DE83268C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 85: Wasserleitung.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, um Abwässer zu reinigen und einen
klaren und unschädlichen Ablauf dadurch zu erzielen, dafs, wie bereits vorgeschlagen, die
Einwirkung der peptonisirenden und verflüssigenden Organismen in der Natur zur Spaltung
der complexen organischen Stoffe in ihre einfacheren , unorganischen Bestandtheile nutzbar
gemacht wird und auf diese Weise die organischen Stoffe eine derartige Wandlung erfahren,
dafs für Berieselung leicht assimilirbare . Dungstoffe resultiren oder eine schadlose Abführung
der behandelten Wasser in Flufsläufe etc. erfolgen kann.
Die Vorrichtung enthält geeignete Oberflächen für die Gultur von Organismen und zur Behandlung
der Abwässer durch dieselben (Culturbetten) und eine Einrichtung, um die Lebensfähigkeit
und Wirksamkeit dieser. Organismen gegebenenfalls durch Wärmezufuhr zu unterhalten
und zu fördern, sowie Durchlüftung und Liegenlassen des zur Zeit ruhebedürftigen Theiles der
Anlage ohne Abstellung der continuirlich durchzuführenden Behandlung zu gestatten.
Beiliegende Zeichnung veranschaulicht eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens.
Fig. ι ist der Grundrifs,
Fig. 2 ein Längsschnitt nach der Linie 1-2,
Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie 2-3 und
Fig. 4 ein solcher nach der Linie 3-4 von Fig. i.
AA sind Primär- und A1A1 Secundärbehälter,
die offen und zweckmäfsig paarweise neben einander (Fig. 1) oder bei gröfseren Anlagen
in geeigneten Gruppen angeordnet sind. D ist ein Schlammfang an dem Einlafsende
der Primärbehälter; dieser Schlammfang ist von den Behältern getrennt, dient indessen
zweckmäfsig sämmtlichen Behältern als solcher und vermittelt die Entleerung derselben, d d sind
Kanäle in der Sohle des Schlammfanges oder der Kammer D, die nach einem Schlammloch
dl hin abfallen. Jeder Behälter A erhält
an der Sohle eine Längskammer B von geeignetem Querschnitt, die nach der Darstellung
nach dem Einlafsende des Behälters hin Gefälle hat und nach dem Schlammfang D hin offen
ist, in welchem ein Ventil H für die Kammer vorgesehen wird. Die Sohle α α1 jedes Behälters
A ist nach der Kammer B hin abfallend, die durch einen Rost G abgedeckt wird.
Die Kammer B kann auch als Rohr oder Halbrohr mit durchlochter Decke ausgebildet sein.
Auf den Rost G wird geeignetes Filtermaterial M, wie grober Kies, Koks und dergl., aufgebracht,
um die nothwendigen Culturbetten zu liefern. Die Oberfläche der Kammer B und ihrer Rostabdeckung
G wird kleiner als die Gesammtoberfläche des Behälters A gewählt, weil hierdurch
die frische Beschaffung der Nährstoffe in ununterbrochener Zufuhr und die fortwährende
Beseitigung der Producte, welche-das. organische Leben schafft, gewährleistet wird.
I ist das Abwassereinlafsrohr, durch welches das unbehandelte Abwasser durch Gefälle oder
ein Pumpwerk mit Regelungsvorrichtung der Kammer B unter Vermittelung von mit Gefälle
angelegten seitlichen Kanälen C und Vertheilungsrohren c c zugeführt wird, die mit Ventilen
c1 c1 zur besseren Regelung der Vertheilung
des Abwassers ausgestattet werden können.
Das Rohr / ist nach der Darstellung gegabelt und es führt je ein Zweig nach einem
Kanal C auf jeder Seite; es genügt unter Umständen
auch ein einziger Kanal C für jeden Behälter. Diese Kanäle können, wie dargestellt,
oben offen oder abgedeckt sein. . O O' sind
Auslässe für den Ablauf, die am Boden jedes Behälters A etwas tiefer als die Kanäle C vorgesehen
sind und unmittelbar in die flachen Behälter A1A1 führen, für den Fall solche auftreten.
Die Sohle jedes dieser Behälter A1 ist nach dem Auslafs N abfallend, und in jedem.
Behälter kann eine geeignete Anzahl von Querwänden T T vorgesehen werden, die nicht bis
zur Sohle reichen, sondern Durchlässe 11 freilassen.
Die Behälter A1 sind mit Kies oder anderem geeigneten Material in gefüllt und
werden zweckmäfsig nach den Auslässen N hin an ihren unteren Enden zusammengezogen.
Das durch das Rohr / zugeleitete Abwasser fliefst zunächst die seitlichen Kanäle C C entlang
und gelangt durch die Vertheilungsrohre c c in die Kammer B und steigt von hier (nach
Schlufs des Ventils H)- langsam durch den Rost G und das Culturbett M. Durch diese
Einrichtung werden die für die Entwickelung der Mikroorganismen günstigsten Bedingungen
geschaffen, die sich nach Mafsgabe der frischen Zufuhr vermehren und auf dem Culturbett gedeihen.
Durch die Stauung und den Durchfiufs durch den Behälter bleibt die nothwendige
Zeit, welche die Mikroorganismen die ganze Masse der schädlichen Beimengungen in den
Kanalwässern förmlich umzusetzen (zu verflüssigen) gestattet, und die so umgesetzte und
gereinigte Masse gelangt als verhältnifsmäfsig klarer und unschädlicher Ablauf durch die
Ueberläufe O O in die Behälter A1 oder wird'
anderweitig fortgeführt. In diesen Behältern tritt der Ablauf langsam durch die Filterschicht
m, wobei der freie Abzug durch die Querwände T ein wenig aufgehalten wird.
Hierdurch wird wiederum zur Entwickelung weiterer Organismen Gelegenheit gegeben, die
für ihren Bestand und ihr Reinigungsvermögen viel Sauerstoff gebrauchen. Alsdann gelangt
das Klärwasser nach den Auslässen N, und zwar in reinem, klarem und unschädlichem Zustande.
Nicht umgesetzte Rückstände können erforderlichenfalls durch einfaches Oeffhen des
Ventils H und Ablassen nach der Kammer D beseitigt werden, wo sie sich in dem Schlammloch
dl sammeln, aus dem sie ausgepumpt oder sonstwie ausgehoben werden können. Durch
die vorbeschriebene Einrichtung wird die Entwickelung und Bethätigung der Mikroorganismen
in günstiger Weise unterstützt. Um indessen dieser Erzeugung, Entwickelung und Wirksamkeit unter allen klimatischen Bedingungen
Rechnung zu tragen, wird nach der Erfindung eine Anordnung getroffen, bestehend
aus an einen Kessel P1 angeschlossenen Rohren PP für die Circulation von heifsem
Wasser, Dampf oder Heifsluft in jedem Behälter A, um das Culturbett aus locker angehäuftem
Material erforderlichenfalls unter eine Temperatur zu bringen und zu erhalten, wie
sie für die Entwickelung. und Wirkungsfähigkeit der Mikroorganismen besonders günstig ist. ■
Diese Einrichtung ist als Beispiel auf der Zeichnung nur bei einem Behälter ersichtlich
gemacht.
Um die Reinigung, das Liegenlassen und das Lüften der Culturbetten, sofern dies nothwendig
sein sollte, zu bewerkstelligen, ohne die Continuitat der Behandlung zu unterbrechen,
wird durch Oeffnen eines Ventils V unten in der Theilwand zwischen zwei Kästen A
der Inhalt des arbeitenden Kastens nach dem benachbarten leeren abgelassen, bis ein gleichmäfsiger
Flüssigkeitsstand erreicht ist. Das Material, welches nach Schlufs des Ventils V unter
demselben verbleibt, wird durch das Ventil H in die Schlammkammer entleert.
Um das Culturbett M zu lüften, wird eine Pumpe R angeordnet, welche zwei Aufgaben
erfüllt, nämlich den flüssigen Inhalt aus der Kammer D eines ausgeschalteten Behälters abzieht
und Luft in den Inhalt der unter Betrieb stehenden Kammern unter Druck einführt; die
Luft gelangt unter den Rost G und führt so erforderlichenfalls dem Organismus Sauerstoff
zu. Das Saugrohr r ist in vollen Linien dargestellt , während das punktirt angegebene
Rohr r1 die Benutzung desselben als Luftzuführungsrohr kennzeichnet.
Die Anlage kann in Eisen oder anderem Material ausgeführt werden; die Zuführung
des Kanalwassers kann durch Gefälle oder ein Pumpwerk erfolgen.
Claims (1)
- Pa tent-Anspruch:Vorrichtung zur Reinigung von Abwässern, bestehend aus offenen paar- oder gruppenweise angeordneten Filterkästen (A), denen das vorher noch nicht weiter behandelte Abwasser durch ein Rohr (I) und seitliche Kanäle (C) zugeführt wird, aus denen es durch Vertheilungsrohre (c c) nach schwach ansteigenden Staukammern (B) gelangt, die durch Roste (G) von geringerem Durchtrittsquerschnitt als die Kästen (A) abgedeckt werden und nach denen die Sohle (a) abfällt, auf welcher eine nach Bedarf zu erwärmende und zu belüftende Filterschicht (M) angeordnet ist, nach deren Passiren das Abwasser durch Auslässe (O) flachen Kästen (A1) mit Filterschichten und Querwänden (T), die unten Durchtrittsschlitze (t) lassen, zugeführt wird und wobei am anderen Ende jedes Kastens (A) mit Ventilen (H) versehene Schlammfänge (D) vorgesehen sein können.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE83268C true DE83268C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT83268D Active DE83268C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE83268C (de) |
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