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Preßling eines Nockens, der spanlos oder spanabhebend weiterbearbeitet
wird Die Erfindung bezieht sich auf Nocken, die zum Spreizen der Bremsbacken von
Innenbackenbremsen insbesondere bei Kraftfahrzeugen bestimmt sind. Bei den bisher
verwendeten Innenbackenbremsen haben die an einem Wellenstumpf sitzenden Nocken
allseitig volle Steuerflächen. Die Fertigung solcher Nocken ist daher langwierig
und überdies mit einem großen Arbeits- und Werkzeugaufwand verbunden, da bei zerspanender
Bearbeitung die gesamte Umfangsfläche des Nockens bearbeitet wird bzw. bei einer
spanlosen Formung durch Nachschlagen in einem Fertiggesenk der am Rohling vorhandene
Werkstoffüberschuß in Richtung auf den Wellenstumpf verdrängt werden muß, was wegen
der scharfwinkligen Umlenkung an der Übergangsstelle zwischen dem Nocken und der
Welle nicht nur große Kräfte erfordert, sondern auch die Gelenke hoch beansprucht.
Es wäre an sich zwar auch möglich, bei einer spanlosen Fertigformung ohne solche
weitgehenden Werkstoffverlagerungen auszukommen, wenn die Bildung eines Grates zugelassen
wird. Doch würde dessen Beseitigung einen weiteren Arbeitsgang beanspruchen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nockenpreßlinge für
Innenbackenbremsen so zu gestalten, daß deren spanlose oder spanabhebende Weiterbearbeitung
gegenüber den bekannten Ausführungen einfacher wird, so daß trotz der Verwendung
hochwertigerer Werkstoffe ein geringerer Zeitaufwand erforderlich ist. Außerdem
soll der für solche Werkstoffe an sich erforderliche große Werkzeugaufwand vermindert
werden.
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Dies wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch erreicht, daß die
die Ruheflächen für die Bremsbacken bildenden Seiten des Nockenpreßlings mit muldenartigen
Aussparungen versehen werden.
Hierdurch wird die Gebrauchsfähigkeit
der Nocken nicht beeinträchtigt, da diese Flächen entweder überhaupt nicht mit den
Bremsbacken in Berührung kommen oder aber lediglich Anlageflächen für die in der
Ruhestellung liegenden Backen bilden, keine wesentlichen Kräfte aufzunehmen haben,
so daß die Flächenpressungen auch dann gering bleiben, wenn diese Flächen durch
die Aussparungen verkleinert sind. Die erfindungsgemäß angeordneten Aussparungen
haben den Vorteil, daß zunächst der Nocken insgesamt leichter wird als bei den bisher
bekannten Ausführungen, so daß ohne Mehrkosten schon aus diesem Grunde ein besonders
hochwertiger Werkstoff eingesetzt werden kann. Sofern die Fertigbearbeitung der
Nocken durch Zerspanung erfolgt, wird die zu bearbeitende Fläche durch die Aussparungen
vermindert, was zu einer Einsparung von Werkzeug und Arbeitszeit führt. Bei spanloser
Fertigbearbeitung der Nocken durch Nachschlagen in einem Gesenk bieten die in dem
Rohling vorgesehenen Aussparungen dem zu verdrängenden Werkstoff die Möglichkeit,
in diese Räume auszuweichen, so daß die Verformung mit verhältnismäßig geringen
Kräften durchgeführt werden kann. In diesem Falle ist es naturgemäß erforderlich,
daß die Fertiggesenke im Bereich der Aussparungen Ausweichräume für den zu verdrängenden
Werkstoff aufweisen.
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Um die Festigkeit der Nocken nicht zu vermindern, empfiehlt es sich,
die vorzugsweise parallel zur Wellenlängsrichtung verlaufenden Aussparungen so zu
gestalten, daß sie sich nach der der Welle abgewandten Seite kegelig vergrößern.
Damit wird sichergestellt, daß die Nocken im Bereich des Überganges in den Wellenstumpf
im wesentlichen ihren vollen Querschnitt behalten.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in Ausführungsbeispielen
dargestellt. Es zeigt Fig. i die Seitenansicht eines Bremsnockens für eine Kraftfahrzeugbremse,
Fig.2 eine Draufsicht auf den Nocken nach Fig. i, Fig.3 eine Seitenansicht einer
gegenüber der Fig. i abgewandelten Nockenausbildung, Fig. 4 eine Draufsicht auf
Fig. 4..
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In den Fig. i und 2 hat der Nocken 5 eine im wesentlichen flache Form.
Seine die Druckflächen für die Steuerung der Bremsbacken bildenden Schmalseiten
6 und 7 sind kreisbogenförmig gerundet. Der Nocken 5 trägt einseitig den Wellenstumpf
8, der in einem Lager geführt wird und an seinem Ende in bekannter Weise die Befestigungsmittel
trägt. Im ersten Arbeitsgang werden solche Nocken vorgeschmiedet, wobei sie mit
den sich beiderseits über die die Ruheflächen für die Bremsbacken bildenden Breitseiten
erstreckenden Aussparungen 9 und io versehen werden und bezüglich der äußeren Abmessungen
die in -Fig. 2 gestrichelt dargestellte Gestalt erhalten. Die Fertigbearbeitung
der Nocken auf die ausgezogen dargestellte Form mag hier durch Nachschlagen erfolgen.
Dabei kann der zu verdrängende Werkstoff leicht in Richtung auf die Aussparungen
9 und i o ausweichen. Bei spanabhebender Bearbeitung durch Fräsen wird insofern
eine Verringerung der Zerspanungsarbeit erreicht, als an den von den Aussparungen
9 und io eingenommenen Flächen keine Zerspanung stattfindet.
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Der in den Fig. 3 und 4 dargestellte Nocken i i trägt seitliche Führungsflächen
12 und 13. Auch hier ist ein Wellenstumpf 14 zur Lagerung vorgesehen. Die Breitseiten
des Nockens i i werden beim Vorschmieden mit muldenförmigen Aussparungen 15 und
16 versehen, die bei der Fertigstellung des Nockens durch zerspanende Bearbeitung
die Zerspanungsarbeit verringern und bei gegebenenfalls spanloser Formgebung für
den zu verdrängenden Werkstoff einen Ausweichraum bilden.
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Wie bereits erwähnt, sind die dargestellten Ausführungen nur beispielsweise
Verwirklichungen der Erfindung, und diese ist nicht darauf beschränkt. Die Gestaltung
der Nocken könnte auch von der Darstellung abweichen. Es lassen sich schließlich
auch Nocken, die nicht zur Steuerung von Bremsbacken bestimmt sind, in der erfindungsgemäßen
Weise gestalten, sofern an diesen Flächenteile vorhanden sind, die keinen hohen
mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind und nicht unmittelbar für Steuerungszwecke
benötigt werden. Überdies können auch solche Nocken in der erfindungsgemäßen Art
gestaltet werden, die beiderseitig Wellenzapfen tragen.