DE874057C - Hilfsgeraet fuer psychiatrische und tiefenpsychologische Untersuchungen und Behandlungen - Google Patents

Hilfsgeraet fuer psychiatrische und tiefenpsychologische Untersuchungen und Behandlungen

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DE874057C
DE874057C DEST709D DEST000709D DE874057C DE 874057 C DE874057 C DE 874057C DE ST709 D DEST709 D DE ST709D DE ST000709 D DEST000709 D DE ST000709D DE 874057 C DE874057 C DE 874057C
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Germany
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DEST709D
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English (en)
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Gerdhild Von Dr Med Staabs
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A63SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
    • A63HTOYS, e.g. TOPS, DOLLS, HOOPS OR BUILDING BLOCKS
    • A63H3/00Dolls
    • A63H3/003Dolls specially adapted for a particular function not connected with dolls
    • A63H3/005Dolls specially adapted for a particular function not connected with dolls for use as container
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A63SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
    • A63HTOYS, e.g. TOPS, DOLLS, HOOPS OR BUILDING BLOCKS
    • A63H3/00Dolls
    • A63H3/36Details; Accessories
    • A63H3/52Dolls' houses, furniture or other equipment; Dolls' clothing or footwear

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  • Toys (AREA)

Description

  • Hilfsgerät für psychiatrische und tiefenpsychologische Untersuchungen und Behandlungen Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät, das als Hilfsgerät für den Arzt und Wissenschaftler bei Untersuchungen zur Erfassung unbewußter Problematik, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, dient.
  • Es handelt sich bei den hier in Frage kommenden Untersuchungen darum. daß mit Hilfe eines Gerätes den Kindern oder Jugendlichen ein Beschäftigungsmaterial , cl in ganz bestimmter Auswahl und Anordnung übergeben wird, durch das die zu untersuchende Person gedrän-t wird, sozusagen im Spiel ,-,ich mit ihrer Umwelt, insbesondere den Personen ihrer nächsten Umgebung auseinanderzusetzen.
  • el Das neue Hilfsgerät ist gekennzeichnet durch einen flachen, mit abnehm:barein Deckel versehenen Kasten, der in drei nebeneinanderliegende Hauptfächer und ein vor diesen verlaufendes schmales Fach unterteilt ist, wobei in dem einen Hauptfach flach ausgebreitete aufstellbare Gelenkgliederpuppen untergebracht sind, die den Personen des häuslichen Umkreises entsprechen, während das zweite Hauptfach einfache, zweckmäßig in versdhi,ed,enen Farben gehaltene Bausteine flach ausgebreitet enthält, mit denen Teile des Hauses, des Zimmers oder des Gartens aufgebaut werden können, und das dritte Hauptfach, wiederum flach ausgebreitet, symbolhafte, der Umwelt entnommene Gegenstände enthält, wobei schließlich rdas schmale Nebenfach noch einige Gegenstände von besonderer Eindruckswirkung, wie ein Krokodil, eine Eisenbahn, ein Automobil u- dgl., beinhaltet.
  • Erfahrungsgemäß fangen Kinder oder Jugendliche. meist auch ohne besondere Aufforderung an, wenn ihnen,das Gerät vorgelegt wird, aus den im Gerät verteilten Gegenständen sich eine Wohnung, einen Garten od. dgl. aufzubauen und unbewußt ihre häusliche Situation spielend nachzugestalten.
  • Dabei ist die Anordnung der Einzelelemente des Gerätes in dem Kasten so getroffen, daß schon aus der Art, wie die zu untersuchende Person an die einzelnen Fächer herangeht bzw. welches Fach zunächst die Aufmerksamkeit erlegt lisw., für den Psychiater wertvolle Schlüsse - gezogen -,verden können.
  • Die stets gleiche Zusammensetzung des Spielmaterials ermöglicht Vergleiche der Untersuchungsergebnisse auch bei verschiedenen Untersuchern.
  • Das Gerät ermöglicht nicht nur den Aufbau von Szenen an sich, sondern durch die Art der verwendeten Gelenkpuppen auch noch die Möglichkeit, bei den einzelnen Personen und Szenen ihre ihnen zugedachte Gemütsverfassung zum Ausdruck zu bringen.
  • Dabei ist das Gerät so beschaffen, daß die Szene auf dem vom Kasten abgenommenen, mit einer Randzarge versehenen Deckel aufgebaut werden kann und soll, wodurch eine räumlich feststehende Bühne geschaffen ist und zugleich das Verlorengehen von Teilen des Gerätes erschwert und das Zusammenraffen nach beendeter Untersuchung erleichtert wird.
  • Weitere Erläuterungen werden an Hand des in der Zeichnung dargestellten neuen Gerätes gegeben. Abb. i zeigt den Kasten mit abgenommenem Deckel; Abb. 2 zeigt eine auf dem Deckel aufgestellte Szene schaubildli(#h; Abb. 3 zeigt den mit dem Deckel verschlossenen Kasten.
  • Abb. 4 bis io sind Sonderdarstellungen.
  • Der Kasten besteht aus dem mit einem Zargenhals ii ausgerüsteteten Rumpfkörper 12 und dem mit einer Zarge 13 versehenen Deckel 14. Der Deckel wird mit dem Rumpf durch Schließklemmen bekannter Ausführung verbunden, indem an den am Kastenrumpf angeschraubten Platten 15 verschwenkbare Riegel 1(6 angeordnet sind, die in det hochgeklappten Stellung (s. Abb,-3) Knöpfe 17 übergreifen, welche an Schildern-iS -sitzen, die an die Deckelzarge 13 angeschraubt sind. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel sind an der Vorderseite und Rückseite des Kastens je zwei derartige Schließen vorgesehen, die das schnelle Abnehmen und Wiederbefestigen des Deckels ermöglichen. Um den geschlossenen Kasten lei(2ht befördern zu können, ist der Handgriff 19.vorgesehen.
  • Im Kasten sind nun drei Haupteinsätze 2o, ?- 1, 2--, vorgesehen, die selbst wieder aus Kästen bestehen und etwas über den--Rand des Kastenrumpfes 12 nach oben vorragen derart, daß sich der Deckel 14 abschließend auf die Fächer aufsetzt und so den Inhalt der Fächer gegen Herausfallen sichert, was notwendig ist, damit die zum Teil kleinen Inhaltsteile der Fächer nicht durcheinandergeraten.
  • Das Fach 2:0 ist ebenso wie das Fach 22 in mehrere Abteile unterteilt. In dem Fach2o befindet sich eine Anzahl von Gliederpuppen, die dein häuslichen Umkreis entnommen sind. Eine solche Gliederpuppe ist beispielsweise in Abb. 4 dargestellt und soll einen alten Herrn verkörpern, der von den Kindern in der Regelals Großvater angesprochen wird. Es handelt sich dabei um stoffbekleidete Gliederpuppen. Derartige Puppen sind an sich bekannt. Ihr Gerippe besteht aus stoffumwickeltem, sehr biegsamem Draht mit angesetzten Extremitäten, wie Kopf, Händen und Füßen aus plastischer Masse. Die Puppen sind mit Stoffkleidern versehen, so daß sie der Wirklichkeit soweit als irgend tunlich »entsprechen. Die Hauptfiguren sind die Großeltern, die Eltern, die Geschwister und Hausangestellte, wozu auch noch eine Personifikation des Lehrers bzw. der Lehrerin kommt. Alle diese Puppen sind in den Fächern des AbttilS 20 so untergebracht, daß sie übersichtlich daliegen und ohne großes Suchen sieh dem Kinde oder der Person, der das Gerät vorgesetzt wird, darbieten.
  • In dem mittleren Kasten sind Bausteine in verschiedenen Formen, Größen und Farben untergebracht, die es ermöglichen, sowohl Baulichkeiten oder Teile von Baulichkeiten als auch Innenteile des Hauses bzw. des Zimmers darzustellen. Auch hier wieder ist dafür gesorgt, daß diese Bauteile sieh übersithtlich und flach ausgebreitet dem Auge des Benutzer des Kastens darbieten.
  • Im dritt-en Abteil 22 sind nun die Gegenstände in symbolischer Form untergebracht, die zur Außenwelt, insbesondere zur unmittelbaren Umgebung des Hauses gehören, wie Bäume verschiedener Gattung, Blumenbeete, Hausvögel, wie Enten, Tauben u. dgl., Hunde, Hasen, Schweinchen, eine Kuh, ein Fuchs, Storch usw. Auch hier wieder ist durch Unterteilung in Einzelfächer für eine systematische Übersicht durch entsprechend flache Ausbreitun,- der Gegenstände gesorgt.
  • Die Kleingegenstände des Hausrates, wie Tassen, Teller, Vasen, Schüsseln u. dgl., sind in zwei kleineren Kästen 23 und -9.4 untergebracht, die an den Enden des sich vor dem Hauptkasten erstrekkenden schmalen Nebenfadhes:25 eingesetzt sind. Dieses Nebenfach selbst dient zur Aufnahme von Gegenständen, die eine besondere Eindruckswirkung erzeugen, wie ein Automobil, ein-, Eisenbahn, ein Krokodil. ein kleines Flugzeug u. dgl. Diese einzelnen Gegenstände sind teilweise in den Abb. 5 bis io dargestellt.
  • Der abgenommene Deckel dient, wie aus Abb. 2 ersichtlich, als Bühne, auf dem eine Szene aufgestellt werden kann und soll. Eine solche Szene- ist in Abb. 2 gezeigt. Diese Szene ist in der Praxis von einem 12jährigen jungen aufgebaut und zeigt seine nach außen hin verborgene Gefühlswelt. Der junge wirkte äußerlich aspontan, geistig wenig regsam, scheu und niedergedrückt. Um so erstaunlicher war die Intensitiät und Gestaltun,-skraft, mit der er seine innere Welt mit Hilfe des Gerätes dargestellt hat.
  • Ein kleines Mädchen 26, seinem Alter entspreebend, läßt er in den Wald laufen von zu Hause fort. Dort setzt er sich unter die Bäume und unterhält sich mit ihnen. Der eine große Baum :27 »neigt sich dabei zu dem 'Mädchen«, erzählt der Jung"e, während er durch einen in dem Baumstamm vorhandenen Knick dazu angeregt wird, den Baum in leicht gebogener Haltung hinzustellen. Es entsteht so ein anmutiges Waldidvll, wie Abb. 2 zeigt. »Die Bäume erzählen dem Kind, wie es im Walde ist, und das Kind -erzählt ihnen, wie. es bei den Menschen ist«, interpretiert der junge weiter sein Spiel. Der daneben sitzende Fuchs »beobachtet« das Kind, wie dies anfangs auch die Bäume tun sollen.
  • Hinter dein Haus 29, das neben dem Wald aufgebaut ist, macht der Vater 3o des Kindes sehr temperamentvoll mit energischer Armhaltung dein Dienstmädchen 31 Vorwürfe, daß es nicht auf-_gepaßt habe, daß das Mädchen fortlief, und die Mutter 32 steht entsetzt dabei.
  • Auf dein Dach des Hauses werden die kleinen Stör(f112 33 in ein sehr sorgsam hergestelltes, weiches ' Nest 34 gesteckt neben dem die alten Störche 35 stehen. Die jungen Störche »sollen flie , gen lernen, wollen das aber anfangs nicht und möchten immer wieder ins Nest zurückkehren«.
  • Eine im Hintergrund aufgebaute Eisenbahn 36 soll in den »Heimatort« fahren, wo die Familie des Mädchens wohnt.
  • Deutlich kommen hier die Probleme des jungen zum Ausdruck. Widerstreitende Gefühle dem Elternhaus -gegenüber deuten sich im Spiel an; das Mädchen lauft zwar von zu Hause fort, gleichzeitig sollt-en sich aber die E ' Itern sehr beunruhigen über das Verschwinden des Kindes, und ferner kehrt es aber abends wieder nach Hause zurück. Sehr eindringlich ist dabei die Gegenüberstellung der traulichen Atmosphäre im Walde mit der Szene zu Hause, hier plaudern Kind und Bäume miteinander, sorglos wie im Kleinkindparadies, dort »hei den Menschen« gibtes Forderungen, Pflichten und Auseinandersetzungen.
  • Im Storchenidvll auf dem Haus wiederholt sich die Thematik: Flunsch nach Nestwärme und Geborgenheit, andererseits doch Wegfliegen und Nichtwiederkehren.
  • Die Eisenbahn aber stellt dann doch wieder die Verbindung mit der Heimat dar. Die auf sorgfältigen Beobachtungen aufgebaute technisch--, Einrichtung des Gerätes zwingt den Ullbefangenen Benutzer, seine Gefühlswelt restlos im Spiel zum Ausdruck zu bringen undermäglicht es, dem Psvchiater die sich aus dein Spielaufbau ergebenden, Schlüsse zu ziehen, die sowohl für die Behandlung seelisch gestörter Patienten als auch für die Erzielung gesunder Kinder von ausscMaggeb#ender Bedeutung sind.

Claims (2)

  1. f> ATE% T A NT', PR ÜCH E-: i. Hilfsgerät für psychiatrische und tiefenpsychologische Untersuchungen und Behandlunören, insbesondere von Kindern und jugendb lichen, gekennzeichnet durch einen flachen, mit abnehmbarem Deckel (14) versehenen K-asten (12), der in drei nebeneinanderliegende Hauptfächer (20, 21, 22) und ein vor diesem verlaufendes schmales Nebenfach (25) unterteilt ist, wobei in dem einen Hauptfach flach ausgebreitet aufstellbare Gelenkgliederpuppen untergebracht sind, die den Personen des häuslichen Umkreises entsprechen, während das zweite Hauptfach einfache, zweckmäßig in verschiedenen Farben gehaltene Bausteine flach ausgebreitet enthält, mit denen Teilt des Hauses, des Zimmers oder des Gartens aufgebaut werden können, und das dritte Hauptfach, wiederum flach ausgebreitet, symbolhafte, der Umwelt entnommene Gegenstände enthält, wobei schließlich das schmale Nebenfach noch einige Gegenstände von besonderer Eindruckswirkung, wie ein Krokodil, eine Eisenbahn, ein Automobil u. dgl., beinhaltet.
  2. 2. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der mit einem Zargenrand (13) versehene und sich auf den Rand des Kastens stumpf aufsetzende Deckel. in der die Fächer verschließenden Verschlußstellung durch verschwenkbare Riegel (16). an dein mit einem Trag riff (19) ausgerüsteten Kasten gesichert ist. "g 3. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptfächer durch in den Kastenkörper eingesetzte, sich aneinander abstützende Kästen gebildet sind. 4. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in das schmale Nebenfach (25) an den beiden Enden kleine Kästen (:23, 24) zur Aufnahme von Tassen und sonstigen Geschirrteilen und andere zum Haus gehörende Kleingegenstände eingesetzt sind.
DEST709D 1944-02-22 1944-02-22 Hilfsgeraet fuer psychiatrische und tiefenpsychologische Untersuchungen und Behandlungen Expired DE874057C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5201660A (en) * 1992-03-18 1993-04-13 Lynn Copen Kit and method for demonstrating courtroom and trial procedure

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5201660A (en) * 1992-03-18 1993-04-13 Lynn Copen Kit and method for demonstrating courtroom and trial procedure
WO1993019444A1 (en) * 1992-03-18 1993-09-30 Lynn Copen Kit and method for demonstrating courtroom and trial procedure

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