DEF0016418MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIEDEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 21. Dezember 1954 Bekanntgemacht am 4. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß man aus Poren- oder Faserstoffen Schallschluckeinrichtungen herstellen kann,
deren Schluckwirkung auf der Umwandlung der Luftschallenergie in Wärme infolge Reibung an
den Wänden der Hohlräume beruht. Schallschluckeinrichtungen dieser Art absorbieren vorwiegend
hohe Frequenzen.
Bekannt sind ferner Schallschluckeinrichtungen aus elastischem Material, das durch den Luftschall
zu mechanischen Schwingungen angeregt ward und durch seine hohe innere Dämpfung Schallenergie
verzehrt (Mitschwinger). Diese Systeme schlucken vorwiegend selektiv tiefe Frequenzen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Schallschluckeinrichtungen nach dem Prinzip der Hohlraumresonatoren
(Helmholtz-Resonatoren aufzubauen. Diese Einrichtungen eignen sich insbesondere zur Schluckung tiefer Frequenzen. Sie werden
vorwiegend dadurch verwirklicht, daß man auf die Raumbegrenzung ein Lattengerüst aufbringt und
dieses zum Raum hin mit Lochplatten abschließt.
Die genannten Einrichtungen schlucken mehr oder weniger selektiv. Will man eine die niedrigen
und hohen Frequenzen gleichzeitig erfassende, breitbandige Schallschluckung erreichen, so ist eine
Kombination der oben genannten Einrichtungen notwendig. Es ist bereits vorgeschlagen worden,
derartige Einrichtungen herzustellen, indem man mitschwingende gelochte Platten in einem bestimmten
Abstand vom Mauerwerk auf Holzleisten
609 656/«
F16418 V/37f
befestigt und schallschluckende Faserstoffe zwischen Lochplatten und Mauerwerk anordnet. Die" Montage
derartiger Einrichtungen ist kostspielig und zeitraubend, da zunächst Äbstandsleisten vor das
■5. Mauerwerk .zu montieren, sind und nachträglich
ausgewählte Lochplatten unterschiedlicher Lochung auf diesen Abstandsleisten befestigt werden
müssen.
Es ist ferner. bereits bekanntgeworden, Schallschluckeinrichtungen
in einfacher Weise dadurch herzustellen, daß man auf die Begrenzungswände
eines Raumes eine poröse elastische Schaumstoffplatte aufbringt und diese auf der freien Oberfläche
mit einer weitgehend luftundurchlässigen Schicht überzieht. Eine derartige '', Einrichtung hat den
großen Vorteil, d'aßisie; fugenlos auf die: Begren-;
zungswände aufgebracht werden kann.
Es wurde nun gefunden, daß man besonders wirksame Schallschluckeinrichtungen dann erhält,
wenn man bei einem auf eine Racniibegrenzung aufgebrachten, vorzugsweise aufgeklebten elastischen
Schaumstoff mit innerer Dämpfung, dessen freie' Oberfläche mit einer dünnen Schicht aus einem
weitgehend luftundurchlässigen Material verbunden ist, diese Oberflächenschicht mit feinen Löchern
versieht.
Derartige,Schallschluckeinrichtungen rufen trotz ihrer durchlöcherten Oberfläche den Eindruck einer
vollkommen einheitlichen Fläche hervor, da die feinen Lochungen für das Auge aus einiger Entfernung nicht mehr sichtbar sind. Ein besonderer
Vorteil einer derartigen Einrichtung ist darin zu sehen, daß man durch Variation der Anzahl und
Größe der Löcher den höherfrequenten Anteil des' Schluckgrades und durch Variation des Flächengewichtes
der Deckschicht den niederfrequenten Anteil des Schluckgrades verändern kann.
Geeignete Schaumstoffe für die.se Einrichtungen sind insbesondere elastische Schaumstoffe, wie z. B.
solche auf der Basis von Kautschuk oder Polyurethanen. Die Oberflächenschicht kann nach beliebigen
Verfahren erzeugt werden. Es können z. B. auf die Schaumstoffmatten Kunststoffolien oder
Papier aufgeklebt oder aufgeschweißt und diese gegebenenfalls vor oder nach dem Aufkleben lackiert
werden. Auch können diese Oberflächenschichten durch direktes Auftragen von Lacklösungen oder
pastenförmigen Filmbildnern..erzeugt werden. Die Lochungen, können unter Anwendung beliebiger
mechanischer Mittel erhalten werden. Man kann sich hierzu z.B.. einer Nadelwalze bedienen.
; Die Wirkung einer solchen Einrichtung ist die, daß die Oberflächenschicht im Zusammenwirken
mit der Elastizität'und'Dämpfung des Poreristöffes ■
als schallschluckender Mitschw.inger für niedrige Frequenzen wirkt, während der höherfrequente
Schall durch die Löcher der Haut in den Porenstoff eindringt und dort in Wärme umgesetzt wird.
In Abb. ι der Zeichnung ist eine, bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Einrichtung im Schnitt dargestellt. Abb. 2 zeigt, .wie .durch
diese Einrichtung der Frequenzgang gegenüber den nach' dem Stand der Technik bekannten Schallschluckeinrichtungen
verbessert wird.
Eine Schallschluckeinrichtung nach Abb. 1 wird wie folgt hergestellt: Auf die Raumbegrenzung 1
wird1 eine etwa 3 cm starke Matte 2 eines elastischen Schaumstoffes ' auf Polyurethanbasis aufgeklebt.
Die Schluckwirkung dieser. Einrichtung ist in Kurve ι der Abb. 2 dargestellt. Nunmehr wird auf
die Oberfläche des Schaumstoffes 2 Papier 3 aufgeklebt und dieses ein- oder zweimal lackiert 4. Der
Schallschluckgrad dieses Systems ist in Kurve 2 dargestellt. Das System wirkt jetzt ausschließlich
als Mitschwinger. Versieht man nun die Abschlußschicht mit Löchern 5 von 0,5 mm Durchmesser im
Abstand von etwa 5mm, z.B. mit Hilfe einer
Nadelwalze, so erhält man eine Schallschluckwirkung, die in Kurve 3 dargestellt ist. Diese breitbandige
Kurve 3 resultiert aus - der Mitschwingerwirkung des Systems '""nach Kurve 2 und der
Schluckung des· Porenstoffes nach Kurve 1.
Claims (2)
1. Schallschluckeinrichtung, bestehend aus
einem auf eine Raumbegrenzung aufgebrachten, vorzugsweise aufgeklebten elastischen Schaumstoff
mit innerer Dämpfung, dessen freie Oberfläche mit einer dünnen Schicht aus einem weitgehend
luftundurchlässigen;^Material verbunden ist, dadurch.gekennzeichnet, daß diese Schicht
(3, 4) mit feinen-Löchern (5) versehen ist.
2. Verfahren zur Herstellung von Schallschluckeinrichtungen nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß auf die Raumbegrenzung (1) eine Matte (2) aus Schaumkunststoff, z. B.
einem solchen auf Polyurethanbasis, aufgeklebt, darauf Papier (3) geklebt, dieses ein- oder zweimal
lackiert (4) und schließlich die Oberflächenschicht (3, 4), z. B. mit Hilfe einer Nadelwalze,
mit den feinen Löchern (5) versehen wird. ...
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsches Gebrauchsmuster Nr. .1 679377;
Zelle r, Technische Lärmabwehr, Stuttgart,
Deutsches Gebrauchsmuster Nr. .1 679377;
Zelle r, Technische Lärmabwehr, Stuttgart,
1950, s. 75. . ....
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
© 609 656/46 9.56
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