Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer Papier-, einer
Karton-, einer Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn aus einer Faserstoffsuspension
mittels eines Stoffauflaufs, wobei die Faserstoffbahn eine Siebpartie, eine
Pressenpartie, eine Trockenpartie und ein Glättwerk durchläuft.
In der DE 40 19 593 C2 wird ein Stoffauflauf beschrieben, der einen quer liegenden
Verteiler zum Verteilen der zugeführten Stoffsuspension, einen Turbulenzeinsatz
mit einer Vielzahl von Löchern und Kanälen, einen maschinenbreiten Auslaufkanal
mit einem Auslaufspalt zum Abgeben der Faserstoffsuspension an das
Papiermaschinensieb und Mittel zum Einstellen der Stoffdichte der Faserstoffsuspension
über die Arbeitsbreite hinweg vorsieht.
Die Mittel umfassen Leitungen für geregelte Suspensionsströme (Sektionsströme)
mit individuell einstellbaren Eigenschaften. Der Stoffauflauf ist über seine Breite
hinweg durch Trennwände in Sektionen unterteilt. Je Sektion ist wenigstens ein
Anschluss zum Zuführen eines Sektionsstromes vorgesehen. An den sektionierten
Abschnitt schließt sich ein Turbulenzeinsatz an. Die Trennwände erstrecken sich
strömungsmäßig über einen wesentlichen Teil des Strömungsweges zwischen der
Zuführung der Sektionsströme und dem Turbulenzeinsatz. Der Auslaufkanal
schließt sich an den Turbulenzeinsatz an.
Der bekannte Stoffauflauf ermöglicht es, die beiden Parameter Stoffdichte und
Faserorientierung unabhängig voneinander quer zur Laufrichtung der Faserstoffbahn
dadurch zu beeinflussen, dass den einzelnen Sektionen individuelle Sektionsströme
zugeführt werden, deren Betriebsparameter wie der Durchsatz, die
Stoffdichte und die Faserqualität für sich allein einstellbar sind.
Aus der EP 0 774 540 A2 ist ein Verfahren zur Beeinflussung des Reißlängen-Querprofils
einer laufenden Faserstoffbahn bekannt. Um ein gleichmäßiges Reißlängenverhältnis
über die gesamte Breite der Bahn einzustellen, wird die Faserlage
über die Bahnbreite im Randbereich anders eingestellt als im mittleren Bereich.
Zur Beeinflussung der Faserlage dienen sektional verschiedene Turbulenzzustände,
Blendenöffnungen, Volumenströme, Stoffdichten, Differenzgeschwindigkeiten
zwischen der Siebgeschwindigkeit und dem Stoffstrahl und Wandrauhigkeiten.
Bei bekannten Maschinen zur Herstellung von Faserstoffbahnen besteht insbesondere
bei gestrichenen Papieren sowie beim Offsetdruck auf dem Papier das
Problem der Glanzfleckigkeit. Bei Papierbahnen ist es ein wesentliches Qualitätsmerkmal,
dass sie frei von derartigen Glanzflecken sind. Glanzfleckigkeit tritt verstärkt
bei hohen Dicken- und Flächengewichtsunterschieden im Papier auf. Diese
Flächengewichtsunterschiede führen beim Kalandrieren zu Spannungsspitzen, die
sich auf die Oberflächenbeschaffenheit bzw. auf die Glanzwirkung auswirken.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer Faserstoffbahn
zur Verfügung zu stellen, das die Glanzfleckigkeit verringert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass dem Stoffauflauf schichtförmige Teilströme der Faserstoffsuspension
mit verschiedenen Eigenschaften, insbesondere mit verschiedenen
Elastizitätsmodulen, zugeführt werden, aus denen in einer Siebpartie die
ein schichtenförmiges Profil aufweisende Faserstoffbahn erzeugt wird.
Dabei kann der Stoffauflauf auch als bekannter Mehrschichtenstoffauflauf, insbesondere
Dreischichtenstoffauflauf, ausgebildet sein, dessen einzelne Schichten
durch entsprechende Teilströme beaufschlagt werden. Bei einer einseitig gestrichenen
Faserstoffbahn würde im Grunde ein Zweischichtenstoffauflauf genügen.
Durch dieses Verfahren lässt sich auch das Volumen des Papiers steigern. Spannungsspitzen
beim Kalandrieren werden durch eine kompressible oder plastisch
verformbare Mittellage im Papier vermieden. Schwankungen in der Beschaffenheit
der Oberflächendichte werden schon bei geringeren Kalanderlasten verringert.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen.
Von Vorteil ist es, wenn mindestens zur Bildung einer mittleren Schicht eine Suspension
mit einem plastisch verformbaren oder elastischen Stoff eingeströmt oder
dem zugehörigen Teilstrom zugesetzt wird. Es versteht sich, dass neben der mittleren
Schicht auch die an diese Schicht angrenzenden Schichten oder alle
Schichten, insbesondere alle inneren Schichten, einen plastisch verformbaren
oder elastischen Stoff enthalten können.
Von Vorteil ist der Einsatz einer einen Holzstoff enthaltenden oder einer thermomechanischen
Faserstoffsuspension.
Zusätzlich ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Faserstoffbahn vor dem Glättwerk
auf eine Temperatur erwärmt wird, die oberhalb des Erweichungspunkts von Inhaltsstoffen
der Faserstoffbahn, insbesondere des Lignins, der Zellulose und der
Hemizellulose, liegt.
Durch die Verwendung einer Holzstoff enthaltenden Faserstoffsuspension oder
einer thermomechanischen Faserstoffsuspension oder auch anderer Stoffe, die
plastisch verformbar oder elastisch sind und einen geringen Elastizitätsmodul aufweisen,
in der Mittellage oder in den mittleren Lagen der Papierbahn werden beim
Kalandrieren durch die Erweichung, beispielsweise des Lignins, in Verbindung mit
hohen Temperaturen im Kalander Spannungsspitzen vermieden. Durch diese
Maßnahme wird das Auftreten von Glanzfleckigkeit durch eine über die Papierbahn
gleichmäßig verdichtete Oberfläche reduziert oder ausgeschlossen.
Nachstehend wird die Erfindung in Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1a, b
- Schemen zur Regelung der Konzentration in einem Suspensionsstrom
in einem Stoffauflauf,
- Fig. 2
- einen Stoffauflauf im Längsschnitt,
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht einer Maschine zur Herstellung einer Faserstoffbahn
und
- Fig. 4a, b
- Querschnitte der Faserstoffbahn vor und nach dem Durchlaufen des
Kalanders.
In einer Durchflussverhältnisregelung (Fig. 1a) lässt sich das Verhältnis zwischen
der Faserstoffsuspension und einer ausschließlich Holzstoff enthaltenden oder mit
diesem angereicherten Faserstoffsuspension oder einer wenigstens teilweise
thermomechanischen Faserstoffsuspension dadurch einstellen, dass gemäß DIN
19227 Blatt 1, Seite 9 die beiden Suspensionsströme in einem Mischer 1 zusammengeführt
werden, aus dem ein Sektionsstrom QM mit der Gesamtkonzentration
CM herausgeführt wird. Der erste, in den Mischer 1 führende Teilstrom QH hat die
Konzentration CH und wird noch vor dem Durchflussverhältnisregelkreis durch
einen Durchflussmengenregelkreis bezüglich der Durchflussmenge geregelt. Der
zweite, in den Mischer 1 führende Teilstrom QL mit der Konzentration CL wird bezüglich
seines Volumenstroms über das Stellventil des Durchflussverhältnisregelkreises
geregelt.
Eine Variante zu dem Regelschema besteht darin, die beiden zugeführten Teilströme
QH mit der Konzentration CH und QL mit der Konzentration CL jeweils separat
über einen Durchflussmengenregelkreis einzustellen, wobei die Führungsgrößen
für die einzelne Mengenregelung aus einer zentralen Rechnersteuerung
zugeführt werden. Aus dem Durchflussmengenregelkreis wird dann ein Sektionsstrom
QM mit einer Endkonzentration CM an einen nachgeschalteten Stoffauflauf 2
(Fig. 2) abgegeben.
In dem Stoffauflauf 2 wird die Stoffsuspension in einzelnen Strömen mit den Sektionsströmen
QMi (i = 1, 2, ... n) und der Konzentration CMi einem sektionierten Abschnitt
3 des Stoffauflaufs 2 zugeführt, von wo aus die Stoffsuspension in den
Turbulenzeinsatz 4 eingeführt wird. Anschließend gelangt sie in eine Düse 5; von
dort wird sie durch einen Austrittsspalt der Maschine zur Herstellung der Faserstoffbahn
zugeführt. Der sektionierte Abschnitt 3 ist durch eine Vielzahl von
Trennwänden 6 unterteilt. Somit lässt sich beispielsweise vorsehen, dass eine
einen plastisch verformbaren Stoff enthaltende Faserstoffsuspension ausschließlich
in zwei mittlere Sektionen 7, 8 jeweils als Sektionsstrom eingebracht wird.
Ebenso ist es aber entsprechend der gewünschten Papierqualität auch möglich,
derartige Sektionsströme auch in den den beiden Sektionen 7, 8 benachbarten
Sektionen 9, 10 einzubringen.
Der Stoffauflauf 2 kann selbstverständlich auch als Mehrschichtenstoffauflauf ausgeführt
sein, wobei vorzugsweise jeder Schicht ein Schichtstrom QSMi (i = 1, 2, ...
n) mit einer jeweiligen Konzentration CSMi (i = 1, 2, ... n) zugeführt wird.
In einer sich oberhalb eines Maschinenfundaments 11 (Fig. 3) erstreckenden Maschine
zur Herstellung einer Faserstoffbahn wird aus einem Stoffauflauf 12 eine
Faserstoffsuspension zwischen Siebe 13 und 14 aufgebracht. Auf dem Radius
einer Formierwalze 15 laufen die Siebe 13, 14 keilförmig aufeinander zu und
schließen die Faserstoffsuspension zwischen sich ein. Dabei erfolgt eine erste
Entwässerung der Faserstoffsuspension, und es bildet sich eine Fasermatte 16,
aus der die Faserstoffbahn entsteht.
Ab der Formierwalze 15 beginnt die Doppelsiebzone, die ihren Endpunkt bei einer
Walze 17, beispielsweise einer Siebsaugwalze, hat. In der Doppelsiebzone können
sich noch weitere Entwässerungselemente wie ein Entwässerungskasten 18,
nachgiebige, anpressbare Entwässerungsleisten 19 und ein Siebsaugkasten 20
befinden.
An die Nasspartie mit den Sieben 13, 14 schließt sich eine Pressenpartie 21 an,
zu der ein endloses Band 22 die Faserstoffbahn 16 überführt. Die Pressenpartie
21 umfasst einen von zwei Presswalzen 23, 24 gebildeten Pressspalt.
Nach der Pressenpartie 21 wird die Faserstoffbahn 16 mittels einer (hier nicht dargestellten)
Überführeinrichtung um eine Leitwalze 25 herum zu einer Trockenpartie
26 weitergeleitet. In dieser bilden Trockenzylinder 27, 28, 29, ein Trockensieb
30 und eine Trockensiebsaugwalze 31 eine einseitig oben befilzte Trockengruppe.
Trockenzylinder 32, 33, 34, 35 bilden eine zweireihige Trockengruppe innerhalb
der Trockenpartie 26. An die Trockenpartie 26 schließen sich zu beiden Seiten der
Faserstoffbahn 16 Heizeinrichtungen 36, 37 an, beispielsweise in Form von
Schwebetrocknern, die die Faserstoffbahn 16 auf eine Temperatur erwärmen, die
oberhalb der Erweichungstemperatur der im Papier, insbesondere in der aus den
Sektionen 7, 8 entstandenen mittleren Schicht 38 (Fig. 4a, b) der Faserstoffbahn
16, enthaltenen Zellulose, Hemizellulose und Lignin, liegt, so dass die mittlere
Schicht 38 entsprechend den Unebenheiten der äußeren Oberflächen 39, 40 der
Faserstoffbahn 16 elastisch nachgibt, wenn sie durch zwei Glättwalzen 41, 42
eines den Heizeinrichtungen 36, 37 nachgeordneten Kalanders hindurchläuft.
Aufgrund der Erwärmung und der zusätzlich vorhandenen Feuchtigkeit gibt die
Schicht 38 aufgrund ihres niedrigen Elastizitätsmodul nach und wird unter der Last
der Glättwalzen 41, 42 plastifiziert und komprimiert. Die Oberflächen 39, 40 werden
geglättet, ohne dass auf ihnen größere flächige Spannungsspitzen auftreten.
Bezugszeichenliste
- 1
- Mischer
- 2
- Stoffauflauf
- 3
- Sektionierter Abschnitt
- 4
- Turbulenzeinsatz
- 5
- Düse
- 6
- Trennwand
- 7
- Sektion
- 8
- Sektion
- 9
- Sektion
- 10
- Sektion
- 11
- Maschinenfundament
- 12
- Stoffauflauf
- 13
- Sieb
- 14
- Sieb
- 15
- Formierwalze
- 16
- Faserstoffbahn (Fasermatte)
- 17
- Walze
- 18
- Entwässerungskasten
- 19
- Entwässerungsleisten
- 20
- Siebsaugkasten
- 21
- Pressenpartie
- 22
- Endloses Band
- 23
- Presswalze
- 24
- Presswalze
- 25
- Leitwalze
- 26
- Trockenpartie
- 27
- Trockenzylinder
- 28
- Trockenzylinder
- 29
- Trockenzylinder
- 30
- Trockensieb
- 31
- Trockensiebsaugwalze
- 32
- Trockenzylinder
- 33
- Trockenzylinder
- 34
- Trockenzylinder
- 35
- Trockenzylinder
- 36
- Heizeinrichtung
- 37
- Heizeinrichtung
- 38
- Mittlere Schicht
- 39
- Oberfläche
- 40
- Oberfläche
- 41
- Glättwalze
- 42
- Glättwalze