DE805773C - Verfahren zum Enthaerten gehaerteter Glasgegenstaende - Google Patents

Verfahren zum Enthaerten gehaerteter Glasgegenstaende

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DE805773C
DE805773C DE1948P0026271 DEP0026271D DE805773C DE 805773 C DE805773 C DE 805773C DE 1948P0026271 DE1948P0026271 DE 1948P0026271 DE P0026271 D DEP0026271 D DE P0026271D DE 805773 C DE805773 C DE 805773C
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DE1948P0026271
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Maurice Albert Branchereau
Michel Kantzer
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Compagnie de Saint Gobain SA
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Compagnie de Saint Gobain SA
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    • C03B23/0258Gravity bending involving applying local or additional heating, cooling or insulating means
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
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Description

(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 28. MAI 1951
ρ JOJ/ι Vl b I 3 j a D
Michel Kantzer, Paris
sind als Erfinder genannt worden
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Glasgegenständen und insbesondere auf diejenigen Herstellungsverfahren, bei welchen der Glasgegenstand, nachdem er gehärtet worden ist, einer Erhitzung unterworfen wird, die den Zweck hat, die Härtung an lokalen Stellen des Glasgegenstandes oder über den ganzen Glasgegenstand zu verringern oder aufzuheben.
Verfahren, bei welchen bis zu einem gewissen Grade eine Enthärtung des Glases vorgenommen wird, sind bereits für die \erschiedensten Zwecke vorgeschlagen worden.
So gibt es beispielsweise ein Verfahren zur Herstellung von Windschutzscheiben von Fahrzeugen, bei welchen innerhalb einer Zone gut gehärteten Glases gewisse Teile der Verglasung nicht gehärtet oder nur wenig gehärtet sein sollen. Bei einer über ihre ganze Fläche gleichmäßig gehärteten Windschutzscheibe ergibt sich unter der Wirkung gewisser Stöße eine krümelige oder körnige Zerteilung, wobei jedoch die Scheibe in ihrem Rahmen bleibt. Hierbei wird die Sicht durch die Scheibe hindurch verringert. Wenn man nun in der Windschutzscheibe weniger gehärtete Teile vorsieht, so entgehen diese der genannten Art der krümeligen Zerteilung und sichern die Beibehaltung einer guten Sicht. Das genannte \rerfahren wird in der Weise durchgeführt, daß die Glasscheibe zunächst über ihre ganze Fläche gleichmäßig gehärtet und dann gewisse Teile der Scheibe, die der Erhaltung der Durchsicht im Falle der krümeligen Zerteilung dienen, enthärtet werden.
Ein anderes bekanntes bei Windschutzscheiben angewandtes Verfahren durch gleichmäßiges Härten gefolgt von einem Enthärten bestimmter Zonen besteht darin, daß man die enthärteten Teile die Form eines Netzes von Linien annehmen läßt, die die Teile gehärteten Glases vollkommen umgeben.
In dieser Beziehung ist ebenfalls ein Verfahren zu erwähnen, gemäß welchem dem Gegenstand zunächst eine energische Härtung verliehen wird, die
ίο Spannungen erzeugt, welche höher sind als diejenigen, die man endgültig dem Gegenstand zu geben beabsichtigt, und dann den ganzen Gegenstand einer Enthärtung unterwirft, durch welche die Spannungen auf den gewünschten niedrigeren Grad herabgesetzt werden. Durch dieses Verfahren läßt sich dem Gegenstand leicht eine mäßige Härtung verleihen, die nicht zu einer körnigen oder krümeligen Zerteilung führt. Es ist besonders zur Anwendung bei der Herstellung von Glasgegen-
*° ständen für den Haushalt bestimmt.
Schließlich soll als weiteres Beispiel bekannter Verfahren dasjenige erwähnt werden, gemäß welchem eine Regelung der Härtungsspannungen dadurch erreicht wird, daß der Gegenstand nach er-
a5 folgter Härtung einer allgemeinen Erhitzung unterworfen wird, die so lange und bei einer solchen Temperatur durchgeführt wird, daß die höchsten Spannungen verringert werden, ohne die Spannungen normalen Wertes praktisch zu ändern. Man
3» beseitigt also so die unerwünschten Spannungsüberschüsse, die etwa im Verlauf der eigentlichen Härtung entstanden sind und die Gefahr von Bruch in sich bergen könnten.
Indessen ist allgemein zu bemerken, daß in der Praxis diese Erhitzung eines gehärteten Gegenstandes zwecks Enthärtung sehr empfindlich in der Durchführung ist, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen verlangt und zum Bersten des Gegenstandes oder wenigstens zu Oberflächenverformungen Anlaß geben kann. Diese Schwierigkeiten treten besonders dann zutage, wenn örtlich begrenzte Enthärtungen vorgenommen werden sollen.
Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, die obenerwähnten Übelstände zu beseitigen und zu
♦5 ermöglichen, ohne Risiko die Enthärtung des Glases eines Glasgegenstandes im ganzen oder in Teilen vorzunehmen. Unter Enthärtung soll im Sinne der vorliegenden Beschreibung ein Vorgang verstanden werden, durch den das Glas in einen Endzustand gebracht wird, in dem seine Spannungen aufgehoben oder nur im Verhältnis zu den Spannungen des Glases in seinem ursprünglichen gehärteten Zustand vermindert sind.
Die Erfindung besteht darin, daß die erwähnte Enthärtung in der Weise vorgenommen wird, daß der zu enthärtende Teil des Gegenstandes der Wirkung eines elektrischen Feldes hoher Frequenz unterworfen wird.
Es konnte festgestellt werden, daß dieses Mittel der Erhitzung es leicht möglich macht, ohne Bruch und ohne Oberflächenverformungen die Enthärtung von gehärtetem Glas zu erreichen.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ergeben sich folgende Vorteile: Beim Härtungsvorgang haben sich die äußeren Schichten des Glases, welches vorher auf eine Temperatur nahe dem Erweichungspunkt gebracht worden ist, als erste abgekühlt und verfestigt. Dadurch sind die inneren Schichten ihrerseits in der Zusammenziehung behindert worden und befinden sich in einem Zustand der Dehnung. Die Erhitzung durch dielektrische Verluste hat die wohlbekannte Wirkung, daß das Glas in seiner ganzen Dicke unmittelbar erhitzt wird und die inneren Schichten alsbald auf eine höhere Temperatur als die äußeren Schichten gebracht werden, die durch die Berührung mit der umgebenden Luft eine Abkühlung erfahren. Von Beginn des Erhitzens an erhitzen sich die inneren Schichten schneller und dehnen sich mehr aus als die äußeren Schichten, d. h. die Spannungen, die durch ihre verzögerte Abkühlung hervorgerufen wurden, versuchen sich zu lösen und das Glas in den Gleichgewichtszustand zu bringen, den es vor der Härtung besaß. Mit anderen Worten kann man sagen, daß, wenigstens zu Beginn der Behandlung, wo die Wiedererhitzung von innen heraus anfängt, das Glas im umgekehrten Sinne durch die physikalischen Zustände hindurchgeht, die es am Ende des Härtungsvorganges durchlaufen hat, so daß keine Gefahr des Eintretens von Brüchen entsteht. .
Wenn man demgegenüber die Enthärtung gemäß den bekannten Verfahren durch Erhitzen von außen, sei es durch Berührung mit einem heißen Medium, sei es durch Strahlung einer Wärmequelle, wie z. B. derjenigen von elektrischen Heizwiderständen, vornimmt, so erhitzt man an erster Stelle die äußeren Schichten, welche die Wärme nur nach und nach auf die inneren Schichten übertragen können. Zu Beginn des Vorganges verursachen also die äußeren Schichten, indem sie sich ausdehnen, in den schon gespannten inneren Schichten Dehnungskräfte. Diese addieren sich zu den dort bereits herrschenden Kräften und können die Grenzen der Widerstandsfähigkeit des Glases überschreiten, die bekanntlich hinsichtlich Zug kleiner sind als hinsichtlich Druck.
Die soeben beschriebenen Erscheinungen treten in den ersten Augenblicken der Erhitzung und nur während dieses Beginns der Erhitzung auf. In dem Maße wie die Erhitzung sich auswirkt, ergibt sich no sowohl in den äußeren wie in den inneren Schichten eine Verringerung der Viskosität, durch die die Verringerung oder selbst die Aufhebung aller Spannungen, seien es nun Dehnungs- oder Druckspannungen, herbeigeführt werden kann.
Der wesentliche herauszustellende Unterschied zwischen der üblichen Erhitzung und der Erhitzung durch dielektrische Verluste im Glas bezieht sich in der Tat auf den Beginn der Erhitzung, d. h. wenn das Glas praktisch noch völlig starr ist. Gerade aber in dieser anfänglichen Phase der Erhitzung bestehen die größten Gefahren für Brüche.
Aus den beschriebenen ähnlichen Gründen werden außer den Gefahren der Brüche auch die der Oberflächenverformungen vermieden, die bei Gegenständen beobachtet werden können, welche
einer Enthärtung nach den alten Verfahren unterworfen werden, und die darauf zurückzuführen sind, daß zu Beginn des Vorganges die der unmittelbaren Einwirkung der Hitze unterworfenen 5 Oberflächen des Gegenstandes weicher werden als der Kern, wobei sie sich unter der Wirkung der Spannungen verformen, die noch in den inneren Schichten bestehen.
Demgegenüber erlangen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die inneren Schichten, da sie auf eine höhere Temperatur gebracht werden als die Oberfläche, eine geringere Viskosität, die ein Nachlassen ihrer Spannungen gestattet, ohne die verhältnismäßig härter gebliebenen Oberflächenschichten zu verformen.
In der Zeichnung sind verschiedene Beispiele für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei verschiedenen Fällen der Enthärtung von gehärtetem Glas veranschaulicht.
so Abb. ι ist ein Schema des Prinzips des Verfahrens;
Abb. 2 und 3 zeigen im Aufriß und in Draufsicht die Herstellung einer gehärteten Glasscheibe, bei welcher zwei Blickzonen in nicht gehärtetem Glas gebildet werden:
Abb. 4 ist eine schaubildliche Ansicht, die die Herstellung einer gehärteten Glasscheibe betrifft, bei welcher ein Netz von Linien nichtgehärteten Glases gebildet wird;
Abb. 5. 6 und 7 sind Längs-, Quer- und Draufsichten einer Anlage zur Herstellung der in Abb. 4 gezeigten Glasscheibe;
Abb. 8 und 9 sind schematische Ansichten in einem senkrechten Schnitt bzw. in einer Draufsieht, die das Biegen einer gehärteten Glastafel durch das erfindungsgemäße Verfahren veranschaulichen;
Abb. 10, 11 und 12 zeigen im Querschnitt, in Draufsicht und im Längsschnitt eine Vorrichtung zur Durchführung des Biegens einer gehärteten Glastafel;·
Abb. 13, 14 und 15 sind Ansichten in einem senkrechten Schnitt und in Draufsicht einer anderen dem gleichen Zweck dienenden Vorrichtung.
In Abb. ι bezeichnet 1 eine gehärtete Glasscheibe, 2 die Armaturen eines Kondensators, 3 eine Hochfrequenzstromquelle, welche mit der Primärwicklung 4 eines Umformers (Transformators) verbunden ist, und 5 cne mit den Armaturen 2 verbundene Sekundärwicklung des Umformers (Transformators).
Um die Scheibe gemäß der Erfindung zu enthärten, wird diese Scheibe der Wirkung des zwischen den Armaturen 2 auftretenden elektrischen Feldes unterworfen.
Da die dielektrischen Verluste in dem Glas in kaltem Zustand verhältnismäßig schwach sind, ist es zweckmäßig, das Glas durch eine übliche Heizung zu erhitzen, bevor es der Wirkung des elekfrischen Feldes unterworfen wird, und es auf eine relativ mäßige Temperatur zu bringen. In der Tat kann man durch eine mäßige Vorerhitzung eine bemerkenswerte Verbesserung der Erhitzung durch dielektrische Verluste erreichen, ohne im übrigen Gefahr des Eintretens von Brüchen zu laufen.
Eine besonders vorteilhafte Form zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß man den Vorgang des Enthärtens mit dem des gleichmäßigen Härtens in der Weise verbindet, daß die Enthärtung unmittelbar nach der Härtung und vor der völligen Abkühlung des Glases vorgenommen wird. Hierdurch kann man die Kalorien ausnutzen, die nach dem Vorgang des Härtens noch im Glas vorhanden sind.
In den Abb. 2 und 3 ist die gehärtete Glasscheibe, die einer örtlich begrenzten Enthärtung unterworfen werden soll, bei 1 dargestellt. Die beiden zu enthärtenden Teile sind mit 6 und 7 bezeichnet; die Scheibe 1 ist in einen Ofen 8 gebracht worden, der in Abb. 2 in einem senkrechten Schnitt dargestellt und in Abb. 3 weggelassen ist. Dieser Ofen dient dazu, die Scheibe allgemein vorzuerhitzen, bevor j die örtlich begrenzte Erhitzung durch dielektrische Verluste vorgenommen wird. Die Scheibe 1 ruht auf zwei Stützen 9 und 10 aus Kieselerde, die einer Erhitzung durch dielektrische Verluste nicht ausgesetzt ist. Beiderseits der zu enthärtenden beiden Zonen 6 und 7 läßt man metallische Körper 11, 12, 13, 14, beispielsweise aus nichtoxydierendem Stahl, angreifen. Diese Metallkörper sind mit den Polen einer in den Abb. 2 und 3 nicht dargestellten Hochfrequenzstromquelle verbunden.
LIm die Verteilung der Energie dieses Hochfrequenzstromes in jeder der Zonen 6 und 7 gleichzugestalten, ist zwischen den Metallkörpern und der Glasoberfläche eine möglichst ebene Kieselerdeplatte von etwa 1 oder 2 mm Dicke eingelegt. Wie oben schon erwähnt, werden durch die Kieselerde keine dielektrischen Verluste veranlaßt, und diese Platten gestatten es, die Bildung von Entladungen zwischen den Metallkörpern und dem Glas zu vermeiden. An Stelle der Kieselerdeplatte kann man auch zwischen den Metallkörpern und dem Glas eine einfache Schicht von Kieselerdepulver einbringen.
Der Vorgang beginnt mit dem allgemeinen Erhitzen der Glasscheibe in dem Ofen 8, der durch irgendwelche geeignete Mittel, wie beispielsweise auf den Innenflächen des Ofens vorgesehene elektrische Widerstände (nicht dargestellt), beheizt wird. Durch diese Erhitzung wird die Scheibe als Ganzes auf eine möglichst hohe Temperatur gebracht, wobei nur darauf zu achten ist, daß diese Temperatur unter derjenigen Temperatur bleibt, bei welcher die hohen Spannungen zu verschwinden beginnen. In dieser Hinsicht kann man die Scheibe bis auf ungefähr 4000 C bringen. Dann wird der ITochfrequenzstromerzeuger in Gang gesetzt. Die von ihm in den Zonen 6 und 7 erzeugte Hitze bringt die Spannung in diesen Zonen zum Verschwinden. Mit einem elektrischen Hochfrequenzfeld von 10 000 Volt je Zentimeter und einer Wellenlänge von 25 m (oder entsprechend einer Frequenz von 12 000 kHz je Sekunde) kann man die Hochfrequenzleistung derart regeln, daß sich eine bruchfreie Enthärtung einer Glasscheibe von 5 mm Dicke
in etwa einer Minute durchführen läßt. Der Vorgang wird dadurch beendet, daß man die Scheibe zwecks Vermeidung von Bruch langsam abkühlen läßt. Diese Kühlung kann vor sich gehen, indem man die Armaturen voneinander entfernt, die Glasscheibe herausnimmt und in einen den üblichen Kühlofen oder -tunneln ähnlichen Ofen oder Tunnel bringt, in welchem jedoch die Anfangstemperatur wesentlich niedriger als bei dem üblichen Kühlen ίο von Glas ist. In der Tat ist es im vorliegenden Fall angebracht, daß die Spannungen, die in dem Glas im Augenblick des Eindringens der Scheibe in den Ofen bestehen, nicht geändert werden.
Bei dem in Abb. 4 gezeigten Anwendungsbeispiel 1S wird die Glasscheibe in senkrechter Stellung behandelt. Sie wird zu diesem Zweck in der bei den Verfahren des Glashärtens bekannten Weise an Zangen 15 und 16 aufgehängt.
Die Metallstücke, welche die Rolle von Kondensatorarmaturen spielen, sind bei 17 und 18 dargestellt. Sie haben die Form eines Gitters oder Netzes, in der man die Glasscheibe enthärten will, und besitzen zu diesem Zweck Zwischenwände 19. Der Boden der zwischen den Wänden gebildeten Hohlräume kann, wie die Abbildung zeigt, leer oder voll sein. Der Vorgang wird mit einer allgemeinen Erhitzung der Scheibe aus gehärtetem Glas eingeleitet. Zu diesem Zweck wird die gehärtete Glasscheibe, bevor sie zwischen die Armaturen gebracht wird, durch einen in dieser Abbildung nicht dargestellten Ofen geschickt, in welchem sie in senkrechter Stellung an den Zangen 15, 16 aufgehängt verbleibt. Sobald ihre Temperatur 4000 C oder auch weniger erreicht hat, überführt man die Scheibe aus dem Ofen in den Raum zwischen den Armaturen 17, 18, die in dem genügenden Abstand voneinander gehalten werden. Alsdann nähert man die Armaturen der Scheibe, wobei die Zellen der einen genau gegenüber denjenigen der anderen angeordnet sind, und verbindet sie mit der schematisch bei 20 dargestellten Hochfrequenzstromquelle.
Mit einer Stromquelle, die ähnliche Eigenschaften hat wie die im vorhergehenden Beispiel beschriebene Quelle und für etwa die gleiche Zeitdauer zur Anwendung gebracht wird, erhält man ohne Bruch die Enthärtung des Glases nach den Zwischenwänden 19 der Armaturen 17, 18 entsprechenden sich kreuzenden Linien oder Bändern, wobei die zwischen diesen Bändern liegenden Zonen des Glases im gehärteten Zustand bleiben. Bei Verwendung eines solchen Glases als Windschutzscheibe kann ein Stoß die krümelige Zerteilung der gehärteten Zone, die diesem Stoß ausgesetzt ist, herbeiführen, aber diese krümelige Zerteilung bleibt auf diese Zone beschränkt zufolge des Vorhandenseins einer fortlaufenden, nicht gehärteten Linie, welche diese Zone völlig umgibt.
Während der Wirkung des elektrischen Hochfrequenzfeldes ist es angebracht, daß die von diesem Feld nicht erhitzten Glasteile, d. h. die den Hohlzellen der Armaturen entsprechenden Teile, sich nicht oder nur wenig abkühlen. Praktisch läßt sich dies erreichen, indem man die Glasscheibe zusammen mit den Armaturen mit einem Gehäuse umschließt, welche das Ganze gegen Wärmeverluste schützt. In gewissen Fällen kann man die Armaturen 17, 18 selber so ausbilden, daß sie die Rolle von Schutzgehäusen spielen. Zu diesem Zweck bildet man den Boden der Zellen durch ein volles Blech, das gegebenenfalls noch mit einer Isolierung bekleidet ist. Durch einen solchen Metallboden ergibt sich kein Nachteil hinsichtlich des Erhitzens mit Hochfrequenzstrom, das auf die mit den Rippen oder Wänden der Armaturen in Berührung stehenden Teile beschränkt bleiben soll, denn das durch die Böden der Zellen hervorgerufene Feld bleibt sehr schwach. Nachdem die Glasscheibe der Wirkung der Armaturen unterworfen worden ist, muß sie langsam gekühlt werden, um jede Bruchgefahr auszuschließen. Zu diesem Zweck kann man die Armaturen nach Abschaltung der Stromwirkung in Berührung mit dem Glas lassen und sie erst nach einer genügenden Abkühlung des Glases entfernen. Alan kann die Scheibe auch nach der Einwirkung des Hochfrequenzstromes in einen vorgeheizten Raum bringen und die Kühlung der Scheibe so lenken, daß sie nur langsam vor sich geht.
Der größeren Klarheit halber ist in den schematischen Abb. 5, 6 und 7 eine Anlage dargestellt, mit der die verschiedenen aufeinanderfolgenden Behändlungen, die soeben mit Bezug auf Abb. 4 beschrieben worden sind, durchgeführt wrerden können. In diesen Abbildungen ist 21 eine waagerechte Schiene, auf der ein Wagen 22 läuft, an welchem die Glasscheibe ι durch Zangen 15, 16 aufgehängt wird. Auf dieser Schiene kann die Glasscheibe leicht durch die aufeinanderfolgenden Stellen A, B, C, D, E hindurchgeführt werden. Bei A ist eine gehärtete Glasscheibe an den Zangen aufgehängt worden. Bei B, wo sie durch einen Ofen 23 geht, wird die Scheibe einer gleichmäßigen \rorerhitzung unterworfen, die sie auf eine Temperatur unter 4000 C bringt. Bei C nimmt die Scheibe ihre Stellung zwischen den Armaturen 17, 18 ein und unterliegt hier der örtlich begrenzten Erhitzung zur Erreichung der angestrebten Enthärtung. 24 veranschaulicht ein Schutzgehäuse, welches dazu dient, die Abkühlung der Scheibe in den von den Armaturen nichtgeheizten Teilen zu verlangsamen oder zu verhindern. Bei D befindet sich die Scheibe in einem Ofen 25, um nach der bei C ausgeführten Behandlung langsam abgekühlt zu werden. Endlich befindet sich bei E die genügend gekühlte Scheibe in der freien Luft, womit die Behandlung beendet ist. Die Scheibe kann alsdann von den Zangen abgenommen werden. Der Durchgang der Scheibe durch die verschiedenen . öfen 23, 24, 25 erfolgt durch einen Schlitz, wie ein solcher bei 26 in Abb. 6 gezeigt ist.
In den Abb. 8 und 9 ist bei 1 eine gehärtete Glasscheibe dargestellt, die längs der Linie a-b zur BiI-dung eines gegebenen Winkels gebogen werden soll. Beiderseits der Glasscheibe ordnet man längs der Linie a-b zwei Elektroden 27 und 28 an, die mit einer bei 29 schematisch dargestellten Hochfrequenzstromquelle verbunden sind. Unter der Wirkung des elektrischen Hochfrequenzfeldes erhitzt
sich das (.!las über die ganze Länge der Linie«-/; und wird weich. Man kann die Scheibe dann leicht um die Linie a-b als Scharnier drehen, um den gewünschten Winkel zu bilden, beispielsweise indem man eine Hälfte der Scheibe aus der Stellung ι in die in Abb. (S gestrichelt dargestellte Lage τ' biegt. Wie bei den vorher erläuterten Beispielen ist es zu empfehlen, die Behandlung des Glases bei einer Temperatur von 4000 C und wenn möglich sogleich nach der J-ladungsbehandlung vorzunehmen, um die noch verhältnismäßig hohe Temperatur auszunutzen, auf der die Scheibe sich nach dem Härten noch befindet.
Mit dem\rerfahren läßt sich eine sehr saubere Biegung durchführen, da man das elektrische Hochfrequenzfeld auf einer genau begrenzten !"lache zur Wirkung bringen kann. Außerdem läßt sich die Bemessung dieser Fläche durch Änderung der Form der Elektrode ändern. Die dabei nach dem Biegen erhaltene Oberfläche ist sehr regelmäßig. Bei der Verwendung einer solchen Scheibe als Windschutzscheibe kann die in der Xähe der Kante a-b liegende Zone, welche enthärtet worden ist, die krümelige Zerteilung des Glases auf denjenigen Teil der Windschutzscheibe beschränken, auf welche der Stoß sich ausgewirkt hat.
Die Abb. 10. 11 und 1 2 beziehen sich auf eine der möglichen Ausführungen eines Biegeverfahrens gemäß der Erfindung. In der Abb. 10 ist bei 1 die zu biegende Glasscheibe dargestellt. Diese Scheibe befindet sich in einem Ofen, der in Abb. 10 in einem senkrechten Schnitt, in den Abb. 11 und 12 jedoch nicht dargestellt ist. Sie ist auf einen Wagen 30 gelegt worden, der mittels Roller. 3 L auf einem Gleis 32 läuft. Durch geeignete Mittel, wie z. B. die bei 33 dargestellten Leisten, läßt sich die Scheibe in eine genau bestimmte Lage auf den Wagen auflegen. Am oberen Teil des Wagens 30 ist an der Scheitellinie ein Rohr 34 aus Kieselerde waagerecht angeordnet. An dieses Rohr schließt sich ein zweites senkrechtes Rohr 35 an, das zusammen mit dem ersteren etwa ein T bildet. In dem Rohr 34 befindet sich eine metallische Seele 36, welche die Rolle einer Kondensatoramiatur bildet. Diese Seele ist mit einer Bürste 37 verbunden, und zwar durch einen in dem Rohr 35 angeordneten Leiter 3S. Die Metallseele 36 erstreckt sich nicht bis zu den Enden des Rohres 34, so daß sie elektrisch isoliert bleibt. Auf dem Wagen 30 ist bei 40 ein Rahmen 39 drehbar angebracht, der, wie in den Abb. 10 und 11 gezeigt, auf die Glasscheibe umgelegt werden kann. An der der Drehstelle 40 gegenüberliegenden Kante ist der Rahmen mit einer Armatur 41 versehen, die durch einen senkrechten Teil 43 mit einer Schleifbürste 42 verbunden ist. Die Armatur 41 ist gegen den Rahmen durch Kieselerdestücke44 und45 isoliert. Auf einem bestimmten Teil der Länge des Ofens sind zwei Schienen 46 und 47 angeordnet, die je mit einem der Pole einer nicht dargestellten Hochfrequenzstromquellc verbunden und im übrigen gegen den Ofen elektrisch isoliert sind. Die Bürsten 37 und 42 schleifen auf den Schienen 46 bzw. 47. Der Hochfrequenzstrom übt seine Wirkung aus, während der Wagen sich in dem Ofen vorwärts bewegt. Die Länge der Schienen ist in Abhängigkeit von der Bewegungsgeschwindigkeit des Wagens so bemessen, daß die gewünschte Erweichung der Scheibe eingetreten ist, wenn die Schleifbürsten außer Berührung mit den Schienen treten und damit die Wirkung des elektrischen Hochfrequenzfeldes aiH die Glasscheibe unterbrochen wird. Wenn das Glas genügend erweicht ist, fällt der frei tragende Teil der Glasscheibe nach unten und legt sich auf den Wagen auf. womit die gewünschte Winkelbildung erfolgt ist.
Bei der soeben beschriebenen ersten Ausführungsform wird die Glasscheibe mit Auflageflächen von verhältnismäßig niedrigen Temperaturen in Berührung gebracht, so daß keine große Gefahr für die Entstehung von Markierungen auf der Scheibe besteht. Die nachstehend beschriebene Ausführung hat jedoch den Vorteil, daß diese Gefahr völlig ausgeschaltet wird, weil die Glasscheibe in keinem .Augenblick mit Flächen in Berührung kommt, die Markierungen hervorrufen könnten, sondern nur einen sehr dünnen Teil der Elektroden berührt.
Die Abb. 13, 14 und 15 beziehen sich auf diese zweite Ausführung eines erfindungsgemäßen Biegeverfahrens.
In den Abb. 13 und 14 ist die von der Härtung kommende ebene Glasscheibe mit Hilfe von Zangen 48 im Innern eines Ofens aufgehängt dargestellt, in dem eine Temperatur von ungefähr 4000 C herrscht. Die Wände des Ofens sind mit 49 bezeichnet. Die Scheibe wird durch den Ofen mittels eines Wagens 50 hindurchgeführt, an dem die Zangen 48 aufgehängt sind. Der Wagen kann sich auf einer in der Längsrichtung des Ofens angeordneten Laufbahn bewegen.
An einer bestimmten Stelle des Ofens ist eine Vorrichtung angeordnet, die den doppelten Zweck hat: i. der Glasscheibe eine gewisse Neigung zu geben, die eine Funktion des Winkels ist, der durch die Biegung gebildet werden kann, 2. die Glasscheibe an der gewünschten Stelle zu erhitzen.
Diese in den Abb. 13 bis 15 gezeigte Vorrichtung besteht aus zwei Elektroden 51 und 52, die auf entgegengesetzten Seiten der Glasscheibe angeordnet und durch biegsame Leitungen 53 und 54 mit den beiden l'oleii einer nicht dargestellten Hochfrequenzstromquelle verbunden sind. Durch au Stücken 59 und 60 sitzende Arme 55 und 56 und 57 und 58 aus Kieselerde sind die Elektroden 51 und 52 isoliert.
Wenn die Glasscheibe im Ofen an die Stelle gekommen ist, an der sich die Elektroden befinden, wird der für ihre Förderung in Längsrichtung des Ofens vorgesehene Wagen stillgesetzt und das Stück 59 so betätigt, daß die Glasscheibe unter Drehung um die Achse 61 in die Stellung gemäß Abb. 14 gebracht wird. Bei dieser Be\vegung schiebt die Glasscheibe die Elektrode 52 zurück. Indessen bleibt diese mit der Glasscheibe durch die Wirkung einer Feder 62 in Berührung, die in einer außerhalb des Ofens angeordneten Büchse 63 angeordnet ist und von dem verbreiterten Ende des Stückes 60 zusammengeclrückt wird. Wenn die Scheibe die ge-
wünschte Neigung eingenommen hat, läßt man den Hochfrequenzstrom durch die Elektroden 51 und 52 hindurchgehen. Das Glas erwärmt sich längs der Berührungslinie mit den Elektroden. Nachdem der Strom eine gewisse Zeit gewirkt hat, legt sich der untere Teil der Glasscheibe zufolge der längs der genannten Berührungslinie eingetretenen Erweichung um die als Scharnier wirkende Elektrodenlinie nach unten um und kommt in die in Abb. 14 gestrichelt dargestellte Lage. Darauf wird der Stromdurchgang unterbrochen und die Scheibe mit Hilfe des Wagens 50 in eine Kühlkammer gebracht, in der sie sich allmählich abkühlt unter Beibehaltung ihrer Schräglage, beispielsweise mit Hilfe von beiderseits der Glasscheibe vorgesehenen Führungen, bis die Scheibe genügend fest geworden ist, um ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden zu können.

Claims (1)

  1. Patentansprüche=
    ao i. Verfahren zum Enthärten gehärteter Glasgegenstände, bei dem der gehärtete Glasgegenstand, um ihn an örtlich begrenzten Stellen oder . in seiner ganzen Ausdehnung zu enthärten, einer Hitzebehandlung unterworfen wird, dadurch ge- »5 kennzeichnet, daß der zu enthärtende Teil des
    Glasgegenstandes der Wirkung eines elektrischen Hochfrequenzfeldes ausgesetzt wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glasgegenstand vor der Einwirkung des elektrischen Hochfrequenzfeldes auf etwa 4000 C erhitzt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enthärtung unmittelbar im Anschluß an die Härtung erfolgt, so daß die nach dem Vorgang des Härtens noch im Glas vorhandene Wärme ausgenutzt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand nach dem Enthärtungsvorgang langsam gekühlt wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine örtlich begrenzte Enthärtung von Gegenständen, insbesondere von Scheiben, nach beispielsweise kreisförmigen ' Flächen oder nach ein Netz bildenden Linien vorgenommen wird.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Biegen eines gehärteten Glasgegenstandes die Enthärtung längs einer Linie oder einem Band erfolgt, an dem die Biegung stattfinden soll.
    7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zu enthärtende Gegenstand auf Stützen aus Kieselerde aufgelegt wird.
    8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anwendung der Hochfrequenzströme auf den Gegenstand über Me-.tallkörper erfolgt, wobei zwischen diesen und dem Glas Kieselerde, beispielsweise in Form von Platten oder feinem Pulver, eingelegt wird.
    9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anwendung der Hochfrequenzströme mittels Hohlzellen aufweisender Metallkörper erfolgt, die eine Enthärtung nach Linien oder Bändern bewirken, die den Rändern der Zellen entsprechen.
    10. Verfahren nach Anspruch 1 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Glasgegenstand und die Zellenkörper mit einem Schutzgehäuse zur Vermeidung von Wärmeverlusten während des Enthärtens umgeben werden.
    11. Verfahren nach Anspruch 1, 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellenkörper selber als Schutzhüllen benutzt werden und zu diesem Zweck einen vollen Boden erhalten, der gegebenenfalls noch mit einer isolierenden Bekleidung versehen wird.
    12. Verfahren nach Anspruch 1 und 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellenkörper zur Durchführung einer langsamen Abkühlung der örtlich enthärteten Glasscheibe verwendet und aus diesem Grund erst nach einer genügenden Abkühlung des Glases von der Scheibe entfernt werden.
    13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasscheibe auf eine einen Grat aufweisende Unterlage gelegt und örtlich mittels Elektroden enthärtet wird, die beiderseits der Scheibe längs des Grates angeordnet sind, um welche sich die Scheibe im Verlauf des Enthärtungsvorganges biegt.
    14. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die den Grat aufweisende Unterlage auf einem in einem Ofen fahrbaren Wagen angeordnet ist, die an der Unterseite der Glasscheibe vorgesehene Elektrode fest an diesem Wagen sitzt und durch einen Gleitkontakt gespeist wird, während die mit der Oberseite der Glasscheibe in Berührung zu bringende Elektrode auf einem umlegbaren Rahmen angebracht ist und gleichfalls durch einen Gleitkontakt gespeist wird.
    15. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 6, gekennzeichnet durch eine Aufhängevorrichtung, an der die zu biegende Glasscheibe senkrecht, jedoch um eine waagerechte Achse schwingbar aufgehängt ist, und zwei zum Enthärten der Scheibe längs einer Linie oder einem schmalen Band vorgesehene waagerechte Elektroden, die sich einander gegenüber auf entgegengesetzten Seiten der Glasscheibe befinden und rechtwinklig zur senkrechten Ebene der Scheibe bewegbar sind, um die Scheibe in die gewünschte Schräglage zu bringen.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
    425 5.51
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2822843A1 (de) * 1977-05-26 1978-11-30 Agency Ind Science Techn Verfahren zum biegen einer glasplatte
WO2015031148A1 (en) * 2013-08-26 2015-03-05 Corning Incorporated Methods for localized annealing of chemically strengthened glass
DE102018107143A1 (de) * 2018-03-26 2019-09-26 Volkswagen Ag Fahrzeugfenster und Verfahren zu dessen Herstellung

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