DEP0020442DA - Hydraulisches Bindemittel - Google Patents
Hydraulisches BindemittelInfo
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Description
Die einen sehr großen Kohlenverbrauch bedingende Herstellung von Kalk und Zement ist durch die derzeitige Kohlenknappheit stark beeinträchtigt und damit die Bautätigkeit, die vor größeren Aufgaben als jemals zuvor steht, gehemmt.
Gegenstand der Erfindung bildet ein hydraulisches Bindemittel, zu dessen Herstellung nur ein Bruchteil der Kohlenmenge benötigt wird wie zur Herstellung von Kalk und Zement. Es besteht aus einem feingemahlenen Gemisch von mehr als 80 Prozent feingemahlenen Schutts aus den Trümmern der zerstörten Städte, mit Ganz- oder Teilerzeugnissen der Bindemittelindustrie, insbesondere der Kalk und Zementindustrie und mineralischen Stoffen aus einem Brenn- oder Glühprozeß, sowie Kieselsäure enthaltenden Stoffen. Der Trümmerschutt ist an sich nicht einheitlich, sondern je nach Bauart der Häuser verschieden zusammengesetzt. Aus diesem Grunde werden nach Ausscheidung der Metallteile für die Herstellung des neuen Bindemittels Schuttmassen verschiedener Herkunft gut gemischt, um eine Grundmasse von möglichst gleichmäßiger Zusammensetzung zu erhalten. Dem gleichen Zweck dienen die oben genannten Zuschläge von mineralischen Stoffen aus einem Brenn- oder Glühprozeß, und von Kieselsäure, insbesondere von freie Kieselsäure enthaltenden Stoffen. Als mineralische Stoffe, die bereits einen Brenn- oder Glühprozeß durchgemacht haben, kommen im wesentlichen in Betracht: Säure oder basische Schlacken aus Hochofenbetrieben und
Giessereien, granuliert oder in Stückform, Flugaschen und Sinterschlacken aus Feuerungsanlagen, Braunkohlen- und Steinkohlenasche sowie Filterasche. Als kieselsäurehaltige Zuschläge können verwendet werden: Alle Arten von Zeolith, Diatomeenerde, Si-Stoff. Der Anteil der Beimengungen ist im Vergleich zum Trümmerschutt nur gering. Genaue Angaben über das Mischungsverhältnis lassen sich nicht machen, da sich dieses nach dem Gehalt des jeweils vorliegenden Trümmerschuttes an CaO, Al(sub)2(exp)O3 und SiO(sub)2 sowie der anderen Bestandteile, z.B. Gips, und schließlich auch nach dem Verwendungszweck des Bindemittels richtet. Die jeweils zu wählenden Beimengungen zu dem Trümmerschutt und das Mischungsverhältnis werden von Fall zu Fall auf Grund der Analyse des vorliegenden Trümmerschuttes bestimmt.
Als Anregerstoffe kommen neben den Fertigerzeugnissen der Bindemittelindustrie, also gebranntem Kalk, Zement und Gips auch Halberzeugnisse in Betracht wie Portlandzementklinker, Naturzementklinker, sowie auch der bis jetzt auf die Halden kommende Abfall aus diesen Fabrikationszweigen, worunter auch toter Zement zu versehen ist. An die Stelle dieser Stoffe können auch andere jetzt viel gebräuchliche Ersatzstoffe für Kalk oder Zement, wie z.B. Kalziumkarbidschlamm, treten. Diese Anregerstoffe sind in ihrer Wirkung nicht gleich stark, je nach ihrem Wirkungsgrad ist der Prozentsatz der Beimengungen verschieden zu wählen.
Trümmerschutt besteht zum überwiegenden Teil aus Ziegelbrocken. Es ist bekannt, Ziegelmehl als hydraulischen Zuschlag für Mörtelbildner zu verwenden. Bisher wurde Ziegelmehl aber nur in geringen Mengen dem Zement beigefügt. Diesem Bekannten gegenüber besteht das
Neue an der Erfindung darin, daß das Ziegelmehl den Hauptbestandteil des gesamten Bindemittels bildet und mit den übrigen Bestandteilen des Trümmerschuttes, insbesondere den erhärteten Mörtelmassen verwendet wird und daß in dem Bindemittel weniger als ein Fünftel Kalk, Zement oder ähnliche Anreger enthalten sind. Entgegen allen Erwartungen entsprechen die Zug- und die Druckfestigkeit der aus diesem Bindemittel nach den Normen hergestellten Probekörper nicht nur den Sollwerten, sie sind sogar wesentlich höher. Auch die übrigen Eigenschaften, wie Raumbeständigkeit, Lagerbeständigkeit usw. entsprechen mindestens den Normenvorschriften.
Die Mahlung des Gemisches wird vorteilhaft sehr weit getrieben, möglichst bis zur oder noch über die Feinheit des 10000 Maschensiebes. Je feiner die Mahlung ist, umso bessere Bindekraft besitzt das neue Bindemittel.
Das neue Bindemittel wird wie Kalk oder Zement verarbeitet. Es kann zur Herstellung von Mörtel oder Beton benutzt werden. Aus ihm lassen sich Steine oder andere Gegenstände gießen oder pressen. Bei besonders feiner Mahlung ist das neue Bindemittel auch ohne weiters zum Pressen verhältnismäßig dünnwandiger Gegenstände, die bisher aus Preßstoffen auf Formaldehyd-Harnstoff- o.dgl. Basis hergestellt wurden, verwendbar.
Die Anfertigung des neuen Bindemittels benötigt nur einen Bruchteil der Kohle, die für die Herstellung von Kalk oder Zement erforderlich sind. Damit wird durch das neue Bindemittel ein Ausweg aus der die Bautätigkeit hemmenden, auf Kohlenmangel zurückzuführenden Knappheit an Kalk und Zement eröffnet. Dazu kommt als weiterer Vorteil, daß
die Herstellung des neuen Bindemittels nicht an die Lagerstätten von Kalk oder Kohle gebunden ist, sondern überall betrieben werden kann, wo Trümmerschutt vorliegt. Durch die Aufarbeitung des Trümmerschuttes werden die zerstörten Städte der Sorge um die Beseitigung der Trümmer enthoben. Der Trümmerschutt belastet die Städte nicht mehr finanziell, sondern entlastet sie. Die Unkosten bei der Herstellung des neuen Bindemittels sind wesentlich geringer, als bei der Fabrikation von Kalk und Zement.
Claims (2)
1.) Hydraulisches Bindemittel, bestehend aus einem feingemahlenen Gemisch aus mehr als 80% von metallischen Beimengungen befreitem Schutt aus Trümmern zerstörter Städte mit Ganz- oder Teilerzeugnissen der Bindemittelindustrie und mineralischen Stoffen aus einem Brenn- und Glühprozeß sowie Kieselsäure, insbesondere freie Kieselsäure enthaltenden Stoffen.
2.) Hydraulische Bindemittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Mahlgrad von der Feinheit des 10 000 Maschensiebes.
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