Beschreibung
Bezeichnung der Erfindung: Verfahren und
Befestigungsvorrichtung zur Befestigung eines elektrischen und/oder optischen Kabels an einem Kabelendstück.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Befestigung eines elektrischen und/oder optischen Kabels an einem Kabelendstück nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Befestigungsvorrichtung für ein elektrisches und/oder optisches Kabel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 10. Die Erfindung eignet sich insbesondere zur Befestigung von Lichtwellenleitern an optischen Steckern.
Zur Befestigung von Kabelmänteln an Kabelendstücken wie
Steckern oder ähnlichen Elementen sind zahlreiche Techniken bekannt. Diesen Techniken ist gemeinsam, daß sie entweder ein Verkleben der Kabelmäntel, ein Verklemmen, ein Krimpen (d.h. Verquetschen) oder Verkeilen der Kabelmäntel mit dem Stecker beinhalten.
Aus der Druckschrift EP-A-0 462 845 ist ein optischer Stecker bekannt, bei dem zur Befestigung eines optischen Kabels der Kabelmantel an seinen Enden aufgeschlitzt, die aufgeschlitzten Enden über einen rückseitigen Steckeranschluß gestülpt und anschließend durch einen C-förmigen Ring mit dem Steckeranschluß verquetscht werden. In einer anderen Ausführungsform wird ein ringförmiges Teil über den rückseitigen Steckeranschluß gekrimpt, wodurch der Kabelmantel auf den Steckeranschluß angedrückt wird. Ähnliche Kabelmantelbefestigungen sind in den Druckschriften DE-A-38 13 976, US-A-5 313 539 und EP-A-0 131 283 beschrieben.
Nachteilig bei einer Krimpung ist, daß ein Ausgleich aller Toleranzen erfolgen muß. Insbesondere sind die
Dickentoleranzen des Kabelmantels auszugleichen, um die Festigkeitsanforderungen an die Kabelmantelbefestigung in
jedem Fall sicherzustellen. Auch sind die bekannten Verfahren und Vorrichtungen, die ein Klemmen oder Quetschen des Kabelmantels beinhalten, relativ aufwendig und arbeitszeitintensiv.
Des weiteren ist es bekannt, eine Kabelmantelbefestigung mittels Kleber vorzunehmen. Kleber haben jedoch generell den Nachteil, daß die Klebesicherheit der verschiedenen Kleber mit den unterschiedlichen Kabelmantelmaterialien nicht bei allen Anwendungsbedingungen den erforderlichen Ansprüchen genügt. Insbesondere bei Temperatur und Feuchtigkeit lösen sich Kleber und Kabelmantel teilweise voneinander ab. Ein weiterer Nachteil in der Verwendung von Klebern liegt in einer schwierigen Handhabung, bei der Sicherheitsmaßnahmen für die Beschäftigen zu berücksichtigen und eine gleichbleibende Qualität des Klebers bereitzustellen sind.
Aus dem Bereich der Elektrokabel ist es bekannt, ein Kabel mittels eines quer angeordneten Jochs und zweier Schrauben zusammenzuklemmen, um dadurch ein Herausziehen des
Kabelmantels zu verhindern. Für Lichtwellenleiter ist dieses Verfahren nicht einsetzbar, da Lichtwellenleiter keinem Querdruck ausgesetzt werden dürfen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Befestigungsvorrichtung zur Verfügung zu stellen, die in einfacher, kostengünstiger und zuverlässiger Weise die Verbindung eines Kabels mit einem Kabelendstück bereitstellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine
Befestigungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Danach zeichnet sich die erfindungsgemäße Lösung dadurch aus, daß zunächst mindestens ein Kabelmantelende des Kabelmantels zur Verfügung gestellt wird. Dazu wird der Kabelmantel beispielsweise an seinem Ende in ein oder mehrere Endstücke aufgeschlitzt, wobei die Endstücke als Kabelmantelenden bezeichnet werden. Anschließend werden die Kabelmantelenden jeweils um eine Kante eines Halteteils umgebogen bzw. umgelegt.
Die erfindungsgemäße Befestigung des Kabelmantels beruht darauf, daß durch das Umbiegen des Kabelmantelendes um eine Kante eine Zugkraft auf das Kabel bzw. den Kabelmantel von der Kante aufgenommen wird. Je schärfer dabei die Kante und je stärker das Kabelmantelende umgebogen wird, desto höher ist die Auszugfestigkeit der Kabelmantelbefestigung.
Bevorzugt wird das Kabelmantelende daher um eine scharfe Kante eines Halteteils gelegt.
Es wird darauf hingewiesen, daß unter einem Kabelendstück im Sinne der Erfindung jede Vorrichtung zu verstehen ist, die das Ende eines elektrischen oder optischen Kabels aufnimmt. Insbesondere handelt es sich dabei um einen elektrischen oder optischen Stecker, der mit einer zugeordneten Steckeraufnahme gekoppelt wird. Des weiteren wird darauf hingewiesen, daß unter einem Kabelmantel im Sinne der Erfindung jeder äußere Überzug eines Kabels zu verstehen ist.
Bei dem verwendeten Halteteil kann es sich um ein bereits vorhandenes Teil des Kabelendstücks oder alternativ um ein gesondertes Teil handeln, daß sich am Kabelendstück abstützt oder formschlüssig mit diesem verbunden ist.
Die Kabelmantelenden werden bevorzugt um im wesentlichen 180° umgelegt, um ein hohes Maß an Auszugfestigkeit bereitzustellen. Das Halteteil verläuft dabei bevorzugt zwischen den umgelegten Kabelmantelenden und dem Kabelmantel.
Dadurch kann es sicher am Knickpunkt eines umgelegten Kabelmantelendes angreifen.
Sofern die Anforderungen an die Kabelauszugfestigkeit verringert sind, können die Kabelmantelenden auch um einen Winkel kleiner als 180° umgelegt werden. Dabei sollte jedoch eine Umlegung mindestens um im wesentlichen 90° erfolgen, da bei kleineren Winkeln die Auszugfestigkeit stark verringert ist .
Die umgebogenen ■ Kabelmantelenden werden bevorzugt gegenüber dem Kabelendstück fixiert. Dadurch wird sichergestellt, daß sich die Kabelmantelenden nicht zurückbiegen und die Befestigung dabei gelöst wird. Zur Fixierung können gesonderte Fixierelemente wie Bügel etc. verwendet werden. In einer bevorzugten Ausführung werden die umgebogenen Kabelmantelenden in Schlitze einzelner Gehäuseteile des Kabelendstücks eingeführt und dadurch fixiert. Jedoch kann je nach Material des Kabelmantels eine Fixierung auch überflüssig sein, nämlich wenn der Kabelmantel durch eine ohnehin vorhandene Druckfeder in der umgebogenen Stellung gedrückt bleibt. Auch wird darauf hingewiesen, daß eine Fixierung der Kabelmantelenden automatisch durch die Wände oder andere Strukturen des Kabelendstücks erfolgen kann.
Die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung für ein elektrisches und/oder optisches Kabel zeichnet sich dadurch aus, daß sie Befestigungsmittel zur Befestigung des Kabelmantels an dem Kabelendstück besitzt, die mindestens ein Halteteil mit einer Kante aufweisen, um die ein
Kabelmantelende des zu befestigenden Kabels umlegbar ist. Die Kante nimmt dabei auf das Kabel wirkende Zugkräfte auf. Demgemäß ist die Kante des Halteteils bevorzugt als möglichst scharfe Kante ausgebildet, d.h. die Kante weist einen kleinen Krümmungsradius auf.
Sofern das Halteteil ein Bestandteil des Kabelendstücks ist, so ist das Halteteil in einer bevorzugten Ausgestaltung ein dünn geformetes Blech mit einer ersten Seitenkante und einer zweiten Seitenkante ist, wobei die erste Seitenkante an der Knickstelle des umgelegten Kabelmantelendes anliegt und sich die zweite Seitenkante an einem Vorsprung des Kabelendstücks abstützt. Bei diesem Vorsprung handelt es sich insbesondere um die Wand einer Kammer, die das anzukoppelnde Kabel aufnimmt .
Sofern das Halteteil ein gesondertes Teil darstellt, so handelt es sich bei dem Halteteil in einer bevorzugten Ausgestaltung um einen Blechwinkel, der formschlüssig mit dem Kabelendstück verbunden ist. Dabei wird ein Kabelmantelende um eine Kante des Winkels gelegt.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in perspektivischer Ansicht einen Mehrfachstecker zur Aufnahme von Lichtwellenleitern, wobei das Kabelmantelende der Lichtwellenleiter um 180° umgelegt ist,
Fig. 2 eine Detailansicht der umgelegten Kabelmantelenden des Mehrfachsteckers der Fig. 1,
Fig. 3 ein Kabelmantelende und ein zugeordnetes Halteteil des Mehrfachsteckers der Fig. 1,
Fig. 4 in perpektivischer Ansicht einen Einzelstecker zur Aufnahme eines Lichtwellenleiters mit um 180° umgelegten Kabelmantelenden, wobei der Lichtwellenleiter gegenüber dem Stecker der Fig. 1 um 90° gedreht ist und flach im Stecker liegt,
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vorzugsweise aus Blech hergestellten Halteteils 7, das sich zwischen den umgebogenen Endstücken 21, 22 und dem Kabelmantel erstreckt. Das Halteteil 7 stützt sich dabei mit einem nach außen abgebogenen Lappen 71 an einer rückwärtigen Kante 41 in der Kammer 6 ab.
Durch das Umlegen bzw. Umbiegen der Kabelmantelendstücke 21, 22 um 180° an der spitzen Kante des Halteteils 7 werden auf das Kabelende wirkende Zugkräfte sicher von dem Halteteil 7 aufgenommen. Ein Zurückbiegen der Endstücke 21, 22 wird dabei sicher durch deren Anliegen an den Wänden der Kammer 6 des des Steckergehäuses verhindert.
In Fig. 3 ist das Kabelmantelende des Kabelmantels 2 der Fig. 1 und 2 mit den um 180° umgebogenen Endstücken 21, 22 gesondert dargestellt. Ebenfalls dargestellt ist das zugeordnete Halteteil 7, das aus einem dünnen Blech besteht und eine vorderen Kante 72 und den abgebogenen Lappen 71 mit einer hinteren Kante 73 aufweist. Dabei liegt die vordere Kante 72 an der Knickstelle des umgelegten Kabelmantelendes
21, 22 an stützt sich und die hintere Kante 73 gemäß Fig. 2 an der Kante 41 der Kammer 6 abstützt.
Innerhalb des Kabelmantels ist z.B. eine an sich bekannte Ferrule mit dem eigentlichen Lichtleiter angeordnet, diese jedoch der besseren Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt .
Die Herstellung der Befestigung erfolgt derart, daß zunächst die Kabelmantelendstücke 21, 22 durch Aufschlitzen des Kabelmantelendes hergestellt werden. Anschließend wird Das Kabelmantelende in das Gehäuse 1 eingeschoben und werden die Endstücke um 180° umgelegt. Als letztes werden die Halteteile 7 eingesetzt. Das optische Kabel ist nun mit hoher Festigkeit gegen einen Auszug aus dem Gehäuse 1 gesichert.
In der Ausführungsform der Fig. 4 ist der Kabelmantel 2 im Vergleich zur Fig. 1 in um 90° gedrehter Stellung in einen Stecker eingebracht, so daß das Kabel flach im Stecker liegt. Es ist wiederum ein Gehäuse 1' mit Feder 5' und Rastarmen 4' vorgesehen, wobei es sich bei der Fig. 4 um einen Einfachstecker handelt.
Zur Befestigung des Kabelmantels 2 wird des Kabelmantelende in zwei Endstücke aufgeschlitzt, wobei in Fig. 4 nur das obere Endstück 21' zu sehen ist, und jedes Endstück um 180° um die Kante eines Blechteils 8 umgelegt. Das Blechteil 8 ist dabei jeweils seitlich zwischen den Kabelmantel 2 und das umgebogene Endstück 21' geschoben und stützt sich mit einer seitlich abgebogenen Nase 81 an einer Kante des Gehäuses 1' ab. Bei Anbringen eines Deckels (nicht dargestellt) auf das Gehäuse 1' wird das umgebogene Endstück 21' durch anliegende Strukturen des Deckels daran gehindert, in eine nicht umgebogene Lage zurückzukehren, so daß eine sichere Kabelmantelbefestigung vorliegt.
In den Figuren 5 und 6 ist ein Einzelstecker I'1 ohne einen Deckel (Fig. 5) und mit einem aufgesetztem Deckel 9 (Fig. 6) dargestellt. Es handelt sich um einen verkürzten Stecker für minimale Einbaumaße.
Zur Befestigung des Kabelmantels 2 werden die wiederum aufgeschlitzen Kabelmantelendstücke, von denen nur das Kabelmantelendstück 21'' zu sehen ist, um einen Winkel von 90° umgelegt. Das untere, nicht dargestellt Endstück wird dabei um eine nicht dargestellte Kante des Gehäuses l'1 umgelegt. Das obere Endstück 22' ' wird um eine Kante des Deckels 9 gelegt. Nach Befestigen des Deckels 9 ist der Kabelmantel 2 und damit das Lichtwellenleiterkabel gegen axiale Zugkräfte gesichert. Die Feder 5'' sichert dabei zusätzlich die um 90° umgelegten Kabelmantelenden in ihrer umgebogenen Lage.
In dem Gehäuse 1' und in dem Deckel 9 sind Schlitze 10 ausgebildet, in die die umgebogenen Kabelmantelendstücke 21'' eingebracht werden. Dadurch werden sie gegen ein Zurückbiegen in die Ausgangsposition fixiert.
Diese Ausbildung der Erfindung kommt ohne ein gesondertes Blechteil aus. Eine Kante zur Abstützung der umgebogenen Kabelmantelenden wird allein durch Strukturen des Steckergehäuses bzw. des Steckerdeckels zur Verfügung gestellt.
Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausgestaltung nicht auf die vorstehend dargestellten Ausführungsbeispiele. Wesentlich für die Erfindung ist allein, daß mindestens ein Kabelmantelende eines Kabelmantels um eine Kante eines Halteteils umgelegt wird.
Bezugs zeichenliste
1 1' ' Gehäuse
2 Kabelmantel
21, > ZI' ' , 21' ' Kabelmantelendstück
22 Kabelmantelendstück
3 Knickschutzhülle
4 , 4 1 Rastarme
41 Kante 1 5' ' Federelement
6 Kammer
7 Halteteil
71 Lappen des Halteteils
72 Vordere Kante
73 Hintere Kante
8 Blechteil
81 Nase des Blechteils
9 Deckel
10 Schlitz