DE898528C - Vorrichtung zur Verbesserung des Wirkungsgrades von Gasdruckraketen bei Anfangsbeschleunigung - Google Patents

Vorrichtung zur Verbesserung des Wirkungsgrades von Gasdruckraketen bei Anfangsbeschleunigung

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DE898528C
DE898528C DEH8708A DEH0008708A DE898528C DE 898528 C DE898528 C DE 898528C DE H8708 A DEH8708 A DE H8708A DE H0008708 A DEH0008708 A DE H0008708A DE 898528 C DE898528 C DE 898528C
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Richard Herzog
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Description

  • Vorrichtung zur Verbesserung des Wirkungsgrades von Gasdruckraketen bei Anfangsbeschleunigung Die Wirkungsgradkurven von Strahltriebwerken (Fig. i) veranschaulichen die unzulänglichen Wirkungsgrade beim Start und in einem unteren Antriebsbereich, im Gegensatz zu anderen Motoren mit einem bei gleichbleibender Belastung nahezu konstanten Nutzeffekt. Erst imBereich derÜberschallgeschwindigkeit steigen die Wirkungsgradkurven steil an. Bei flügellosen, vertikal aufsteigenden Großraketen und Raumschiffen kann dieser Leistungsabfall bei Anfangsbeschleunigung mit bekannten technischen Mitteln, wie Start- und Stufenraketen, nicht überbrücktwerden. Während solche Hilfsraketen zur kurzen Horizontalbeschleunigung beim Flugzeugstart geeignet sind, erscheint ihre Anwendung beim senkrechten Raketenstart schon deshalb unzweckmäßig, weil hier ihr Gewicht nicht vom Fahrgestell bzw. Tragflügel aufgenommen wird. Die Hilfsraketen haben nun die Masse der Hauptrakete und ihre eigene Masse mit Hilfe der Rückstoßgase zu beschleunigen, und zwar gegen die Erdanziehung, was naturgemäß zu unverhältnismäßig höheren Masseverlusten führen muß. Versuche haben zur Genüge erwiesen, daß solche Raketen ohne, nennenswerten Effekt ausbrannten, bevor die Hauptrakete das Startgerüst verlassen hatte.
  • Eine nach dem Satz von der Erhaltung des Impulses, wonach der Impuls gleich Masse mal Geschwindigkeit ist, erstrebenswerte Erhöhung der Ausströmungsgeschwindigkeit c durch Aufheizung der Raketengase entsprechend der Formel muß im Augenblick des Startes bzw. unmittelbar danach den Wirkungsgrad beeinträchtigen. Hierbei bedeuten: c = theoretische Ausströmungsgeschwindigkeit in Meter pro Sekunde ins Vakuum; A = Wärmeäquivalent = 427 mkg/kcal; c?, = spezifische Wärme des Gases; g = Erdbeschleunigung = 9,81 m/sec2. T ist bei chemischen Reaktionen die theoretische Gastemperatur nach der Verbrennung, die mit dem theoretischen Heizwert (oberen Heizwert) des Brennstoffes in der Beziehung H = c, - T steht. Die ausströmenden heißen Verbrennungsgase können nicht sofort das schwere Raketenprojektil beschleunigen, sondern reißen zunächst die umgebende Luft unter starker Wirbelbildung mit sich. Diese Wirbel, die ihre Energie der kinetischen Gasstrahlenergie entnehmen, bewirken in der überlagerten heißen Potentialströmung eine außerordentliche Energiezerstreuung. Mit der damit verbundenen Stromverzögerung bzw. Druckverbreiterung und Stoßdämpfung entsteht eine mit der Gasaufheizung sich steigernde Wärmestauung. Eine Wirkungsgradverbesserung im gaserfüllten Raum kann daher nur durch entsprechende Wärmeableitung erfolgen, d. h., je höher c" - T ist, desto größer muß naturgemäß auch die Wärmeableitung sein.
  • Erfindungsgemäß wird diese sogenannte dynamische Wärmeableitung durch im Kern der ringförmig abgeblasenen Rückstoßgase am Raketenkörper abrollende und kondensierende Gas-Dampf-Wirbelringe erzielt. Die Kondensation erfolgt durch Einführen von Kondensationskernen unmittelbar nach dem Entstehen der Ringe, die durch einen von einer Erdstation ausgehenden ionisierten Leitstrahl elektrisch aufgeladen werden. Der Zusammenhalt der Wirbelringe beruht nicht oder nur zum kleinsten Teil auf elektrostatischer Anziehung, sondern auf den atomaren Austausch- oder Bindungskräften, die um so stärker sind, je größer die Anzahl der Ladungsträger in der Volumeinheit ist. Gleichzeitig erfahren die rotierenden Gasionen am inneren Wirbelringumfang, wo eine maximale Gasdichte herrscht, durch die von der Erdstation rhythmisch ausgesandten Beschleunigungsstöße einen Antrieb, der im Augenblick des Startes durch Einblasen stark abgekühlter, elektrisch leitfähiger Gase und Kondensationskerne verstärkt werden kann. Bei den im Wirbelringstrombild entstehenden koaxialen Kreisen wirken die Tangentialspannungen fast senkrecht zur Raketenlängsachse, und zwar nach innen zum Kern bzw. zum Raketenkörper ziehend durch Mitwirbeln und Beschleunigen dissoziierter, mehr oder weniger ionisierter Rückstoßgase, so daß nun die Ionenrekombination unter Kondensation bzw. starker Abkühlung der Gase erfolgen kann. Dies sind im wesentlichen die Vorgänge bei der dynamischen Wärmeableitung im Kern des Abgasstrahles bei Start- bzw. Anfangsbeschleunigung. Sie-erzielen damit eine weitgehende Rückgewinnung der thermischen Dissoziationsenergie.
  • Im folgenden wird die Vorrichtung an Hand der Fig. 2, 3 und q. beschrieben.
  • Die Rückstoßgase treten am Strahlungskopf K durch den Kranzdüsensatz G" aus. Die Lagerung der Düsen im Strahlungskopf bzw. ihre Aufhängung, nachdem die Düsen bei senkrechter Startstellung in einem bestimmten Neigungswinkel nach unten hängen, ist schirmartig. Die Aufhängung erfolgt möglichst im Düsenschwerpunkt in Lagern und Bolzen von großer Reibung in Ausschnitten der runden Scheibe S, die mit der Wandung des Strahlungskopfes und dem Träger T fest verbunden ist. Eine zweite Lagerung ist zwischen Düsenschwerpunkt und Mündung vorhanden. Die in Gelenken g, g gelagerten und mit den Düsen G" und dem Ring R verbundenen Streben und Spannkabel St werden beim Arbeiten der Düsen auf Zug beansprucht und gestatten ein begrenztes Schwenken der Düsen G" zum Zwecke eines variablen Öffnungswinkels der ringförmig abgeblasenen Rückstoßgase, je nach Feststellung des auf dem Träger T verschiebbar angeordneten Ringes R. Durch die heißen Entladungen der im Strahlungskopf ebenfalls schwenkbar angeordneten Spitzenelektroden E erfolgt eine Aufheizung bzw. Beschleunigung der Rückstoßgase. Die Zufuhr elektrischer Energie erfolgt durch im Hohlträger T verlegte Kabel über die Antennen F auf dem von der Erdstation ausgehenden ionisierten Leitstrahl im Kern der abrollenden Wirbelringe. Der Stromweg im Innern der Rakete von den Antennen über die Verbindungskabel zu den Elektroden Eist abisoliert. Der Träger T wird in seinem abgeschlossenen Hohlraum durch Zerstäuben bzw. Verdampfen flüssiger Treibstoffe oder flüssigen Sauerstoffes gekühlt. Die Verdampfungsprodukte werden durch biegsame Leitungen im Strahlungskopf den Düsen G" zugeführt. Mit zunehmender Raketengeschwindigkeit wird der Strahlungskopf aus dem rückwärtigen Raketenkörper mehr und mehr ausgefahren und durch Einstellung des Ringes R auf dem Träger T der Anstellwinkel der Düsen bzw. der Öffnungswinkel der ringförmig. abgeblasenen Gase verringert.
  • Zwischen dem Ring R und der Mündung der Dampfdüse G ist ein longitudinal schwingender leichter pilzförmiger Körper C auf dem Träger T verschiebbar angeordnet. Der Schwingkörper C wird durch die intermittierend arbeitende elektrisch geheizte Dampfdüse angeblasen und erhält hierdurch und in Verbindung mit den im Resonanzbereich erfolgenden elektrischen Beschleunigungsstößen seinen Antrieb. Die Elongationseinstellung des Schwingkörpers C erfolgt durch mehr oder weniger große Spannung von Federn, die zwischen dem Schwingkörper C und dem Träger T angeordnet sind. Von der bei Anfangsbeschleunigung erforderlichen Schwingungsamplitude geht die Elongation des Schwingkörpers C mit wachsender Frequenz zurück. Der Strahl der Gegenstromdüse G wird durch das halbkugelförmig ausgebildete Prallblech des Schwingkörpers C um rund 18o° umgelenkt und kann daher keinen Rückdruck verursachen. In die am Schwingkörper abgelösten und elektrisch beschleunigten Gas-Dampf-Wirbelringe werden Kondensationskerne eingeführt, und zwar zweckmäßig bereits im Strahlungskopf durch Zerstäuber Z. Die Zerstäubung erfolgt durch den entstehenden Unterdruck. Außerdem können beim Start von der Kraftstation aus durch ein Strahlrohr Kondensationskerne in den inneren Wirbelringumfang eingeblasen werden. Der durch die flüssigen Treibstoffe tiefgekühlte Raketenmantel, an dem die elektrisch geladenen Wirbelringe aufsitzen und abrollen, trägt wesentlich zur Kondensation bei.
  • Die Übertragung elektrischer Energie erfolgt einleitend auf kurze Entfernung durch einen Strahl elektrisch leitfähiger Gase in Verbindung mit rhythmischen und starken Entladungen durch Anstrahlen der am rückwärtigen Raketenteil befindlichen Antennen F. Mit wachsender Frequenz bleibt dieser Entladungskanal stark leitend infolge Ionisation. Das Nachfließen von Elektrizität in diesem Kanal bzw. Leitstrahl erfordert naturgemäß hohen Energieaufwand, der selbstverständlich bei der Bewertung des Raketenwirkungsgrades nicht in Rechnung gestellt werden darf, weil diese Energie nicht von der Rakete, sondern der Kraftstation erzeugt wird. Wesentlich für den technischen Fortschritt ist die Verringerung der Masseverluste beim Raketenaufstieg bzw. bei Anfangsbeschleunigung durch die dynamische Wärmeableitung, welche nun die Verwendung von Treibstoffen von hohem Heizwert und geringem Molekulargewicht unter zusätzlicher elektrischer Aufheizung gestattet. Die Reduzierung der Masseverluste auf ein Minimum im unteren Antriebsbereich wirkt sich selbstverständlich im gesamten Antriebsbereich günstig aus. Eine Verwendung von Kernenergie oder z. B. Strahlungsenergie in einem oberen Antriebsbereich bei relativ hoher Raketengeschwindigkeit ist nur denkbar, wenn genügend Rückstoßmasse in Form von Treibstoffen, z. B. Wasserstoff, zum Zwecke der-Aufheizung verfügbar ist. Dies ist beim massearmen Raum nur durch entsprechende Einsparung von Masse, insbesondere beim Raketenstart möglich.
  • Eine- hohe Querschnittsbelastung. (Raketengewicht größten Querschnitt in Quadratmeter), der ziehende Antrieb, die hierdurch erzielte hohe Stabilität auch bei teilweisem oder vollständigem Wegfall widerstandserzeugender Strahlruder und aerodynamisch wirkender Stabilisierungsflächen und der dadurch mögliche Leichtbau des überschlanken Raketenkörpers, evtl. durch Anhängen gewichtsloser abwerfbarer Treibstofftanks aus dichten seidenartigen und in der Kälte der Treibstoffe starr werdenden Stoffgeweben am rückwärtigen Raketenteil, lassen u. a. auch äußerlich den technischen Fortschritt in Erscheinung treten.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Vorrichtung zur Verbesserung des Reaktionswirkungsgrades von Gas druckraketen bei Anfangsbeschleunigung, dadurch gekennzeichnet, daß ein Strahlungskopf (K) mit Kranzdüsen (G,,), die in ihrem Schwerpunkt und in Ausschnitten der Scheibe (S) schwenkbar aufgehängt sind, ausfahrbar mit dem rückwärtigen Raketenkörper durch einen in der Raketenlängsachse verschiebbaren Hohlträger (T) verbunden ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kranzdüsen (G,) zwischen Düsenschwerpunkt und Mündung mit einem auf dem Hohlträger (T) einstellbar angeordneten Ring (R) durch in Gelenken (g, g) gelagerte Streben und Spannkabel (St) so verbunden sind, daß unter dem Reaktionsdruck die Mündung der schräg und schirmartig aufgehängten Düsen seitlich nicht auswandern kann bzw. der Anstellwinkel der Düsen (G,,) oder der Öffnungswinkel der ringförmig abgeblasenen Rückstoßgase beim Schub des Ringes (R) auf dem Hohlträger (T) verringert bzw. vergrößert wird.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Strahlungskopf (K) und rückwärtigem Raketenkörper bzw. zwischen den Gas- und Dampfdüsen (G,n, G) auf dem Hohlträger (T) ein longitudinal schwingender Körper (C) angeordnet ist, der den intermittierenden Strahl der Gegenstromdüse (G) umlenkt und dadurch und in Verbindung mit elektrischen Beschleunigungsstößen angetrieben wird, wobei die der Schwingungsfrequenz entsprechende Elongationseinstellung auf dem Hohlträger (T) durch zwischen dem Hohlträger (T) und dem Schwingkörper (C) angeordnete einstellbare Spannfedern erfolgt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß im Strahlungskopf (K) gleichzeitig mit den Düsen (G,,) durch Streben (St) schwenkbare Elektroden (E) angeordnet sind, die in elektrisch leitender Verbindung mit den am rückwärtigen Raketenteil befindlichenAntennen (F) stehen, so daß beim Anstrahlen dieser Antennen durch einen von einer Erdstation rhythmisch ausgesandten ionisierten Leitstrahl im Kern der abrollenden Wirbelringe elektrische Energie zugeführt werden kann.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß den vom Sch-viingkörper (C) abgelösten WirbelringenKondensationskerne durch Zerstäuber (Z) zugeführt werden.
DEH8708A 1951-06-06 1951-06-06 Vorrichtung zur Verbesserung des Wirkungsgrades von Gasdruckraketen bei Anfangsbeschleunigung Expired DE898528C (de)

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