioπen wurden unter Verwendung von ABgene Thermo- Start Taq (Kat-Nr.: AB-1908/B) 1Ox Reaktionspuffer (15 mM MgCI2) und 10 mM dNTP von MBI Fermentas (Kat-Nr.: R0181) durchgeführt. PCR-Reaktionen wurden mit 25-40 Zyklen durchgeführt, um den linearen Bereich der Amplifizierung für jeden Primersatz zu ermitteln. Quantitative Bestimmung der Banden wurde mit der Kodak 1D 3.5 Netzsoftware durchgeführt.
Western blot. 100 μg Proteine wurden unter Verwendung eines SDS-PAGE mit einem Gradienten von 12% aufgetrennt und auf eine PVDF Membrane (NEN1 Katze- Nr: NEF1002) bei 40 V für 1 h transferiert. Die Membran wurde mit 1xRoti-Block (Roth, Kat-Nr: A151.1) in 1x TBS-Puffer über Nacht bei 4°C blockiert. Proteine wurden detektiert unter Verwendung von Antikörpern gegen c-raf (Santa Cruz Biotechnologies; Kat-Nr: Sc 133); EMMPRIN oder Basigin (R&D Systems, Kat-Nr: MAB772), ADAM-19 (Cerdarlane® Labors) und MMP12 (Biomol, Kat-Nr: SA-107). Sekundärantikörper Maus/Kaninchen IgG (Chemicon, Kat-Nr: AP 160P und AP132P) wurden mit einer 1 :5000 Verdünnung verwendet. Der Nachweis von Proteinen wurde durch Verwendung eines Chemilumineszenz Reagens (NEN, Kat-Nr: NEN 104) durchgeführt und unter Verwendung der Kodak IST Software 440CF herausgestellt.
Immunohistochemie. 10 μm dicke Kryostatschnitte wurden auf mit Papierkleber beschichteten Objektträger gebracht, an Luft getrocknet und anschließend mit eiskaltem Methanol:Aceton (1:1) fixiert. Schnitte wurden in Waschpuffer rehydriert (1mg Rinderserumalbumin (BSA) / ml phosphatgepufferte Salzlösung (PBS), pH 7.4), inkubiert mit Ratten anti Maus Ep-CAM Antikörper (BD Biosciences Pharmigen, 1 :1000 verdünnt in 10mg BSA/ml PBS) in einer feuchten Kammer bei 4°C über Nacht und, nach Waschen mit Puffer, mit Ziegen anti Ratte Cy-3 konjugiertem Antikörper (Chemicon, 1:200 verdünnt in 10mg BSA/ml PBS) in Dunkelheit und bei Raumtemperatur für eine Stunde inkubiert. Nach abschließendem Waschen wurden die Schnitte in wasserlösliches Medium (Glycergel, DAKO) eingebracht, enthaltend 4',6-Diamidino-2-phenylindol (DAPI, Serva) für die Kernfärbung und Bicyclo (2,2,2)-1, 4-diazaoctan (DABCO, Sigma) zum Entfärben. Orte mit Ep-CAM Vorkommen wurden mit einem UV-Fluoreszenzmikroskop sichtbar gemacht und mit einer digitalen Kamera dokumentiert. Unspezifische Färbung wurde durch Weglassen des Primärantikörpers festgestellt.
Tabelle 6: Erhöhte Gene mit Beziehung zur ECM-Umgestaltung in nichtkleinzelligem Lungenkarzinom. FoId Change (P < 0.1) wurde mittels Affymetrix Software (DMT 3.0) errechnet. * Gene ermittelt als „anwesend" nur im Lungenadenokarzinom.
Tabelle 7: Validierung von Microarray-Daten mittels qRT-PCR. FC (fold change) bestimmt durch qRT-PCR. Semiquantifizierung der Banden wurde mit der Kodak 1D 3.5 Network Software durchgeführt.
Figur 4: Expression von Schlüsselgenen assoziiert mit proteolytischer Aktivität in Lungenkrebs. A. Erhöhtes Bsg, MMP12 und ADAM19 in tumoralem Lungengewebe. Kontrollen sind durch gestreifte Rechtecke dargestellt. B. Induktion von Basigin, von ADAM19 und von MMP12 in Lungenadenokarzinom. Immunoblots zeigen erhöhtes Bsg, MMP12 und ADAM19 in Lungentumoren. L: Proteinieiter. 100 μg der Proteinextrakte von Lungenkontrollen und von Lungentumoren wurden für jede Bahn verwendet.
Figur 5: Expression von Ep-Cam im Lungenadenokarzinom, A. Dapi-Färbung von Nuklei und Ep-Cam Färbung von Lungenadenokarzinom. Membranfärbung wird im respiratorischen Epithel, säumend die terminalen Bronchien und Bronchiolen, beobachtet. B. Ep-CAM Färbung markiert die Tumorherde. Das Epithel von pseudopapillären oder papillären Formationen zeigt eine stark positive Färbung. Das Ansprechen ist homogen und membrangebunden. Das hyperplastische alveolare Epithel in den Herden färbt ebenfalls positiv.
Figur 6: Validierung von Mikroarray-Daten mittels qRT-PCR. FC (fold change) bestimmt durch qRT-PCR. Semiquantifizierung der Banden wurde mit der Kodak 1D 3.5 Network Software durchgeführt.
Figur 4A. Expression von Schlüsselgenen assoziiert mit proteolytischer Aktivität in Lungenkrebs
Figur 4B. Induktion von Basigin, ADAM19 und MMP12 im Lungenadenokarzinom
Figur 5. Expression von Ep-Cam in Lungenadenokarzinom Figur 6. Validierung von Microarray-Daten durch qRT-PCR
Tab, 6:
FC (FoId Change)
(Tumorstadium/ Monate
Probe Set ID Gen Symbol Gen Beschreibung
alt)
Früh/4- Mittel/7- Spät/1 "
103554_at ADAM19 eine Disintegriπ- und Metalloproteiπase 19 NC 2,6 2,2 95338_s_at Mmp12 Metalloproteiπase 12 NC 2,1 2,4 101881_g_at CoHSaI Procollagen, iype XVII! alphal 2,21 2,3 2.5 99637jat Coli 5a1 Procoilageπ, type XV alphal -1,5 -1,5 5,0 103005_s_at CD44 CD 44 3,1 3,7 4,0 1O1O78_at Bsg Basigin 1.9 2.2 1 ,8 102353_at Itgb2 Integrin beta 2 2,2 2,6 4,0 104308_at Itgax Integrin alpha 10 1 ,4 2,0 3,3 10042S_at Lamc2 Laminin gamma 2 1,6 3,5 4,2 92759_at Lamb3 Laminin beta 3 1,6 1.6 3,3 93934_at Cldn2 Claudin 2* NC 6,5 20,3 94493_at Cldπ3 Claudin 3 2,0 3,5 2,4 99561_f_at Cldn7 Claudin 7 1.5 2,4 2,1 94270_at Krt1-18 Keratin Komplex 1 , acidic gene 18 NC 3,4 2,7 1O1OO9_at Krt2-8 Keratin Komplex 2, basic gene 8 NC 2,2
1.7 S9582_at tacstdi Tumor assoziierter Calcium Sigπaltransduktor 1 NC 2,4 1,8 160651_at tacstd2 Tumor assoziierter Calcium Sigπaltransduktor 2 NC NC 2,4 95453 J_at S 100 a1 S 100 Calcium bindendes Protein A1 1,8 2,1 2,0 , 98600 at S100 a11 S100 Calcium bindendes Protein A11 2,2 2,5
1,8
Tab. 7