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Strangpresse zur Herstellung von Rohren Bei den bisher gebräuchlichen
stranggepreßten Rohren oder Kabelmänteln aus Metall, insbesondere Blei und dessen
Legierungen, mit einer oder mit mehreren stumpf geschweißten Nähten treten Betriebsstörungen
durch Nahtfehler auf, welche nicht nur größere Verluste an Material, sondern auch
Betriebsunterbrechungen und .erhebliche Instandsetzungsarbeiten verursachen. Die
Materialverluste entstehen dadurch, daß der gewöhnlich unter Druck stehende Rohrinhalt
aus den porösen Nahtstellen mit der Zeit in größeren Mengen, und zwar wegen der
sich ständig von selbst erweiternden öffnungen in zunehmendem Maße austritt. Das
bedeutet z. B. bei Ölkabeln einen Verlust an mit Bezug auf die elektrische Isolation
hochwertigem Öl. Die Instandsetzungsarbeiten sind schwierig, zeitraubend und daher
kostspielig und bei Seekabeln ganz besondexs teuer wegen der dafür notwendigen Hebung
größerer Kabellängen aus unter Umständen beträchtlichen Tiefen und der damit für
die gesunden Teile des Kabels außerdem noch verbundenen Gefahren, welche die Instandsetzung
von Fehlerstellen bei Seekabeln mit sich bringt.
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Es 'ist nun bereits eine Strangpresse bekannt, mit der Rohre und insbesondere
Bleikabelmäntel hergestellt werden, die gar keine Längsnähte aufweisen. Dies wird
dadurch erreicht, daß die Kanäle für die Zuführung des Preßwerkstoffes zu der Ringkammer,
aus welcher der Werkstoff senkrecht oder annähernd senkrecht zur Richtung der Zuführungskanäle
austritt, tangential oder annähernd tangential zur Ringkammer so angeordnet sind,
daß die Fortbewegung der Bleiströme in der Ringkammer etwa im gleichen Sinne :erfolgt.
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Die Erfindung besteht in der besonderen Bauart einer Presse, durch
die in Richtung und/oder Form abweichende, verlängerte Nähte erzeugt werden.
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Die Strangpresse hat im Bereich der überlappung Werkzeuge, wie Speichen,
Stege, Nocken, Ringe, die so als Zungen ausgebildet oder mit Zungen versehen sind,
daß durch sie mit Bezug auf den Rohrquerschnitt von der Radialebene in Richtung
und/oder Form abweichende, verlängerte Nähte erzeugt werden. Die Werkzeuge sollen
insbesondere der. art ausgebildet sein, daß schräg, wellen- oder zickzackförmig
verlaufende oder ,aus nut- und federartig ineinandergreifenden inahtbildenden Teilen
bestehende Nähte erzeugt werden. Die Strangpresse gemäß der Erfindung erzeugt also
nicht die bei der bisher üblichen Stumpfschweißung entstehende kürzeste, sondern
:eine
verlängerte Naht, welche an sich jede beliebige Form haben
kann, wenn inur ihre im Rohrquerschnitt erscheinende Linie länger als die kürzeste
Linie zwischen dem Außen-und Innenkreis des Rohres ist.
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Die Abb. i zeigt eine Naht, die an sich geradlinig ist und in der
Richtung durch den Rohrquerschnitt von der üblichen radialen Richtung der Naht abweicht,
indem sie schräg gerichtet ist. Die Naht 4 ist eine schräg überlappte Naht.
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Um eine solche oder anders gestaltete, von der radialen Richtung abweichende
Naht zu erzeugen, werden erfindungsgemäß in den Werkstoffstrom Einsätze innerhalb
der Preßkammer eingebaut, die so gestaltet sind, daß sie den Werkstofffluß wenigstens
einmal trennen und die so entstehenden Stromteile durch eine Zunge zunächst eine
gewisse Wegstrecke voneinander getrennt, aber so führen, daß sich die Stromteile
gegenseitig überdecken, um nach dem Verlassen der Zunge beim Wiederzusammenfließen
eine überlappte Naht zu bilden. Solche Werkzeuge sind also die schon genannten,
die Bleiströme im fTberlappüngsbereich trennenden Speichen, Stege, Nocken oder Ringe
mit die Bleiströme im überlappungsbereich trennenden Zungen. Ein besonderer Vorteil
besteht darin, daß mit solchen Werkzeugen die im Bleistrom etwa vorhandenen Oxyde
oder sonstigen Unrein-Iichkeiten nach Möglichkeit zermalmt und zerrissen werden.
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Die Naht- und Rohrwerkzeuge der Strangpresse gemäß der Erfindung können
aus einem einzigen Stück gearbeitet sein. Die Nahtwerkzeuge können auch in den Preßklotz
eingearbeitet sein. Die Nahtwerkzeuge können aber auch mit dem Preßwerkzeughalter
zusammen aus einem Stück sein. Die Strangpresse gemäß der Erfindung kann in der
Preßkammer einen Einsatz oder mehrere Einsätze als nahtbildende Werkzeuge in der
Gestalt von Ringstücken haben, die zweckmäßig an einem Haltering mit Hilfe von Speichen
angeordnet sind. Die Speichen können auch zwei Ringe miteinander verbinden. Zweckmäßig
werden die Preßstoffströme an ihren etwa schon vor Eintritt in die Preßkammer bzw.
den Einsatz vorhandenen Schweißnähten durch die Nahtwerkzeuge getrennt; dabei kann
der Preßstoff in Ströme möglichst gleicher Wandstärke geteilt werden. Durch solche
Einsätze mit konzentrischen Ringen oder mit nur j einem Ring können auch Rohre erzielt
werden, die aus mehreren oder zwei konzentrischen, miteinander verschweißten Einzelrohren
bestehen und bei denen die Nähte in den einzelnen Rohrein in Richtung des Rohrumfanges
gegeneinander versetzt sind.
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Eine überlappte Naht nach der Abb. i wird z. B. mit dem Werkzeug nach
der Abb. 2 hergestellt. Das Werkzeug besteht aus zwei Ringen 19 -und 20 und
zwei Stegen 2i, Und das Bleirohr bzw. der Kabelmantel hat also zwei überlappte Nähte.
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In den Abb. 3 und 4 ist ein anderes Werkzeug dargestellt. Dieses besteht
ebenfalls aus zwei Ringen 22 und 23 und je einem Steg 24 und 25. Die Stege sind
so geformt, daß sich Nähte ergeben, deren Querschnitte in der Abb.5 dargestellt
sind und bei denen die einzelnen das Rohr bildenden Teile, wie Nut und Feder, ineinandergreifen.
Die Nähte sind mit 26 bezeichnet. Die Abb.4 zeigt einen Querschnitt durch das Werkzeug,
der die Form der nahtbildenden Teile erkennen Läßt.
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Die Abb. 6 zeigt in der Ansicht ein Werkzeug, das zur Herstellung
eines Rohres mit einer einzigen Naht 26 (vgl. Abb. 5) dient. Das Werkzeug besteht
aus zwei konzentrischen Ringen 27 und 28, die durch einem einzigen nahtbildenden
Nockein 29 miteinander verbunden sind.
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Die Abb. 7 und 8 - veranschaulichen ein anderes Werkzeug. Dieses besteht
lediglich aus einem Ring 3o, der auf den Dornhalter 39 (vgl. Abb. i i) aufgesetzt
ist. An diesem Ring ist das nahtbildende Werkzeug befestigt, das aus einem Steg
3 i mit daran angeordnetem Querhaupt 32 besteht. Dieser Einsatz erzeugt ein Bleirohr
mit nur einer einzigen Naht. Die Abb.8 zeigt einen Querschnitt durch das Werkzeug.
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Die Abb.9 und io zeigen ein Werkzeug in Ansicht und Querschnitt zur
Herstellung eines Rohres mit der Naht nach der Abb. i i. Es entsteht also durch
dieses Werkzeug ein aus zwei konzentrischen einzelnen Rohren zusammengesetztes Rohr.
Das Werkzeug hat zwei Ringe 33 und 34 sowie einen dazwischenliegenden Ring 35. Die
Ringe sind sämtlich durch nahtbildende Werkzeuge 36 miteinander verbunden. Es sind
zwei solcher Werkzeugpaare vorhanden. Demnach hat das Rohr auch zwei einander gegenüberliegende
Nähte entsprechend der Abb. i i. Das Blei strömt in Pfeilrichtung.
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Ein Ausführungsbeispiel einer Presse mit Nahtwerkzeugen ist in der
Abb. 12 im Querschnitt schematisch dargestellt. Der Aufnehmer der Presse ist mit
37 und die PreßkammeT mit 38 bezeichnet. Der Dornhalter 39 trägt an seiner Spitze
den Dorn 40. Der Einsatz gemäß der Erfindung ist mit 41 bezeichnet. Beim Ausführungsbeispiel
ist es der in der Abb. 9 dargestellte Einsatz. Die Presse hat eine Heizung 42 und
eine Kühlung 43.
Außerdem ist zur besseren Durchknetung des Preßstoffes ein
Einsatz 44 vor denn Eintritt des Metalles in die Preßkammer angeordnet.
Dieser
Einsatz ist siebartig gestaltet. Damit an dieser Stelle das Blei genügend plastisch
ist, ist eine Heizung 45 vorgesehen. Der Einsatz 44 kann anders ausgebildet sein.
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Ein solches Ausführungsbeispiel ist in der Abb. 13 dargestellt. Der
Einsatz 46 hat oberhalb des Siebes einen für das Preßm,aterial zunächst erweiterten
Durchgang, der bewirkt, daß sich das Preßmaterial an dieser Stelle ausbreiten kann.
Infolgedessen wird das Preßmaterial beim Weiterströmen in die Preßkammer beim Durchgang
durch das Sieb sehr stark zusammengedrückt, wobei der Preßstoff gut durchgeknetet
wird.