DEC0010370MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Oktober 1953 Bekanntgemacht am 16. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur elektromagnetischen Rückstrahlortung mit
sägezahnförmig frequenzmodulierten Ultrahochfrequenzschwingungen und mit Richtstrahlschwenkung
durch frequenzabhängige elektrische Prismen, die den Richtantennen vorgesetzt sind. Solche Anordnungen
sind an sich bekannt.
Es ■ können dabei beliebige Prismen verwendet werden, deren Ablenkwinkel mit der Frequenz veränderlich
ist. Ein solches, anderweit vorgeschla-. genes, besonders geeignetes Prisma besteht aus
einer Anzahl von senkrecht oder annähernd senk ■ recht zur Fortpflanzungsrichtung der einfallenden
Wellen hintereinander angeordneten Metallplatten, deren Abstände in derselben Größenordnung wie
die verwendete Wellenlänge liegen und deren Dicke sehr klein gegen die Wellenlänge ist, während ihre
Länge und Breite erheblich großer als die Wellenlänge ist. Die Platten sind mit Löchern versehen,
deren Abmessungen und Anordnung so gewählt
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sind, daß unter Berücksichtigung der Beugungserscheinungen die gewünschte Ablenkung der
Wellenfronten eintritt. Wenn auf ein solches Prisma eine Welle mit veränderlicher Frequenz fällt, tastet
das durchgelassene Wellenbündel den Raum jenseits des Prismas in einem gewissen Winkelbereich ab,
obwohl das einfallende Wellenbündel vollkommen fest bleibt.
Bei der Rückstrahlortung, die von solchen Prismen Gebrauch macht, ergibt sich der Peilwinkel
aus der Frequenz der empfangenen Schwingungen. Es liegt auf der Hand, die Frequenzmodulation zugleich
zur Entfernungsmessung unter üblicher Auswertung der Differenzfrequenz von gesendeter und
empfangener Welle mitheranzuziehen. Nachteilig ist jedoch dabei die' Mehrdeutigkeit der Messung,
wodurch die von nahen Hindernissen herrührenden Echos schwer von den Echos zu trennen sind, die
von entfernten Hindernissen kommen.
Dies wird gemäß der Erfindung vermieden, indem in jener Anordnung zur Rückstrahlortung bei
gleichzeitiger Entfernungsmessung aus der Differenzfrequenz von gesendeter und reflektierter Welle
die Sende- bzw. Empfangsantenne mit zugehörigen Prismen an den Enden einer Meßbasis angeordnet
und das Sende- sowie das Empfangsprisma derart gegeneinander neigbar sind, daß die Schnittstelle
ihrer Richtcharakteristiken ringförmige, durch Prismenabstand und -neigung festgelegte Gebiete
bestreicht und die Messung auf darin befindliche Ziele beschränkt.
Die Prismen können eine motorische Schwenkbewegung erfahren, bei der sie um gleiche Winkel
gegeneinander geneigt werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung an Hand der in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiele. Hierin zeigt
Fig. ι schematisch in schaubildlicher Darstellung
ein bei der Erfindung zu verwendendes, anderweit vorgeschlagenes Prisma,
Fig. 2 die Projektion des Prismas aus Fig. 1 auf die sOx-Ebene,
Fig. 3 die Projektion einer anderen Platten-, anordnung des Prismas aus Fig. 1 auf die zOx-Ebene,
Fig. 4 schematisch eine Anordnung zur elektromagnetischen
Ortung von Hindernissen mit frequenzmodulierten Wellen und unter Verwendung von Prismen und
Fig. 5 eine besondere Arbeitsweise der Empfangs- und Sendeantennen der Anordnung aus
Fig. 4.
Das bei der Erfindung zu verwendende Prisma beruht auf der Erscheinung der Beugung elektromagnetischer
Wellen.
Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, besteht ein an sich anderweit vorgeschlagenes Prisma aus mehreren
Metallplatten, die hintereinander in der Oa-Richtung angeordnet sind. Auf der Platte P1
sind die Linien X1-X1. ■ ■ ■ χη-χή ünd 3'γ3Ί' · · · JwVn
gezeichnet, die ein Karomuster bilden, dessen Seite C1-C2 erheblich größer als die Wellenlänge λ der abzulenkenden
Wellen ist. Diese Platte P1 ist mit
runden Löchern versehen, deren Mittelpunkte auf den Schnittpunkten der Linien des erwähnten Karomusters
liegen. Die Löcher mit Mittelpunkten auf den Linien J1-J1 . . ■ y„-yn' haben gleiche Durchmesser,
während diejenigen mit Mittelpunkten auf den Linien X1-X1 . . . Xn-Xn' Durchmesser haben, die
stetig von links nach rechts abnehmen. Die Löcher mit Mittelpunkt auf der Linie J1-J1 haben den
größten Durchmesser, der jedoch kleiner als / ist. Die anderen Platten P2 und Ps sind ebenso ausgeführt
wie die Platte P1.
Wenn eine elektromagnetische Welle, die sich in der Oz-Richtung ausbreitet, die Vorderseite der
Platte P1 erreicht, treten Beugungserscheinungen
auf.
Die elektromagnetische Energie durchdringt die Löcher der Platte P1, und hinter ihr bildet sich eine 80
neue Wellenfläche. Die Löcher erteilen dem gebeugten Teil der Wellenfläche eine Phasenvoreilung,
die bei den Löchern sehr großen Durchmessers Null ist und bei den Löchern mit unendlich kleinem
Durchmesser — beträgt. Unter diesen Umständen
ist eine einfallende ebene Wellenfläche ,S1 (Fig. 2)
nach Durchgang durch die Platte P1 in eine praktisch
ebene Wellenfläche ,S2 übergegangen, die um
einen Winkel Θ gegen die Wellenfläche S1 geneigt
ist. Dies ist einer Änderung der Ausbreitungsrichtung gleichwertig, die jetzt Oz wird, d. h. man beobachtet
eine Ablenkung der Welle, die der mit einem brechenden Prisma in der klassischen
Optik erreichten entspricht. Die Welle durchläuft S5 ebenso die anderen Platten, die ebenfalls die erwähnte
Welle ablenken. Im Endergebnis erhält man eine erhebliche Gesamtablenkung, die eine
Resultierende der aufeinanderfolgenden Ablenkungen an den verschiedenen Platten darstellt. 1°°
Der Brechungswinkel sOwie der Reflexionskoeffizient einer Platte hängen ab von den Durchmessern
der Löcher, von der Wellenlänge λ, von der Anzahl der Löcher und ihrer Verteilung auf
der Platte.
Die Herrichtung einer Platte für ihren Verwendungszweck wird man durch Rechnung und Versuche
derart vornehmen, daß eine Welle, die als Trägerfrequenz dienen soll und deren Wellenlänge λ
ist, mit einem Minimum an Verzerrung der Wellen- no fläche um einen maximalen Winkel Θ abgelenkt
wird. Man wird diese Herrichtung so durchführen, daß die Platte einen Durchlaßkoeffizienten hat, der
möglichst nahe an 1 herankommt. Die Herabsetzung der Reflexionen wird begünstigt durch Verwendung
mehrerer Platten, deren gegenseitige Stellung in geringem Maße verstellt werden kann, um die Anordnung
anzupassen.
Ein solches Prisma kann natürlich eine beliebige Anzahl von Platten umfassen, beispielsweise fünf,
sechs oder sieben. .
Die quadratische Form der Platten (Fig. 1) ist nicht unbedingt notwendig. Die Platten können
auch rund oder rechteckig sein, aber die Verteilung der Löcher muß der bei Fig. 1 beschriebenen entsprechen,
und die kleinste Abmessung der Platte
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muß groß gegen λ sein. In der Praxis wird eine
quadratische Platte beispielsweise eine Seitenlänge oberhalb ίο λ aufweisen.
Die Löcher können auch oval oder quadratisch sein. Jedoch ist die runde Form am vorteilhaftesten
sowohl in bezug auf die mechanische Ausführung als auch in bezug auf die Arbeitsweise.
Will man eine sehr breite Wellenfläche ablenken, so kann man Platten verwenden, bei denen die auf
ίο den Linien X1-X1' . . . Xn-Xn' gelegenen Löcher in
mehreren Serien nebeneinander angeordnet sind. Jede dieser Serien besteht aus Löchern von abnehmendem
Durchmesser (Fig. i). Die Löcherserien sind so verteilt, daß dem kleinsten Loch
einer Serie das größte Loch der folgenden Serie nachfolgt. Man erzielt so ein Stufenprisma.
Anstatt die Platten P1, P2 und P3 einander parallel
anzuordnen (Fig. 1 und 2), kann man sie derart gegeneinander neigen (Fig. 3), daß jede Platte
stets von vorn durch eine Welle getroffen wird, welche die Platte P1 von vorn getroffen hat.
Natürlich kann man veränderliche Abstände zwischen den Platten in O^-Richtung oder die Verwendung
verschiedener zusammengebauter Prismen oder auch die Verwendung verschiedener Platten in
0,3-Richtung vorsehen. Schließlich kann man ebenso
durch Verwendung von Öffnungen, deren Durchmesser in O^-Richtung variieren, eine gemischte
Anordnung erhalten (Linsenprisma), die in der horizontalen Ebene ablenkt und. in der vertikalen
Ebene fokussiert.
Der Brechungswinkel eines solchen Prismas ändert sich mit der Neigung des Prismas gegenüber
der Ausbreitungsrichtung der Welle. Dies kommt von der Änderung der scheinbaren Durchmesser
der Löcher in den Platten gegenüber der einfallenden Welle in Abhängigkeit von der erwähnten Neigung.
Ferner ändert sich der Brechungswinkel eines gegebenen Prismas mit der Frequenz (und
darum mit X) der einfallenden Welle, denn die Änderung der Phasenverschiebung in Abhängigkeit
von der Frequenz ist für die kleinen Löcher größer als für die größeren Löcher. Darum tastet bei Verwendung
einer Welle mit veränderlicher Frequenz das durchgelassene Wellenbündel den Raum jenseits
des Prismas in einem gewissen Winkelbereich ab, während das einfallende Wellenbündel voll-■
kommen festbleibt.
Diese Eigenschaft eines solchen oder anderen Prismas wird in der unten beschriebenen Anordnung
ausgenutzt. Diese Anordnung ist ein Radargerät mit Frequenzmodulation, dessen Arbeitsweise
an sich bekannt ist.
Ein solches Radargerät mit Frequenzmodulation
(s. Fig. 4) umfaßt einen Sender E, der die in an
sich bekannter Weise sägezahnförmig frequenzmodulierte Ultrahochfrequenz erzeugt, und einen
Empfänger R, der zugleich die vom Sender ausgesandte Welle und die von einem Hindernis herrührende
Echowelle auffängt. Die beiden Wellen ■- werden in R überlagert, und aus der Frequenz der
Schwebungswelle kann die Entfernung des Hindernisses festgestellt werden.
Der Sender E und der Empfänger R sind mit
einer Send'erichtantenne AE bzw. Empfangsrichtantenne AR ausgerüstet. Vor jeder dieser Antennen
ist ein Prisma ·— z. B. der oben beschriebenen Form —■ angeordnet, das Prisma PE vor der Antenne
AE und das Prisma PT? vor der Antenne AR.
Zunächst sei angenommen, daß die beiden Prismen und die beiden Antennen parallele Achsen
haben. Die Prismen sind so aufgebaut, daß sie die Form der Strahlungsdiagramme der Antennen nicht
beeinflussen, sondern nur diese Diagramme abhängig von der Frequenz schwenken.
In Fig. 4 sind diese Prismen im Schnitt gezeichnet. Sie sind in der Figur nach oben gerichtet. O1
und O2 bedeuten den Mittelpunkt des Prismas PE bzw. denjenigen von PR. 0,; ist dsr Mittelpunkt
der Strecke O1-O2. Die Prismen PE und PR sind
parallel, zueinander angeordnet und lassen sich durch eine Verschiebung längs der durch O1-O2 bestimmten Geraden zur Deckung bringen.
Unter diesen Umständen verlagert sich das Richtdiagramm der 'Sendeantenne in der Zeichnungsebene,
wenn die Frequenz der ausgesandten Welle sich ändert, und tastet einen Winkelraum ab.
Da die Prismen PE und PR übereinstimmen und, wie oben erläutert, angeordnet sind, sind in jedem
Augenblick die Achsen der Richtstrahldiagramme der beiden Antennen parallel. Wenn die Diagramme
unendlich schmal wären, könnte man theoretisch nur die unendlich fernen Punkte D1, D2 entdecken,
da die Hindernisse in endlicher Entfernung nach AR eine Welle zurückschicken würden, die von der
abweichend ausgerichteten Empfangsrichtcharakteristik nicht aufgenommen würde.
In Wirklichkeit haben die Strahlenbündel einen gewissen Öffnungswinkel, und die Rechnung ergibt
die geringste Entfernung dmin des Punktes O3 von
einem Punkt A, von dem man ein Echo empfangen kann, zu
wobei α gleich O1-O2 und ε gleich dem Öffnungswinkel
des Strahlungsdiagramms ist, der für 20 db Dämpfung definiert ist.
Alle Punkte, die in einer geringeren Entfernung als dmin liegen, reflektieren Echos, die im Emp- n»
fänger mindestens 40 db gedämpft sind. Bei einer Neigung der beiden Antennen und damit der Prismen
um einen Winkel α gegeneinander, wobei jede
von ihnen um den Winkel — gegen O1-O2 geneigt
wird (s. Fig. 5), gestattet es die Anordnung jedoch im Sinne der Erfindung, diejenigen Hindernisse A1
zu orten, die auf einem Kreisbogen liegen, der durch O1 und O2 geht und von dem aus die Sehne O1-O2
unter einem Winkel 2 α erscheint.
Infolgedessen kann man durch Veränderung von α ringförmige Räume mit verschiedenen Radien
ausloten. Der ganze ausgelotete Raum wird so in Ringbereiche aufgeteilt, die bestimmt sind durch
Kreise, die durch O1 und O2 gehen und deren
Mittelpunkte auf der in O3 errichteten Senkrechten
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auf O1-O2 liegen. Die Anordnung erlaubt also einen
Selektivempfang der Echos.
In Fig. 5 sind Antriebsmittel M1 und M2 dargestellt,
die durch die Verbindung G3 synchronisiert
werden und über die Übertragungsmittel G1 und G2
auf die Prisment PE und PR wirken. Diese Mittel bewirken eine Verschwenkung der beiden Prismen
um O1 bzw. O2 zwischen einem Winkel Null und
einem Maximalwinkel amax, derart, daß in jedem
ίο Augenblick PE und PR um einen entgegengesetzt
gleichen Winkel O1-O2 geneigt sind. Diese Schwenkbewegung
geht in einem langsameren Takt vor sich als die Wiederkehr der Sägezähne des im Sender
verwendeten Modulationssignals.
Wenn die Anordnung einen kleinen Winkelsektor auslotet, genügt es, wie oben angedeutet, die Prismen
allein zu schwenken und die Antennen AE und AR festzulassen. Wenn jedoch der ausgelotete
Winkelsektor groß ist, werden die Antriebsmittel M1 und M2 auf die Gesamtanordnung von Prisma
und Antenne wirken, wobei die letzteren beiden gegeneinander festbleiben. · '
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Anordnung zur elektromagnetischen Rückstrahlortung mit sägezahnförmig frequenzmodulierten Ultrahochfrequenzscrnvingungen und mit Richtstrahlschwenkung durch frequenzabhängige elektrische Prismen, die den Richtantennen vorgesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß bei üblicher Entfernungsmessung aus der Differenzfrequenz von gesendeter und reflektierter Welle die Sende- bzw. Empfangsantenne mit zugehörigen Prismen an den Enden einer Meßbasis angeordnet und das Sende- sowie das Empfangsprisma derart gegeneinander neigbar sind, daß die Schnittstelle ihrer Richtcharakteristiken ringförmige, durch Prismenabstand und. -neigung festgelegte Gebiete bestreicht und die Messung auf darin befindliche Ziele beschränkt.
- 2. Anordnung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prismen eine motorische Schwenkbewegung erfahren, bei der sie um gleiche Winkel gegeneinander geneigt werden.
- 3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Prismen aus einer Anzahl von senkrecht oder annähernd senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung der einfallenden Wellen hintereinander angeordneten Metall platten bestehen, deren Abstände in derselben Größenordnung wie die verwendete Wellen- ' länge liegen und deren Dicke sehr klein gegen die Wellenlänge ist, während ihre Länge und Breite erheblich größer als die Wellenlänge ist, und daß die Platten mit Löchern versehen sind, deren Abmessungen und Anordnung so gewählt sind, daß unter Berücksichtigung der Beugungserscheinungen die gewünschte Ablenkung der <5o Wellenfronten eintritt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 579813.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen1 609'579/378 8. 56
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