DEV0005440MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 9. Februar 1953 Bekanntgemacht am 31. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bonn
Beim'Tiefziehen und Drücken von Hohlkörpern aus Blechen, insbesondere solchen aus Reinaluminium
und homogenen Aluminiumlegierungen auf Reinstaluminiumbasis, erhält man sehr häufig trotz
axialsymmetrischer Verformung keinen ebenen Rand, sondern meist vier Erhöhungen (sogenannte
Zipfel), die entweder unter 45° zur Walzrichtung oder aber parallel bzw. senkrecht zur Walzrichtung
liegen. Ein zur Zipfelbildung neigendes Material ist für die Fabrikation von Hohlkörpern sehr
störend und führt oft zu erheblichem Ausschuß.
Die Zipfelbildung beruht unter anderem auf der durch den Walzprozeß hervorgerufenen Textur des
Gefüges der Bleche, die durch Weichglühen meist nur teilweise beseitigt werden kann. Außerdem hat
die Erfahrung gezeigt, daß die Zipfelbildung neben den Walzbedingungen in erster Linie von der besonders
bei Strangguß sehr ausgeprägten Textur der Gußblöcke abhängt, welche zudem innerhalb
desselben Blockes örtlich sehr verschieden sein kann. Aus solchen Blöcken hergestellte Bleche
zeigen trotz völlig gleicher Herstellungsbedingungen oft große Unterschiede in der Zipfelbildung.
Dieser Befund wird auch dadurch bestätigt, daß im üblichen Verfahren gewalzte Blöcke aus Kokillenguß
Bleche ergeben, die im weichgeglühten Zustand einheitlich keine oder nur eine geringe Zipfelbildung
zeigen.
6D9 6.60/392
V 5440 VI/40 b
Die vorliegende Erfindung zeigt, wie auch bei Anwendung des Stranggußverfahrens Barren aus
Reinaluminium sowie aus bei Raumtemperatur ' homogenen Reinstaluminiumlegierungen hergestellt
werden können, die bei der Verarbeitung Bleche ergeben, welche nicht .zur Zipfelbildung neigen.
Nach zahlreichen Versuchen wurde nämlich festgestellt, daß die Struktur von im Stranggußverfahren
hergestellten Walzbarren bereits durch
ίο sehr geringe Zusätze von Bor zur Schmelze wesentlich
verändert wird und daß sich solche Barren bei der Weiterverarbeitung zu Tiefziehblechen hinsichtlich
Zipfelbildung ähnlich günstig verhalten wie Kokillengußbarren.
Borhaltige Aluminiumlegierungen sind zwar an sich bereits bekannt, auch' weiß man schon, daß
durch geringe Borzusätze das Gußgefüge feinkörniger wird, jedoch kann dieselbe Wirkung auch
durch Zusätze von anderen Stoffen, wie z. B. Titan, Zirkon, Niob, Vanadin und Chrom, erreicht werden,
Erfahrungsgemäß haben jedoch diese anderen Zusätze allein praktisch keine Wirkung auf die Zipfelbildung,
oder sie müßten in solchen Mengen angewandt werden, daß andere Nachteile, wie Seigerangen
und Korrosionsanfälligkeit, auftreten. Insbesondere wurde die ausgezeichnete Wirkung des
Bors auf die Verhinderung der Zipfelbildung bisher nicht erkannt. Demnach besteht die Erfindung
in der Verwendung von durch Stranggießen hergestellten Barren aus Reinaluminium oder Reinstaluminium
sowie deren bei Raumtemperatur homogenen Legierungen, z. B. solchen mit bis zu 2,5%
Magnesium, wobei das Aluminium bzw. die Aluminiumlegierungen 0,0001 bis 0,2%, vorzugsweise
0,001 bis 0,02%, Bor enthalten, zur durch Warmoder Kaltverformung erfolgenden Herstellung von
Blechen, bei denen es bei der Weiterverformung zu Hohlkörpern durch Tiefziehen oder Drücken auf
möglichst geringe Zipfelbildung, ankommt.
Darüber hinaus hat es sich gezeigt, daß die Wirkung des Bors durch die obengenannten Zusätze,
die für sich nicht genügend wirksam sind, insbesondere in Gegenwart von Titan, noch verstärkt
werden kann. Es wird damit sogar ermöglicht, die Gesamtmenge der Zusätze, einschließlich
des Bors, herabzusetzen, ohne die erfindungsgemäße Wirkung des Bors zu beeinträchtigen.
Der Zusatz an Bor ermöglicht also die Anwendung des Strangguß Verfahrens auch in solchen
Fällen, in denen man bisher mit Rücksicht auf die Zipfelbildung den Kokillenguß anwenden mußte.
Da das Strangguß verfahren jedoch gegenüber dem Kökillengußverfahren neben metallurgischen auch
große wirtschaftliche Vorteile aufweist, kommt der Erfindung eine erhebliche Bedeutung zu.
Beispielsweise können Barren aus Aluminium mit einem Reinheitsgrad von 99,4 bis 99,8% im
Stranggußverfahren hergestellt werden, ohne daß die aus den Blöcken in der üblichen betriebsmäßigen
Weise durch Warm- und Kaltwalzen hergestellten Bleche im weichgeglühten Zustand merkliche Neigung
zur Zipfelbildung aufweisen, wenn der Schmelze eine Bormenge von 0,004% zugesetzt
worden ist. Sollten die Bleche, tatsächlich'noch eine
geringfügige Zipfelbildung, aufweisen, so tritt die sonst sehr oft festgestellte Streuung der Zipfelhöhen,
die bei der Weiterverarbeitung besonders störend ist, nicht mehr auf.
Claims (2)
1. Verwendung von durch Stranggießen hergestellten Barren aus Reinaluminium oder
Reinstaluminium sowie deren bei Raumtemperatur homogenen Legierungen, z. B. solchen
mit bis zu 2,5% Magnesium, wobei das Aluminium bzw. die Aluminiumlegierungen 0,0001
bis 0,2%, vorzugsweise 0,001 bis 0,02%, Bor enthalten, zur durch Warm- oder Kaltverformung
erfolgenden Herstellung von Blechen, bei denen es bei der Weiterverformung zu Hohlkörpern
durch Tiefziehen oder Drücken auf möglichst geringe Zipfelbildung ankommt.
2. Verwendung von durch Stranggießen hergestellten Barren aus Werkstoffen der in Anspruch
ι genannten Zusammensetzung, die außerdem noch Titan, Zirkon, Niob, Vanadin
und Chrom, einzeln oder zu mehreren, enthalten, und zwar in solchen Mengen, daß der Gesamtgehalt,
einschließlich des Bors, zwischen 0,005 und 0,2% Hegt, insbesondere bei Reinstalu- 90 t
minium 0,01% nicht übersteigt für den in Anspruch ι genannten Zweck.
© 609 660/392 10. 56
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