Verfahren zur Steuerung einer Blister-Verpackungsmaschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Blister-Verpackungsmaschine, die zumindest eine taktweise arbeitende Arbeitsstation aufweist, in der während eines Arbeitstaktes zumindest eine 1. Verstellbewegung über einen Zeitraum TVi ausgeführt wird, ein daran anschließender Behandlungszustand, in dem eine Behandlung eines Produktes und/oder Materials erfolgt, über einen Zeitraum TB eingenommen wird und dann eine 2. Verstellbewegung über einen Zeitraum Tv2 ausgeführt wird, wobei eine Taktrate R (= Takte/min) der Verpackungsmaschine mittels einer Eingabevorrichtung eingebbar ist.
Eine Blister-Verpackungsmaschine üblichen Aufbaus umfasst eine Formstation, in der in eine aus Kunststoff oder Aluminium bestehende Bodenfolie eine Vielzahl von napfförmigen Vertiefungen eingeformt werden, in die in einer nachgeschalteten Füllstation jeweils ein Produkt, beispielsweise eine pharmazeutische Tablette, eingelegt wird. Nach der Produktzuführung wird die Bodenfolie einer Siegelstation zugeführt. Unmittelbar vor oder innerhalb der Siegelstation wird eine Deckfolie zugeführt und auf die Bodenfolie aufge-
legt. Durch Wärmeeinwirkung innerhalb der Siegelstation wird die Deckfolie dicht auf die Bodenfolie aufgesiegelt , wodurch das Produkt in der napfförmigen Vertiefung eingeschlossen ist.
Die Formstation wird taktweise und somit diskontinuierlich betrieben. Die Siegelstation kann entweder ebenfalls takt- weise betrieben werden, alternativ ist es auch bekannt, die Siegelstation kontinuierlich zu betreiben, wobei der Über- gang vom taktweisen Betrieb der Formstation zum kontinuierlichen Betrieb der Siegelstation über bekannte Ausgleichs - Vorrichtungen erfolgt.
Die Leistungsfähigkeit einer Blister-Verpackungsmaschine hängt wesentlich von der Taktrate R ab, d.h. der Anzahl der auszuführenden Takte pro Minute. Aus der Taktrate R ergibt sich die für einen Arbeitstakt maximal zur Verfügung stehende Taktzeit Tmax in Millisekunden zu Tmax = 60.000/R [ms], d.h. bei einer Taktrate R von 75 Takten/min beträgt die ma- ximale Taktzeit Tmax = 800 ms. Eine Taktkurve eines entsprechenden Arbeitstaktes ist als vereinfachtes, polygonförmi - ges Weg-Zeit-Diagramm in Fig. 2a dargestellt, die im folgenden kurz erläutert werden soll.
Innerhalb der maximalen Taktzeit Tmax muss beispielsweise die taktweise betriebene Formstation verschiedene Bewegungen und Bearbeitungen bzw. Behandlungen durchführen. Ausgehend von einer Grund- oder Nullstellung zu Beginn des Taktes (Punkt 0 in Fig. 2a), in der zwei Formplatten, zwischen denen die zu verformende Bodenfolie verläuft, vollständig auseinandergefahren sind, wird zunächst eine 1. Verstellbewegung, nämlich die Schließbewegung der Formplatten ausgeführt. Der Schließweg Sv ist produktionstechnisch vorgegeben und die Schließbewegung wird über einen vorgegebenen Zeitraum Tvι durchgeführt, bis der Punkt 1 (siehe Fig. 2a)
erreicht ist, in dem die Formplatten geschlossen sind und ihre Endstellung erreicht haben.
Die Formplatten haben dann ihren Behandlungszustand er- reicht, in dem beispielsweise eine vorgewärmte Kunststoff - Bodenfolie über einen Zeitraum TB gekühlt wird, wobei zusätzlich eine Ausbildung der napfförmigen Vertiefungen in der Bodenfolie insbesondere mittels Druckluft oder Formstempeln erfolgt. Im Punkt 2 der Taktkurve ist die Kühlung bzw. Behandlung der Bodenfolie beendet und es schließt sich eine 2. Verstellbewegung, nämlich die Öffnungsbewegung der Formplatten an, die wiederum über den Weg Sv (jedoch in umgekehrter Richtung) über einem Zeitraum Tv2 erfolgt. Am Ende der Öffnungsbewegung, d.h. im Punkt 3 der Taktkurve, ist wieder die Ausgangsstellung erreicht.
Es kann sich eine sehr kurze, hier nicht weiter zu berücksichtigende Öffnungszeit, die durch computertechnische oder softwaremäßige Verarbeitungen bedingt ist, oder eine Ruhe- zeit ausschließen, die hier nicht weiter betrachtet werden soll .
Sobald die Formplatten um ein ausreichendes Maß geöffnet sind, kann der Weitertransport der Bodenfolie eingeleitet und ausgeführt werden. Gemäß Fig. 2a sei angenommen, dass der Weitertransport der Bodenfolie dann beginnt, wenn die Formplatten um den Weg Sv/2 auseinandergefahren sind, d.h. es steht für den Weitertransport der Bodenfolie bis zum Taktende noch eine Zeitspanne tzi und von Beginn des nächs- ten Taktes bis zum dem Zeitpunkt, an dem die Formplatten wieder halb geschlossen sind, eine Zeitspanne tz2 zur Verfügung, wobei sich eine Gesamttransportzeit Tz aus der Summe von tZι und tz2 ergibt.
In früheren Blister-Verpackungsmaschinen waren die Kurvenverläufe mechanisch durch drehende Kurvenscheiben bestimmt, deren Drehbewegung von einer zentralen, angetriebenen Hauptwelle, der sogenannten Königswelle abgeleitet wurden. Bei moderneren Blister-Verpackungsmaschinen sind die Kurven softwaremäßig abgespeichert und der motorische Antrieb der Verstellbewegungen erfolgt über Servomotoren, die von einer Steuerelektronik bzw. der entsprechenden Software angesprochen werden. Vorteile für den Servoantrieb ergeben sich vor allem dann, wenn zusätzlich eine Hubverstellung oder eine Abschaltung im Betrieb erforderlich ist. Diese Funktionen können ohne mechanischen Zusatzaufwand realisiert und verändert werden.
Bei der Einrichtung einer Blister-Verpackungsmaschine werden üblicherweise die Bewegungsabschnitte der Taktkurve so ausgelegt, dass sie möglichst gut den Prozessanforderungen des Kunden genügen und dabei noch mit möglichst hoher Takt- rate ausgeführt werden können. Mit dieser einmal festgeleg- ten Taktkurve werden dann später während des Betriebes der Blister-Verpackungsmaschine alle Produkte gefahren.
Es kommt in der Praxis häufig vor, dass die Blister-Verpackungsmaschine nicht mit der maximal möglichen Taktrate von beispielsweise 75 Takten pro Minute betrieben werden kann. Dies kann z.B. darin begründet sein, dass die warme Bodenfolie relativ zugempfindlich ist und die bei der für den Weitertransport der Folie zur Verfügung stehende Zeit Tz (siehe Fig. 2a) eine so hohe Folien-Beschleunigung bei maximaler Verzugslänge bedingt, dass es zu Verformungen der Folie kommt. Es können auch Probleme in andere Stationen der Blister-Verpackungsmaschine, beispielsweise in der Füllstation, eine Reduzierung der Taktrate notwendig machen.
Wenn die Taktrate R zur Vermeidung der Folienverformung herabgesetzt wird, ergibt sich für jeden Takt eine höhere maximale Taktzeit Tmax. Es sei angenommen, dass die Taktrate R auf 50 Takte pro Minute herabgesetzt wird, so dass sich eine maximale Taktzeit Tmax = 60.000/50 = 1.200 (ms) ergibt. Bei einer herkömmlichen Blister-Verpackungsmaschine wird die gespeicherte Taktkurve in ihrem grundsätzlichen Verlauf beibehalten, jedoch werden alle Zeitspannen TVι, TB und Tv2 um den Faktor 1.200/800 = 1,5 verlängert. Dieses Vorgehen erleichtert die steuerungstechnische Koordination aller von der Formplattenbewegung abhängigen Bewegungen, beispielsweise der Formstempelbewegung, der Verzugsbewegung oder der Heizplattenbewegung. Eine entsprechend gestreckte Taktkurve ist in Fig. 2b dargestellt. Daraus ist ersichtlich, dass auch die Transportzeit Tz für die Folie, die sich aus der Summe der gestreckten Zeitspannen t'Zι und t'z2 ergibt, um 50% erhöht ist. Auf diese Weise steht zwar zum Beispiel für den Folientransport mehr Zeit zur Verfügung, was einen schonenden Folientransport ermöglicht, jedoch ist durch die Streckung des Arbeitstaktes die Leistungsfähigkeit der Verpackungsmaschine von 75 Takten pro Minute auf 50 Takte pro Minute, d.h. auf 50/75 = 66,7% herabgesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Steuerung einer Blister-Verpackungsmaschine zu schaffen, das dem Maschineneinrichter eine variable Anpassung der Taktkurve bzw. der Bewegungskurve an die Produktions- und Arbeitsbedingungen der Verpackungsmaschine ermöglicht.
Diese Aufgabe wird er indungsgemäß durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass mittels der Eingabevorrichtung der Zeitraum TVχ, der Zeitraum TB und der Zeitraum Tv2 jeweils unmittelbar oder mittelbar unabhängig voneinander eingege-
ben werden und dass eine Verarbeitungseinheit vorgesehen ist, mittels der überprüft wird, ob die eingegebenen Zeiträume TVι, TB und Tv2 innerhalb vorgegebener Grenzen liegen und ob deren Summe kleiner oder gleich einer maximalen Taktzeit Tmax ist.
Die Erfindung geht von der Grundüberlegung aus, nicht nur einen vorgegebenen Kurvenverlauf in seiner Gesamtheit zu stauchen oder zu dehnen, sondern die einzelnen Kurvenab- schnitte der Kurve individuell anzupassen und lediglich zu überprüfen, ob die vorgegebenen Rahmenbedingungen eingehalten sind. Auf diese Weise können einzelne Kurvenabschnitte individuell auf die jeweils herrschenden Produktionsbedingungen abgestimmt werden, so dass sich eine höhere Taktrate R und somit eine höhere Leistungsfähigkeit der Verpackungs - maschine als bei der herkömmlichen Stauchung oder Dehnung der gesamten Taktkurve erzielen lässt.
Bei der Arbeitsstation, deren Taktkurve veränderbar ist, kann es sich um eine Formstation einer Blister-Verpackungsmaschine handeln. Die Formstation besitzt zwei relativ zueinander verstellbare Formplatten, zwischen denen eine Bodenfolie mit napfförmigen Aufnahmen versehen wird. Wenn die Bodenfolie aus Kunststoff besteht, wird sie in ei- nem vorgewärmten Zustand bearbeitet und in der Formstation gekühlt. Die 1. Verstellbewegung ist dann durch die Schließbewegung der Formplatten gebildet, wobei die Schließbewegung erst mit Erreichen der Endstellung der Formplatten abgeschlossen ist und die Formplatten sich in der letzten Bewegungsphase der Schließbewegung bereits in
Anlage befinden können. Am Ende der Schließbewegung verharren die Formplatten über einen Zeitraum TB in einem Behandlungszustand, in dem die Bodenfolie umgeformt und gegebenenfalls gekühlt wird. Bei der 2. Verstellbewegung handelt
es sich dann um die Öffnungsbewegung der Formplatten, die in ihre geöffnete Ausgangsstellung zurückfahren.
Alternativ ist es auch möglich, dass die Arbeitsstation ei - ne Siegelstation mit relativ zueinander verstellbaren Siegelplatten ist, zwischen denen eine Deckfolie auf die Bodenfolie aufgesiegelt wird. In diesem Fall ist die 1. Verstellbewegung die Schließbewegung der Siegelplatten, die am Ende der Schließbewegung über den Zeitraum TB in einem Be- handlungszustand verharren, in dem die Siegelung der Deckfolie auf die Bodenfolie erfolgt. Die 2. Verstellbewegung ist die Öffnungsbewegung der Siegelplatten.
Für die voneinander unabhängige Eingabe der Zeiträume TV1, TB und Tv2 kann eine direkte Eingabe von Zeitwerten insbesondere in ms vorgesehen sein. In der Praxis hat es sich jedoch bewährt, die genannten Zeiträume mittelbar einzugeben, indem ein Wert für eine gewünschte Geschwindigkeit vsg der 1. Verstellbewegung bzw. der Schließbewegung und ein Wert für eine gewünschte Geschwindigkeit vog der 2.
Verstellbewegung bzw. der Öffnungsbewegung eingegeben wird. Auch diese Werte werden vorzugsweise nicht als absolute Werte, sondern als relative Werte eingegeben. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, dass eine Geschwindigkeit vs der 1. Verstellbewegung auf eine maximale Geschwindigkeit vsmax begrenzt ist und dass die gewünschte durchschnittliche Ge¬ schwindigkeit vsg der 1. Verstellbewegung als Prozentzahl
(< 100%) der maximal möglichen Geschwindigkeit vsmax eingegeben wird, woraus die Verarbeitungseinheit bei vorgegebe- nem Verstellweg sv den Zeitraum Tvι = sv/vsg ermittelt.
Entsprechend ist vorgesehen, dass die Geschwindigkeit V0 der 2. Verstellbewegung auf eine maximale Geschwindigkeit Vomax begrenzt ist und dass die gewünschte durchschnittliche
Geschwindigkeit Vog der 2. Verstellbewegung als Prozentzahl (< 100%) der maximalen Geschwindigkeit vomax eingegeben wird, woraus die Verarbeitungseinheit bei vorgegebenem Verstellweg den Zeitraum Tv2 = Sv/Vog ermittelt.
Die Dauer TB des Behandlungszustands wird vorzugsweise unmittelbar mittels der Eingabevorrichtung als Absolutwert im ms eingegeben.
Die gewünschte Taktrate R (= Takte pro Minute) wird ebenfalls unmittelbar mittels der Eingabevorrichtung eingegeben, wobei die Verarbeitungseinheit aus der eingegebenen Taktrate R die maximal zur Verfügung stehende Taktzeit Tmax = 1/R [min] = 60.000/R [ms] ermittelt.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung der wesentlichen Bauteile einer Blister-Verpackungsmaschine,
Figur 2a eine übliche Taktkurve als Weg - Zeit -
Diagramm in vereinfachter Darstellung,
Figur 2b die um den Faktor 1,5 gestreckte Taktkurve gemäß Fig. 2a,
Figur 3 die Auswahlmöglichkeiten für den Zeitraum Tvi ,
Figur 4 die Auswahlmöglichkeiten für den Zeitraum TB,
Figur 5 die Auswahlmöglichkeiten für den Zeitraum T2 ,
Figur 6 eine erfindungsgemäß modifizierte Taktkurve und
Figur 7 eine schematische Aufsicht auf eine Eingabevorrichtung .
Fig. 1 zeigt die wesentlichen Bauteile einer Blister-Verpackungsmaschine 10 in schematischer Darstellung. Eine von einem Vorrat kommende, aus Kunststoff bestehende Bodenfolie 11 wird zunächst einer Erwärmstation 12 zugeführt, die eine untere Heizplatte 12b und eine obere Heizplatte 12a aufweist, die relativ zur unteren Heizplatte 12b verstellbar ist. Wenn die beiden Heizplatten 12a und 12b geschlossen sind, wird die zwischen ihnen aufgenommene Bodenfolie erwärmt .
Unmittelbar an die Erwärmstation 12 schließt sich eine Formstation 13 an, die eine untere Formplatte 13a und eine dazu verstellbare obere Formplatte 13b umfasst. Die beiden Formplatten 13a und 13b, die in der geöffneten Stellung dargestellt sind, können geschlossen werden, wobei die zwischen den geschlossenen Formplatten 13a und 13b aufgenommene Bodenfolie gekühlt und gleichzeitig durch Zuführung von Druckluft oder mittels Formstempeln mit napfförmigen Vertiefungen versehen wird. An die Formstation 13 schließt sich eine Transportvorrichtung 14 an, mittels der die Bodenfolie 11 taktweise durch die einzelnen Stationen gezogen wird.
Die mit den napfartigen Vertiefungen versehene Bodenfolie 11 wird dann über Umlenkrollen 15 und 16 einer Füllstation
17 zugeführt, in der ein Produkt, beispielsweise eine phar- mazeutische Tablette, in jede Vertiefung eingelegt wird.
Die Bodenfolie 11 verläuft dann zu einer Siegelstation 20. Unmittelbar vor der Siegelstation 20 wird eine Deckfolie 18 über eine Umlenkrolle 19 auf die Bodenfolie 11 aufgelegt. In der Siegelstation 20, die eine untere Siegelplatte 20b und eine obere Siegelplatte 20a umfasst, wird die Deckfolie
18 auf die Bodenfolie 11 aufgesiegelt, indem die warmen Siegelplatten 20a und 20b geschlossen werden und die Wärme auf die Folien einwirkt. Der Siegelstation 20 ist eine weitere Transportvorrichtung 21 nachgeschaltet, die in ihrer Bewegung mit der Transportvorrichtung 14 synchronisiert ist und für einen taktweisen Transport des nach der Siegelstation 20 gegebenen Folienverbundes sorgt.
Fig. 2a zeigt das bereits erläuterte vereinfachte Weg-Zeit- Diagramm einer Taktkurve beispielsweise der Formstation 13. Die dabei angenommene maximale Taktzeit Tmax beträgt 800 ms, was einer Taktrate R von 75 Takten pro Minute entspricht. Ausgehend von der geöffneten Grundstellung der beiden Formplatten 13a und 13b werden diese innerhalb eines Zeitraums Tvι geschlossen, wobei sie den produktionstechnisch vorgegebenen Schließweg Sv zurücklegen. Sobald die Formplatten 13a, 13b die Endstellung ihrer Schließbewegung erreicht haben (Punkt 1 der Kurve in Fig. 2a), beginnt der Behandlungszustand, der sich über einen Zeitι~aum TB erstreckt. Während des Behandlungszustands wird die Bodenfolie mit napfartigen Vertiefungen versehen. Wenn die Bodenfolie aus Kunststoff besteht, wird sie zusätzlich gekühlt. Im Punkt 2 der Kurve ist der Behandlungszustand beendet und es schließt sich die Öffnung der Formplatten 13a und 13b an, die wiederum über den Weg Sv in umgekehrte Richtung zur
Schließbewegung und über einen Zeitraum Tv2 erfolgt. Am Ende der Öffnungsbewegung im Punkt 3 der Kurve ist wieder die Ausgangsstellung erreicht.
In Fig. 2a wurde angenommen, dass der Weitertransport der Folie bei halb-geöffneten Formplatten 13a und 13b beginnt bzw. endet, so dass sich eine Gesamttransportzeit Tz = tzi + tz2 ergibt.
Wenn der Benutzer feststellt, dass diese Gesamttransport - zeit Tz nicht ausreicht, kann er die Taktkurve neu definieren. Zunächst wird der Benutzer überprüfen, ob er unter Beibehaltung der aktuellen Taktrate R die Dauer TB des Behandlungszustandes verkürzen kann. Darüber hinaus kann eventuell die Schließgeschwindigkeit vs erhöht werden, was zu einer Verkürzung des Zeitraums TVι führt. Zusätzlich oder alternativ dazu kann vorgesehen sein, die Öffnungsgeschwindigkeit v0 zu erhöhen, was zu einer Verkürzung des Zeitraums Tv2 führt. Falls eine dieser Veränderungen mög- lieh ist, ohne produktionstechnische oder maschinentechnische Vorgaben zu verletzen, gewinnt der Benutzer Zeit, die er für die Verlängerung der Gesamttransportzeit Tz der Folie nutzen kann.
Falls die Zeiträume TVι, TB, Tv2 nicht oder nicht in ausreichendem Maße verändert werden können, wird der Benutzer die Taktrate R herabsetzen. Dazu gibt der Benutzer eine vermin¬ derte Taktrate R (= Takte pro Minute) vor, so dass die maximal zur Verfügung stehende Taktzeit Traax = 60.000/R [ms] bestimmt ist. Es sei beispielhaft angenommen, dass der Benutzer die Taktrate R auf 60 Takte pro Minute reduziert, was einer geänderten maximalen Taktzeit Tmax = 1.000 ms entspricht.
Dann kann der Benutzer über die in Fig. 7 dargestellte Eingabevorrichtung eine geänderte Schließgeschwindigkeit der Formplatten 13a und 13b festlegen. Für die Schließbewegung ist eine Maximalgeschwindigkeit VSmax vorgegeben, was bei festgelegtem Schließweg Sv einer minimalen Zeitspanne vιmin entspricht. Des Weiteren ist für die Schließgeschwindigkeit ein Mindest -Wert vorgegeben, was einer maximalen Zeitspanne Tvimax entspricht, wie es in Fig. 3 dargestellt ist. Der Benutzer hat die Wahl, innerhalb dieser Grenzen jeden belie- bigen Wert auszuwählen.
Die Schließbewegung der Formplatten sollte vorzugsweise schnellstmöglich ausgeführt werden. Wenn bei der Schließbewegung keine Probleme aufgetreten sind, wird der Benutzer die gleiche Schließgeschwindigkeit wie bei der ursprünglich vorgegebenen Taktkurve gemäß Fig. 2a auswählen. Die Auswahl der Schließgeschwindigkeit wird mit der Eingabevorrichtung 30 gemäß Fig. 7 als Prozentzahl der maximalen Schließgeschwindigkeit VSmax eingegeben, d.h. im vorliegenden Ausfüh- rungsbeispiel zu 100%.
Auch die Öffnungsbewegung der Formplatten lässt sich entsprechend der Schließbewegung vom Benutzer innerhalb vorgegebener Grenzen verändern. Diese Grenzen sind durch eine vorgegebene maximale Öffnungsgeschwindigkeit Vomax, die bei vorgegebenem Öffnungsweg Sv einer minimalen Öffnungszeit Tv2in entspricht, und einer Mindestöffnungsgeschwindigkeit Vomin bestimmt, die einer maximalen Öffnungszeit V2max entspricht. Zwischen diesen beiden Grenzen hat der Benutzer die Auswahl einer Vielzahl von Öffnungskurven, wie es in Fig. 5 angedeutet ist. Auch für die Öffnungsbewegung gibt der Benutzer die gewünschte Öffnungsgeschwindigkeit als Prozentzahl der maximalen Öffnungsgeschwindigkeit Vomax ein. Es sei angenommen, dass auch hier die maximale Öffnungsge-
schwindigkeit Vomax gewählt wird, was einer Eingabe von "100%" entspricht.
Auch die Dauer des Behandlungszustandes, d.h. den Zeitraum TB, in dem die beiden Formplatten geschlossen sind und die Folie umgeformt (Formstation) oder gesiegelt wird (Siegel - Station) , kann der Benutzer an der Eingabevorrichtung 30 als absoluten Wert in ms vorgeben. Gemäß Fig. 4 hat er die Wahl innerhalb vorgegebener Grenzen, d.h. zwischen einer Mindestkühlzeit TBmj.n und einer maximalen Zeit TBmax. Der Benutzer wird die Dauer des Behandlungszustands entsprechend den materialspezifischen Vorgaben der Bodenfolie so wählen, dass eine gute Behandlung der Bodenfolie, beispielsweise durch Kühlung und Formung in der Formstation 13, zuverläs- sig gewährleistet ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird angenommen, dass er die Dauer des Behandlungszustands aus der ursprünglichen Taktkurve gemäß Fig. 2a übernimmt.
Da der Benutzer die gleiche Bewegungskurve wie in der Aus- gangssituation gemäß Fig. 2a gewählt hat, jedoch die Taktrate auf 60 Takte pro Minute reduziert hat und somit die Taktzeit auf 1.000 ms erhöht hat, stehen innerhalb eines Arbeitstaktes noch 200 ms zur Verfügung, wenn die Öffnungsbewegung beendet ist und die Formplatten wieder geöffnet sind. Diese 200 ms kann der Benutzer entweder für den
Transport der Bodenfolie nutzen, wie es in Fig. 6 dargestellt ist, er kann jedoch auch vorsehen, zumindest einen Teil dieser gewonnenen Zeit für eine Erhöhung der Dauer des Behandlungszustands TB zu verwenden.
Wie Fig. 6 zeigt, ist es durch die benutzerabhängige Festlegung der Taktkurve innerhalb vorgegebener Grenzen möglich, für den Folientransport und/oder die Dauer des Behandlungszeitraums längere Zeiträume vorzusehen, ohne dabei
die Schließ- oder Öffnungsbewegung der Formplatten zu verlangsamen .
Wie Fig. 7 zeigt, ist der Eingabevorrichtung 30 eine Verar- beitungseinheit 40 zugeordnet, die aus den eingegebenen Werten die entsprechende Taktkurve ermittelt und insbesondere überprüft, ob die eingegebenen Werte der Taktkurve innerhalb der vorgegebenen Grenzen liegen und ob die Taktkurve insgesamt kleiner oder gleich der Taktzeit Tmax ist. Darüber wird überprüft, ob die Summe der Zeiträume TVι, TB, TV2 kleiner oder gleich der Taktzeit Tmax ist.