Die Erfindung betrifft polyethermodifizierte Polymere, ein Verfahren zu ihrer Herstellung, diese
enthaltende Dispersionen und deren Verwendung als Lederhilfsmittel.
Durch Verwendung dieser Lederhilfsmittel werden Leder mit begehrenswerten Eigenschaften
erhalten. Solche Hilfsmittel werden in der Regel im Lederherstellungsprozess während der Gerbung
beziehungsweise der Nachgerbung eingesetzt. Zur Steigerung des Leder-Gebrauchswerts ist bei
vielen Lederartikeln, z.B. bei Schuhoberledern oder Möbel- und Automobilledem, ein ausgewogenes
Verhältnis von Materialeigenschaften gefragt. Dazu zählen Eigenschaften wie eine hohe Fülle, ein
angenehm weicher Griff, ausgezeichnete Narbenglätte und Festnarbigkeit sowie ein optimales
färberisches Ergebnis.
Aus DE-A-195 28 782 sind Polyasparaginsäure-Derivate bekannt, mit denen sich die Weichheit der
Leder verbessern lässt. Unter Verwendung dieser Lederhilfsmittel vor, während und/oder nach der
Gerbung beziehungsweise Nachgerbung ist es möglich, bestimmte Ledereigenschaften einzustellen.
Dabei ist zu beachten, dass die Leder trotz ihrer Weichheit eine ausreichende mechanische Festigkeit
und Festnarbigkeit besitzen sollen. Darüber hinaus darf die Lederoberfläche nicht kleben und soll
einen angenehmen Griff aufweisen. Diese Anforderungen werden bei sachgemäßer Anwendung der
Hilfsmittel erreicht. Dennoch sind diese Produkte hinsichtlich der füllenden Wirkung noch
verbesserungsbedürftig, beispielsweise wenn standigere Lederartikel erwünscht sind.
Aus der EP 0 959 091 A1 bzw. EP-A-959 090 sind von hydrophob modifizierten Polyasparaginsäureesteramiden
abgeleitete Copolymere bekannt, die Asparaginsäure- Asparaginsäureester-,
Asparaginsäureamid-Einheiten, andere proteinogene oder nicht proteinogene Aminosäure-Einheiten
und Iminodisuccinat-Einheiten als Struktureinheiten enthalten. Solche Produkte werden als
Hilfsmittel für verschiedene Anwendungen empfohlen, wobei die dispergierende und
komplexierende Wirkung in kosmetischen Emulsionen oder die schäumenden Eigenschaften bei
Tensidzubereitungen im Vordergrund stehen. Die im Produkt zwingend vorhandenen Estergruppen
sind wegen ihrer Hydrolyseempfindlichkeit für Lederanwendungen nicht ideal. Die schäumende
Wirkung der beschriebenen Produkte ist eine Eigenschaft, die für den Einsatz in Nachgerbflotten bei
der Lederherstellung ebenfalls unerwünscht ist.
Andere Asparaginsäure-Einheiten enthaltende Polymere sind für andere Anwendungen
beispielsweise aus DE-A-19 545 678, EP-A-884 344, US-A-5 292 858, DE-A-4 300 020, WO
94/01486, US-A-5 286 810, US-A-5 408 028, US-A-5 357 004, US-A-6 306 378 und WO 00/37023
bekannt.
Trotz der Vielzahl der empfohlenen Mittel besteht demnach weiterhin ein Bedarf an Produkten, die
dem Leder neben weichmachenden Eigenschaften auch eine hohe Fülle und gute färberische
Eigenschaften verleihen und insbesondere hohe Farbintensität ermöglichen und die Egalität der
Färbung verbessern.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass bestimmte polyethermodifizierte Polymere auf Leder
die oben geschilderte ausgezeichnete Wirkung ausüben.
Gegenstand der Erfindung sind (Co)Polymere, die
a) Struktureinheiten der allgemeinen Formel I
enthalten, wobei
- W
- für einen dreiwertigen Rest aus der Gruppe
steht, in der
- *
- die Orientierung für den Einbau des Restes W in die Formel I angibt, und
- Z
- für die Reste -OH, -O - M + oder -N-R1R2 steht, wobei R1 und R2 unabhängig
voneinander für Wasserstoff, gegebenenfalls substituierte Alkylreste, Alkenylreste,
Aralkyl-Reste oder Cycloalkyl-Reste stehen, die durch O-Atome, N-Atome, Si-Atome
oder Amid-, Carbonat-, Urethan-, Harnstoff-, Allophanat-, Biuret-,
Isocyanurat-Gruppen oder Mischungen daraus unterbrochen sein können und
- M+
- für H+ oder ein Alkaliion, ein NH4-Ion oder einen primären, sekundären, tertiären
oder quartären aliphatischen Ammoniumrest, der vorzugsweise eine C1-C22-Alkyloder
-Hydroxyalkylgruppe trägt, steht,
b) wenigstens 10 Mol-%, bezogen auf die Einheiten der Formel I, Struktureinheiten der
allgemeinen Formel Ia
enthalten, wobei
- R3
- für einen Kohlenwasserstoffrest mit C1-C60-Atomen, vorzugsweise einen
gesättigten C1-C60-Alkylrest, insbesondere C8-C30-Alkylrest steht und
- R4
- für Wasserstoff steht oder die gleiche Bedeutung hat wie R3, und
c) Polyether-Einheiten mit einem mittleren Molekulargewicht von 200-6000 g/mol enthalten.
Die Reste W leiten sich beispielsweise von den Kohlenwasserstoff-Gerüsten der Polycarbonsäuren
aus folgender Gruppe oder deren Anhydriden ab:
Dicarbonsäuren bzw. Dicarbonsäureanhydriden wie Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure,
Itaconsäure, Itaconsäureanhydrid, Citraconsäure, Citraconsäureanhydrid, Tricarbonsäuren oder deren
Anhydriden wie 1,2,3-Propantricarbonsäure, Citronensäure, 1,2,4-Cyclohexantricarbonsäure, 1,2,3-Cyclohexantricarbonsäure,
2,3,5-Norbornantricarbonsäure, Trimellithsäure, Trimellithsäureanhydrid,
und Tetracarbonsäuren bzw. deren Anhydriden oder Bisanhydriden wie 1,2,3,4-Butantetracarbonsäure,
1,2,4,5-Cyclohexantetracarbonsäure, 2,3,5,6-Norbornantetracarbonsäure, 2,3,5,6-Norbornantetracarbonsäureanhydid,
Pyromellithsäure, Pyromellithsäurebisanhydrid usw. ableiten.
Bevorzugt sind Maleinsäure, Fumarsäure, Maleinsäureanhydrid oder deren Gemische mit Trimellithsäureanhydrid
oder Pyromellithsäurebisanhydrid.
Geeignete Reste M+ sind beispielsweise Wasserstoff (H+), Hydroxyethylammonium, Bis(2-hydroxyethyl)ammonium,
Tris(2-hydroxyethyl)ammonium, Triethylammonium, Tetraethylammonium,
Ammonium, Butylammonium, N-Methyl-N-bis(2-hydroxyethyl)-ammonium, N-Dimethyl-N-(2-hydroxyethyl)-ammonium,
N-Diethyl-N-(2-hydroxyethyl)-ammonium, Benzyltrimethylammonium,
Morpholinium, Hexadecylammonium, Oleylammonium, Octadecylammonium, sowie Alkaliionen
wie Natrium, Kalium, Lithium. Bevorzugt sind Natrium, Kalium, Wasserstoff, Ammonium, 2-Hydroxyethylammonium,
Triethylammonium, Tetraethylammonium.
Geeignete Stickstoffsubstituenten R
1 und R
2 sind unabhängig voneinander beispielsweise
gegebenenfalls substituierte C
1-C
200-Alkyl- oder C
2-C
200-Alkenylgruppen wie Methyl, Ethyl, 2-Hydroxyethyl,
2-Hydroxypropyl, 3-Hydroxypropyl, Butyl, Hexyl, Octyl, 2-Ethyl-hexyl, Octenyl,
Decyl, Undecyl, Undecenyl, Dodecyl, Tetradecyl, Hexadecyl, Oleyl, Octadecyl, 12-Hydroxy-9-octadecenyl,
Eicosanyl, 3-Heptamethyl-trisiloxanyl-propyl, N-2-(3-dimethyl-ethoxysilyl-1-propyl)amino-1-ethyl,
N-2-(3-Methyl-diethoxysilyl-1-propyl)amino-1-ethyl, N,N-Dimethyl-2-aminoethyl,
N,N-Diethyl-2-aminoethyl, N,N-Dimethyl-3-amino-1-propyl, N,N-Dimethyl-2-amino-1-propyl,
N,N-Diethyl-3-amino-1-propyl, N,N-Diethyl-2-amino-1-propyl, Morpholinoethyl,
Morpholinopropyl, Piperazinoethyl, Ethoxy-ethyl, Ethoxy-ethoxy-ethyl, Butoxy-ethoxy-ethoxy-ethyl,
2-Methoxy-ethyl, Tetrahydrofurfuryl, 5-Hydroxy-1-pentyl, Benzyl, N,N-Dimethyl-4-aminocyclohexyl,
2-Sulfoethyl Natrium- oder Kalium-Salz, Methoxycarbonyl-methyl, oder C
5-C
10-Cycloalkylreste wie Cyclohexyl, durch Sauerstoffatome oder Ester-, Amid-, Urethan-, Harnstoff-,
Allophanat-, Biuret- und Carbonatgruppen unterbrochene C
12-C
200-Reste wie Stearyloxyethyl,
Stearyloxyethoxyethyl, Stearylcarbamoyloxyethyl, sowie Reste, die sich von Polyethern, bevorzugt
auf Basis von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, ableiten wie beispielsweise Methyloxy-(polyoxyethylen)-2-oxypropyl-1,
Methyloxy-(polyoxyethylen-co-oxypropylen)-2-oxypropyl-1, Ethyloxy-(polyoxyethylen)-2-oxyethyl-1,
Ethyloxy-(polyoxypropylen)-2-oxypropyl-1, Ethyloxy-(polyoxyethylen)-2-oxypropyl-1,
sowie Reste der Formeln
worin
- R7, R8
- für C1-C30-Alkyl, C2-C30-Alkenyl oder C5-C10-Cycloalkenyl stehen,
- n, m
- eine Zahl von 1 bis 100, vorzugsweise von 1 bis 50 bedeuten und
- M+
- die oben angegebene Bedeutung hat.
Weiterhin geeignete Reste -NR1R2 leiten sich durch Abstraktion eines H-Atoms von
monofunktionellen Polyethern mit primären Aminogruppen auf Basis von Oxiran, Methyloxiran,
Tetrahydrofuran oder Gemischen daraus ab, wobei die Polyethersegmente statistisch oder blockweise
angeordnet sein können. Besonders bevorzugt sind Reste, die sich von monofunktionellen
Aminopolyethern, die Polyoxypropen- und/oder Polyoxyethen-Einheiten in beliebiger Reihenfolge
aufweisen, ableiten. Solche Produkte sind an sich bekannt und beispielsweise unter der Bezeichnung
Jeffamine® M-600, Jeffamine® M-1000, Jeffamine® M-2070, Jeffamine® M-2005 (Produkte der
Firma Huntsman) erhältlich.
Ebenfalls geeignet sind Reste -NR1R2, die sich durch Abstraktion eines H-Atoms von
monofunktionellen Polyethern mit primären Aminogruppen ableiten, die bei der Reaktion von
Polyisocyanaten mit monofunktionellen hydroxylterminierten Polyethern und anschließende
Hydrolyse entstehen. An Stelle der Hydrolyse ist es auch möglich, die verbleibenden
Isocyanatgruppen beispielsweise mit überschüssigen primären Diaminen umzusetzen, so daß eine
freie Aminogruppe verbleibt.
Als geeignete Polyisocyanate zur Herstellung der monofunktionellen Polyether mit primären
Aminogruppen seien genannt: Isophorondiisocyanat, Bis(isocyanatocyclohexyl)-methan,
Xylylendiisocyanat, 1,4-Bis(isocyanatomethyl)-cyclohexan, Hexamethylendiisocyanat,
Toluylendiisocyanat, Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat, Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat, die
Isocyanurat-, Biuret-, Allophanat-, Harnstoff-, Uretdion-Gruppen enthaltenden Oligomere der vorgenannten
Diisocyanate.
Als monofunktionelle hydroxylfunktionelle Polyether seien die aus der Polyurethanchemie an sich
bekannten Alkoxylierungsprodukte auf Basis monofunktioneller Starteralkohole, die durch
Polymerisation von Ethenoxid oder Propenoxid auf z.B. Methanol, Ethanol oder Butanol usw.
zugänglich sind, genannt.
Als geeignete Diamine seien genannt: 1,2-Ethylendiamin, 1,2-Propylendiamin, 1,3-Propylendiamin,
1,4-Butylendiamin, 1,2-Dimethyl-1,2-ethylendiamin, 1,6-Hexamethylendiamin, Isophorondiamin,
Bis(aminocyclohexyl)methan, Xylylendiamin.
Vorzugsweise entspricht die Struktureinheit der Formel I der Formel II
- Z
- die oben angegebene Bedeutung besitzt.
Bevorzugte Struktureinheiten der Formel Ia entsprechen der Formel Ib
- R3 und R4
- die oben genannte Bedeutung haben.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Polymer Estergruppen
enthaltende Einheiten der Formel
worin W die obige Bedeutung besitzt und R für einen beliebigen organischen Rest steht von
weniger als 5 Gew.-%, insbesondere weniger als 2 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 1 Gew.-%,
bezogen auf Copolymer.
Bevorzugte Einheiten der Formel Ia, insbesondere Einheiten der Formel Ib, enthalten als Rest der
Formel -NR3R4 einen solchen, der sich von Verbindungen der Formel HNR3R4 ableitet, wobei als
solche die folgenden Verbindungen bevorzugt sind: sekundäre, vorzugsweise primäre Amine, wie
2-Ethylhexylamin, 1-Octylamin, 1-Decylamin, 1-Undecylamin, 1-Dodecylamin, Tetradecylamin,
Perfluorhexyl-ethylamin, N-Aminoethyl-N-methyl-perfluoroctylsulfonamid, Hexadecylamin, Octadecylamin,
Octadecenylamin, Talgfettamin, hydriertes Talgfettamin, Oleylamin, 12-Hydroxyoctadec-9-enylamin,
Eicosanylamin, Dehydroabietylamin, Stearoyloxypropylamin, 2-Butyloctylamin,
4-Octyl-hexadecylamin, Docosanylamin (C22), Tetra-cosanylamin (C24),
Triacontanylamin (C30) sowie Gemische daraus.
Ganz besonders bevorzugt steht -NR3R4 für C8- bis C30-Alkyl.
Die Polyether-Einheiten können in der Hauptkette des Copolymers oder in der Seitenkette oder in
Hauptkette und Seitenkette eingebaut sein.
Geeignete Polyether-Einheiten (Struktureinheiten aus c)) leiten sich für die Seitenkette von
monofunktionellen Amino-Polyethern oder für die Hauptkette von Diamino-Polyethern ab.
Als monofunktionelle Amino-Polyether seien beispielsweise genannt:
α-Methyl-ω-(3-aminopropyl)-polyoxyethen, α-Methyl-ω-(2-aminopropyl)-polyoxyethen, α-Methyl-ω-(3-aminopropyl)-polyoxypropen,
α-Methyl-ω-(2-aminopropyl)-polyoxypropen oder die
entsprechenden Mischpolyether, die sich von Ethenoxid und Propenoxid ableiten, die
Ethoxylierungs- und Propoxylierungsprodukte von C12-C14-Fettalkoholen. Solche Polyetheramine
sind in der Regel handelsübliche Rohstoffe und zum Beispiel unter der Bezeichnung Jeffamine® M-600,
Jeffamine® M-1000, Jeffamine® M-2005, oder Jeffamine® M-2070 (M = monofunktionelles
Amin; Zahl = mittleres Molgewicht) bzw. Surfonamin ML-300 (Produkte der Fa. Huntsman)
erhältlich. Weiterhin geeignete monofunktionelle Amino-Polyether sind beispielsweise dadurch
zugänglich, dass man einen monofunktionellen OH-funktionellen Polyether, mit einem Diisocyanat
im Molverhältnis 1:1 oder einem Überschuß an Diisocyanat umsetzt, das erhaltene Reaktionsprodukt
ggf. von überschüssigem Diisocyanat befreit und die Isocyanatgruppen anschließend zum Amin
hydrolysiert. Beispielsweise seien Umsetzungsprodukte von Propenoxid-Polyethern oder
Polyethenoxidpolyethern oder Mischpolyethern auf Basis von Ethenoxid und Propenoxid, die auf
monofunktionellen Alkoholen wie Methanol, Ethanol, Methoxyethanol, Methoxy-diethylenglykol,
Butanol, Butyldiglykol etc. gestartet wurden, mit Diisocyanaten wie Hexamethylendiisocyanat,
Isophorondiisocyanat, Bis (isocyanatocyclohexyl)-methan, Xylylendiisocyanat, Toluylendiisocyanat
usw. (bevorzugt im Molverhältnis NCO : OH von 2 : 1) und Hydrolyse des erhaltenen NCO-Prepolymeren
zum Monoamin beziehungsweise durch Reaktion des erhaltenen NCO-Prepolymeren
mit Diaminen zu einem Monoamin genannt. Bevorzugt sind monofunktionelle Polyetheramine, die
ein Zahlenmittel der Molmasse von 200 bis 6000 g/mol aufweisen.
Als Diamino-Polyether seien beispielsweise genannt:
α,ω-Bis(3-aminopropyl)-polyoxypropen, α,ω-Bis(2-Amino-1-propyl)-polyoxypropen, α,ω-Bis(2-Amino-1-propyl)-poly(oxyethen-co-oxypropen),
α,ω-Bis(2-Amino-1-ethyl)-polyoxyethen, α,ω-Bis(2-Amino-1-ethyl)-poly(oxyethen-co-oxypropen),
α,ω-Bis(2-Amino-1-ethyl)-polyoxypropen, α,ω-Bis(2-Amino-1-propyl)-poly(oxyethen-co-oxybuten),
α,ω-Bis(2-Amino-1-ethyl)-poly(oxyethylen-cooxybuten),
α,ω-Bis(4-Amino-1-butyl)-polyoxybuten, α,ω-Bis(4-Amino-1-butyl)-poly(oxybuten-cooxypropen),
α,ω-Bis(4-Amino-1-butyl)-poly(oxybuten-co-oxyethen), α,ω-Bis(6-Amino-1-hexyl-carbamoyl)-polyoxybuten,
α,ω-Bis(6-Amino-1-hexyl-carbamoyl)-polyoxyethen, α,ω-Bis(6-Amino-1-hexyl-carbamoyl)-polyoxypropen
oder Gemische daraus. Bevorzugt sind Diaminopolyether auf Basis
von Propenoxid und/oder Ethenoxid mit einer mittleren Molmasse von 200-4000 g/mol. Solche
Diamino-Polyether sind meist handelsüblich und beispielsweise unter der Bezeichnung Jeffamine®
D-230, Jeffamine® D-400, Jeffamine® D-2000 sowie Jeffamine® ED-600, Jeffamine® ED-2003,
Jeffamine® XTJ 511 (Produkte der Firma Huntsman; D-Serie = difunktionelle Diamino-Polyether
aus PO-Basis; ED-Serie = difunktionelle Diamino-Polyether auf EO/PO-Basis, Zahl = mittleres
Molekulargewicht) erhältlich. Weiterhin bevorzugt sind Diaminopolyether, die durch Umsetzung von
Diisocyanaten wie Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat, Bis-Isocyanatocyclohexylmethan
mit hydroxylfunktionellen Polyethern auf Basis von Ethenoxid, Propenoxid oder Tetrahydrofuran
oder deren Copolyethern oder Mischungen daraus im Molverhältnis NCO : OH größer
1:1 und anschließende Hydrolyse der endständigen Isocyanatgruppe erhältlich sind. An Stelle der
Hydrolyse ist auch eine Reaktion der endständigen Isocyanatgruppe mit Diaminen möglich, um zu
geeigneten Diamino-Polyethern zu gelangen. In diesem Fall muss das Diamin im Überschuss
eingesetzt werden.
Neben den im vorangegangen Absatz erwähnten hydroxylfunktionellen Polyether sind auch andere in
der Polyurethanchemie üblichen Hydroxy-terminierten Bausteine wie Polycarbonatdiole,
Polyesterdiole, Polyestercarbonatdiole und Polyethercarbonatdiole, die sich beispielsweise durch
Reaktion der vorgenannten hydroxylfunktionellen Polyether sowie anderer üblicher Bausteine wie
Ethylenglykol, Propylenglykol, Butandiol, Neopentylglykol, Hexandiol, Caprolacton, durch Polykondensation
mit Diphenylcarbonat beziehungsweise Dimethylcarbonat (unter Abspaltung von
Phenol bzw. Methanol) und/oder durch Polykondensation mit Adipinsäure, Glutarsäure, Terephthalsäure,
Isophthalsäure (unter Abspaltung von Wasser) oder Mischungen daraus ableiten, als
Rohstoffe zur Herstellung der Diamino-Polyether geeignet, vorzugsweise solche, die in der
Polymerkette eingebaute Polyethereinheiten enthalten. Als Diisocyanate und Diamine für die
Umsetzung dieser Bausteine eignen sich die bereits erwähnten Diisocyanate und Diamine. Besonders
bevorzugte Reaktionspartner für diese Synthese sind Polyether auf Basis von Oxiran und
Methyloxiran mit zwei Hydroxylendgruppen, Diisocyanate wie Hexamthylendiisocyanat und
Isophorondiisocyanat und Diamine wie Ethylendiamin, Hexamethylendiamin und Isophorondiamin.
Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung geeigneter diaminofunktioneller Polyether ist die
basenkatalysierte Anlagerung von Acrylnitril an hydroxylterminierte Polyether und anschließende
Hydrierung der Nitrilgruppen zu Aminogruppen.
Eine weitere Möglichkeit ist auch die katalytische Aminierung der Polyether mit Ammoniak.
Selbstverständlich sind sämtliche linearen aminoterminierten Polyurethane, Polyharnstoffe oder
Polyurethanharnstoffe, bei deren Synthese Polyether in der Hauptkette eingebaut sind, als Rohstoffe
zur Herstellung der erfindungsgemäßen polyethermodifizierten Copolymere geeignet. Neben den
Polyethern auf Basis von Ethenoxid und/oder Propenoxid und/oder Tetrahydrofuran oder Mischpolyethem
oder beliebigen Mischungen daraus können diese Polyurethane, Polyharnstoffe oder Polyurethanharnstoffe
auch alle anderen in der Polyurethanchemie üblichen Polymer-Diole (C4-Polyether,
Polyester, Polycarbonate, Polyestercarbonate), niedermolekulare Diole (Butandiol,
Hexandiol, die Addukte von Ethylenoxid oder Propylenoxid an Talgfettamin oder hydriertes
Talgfettamin), hydrophilierende Agenzien (Dimethylolpropionsäure, das Addukt von Natriumbisulfit
an ein 1,4-Butendiol-gestarteten Propylenoxid-Polyether mit Molmasse zwischen 300 und 1000
g/mol), Diamine (Hydrazinhydrat, Ethylendiamin, Hexamethylendiamin, Isophorondiamin,
Bis(aminocyclohexyl)methan, N-(2-Aminoethyl)-2-aminoethan-sulfonsäure-Natrium-Salz, N-(2-Aminoethyl)-2-aminopropionsäure-Natrium-Salz),
Bis-aminopropylterminierte Polysiloxane mit
Molmassen zwischen 200 und 3000 g/mol usw. als Rohstoffe enthalten.
Besonders bevorzugt sind Polyethenoxid- und/oder Polypropenoxid-Einheiten enthaltende Diamine
mit einem mittleren Molekulargewicht von 200 bis 6000 g/mol.
Das Prefix "Poly" in den oben genannten Rohstoff-Bezeichnungen hat vorzugsweise einen solchen
Wert, dass die entsprechenden Monoamine oder Diamine ein bevorzugtes als Zahlenmittel
bestimmtes Molekulargewicht von 200 bis 4000 g/mol, bevorzugt von 400 bis 2500 g/mol
besitzen.
In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der Anteil an Einheiten der Formel (I) mit
mehr als 50 Mol-%, bezogen auf die Summe aller Einheiten der Formel (I), insbesondere mehr als 80
Mol-%, ganz besonders bevorzugt mehr als 90 Mol-%.
Bevorzugte erfindungsgemäße Copolymere enthalten Struktureinheiten der Formel (IIa) und (IIb)
Zusätzlich können die erfindungsgemäßen Copolymeren noch weitere von den Einheiten a), b) und c)
verschiedene zweiwertige Brückenglieder V in der Hauptkette enthalten.
Bevorzugte Copolymere enthalten 0 bis 10 Mol-% solcher zweiwertigen Brückenglieder V in der
Hauptkette, bezogen auf die Summe aller Einheiten der Formel I, wobei V für einen zweiwertigen
Rest steht, der sich von Polycarbonsäuren, Polyaminen, Lactamen oder Aminocarbonsäuren
ableitet. Die Brückenglieder V leiten sich vorzugsweise von Polyaminen, insbesondere Diaminen,
oder Polycarbonsäuren, insbesondere Dicarbonsäuren, sowie von Aminocarbonsäuren oder deren
Lactamen ab.
Diese Einheiten können in der Hauptkette enthalten sein und dienen dann vorzugsweise zur
Verknüpfung der Einheiten der Formel I, Ia, II, IIa, IIb untereinander in beliebiger Reihenfolge. Sie
können auch zur Verknüpfung unterschiedlicher Polyether-Einheiten dienen, die in der Hauptkette
eingebaut sind. Es können auch mehrere zweiwertige Reste aus der oben genannten Gruppe der
Polycarbonsäuren, Polyamine, Lactame und Aminocarbonsäuren kondensiert und somit zu längeren
Brückengliedem eingebaut sein.
Bevorzugte Brückenglieder V leiten sich von folgenden Polyaminen (V-1) ab: Ethylendiamin, 1,2-und
1,3-Propylendiamin, 1,6-Hexamethylendiamin, Isophorondiamin, Bis-aminocyclohexyl-methan,
Diethylentriamin, Triethylentetramin, Bishexamethylentriamin, Diaminocyclohexan, Xylylendiamin,
Bis-3-aminopropyl-ether, Bis-Aminomethyl-tricyclo[5.2.1.02,6]decan. Bevorzugt sind Diamine,
insbesondere Ethylendiamin und Propylendiamin, Isophorondiamin, Hexamethylendiamin.
Bevorzugte Brückenglieder V leiten sich von folgenden Polycarbonsäuren (V-2) ab: Oxalsäure,
Malonsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, Weinsäure, Cyclohexan-1,2-dicarbonsäure,
Cyclohexan-1,3-dicarbonsäure, Cyclohexan-1,4-dicarbonsäure, 1-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureahydrid,
4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure, 4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid, 3-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid,
Norbornan-2,3-dicarbonsäure, Norbornan-2,3-dicarbonsäureanhydrid,
5-Norbornen-2,3-dicarbonsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure,
Naphthalin-1,2-dicarbonsäure. Bevorzugt sind Dicarbonsäuren, insbesondere Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Adipinsäure.
Bevorzugte Brückenglieder V leiten sich von folgenden Aminocarbonsäuren (V-3) ab: Glycin,
Alanin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, andere natürlich vorkommende Aminosäuren,
Aminopropionsäure, Aminobuttersäure, Aminohexancarbonsäure. Bevorzugt sind Glycin,
Asparaginsäure, Glutaminsäure.
Bevorzugte Brückenglieder V leiten sich von folgenden Lactamen (V-4) ab: Butyrolactam,
Caprolactam, Laurinlactam. Bevorzugt ist Caprolactam.
Geeignete längere Brückenglieder V können auch durch Kondensations- oder Cokondensationsreaktion
aus den vorgenannten Bausteinen V-1 bis V-4 erhalten werden. Diese Brückenglieder
werden aufgrund der endständigen Aminogruppen und/oder Carboxylgruppen bei der Herstellung der
erfindungsgemäßen (Co)Polymere vorzugsweise in deren Hauptkette eingebaut.
Als Endgruppen besitzen die erfindungsgemäßen (Co)Polymere vorzugsweise folgende Reste, die
sich über die Einsatzstoffe definieren lassen und sich vorzugsweise von den gegebenenfalls
eingesetzten Polycarbonsäuren, Dicarbonsäuren, Polyaminen, Diaminen, Lactamen, Ammoniak,
Aminen, Polyethern und den zur Herstellung der monofunktionellen und difunktionellen Polyether
eingesetzten Monomerbausteine ableiten. Insbesondere können den Endgruppen folgende Reste
zugrunde liegen: Alkylreste, Alkoxy-Reste, Alkylaminoreste, Cycloalkylaminoreste oder aliphatische
aminosubstituierte Aralkylreste, Polyetheramino-Reste, N-substituierte Maleinsäureimidreste, OH-,
COOH-, CONH2- und NH2-Gruppen, sowie Reste, die sich von Asparaginsäure und deren Derivaten
ableiten. Bevorzugte Endgruppen sind beispielsweise Hydroxy, Amino, Carboxyl und dessen Salze,
Carbonsäureamid, N-substituiertes Maleinimid, N-substituiertes Asparaginsäureamid, Methyl, Ethyl,
Butyl, Methyloxy, Ethoxy, Butoxy, Butylamino, Hexylamino, Decylamino, Dodecylamino,
Tetradecylamino, Hexadecylamino, Octadecylamino, Eicosanylamino, N-Methyl-N-octadecylamino,
Bis(octadecyl)amino, Benzylamino und 2-Hydroxy-ethylamino.
Besonders bevorzugt sind die erfindungsgemäßen polyethermodifizierten Copolymeren mit einem als
Zahlenmittel bestimmten Molekulargewicht von 500 bis 50 000, vorzugsweise 1 500 bis 30 000
g/mol, insbesondere solche, die
5 bis 35 Mol-% Struktureinheiten der Formel IIa und
15 bis 90 Mol-% Struktureinheiten der Formel IIb enthalten,
jeweils bezogen auf die Summe der Struktureinheiten der Formel I.
Bevorzugt sind solche erfindungsgemäßen Copolymere, die 10 bis 90 Gew.-%, insbesondere 30 bis
80 Gew.-% an Struktureinheiten der Formel I enthalten, jeweils bezogen auf das Copolymer.
Bevorzugt besteht das erfindungsgemäße Copolymer zu mehr als 95 Gew.-%, insbesondere zu
mehr als 98 Gew.-% aus den Struktureinheiten der Formel I, Ia, den Polyethereinheiten und gegebenenfalls
zweiwertigen Brückengliedern.
In einer besonderen Ausführungsform ― nachfolgend als A1 bezeichnet ― besteht das
erfindungsgemäße Copolymer zu mehr als 95 Gew.-%, insbesondere zu mehr als 98 Gew.-% aus
Struktureinheiten der Formel I und Polyethereinheiten, wobei
i) 50 bis 90 Mol-%, insbesondere 70 bis 90 Mol-%, bezogen auf die Summe dieser beiden
Einheiten, auf Struktureinheiten der Formel I entfallen, wovon wenigstens 10 Mol-%,
insbesondere 10 bis 35 Mol-%, bezogen auf die Einheiten der Formel I, solche der Formel
Ia, insbesondere der Formel Ib entsprechen, und ii) 10 bis 50 Mol-%, vorzugsweise 10 bis 30 Mol-%, bezogen auf die Summe dieser beiden
Einheiten, auf Polyethereinheiten mit einem mittleren Molekulargewicht von 200 bis
6000 g/mol entfallen.
In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform A1 steht der Rest -NR3R4 in Formel Ia,
insbesondere Ib für Reste, die sich von folgenden Aminen HNR3R4 ableiten: Dodecylamin,
Tetradecylamin, Hexadecylamin, Octadecylamin, Hexadecenylamin, Octadecenylamin,
Talgfettamin, hydriertes Talgfettamin, N-Methyl-octadecylamin, verzweigte aliphatische Amine,
die sich von den entsprechenden Guerbet-Alkoholen ableiten, wie z.B. 2-Butyl-1-octylamin, 2-Hexyl-1-octylamin,
2-Butyl-1-decylamin, 2-Hexyl-1-decylamin, 2-Octyl-1-decylamin, 2-Hexyldodecylamin,
2-Octyl-dodecylamin, 2-Decyl-1-tetradecylamin, Dodecyl-hexadecylamin,
Tetradecyl-octadecylamin, Hexadecyl-octadecylamin, Hexadecyl-eicosanylamin sowie
Aminoverbindungen, die durch Umsetzung von Guerbet-Alkoholen wie z.B. 2-Butyl-1-octanol,
2-Hexyl-1-octanol, 2-Butyl-1-decanol, 2-Hexyl-1-decanol, 2-Octyl-1-decanol, 2-Hexyl-dodecanol,
2-Octyl-dodecanol, 2-Decyl-1-tetradecanol, Dodecyl-hexadecanol, Tetradecyl-octadecanol,
Hexadecyl-octadecanol, Hexadecyl-eicosanol mit Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat,
Xylylendiisocyanat, Cyclohexylendiisocyanat, Bis-(isocyanatocyclohexyl)methan im
Molverhältnis 1:1 bis 1,5:1 und anschließende Hydrolyse der NCO-Gruppen oder durch Reaktion
der NCO-Gruppen mit überschüssigem Diamin erhalten werden, oder Gemische der vorgenannten
Amine HNR3R4.
In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform A1 enthält das Copolymer
Polyethereinheiten der Komponente ii), die sich von Diaminen der Formel
| Jeffamine XTJ 511 | Molmasse ca. 220 g/mol | m = 2,0 | n + p = 2,0 |
| Jeffamine ED-600 | Molmasse ca. 600 g/mol | m = 9,0 | n + p = 3,6 |
| Jeffamine ED-2003 | Molmasse ca. 2000 g/mol | m = 38.7 | n + p = 6,0 |
| Jeffamine D-230 | Molmasse ca. 230 g/mol | x = 2 - 3 |
| Jeffamine D-400 | Molmasse ca. 400 g/mol | x = 5 - 6 |
| Jeffamine D-2000 | Molmasse ca. 2000 g/mol | x = ca. 33 |
| Jeffamine D-4000 | Molmasse ca. 4000 g/mol | x = ca. 68 |
ableiten.
In einer ebenfalls besonderen Ausführungsform ― nachfolgend als A2 bezeichnet ― besteht das
erfindungsgemäße Copolymer zu mehr als 95 Gew.-%, insbesondere zu mehr als 98 Gew.-% aus
Struktureinheiten der Formel I, wovon
i) wenigstens 10 Mol-%, insbesondere 10 bis 50 Mol-%, bezogen auf die Struktureinheiten
der Formel I, der Formel Ia, insbesondere Ib entsprechen und ii) wenigstens 10 Mol-%, insbesondere 10 bis 50 Mol-%, bezogen auf die Einheiten der
Formel I, der Formel Ic, insbesondere der Formel Id entsprechen
worin
- W
- die oben angegebene Bedeutung besitzt,
- R5
- für einen mehr als zwei Ethergruppen, die von C2-C6-Alkylenoxid-Einheiten
abgeleitet sind, enthaltenden Rest steht, der gegebenenfalls durch Urethan-,
Carbonat-, Harnstoff-, Biuret-, Allophanat, Isocyanat-, Alkylen-, Cycloalkylenoder
Aralkylen-Gruppen unterbrochen ist und
- R6
- für Wasserstoff steht oder die Bedeutung von R5 besitzt.
In einer bevorzugten Ausführungsform A2 hat der Rest -NR3R4 in Formel Ia, insbesondere Ib die
gleiche Bedeutung wie für die Ausführungsform A1 oben angegeben.
In einer bevorzugten Ausführungsform A2 leitet sich der Rest -NR5R6 von Aminen der Formel
HNR5R6 ab, die den obengenannten monofunktionellen Amino-Polyethern entsprechen,
insbesondere von primären Amino-Polyethern.
Besonders bevorzugt sind Polyethereinheiten der Komponente ii), die sich von folgenden
Monoaminen ableiten:
worin
- R
- für H oder C1-C4-Alkyl, insbesondere für H oder CH3 steht,
- R'
- H oder CH3 bedeutet und
- n
- eine Zahl von 5 bis 50 bedeutet, insbesondere
| Jeffamine XTJ-505 (M-600) | Molmasse ca. 600 g/mol | Molverhältnis PO / EO = 9 / 1 |
| Jeffamine XTJ-506 (M-1000) | Molmasse ca. 1000 g/mol | Molverhältnis PO / EO = 3 / 19 |
| Jeffamine XTJ-507 (M-2005) | Molmasse ca. 2000 g/mol | Molverhältnis PO / EO = 39 / 6 |
| Jeffamine M-2070 | Molmasse ca. 2000 g/mol | Molverhältnis PO / EO = 10 / 32 |
sowie monofunktionelle Polyethereinheiten, welche durch Reaktion von Hexamethylendiisocyanat,
Isophorondiisocyanat, Bis(4-isocyanatohexyl)-methan, Toluylendiisocyanat, Diphenylmethan-4,4'diisocyanat,
Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat, Xylylen-diisocyanat, Isocyanurat-, Uretdion,
Allophanat-, Harnstoffgruppen enthaltenden Oligomeren der oben genannten Diisocyanate mit
monofunktionellen hydroxyltermininierten Polyethern, wobei letztere durch Alkoxylierung von
monofunktionellen Starteralkoholen wie Methanol, Ethanol, Butanol mit Ethenoxid, Propenoxid oder
Gemischen daraus erhalten werden, und anschließende Hydrolyse der verbleibenden Isocyanatgruppe
oder Reaktion der verbleibenden Isocyanatgruppe mit einem Überschuß an Diaminen wie
Ethylendiamin, 1,2-Propylendiamin, 1,3-Propylendiamin, 1,4-Butylendiamin, 1,6-Hexamethylendiamin,
Isophorondiamin, Bis(aminocyclohexyl)methan zum monofunktionellen Polyetheramin
entstehen, wie z.B.
worin
- R, R'
- und n die oben genannte Bedeutung besitzen
und
- R'
- für H oder CH3 steht.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen (Co)polymere, das
dadurch gekennzeichnet ist, dass man
- A-1)
- Polycarbonsäuren oder deren Anhydride ausgewählt aus der Gruppe
Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Itaconsäure, Itaconsäureanhydrid,
Citraconsäure, Citraconsäureanhydrid, 1,2,3-Propantricarbonsäure, Citronensäure, 1,2,4-Cyclohexantricarbonsäure,
1,2,3-Cyclohexantricarbonsäure, 2,3,5-Norbornantricarbonsäure,
Trimellithsäure, Trimellithsäureanhydrid, 1,2,3,4-Butantetracarbonsäure, 1,2,4,5-Cyclohexantetracarbonsäure,
2,3,5,6-Norbornantetracarbonsäure, 2,3,5,6-Norbornantetracarbonsäureanhydid,
Pyromellithsäure, Pyromellithsäure-bisanhydrid - A-2)
- und gegebenenfalls weitere von A-1) verschiedene Polycarbonsäuren und/oder Anhydride
(V-2) (zur Einführung der Einheiten V)
- A-3)
- und gegebenenfalls Aminocarbonsäuren (V-3) oder Lactame (V-4) (zur Einführung der
Brückenglieder V),
mit
- B-1)
- Ammoniak,
- B-2)
- und gegebenenfalls mit Polyethergruppen enthaltenden Diaminen, die eine mittlere
Molmasse von 200-6000 g/mol besitzen,
- B-3)
- und gegebenenfalls mit zusätzlichen von B-2 verschiedenen Polyaminen (V-1) (zur
Einführung der Brückenglieder V),
zu Polycarbonsäureamid-Ammonium-Salzen umsetzt und diese
- C)
- unter Wasserabspaltung kondensiert,
- D-1)
- das erhaltene Polykondensat mit Aminen der Formel HNR3R4,
worin R3 und R4 die oben angegebene Bedeutung haben, - D-2)
- und gegebenenfalls mit polyethergruppenhaltigen Aminen der Formel HNR5R6, die eine
Molmasse von 200-6000 g/mol besitzen,
worin R5 und R6 die oben angegebene Bedeutung haben,
umsetzt und
- E)
- anschließend das Reaktionsprodukt mit einer ringöffnenden Base in Gegenwart von
Wasser umsetzt,
mit der Maßgabe, dass bei der Umsetzung wenigstens eine der beiden Komponenten B-2) bzw.
D-2) eingesetzt wird.
Als Polycarbonsäuren der Komponente A-2 kommen beispielsweise in Frage: Oxalsäure,
Malonsäure, Bemsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, Weinsäure, Cyclohexan-1,2-dicarbonsäure,
Cyclohexan-1,3-dicarbonsäure, Cyclohexan-1,4-dicarbonsäure, 1-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureahydrid,
4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäure, 4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid, 3-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid,
Norbornan-2,3-dicarbonsäure, Norbornan-2,3-dicarbonsäureanhydrid,
5-Norbornen-2,3-dicarbonsäure, Phthalsäure, Phthalsäureanhydrid, Isophthalsäure,
Terephthalsäure, Naphthalin-1,2-dicarbonsäure.
Als Polyamine der Komponente B-2) kommen beispielsweise in Frage: Ethylendiamin, 1,2-Propylendiamin,
1,3-Propylendiamin, 1,4-Butylendiamin, 1,6-Hexamethylendiamin, Isophorondiamin,
Bis(aminocyclohexyl)methan, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Bishexamethylentriamin,
die verschiedenen Isomere von Diaminocyclohexan, Xylylendiamin, Bis-3-aminopropylether,
Bis-Aminomethyl-tricyclo[5.2.1.02,6]decan.
Als Aminocarbonsäuren der Komponente A-3) kommen beispielsweise in Frage: Alanin, Glycin,
Glutaminsäure, Asparaginsäure, oder andere natürlich vorkommende Aminosäuren, Aminopropionsäure,
Aminobuttersäure, Aminohexansäure.
Als Lactame der Komponente A-3) kommen beispielsweise in Frage:
Butyrolactam, Caprolactam, Laurinlactam.
Die Umsetzung der Komponenten A-1) (gegebenenfalls in Gegenwart von A-2) und / oder A-3))
mit Ammoniak B-1), vorzugsweise wässriger Ammoniaklösung, und gegebenenfalls den
Polyetherdiaminen B-2) und gegebenenfalls Polyaminen B-3) zu den Polycarbonsäureamid-Ammonium-Salzen
erfolgt im Temperaturbereich zwischen 5°C und 100°C, bevorzugt 20 bis
80°C. Die Dosierung der Komponente B-2) erfolgt vor, während oder nach der Umsetzung mit
Ammoniak, bevorzugt in Gegenwart von Lösungsmitteln. Geeignete Lösungsmittel sind
N-Methylpyrrolidon, Pyrrolidon, Ethylenglykol, Dimethylacetamid, Dimethylformamid, Diethylenglykol,
Triethylenglykol, Ethanol, Butanol, n-Propanol, Isopropanol, Ethoxy-Propanol,
Butoxypropanol. Besonders bevorzugte Lösemittel sind Ethylenglykol und Diethylenglykol,
Pyrrolidon und N-Methylpyrrolidon. Insbesondere bevorzugt ist Diethylenglykol.
Die Kondensation C) erfolgt vorzugsweise unter Erwärmen des nach der Umsetzung von A-1)
(gegebenenfalls in Gegenwart von A-2) und/oder A-3)) mit B-1) (und gegebenenfalls B-2) sowie
gegebenfalls B-3)) erhalten Reaktionsgemisches auf Temperaturen zwischen 70 und 200°C,
vorzugsweise 90 bis 170°C, wobei das Wasser aus der im vorangegangenen Schritt zugesetzten
Ammoniaklösung und das bei der Polykondensation gebildete Reaktionswasser abdestilliert wird.
Die Polykondensation wird bevorzugt unter vermindertem Druck im Bereich zwischen 0,1 mbar
und 800 mbar durchgeführt.
Die Umsetzung des dabei erhaltenen Polykondensats mit Aminen der Formel HNR3R4 D-1) und
gegebenfalls mit polyethergruppenhaltigen Aminen der Formel HNR5R6 D-2) erfolgt bei
Temperaturen oberhalb von 120°C, bevorzugt 120 bis 170°C. Vorzugsweise erfolgt die Umsetzung
in Gegenwart eines Lösungsmittels. Dazu eignen sich die oben bereits genannten Lösungsmittel.
Bevorzugt sind Ethylenglykol, Diethylenglykol, N-Methylpyrrolidon, Pyrrolidinon. Besonders
bevorzugt ist Diethylenglykol.
Die Umsetzung E) mit einer ringöffnenden Base erfolgt während oder nach der Dispergierung in
Wasser. Vorzugsweise wird die gelöste Schmelze des Reaktionsgemisches, das nach der
Umsetzung mit D-1) und gegebenenfalls D-2) anfällt, in Wasser bei 70 bis 140°C dispergiert und
gleichzeitig die Reaktion mit der ringöffnenden Base durchgeführt, wobei eine Dispersion des
Copolymers erhalten wird. Die Menge der Base wird vorzugsweise so gewählt, daß eine
homogene, gut rührbare Dispersion erhalten wird. Bevorzugt wird soviel ringöffnende Base
zugesetzt, dass die nach der Reaktion mit D-1) und gegebenenfalls D-2) im Copolymer noch
vorhandenen Imidstruktureinheiten hydrolysiert werden.
Die Umsetzung E) erfolgt vorzugsweise in Gegenwart von Derivaten von C1-C18-Monocarbonsäuren.
Bevorzugt ist ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen (Co)Polymere bei dem
Maleinsäure oder Maleinsäureanhydrid mit Ammoniak, gegebenenfalls in Gegenwart von
Polyethergruppen enthaltenden Diaminen umgesetzt und anschließend kondensiert wird und das
dabei erhaltene Polymer mit einem Amin der oben genannten Formel HNR3R4 und gegebenenfalls
mit einem polyethergruppenhaltigen Amin HNR5R6 umgesetzt und das Reaktionsprodukt daraus
mit einer ringöffnenden Base in Gegenwart von Wasser und gegebenenfalls einer C1-C18- Monocarbonsäure
umgesetzt wird.
Besonders bevorzugt werden zur Herstellung der erfindungsgemäßen Produkte mehr als
95 Gew.-%, insbesondere mehr als 98 Gew.-% an Bausteinen verwendet, die aus der Gruppe
Maleinsäureanhydrid, Maleinsäure, Fumarsäure, Ammoniak, polyethergruppenhaltigen Diaminen
mit einem mittleren Molekulargewicht von 200 bis 6 000 g/mol, Aminen der Formel HNR3R4 und
polyethergruppenhaltigen Aminen der Formel HNR5R6 ausgewählt sind.
Bei Mitverwendung von polyetherhaltigen Diaminen in Schritt B-2) kommt es vorzugsweise zu
einer Polymerstruktur, bei der einzelne oder mehrere Einheiten der Formel I über
Polyethereinheiten miteinander verbunden sind, oder zu einem blockartigen Aufbau, wobei die
Verknüpfung sowohl beidseitig über eine Carbonsäureamidbindung (Kopf-Kopf-Verknüpfung)
oder beidseitig im Sinne einer Michael-Additon an noch vorhandene Doppelbindungen in
Maleinsäure-Einheiten (Schwanz-Schwanz-Verknüpfung) oder über eine Mischung beider
Bindungsarten (Kopf-Schwanz-Verknüpfung) erfolgen kann. Die Gruppen I können dabei die
Orientierung in der Hauptkette der Copolymers wechseln. Durch Verwendung zusätzlicher
Komponenten (in A-2) und/oder A-3) und/oder B-3)) entstehen zum Beispiel zweiwertige
Brückenglieder V innerhalb der Polymerkette.
Bevorzugte polyethermodifizierte Polymere nach Ausführungsform A1 besitzen als Gewichtsmittel
durch Gelpermeationschromatographie (kalibriert mit Polystyrol) bestimmte Molekulargewichte von
500 bis 30.000, vorzugsweise 1.000 bis 20.000, insbesondere 1.000 bis 10.000 g/mol. Die
Struktureinheiten sind vorzugsweise alternierend, blockartig oder statistisch verteilt angeordnet.
Die Polymere können auch Verzweigungsstellen enthalten, die zum Beispiel im Falle von
Maleinsäureanhydrid durch Einbau von Iminodisuccinatresten oder durch Einbau von Nitrilotrisuccinatresten
oder bei Mitverwendung von Tri- bzw. Tetracarbonsäuren oder durch Michael-Addition
von Polyaminen an die Doppelbindung von Maleinsäureimid-Endgruppen und weitere
Reaktion des dabei gebildeten sekundären Amins entstehen können. Besonders bevorzugt sind jedoch
Produkte, die in Wasser löslich oder homogen dispergierbar sind. Vernetzte Produkte sind für den
erfindungsgemäßen Einsatz als Lederhilfsmittel nicht bevorzugt. Im Falle verzweigter Strukturen sind
solche Copolymere bevorzugt, die einen Anteil < 5 Mol % (bezogen auf Struktureinheiten I) an
verzweigten Strukturen aufweisen, um eine ausreichende Löslichkeit oder Mischbarkeit mit Wasser
zu gewährleisten. Allerdings ist es gegebenenfalls möglich, durch Mitverwendung von monofunktionellen
Verbindungen bei der Kondensationsreaktion die Molmassen so zu reduzieren, dass
auch ein höherer Anteil an Verzweigungen zugänglich wird. Geeignete monofunktionelle Verbindungen
zur Regelung der Molmassen sind Monocarbonsäuren wie zum Beispiel Ameisensäure,
Essigsäure, Propionsäure, Benzoesäure, Cyclohexancarbonsäure, Stearinsäure, oder Monoamine, wie
zum Beispiel Butylamin, Dibutylamin, Aminoethanol, Hexylamin, Dodecylamin, Hexadecylamin,
Octadecylamin, Octadecenylamin, sowie die oben genannten monofunktionellen Polyetheramine.
Gemäß der bevorzugten Ausführungsform A 1 ist ein Verfahren zur Herstellung der polyethermodifizierten
Polymere besonders bevorzugt, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Maleinsäure
bzw. Maleinsäureanhydrid A-1) - oder gegebenenfalls dessen Gemische mit anderen Dicarbonsäuren,
Tricarbonsäure(anhydride)n und/oder Tetracarbonsäure(bisanhydride)n aus der Gruppe von
Bausteinen, die zu den dreiwertigen Resten W in Formel führen (ebenfalls Verfahrenskomponente A-1)
- in Gegenwart eines Lösemittels wie Diethylenglykol, Ethylenglykol, Propylenglykol, N-Methylpyrrolidon,
Pyrrolidon mit Ammoniak und einem diaminofunktionellen Polyether B-2) mit einem
mittleren Molekulargewicht von 200 bis 6 000 g/mol gleichzeitig oder nacheinander im Temperaturbereich
zwischen 5°C und 100°C umsetzt, das erhaltene Reaktionsgemisch unter Wasserabspaltung
im Vakuum bei Temperaturen zwischen 80°C und 200°C, vorzugsweise 80°C bis 160°C, kondensiert
und das erhaltene polyethermodifizierte Polysuccinimid in einem Lösemittel mit primären Aminen
mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen D-1) und gegebenenfalls monofunktionellen Polyetheraminen D-2),
die vorzugsweise eine mittlere Molmasse von 600 bis 4000 g/mol aufweisen, oberhalb von 120°C,
bevorzugt 120°C bis 170°C, umsetzt, anschließend in Gegenwart einer Base, vorzugsweise einem
wasserlöslichen Amin, insbesondere einem Alkanolamin, und/oder Natronlauge, in Wasser bei
Temperaturen von 70°C bis 140°C dispergiert (Verfahrensschritt E), so dass alle noch vorhandenen
Succimid-Gruppen unter Ringöffnung abreagieren, den pH-Wert mit einer Base auf Werte von 7 bis
11 einstellt, das Produkt einer Bleiche mit Wasserstoffperoxid bei einer Temperatur von 30°C bis
90°C unterzieht und gegebenenfalls noch vorhandene Reste von Wasserstoffperoxid mit einem
Reduktionsmittel, insbesondere einer Enzymformulierung, die zum Abbau von Wasserstoffperoxid-Resten
geeignet ist, vorzugsweise einer Catalase-Formulierung, behandelt.
In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform A1 werden Maleinsäure bzw. Maleinsäure-anhydrid
mit Ammoniak und den Polyethergruppen enthaltenden Diaminen B-2) (nachfolgend kurz
"Polyetherdiamin" genannt) umgesetzt und das Reaktionsgemisch anschließend unter
Wasserabspaltung kondensiert. Dabei ist es besonders vorteilhaft, Maleinsäure(anhydrid) zunächst
mit Ammoniak und mit dem Polyetherdiamin B-2) in einem Temperaturbereich zwischen 5°C und
100°C umzusetzen, und anschließend das Reaktionsgemisch thermisch in ein Polysuccinimid-Einheiten
enthaltendes Polykondensat zu überführen. Es ist bevorzugt, die Umsetzung mit Ammoniak
und dem Aminogruppen enthaltendem Polyether nacheinander durchzuführen, wobei die Reihenfolge
davon abhängt, ob ein homogenes Reaktionsgemisch erhalten wird. Es kann vorteilhaft sein, die
Umsetzung mit dem Polyetherdiamin B-2) zuerst durchzuführen und ein Lösemittel zuzusetzen, um
ein homogenes Reaktionsgemisch zu erzielen und das Reaktionsprodukt anschließend mit wässrigem
Ammoniak umzusetzen. Nach der Polykondensation enthält das Copolymer überwiegend Succinimid-Struktureinheiten,
Amidgruppen und gegebenenfalls noch freie Carboxylgruppen, die in Form der
Ammoniumsalze oder der Polyetheraminsalze vorliegen können. Das erhaltene Polysuccinimidgruppen
enthaltende Polykondensat wird bevorzugt mit einem C1-C60-Alkylamin D-1),
insbesondere einem C8-C60-Alkylamin, besonders bevorzugt einem C12-C30-Alkylamin, gegebenenfalls
in Gegenwart von einem monofunktionellen Polyetheramin D-2), umgesetzt und anschließend in
Gegenwart einer Base in Wasser dispergiert. Anschließend wird nach pH-Einstellung auf einen pH-Wert
zwischen 6 und 10 mit Wasserstoffperoxid gebleicht und überschüssiges Oxidationsmittel
mittels eines Reduktionsmittels entfernt.
Dieses Herstellungsverfahren ist in folgendem Reaktionsschema vereinfacht und anhand konkreter
Einsatzstoffe dargestellt:
Die Umsetzung von Polysuccinimid mit Aminen ist im Prinzip bekannt; vgl. z.B. DE-OS 2 253 190,
EP-A 274 127, EP-A 406 623 und EP-A 519 119, US-A 3 846 380, US-A 3 927 204 und US-A
4 363 797; P. Neri et al., Macromol. Syntheses 8, 25. Die Umsetzung der polyethermodifizierten
Polysuccinimide wird vorzugsweise in organischen Lösungsmitteln durchgeführt. Als solche eignen
sich beispielsweise Lactame wie Caprolactam, N-Methylpyrrolidon, N-Methylcaprolactam,
Polyalkylendiole und deren Mono- und Diether, wie Ethylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol,
Ethylenglykoldimethyl- und -diethylether und Diethylenglykolmonoethylether, sowie
Pyrrolidinon, N-Methyl-pyrrolidinon, Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid. Bevorzugte Lösemittel
sind Diethylenglykol, Ethylenglykol und Pyrrolidinon. Der Lösungsmittelgehalt wird in der
Regel 30 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Reaktionsmischung, nicht überschreiten.
Die Reaktion mit Aminen HNR3R4 und gegebenenfalls mit monofunktionellen Amino-Polyethern
HNR5R6 wird in einem Temperaturbereich von 100°C bis 180°C, bevorzugt von 120 bis 150°C
durchgeführt, wobei die Reaktionszeiten im Allgemeinen von 3 bis 24 Stunden, vorzugsweise 4 bis
8 Stunden, liegen.
Aus dem Succinimidgruppen enthaltenden Polykondensat lassen sich die erfindungsgemäßen
polyethermodifizierten (Co)Polymere durch Öffnung der verbliebenen eingebauten Succinimidringe
mittels Basen und Wasser herstellen. Als ringöffnende Basen kommen vorzugsweise Alkalihydroxide,
-carbonate und -hydrogencarbonate, insbesondere Natrium- und Kaliumhydroxid und
Natriumcarbonat, sowie Ammoniak und Amine- einschließlich der als Reaktanden dienenden
Amine - in Frage.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform A 2 ist ein Verfahren zur Herstellung der polyethermodifizierten
Polymere besonders bevorzugt, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man
Maleinsäure bzw Maleinsäureanhydrid A-1) - oder gegebenenfalls dessen Gemische mit anderen
Dicarbonsäuren, Tricarbonsäure(anhydride)n und/oder Tetracarbonsäure(bisanhydride)n aus der
Gruppe von Bausteinen, die zu den dreiwertigen Resten W in Formel führen (ebenfalls
Verfahrenskomponente A-1) ― mit wässriger Ammoniaklösung, vorzugsweise im Molverhältnis von
Summe der Komponenten A-1) zu Ammoniak = 1 : 0,5 bis 1 : 2, und vorzugsweise in Gegenwart der
bereits genannten Lösemittel, umsetzt und anschließend unter Abdestillieren von Wasser im Vakuum
bei Temperaturen zwischen 80°C und 200°C, bevorzugt von 80°C bis 160°C kondensiert, das dabei
entstehende Polysuccinimidgruppen enthaltende Polykondensat mit den Aminen HNR3R4 und
monofunktionellen Aminopolyether HNR5R6 oberhalb von 120°C, vorzugsweise von 120°C bis
180°C, bevorzugt 120°C bis 160°C, umsetzt und das erhaltene Reaktionsgemisch anschließend mit
ringöffnender Base unter gleichzeitiger Dispergierung in Wasser umsetzt. Für die Umsetzung mit den
Aminen HNR3R4 und monofunktionellen Aminopolyethern HNR5R6 ist eine Reaktionszeit von 3 bis
24, vorzugsweise von 4 bis 8 Stunden in der Regel ausreichend. Vorteilhaft ist die Mitverwendung
eines organischen Lösungsmittels, damit die Mischung rührbar bleibt. Durch Reaktion der
verbliebenen Succinimidringe im Polykondensat mit ringöffenender Base und Wasser werden die erfindungsgemäßen
polyethermodifizierten Copolymere erhalten. Bevorzugt ist die Ringöffnung durch
gleichzeitige Zugabe von Wasser und Base zu der Schmelze beziehungsweise der Lösung des
Polymeren bei 70°C bis 140°C. Anschließend wird nach pH-Einstellung auf einen pH-Wert zwischen
6 und 10 mit Wasserstoffperoxid gebleicht und überschüssiges Oxidationsmittel mittels eines
Reduktionsmittels entfernt.
Die Erfindung betrifft weiterhin die nach den erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen
(Co)Polymere.
Die erfindungsgemäßen polyethermodifizierten Polymere, insbesondere Polyasparaginsäureamide,
sind vorzugsweise selbstdispergierend. Es können aber auch externe Dispergatoren verwendet
werden; als solche kommen prinzipiell kationische, anionische und nichtionische Dispergatoren in
Frage, wie sie z.B. in "Methoden der organischen Chemie" (Houben-Weyl), 4. Auflage, Band XIV/1,
Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1961, S. 190 f. beschrieben sind.
Bevorzugte Dispergatoren umfassen beispielsweise C8-C18-n-Alkylsulfate, C8-C18-n-Alkylbenzolsulfonate,
C8-C18-n-Alkyl-trimethyl-ammoniumsalze, n-Di-C8-C18-alkyl-dimethylammoniumsalze,
C8-C18-n-Alkyl-carboxylate, C8-C18-n-Alkyl-dimethylaminoxide, C8-C18-n-Alkyldimethylphosphinoxide
und - vorzugsweise - Oligoethylenglykol-mono-C6-C18-alkylether mit
durchschnittlich 2 bis 30 Ethoxygruppen pro Molekül. Die n-Alkylreste können auch durch teilweise
ungesättigte lineare aliphatische Reste ersetzt sein. Besonders bevorzugte Dispergatoren sind Oligoethylenglykolmono-C10-C14-alkylether
mit durchschnittlich 4 bis 12 Ethoxygruppen pro Molekül,
insbesondere Oligoethylenglykol-mono-C12-alkylether mit durchschnittlich 8 Ethoxygruppen pro
Molekül.
Bevorzugte Dispergatoren umfassen weiterhin Ölsäure, Ölsäuresarcoside, Ricinolsäure, Stearinsäure,
Fettsäurepartialester von Polyolen wie Glycerin, Trimethylolpropan oder Pentaerythrit und deren
Acylierungs-, Ethoxylierungs- und Propoxylierungsprodukte, z.B. Glycerinmonostearat und
-monooleat, Sorbitanmonostearat und -monooleat, Sorbitantristearat und -trioleat und deren Umsetzungsprodukte
mit Dicarbonsäureanhydriden wie Bernsteinsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid,
Phthalsäureanhydrid oder Tetrahydrophthalsäureanhydrid, Umsetzungsprodukte aus Bis-(hydroxymethyl)-tricyclodecan
und Maleinsäureanhydrid oder Bernsteinsäureanhydrid und deren Derivate,
vorzugsweise in Form ihrer Alkali- oder Ammoniumsalze.
Besonders bevorzugte Dispergatoren sind Salze aus langkettigen Fettsäuren, vorzugsweise aus
Ölsäure und einem Aminoalkohol, vorzugsweise Hydroxyethylamin, Bishydroxyethylamin oder
Trishydroxyethylamin.
Zur Herstellung einer wässrigen Dispersion ist es im Allgemeinen zu empfehlen, den Dispergator vor,
während oder nach der Dispergierung zum Reaktionsgemisch unter Rühren bei Temperaturen von
70°C bis 140°C zu dosieren. Es ist auch möglich, das Reaktionsgemisch in einer wässrigen
Dispergatorlösung zu dispergieren.
Der Dispergatorgehalt beträgt im Allgemeinen nicht mehr als 30, vorzugsweise 3 bis 15 Gew.-%,
bezogen auf fertige Dispersion.
Der Festgehalt der Dispersionen beträgt vorzugsweise 5 bis 60 Gew.-%, besonders bevorzugt 10 bis
40 Gew.-%. Die mittlere Teilchengröße der dispergierten Polyasparaginsäureamide beträgt im
Allgemeinen 50 bis 1000, vorzugsweise 50 bis 700 und insbesondere 80 bis 400 nm. Der pH-Wert
während der Dispergierung wird vorzugsweise zwischen 5 und 11, besonders bevorzugt 6 bis 10,
eingestellt.
Um das Eindringen der Hilfsmittel in das Leder zu erleichtern, kann es wünschenswert sein, die
Teilchengröße der dispersen Phase zu verringern. Dazu kann eine bereits erhaltene Voremulsion
unter hohem Schergefälle in bekannten Dispergiermaschinen wie Strahldispergatoren mit geeigneten
Düsen, Hochdruckemulgiermaschinen oder Mischern mit Rotor-Stator-Prinzip nachbehandelt
werden. Es ist auch möglich die Dispersion in situ in den Kammern oder Düsen der erwähnten Geräte
zu erzeugen. Die Dispergierdauer kann zwischen wenigen Minuten bis zu 4 Stunden betragen. Die
Dispergierung wird vorzugsweise in einem Temperaturbereich zwischen 20 und 75°C durchgeführt.
Die Erfindung betrifft daher weiterhin wässrige Dispersionen enthaltend das erfindungsgemäße
Polymer, vorzugsweise mit Feststoffgehalten von 10 bis 60 Gew.-%. Die Dispersionen mit einem
Feststoffgehalt unterhalb von 35 Gew.-% liegen meist in Form von dünnflüssigen Emulsionen vor.
Der pH-Wert der Dispersionen liegt vorzugsweise bei 4,5 bis 12, vorzugsweise im pH-Bereich von
4,5 bis 10, insbesondere bei 5 bis 8.
Weiterhin ist es im Rahmen der Erfindung vorteilhaft, die erhaltenen Dispersionen einer Bleiche zu
unterziehen. Die Bleiche kann oxidativ oder reduktiv durchgeführt werden. Bevorzugt ist die
oxidative Bleiche. Als Oxidationsmittel eignen sich Wasserstoffperoxid oder Alkali― oder
Ammonium-Persulfat in wäßriger Lösung. Die Bleiche kann im Temperaturbereich zwischen 20 und
90°C, bevorzugt zwischen 30 und 60°C durchgeführt werden. Nicht verbrauchtes Bleichmittel wird
anschließend mit einem Reduktionsmittel zerstört. Als Reduktionsmittel eignen sich beispielsweise
Natriumhydrogensulfit-Lösung, oder peroxid-zersetzende Enzymformulierungen wie BAYLASE®
EPK (Produkt der BAYER AG). Die Zersetzung von Resten des Oxidationsmitels wird vorteilhaft bei
Temperaturen zwischen 20 und 45°C im pH-Bereich zwischen 5 und 8 durchgeführt.
Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung des erfindungsgemäßen Polymeren zur
Behandlung von Leder und dessen Vorstufen aus den Lederherstellungsprozessen. "Vorstufen aus
den Lederherstellungsprozessen" im Sinne dieser Definition sind beispielsweise Rohhäute,
Blößenmateiral, wet white, wet blue sowie alle Substrate, die während der Nachgerbung, Färbung
und Fettung im Gerbfaß bis zum fertigen Crust vorliegen. Bevorzugte Substrate sind Wet blue oder
Wet white. Bevorzugt ist die Behandlung von wet white und wet blue in allen Phasen des
Lederherstellungsprozesses bis zum Crustleder. Insbesondere während oder im Anschluss an eine
Gerbung mit Mineralgerbstoffen, Vegetabilgerbstoffen und Syntanen werden die erfindungsgemäßen
(Co)Polymere vorteilhaft eingesetzt. Unter Wet white sind Leder zu verstehen, die
mittels chromfreier Gerbverfahren erhalten wurden und eine Schrumpftemperatur von mehr als
60°C aufweisen und auf Falzmaschinen verarbeitbar sind. Als Gerbstoffe seien in diesem Fall
genannt: Titan-, Zirkonium-, Eisen-, Aluminium-Gerbstoffe, Aldehyde, Isocyanate, blockierte
Isocyanate, Epoxide, Oxazolidine usw.
Bei der Behandlung mit den erfindungsgemäßen Verbindungen wird das Leder vorzugsweise mit
einer wässrigen Flotte, die diese Verbindungen enthält, durch Auftrag mittels Walzen oder in einem
Behälter, vorzugsweise in einem Gerbfass, in Kontakt gebracht. Nach der Behandlung wird das Leder
im Allgemeinen angesäuert und getrocknet.
Die einzelnen Verfahrensschritte sollen - ohne Einschränkung der Verwendbarkeit bei anderen
Substraten - am Beispiel von wet blue (chromgegerbten Häuten) verdeutlicht werden:
1. Neutralisieren des wet blue-Materials 2. Waschen 3. Zugabe der Flotte, enthaltend das erfindungsgemäße polyethermodifizierte Polymer, und
Behandlung bis zur vollständigen Auszehrung der Flotte. Die Flotte kann weitere übliche
Produkte wie Gerbststoffe, Nachgerbstoffe, Farbstoffe, Fettungsmittel, Hydrophobiermittel
und Hilfsmittel enthalten, je nach gewünschtem Lederartikel. 4. Verminderung des pH-Wertes durch Zugabe einer Carbonsäure auf pH-Werte < 4,5,
vorzugsweise auf 3,0 bis 4,5 5. Waschen 6. Trocknen.
In einer besonderen Ausführungsform kann man auch Leder nachträglich mit einer Dispersion
behandeln, die die erfindungsgemäß zu verwendenden polyethermodifizierten Polymere enthält.
In der Flotte, die das erfindungsgemäße Polymer enthält oder getrennt davon können andere
Hilfsmittel mitverwendet werden. Dazu gehören beispielsweise: polymere Nachgerbstoffe auf Basis
von bekannten Polyacrylat-Dispersionen, Lederfarbstoffe, Vegetabilgerbstoffe, Syntane,
Fettungsmittel, Neutralöle, Hydrophobiermittel. Es können nur solche Kombinationen angewendet
werden, die mit den Dispersionen der erfindungsgemäßen polyethermodifizierten Polymeren
kompatibel sind. Die Anwendung von Zusätzen mit einer anionischen Ladung ist in der Regel unproblematisch
bei einem Flotten-pH von 6 bis 4,5. Diese Zusätze können besonders vorteilhaft aber
auch vor oder nach der Anwendung der erfindungsgemäß zu verwendenden Polymeren eingesetzt
werden.
Geeignete Vegetabilgerbstoffe sind z.B. Kastanien-Extrakte, Mimosa, Quebracho usw.
Geeignete Syntane sind zum Beispiel dem Fachmann bekannte synthetische organische Gerbstoffe (s.
K. Faber, "Gerbmittel, Gerbung und Nachgerbung", Frankfurt 1984).
Geeignete Fettungsmittel sind beispielsweise oxidierte und/oder sulfoxidierte, vorzugsweise
halogenfreie C16-30-Kohlenwasserstoffeund/oder C32-100-Wachse, mit C8-30- Alkoholen teilveresterte
C2-54-Polycarbonsäuren wie Citronensäureoctadecylester, Glutarsäuremonooleat, mit C12-24-Fettsäuren
zumindest teilweise veresterte C2-54-Polyole wie Sorbitan-, Glycerin-, Trimethylolpropan-,
Pentaerythritmonostearat, -monooleat, -distearat, -dioleat, -monolaurat usw.
Geeignete Neutralöle sind beispielsweise tierische und/oder pflanzliche Fette und Öle wie Klauenöl,
Fischöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Kokosöl, Palmkernöl, Sojaöl, vorzugsweise nicht halogenierte
Fettsäureester, Ölsäuremethylester, Paraffinöl, Talg.
Geeignete Hydrophobiermittel sind Silicon-Emulsionen, Perfluoralkylgruppen enthaltende
Polymerdispersionen einschließlich Perfluoralkylgruppen enthaltende Polyurethane. Hier sei auf die
Literatur verwiesen (s. M. Hollstein "Entfetten, Fetten und Hydrophobieren bei der
Lederherstellung", Frankfurt, 1988; Ullmann's Encyclopädie der technischen Chemie, Stichwort
Leder).
Die erfindungsgemäßen Polymere ergeben auch ohne weitere Hilfsmittel der oben genannten
Kategorien einen angenehm weichen Griff. Außerdem ist es überraschend, dass die färberischen
Eigenschaften und die Egalität verbessert werden und die Leder gleichzeitig eine sehr hohe Fülle
besitzen.
Zur Fixierung der erfindungsgemäßen polyethermodifizierten Polymere genügt eine Verminderung
des pH-Werts durch Zugabe einer Carbonsäure. Die Flottenauszehrung ist in der Regel so gut, dass
eine Zugabe der Säure in das Fass auch ohne Ablassen der Flotte möglich ist. Bevorzugte pH-Werte
sollten kleiner als 4,5 sein, um eine ausreichende Fixierung im Leder zu erreichen. Besonders
bevorzugt ist der Bereich von 3,0 bis 4,5.
Statt einer Fixierung mit einer Carbonsäure kann auch durch Zugabe von polyvalenten
Metallverbindungen, wie Aluminium-, Titan-, Zirkon- oder Chromsalzen oder -Carboxylaten oder -
Alkoxiden in der Flotte fixiert werden.
Zur Erzielung einer optimalen Wirkung werden erfindungsgemäß vorzugsweise bis zu 15 Gew.-%,
vorzugsweise bis zu 7 Gew-%, an Wirksubstanz, bezogen auf Falzgewicht eingesetzt. Der pH-Wert
der Flotte beträgt zu Beginn der Behandlung vorzugsweise 5 bis 7. Der pH-Wert kann gegebenenfalls
durch Zusatz von Basen wie Ammoniak korrigiert werden. Die Behandlung erfolgt vorzugsweise bei
einer Temperatur zwischen 20 und 80°C, vorzugsweise bei 35 bis 60°C. Nach der Behandlung stellt
sich in der Flotte im Allgemeinen ein pH-Wert von etwa 4 bis 6 ein. Beispielsweise durch Zugabe
einer Carbonsäure kann der pH-Wert auf 3 bis 4,5 vermindert werden. Bevorzugte Carbonsäure zur
Ansäuerung ist Ameisensäure.
Die erfindungsgemäße Verwendung der polyethermodifizierten Polymere liefert egal gefärbte, sehr
weiche Leder mit besonders hoher Fülle und verminderter Wasseraufnahme. Falls besondere
Anforderungen bezüglich der weichmachenden Wirkung bestehen, können zusätzliche polymere
Fettungsmittel, beispielsweise fettmodifizierte Aminocarbonsäure-Derivate (beispielsweise
LEVOTAN® L, Handelsprodukt der Bayer AG) oder hydrophob modifizierte Polyacrylat-Dispersionen
(beispielsweise Lubritan® WP, Handelsprodukt von Rohm and Haas) eingesetzt
werden. Eine bevorzugtes Fettungsmittel auf Polyacrylat-Basis ist auch XERODERM® P-AF
(Handelsprodukt der BAYER AG).
Bei höheren Anforderungen an die Hydrophobwirkung ist es möglich, eine abschließende
Hydrophobierung mit Silicon-Wirkstoffen oder Fluorcarbonharzen durchzuführen. Diese Wirkstoffe
sind dem Fachmann bekannt und können nach einer Laufzeit der Flotte von vorzugsweise 30 Minuten
in das gleiche Fass dosiert werden. Bevorzugt sind üblicherweise anionische Wirkstoffe, da sie mit
den Dispersionen der erfindungsgemäß zu verwendenden polyethermodifizierten Polyasparaginsäureamide
gut verträglich sind. Besonders gute Resultate hinsichtlich der
Hydrophobwirkung werden beispielsweise mit Silicon-Emulsionen erzielt (beispielsweise
XERODERM® S-AF, Produkt der BAYER AG). Es ist aber auch möglich, andere handelsübliche
Silicon-Emulsionen mit den erfindungsgemäßen Produkten zu kombinieren.
Die Erfindung betrifft weiterhin Leder, enthaltend die erfindungsgemäßen Polymere.
Die Prozentangaben der nachfolgenden Beispiele beziehen sich, sofern nicht anders angegeben,
jeweils auf das Gewicht; Teile sind Gewichtsteile.
Herstellungsbeispiele
Beschreibung spezieller Rohstoffe
| RESPUMIT® S |
Entschäumer, siliconhaltige Emulsion, Bayer AG |
| BAYLASE® EPK |
enzymatisches Reduktionsmittel, BAYER AG |
| Armeen® HT |
hydriertes Talgfettamin; C16 / C18-Alkylamin-Gemisch mit primären Aminogruppen; Fa. Akzo |
| Polyether 1 |
JEFFAMINE® D-2000, Fa. Huntsman α,ω-Bis(2-aminopropyl)poly(oxypropylen), mittlere Molmasse ca.2000 g/mol, N-Gehalt = 1,41 Gew.-% |
| Polyether 2 |
JEFFAMINE® XTJ 506 (M-1000), Fa. Huntsman α-Methyl-ω-(2-aminopropyl)poly(oxypropylen-co-oxyethylen) mittlere Molmasse ca.1000 g/mol, EO/PO =19/3, N-Gehalt = 1,36 Gew.-% |
| Polyether 3 |
JEFFAMINE® XTJ 505 (M-600), Fa. Huntsman α-Methyl-ω-(2-aminopropyl)poly(oxypropylen-co-oxyethylen) mittlere Molmasse ca.600 g/mol, EO/PO = 1/9, N-Gehalt = 2,31 Gew.-% |
| Polyether 4 |
JEFFAMINE® XTJ 507 (M-2005), Fa. Huntsman α-Methyl-ω-(2-aminopropyl)poly(oxypropylen-co-oxyethylen) mittlere Molmasse ca.2000 g/mol, EO/PO = 6/39, N-Gehalt = 0,69 Gew.-% |
Verwendete Hilfsmittel in den Anwendungsbeispielen:
| TANIGAN® WLF |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren; Synthetischer Gerbstoff, Bayer AG |
| TANIGAN® BN |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren; |
| |
Synthetischer Gerbstoff , Bayer AG; |
| BAYKANOL® SL |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren; Synthetisches Färbereihilfsmittel , Bayer AG; |
| RETINGAN® RD fl. |
Formaldehyd-Kondensationsprodukt; Harzgerbstoff, Bayer AG; |
| Lubritan® GX |
Polymer-Nachgerbstoff mit weichmachenden Eigenschaften, Rohm and Haas; |
| BAYKANOL® Licker CAR |
Synthetisches Fettungsmittel; Produkt der Bayer AG; |
| BAYGENAL® Grau L-NG |
Farbstoff; Bayer AG |
| TANIGAN® AN |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren und Ligninsulfonat; Synthetischer Gerbstoff, Bayer AG; |
| TANIGAN® PAK-S |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren; Synthetisches Gerbereihilfsmittel, Bayer AG; |
| RETINGAN® R 7 |
Formaldehyd-Kondensationsprodukt mit Dicyandiamid; Harzgerbstoff, Bayer AG; |
| LEVOTAN® C |
Polymerer Nachgerbstoff, Bayer-AG; |
| BAYKANOL® Licker PAN |
Weichmachendes Fettungsmittel auf Basis von Marinen Ölen; Bayer AG; |
| BAYKANOL® Licker NB |
Synthetisches Fettungsmittel; Bayer AG; |
| BAYGENAL® Braun CGG |
Farbstoff; Bayer AG; |
| BAYGENAL® |
Rotbraun L-N Farbstoff; Bayer AG; |
| TANIGAN® F |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren und Ligninsulfonat; Synthetischer Gerbstoff, Bayer AG; |
| TANIGAN® OS |
Kondensationsprodukt aus aromatischen Sulfonsäuren; Synthetischer Gerbstoff, Bayer AG; |
| XERODERM® P-AF |
Polymeres Fettungsmittel, Bayer-AG; |
| XERODERM® S-AF |
Siliconhaltiges Hydrophobiermittel; Bayer AG; |
Beispiel 1:
Molverhältnis MSA : Polyether 1 : NH3 : Fettamin = 1 : 0,1 : 1 : 0,25
In einem Rührreaktor werden 195,0 g Diethylenglykol vorgelegt. Bei Raumtemperatur werden
unter Rühren 245,1 g Maleinsäureanhydrid (2,5 mol) eingetragen und die Mischung bis zum
Einsetzen der exothermen Reaktion auf 65°C erwärmt. Anschließend werden bei 60°C 500,0 g
(0,25 mol) Polyether 1 unter Kühlung zudosiert, so dass die Temperatur im Bereich 50 bis 70°C
bleibt. Danach werden 170,0 g (2,5 mol) Ammoniakwasser 25 % innerhalb von 2,5 Stunden unter
Kühlung zwischen 50 und 60°C zudosiert. Es wird 1 Stunde bei 70°C nachgerührt.
Der Reaktor wird anschließend schrittweise bis auf 200 mbar evakuiert und unter gleichzeitiger
Destillation von Wasser weiter erhitzt, bis eine Sumpftemperatur von 130-140°C erreicht wird und
kein Reaktionswasser mehr übergeht.
Bei 140°C werden unter Stickstoff 168,5 g (0,625 mol) Armeen HT, das zuvor bei 80°C
aufgeschmolzen wurde, zugegeben. Es wird 7 Stunden bei 135-140°C gerührt. Dann werden 42,0 g
Ölsäure zugegeben, 15 Minuten nachgerührt und dann beginnend bei 125°C und höchster
Rührstufe eine Lösung aus 2000 g Wasser und 18,0 g Ethanolamin innerhalb von 90 Minuten
zudosiert. Nach Start des Zulaufs der Ethanolamin-Lösung werden 80 g Natronlauge 50 % parallel
in 10 Minuten zugegeben. Man erhält eine braune Dispersion. Während der Dispergierung fällt die
Innentemperatur auf 85°C. Nach Abkühlen auf 65°C werden 0,5 g eines Entschäumers
(RESPUMIT S) zugegeben. Bei reduzierter Rührgeschwindigkeit werden 100,0 g Wasserstoffperoxid
35 % innerhalb von 20 Minuten bei 60-70°C zudosiert. Es wird 4 Stunden bei 65°C
gerührt und anschließend auf 30-38°C abgekühlt. Bei 30-38°C werden 1,0 g RESPUMIT S und
anschließend 3,0 g BAYLASE EPK in 2 Portionen zugegeben. Es wird 3 Stunden bei 35°C
nachgerührt, unter 30°C abgekühlt und über ein 100 µm-Filter abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 30,7 Gew.-% |
| Aspekt: | gelbe Dispersion |
| pH-Wert: | 7,78 (verdünnt 1 : 4 (c=20 %), potentiom.) |
| Viskosität (20°): | 40,3 Sekunden (Fordbecher, Düse 4 mm) 510 mPas bei 20°C, D = 100 sec-1 |
| mittlere Teilchengröße: | d50 = 140 nm (Coulter LS 230) |
| Mw (GPC) | 11200 g/mol |
Herstellung von Vorprodukt A für Beispiele 2 und 3:
Molverhältnis MSA : Ammoniak : Fettamin = 1 : 1,2 : 0,15
Analog zu den Bedingungen von Beispiel 1 wird Vorprodukt A hergestellt:
Vorlage: 390,0 g Diethylenglykol Zugabe 1: 490,3 g (5 mol) Maleinsäureanhydrid, anschließend Zugabe 2: 408,0 g (6 mol) Ammoniakwasser (25 %) in 3 Stunden bei 50-60°C.
Danach wird 1 Stunde bei 70°C nachgerührt. Danach erfolgt Vakuumdestillation (max. 200 mbar)
bis Sumpftemperatur 140°C erreicht ist und kein Wasser mehr abdestilliert. Dann erfolgt bei
140°C Zugabe 3: 202,2 g (0,75 mol) Armeen HT, das zuvor bei 80°C geschmolzen wurde. Der
Ansatz wird 3 Stunden bei 140°C gerührt. Man erhält 1094,5 g einer rotbraunen Schmelze, die
ausgetragen und nach dem Abkühlen zerkleinert wird. Äquivalentgewicht, bezogen auf Monomereinheit
Maleinsäureanhydrid = 218,9 g (1 mol MSA entspricht = 218,9 g Vorprodukt A).
Beispiel 2
Molverhältnis MSA : NH3 : Fettamin : Polyether 2 = 1 : 1,2 : 0,15 : 0,35
109,45 g des oben beschriebenen Vorprodukt A (0,5 mol) werden bei 140°C vorgelegt. Dann
werden 175 g (0,175 mol) einer auf 80°C temperierten Schmelze von Polyether 2 zugegeben. Der
Ansatz wird weitere 4 Stunden bei 140°C gerührt und dann auf 115°C abgekühlt. Dann werden
14,25 g Ölsäure zugegeben, 5 Minuten verrührt, und beginnend bei 115°C und höchster
Rührerdrehzahl eine Lösung von 465 g Wasser und 6,1 g Ethanolamin innerhalb von 60 Minuten
zudosiert, wobei der Ansatz auf 65°C abgekühlt wird. Nach Zugabe von 0,5 g RESPUMIT S
werden bei 65°C 20,0 g Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von 10 Minuten zugegeben. Es wird 4
Stunden bei 65°C nachgerührt und anschließend auf 35°C abgekühlt. Bei 35°C werden 0,2 g
RESPUMIT S und 1,5 g BAYLASE EPK in 2 Portionen innerhalb von 30 Minuten zudosiert.
Nach beendeter Zugabe wird 3 Stunden bei 25-35°C nachgerührt und dann über 100 µm-Filter
abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 34,6 Gew.-% |
| Aspekt: | hellbraune Lösung |
| pH-Wert: | 6,23 (verdünnt 1 : 4 (c=20%), potentiom.) |
| Viskosität (20°): | 16 Sekunden (Fordbecher, Düse 4mm), 59 mPas (100 s-1, 20°C) |
Beispiel 3:
Molverhältnis MSA : NH3 : Fettamin : Polyether 3 = 1 : 1,2 : 0,15 : 0,15
Analog Beispiel 2 werden 109,45 g Vorprodukt A (0,5 mol) mit 45 g (0,075 mol) Polyether 3 bei
140°C 4 Stunden umgesetzt. Nach Abkühlen auf 65°C werden 8,4 g Ölsäure zugegeben und eine
Lösung von 280 g Wasser und 3,6 g Ethanolamin innerhalb von 60 Minuten zudosiert. Es wird
10 Minuten nachgerührt. Dann werden bei 65°C 20,0 g Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von
10 Minuten zugegeben. Der Ansatz wird 3 Stunden bei 65°C gerührt. Bei 35°C werden 0,2 g
RESPUMIT S und anschließend 1,5 g BAYLASE EPK in 2 Portionen innerhalb von 30 Minuten
zudosiert. Nach beendeter Zugabe wird 2 Stunden bei 25-35°C nachgerührt und der Ansatz dann
über 100 µm-Filter abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 28,4 Gew.-% |
| Aspekt: | gelborange Dispersion |
| pH-Wert: | 5,19 (verdünnt 1 : 4 (c=20%), potentiom.) |
| Viskosität: | ca. 80 mPas (100 s-1, 20°C) |
Herstellung von Vorprodukt B für Beispiele 4 bis 6:
Molverhältnis MSA : Ammoniak : Fettamin = 1 : 1,2 : 0,25
Analog zum Vorprodukt A wird das Vorprodukt B hergestellt, mit der Änderung, dass 337,0 g
(1,25 mol) Armeen HT, das zuvor bei 80°C geschmolzen wurde, eingesetzt werden. Die
Reaktionszeit beträgt 3 Stunden bei 140°C. 1229,3 g rotbraune Schmelze werden ausgetragen und
nach Abkühlen zerkleinert.
Äquivalentgewicht Vorprodukt B, bezogen auf Monomereinheit Maleinsäure-anhydrid = 245,86g
(1 mol MSA = 245,86g Vorprodukt B).
Beispiel 4:
Molverhältnis MSA : NH3 : Fettamin : Polyether 2 = 1 : 1,2 : 0,25 : 0,15
Zu 122,9 g des oben beschriebenen Vorprodukt B (0,5 mol) werden bei 140°C 75 g (0,075 mol)
einer auf 80°C temperierten Schmelze von Polyether 2 zudosiert und 4 Stunden bei 140°C
umgesetzt. Dann werden bei 115°C 8,4 g Ölsäure zugegeben, 5 Minuten verrührt und beginnend
bei 115°C und höchster Rührstufe 365 g Wasser und 3,63 g Ethanolamin innerhalb von
60 Minuten zudosiert, wobei der Ansatz auf 65°C abgekühlt wird. Nach Zugabe von 0,5 g
RESPUMIT S werden bei 65°C 20,0 g Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von 10 Minuten
zugegeben. Es wird 4 Stunden bei 65°C nachgerührt und das Reaktionsgemisch auf 35°C
abgekühlt. Bei 35°C werden 0,25 g RESPUMIT S und dann 1,5 g BAYLASE EPK in 2 Portionen
innerhalb von 15 Minuten zudosiert. Nach beendeter Zugabe wird 3 Stunden bei 35°C nachgerührt
und der Ansatz dann über 100 µm-Filter abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 29,6 Gew.-% |
| Aspekt: | hellgelbe Dispersion |
| pH-Wert: | 5,58 (verdünnt 1 : 4 (c=20%), potentiom.) |
| Viskosität (20°): | ca. 120 mPas (100 s-1, 20°C) |
Beispiel 5:
Molverhältnis MSA : NH3 : Fettamin : Polyether 2 : primär/tert.Amin
= 1 : 1,2 : 0,25 : 0,25 : 0,25
Zu 122,9 g Vorprodukt B (0,5 mol) werden analog Beispiel 4 125 g (0,125 mol) Polyether 2 und
12,8 g (0,125 mol) 3-Aminopropyl-dimethylamin zudosiert und die Mischung 6 Stunden bei 140°C
gerührt. Dann werden bei 125°C 8,4 g Ölsäure zugegeben, 5 Minuten verrührt und beginnend bei
125°C und höchster Rührerdrehzahl eine Lösung von 465 g Wasser und 3,63 g Ethanolamin
innerhalb von 60 Minuten zudosiert und noch 30 Minuten nachgerührt, wobei der Ansatz auf 65°C
abgekühlt wird. Bei 65°C werden 20,0 g Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von 10 Minuten
zugegeben. Es wird 4 Stunden bei 65°C nachgerührt. Dann werden bei 35°C 0,25 g RESPUMIT S
und anschließend 1,5 g BAYLASE EPK in 2 Portionen innerhalb von 15 Minuten zudosiert. Nach
beendeter Zugabe wird 3 Stunden bei 35°C nachgerührt und der Ansatz dann über 100 µm-Filter
abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 30,4 Gew.-% |
| Aspekt: | braune, dünnflüssige Dispersion |
| pH-Wert: | 7,09 (verdünnt 1 : 4 (c=20 %), potentiom.) |
| Viskosität (20°): | ca. 30 mPas (100 s-1, 20°C) |
Beispiel 6:
Molverhältnis MSA : NH3 : Fettamin : Polyether 4 = 1 : 1,2 : 0,25 : 0,225
Zu 122,9 g Vorprodukt B (0,5 mol) werden analog Beispiel 4 bei 140°C 225 g (0,1125 mol)
Polyether 4 zudosiert und 7 Stunden bei 140°C umgesetzt. Dann wird auf 120°C abgekühlt, 16,8 g
Ölsäure zugegeben, 15 Minuten verrührt und dann bei höchster Rührerdrehzahl eine Lösung von
620 g Wasser und 7,26 g Ethanolamin innerhalb von 60 Minuten beginnend bei 115°C zudosiert,
wobei der Ansatz auf 65°C abgekühlt wird. Dann wird 30 Minuten nachgerührt und 3 g Natronlauge
50 % in 50 g Wasser zugegeben. Bei 65°C werden 20,0 g Wasserstoffperoxid 35 %
innerhalb von 10 Minuten zugegeben. Es wird 3 Stunden bei 65°C nachgerührt. Dann werden
100 g Wasser zugesetzt. Bei 35°C werden 0,25 g RESPUMIT S und anschließend 1,5 g
BAYLASE EPK in 15 Minuten zudosiert. Nach beendeter Zugabe wird 3 Stunden bei 25-35°C
nachgerührt und der Ansatz dann über 100 µm-Filter abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 28,8 Gew.-% |
| Aspekt: | viskose gelbe Dispersion |
| pH-Wert: | 7,24 (verdünnt 1 : 4 (c=20%), potentiom.) |
| mittl. Teilchengröße: | 119 nm |
Herstellung von Vorprodukt C für Beispiel 7:
Molverhältnis MSA / Trimellithsäureanhydrid : NH3 : Fettamin = 0,83/0,17 : 1,25 : 0,208
Im Reaktionskessel werden 234,0 g Diethylenglykol vorgelegt und bei Raumtemperatur unter
Rühren 294,15 g Maleinsäureanhydrid (3 mol) und 115,2 g Trimellithsäureanhydrid (0,6 mol)
eingetragen. Die Mischung wird auf 65°C erwärmt, wobei eine exotherme Reaktion bei 50°C
einsetzt und die Temperatur bis 87°C ansteigt. Nach Abkühlen auf 55°C werden 306,0 g
Ammoniakwasser (25 %, 4,5 mol) in 3 Stunden bei 50-60°C zudosiert. Nach beendeter Zugabe
wird 1 Stunde bei 70°C nachgerührt. Bei der anschließenden Vakuumdestillation (200 mbar) wird
erhitzt, bis die Sumpftemperatur 140°C erreicht hat und kein Destillat mehr übergeht.
Unter Stickstoff werden bei 140°C 202,2 g (0,75 mol) einer 80°C warmen Schmelze von Armeen
HT zugegeben. Der Ansatz wird 7,5 Stunden bei 140°C gerührt. Man erhält 872,8 g rotbraune
Schmelze, die ausgetragen und nach dem Abkühlen zerkleinert wird.
Äquivalentgewicht Vorprodukt C, bezogen auf Monomereinheit Maleinsäure-anhydrid = 290,9 g
(1 mol MSA = 290,9 g Vorprodukt C).
Beispiel 7:
Molverhältnis MSA / Trimellithsäureanhydrid : NH3 : Fettamin : Polyether 2 = 0,83/0,17 :
1,25 : 0,208 : 0,1245
145,15 g des oben beschriebenen Vorprodukt C (0,5 mol) werden in einem Reaktor aufgeschmolzen.
Dann werden bei 140°C 75 g (0,075 mol) Polyether 2, der zuvor bei 80°C geschmolzen
wurde, zugegeben. Der Ansatz wird 4 Stunden bei 140°C gerührt. Bei 115°C werden 8,4 g Ölsäure
zugegeben, 5 Minuten verrührt und beginnend bei 115°C und höchster Rührerdrehzahl eine
Lösung von 200 g Wasser und 3,65 g Ethanolamin innerhalb von 45 Minuten zudosiert, wobei der
Ansatz auf 90°C abgekühlt wird. Nach Zugabe von 0,15 g RESPUMIT S wird 20 Minuten nachgerührt,
7,5 g Natronlauge 50 % zugegeben. Es wird auf 65°C abgekühlt. Bei 65°C werden 11,8 g
Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von 10 Minuten zugegeben und 3 Stunden nachgerührt. Nach
Abkühlen auf 35°C werden 0,25 g RESPUMIT S und dann 1,5 g BAYLASE EPK in 15 Minuten
zudosiert. Es wird noch 1 Stunde bei 25-35°C nachgerührt und der Feststoffgehalt eingestellt.
| Feststoffgehalt: | 33,7 Gew.-% |
| Aspekt: | hellgelbe Dispersion |
| pH-Wert: | 5,62 (verdünnt 1 : 4 (c=20 %), potentiom.) |
| Viskosität (20°): | 148 mPas (100 s-1, 20°C) |
| mittlere Teilchengröße: | 292 nm |
Beispiel 8
Molverhältnis MSA : Polyether 1 : NH3 : Fettamin : Polyether 2 = 1 : 0,05 : 1,0 : 0,25 : 0,5
In einem Rührreaktor werden 39,0 g Diethylenglykol vorgelegt. Bei Raumtemperatur werden unter
Rühren 49,05 g Maleinsäureanhydrid (0,5 mol) eingetragen und die Mischung bis zum Einsetzen
der exothermen Reaktion auf 65°C erwärmt. Anschließend werden bei 55°C 50,0 g (0,025 mol)
Polyether 1 in 30 Minuten unter Kühlung zudosiert. Danach werden 34,0 g (0,5 mol) Ammoniakwasser
25 % innerhalb von 45 Minuten unter Kühlung zwischen 50 und 60°C zudosiert. Es wird
1 Stunde bei 70°C nachgerührt. Der Reaktor wird anschließend schrittweise bis auf 200 mbar
evakuiert und unter gleichzeitiger Destillation von Wasser weiter erhitzt, bis eine Sumpftemperatur
von 130-140°C erreicht wird und kein Reaktionswasser mehr übergeht. Es werden 36 g Destillat
erhalten. Bei 140°C werden unter Stickstoff 33,7 g (0,125 mol) Armeen HT, das zuvor bei 80°C
aufgeschmolzen wurde, zugegeben. Es wird 3 Stunden bei 135-140°C gerührt. Dann werden 250 g
(0,25 mol) Polyether 2 (80°C warme Schmelze) zugegeben und 4 Stunden bei 140°C gerührt. Nach
Abkühlen auf 115°C werden 8,4 g Ölsäure zugegeben, 10 Minuten nachgerührt und dann
beginnend bei 115°C und höchster Rührstufe eine Lösung aus 600g Wasser und 3,6 g Ethanolamin
innerhalb von 60 Minuten zudosiert. Nach Abkühlen auf 65°C werden bei reduzierter Rührgeschwindigkeit
40,0 g Wasserstoffperoxid 35 % innerhalb von 10 Minuten bei 65°C zudosiert. Es
wird 3 Stunden bei 65°C gerührt und anschließend auf 35°C abgekühlt, 0,5 g RESPUMIT S und
3,0 g BAYLASE EPK in 2 Portionen zugegeben. Es wird 3 Stunden bei 35°C nachgerührt, unter
30°C abgekühlt und über ein 100 µm-Filter abgefüllt.
| Feststoffgehalt: | 37,7 Gew.-% |
| Aspekt: | dunkelbraune Lösung |
| pH-Wert: | 7,79 (verdünnt 1 : 4 (c=20 %), potentiom.) |
Anwendungsbeispiele zur Lederbehandlung
Die aufgeführten Beispiele sollen die Erfindung erläutern, aber keineswegs einschränken. Alle
Mengenangaben beziehen sich jeweils auf Falzgewicht.
Anwendungsbeispiel 1
Vereinfachte Nachgerbung von chromgegerbtem Leder zur vergleichenden Prüfung;
Ausgangsmaterial: Wet Blue, 1.6 mm
| Arbeitsgang | % | Produkt | °C | Zeit Min. | Bemerkungen |
| Waschen | 200 | Wasser | 30 | 10 | Flotte ab |
| Neutralisation | 100 | Wasser | 30 |
| | 1,0 | Natriumformiat |
| | 1,0 | Natriumbicarbonat | | über Nacht | pH 5.0; Flotte ab |
| Nachgerbung | 100 | Wasser | 50 |
| 2,5 | Prüfprodukt | | 180 | pH 4.8 |
| Fixierung | 0,5 | Ameisensäure 85%ig 1:10 | | 60 | pH 4.2; Flotte ab |
| Spülen, ausstossen, hängend trocknen |
Die erhaltenen Leder wurden hinsichtlich der optischen und haptischen Eigenschaften beurteilt: Bewertung:
5 ist die beste, 1 die schlechteste Note.
| Prüfprodukt gemäß | Fülle | Weichheit | Farbe | Farbe | Egalität | Glätte |
| Beispiel 1 | 4 | 3,5 | 3 | grün | 4 | 4 |
| Beispiel 2 | 5 | 2,5 | 4 | neutral | 4,5 | 4 |
| Beispiel 3 | 3 | 3 | 3 | gelb | 5 | 4 |
| Beispiel 4 | 4,5 | 3 | 2,5 | grün | 2 | 3 |
| Beispiel 5 | 5 | 2,5 | 3,5 | grün | 3 | 3 |
| Beispiel 6 | 3 | 4 | 3 | grün | 4 | 4,5 |
| Beispiel 7 | 2 | 4,5 | 5 | gelb | 5 | 4,5 |
| Beispiel 8 | 4,5 | 2,5 | 5 | neutral | 5 | 4 |
Man erkennt die hervorragenden färberischen Eigenschaften der Produkte. Hinsichtlich Weichheit
und Fülle sind insbesondere die Produkte mit Polyether 1 und Polyether 2 hervorzuheben. Der Einbau
der Polyether in der Hauptkette ergibt überraschenderweise die Produkte mit den günstigsten
allround-Eigenschaften. Die Produkteigenschaften lassen sich durch geeignete Wahl der
Mengenverhältnisse der Komponenten an die Anforderungen für die gewünschten Lederartikel
anpassen.
Die Ergebnisse zeigen, dass polyethermodifizierte Polyasparaginsäureamide die Fülle verbessern und
angenehm weiche Leder mit guten färberischen Eigenschaften erhalten werden.
Anwendungsbeispiel 2
Herstellung eines Polsterleders, Vergleich verschiedener Produkte;
Ausgangsmaterial: Rinder Wet Blue, 1.2 - 1.3 mm:
| Arbeitsgang | + | % | Produkt | | Zeit Min | Bemerkungen |
| | | 300 | Wasser 35°C |
| | | 0,1 | Ameisensäure | 1:10 | 20 | pH:3,8 |
| | | | | | | Flotte ab |
| Neutralisation | | 100 | Wasser 35°C |
| | | 2,0 | Natriumformiat |
| | | 1,0 | Natriumbicarbonat | | 30 | pH:6,8 |
| | | 4,0 | Prüfprodukt | 1:4 | 90 | pH:6,4 |
| | | | | | | Flotte ab |
| | | 300 | Wasser 30°C | | 10 |
| Nachgerbung | | 100 | Wasser 30°C |
| | | 6,0 | BAYKANOL® Licker CAR | 1:4 |
| | | 6,0 | Prüfprodukt | 1:4 | 30 | pH:6,7 |
| | + | 4,0 | TANIGAN® WLF |
| | | 2,0 | TANIGAN® BN |
| | | 6,0 | RETINGAN® RD fl. | 1:3 | 30 |
| Färbung | + | 2,0 | BAYKANOL® SL |
| | | 3,0 | BAYGENAL® Grau L-NG | | 60 |
| | + | 100 | Wasser 60°C | | 10 |
| | + | 1,5 | LUBRITAN® GX | 1:4 | 30 |
| | + | 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 15 |
| | + | 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 45 | pH:3,9 |
| | | | | | | Flotte ab |
| | | 200 | Wasser 50°C | | 10 | Flotte ab |
| | | 200 | Wasser 20°C | | 10 | Flotte ab |
Die Leder mit einem Prüfprodukt gemäß Beispiel 1 (Leder A), einem Prüfprodukt gemäß Beispiel 1
der DE-A 195 28 782 (Leder B) und ohne Prüfprodukt (Leder C) wurden wie folgt hinsichtlich ihrer
Eigenschaften bewertet:
| Festnarbigkeit / Millkom: | A / B vergleichbar gut, C ist deutlich schlechter als A / B. Weichheit:
A ist fast so weich wie B. C ist deutlich härter als A / B. Fülle: |
| | A ist deutlich voller als B, es folgt dann C mit deutlich weniger Fülle. |
| Farbegalität /- tiefe: | A / B haben eine vergleichbare Farbtiefe und Egalität, C ist deutlich heller. |
| Gesamturteil: | A / B erhalten die beste Beurteilung in Bezug aufWeichheit, Fülle und Millkom, wobei A voller und kompakter als B ist, aber B weicher als A. C ist mit Abstand schlechter als die übrigen Leder. |
Anwendungsbeispiel 3
Herstellung eines weichen, gemillten Schuhoberleders.
Ausgangsmaterial: Rind Wet Blue, 1.6 - 1.8 mm.
| % | Produkt | Verd | Zeit Min | Bemerkung |
| 150 | Wasser 45°C |
| 0,3 | Ameisensäure | 1:10 | 10 | pH: 3,3 |
| | | | | Flotte ab |
| 100 | Wasser 45°C |
| 3,0 | LEVOTAN® C | 1:3 | 30 | pH: 3,5 |
| 3,0 | BLANCOROL® RC |
| 2,0 | TANIGAN® AN | | 45 | pH: 4,2 |
| 2,0 | TANIGAN® PAK-S ) |
| 0,5 | Natriumbicarbonat ) | | 60 | pH: 4,8 |
| | | | | Flotte ab |
| 200 | Wasser 40°C | | 10 | Flotte ab |
| 80 | Wasser 40°C |
| 5,0 | Produkt gemäß Beispiel 1 | 1:4 | 15 | pH: 5,1 |
| 1,0 | BAYKANOL® Licker PAN ) |
| 1,0 | BAYKANOL® Licker NB ) | 1:4 | 30 | pH: 5,0 |
| 4,0 | TANIGAN® BN ) |
| 3,0 | RETINGAN® R7 ) |
| 1,3 | BAYGENAL® Braun CGG ) |
| 1,7 | BAYGENAL® Rotbraun L-N ) | | 60 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 30 | pH: 4,0 |
| | | | | Flotte ab |
| 200 | Wasser 50°C | | 10 | Flotte ab |
| 100 | Wasser 50°C |
| 8,0 | BAYKANOL® Licker NB ) |
| 2,0 | BAYKANOL® Licker PAN ) | 1:4 | 45 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 30 | pH: 3,5 |
| | | | | Flotte ab |
| 200 | Wasser 50°C |
| 0,4 | BAYGENAL1® Braun CGG ) |
| 0,6 | BAYGENAL® Rotbraun L-N ) | 1:20 | 20 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 30 | pH: 3,3 |
| | | | | Flotte ab |
Nach dem Trocknen und Millen erhält man ein weiches, volles und rundes hellbraunes Leder mit
ausgezeichneter Farbegalität und geringer Wasseraufnahme.
Anwendungsbeispiel 4
Herstellung eines Waterproof-Schuhoberleders
Ausgangsmaterial: Rind Wet Blue, 1.8 - 2.0 mm;
| % | Produkt | | Zeit | Bemerkung |
| 200 | Wasser 40°C |
| 0,2 | Ameisensäure | 1:10 | 15 | pH: 3,5 |
| | | | | Flotte ab |
| 100 | Wasser 40°C |
| 2,0 | TANIGAN® PAK-S |
| 1,0 | Natriumbicarbonat |
| 2,0 | TANIGAN® F | | 15 | pH: 7,3 |
| 2,0 | XERODERM® P-AF | 1:4 | 90 | pH: 5,7 |
| | | | | Flotte ab |
| 200 | Wasser 40°C | | 10 | Flotte ab |
| 50 | Wasser 40°C |
| 6,0 | XERODERM® P-AF | 1:4 | 15 | pH: 6,0 |
| 4,0 | Produkt gemäß Beispiel 1 | 1:4 | 15 | pH: 6,3 |
| 4,0 | TANIGAN® OS |
| 4,0 | TANIGAN® F |
| 3,0 | RETINGAN® R7 | | 15 |
| 1,3 | BAYGENAL® Braun CGG |
| 1,7 | BAYGENAL® Rotbraun L-N | | 90 |
| 150 | Wasser 50°C |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 30 | pH: 4,2 |
| | | | | Flotte ab |
| 200 | Wasser 30°C | | 10 | Flotte ab |
| 50 | Wasser 30°C |
| 1,8 | Ammoniumbicarbonat | | 60 | pH: 7,3 |
| 4,0 | XERODERM® S-AF | 1:4 | 60 | pH: 7,1 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 10 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 10 |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 10 |
| 150 | Wasser 50°C |
| 1,0 | Ameisensäure | 1:10 | 60 | über Nacht |
| | | | | pH: 3,4; Flotte ab |
| 300 | Wasser 50°C | | 10 | Flotte ab |
| 300 | Wasser 20°C | | 10 | Flotte ab |
Nach Trocknen und Stollen erhält man ein rotbraunes Leder mit sehr guter Fülle, Weichheit und
ausgezeichneter Farbegalität. Die Prüfung auf Wasserdichtigkeit ergab:
| Bally-Penetrometer: | Wasserdurchtrittszeit > 8 h bei 7 - 8 % Wasseraufnahme, |
| Maeser-Penetrometer: | > 50000 Flexes, 7 % Wasseraufnahme. |