Edelmetallhaltige Sol-Gel-Hybridmaterialien als Katalysatoren zur partiellen Oxidation von Kohlenwasserstoffen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel und ein amorphes Titan- Silizium-Mischoxid, die gemäß diesem Verfahren herstellbaren Zusammensetzungen sowie deren Verwendung als Katalysator zur partiellen Oxidation von Kohlenwasserstoffen.
Der Sol-Gel-Prozess ist bekannt [L.C. Klein, Ann. Rev. Mar. Sei., 15 (1985) 227; S. J. Teichner, G.A. Nicolaon, M.A. Vicarini and G.E.E. Garses, Adv. Colloid Interface Sei., 5 (1976) 245].
Als Katalysatoipräparationsmethode für Direktoxidationen mit molekularem Sauerstoff und einem Reduktionsmittel wurde dieser Prozess jedoch bisher nicht zur Herstellung von Zusammensetzungen enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel und ein amorphes Titan-Silizium-Mischoxid eingesetzt, da die Eignung der hieraus herstellbaren Zusammensetzungen zur katalytischen Oxidation von Kohlenwasser- Stoffen unbekannt war.
Kristalline Titansilikalit-Katalysatoren sind bekannt.
US-A-4,833,260 beschreibt kristalline Titansilikalit-Katalysatoren, die effektiv die Epoxidation von Olefinen mit dem Oxidationsmittel Wasserstoffperoxid in der
Flüssigphase ermöglichen. Bei den Silikahten ist ein kleiner Teil des Gitter-Siliziums durch Titan ausgetauscht (US-A-4,410,501).
An platinmetallhaltigen Titansilikaliten gelingt die Propenoxidation mit geringer Ausbeute (ca. 1-2 %) und Propenoxid-Selektivitäten von 60-70 % in der Flüssigphase durch eine in situ-Wasserstoffperoxidbildung mit einem Gasgemisch be-
stehend aus molekularem Sauerstoff und molekularem Wasserstoff (JP-A-92/352771, WO-97/47386-A1, WO-96/023 023-A1). Als Nebenreaktion auftretende Hydrierungen führen zu größeren Mengen Propan als Nebenprodukt und die Tatsache, dass es sich um eine Flüssigphasenreaktion handelt, bei der sich das gebildete Epoxid in der Flüssigphase anreichert, machen diese Verfahren für einen industriellen Einsatz wenig interessant.
In US-A-5 623 090 wird eine Gasphasen-Direktoxidation von Propen zu Propenoxid mit relativ kleinen Propenumsätzen (0,5-1 % Propenumsatz bez. auf eine 10 %ige Propen-Feedkonzentration), aber Propenoxid-Selektivitäten von > 90 % mit Sauerstoff als Oxidationsmittel beschrieben. Es handelt sich hierbei um eine Gold-Titan- dioxid-katalysierte Gasphasenoxidation mit molekularem Sauerstoff in Gegenwart von Wasserstoff bei Temperaturen von 40-70°C. Als Katalysator wird handelsübliches kristallines Titandioxid mit vorwiegend Anatasmodifikation (P 25, Degussa; 70 % Anatas u. 30 % Rutil) verwendet, das mit nanoskaligen Goldteilchen mit einer
Abscheidung-Ausfällungsmethode (deposition-precipitation) belegt wird. Dieses Verfahren hat neben den relativ geringen Propenumsätzen den großen Nachteil, dass die offenbarten Katalysatoren mit der Zeit stark desaktivieren. Typische Halbwertszeiten bei Normaldruck und 50°C liegen bei 30-150 Minuten. Temperatur- und/oder Druckerhöhung zur Steigerung des Umsatzes verkürzen die Halbwertszeiten weiter.
In einer anderen Ausfuhrungsform werden bei gleichen Eduktgasen Katalysatoren verwendet, bei denen Goldpartikel auf einen Träger, bestehend aus fein dispergierten Titanzentren auf einer Siliziumdioxidmatrix - analog der Shell-Variante [US-A- 3,923,843] wird ein heterogenes Titan- und Silizium-haltiges Material verwendet, welches durch Imprägnierung von SiO2 mit Titanprecursom in Lösung hergestellt wird - aufgebracht werden (WO-98/000415-A1; WO-98/00414-A1; EP-Al- 0 827 779). Alle diese Katalysatoren, die durch Imprägnierung der rein anorganischen Silikaoberfläche mit Titanprecursom in Lösung und nachfolgender Gold- belegung durch Abscheidung-Ausfallung (deposition-precipitation) und anschließender Calcinierung unter Luftatmosphäre erhaltenen Materialien zeigen relativ
geringe Propenumsätze, desaktivieren rasch (typische Halbwertszeiten liegen bei 10- 50 h) und können deshalb nicht in großtechnischen Anlagen eingesetzt werden.
Aus WO-98/00413-A1 sind Katalysatoren bekannt, bei denen Goldpartikel auf anorganische mikroporöse, kristalline Gerüstsilicate mit definierter Porenst ktur
(z.B. TS-1, TS-2, Ti-Zeolithe wie Ti-Beta, Ti-ZSM-48 oder titanhaltige, mesoporöse Molekularsiebe wie z.B. Ti-MCM-41 oder Ti-HMS) aufgebracht werden. Alle diese rein anorganischen Gold-Silikalit-, bzw. Gold-Zeolith-Katalysatoren zeigen zwar gute Selektivitäten bei der partiellen Oxidation, die Umsätze der Kohlenwasserstoffe und vor allem die Katalysatorstandzeiten sind für die Anwendung in der chemischen
Industrie aber völlig unzureichend.
Die beschriebenen Methoden zur Katalysatorpräparation sind in Bezug auf Katalysatoraktivität und -Standzeit höchst unzufriedenstellend. Für technische Prozesse, die mit gering-aktiven Katalysatoren arbeiten, werden riesige Reaktoren benötigt. Geringe Katalysatorstandzeiten bedingen Produktionsausfall während der Regenerierungsphase oder verlangen nach einem redundanten, kostenintensiven Produktionsweg.
Es ist also die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von Katalysatoren wünschenswert, die bei exzellenten Selektivitäten hohe Aktivitäten bei technisch interessanten Standzeiten erreichen können.
Weiterhin besteht der Wunsch nach einer domänenfreien Struktur der Katalysatoren.
Eine weitere Aufgabe besteht darin, die Nachteile des Verfahrens gemäß des Stands der Technik zu verkleinem.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein technologisch einfaches katalytisches Gasphasen verfahren zur selektiven Oxidation von Kohlenwasserstoffen mit einem gasförmigen Oxidationsmittel an preiswerten Feststoffkata-
lysatoren zur Verfügung zu stellen, welches bei sehr hohen Selektivitäten und technisch interessanten Katalysatorstandzeiten zu hohen Ausbeuten und geringen Kosten führt.
Die Aufgaben werden erfindungsgemäß durch die Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung einer geträgerten Zusammensetzung enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel und ein amorphes Titan-Silizium-Mischoxid, dadurch gekennzeichnet, dass man das Titan-Silizium-Mischoxid durch ein Sol-Gel- Verfahren herstellt, und das bevorzugt organisch-anorganische Sol-Gel-Hybridsysteme hergestellt werden, gelöst.
Die erfϊndungsgemäß herstellbare geträgerte Zusammensetzung enthält Gold und/oder Silber auf einem Trägermaterial. Im katalytisch aktiven Zustand liegt Gold und/oder Silber hauptsächlich als elementares Metall (Analysae durch X-ray absorption spectroscopy). Kleine Gold- und/oder Silberanteile können auch in einem höheren Oxidationszustand vorliegen. Nach TEM-Aufhahmen zu urteilen liegt der größte Anteil des vorhandenen Golds und/oder Silbers auf der Oberfläche des Trägermaterials vor. Es handelt sich um Gold- und/oder Silbercluster im Nanometer- maßstab. Bevorzugt werden geträgerte Zusammensetzungen in denen die Gold- partikel einen Durchmesser im Bereich von 0,5 nm bis 50 nm, bevorzugt 2 bis 15 nm und besonders bevorzugt 2,1 bis 10 nm besitzen. Bevorzugt besitzen die Silberpartikel einen Durchmesser im Bereich von 0,5 - 100 nm, bevorzugt 0,5 - 40 nm und besonders bevorzugt 0,5 - 20 nm.
Die Goldkonzentration sollte vorteilhaft im Bereich von 0,001 bis 4 Gew.-%, bevorzugt 0,001 bis 2 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,005-1,5 Gew.-% Gold betragen.
Die Silberkonzentration sollte vorteilhaft im Bereich von 0,005 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 0,01 bis 15 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,1 bis 10 Gew.-%
Silber betragen.
Höhere Gold- und/oder Silberkonzentrationen als die erwähnten Bereiche bewirken keine Steigerung der katalytischen Aktivität. Aus ökonomischen Gründen sollte der Edelmetallgehalt die minimal notwendige Menge zur Erlangung höchster Kataly- satoraktivität betragen.
Unter Titan-Silizium-Mischoxid im Sinne der Erfindung wird allgemein eine Süiciumkomponente, die in chemischer Kombination mit einer Titankomponente, z.B. Titanoxid oder -hydroxid, und evtl. weiteren Fremdoxiden (Promotoren) vor- liegt, verstanden. Dieses amorphe Titan-Silizium-Mischoxid wird in Kontakt mit
Gold und/oder Silber gebracht. Die Polarität der Oberfläche des erfindungsgemäßen Katalysators kann gegebenenfalls gezielt eingestellt werden, z.B. durch Silylierungs- mittel und/oder durch Einbau von hydrophoben Gruppen in die Trägermatrix (z.B. Alkyl- und/oder Arylgruppen, oder Fluor).
Die Erzeugung der Edelmetallpartikel auf den Titan-Silizium-haltigen Mischoxiden ist nicht auf eine Methode beschränkt. Zur Generierung von Gold- und/oder Silber- partikeln seien hier einige Beispielverfahren wie Abscheidung-Ausfällung (Deposi- tion-Precipitation) wie in EP-B-0 709 360 auf S. 3, Z. 38 ff. beschrieben, Imprägnie- rang in Lösung, Incipient-wetness, Kolloid- Verfahren, Sputtern, CVD, PVD genannt.
Es ist ebenfalls möglich, Vorläuferverbindungen der Edelmetalle direkt in den Sol- Gel-Prozess zu integrieren. Nach Trocknung und Temperung der edelmetallhaltigen Gele werden ebenfalls nanoskalige Gold- und/ oder Silberpartikel erhalten. Unter Incipient-wetness wird hierbei die Zugabe einer Lösung enthaltend lösliche Gold- und/oder Silberverbindungen zum Trägermaterial verstanden, wobei das Volumen der Lösung auf dem Träger kleiner oder gleich als das Porenvolumen des Trägers ist. Somit bleibt der Träger makroskopisch trocken. Als Lösungsmittel für Incipient Wetness können alle Lösungsmittel verwendet werden, in denen die Edelmetallverläuferverbindungen löslich sind, wie Wasser, Alkohole, Ether, Ester, Acetate, Ketone, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Amine, usw..
Bevorzugt werden nanoskalige Goldpartikel nach den Methoden Inicpient Wetness und Imprägnierung, nanoskalige Silberpartikel nach den Methoden Incipient Wetness, Imprägnierung und Abscheidung- Ausfällung.
Überraschend gelingt die Generierung von nanoskaligen Goldpartikeln aus löslichen
Goldverbindungen wie Tetrachlorogoldsäure z.B. nach der Incipient-Wetness- Methode auch in Gegenwart von oligomeren oder polymeren Hilfsstoffen, wie Poly- vinylpyrolidon, Polyvinylalkohol, Polypropylenglykol, Polyacrylsäure usw. oder in Gegenwart von komplexbildenden Komponenten wie Cyaniden, Acetylaceton, Ethylacetoacetat usw. Bevorzugt werden komplexbildende Zusätze wie Cyanide, z.B.
Alkali- oder Erdalkalicyanide, eingesetzt.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können vorteilhaft vor und oder nach der Edelmetallbelegung durch thermische Behandlung bei 100-1000°C in verschie- denen Atmosphären wie Luft, Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid weiter aktiviert werden. Bevorzugt ist eine thermische Aktivierung bei 150-300°C in sauerstoffhaltigen Gasen wie Luft, oder Sauerstoff- Wasserstoff- bzw. Sauerstoff-Edelgas-Gemischen oder Kombinationen davon oder unter Inertgasen bei 150-1000°C wie Stickstoff und/oder Wasserstoff und/oder Edelgasen oder Kombi- nationen davon. Besonders bevorzugt erfolgt die Aktivierung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen unter Inertgasen im Temperaturbereich von 200-600°C. Es kann aber auch vorteilhaft sein, die erfindungsgemäßen Trägermaterialien bei Temperaturen im Bereich von 200-1000°C zu tempern und diese dann anschließend mit Edelmetall zu belegen. Die thermisch aktivierten (getemperten) erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zeigen häufig eine signifikant höhere katalytische Aktivität und eine verlängerte Standzeit im Vergleich zu bekannten Katalysatoren.
Die Mischoxide im Sinne der Erfindung enthalten bezogen auf Siliziumoxid zwischen 0,1 und 20 Mol-% Titan, bevorzugt zwischen 0,5 und 10 Mol-%, besonders bevorzugt zwischen 0,6 und 6 Mol-%. Das Titan liegt in oxidischer Form vor und ist bevorzugt chemisch über Si-O-Ti-Bindungen in das Mischoxid eingebaut oder
angebunden. Aktive Katalysatoren dieser Art weisen nur sehr untergeordnet Ti-O-Ti- Domänen auf.
Neben Titan können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen weitere Fremdoxide, sogenannte Promotoren, aus der Gruppe 5 des Periodensystems nach IUPAC (1985), wie Vanadium, Niob und Tantal, bevorzugt Tantal, der Gruppe 3, bevorzugt Yttrium, der Gruppe 4, bevorzugt Zirkon, der Gruppe 8, bevorzugt Fe, der Gruppe 15, bevorzugt Antimon, der Gruppe 13, bevorzugt Aluminium, Bor, Thallium und Metalle der Gruppe 14, bevorzugt Germanium, enthalten
Diese Promotoren liegen vorteilhaft zum größten Teil homogen, d.h. mit relativ geringer Dömanenbildung, vor. Die eingebauten Promotoren „M" liegen in den Mischoxidmaterialien in der Regel dispers vor und sind vorteilhaft über Element-O- Si Bindungen gebunden. Die chemische Zusammensetzung dieser Materialien läßt sich über weite Bereiche variieren. Der Anteil des Promotorelementes liegt bezogen auf Siliziumoxid im Bereich von 0-10 Mol-%, bevorzugt bei 0-4 Mol-%. Selbstverständlich können auch mehrere verschiedene Promotoren eingesetzt werden. Die Promotoren werden bevorzugt in Form von im jeweiligen Lösungsmittel löslichen Promotor- Vorläuferverbindungen, wie Promotorsalzen und/oder Promotor- organischen Verbindungen, und/oder Promotor-organisch-anorganischen Verbindungen eingesetzt.
Diese Promotoren können sowohl die katalytische Aktivität der Zusammensetzung als auch die Standzeit der Zusammensetzung bei katalytischen Oxidationsreaktionen von Kohlenwasserstoffen erhöhen.
Die Kristallstruktur der Silizium-Komponente ist prinzipiell beliebig wählbar, aber die amorphe Modifikation wird bevorzugt. Die Kristallstruktur des Titanoxids ist prinzipiell beliebig wählbar, bevorzugt wird aber die amorphe Titandioxidmodifika- tion. Das Titan-Silizium-Mischoxid muß nicht als Reinkomponente vorliegen, sondern kann auch als komplexes Material z.B. in Kombination mit anderen Oxiden vor-
liegen (z.B. Titanate). Nach unserer Erkenntnis stellen besonders die Titanzentren, die chemisch an Silica und/oder anorganischen Silikaten gebunden sind, katalytisch aktive Zentren dar.
Die Titan-haltigen Mischoxidmaterialien werden über Sol-Gel-Prozesse hergestellt.
Dies geschieht beispielsweise durch Mischen geeigneter, meist niedermolekularer Verbindungen in einem Lösungsmittel, wonach durch Zugabe von Wasser und gegebenenfalls Katalysatoren (z.B. Säuren, Basen und/oder metallorganische Verbindungen und/oder Elektrolyten) die Hydrolyse- und Kondensationsreaktion einge- leitet wird. Die Durchführung solcher Sol-Gel-Prozesse ist dem Fachmann grundsätzlich bekannt.
Geeignete Vorläuferverbindungen für Silizium-, Titan- und Promotorzentren sind vorteilhaft entsprechende für den Sol-Gel-Prozess geeignete niedermolekulare anorganische Mischverbindungen oder bevorzugt eine Kombination aus entsprechenden anorganischen und organisch-anorganischen Mischverbindungen. Niedermolekular steht im Sinne der Erfindung für monomer oder oligomer. Bei ausreichender Löslichkeit sind auch polymere Vorläuferverbindungen von Silizium, Titan und Promotoren geeignet.
Die Herstellung des Titan-Silizium-Mischoxids erfolgt durch gleichzeitige Polymerisation von geeigneten Si- und Ti-Precursorn, z.B. co-Polykondensationen zu amorphen Xerogelen oder Aerogelen oder ähnliche (Sol-Gel-Prozess). Dieser Sol- Gel-Prozess basiert auf der Polykondensation hydrolysierter, kolloidal gelöster Metallkomponentengemische (Sol) unter Bildung eines amorphen, dreidimensionalen Netzwerkes (Gel). Zur Verdeutlichung hierfür dient das nachfolgende Schema:
Gel-Netzwerk
Die Hydrolyse erfolgt, indem hydrolysierbare Silizium- und Titan- Vorläufer in einem geeigneten Lösungsmittel vorgelegt und dann mit Wasser gemischt werden und gegebenenfalls die Mischung mit einer minimalen Menge Lösungsvermittler homogenisiert wird. Da die Hydrolyse von Siliciumvorläuferverbindungen unter Normalbedingungen langsam ist, benötigt man Katalysatoren, um sie schnell und vollständig ablaufen zu lassen (J. Livage et al., Chemistry of Advanced Materials: An Overview (Hrsg.: L.V. Interrante et al., VCH, New York, 1998, S. 389-448). Die entstehenden Silanole kondensieren unter Bildung von Siloxanverbindungen. Dabei entstehen gelöste Polysiloxan-Netzwerke. Verzweigung und Quervernetzung setzen sich fort, bis das Polymer so groß ist, dass der Gel-Übergang eintritt. Das Gel besteht zunächst aus einem festen Polymernetzwerk, das mit Lösungsmittel durchsetzt ist. Bei der anschließenden Trocknung schrumpft das Netzwerk unter Verlust des Lösungsmittels, wobei ein Xerogel aus Polysiloxan entsteht. Bei der Trocknung des Gels unter überkritischen Bedingungen bezeichnet man das entstehende Produkt als Aerogel (A. Baiker et al., Catal. Rev. Sei. Eng. 1995, 37, 515-556).
Bevorzugte Lösungsmittel für den Sol-Gel-Prozess sind Alkohole wie Isopropanol, Butanol, Ethanol, Methanol oder Ketone wie Aceton, oder Ether oder chlorierte Kohlenwasserstoffe.
Geeignete Ausgangsmaterialien sind sämtliche dem Fachmann bekannten löslichen Silizium- und Titanverbindungen der allgemeinen Formel (I), die als Ausgangsmaterial für die entsprechenden Oxide oder Hydroxide dienen können,
[RxM'(OR')4.x] (I),
wobei
M' ausgewählt wird aus Silizium und Titan,
R und R' gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander ausgewählt werden aus der Gruppe Cι-C12-Alkyl, Alkylen und C6-C12-Aryl, wobei x = 0,1,2,3 ist und R' auch H sein kann. Bevorzugt ist X = 1,2 oder 3. R' und R können auch Alkyl(Aryl)silane wie z.B. Trimethylsilyl sein.
Bei den bevorzugten organisch modifizierten Silanen sind eine oder mehrerer hydrolysierbarer Gruppen durch terminale und/oder verbrückte gesättigte (z.B. CH3, C2H5, C3H7, ..) oder durch ungesättigte (z.B. C2H3, C6H5) R-Gruppe(n) ersetzt worden. Es können auch polyf nktionelle Organosilane, z.B. Silanole und Alkoxide, eingesetzt werden. Es können auch Silane, organisch modifiziert oder auch nicht, in
Gegenwart von di- oder Mehrfachalkoholen wie 1,4-Butandiol, zu organisch modifizierten Polysiloxanen umgesetzt werden. Verbrückte R-Gruppen (Alkylen- reste) sind im Sinne der Erfindung verbrückte Strukturen wie kettenförmige, sternförmige (verzweigt), käfigförmige oder ringförmige Strukturelemente. Mischoxide mit organischen Bestandteilen werden als organisch-anorganische Hybridmaterialien bezeichnet. Erfindungsgemäße organisch-anorganische Hybridmaterialien enthalten im Ti-Si-Netzwerk terminale und/oder verbrückende organische Gruppen. Diese Hybridmaterialien sind bevorzugt im Sinne der Erfindung.
In die Netzwerkstruktur können auch zur gezielten Einstellung der Oberflächenpolarität Polysiloxane, wie Polydimethylsiloxan (PDMS), evtl. mit fiinktionalisierten Endgruppen wie Hydroxyl oder Alkoxy, und/oder Diphenylsilandiol homogen eingebaut werden.
Die organisch-anorganischen Silicium- und Titanverläuferverbindungen können auch in Kombination mit rein anorganischen Netzwerkbildnern wie Tetraethoxysilan, Tetramethoxysilan usw. eingesetzt werden. Anstelle monomerer Alkoxide können auch deren Kondensationsprodukte verwendet werden, wie z.B. Si(OC2H5)4. Desweiteren können auch oligomere bzw. polymere Systeme wie Poly(diethoxysiloxan) eingesetzt werden.
Die hier bevorzugt verwendeten modifizierten Silane unterscheiden sich deutlich von den üblicherweise verwendeten rein anorganischen Netzwerkbildner wie Alkoxy- silanen [Si(OR)4] mit vier hydrolysi erbaren Gruppen, welche z.B. zur Herstellung von kristallinen Gerüstsilikaten mit definierter Porenstruktur (WO-98/00413-A1; TS 1 , TS 2, Ti-MCM 41 und 48) eingesetzt werden.
Im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Katalysatoren ist ein gemeinsames Merkmal aller zuvor bekannten Katalysatoren, dass Goldpartikel auf rein anorganischen Trägermaterialien, d. h. dass das Festkörpergerüst aus rein anorganischen Silizium- Sauerstoff- und Titan-Sauerstoff-Einheiten besteht, aufgebracht wurden.
Unter Alkyl werden sämtliche dem Fachmann bekannte terminalen und/oder verbrückten lineare oder verzweigte Alkylreste mit 1 bis 12 C- Atomen verstanden, wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, i-Butyl, t-Butyl, n-Pentyl, i-Pentyl, neo- Pentyl, Hexyl und die weiteren Homologen, die ihrerseits wiederum substituiert sein können. Als Substituenten kommen hierbei Halogen, Nitro, oder auch Alkyl, Hydroxid oder Alkoxy, sowie Cycloalkyl oder Aryl in Frage, wie Benzoyl, Tri- methylphenyl, Ethylphenyl, Chlormethyl, Chlorethyl und Nitromethyl. Bevorzugt werden unpolare Substituenten wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, i- Butyl, t-Butyl und Benzoyl eingesetzt. Auch höhermolekulare und/oder oligomere organisch-anorganische Silizium- und Titanvorläufer sind geeignet, wie gamma- Glycidoxypropyltrimethoxysilan, 3,4-Epoxycyclohexyl-ethyl-trimethoxysilan, l-(Triethoxysilyl)-2-(diethoxymethylsilyl)ethan, tris(gamma)-Trimethoxypropyl)iso- cyanurat, peralkylierte Cyclosiloxane wie Hexamethylcyclotrisiloxan, Octamethyl- tetrasiloxan oder Decamethylpentasiloxan. Auch Polyalkyl(aryl)siloxane wie Polydi- methylsiloxan sind geeignet.
Unter Aryl werden sämtliche dem Fachmann bekannte ein- oder mehrkernige
Arylreste mit 6 bis 12 C- Atomen verstanden, wie Phenyl, Naphthyl oder Fluorenyl, die ihrerseits wiederum substituiert sein können. Als Substituenten kommen hierbei
Halogen, Nitro oder auch Alkyl oder Alkoxyl, sowie Cycloalkyl oder Aryl in Frage,
wie Bromphenyl, Chlorphenyl, Toloyl und Nitrophenyl. Bevorzugt werden Phenyl, Fluorenyl, Bromphenyl, Chlorphenyl, Toloyl und Nitrophenyl.
Beispiele sind die entsprechenden Alkoxide, lösliche Salze, und Silizium-, bzw. Titanorganische Verbindungen.
Obwohl alle Salze wie Halogenide, Nitrate und Hydroxide verwendet werden können, werden die Alkoxide, z.B. Butoxid, Isopropoxid, Propoxid, Ethoxid dieser Elemente bevorzugt.
Bevorzugt werden Titanderivate wie Tetralkoxytitanate, mit Alkylgruppen von Cι-Cι2 wie iso-Butyl, tert-Butyl, n-Butyl, i-Propyl, Propyl, Ethyl, usw., oder andere organische Titanspezies wie Tetrakis(trimethylsilyl)titanat, Titanylacetylacetonat, Dicyclopentadienyltitandihalogenid, Titandihalogendialkoxid, Titanhalogentrialk- oxid besonders bevorzugt in Kombination mit Alkylgruppenhaltigen Titanverbindungen verwendet. Bei Halogensubstituenten wird Chlor bevorzugt. Es können auch Titansilsesquioxane der allgemeinen Formel TiLRySi O^, wobei L ein Alkyl, Cycloalkyl, Arylalklyl, Alkylaryl, Alkoxy, Aryloxy, Siloxy, Amido oder eine Hydroxylgruppe und R ein Cyclopentyl, Cyclohexyl oder eine Cycloheptylgruppe ist. Bevorzugt wird Titanisopropoxyheptacyclopentylsilsesquioxan eingesetzt. Es können auch Mischalkoxide von Titan mit anderen Elementen wie z.B. Titantriisopropoxd-tri-n-butylstannoxid eingesetzt werden. Die Titanvorläuferverbindungen können auch in Gegenwart von komplexbildenden Komponenten wie z.B. Acetylaceton oder Ethylacetoacetat eingesetzt werden.
Werden Anteile Tetraalkylorthotitanat durch Trialkoxytitanspezies, z.B. Trialkoxy- methyltitan, substituiert, kann die Oberflächenpolarität zusätzlich eingestellt werden. Neben monomeren Alkoxiden können genausogut polymere Systeme, wie z.B. Poly- (Diethoxysiloxanethyltitanat), Poly-(Octylenglycoltitanat) usw. eingesetzt werden.
Weiterhin bevorzugt werden Tetra-n-butylorthotitanat, Tetraisopropoxytitanat, Tetrapropoxytitanat, Titanacetylacetonat, Titanisopropoxyheptacyclopentylsilsesqui- oxan und Titanchloride wie Titanocenchlorid oder Titantetrachlorid.
Neben monomeren Alkoxiden können genausogut polymere Systeme, wie z.B.
Poly(diethoxysiloxan), Poly-(Diethoxysiloxan-s-butylaluminat), usw. eingesetzt werden.
Co-Fällungen oder Co-gele von Si, Ti und gegebenenfalls Promotoren, Si und Ti, Si und gegebenenfalls Promotoren, Ti und gegebenenfalls Promotoren, oder Si und gegebenenfalls Promotoren können ebenfalls als Ausgangsverbindungen im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden.
Besonders für technische Großanwendungen liefern auch Verfahren auf Wasser- glasbasis - eine wäßrige Natriumsilikatlösung wird z.B. nach Ionenaustausch im
Sauren hydrolysiert, oder Verfahren, in dem Kieselsäure in ein organisches Lösungsmittel überführt und in diesem Medium dann wahlweise sauer, neutral oder basisch katalysiert kondensiert wird - bevorzugte Ausgangsstoffe im Sinne der Erfindung, so daß die sog. Wassergläser weiterhin bevorzugt sind.
Als Lösungsmittel werden im erfindungsgemäßen Verfahren bei Verwendung von wasserempfindlichen Verläuferverbindungen (z.B. Alkoxide) polare organische Lösungsmittel wie Alkohole z.B. Methanol, Ethanol, Isopropanol, Butanol, bevorzugt Ethanol, Isopropanol oder Methanol, oder andere dem Fachmann bekannte polare organische Lösungsmittel, die den Sol-Gel-Prozeß nicht nachteilig beeinflussen, wie Aceton, Sulfolan, oder ähnliche Lösungsmittel, bevorzugt Aceton eingesetzt. Bei Verwendung von sogenannten Wassergläsern werden Wasser und mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel, wie Alkohole, eingesetzt, bevorzugt wird Wasser eingesetzt. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel und Titan- und Silizium -haltige Materialien können im getrockneten Zustand
näherungsweise durch folgende empirische allgemeine Formel (II) beschrieben werden (die nach Modifizierung gebildeten Reste an der Oberfläche und gegebenenfalls unvollständig abreagierte Gruppen werden hier nicht berücksichtigt):
SiOx * Org * TiOy * MOz * E (II)
SiOx steht für Siliziumoxid, Org bedeutet in der Formel die, vorzugsweise im Sol- Gel-Prozess aus den organisch-anorganischen Vorläufern gebildeten, organischen Bestandteile, M ist ein Promotor, bevorzugt Ta, Fe, Sb, V, Nb, Zr, AI, B, TI, Y, Ge oder Kombinationen davon, E bedeutet Gold und/oder Silber (Edelmetall) und x, y und z stehen für die effektiv notwendige Anzahl an Sauerstoff um die Valenzen von Si, Ti, und M abzusättigen.
Die oben bezeichnete Zusammensetzung (II) lässt sich über weite Bereiche variieren.
Bezogen auf Siliziumoxid kann der Anteil von Org in Molprozent zwischen 0 und 300 % betragen. Bevorzugt liegt er im Bereich von 10 bis 150 %, besonders bevorzugt im Bereich von 30 bis 120 %. Der Anteil von Titanoxid liegt bezogen auf Siliziumoxid im Bereich von 0,1 bis 10 Mol-%, bevorzugt im Bereich von 0,5 bis 8,0 %, besonders bevorzugt im Bereich von 2,0 bis 7,0 %. Der Anteil von MOz liegt bezogen auf Siliziumoxid im Bereich von 0 bis 12 Mol-%. Der Anteil von E liegt bezogen auf die edelmetallfreie Zusammensetzung im Bereich von 0,001 bis 20 Gew.-%. Bei Gold liegt er bevorzugt im Bereich von 0,001 bis 4 Gew.-%, bei Silber bevorzugt im Bereich von 0,005 bis 20 Gew.-%.
Die gestellten Aufgaben werden weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel und Titan- und Silizium- haltige Materialien.
Die Reihenfolge der Arbeitsschritte bei der Sol-Gel-Synthese ist nicht festgelegt. Die
Generierung der erfindungsgemäßen Katalysatoren gelingt beispielsweise durch
gleichzeitige Hydrolyse und/oder Kondensation von Si-und Ti-Precursoren, durch Umsetzung der organisch-anorganischen Vorläuferverbindungen mit entsprechenden Ti- Verbindungen unter gegebenenfalls anschließender Zugabe der entsprechenden Si- Verbindungen oder durch gleichzeitige Umsetzung von organisch-anorganischen Vorläuferverbindungen, entsprechender Titan- und Silizium- Verbindungen.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die hier bevorzugte organisch-anorganische Siliziumvorläuferverbindung in einem Lösungsmittel vorgelegt, unter Zugabe eines Katalysators mit einem Unterschuss Wasser, bezogen auf die theoretisch notwendige Menge, anhydrolysiert, anschließend die Titanverbindung zugegeben und weiteres Wasser, gegebenenfalls mit Katalysator, zugesetzt. Nach der Gelbildung, die in Abhängigkeit von der Zusammensetzung, des Katalysators, der Wassermenge und der Temperatur nach wenigen Minuten bis einigen Tagen erfolgen kann, wird das Gel sofort oder nach einer Alterungszeit von bis zu 30 Tagen oder noch länger getrocknet. Gegebenenfalls können zur Vervollständigung der Hydrolyse- und
Kondensationsreaktionen eine oder mehrere Behandlungen des feuchten und/oder bereits getrockneten Gels mit einem Uberschuss an Wasser oder Wasserdampf erfolgen. Die Trocknung an Luft oder Inertgas erfolgt bevorzugt zwischen 50 und 250°C, besonders bevorzugt zwischen 100 und 180°C.
Die Hydrophobizität der erfindungsgemäßen organisch-anorganischen Hybrid- Materialien wird maßgeblich durch die Anzahl und Art der endständigen und verbrückenden Si-C-Bindungen bestimmt. Diese haben gegenüber anderen organischen Bindungen, wie z.B. Si-O-C-Bindungen, den zusätzlichen Vorteil, dass sie weitestgehend chemisch inert sind, d. h. gegen Hydrolyse- und Oxidationsreaktionen unempfindlich sind.
Die Edelmetalle können in Form von Vorläuferverbindungen, wie Salzen oder organischen Komplexen oder Verbindungen während des Sol-Gel-Prozesses zuge- geben werden, oder aber nach Herstellung des Gels in bekannter Weise, z.B. durch
Fällung, Imprägnierung in Lösung, Incipient wetness, Sputtern, Kolloiden, CVD
aufgebracht werden. Gegebenenfalls schließt sich an diesen Schritt eine Ober- flächenmodifizierung der Zusammensetzung an.
Die Oberflächenmodifizierung kann sowohl vor als auch nach der Edelmetall- belegung erfolgen. DE 199 18 431.3 beschreibt eine geträgerte Zusammensetzung enthaltend Gold- und/oder Silberpartikel, Titanoxid und einen siliziumhaltigen Träger, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Zusammensetzung an der Oberfläche Gruppen ausgewählt aus Siliziumalkyl-, Siliziumaryl, fluorhaltige Alkyl- oder fluorhaltige Arylgruppen trägt, sowie deren Verwendung als Katalysatoren zur Dirextoxidation von Kohlenwasserstoffen. Organisch-anorganische Hybridmaterialien als Träger werden nicht offenbart.
Unter Modifizieren wird im Sinne der Erfindung insbesondere das Aufbringen von Gruppen ausgewählt aus Siliziumalkyl-, Siliziumaryl-, fluorhaltigen Alkyl- oder fluorhaltigen Arylgruppen auf die Oberfläche der geträgerten Zusammensetzung verstanden, wobei die Gruppen kovalent oder koordinativ an die funktionellen Gruppen (z.B. OH-Gruppen) auf der Oberfläche gebunden vorliegen. Allerdings ist auch jede andere Oberflächenbehandlung ausdrücklich im Umfang der Erfindung eingeschlossen.
Für technische Anwendungen liefern auch Verfahren auf Wasserglasbasis - eine wässrige Natriumsilikatlösung wird z.B. nach Ionenaustausch im Sauren hydrolysiert, oder Verfahren, in dem Kieselsäure in ein organisches Lösungsmittel überführt und in diesem Medium dann wahlweise sauer, neutral oder basisch katalysiert kondensiert wird - geeignete Titan-Silizium-Mischoxide.
Als Katalysatoren für den Sol-Gel-Prozess werden im erfindungsgemäßen Verfahren Säuren oder Basen eingesetzt. Die geeigneten Säuren und Basen sind dem Fachmann aus der Sol-Gel-Literatur bekannt, wie L.C. Klein, Ann. Rev. Mar. Sei., 15 (1985) 227; S. J. Teichner, G.A. Nicolaon, M.A. Vicarini and G.E.E. Garses, Adv. CoUoid
Interface Sei., 5 (1976) 245. Insbesondere seien anorganische, wässrige oder
nichtwässrige Mineralsäuren wie Salzsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Fluorwasserstoffsäure oder ähnliche und organische Säuren wie p-Tolylsul- fonsäuren, Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure genannt. Besonders bevorzugt werden Salzsäure, Salpetersäure und p-Tolylsulfonsäure verwendet.
Die Einsatzmengen der Ausgangsverbindungen sind über einen weiten Bereich variierbar. Typische molare Verhältnisse von hydrolysierbaren-Si(Ti)-Spezies zu Wasser liegen im Bereich von 0,5-32, bevorzugt bei 0,5-10.
In die kolloidalen Silicasole können auch geeignete Katalysatorträgermaterialien, wie z.B. die pyrogenen Silica wie Aerosile und/oder Cab-osile, suspendiert bzw. dispergiert werden. Zusätzliche kondensierbare, multifunktionelle Moleküle, wie z.B. monomere oder polymere Glykole, Metallhalogenide, Cellulose, Methylcellulose, Gelatine oder ähnliche Verbindungen können auch zum gezielten „Materialdesign" eingesetzt werden; ähnlich den hydrolysierten Alkoxymetallaten lassen sich diese
Polymere in das Gel-Netzwerk homogen einbauen. Die Zugabe von hydrophoben organischen Lösungsmitteln zu der Sol-Phase (dispergierte Phase), z.B. monofunk- tionelle aliphatische Alkohole mit mehr als acht Kohlenstoffatomen, bewirkt Emulsionsbildung (dispergierte Sol-Phase und homogene Emulsionsflüssigkeit) und damit die Möglichkeit, das Material weiter maßzuschneidern.
Das Verfahren wird durchgeführt bei Drücken im Bereich von Normaldrack bis 10 bar, insbesondere bei Normaldrack.
Das Verfahren wird durchgeführt bei Temperaturen im Bereich von 0-100°C, insbesondere bei 10-60°C.
Als Reaktoren eignen sich sämtliche im Stand der Technik beschriebenen Reaktoren und Reaktoreinbauten.
Die im Verfahren erhaltenen nassen Gele (Aqua-, Hydro- oder Alkogele genannt) werden auf konventionelle Weise getrocknet, also durch z.B. Drackerniedrigung oder/und Temperaturerhöhung. Die nassen Gele werden vorteilhaft vor der Trocknung zu Pulvern zerkleinert. Sollen keine Pulver, sondern Formkörper herge- stellt werden, wird das Sol vor der Gelierung in entsprechende formgebende Formen überführt, dann geliert und getrocknet. Die konventionelle Trocknung ist oft mit Schrumpfung des zunächst einheitlichen Gelköφers durch Verdampfen der Porenflüssigkeit verbunden. Zum Austausch der Porenflüssigkeit gegen Luft unter Erhaltung des filigranen, festen Netzwerkes (Aerogele) müssen spezielle Trocknungs- verfahren angewendet werden. Am gebräuchlichsten ist die „überkritische
Trocknung" mit Kohlendioxid.
Die Herstellung der endgültigen amoφhen, edelmetallhaltigen Zusammensetzung bestehend aus Titan-Silicium-Mischoxid und Gold und/oder Silbeφartikeln ist nicht begrenzt.
Die Edelmetalle können in Form von Verläuferverbindungen, wie Salzen oder organischen Komplexen oder Verbindungen während des Sol-Gel-Prozesses zugegeben werden oder aber nach Herstellung des Gels in bekannter Weise, z.B. durch Imprägnierung, Incipient wetness oder Fällung aufgebracht werden. Gegebenfalls schließt sich an diesen Schritt eine Oberflächenmodifizierung der Zusammensetzung an, bei der die Oberflächen OH-Gruppen mit organischen Resten belegt werden. Besagte Oberflächenmodifikation kann auch nach Herstellung des Gels und vor Aufgabe des Edelmetalls erfolgen.
Die erfindungsgemäßen amoφhen Zusammensetzungen können geringe Anteile an kristallinen Strukturen besitzen.
Obwohl die Moφhologie und Partikelgröße der Mischoxide über weite Bereiche variierbar ist, sind homogene, amoφhe Mischoxide mit hohen Oberflächen >20 m2/g, bevorzugt >50 m2/g besonders bevorzugt. Die spezifische Oberfläche wird in
üblicher Weise bestimmt nach Brunauer, Emmet und Teller, J. Anorg. Chem. Soc. 1938, 60, 309, das Porenvolumen durch die Zentrifugationsmethode nach McDaniel, J. Colloid Interface Sei. 1980, 78, 31 und die Teilchengröße nach Cornillaut, Appl. Opt. 1972, 11, 265.
Der Sol-Gel-Prozess bietet die Möglichkeit der Darstellung von äußerst homogenen und fast vollständig amoφhen Titan-Silizium-Mischoxiden. Bei hohen Titangehalten (>10 Gew.-% kommt es aufgrund der bevorzugten Ti-O-Ti-Homokondensation zur Domänenbildung, in denen die aus dem reinen TiO bekannte, oktaedrische Ti- Koordination vorherrscht. Bei verdünnten Systemen „TiO2 in SiO2" (<10 Gew.-%
Ti) kommt es zu einer homogenen, d. h. domänenfreien Ti- Verteilung, wobei die vom Silicium bevorzugte Vierfachkoordination auch vom Titan angenommen wird. Diese Zentren sind vermutlich katalytisch aktive Zentren (site-isolated centers) bei der selektiven Oxidation von Kohlenwasserstoffen. Zudem ist das erfindungsgemäße Sol-Gel- Verfahren sehr vielseitig, da von nahezu allen Metall-, Halbmetall- oder
Nichtmetalloxiden Gele bekannt sind und viele davon zur Herstellung von Xerogelen und Aerogelen geeignet sind, so dass die gezielte Einbringung von Fremdoxiden in das Gitter der Titan-Silizium-Mischoxide prinzipiell möglich ist.
Wir haben gefunden, dass sich die Selektivität und vor allem die Aktivität bei der
Katalyse der Oxidation von Kohlenwasserstoffen gesteigert werden kann, wenn die katalytisch aktiven Metallzentren in eine definierte Porenarchtiktur eingebaut werden. Nebenreaktionen können so unterdrückt werden. So stellen Titan-Silizium- Mischoxide, die nach einem homogenen Copolykondensationsverfahren hergestellt wurden, nach Edelmetallbelegung - Gold und/oder Silber - hochaktive, selektive
Oxidationskatalysatoren dar. Insbesondere nach einer evtl. Behandlung der Oberfläche zeigen solche Systeme bei exzellenten Selektivitäten technisch interessante Katalysatorstandzeiten von Wochen und länger.
Die beschriebenen gegebenenfalls vorhandenenen Promotoren liegen dank des Sol-
Gel-Prozess zum größten Teil homogen, d. h. geringe Dömanenbildung, vor.
Die chemische Flexibilität in der chemischen Zusammensetzung - Art des Metalls, Metallgehalt und die gezielte Einflussnahme auf Katalysatoraktivität, -Selektivität und -Standzeit durch gegebenenfalls stattfindende Oberflächenmodifizierung und damit verbundene Verhinderung von Desaktivierung Blockierung zeichnet das
Produkt des erfindungsgemäßen Verfahrens aus.
Die gegebenenfalls stattfindende Oberflächenbehandlung geschieht durch Behandeln mit organischen Silylierungreagenzien. Die resultierenden Zusammensetzungen stellen exzellente, hochselektive Redox-Katalysatoren dar.
Als Silylierungsreagenzien kommen alle bekannten Siliciumverbindungen in Frage, die in der Lage sind, mit den Oberflächen-OH-Gruppen zu reagieren (kovalent oder koordinativ). Als Silylierungsreagenzien können z.B. organische Silane, organische Silylamine, organische Silylamide und deren Derivate, organische Silazane, organische Siloxane und andere Silylierungsmittel sowie Kombinationen der Silylierungsreagenzien verwendet werden. Unter Silylierungsverbindungen werden ausdrücklich auch teil- oder perfluorierte Alkyl(Aryl)-siliziumorganische Verbindungen verstanden.
Spezielle Beispiele organischer Silane sind Chlorotrimethylsilan, Dichlorodimethyl- silan, Chlorobromdimethylsilan, Nitrotrimethylsilan, Chlortrimethylsilan, Ioddi- methylbutylsilan, Chlordimethylphenylsilan, Chlordimethylsilan, Dimethyl-n- propylchlorsilan, Dimethylisopropylchlorsilan, t-Butyldimethylchlorsilan, Tripropyl- chlorsilan, Dimethyloctylchlorsilan, Tributylchlorsilan, Trihexylchlorosilan, Di- methylethylchlorsilan, Dimethyloctadecylchlorsilan, n-Butyldimethylchlorsilan, Brommethyldimethylchlorsilan, Chlormethyldimethylchlorsilan, 3 -Chloφropyldi- methylchlorsilan, Dimethoxymethylchlorsilan, Methylphenylchlorsilan, Triethoxy- chlorsilan, Dimethylphenylchlorsilan, Methylphenylvinylchlorsilan, Benzyldi- methylchlorsilan, Diphenylchlorsilan, Diphenylmethylchlorsilan, Diphenyl- vinylchlorsilan, Tribenzylchlorsilan and 3-Cyanopropyldimethylchlorsilan.
Spezielle Beispiele organischer Silylamine sind N-Trimethylsilylimidazole, N-t- Butyldimethylsilylimidazol, N-Dimethylethylsilylimidazol, N-Dimethyl-n-propyl- silylimidazol, N-Dimethylisopropylsilylimidazol, N-Trimethylsilyldimethylamin, N- Trimethylsilyldiethylamin, N-Trimethylslylpyrrol, N-Trimethylsilylpyrrolidin, N-
Trimethylsilylpiperidin, Pentafluoφhenyldimethylsilylamin und 1-Cyanoethyl- (diethylamino)dimethylsilan.
Spezielle Beispiele organischer Silylamide und ihren Derivaten sind N,O-Bistri- methylsilylacetamid, N,O-Bistrimethylsilyltrifluoracetamid, N-Trimethylsilylacet- amid, N-Methyl-N-trimethylsilylacetamid, N-Methyl-N-trimethylsilyltrifluoracet- amid, N-Methyl-N-trimethylsilylheptafluorbutyramid, N-(t-butyldimethylsilyl)-N- trifluoracetamid und N,O-bis(diethylhydrosilyl)trifluoracetamid.
Spezielle Beispiele organischer Silazane sind Hexamethyldisilazan, Heptamethyl- disilazan, 1 , 1 ,3,3-Tetramethyldisilazan, 1 ,3-bis(Chlormethyl)tetramethyldisilazan, l,3-Divinyl-l,l,3,3-tetramethyldisilazan und 1,3-Diphenyltetramethyldisilazan. Beispiele anderer Silylierungsreagenzien sind N-Methoxy-N,O-Bistrimethylsilyltrifluor- acetamid, N-Methoxy-N,O-bistrimethylsilycarbamat, N,O-Bistrimethylsilylsulfamat, Trimethylsilyltrifluormethansulfonat und N,N'-Bistrimethylsilylurea.
Bevorzugte Silylierungsreagenzen sind Hexamethyldisiloxan, Hexamethyldisilazan, Chlortrimethylsilan, N-Methyl-N-(trimethylsilyl)-2,2,2-trifluoracetamid (MSTFA) sowie Kombinationen dieser Silylierungsreagenzien.
Die erfindungsgemäß herstellbaren Zusammensetzungen können auch vor der Silylierung zur Erhöhung der Oberflächen Silanolgrappen einer Wasserbehandlung unterzogen werden. Wasserbehandlung bedeutet in dem Zusammenhang, dass vor dem Silylierangsverfahrenschritt der Katalysator mit flüssigem Wasser oder einer wässrigen gesättigten Ammoniumchloridlösung und/oder Ammoniumnitratlösung und/oder Ionenaustausch mit mehrwertigen Kationen z.B. wässrige Lösungen von
Ca2+, Eu3+, in Kontakt gebracht wird, z.B. der Katalysator wird in Wasser suspendiert und nachfolgend getrocknet (z.B. bei 300°C), oder der Katalysator wird mit Wasserdampf bei > 100°C, bevorzugt bei 150-450°C, für 1-6 h behandelt. Besonders bevorzugt wird der Katalysator bei 200-450°C für 2-5 h mit Wasserdampf behandelt, dann getrocknet und oberflächenmodifiziert.
Die im erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Zusammensetzungen können in jeder beliebigen physikalischen Form für Oxidationsreaktionen eingesetzt werden, z.B. Pulver, gemahlene Pulver, spherische Partikel, Granulate (z.B. durch Sprüh- trocknung oder Sprühgranulierung), Pellets, Extrudate usw.
Die im erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Zusammensetzungen sind sehr gut in der Gasphase in Gegenwart von (Luft-)Sauerstoff und Wasserstoff bzw. Sauerstoff und Kohlenmonoxid-haltigen Gasen zur Oxidation von Kohlenwasserstoffen geeig- net, diese Verwendung ist ein weiterer Gegenstand der Erfindung.
Durch Gasphasenreaktion von Sauerstoff mit Wasserstoff in Gegenwart der im erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Zusammensetzungen werden selektiv aus Olefinen Epoxide, aus gesättigten sekundären Kohlenwasserstoffen Ketone und aus gesättigten tertiären Kohlenwasserstoffen Alkohole erhalten. Die Katalysatorstandzeiten liegen je nach verwendetem Edukt bei vielen Monaten und länger.
Das relative molare Verhältnis von Kohlenwasserstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und optional einem Verdünnungsgas ist über einen weiten Bereich variierbar.
Die molare Menge des eingesetzten Kohlenwasserstoffs in Bezug auf die Gesamtmolzahl aus Kohlenwasserstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Verdünnungsgas kann in weiten Bereichen variiert werden. Bevorzugt wird ein Uberschuss von Kohlenwasserstoff, bezogen auf eingesetzten Sauerstoff (auf molarer Basis) eingesetzt. Der Kohlenwasserstoffgehalt liegt typischerweise größer 1 Mol-% und kleiner als
80 Mol-%. Bevorzugt werden Kohlenwasserstoffgehalte im Bereich von 5 bis 60 Mol-%, besonders bevorzugt von 10 bis 50 Mol-% eingesetzt.
Der Sauerstoff kann in verschiedenster Form eingesetzt werden, z.B. molekularer Sauerstoff, Luft und Stickstoffoxid. Molekularer Sauerstoff wird bevorzugt. Der molare Sauerstoffanteil - in Bezug auf die Gesamtmolzahl aus Kohlenwasserstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Verdünnungsgas - kann in weiten Bereichen variiert werden. Bevorzugt wird der Sauerstoff im molaren Unterschuss zum Kohlenwasserstoff eingesetzt. Bevorzugt werden im Bereich von 1-30 Mol-%, besonders bevorzugt 5-25 Mol-% Sauerstoff eingesetzt.
In Abwesenheit von Wasserstoff zeigen die erfindungsgemäßen geträgerten Zusammensetzungen nur sehr geringe Aktivität und Selektivität. Bis 180°C ist die Produktivität in Abwesenheit von Wasserstoff gering, bei Temperaturen größer 200°C werden neben Partialoxidationsprodukten größere Mengen Kohlendioxid gebildet. Es kann jede bekannte Wasserstoffquelle genutzt werden, wie z.B. reiner Wasserstoff, Synthesegas oder Wasserstoff aus Dehydrierung von Kohlenwasserstoffen und Alkoholen. In einer anderen Ausführangsform der Erfindung kann der Wasserstoff auch in einem vorgeschalteten Reaktor in situ erzeugt werden, z.B. durch Dehydrierung von Propan oder Isobutan oder Alkoholen wie z.B. Isobutanol. Der
Wasserstoff kann auch als Komplex-gebundene Spezies, z.B. Katalysator- Wasserstoffkomplex, in das Reaktionssystem eingeführt werden. Der molare Wasser- stoffanteil - in Bezug auf die Gesamtmolzahl aus Kohlenwasserstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Verdünnungsgas - kann in weiten Bereichen variiert werden. Typische Wasserstoffgehalte liegen bei größer als 0,1 Mol-%, bevorzugt bei 4-80
Mol-%, besonders bevorzugt bei 5-65 Mol-%.
Zu den essentiell notwendigen oben beschriebenen Eduktgasen kann optional auch ein Verdünnungsgas, wie Stickstoff, Helium, Argon, Methan, Kohlendioxid, Kohlen- monoxid oder ähnliche, sich überwiegend inert verhaltende Gase, eingesetzt werden.
Auch Mischungen der beschriebenen Inertkomponenten können eingesetzt werden.
Der Inertkomponentenzusatz ist zum Transport der freiwerdenden Wärme dieser exothermen Oxidationsreaktion und aus sicherheitstechnischen Gesichtspunkten günstig. Wird der erfindungsgemäße Prozess in der Gasphase durchgeführt, werden bevorzugt gasförmige Verdünnungskomponenten wie z.B. Stickstoff, Helium, Argon, Methan und evtl. Wasserdampf und Kohlendioxid verwendet. Wasserdampf und Kohlendioxid sind zwar nicht völlig inert, bewirken aber bei sehr kleinen Konzentrationen (< 2 Vol.-%) einen positiven Effekt.
Wir haben gefunden, dass die oben beschriebenen selektive Oxidationsreaktion eine große Katalysator-Struktursensitivität aufweist. Bei Vorliegen von nanodispersen
Gold- und/oder Silbeφartikeln in der geträgerten Zusammensetzung wurde eine vorteilhafte Erhöhung der Produktivität zum selektiven Oxidationsprodukt beobachtet.
Weiterhin lassen sich bei den erfindungsgemäßen Katalysatoren Diffusionsprobleme von Edukten und Produkten minimieren, indem die Polarität der Matrix an die Bedürfhisse der katalytischen Reaktion gezielt angepasst wird. Um unter Beibehaltung einer ausreichenden Beweglichkeit der reaktiven Zentren eine geringere Polarität des Polymers zu erzielen, müssen Cokondensationsmittel mit unpolaren Kohlenwasserstoffen in das Polymer integriert werden. Polarität und Quellverhalten des Trägers lassen sich außerdem durch den Einbau von anderen oxophilen Elementen als Silicium wie Bor, Aluminium, Yttrium, Tantal, Zirkon oder Titan vorteilhaft modulieren. Die Auswahl dieser Heteroatome ist erfindungsgemäß auf Elemente beschränkt, die über redoxstabile Oxidationsstufen verfügen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann grundsätzlich auf alle Kohlenwasserstoffe angewendet werden. Unter dem Begriff Kohlenwasserstoff werden ungesättigte oder gesättigte Kohlenwasserstoffe wie Olefine oder Alkane verstanden, die auch Heteroatome wie N, O, P, S oder Halogene enthalten können. Die zu oxidierende organische Komponente kann acyklisch, monocyklisch, bicyklisch oder polycyklisch und kann monoolefinisch, diolefinisch oder polyolefinisch sein. Bei organischen
Komponenten mit zwei oder mehreren Doppelbindungen können die Doppelbindungen konjugiert und nichtkonjugiert vorliegen. Bevorzugt werden Kohlenwasserstoffe oxidiert, aus denen solche Oxidationsprodukte gebildet werden, deren Partial- druck niedrig genug liegt, um das Produkt ständig vom Katalysator zu entfernen. Bevorzugt sind ungesättigte und gesättigte Kohlenwasserstoffe mit 2 bis 20, vorzugsweise 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, insbesondere Ethen, Ethan, Propen, Propan, Isobutan, Isobutylen, 1 -Buten, 2-Buten, cis-2-Buten, trans-2-Buten, 1,3 -Butadien, Penten, Pentan, 1 -Hexen, 1 -Hexan, Hexadiene, Cyclohexen, Benzol.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der im erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Zusammensetzungen als Katalysatoren in einem Flüssigphasenverfahren zur selektiven Oxidation von Kohlenwasserstoffen zu Epoxiden in Gegenwart von organischen Hydroperoxiden (R-OOH), Wasserstoffperoxid oder in Gegenwart von Sauerstoff und Wasserstoff, bzw. Sauerstoff und Kohlenmonoxid-haltigen Gasen
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen lassen sich verfahrenstechnisch problemlos und kostengünstig im technischen Maßstab herstellen.
Die charakteristischen Eigenschaften der vorliegenden Erfindung werden an Hand von Katalysatoφräparationen und katalytischen Testreaktion in den folgenden Beispielen veranschaulicht.
Es versteht sich von selbst, dass die Erfindung nicht auf die nachfolgenden Beispiele beschränkt ist.
Beispiele
Vorschrift zum Test der Katalysatoren (Testvorschrift)
Es wird ein Metallrohrreaktor mit 10 mm Innendurchmesser und 20 cm Länge eingesetzt, welcher mittels eines Ölthermostaten temperiert wird. Der Reaktor wird mit einem Satz von vier Massendurchflussregler (Kohlenwasserstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff) mit Eduktgasen versorgt. Zur Reaktion werden 500 mg pulverförmiger Katalysator bei 140°C und Normaldrack vorgelegt. Die Eduktgase werden von oben in den Reaktor eindosiert. Die Standardkatalysatorbelastung liegt bei 3 1 / (g Kat.x h). Als „Standardkohlenwasserstoff' wurde Propen beispielhaft ausgewählt. Zur Durchführung der Oxidationsreaktionen wurde ein mit Stickstoff angereicherter Gasstrom, nachfolgend immer als Standard-Gaszusammensetzung bezeichnet, ausgewählt: N2 / H2 / O2 / C3H6 : 14 / 75 / 5 / 6 %. Die Reaktionsgase werden gaschromatographisch quantitativ analysiert. Die gaschromatographische
Auftrennung der einzelnen Reaktionsprodukte erfolgt durch eine kombinierte FID/WLD-Methode, bei der drei Kapillarsäulen durchlaufen werden:
FID: HP-Innowax, 0,32 mm Innendurchmesser, 60 m lang, 0,25 μm Schichtdicke:
WLD: Hintereinanderschaltung von
HP-Plot Q, 0,32 mm Innendurchmesser, 30 m lang, 20 μm Schichtdicke
HP-Plot Molsieve 5 A, 0,32 mm Innendurchmesser, 30 m lang, 12 μm Schichtdicke:
Beispiel 1
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines Katalysators, bestehend aus einem Silizium- und titanhaltigen, organisch-anorganischen Hybridmaterial, welches mit Goldteilchen (0,1 Gew.-%) über Incipient-wetness belegt wurde. Bezogen auf Silizium beträgt der Gehalt an nicht-hydrolysierbaren organischen Komponenten 68
Mol-% und der von Titan 3,8 Mol-%.
10,1 g Methyltrimethoxysilan (74,1 mol) und 15 g Ethanol (p.A.) wurden mit 1,9 g einer 0,1 n Lösung von p-Toluolsulfonsäure in Wasser versetzt und die Mischung 2 Stunde gerührt. Anschließend wurden 1,46 g Tetrabutoxytitan (4,3 mmol) langsam zugegeben, die Mischung weitere 30 Minuten gerührt, 7,1 g Tetraethoxysilan (34,1 mmol) zugegeben, 30 Minuten gerührt, mit einer Mischung von 1,6 g einer 0,1 n Lösung von p-Toluolsulfonsäure in Wasser versetzt und schließlich stehengelassen. Der Ansatz erreicht nach 3 Tagen den Gelpunkt. Nach einer Alterangszeit von 48 h wurde das Gel gemörsert und 8 Stunden bei 120°C unter Luft getrocknet.
5,4 g Sol-Gel-Material wurde mit einer Lösung, bestehend aus 540 mg einer 1 %igen methanolischen Goldlösung (HAuC x 3 H2O; Firma Merck), welche mit Methanol auf 2,8 g aufgefüllt wurde, imprägniert, das makroskopisch trockene Material 4 h bei Raumtemperatur getrocknet und anschließend 2 h bei 400°C unter Stickstoff- atmosphäre getempert.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 4 %, welche nach 2 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 2,5 % ein.
Beispiel 2
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines Katalysators analog Beispiel 1, aber das bei Raumtemperatur getrocknete Gold-haltige Material wird 2 h bei 400°C unter Wasserstoffatmosphäre getempert.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 4,1 %, welche nach 3 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 2,8 % ein.
Beispiel 3
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines Katalysators, bestehend aus einem Silizium- und titanhaltigen, organisch-anorganischen Hybridmaterial, welches mit Goldteilchen (0,5 Gew.-%) nach der Abscheidung-Ausfallungsmethode (deposition- precipitation) belegt wurde.
Der Sol-Gel-Ansatz erfolgt analog Beispiel 1.
2 g Träger wurden in 15 ml Methanol (Merck, p. a.) vorgelegt, mit 20 mg HAuCLt x
3 H2O (0,1 mmol, Firma Merck), gelöst in 5 ml Methanol, versetzt, mit 0,5 ml 1 n Na2CO3-Lösung auf pH 8 eingestellt, 30 min gerührt, 2 ml Mononatriumcitratlösung (32,1 g/1; pH = 8) zugegeben, erneut pH- Wert kontrolliert, 60 min gerührt, Feststoffabtrennung, 3 x mit je 20 ml Methanol gewaschen, 10 h bei 120°C bei Normaldrack getrocknet, 5 h bei 200°C unter Luft calciniert und anschließend 2 h bei
400 °C unter Stickstoff getempert. Der Goldgehalt des Gold-Titan-Siliciumkata- lysators beträgt 0,48 Gew.-% (ICP-Analyse).
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 2,5 %, welche nach 1 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 1,5 % ein.
Beispiel 4
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines rein anorganischen Katalysatorträgers, bestehend aus den Oxiden von Silicium und Titan, welcher mit Goldteilchen nach der Fällungsmethode belegt und nachfolgend oberflächenmodifiziert wird.
26 g Tetraethoxysilan (120 mmol, TEOS, Firma Acros, 98 %ig) werden in 22,5 ml i- Propanol gegeben, durchmischt, mit 2,25 g 0,1 n HCl versetzt und 2 h gerührt. In diese Lösung werden 1,06 g Tetrabutoxytitan (3,1 mmol, Firma Acros, 98 %ig)
tropfenweise dosiert und 15 min gerührt. Der homogene Ansatz wird mit 23 ml 2 %iger wäßriger NH3-Lösung versetzt. Der Ansatz erreicht nach ca. 5 min den Gelpunkt, wird 10 h stehengelassen und bei 120°C zunächst eine Stunde bei Normaldrack, dann ca. 20 h im Vakuum (50 mbar) getrocknet und 3 h bei 300°C calciniert.
4 g titanhaltiger Träger werden in 35 ml Wasser vorgelegt, mit 70 mg HAuCl4 (0,178 mmol, Firma Merck) in 5 ml Wasser versetzt, mit 1,1 ml 2 n K2CO3 auf pH 8 eingestellt, 30 min gerührt, 4 ml Mononatriumcitratlösung zugegeben, erneut pH- Wert kontrolliert, 120 min gerührt, Feststoffabtrennung, 3 x mit je 40 ml Wasser gewaschen, 10 h bei 120°C bei Normaldrack getrocknet und 3 h bei 300°C calciniert.
Der Goldgehalt des Gold-Titan-Siliciumkatalysators beträgt 0,52 Gew.-% (ICP- Analyse).
2,5 g Substanz wird mit 0,5 g 1,1,1,3,3,3-Hexamethyldisilazan (3 mmol, Firma Merck) in trockenem Hexan unter Rühren vorgelegt, 2 h bei 60°C gerührt, der Feststoff abfiltriert, mit 50 ml Hexan gewaschen, unter Vakuum bei 120°C 5 h getrocknet. Die Oberflächenmodifizierung durch Silylierung wird wiederholt.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 1,1 %, welche nach 1 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 0,8 % ein.
Beispiel 5
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines Katalysators analog Beispiel 1, aber
60 min nach der Zugabe von Tetrabutoxytitan wird der homogene Ansatz mit 0,35 g Ta(OEt)5 (0,75 mmol, Firma Chempur, 99,9 %ig) versetzt, 15 min gerührt und analog Beispiel 1 geliert, aufgearbeitet, mit Gold belegt und getempert.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 4,6 %, welche nach 4 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 4,0 % ein.
Beispiel 6
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines Katalysators analog Beispiel 1, aber 60 min nach der Zugabe von Tetrabutoxytitan wird der homogene Ansatz mit 220 mg Al(OC4H )3 (0,9 mmol, Firma Chempur, 99,9 %ig) versetzt, 15 min gerührt und analog Beispiel 1 geliert, aufgearbeitet, mit Gold belegt und getempert.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante PO-Selektivitäten von 95 % erreicht. Die PO-Maximalausbeute von 3 %, welche nach 2 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 2,0 % ein.
Beispiel 7: Vergleichendes Beispiel gemäß EP-Al-827771
Dieses Beispiel beschreibt die Präparation eines rein anorganischen Katalysatorträgers, bestehend aus den Oxiden von Silizium und Titan, welcher mit Goldteilchen belegt wird. Der Silizium- und Titan-haltige Katalysatorträger wird durch
Imprägnierung von Silica mit Titanylacetylacetonat erhalten.
30 g Aerosil 200 (pyrogenes Siliciumdioxid, Degussa, 200 m2/g) werden in 250 ml trockenem Methanol suspendiert, mit 0,98 g Titanylacetylacetonat (3,9 mmol, Firma Merck) versetzt und 2 h bei Raumtemperatur gerührt. Am Rotationsverdampfer wird die Suspension zur Trockene eingeengt, der Feststoff wird anschließend bei 130°C getrocknet und bei 600°C im Luftstrom für 3 h calciniert.
0,16 g Tetrachlorogoldsäure (0,4 mmol, Firma Merck) wird in 500 ml destilliertem Wasser gelöst, mit einer 2 n Natriumhydroxidlösung auf pH 8,8 eingestellt, auf 70°C erwärmt, mit 10 g von obigem titanhaltigen Silica versetzt und 1 h gerührt. Der
Feststoff wird abfiltriert, mit 30 ml destilliertem Wasser gewaschen, bei 120°C 10 h getrocknet und 3 h bei 400°C an der Luft calciniert. Nach ICP-Analyse weist der Katalysator 0,45 Gew.-% Gold auf.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurden bei PO-Selektivitäten von 92 % nach
20 min ein Propenumsatz von 2,3%, nach 100 min ein Propenumsatz von 1,5 %, nach 4 h ein Propenumsatz von 1,0 % und nach 10 h ein Propenumsatz von 0,5 % erreicht. Die Katalysatordesaktivierang nahm mit zunehmender Zeit weiter zu.
Beispiel 8:
Trans-2-buten wird anstelle von Propen als ungesättigter Kohlenwasserstoff ausgewählt. Zur partiellen Oxidation von Trans-2-buten wird ein organisch-anorganischer Hybridkatalysator, bestehend aus den Oxiden von Silicium und Titan, welcher mit Goldpartikel belegt wurde, eingesetzt. Die Katalysatoφräparation erfolgt analog
Beispiel 1.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurde eine konstante 2,3-Epoxybutan- Selektivi täten von 91 % erreicht. Die Maximalausbeute von 3 %, welche nach 2 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 3,0 % ein.
Beispiel 9
Cyclohexen wird anstelle von Propen als ungesättigter Kohlenwasserstoff ausge- wählt. Zur partiellen Oxidation von Cyclohexen wird ein organisch-anorganischer
Hybridkatalysator, bestehend aus den Oxiden von Silicium und Titan, welcher mit Goldpartikel belegt wurde, eingesetzt.. Die Katalysatoφräparation erfolgt analog Beispiel 1. Cyclohexen wird mit Hilfe eines Verdampfers in die Gasphase gebracht.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurden konstante Cyclohexenoxid-Selek- tivitäten von 90 % erreicht. Die Maximalausbeute von 2,1 %, welche nach 3 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 1,8 % ein.
Beispiel 10
1,3-Butadien wird anstelle von Propen als ungesättigter Kohlenwasserstoff ausgewählt. Zur partiellen Oxidation von 1,3-Butadien wird ein organisch-anorganischer Hybridkatalysator, bestehend aus den Oxiden von Silicium und Titan, welcher mit Goldpartikel belegt wurde, eingesetzt. Die Katalysatoφräparation erfolgt analog
Beispiel 1.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurden konstante Butenoxid-Selektivitäten von 82 % erreicht. Die Maximalausbeute von 1 %, welche nach 4 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 0,7 % ein.
Beispiel 11
Propan wird anstelle von Propen als gesättigter Kohlenwasserstoff eingesetzt. Zur partiellen Oxidation von Propan wird ein organisch-anorganischer Hybridkatalysator, bestehend aus den Oxiden von Silicium und Titan, welcher mit Goldpartikel belegt wurde, eingesetzt. Die Katalysatoφräparation erfolgt analog Beispiel 1.
In einem Test gemäß der Testvorschrift wurden konstante Aceton-Selektivitäten von 80 % erreicht. Die Maximalausbeute von 0,9 %, welche nach 4 h erreicht wurde, pendelte sich nach 4 Tagen auf 0,7 % ein.
Untersuchungen der Katalysatoren
Der organische Bestandteil der organisch-anorganischen Hybridmaterialien auf der äußeren und inneren Oberfläche kann beispielsweise durch sogenannte DRIFTS-
Spektroskopie belegt werden. DRIFTS (Diffuse Reflectance Infrared Fourier Transform Spectroscopy) ist eine gut etablierte schwingungsspektroskopische Methode zur strukturellen Charakterisierung von funktioneilen Grappen und Adsorbaten an Festköφeroberflächen. Angaben zum Prinzip der Methode und einige Anwendungsbeispiele aus dem Gebiet der heterogenen Katalyse finden sich z.B. im
Artikel von Mestl, G., Knözinger, H., im Handbook of Heterogeneous Catalysis, Vol. 2, S. 539 ff. (VCH, Weinheim 1997), und der darin zitierten Literatur.
Zur Charakterisierung der erfindungsgemäßen Katalysatormaterialien mit und ohne organischer Modifizierung im Netzwerk wurden entsprechende Proben für einige
Stunden bei 200°C im Trockenschrank aufbewahrt, im heißen Zustand in eine Inertgaszelle überfuhrt und ohne weiteren Luftkontakt (zur Vermeidung von H2O- Readsoφtion an der Probenoberfläche) mittels DRIFTS spektroskopisch untersucht.
Fig. 1 zeigt die DRIFT-Spektren eines organisch-anorganischen Hybridmaterials
(gemäß Beispiel 1) und die eines rein anorganischen Sol-Gel-Materials (aus Tetraethoxysilan und Tetrabutoxytitan). Die deutlich hervortretenden Banden um 3000 cm"1 im Spektrum des organisch-anorganischen Hybridmaterials sind dem homogenen Einbau von Kohlenwasserstoffen (CH3 - Gruppen) zuzuordnen. Das rein anorganische Material enthält ebenfalls Kohlenwasserstoffreste (Spuren), die möglicherweise aus dem zur Trägerherstellung angewandten Sol-Gel-Prozess stammen (durch die Behandlung des Materials bei einer Temperatur von 200°C wurden diese Kohlenwasserstoffreste offenbar nicht vollständig thermisch abgebaut).
Fig. 1: DRIFT-Spektren (OH- und CH-Bereich) eines goldhaltigen organischanorganischen Hybridmaterials (gemäß Beispiel 1) und eines goldhaltigen rein anorganischen Mischoxidmaterials. Diese Materialien wurden vor der DRDFTS- Analyse bei 200°C unter Inertgas getrocknet. Gestricheltes Spektrum: rein anorganisches Gold-, Titan- und Silizium-haltiges Sol-Gel-Mischoxid; Durchgezogenes Spektrum: Gold-, Titan- und Silizium-haltiges organisch-anorganisches Sol- Gel-Hybridmaterial.