DEM0019090MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 27. Juni 1953 Bekanntgemacht am 3. November 1955
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung
des Kondensates und des Wärmeinhaltes von Überschußdampf, wie solcher beispielsweise
beim Anfahren und Abstellen von Dampfkraftanlagen auftritt. Die Erfindung betrifft außerdem
eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.
Der heim Anfahren und Abstellen eines Kessels bekanntlich auftretende Überschußdampf wurde ursprünglich
beispielsweise über ein Anfahrventil od. dgl. in die Atmosphäre abgeblasen. Abgesehen
von dem Geräusch, das bei diesem Vorgang auftritt, sind die Verluste an Kondensat und Wärme
empfindlich. Dies wirkt sich besonders bei Hochdruckkesseln großer Leistung aus, bei denen mit
Abblasemengen in der Größenordnung von beispielsweise 30 bis 401 gerechnet werden muß.
Zur Behebung dieses Übelstandes hat man schon vorgeschlagen, den Überschußdampf in einem
Kondensator niederzuschlagen. Man kann hierzu den Kondensator einer Kraftmaschine heranziehen.
Durch die hohe Temperatur des Überschußdampfes kann jedoch dieser Kondensator, der nur ,für
niedere Temperatur ausgelegt ist, gefährdet wenden. Außerdem sind beim Anschluß der Leitung für
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die Einführung des Überschußdampfcs in den Kondensator besondere Einrichtungen erforderlich,
inn dk' Aufrechlerhaltung des Vakuums beim normalen
Betrieb sicherzustellen. Aus diesen Gründen wird zum Niederschlagen an Stelle des Hauptkondensators
meist ein besonderer Hilfskondensator verwendet, der in der Lage ist, auch Dampf mit
höherer Temperatur niederzuschlagen. Beim Niederschlagen wird jedoch nur das Kondensat des Übcr-
sehußdamples zurückgewonnen, während die Wärme an das Kühlwasser abgegeben und dabei verloren
wird. Außerdem hat die Anordnung eines besonderen
I lilfskondensators noch einen weiteren Nachteil, der sich dadurch ergibt, daß besonders große
Mengen an Oberschußdampf dann auftreten, wenn Störungen in der Kraftmaschine vorkommen, die
eine plötzliche Lastabsenkung zur Folge haben. Soll auch in einem solchen Falle der Überschußdumpf
niedergeschlagen werden, so muß die I IiIIs-
kondensation dauernd einsatzbereit sein, d.h. die Kondensationshilfsinaschiiien mit ihrem verhältnismäßig
großen Krallbedarf müssen dauernd arbeiten. Kiue solche Betriebsweise ist unwirtschaftlich.
Gemäß der Erfindung wird daher ein Verfahren zur Rückgewinnung des Kondensates und des Wärnieinhaltes von (Jberschußdampf bei Dampfkraftanlagen unter Verwendung eines Wärmespeichers zur Speisewasservorwärmung vorgeschlagen, das die vorstellenden Unvollkoinmenheiten und Nachteile vermeidet. Das erfindungsgemäße Verfahren bestellt darin, daß der beim Anfahren und Abstellen anfallende Oberschußdampf ganz oder teilweise in einem oder mehreren Gefällespeichorn niedergeschlagen und unter Ausnutzung des Speicher-
Gemäß der Erfindung wird daher ein Verfahren zur Rückgewinnung des Kondensates und des Wärnieinhaltes von (Jberschußdampf bei Dampfkraftanlagen unter Verwendung eines Wärmespeichers zur Speisewasservorwärmung vorgeschlagen, das die vorstellenden Unvollkoinmenheiten und Nachteile vermeidet. Das erfindungsgemäße Verfahren bestellt darin, daß der beim Anfahren und Abstellen anfallende Oberschußdampf ganz oder teilweise in einem oder mehreren Gefällespeichorn niedergeschlagen und unter Ausnutzung des Speicher-
Druekgelälles zur Vorwärmung des Speisewassers in einem Mischvorwärmer und Entgaser verwendet
wird. Hei diesem Verfahren bleibt also nicht nur das Kondensat, sondern auch die Wärme des Überseluißdampfcs
dem Kreislauf erhalten. Ein Gefälle-
speicher hat gegenüber einer Kondensation den Vorteil, ohne irgendwelche energieverbrauchenden
Hilfseinrichtungen jederzeit einsatzbereit zu sein, so dafi auch Übersehußdampfinengen, wie sie bei
plötzlichen Entlastungen der Kraftmaschine auf-
treten, aufgenommen werden können. Die durch
Aufladen des Speichers gesammelte Wärme wird nach der Erfindung im Kreislauf zur Vorwärmung
des Kesselspeisewassers wieder nutzbar gemacht.
Um die Abmessungen des Speichers und damit die Kosten möglichst klein zu halten, wird man
die Spanne zwischen Lade- und Entladedruck möglichst hoch wählen, z. 1!. 25 und 1,5 ata. Man
kann dadurch je cbm Wasser eine verhältnismäßig große Dampfinenge speichern. Der Speicher gibt
dann den Dampf an eine geeignete Vorwärmstufe ab. Hei großen Kesseln wird ein einziger Speicher
zur Aufnahme des Überschußdampfes nicht genügen, es können dann zwei oder mehrere Speicher
vorgesehen werden.
fio Eine Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, daß bei Vorhandensein mehrerer Kessel ein oder mehrere Gefällespeicher
zum gemeinsamen Niederschlagen der Überschußdampfmenge aller Kessel verwendet werden. Diese
Anordnung ist im Hinblick auf die Betriebs-Wirtschaftlichkeit der Anlage besonders vorteilhaft.
Die Erfindung läßt sich, sofern die sonstigen
Umstände dies gestatten, auch bei Dampfkraftanlagen mit Zwischenüberhitzung zur Anwendung
bringen und ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht in diesem Falle darin, daß der Ladedruck
des Speichers gleich dem Druck am Austritt des Zwischenüberhitzers gemacht wird. Hierdurch ergibt
sich der Vorteil, daß ein besonderes Drosselventil in der Verbindungsleitung zwischen Speicher und
Zwischenüberhitzer nicht erforderlich ist, was bei Anlagen ohne Zwischenüberhitzung sich als notwendig
erweist.
Es ist zwar bekannt, in einer Dampfa'nlage den
Überschußdampf in einen Wärmespeicher cinzuileiten,
der als Gleichdruckspeichcr arbeite:! und
direkt in den Speisewasscrkrcislauf eingeschaltet ist. Dies hat aber den Nachteil, daß entsprechend
dem Prinzip der Gleichdruckspcichcrung die Temperatur und damit der Druck im Speicher durch
besondere Regeleinrichtungen konstant gehalten werden muß. Durch diese Regeleinrichtungen soll
erreicht werden, daß stets eine der augenblicklichen Dampfmenge entsprechende Wassermenge
dem Speicher zugeführt wird. Es können aber damit nicht schlagartig einsetzende große Überschußdampfmengen,
wie solche beim Anfahren und insbesondere im Störungsfall auftreten, beherrscht werden; denn es ist praktisch nur schwer zu erreichen,
daß im Augenblick des plötzlichen Anfalles einer großen Überschußdampfmenge auch
eine entsprechende Speisewassermenge sofort bereitgestellt werden kann. Auch sind derartige Regeleinrichtungen
mit großen Kosten verbunden. Im übrigen ist das Gleichdruckverfahren überhaupt nur
bei niedrigen Drücken anwendbar.
Weiterhin ist ein Regelverfahren für Dampfkessel mit geringem Wasscrinhalt, insbesondere für
Zwangsdurchlauf- oder Umlaufkessel mit Wärmespeicher bekannt, bei dem völlig abweichend vom
der Erfindung lediglich das normale Ruths-Gcfällespeicherprinzip
zur Anwendung kommt, indem der Entladedampf dem Turbinenkrcislauf zur weiteren
Ausnutzung wieder zugeführt wird. Die zur Durchführung des Verfahrens benutzten Mittel lasscln
erkennen, daß es an sich bekannt ist, zwecks g,cimeinsamen Niederschlagcns von Überschußdampf
mehrere Speicher parallel zu schalten.
Schließlich ist es auch bekannt, den Überschußdampf ohne jede Speicherung im Speisewasserkreislauf
niederzuschlagen. Dies hat aber eine schwankende Speisewassertemperatur zur Folge, was insbesondere
im Großkesselbctricb untragbar ist.
Demgegenüber bestehen die durch die Erfindung erzielbaren Vorteile darin, daß große Überschußdampfmengen,
sowohl was den Kondensat- als auch den Wärmeinhalt anbelangt, zurückgewonnen werden
können, ohne daß in der Spciscwasscrtemperatur Schwankungen auftreten. Bei der erfindungsgemäßen
Anwendung und Schaltung eines oder mehrerer Gefällespeichcr wird der Entladcdampf
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des Speichers in den Entgaser eines Mischvorwärmers eingeleitet und zur Vorwärmung des
Speisewassers benutzt. Da üblicherweise vor jeden Entgaser ein Regelventil geschaltet ist, das den
Druck des Heizdampfes und damit auch die Temperatur des aufzuwärmenden Wassers konstant hält,
wird automatisch durch den Entgaser die Einhaltung einer gleichbleibenden Temperatur erreicht, welche
für die Erzielung günstiger Einspeiseverhältnisse
ίο in den Kessel erforderlich ist. Besondere Regeleinrichtungen
zum Konstanthalten der Temperatur des Speisewassers sind daher nicht erforderlich und
es können außerdem relativ große Druckuntersehiede zugelassen werden. Das Regelventil, welches
ein Druckminderventil oder auch ein Temperaturregler sein kann, ist in üblicher Weise in die Dampfleitung
zum Entgaser eingeschaltet; an diese Zuleitung wird die Entladeleitung des Gefällespei-chers
angeschlossen. Der einzuhaltende Regeldruck wird also entsprechend -der im Entgaser gewünschten
Temperatur eingestellt. Gegenüber einem Gleichdruckspeicher hat die erfindungsgemäße Gefällespeicherschaltuing
noch den Vorteil, daß bei Einhaltung einer möglichst gleichmäßigen Temperatur der erforderliche Speicherinhalt und damit die
Behältergröße beim Gefällespeicher wesentlich kleiner als bei einem Gleichdruckspieiicher ist.
Eine zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung geeignete Anordnung ist beispielsweise
im folgenden beschrieben und in der Zeichnung schematisch dargestellt.
In den Dampfkesseln 1 wird Dampf erzeugt, der in den Turbosätzen 2 unter Gewinnung elektrischer
Energie entspannt wird. Der Dampf wird in dein Kondensatoren 3 niedergeschlagen und das Kondensat
von den Pumpen 4 über Vakuum-Vorwärmer 5 den Mischvorwärmern und Entgasern 6 für die Speisewasserauifbereitung
zugeführt. Das in der Vakuum-Vorwärmstufe anfallende Kondensat wird über Hilfskondensatpumpen 7 ebenfalls in die Mischvorwärmer
'und Entgaser 6 eingespeist. Die Mischvoirwärmer 6 sind mit Speisewasserbehältern 8 zusammengebaut,
aus denen die Speisiepumpen 9 das Speisewasiser in die Kiessei 1 speisen. Hinter den
Überhitzern ia der Kessel 1 sind die voirgeschriebenien
Sicherheitsventile 10 angeordnet; außerdem ist hinter den Überhitzern noch eine weitere Leitung
abgezweigt, in der die Überströmventile 11 angeordnet
sind. Diese Überströmventile sind so eingestellt, daß sie etwas unterhalb des Ansprechdruckes
der Sicherheitsventile 10 öffnen. Ferner ist für die Überströmventile 11 eine Umgehungsleitung
vorgesehen, in der Absperrorgane 12 angeordnet sind. Die von den Armaturen 11 und 12 abgehenden
Leitungen werden vereinigt einem Gefällespeicher 13 als Ladeleitung zugeführt. In die von den
Kesseln zum Speicher führenden Leitungen sind außerdem die Rückschlagklappen 15 eingebaut. Von
den Speichern 13 führt die Entladeleitung 14 zu
den Mischvorwärmern und Entgasern 6 für die Speisewasseraufbereitung. Vor den Entgasern ist in
bekannter Weise das übliche Regelventil (in der Zeichnung nicht dargestellt) eingeschaltet, das ein
Druckminderventil oder auch ein Temperaturregler sein kann. ■ '.
Die Wirkungsweise des erfmdungsgemäßen Verfahrens ist folgende: Beim Anfahren eines Kessels 1
nimmt die angeschlossene Kraftmaschine 2 zunächst keinen Dampf auf. Der anfallende Überschußdampf
wird gemäß der Erfindung unter Umgehung des Überströmventils 11 bei geöffnetem Absperrorgan
12 dem Speicher 13 zugeführt und lädt diesen langsam
auf. Durch die Rückschlagklappen 15 wird eine Fiehlleitung des Überschußdampfes1 ausgeschloissen.
Bei Inbetriebnahme der Turbine 2 wird das Absperrorgan
12 geschlossen, während das jeweils zugeordnete Überströmventil 11 einsatzbereit ist. ■
Dieses wird bei jedem unzulässigen Druckanstieg, wie er bei plötzlicher Entlastung der Turbine eintreten
kann, öffnen und die Überschußdampfmengen dem Speicher 13 zuführen. Ist der 'Speicher 13 geladen,
was durch die Anzeige des Speicher-Manometers
festgestellt werden kann, so kann der Abdampf je nach den augenblicklichen Betriebsvierhältnissen
dem einen oder anderen Mischvorwärmer und Entgaser 6 zugeführt und damit zur Vorwärmung
des Speisewassers nützlich verwendet werden. Die Zuteilung des Abdampfes auf die
Mischvorwärmer 6 erfolgt in an sich bekannter Weise durch Handsteuerung. g0
In vorstehendem. Beispiel ist die Dampfkraftanlage vereinfacht dargestellt. Es wurden nur die
Teile im Schema berücksichtigt, die zur Erläuterung des Erfindungsgedankens er forderlich sind.
Claims (4)
1. Verfahren zur Rückgewinnung des Kondensates und des Wärmeinhaltes von Überschußdampf
bei Dampfkraftanlagen unter Verwendung eines Wärmespeichers zur Speisewasservorwärmung,
dadurch gekennzeichnet, daß der beim Anfahren und Abstellen anfallende Überschußdampf
ganz oder teilweise in einem oder mehreren Gefällespeichern niedergeschlagen und
'unter Ausnutzung des Speicher-Druckgefälles zur Vorwärmung des Speisewassers in einem
Mischvorwärmer und Entgaser ausgenutzt wird. u0
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Vorhandensein mehrerer Kessel ein oder mehrere Gefällespeicheir zum
gemeinsamem Niederschlagen der Übersichußdampfmenge aller Kessel verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Dampfkraftanlagen mit Zwischenüberhitzung der Ladedruck des oder
der Speicher gleich dem Druck am Awstritt des
Zwischenüberhitzers gemacht wird.
4. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet
durch einen oder mehrere zu einem oder mehreren Dampfkesseln (1) parallel geschaltete
Gefällespeicher (13), deoen jeweils der beim Anfahren und/oder Abstellen der Kessel (1)
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fin fallende Überschuiidampf über geeignete
Armaturen, wie beispielsweise Überströmventile (11), Absperrorgan« (12), Rückschlagklappen
(15), zugeführt wird, und aus denen jeweils über eine oder mehrere Entladeleitungen (14)
Abdampf an einen oder mehrere zur Dampfkesselanlage gehörige Mischvorwärmcr (6) abgegeben
wird.
Angezogene Druckschriftan:
Deutsche Patentschriften Nr. 569060, 377344,
265, 687 312.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
O 509 578/54 10.55
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