DE838023C - Wasserstoffelektrolytzähler mit durch Kippen entleerbarem Meßrohr - Google Patents
Wasserstoffelektrolytzähler mit durch Kippen entleerbarem MeßrohrInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Wasserstoffelektrolytzähler
mit durch Rippen entleeribarem Meßrohr. Eine bekannte Bauform eines solchen
Zählers ist in Fig. ι und 2 dargestellt. Ein Glasgefäß
mit einem Anodenraum i, einem Meß rohr 2 und einer anschließenden gloekenartigen Erweiterung
3 ist teils mit Elektrolyt 4, teils mit Wasserstöffgas
5 gefüllt. Eine Anode 6 taucht zum Teil in den Elektrolyt. Eine als Gitterkammer ausgebildete
Kathode 7 ist unter der Auffangglocke 3 des Meßrohres 2 angeordnet. NN ist das Elektrolytiiiveau
in der Anodenkammer, KK ein gedachtes Niveau, das durch eine Eintauchkante
8 der Glocke 3 geht. Diese Kante muß unter
das Niveau Λ\Υ ragen, damit der Elektrolyt nicht einfach aus dem Meß rohr 2 ausfließen kann. Die
elektrischen Anschlüsse sind der Einfachheit halter
weggelassen.
Iteii Stromd'urehgang wandert Wasserstoff von
der Anode 6 zur Kathode 7 und steigt von dort in Blasenform in das Meßrohr 2 empor. Der Meßrdhrstand
kann mit Hilfe einer dler Eiitifadhlheit
halber weggelassenen Skala abgelesen werden. Nach dem Ablesen wird der Zähler in die Stellung
der Fig. 2 um i8o° gekippt, ,und zwar durch Drehung im Sinne des Pfeils P. Bei der Kippbewegung
füllt sich das Meßrohr in bekannter Weise wieder mit Elektrolyt bis aum Niveau KK, darm
wird der Zähler für die neue Messung im Sinne des Pfeils p zurückgekippt. Damit der Zähler von Anfang
an richtig arbeitet, muß in der Kathodenkammer 7 Wasserstoff sein. Die Gründe dafür sind
aus der Literatur bekannt. Um dies mit Sicherheit Z.U erreichen, muß die Kathode nach dem Kippen
(Fig. 2) unter allen Umständen aus dem Elektrolyt austauchen, anderenfalls ersäuft sie. Die Kammer,
die aus einer Glastasche mit Gitterfenster besteht, hat bei engmaschigem Gitter, und ein solches wird
in der Regel verwendet, die Tendenz, einmal eingedrungenen Elektrolyt durch Kapillarkräfte auch
im ausgetaudhten Zustand festz'ulhalten. Um nun trotzdem eine sichere Entleerung der Kammer zu
erzielen, kann sie mit einer Absauigkapillare 9 in
bekannter Weise verseilen 'werden. Die in diieser Kapillare nach dem Kippen (Fig. 2) befindliche,
über das Niveau NN ragende Flüssigkeitssäule muß so hoch sein, daß ihre Saugkraft die Kapillarkräfte
am Gitter übersteigt, also die kapillare Membran in den Gittermaschen zerreißt, so daß durch sie
Wasserstoff ins Kammerinnere eingesaugt werden kann.
Die Notwendigkeit, daß im gekippten Zustand (Fig. 2) die Kathodenkammer 7 austauchen muß,
zwingt dazu, diese Kammer im gekippten Zustand oberhalb des Niveaus KK der Eintauchkante anzuordnen.
Im !Betriebszustand (Fig. 1) liegt sie aber dann unterhalb dieses Niveaus. Da nun das
Niveau KK in diesem Zustand unter dem Niveau NX liegt und dieses Niveau NN die wirksame Zone
ao der Anode 6 bestimmt, liegt bei den bekannten Wasserstoffelektrolytzäh'lern mit Kippentleerung
die Kathode 7 immer wesentlich, beispielsweise 1,5 cm tiefer als die wirksame Anodenzone. Diese
Relativlage der beiden Wasserstoffelektroden 6, 7 hat einen um 1,5 cm höheren Flüssigkeitsdruck an
der Kathode zur Folge. Der dadurch bedingte Wasserstoffkonzentrationsunterschied erzeugt eine
Gegen-EMK, die einerseits die Messung fälscht, insbesondere auch die Anlaufgrenze des Zählers
hinaufsetzt, andererseits bei abgeschaltetem Zähler einen Rücktransport des Wasserstoffes verursacht,
falls, wie üblich, der Zähler einen Nebenwiderstand hat. Auch dadurch ergeben sich Fehlmessungen.
An sich sind die Fehler zwar verhältnismäßig klein, machen sich aber doch bemerkbar, wenn es sich um
höhere Meßgenauigkeit handelt. Die Gegen-EMK steigt besonders dann noch höher an, wenn nach
Ansammlung eines genügenden Wasserstoffvorrats in der Kathodenkammer unter Überwindung der
Kapillarkräfte am Gitter eine Gasblase sich vorwölbt, weil dabei der Gasdruck in der Kammer
gesteigert werden muß und jede derartige Gasdrudksteigerung eine Erhöhung der Gegen-EMK
hervorruft. Unmittelbar nach dem Abschalten des Stroms liegt dieGegen-EMK in der Größenordnung
0,2 mV. Die gleiche Größenordnung hat sie während der Messung. Nach dem Abschalten des
. Zählers setzt die Rückwanderung des Wasserstoffes zur Anode ein. Dadurch ändert sich die Wasser-Stoffkonzentration
mit der Folge, daß die Gegen-EMK allmählich abklingt.
Unabhängig von der Gegen-EMK der Zelle ist auch eine Gaswanderung vom Gasraum höheren
Druckes zu einem Gasraum niedrigeren Druckes durch Diffusion möglich, so daß also bei tieferliegender
Kathode auch infolge Diffusion Wasserstoff zur Anode zurückwandern kann. Ebenso findet eine Wasserstoffdiffusion zwischen
Anode und Kathode einerseits und dem abgeschiedenen Wasserstoff im Meßrohr andererseits statt.
Die Erfindung hat die Aufgabe, diese Gegen-EMK ganz oder teilweise zu beseitigen oder sogar
in ihrer Richtung umzukehren. Außerdem soll noch eine vom Meßvorgang unabhängige Wasserstoffwanderung
infolge Diffusion erschwert werden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß die Kathode 7 (Fig. 3 und 4) betriebsmäßig auf das Niveau der wirksamen Anodenzone
oder über das Niveau gesetzt wird, unter gleichzeitiger Anordnung eines Hebers 10, der im gekippten
Zustand des Zählers (Fig. 4) den Elektrolyt über die Eintauchkante 8 hinweg bis zum Austauchen
der Kathode 7 absaugt. Unter Umständen kann als Heber gleich die Entleerungskapillare 9
der Ka.thodenkammer dienen. Doch dürfte es sich in der Praxis empfehlen, einen besonderen Heber io
vorzusehen, damit der Elektrolyt genügend rasch aus der Glocke 3 entfernt wird. Liegt die Kathode 7
auf dem Niveau NN (Fig. 3), dann herrscht an leiden Elektroden für gewöhnlich die gleiche
Wasserstoffkonzentration, und damit verschwindet die genannte Gegen-EMK mit ihren störenden' Begleiterscheinungen.
Nur beim Vorwölben einer Gasblase aus dem Kathodengitter herrscht vorübergehend
an der Kathode größerer Gasdruck, und es tritt infolgedessen auch vorübergehenid vor jeder
Gasabscheidung eine kleine Gegen-EMK auf, die aber in Kauf genommen werden kann. Besser ist
es, die Kathode etwas höher als das Niveau NN zu legen, beispielsweise derart, daß der im Mittel
an der Kathode herrschende Gasdruck gleich dem Anodengasdruck ist. Vor Beiginn der Gasblasenvorwölbung
herrscht dann eine sehr kleine negative Gegen-EMK, die im Sinne der Betriebsspannung
wirkt, bei der Vorwölbung der Blase eine sehr kleine positive Gegen-EMK. Doch kann die Kathode
auch so hoch verlegt werden, daß überhaupt nie eine positive Gegen-EMK auftritt.
Die Beseitigung der Gegen-EMK gestattet, die Betriebsspannung an der El'ektrolytzelle herabzusetzen.
Man kommt infolgedessen mit einem kleineren Nebenwider st and aus.
Eine praktische Ausführungsform einer solchen Elektrolytzelle zeigen die Fig. 5 und 6. Entsprechende
Teile sind mit gleichen Bezugszeichen wie in den vorhergehenden Figuren versehen. In Fig. 5
ist dabei schematisch die Gesamtanordung, in Fig. 6 in Draufsicht die räumliche Anordnung dargestellt,
wobei zur Verringerung der Bautiefe die einzelnen Gefäßteile statt hintereinander nebeneinander bzw.
im Zickzack angeordnet sind. Der Anodenraum 1 steht durch zwei Kanäle mit dem Meßrohr 2 in
Verbindung, nämlich durch ein die Entleerungskapillare 9 enthaltendes Rohr 11 und ein entsprechend
dünnes Rohr 12. Die Kapillare 9 saugt hebeartig beim Kippen des Zählers den Elektrolyt aus
dem Glockenraum 3.
Der Elektrolytinhalt des Rohres 12 stellt die elektrische Verbindung zwischen den beiden Elektroden
her. Macht man das Rohr 12 genügend eng und lang, so»wird dadurch die Gasdifrusiort erschwert
und damit die eingangs geschilderte Störung beseitigt. Ein Überlaufgefäß 13, dessen Überlaufkante
mit dem Elektrolytniveau AW abschneidet, sorgt in bekannter Weise dafür, daß dieses
Niveau sich stets auf gleicher Höhe hält. Die
Kathode 7 liegt etwas höher als die wirksame Zone
der Anode 6. Die Entleerungskapillare 9 ist ähnlich wie in Fig. 3 und 4 entsprechend gekröpft.
ist die Meßskala.
LJm die Bautiefe des Zählers zu verringern, können die einzelnen Gefäßteile, wie Fig. 6 zeigt,
statt hintereinander nebeneinander oder im Zickzack angeordnet sein. Durch 15 ist das Zählergehäuse
angedeutet.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Wasserstoffelektrolytzähler mit durch Kippen entleerbarem Meßrohr mit einer das Aus-Laufen des Meßrohrinhalts verhütenden Eintauchkante, dadurch gekennzeichnet, daß in der Betriebsstellung die Kathode (7) gleich hoch oder höher als die wirksame Zone der Anode angeordnet ist und über der Eintauchkante (8) liegt und daß ein Heber (9, 10) zwischen Anodenraum (1) um einer die Kathode enthaltenden Auffangglocke (3) angeordnet ist, der nach dem Kippen des Zählers den Raum der Auffangglocke (3) bis zum Austauchen der Kathode (7) entleert.
- 2. Zähler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine gekröpfte, sonst nur zur Entleerung des 'Kathodenkammerinhalts dienende Kapillare (9) gleichzeitig zum Entleeren des Glockenraums (3) dient.
- 3. Zähler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite heberartige Kapillare (10, Fig. 3 und 4) zur Entleerung des Glockenraums (3) dient.
- 4. Zähler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anodenraum (1) mit dem Meßraum (2) durch zwei Röhren verbunden ist, von denen die eine eine Kapillare (10) zur Entleerung des Elektrolyten beim Kippen enthält, der Inhalt der anderen'(12) ausschließlich die elektrische Verbindung zwischen den Elek- 4» troden· (6, 7) bildet.
- 5. Zähler nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Röhre (12), deren Inhalt die Elektroden elektrisch ' verbindet, so eng und lang gehalten ist, daß eime Gasdiffusion zwisehen Anodenraum (1) und Meßraum (2) bis auf einen die Messung nicht störenden Rest unterdrückt wird.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenQ 5137 4.52
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE838023C true DE838023C (de) | 1952-03-27 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT838023D Expired DE838023C (de) | Wasserstoffelektrolytzähler mit durch Kippen entleerbarem Meßrohr |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE838023C (de) |
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