DEC0006131MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Juli 1952 Bekanntgemacht am 9. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bei dem Verfahren zur fortlaufenden Herstellung und Nachbehandlung künstlicher Fäden wird
der frisch gesponnene Faden sehr oft in Schraubenwindungen um ein oder mehrere Paare übereinander
angeordneter, geschränkter Förderwalzen geführt und dabei mit einer oder mehreren Flüssigkeiten
behandelt.
Bei den bisher bekannten Vorrichtungen zur Ausführung dieses Verfahrens wird die Behandlungsflüssigkeit
auf die obere oder untere Walze mittels Röhren aufgetropft oder aufgespritzt. Es
sind auch schon Vorrichtungen bekannt, bei welchen auf einer Walze verschiedene Behandlungsflüssigkeiten aufgetropft werden. Es sind dann An-
Ordnungen getroffen, damit die verschiedenen Flüssigkeiten auf derselben Walze voneinander getrennt
werden. Auch hat man schon Stäbe zwischen den Fadenwindungen angebracht, die die Windungen
der einzelnen Fäden während ihres Überlaufens über das Walzenpaar auseinanderhalten.
Wenn die Walzen, auf welche die Flüssigkeiten aufgebracht sind, mit einer Umfangsgeschwindigkeit
umlaufen, die 80 bis 100 m in der Minute übersteigt, wird die Flüssigkeit von der Wake durch
die Zentrifugalkraft weggeschleudert, so daß nicht mehr genügend Flüssigkeit zur Behandlung des
Fadens auf der Walze verbleibt.
Nach der Erfindung ist es nun möglich, die Flüssigkeitsbehandlung
des Fadens vorzunehmen, auch ,wenn die Walze mit größerer Umfangsgeschwin-
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digkeit von etwa 150 m in der Minute umläuft. Dies wird dadurch erreicht, daß die Zuführung der
Behandlungsflüssigkeit durch einen die aufwärts ■ ·' ■ 'laufenden Fadenwindungen berührenden Stab und
, 5 das Abführen der Behandlungsflüssigkeit durch ■einen'die abwärts laufenden Fadenwindungen berührenden
Stab geschieht. Die aufwärts laufenden Fäden führen also nach der Erfindung die Behandlungsflüssigkeit
.an ihrem Umfang bereits mit sich, wenn sie auf die Förderwalze gelangen, so daß
diese Flüssigkeiten nicht mehr auf die Walze aufgetropft werden müssen.
Außer dem Vorteil, daß eine größere Drehgeschwindigkeit der Walzen anwendbar ist, was bei
der großen Geschwindigkeit, mit der die Fäden durch die Behandlungsvorrichtung geführt werden,
von großer Bedeutung ist,'besteht noch der weitere Vorteil, daß die Behandlung der Fäden mit verschiedenen
Flüssigkeiten auf einer Walze geschehen kann, ohne daß Vorrichtungen angebracht werden
müssen, durch die das Übertreten der Flüssigkeiten von einer Behandlungszone der Walze auf die
nächste verhindert wird. In diesem Falle werden mehrere Stäbe zum Zuführen und zum Abführen
der Behandlungsflüssigkeiten an die aufwärts laufenden und die abwärts laufenden Fadenwindungen angelegt. Dabei werden nur unwesentliche
Flüssigkeitsmengen von der einen Behandlungszone der Walze in die nächste Behandlungszone
durch die Fäden übergeführt.
Die Stäbe können einen beliebigen Querschnitt haben. Sie sind zur Horizontalen leicht geneigt, so
daß sie die Behandlungsflüssigkeit gut weiterleiten und an die Fäden abgeben. Die Fäden werden da-
bei von den Stäben nur leicht berührt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
einer Maschine zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung zur Nachbehandlung von frisch
gesponnenen Viskosekunstseidefäden dargestellt. Es zeigt
Fig. ι einen Längsschnitt der Maschine und
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Teil der Maschine.
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Teil der Maschine.
Von dem Hauptzufuhrbehälter wird Viskose über eine Leitung 1, eine Pumpe 2 und ein Kerzenfilter
3 durch eine Düse 4 in ein Fällbad S versponnen und bildet dort den Faden 6. Dieser wird aus
dem Bad 5 über eine Fadenführung 7 auf das abgestufte Ende 8 einer Walze 9 geführt. Er läuft dann
um das abgestufte Ende 10 einer zweiten Walze
11. Nachdem er in zwei Windungen um die abgestuften Enden 8 und 10 gelaufen ist, wird er durch
eine Fadenführung 12 auf den Hauptteil der Walzen 9 und 11 geführt. Wie aus Fig. 2 zu ersehen,
ist die Walze 11 zur Walze 9 ein wenig schräg gestellt,
so daß die beiden Walzen eine Fördervorrichtung bilden, über welche der Faden in einer
Anzahl aufeinanderfolgender Schraubenwindungen läuft.. Die Walzen 9 und 11 sind auf Wellen 13
und 14 befestigt und werden durch ein im Gehäuse 15· befindliches Getriebe gedreht. Der Faden läuft
jeweils über den ersten Teil der Walzen 9 und 11 ohne irgendwelche Flüssigkeitsbehandlung, so daß
die Cellulose' im; 'Faden· vollständig regeneriert!':;
wird. Nach der Regenerierungsstufe wird der Faden mit Wasser gewaschen, welches durch ein
Rohr 16 auf den Glasstab 1,7 gebracht wird. Dieser berührt leicht die aufwärts laufenden Fadenwindungen.
Das zugeführte Wasser läuft an dem Stab 17 abwärts, wird von den Fadenwindungen, welche
über die Walze 9 laufen, mitgenommen ■ und wird sodann durch einen zweiten Glasstab 18 entfernt,
welcher den Faden bei seinem Lauf nach unten eben berührt. Unter der Walze 11 ist ein Sammeltrog
für die von dem Stab 18 abgestreifte Flüssigkeit vorgesehen. Nach Verlassen der Walzen 9 und
11 wird der Faden in einer Vorrichtung getrocknet, welche aus einer von innen geheizten Walze 20
und einer ungeheizten Hilf sw al ze 21 besteht. Der getrocknete Fäden wird auf der Spule 22 einer
Glockenzwirnvorrichtung 23 gesammelt.
Das folgende Beispiel bezieht sich auf die Behandlung von Viskosekunstseidefäden. Die Prozentgehalte
sind Gewichtsprozente.
Viskose mit einem Gehalt- von 8% Cellulose und 6% Natriumhydroxyd und einem Sälzpunkt
von 6 wurde durch eine- Düse mit 16 Löchern von
0,102 mm Durchmesser in ein Fällbad versponnen. Der erhaltene Faden hatte 60 Denier. Das Fällbad
hatte 600C und enthielt 9% Schwefelsäure, 20%
Natriumsulfat und 1 % Zinksulfat. Der Faden
wurde durch eine Galette mit 130 m Umfangsgeschwindigkeit in der Minute aus dem Bad gezogen
und dann auf ein Paar fliegend gelagerter Förderwalzen geführt, welche eine Umfangsgeschwindigkeit
von 150 m in der Minute hatten. Die Walzen waren 1,14 m lang und hatten einen Durchmesser
von 17,8 cm. Sie waren in einem Abstand von 45 cm voneinander angeordnet. Die untere Walze
neigte sich um 30 von der Waagerechten gegen das
Auflaufende der Walzen nach unten. Der Faden wurde über die ersten 53 cm der Walzen ohne
Flüssigkeitsbehandlung geführt, so daß die Regenerierung vollendet werden konnte. An beiden
Seiten des Fadens waren zwei bis zu ungefähr der Mitte der Walzen reichende Glasstäbe angebracht,
welche in einem Winkel von etwa 70 zur Waagerechten
lagen und so angebracht waren, daß sie die Fadenwindungen eben berührten. Die Stäbe erstreckten
sich 61 cm von dem Ablaufende der Walzen über die Fadenwindungen, so- daß die Waschzone
ebenfalls 61 cm betrug. Zu dem Stab, welcher mit den aufwärts laufenden Fadenwindungen in
Berührung war, wurde 150 ecm Wasser je Minute zugeführt, wobei das Wasser am Stab herablief
und vom Faden aufgenommen würde. Der mit den senkrecht abwärts laufenden Fadenwindungen in
Berührung stehende Glasstab entfernte die am Faden anhängende Flüssigkeit zum- größten Teil,
nachdem dieser die obere Walze verlassen hatte. Das Wasser überschritt nicht das Ende der beiden
Glasstäbe. Der von den Walzen kömmende gewaschene
Faden wurde zu einer Trockenfördervor- :;
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richtung geleitet und der getrocknete Faden in bekannter Weise auf einer Glockenzwirnspindel gesammelt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur fortlaufenden Nachbehandlung künstlicher Fäden, bei dem der frisch gesponnene Faden in Schraubenwindungen um ein oder mehrere Paare übereinander angeordneter, geschränkter Förderwalzen geführt und dabei mit einer oder mehreren Flüssigkeiten behandelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung der Behandlungsflüssigkeit durch einen die aufwärts laufenden Fadenwindungen berührenden Stab Und das Abführen der Behandlungsflüssigkeit durch einen die abwärts laufenden Fadenwindungen berührenden Stab erfolgt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 711 207, 710926, 342.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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