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Gebiet der
Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft Gitter für
optische Wellenleiter, insbesondere Gegenstände und Systeme (gemeinsam „Gegenstände"), die ein modenkoppelndes
Wellenleitergitter aufweisen, beispielhaft ein optisches Multiwellenlängen-Kommunikationssystem.
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Allgemeiner
Stand der Technik
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Bei
einer Vielzahl optischer Kommunikationssysteme trägt eine
optische Faser gleichzeitig elektromagnetische Strahlung einer Vielzahl
verschiedener Wellenlängen.
Zu diesen Systemen gehören
Wellenlängenmultiplex(WDM)-Systeme.
In WDM-Systemen ist es zum Beispiel häufig erforderlich, einen Übertragungskanal
auf der Faser hinzuzufügen
und/oder selektiv einen Kanal von Faser zu entfernen. Beide Funktionen
müssen
gewöhnlich
an mehreren Stellen entlang des Übertragungswegs ausgeführt werden,
die gewöhnlich
als Zugangspunkte oder Knoten bekannt sind. Kanäle werden zum Übertragen
hinzugefügt
und am Zielort entfernt.
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Wie
in der Patentanmeldung Seriennummer 08/712 697 offenbart, ist eine
besonders vorteilhafte Hinzufüge/Weglass-Multiplexvorrichtung
eine Vorrichtung komplett aus Faser, die einen Modendiskriminationskoppler
(MDC) und mindestens ein verbessertes Modenkoppelgitter (MCG) aufweist.
MDCs und MCGs sind als solche bekannt . Siehe zum Beispiel US Patent
Nr. 4 828 350 ('350)
bezüglich
MDC und US Patent Nr. 5 104 209 ('209) bezüglich des MCG des früheren Stands
der Technik. Siehe auch US Patent 5 216 739, eine Teilfortsetzung
des Patents '209.
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11 des
Patents '350 offenbart
gemeinsam mit dem dazu gehörenden
Text in den Spalten 13–15
eine Kombination eines MDC (814), „Modensauswähler" bezeichnet und ein
MCG (820, „Gitterreflektor" genannt), Letzteres
wie in US Patent Nr. 4 986 624 beschrieben. Kurz gesagt weist der
Gitterreflektor ein mechanisches Gitter auf, das gegen eine ebene
Fläche
einer entsprechend vorbereiteten optischen Faser gedrängt wird,
so dass das Gitter innerhalb des abklingenden Felds der Faser ist.
Ein derartiger Gitterreflektor hat Nachteile. Er legt zum Beispiel
unerwünschte
Polarisationsabhängigkeit
an den Tag, ist typisch schwer herzustellen und hat aufgrund seiner
nicht integrierten Struktur im Allgemeinen relativ geringe Zuverlässigkeit.
Schließlich
unterliegt er typisch unerwünschten
Reflexionen des Typs, der unten beschrieben wird.
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Gemäß '350, zeigt 11 ein
System, das Licht einer bestimmten Wellenlänge, zum Beispiel λ1, von
Licht mit Wellenlängen λ1, λ2, λN trennt.
Die Erfinder waren daher der Ansicht, dass das System fähig ist,
die Weglassfunktion in einem WDM-Kommunikationssystem mit optischer
Faser auszuführen.
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Das '209-Patent offenbart
Gitter mit Blaze-Bereichen mit optischer Faser, die als Modenwandler
fungieren können,
die beispielhaft LP01-Strahlung einer bestimmten
Wellenlänge λi in LP11-Strahlung der gleichen Wellenlänge umwandeln,
wobei sich die zwei Moden in die gleiche Richtung ausbreiten. Das
Patent offenbart, dass solche „strahlungsübertragende" LP01/LP11-Modenwandler eine komplizierte Spektralantwort
mit vielen Spitzen haben, und dass die Einzelspitzen-Spektralantwort Zwei-Moden-Fasern erfordert,
in welchen der Modus höherer
Ordnung nur einen Modenbestandteil hat. Das Patent '209 lehrt, dass das
mittels einer speziellen Zwei-Moden-Faser verwirklicht werden kann, zum
Beispiel einer Faser, die einen elliptischen Kern hat. Alternativ
wird gelehrt, dass die strahlungsübertragende LP01/LP02-Modenumwandlung, wobei LP02 ein
Einzelmodus ist, Einzelspit zenantwort bereitstellen kann. Die Gitter
des Patents '209
werden gebildet durch linienweise Exposition der Faser mit W-Strahlung
durch einen Schlitz in einer Maske. Der Schlitz war 12 μm breit und
mit einem Winkel θ im
Bereich von 2 bis 3° zu
der Faserachse abgewinkelt. Die Gitter waren daher (strahlungsübertragende)
Langperioden-Gitter mit Blaze-Bereich.
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Wie
von den Erfindern des Patents '209
beobachtet wurde, hatte der strahlungsübertragende LP01/LP11-Modenwandler dieses Patents eine komplizierte
Wellenlängenspektralantwort.
Das wurde verursacht, weil zwei entartete Komponenten des LP11-Modus unterschiedlich koppeln. Eine solche Antwort
würde die
Nützlichkeit
eines Modenwandlers in einem WDM oder anderen Multiwellenlängensystem
schwer beeinträchtigen.
Die von den Erfindern des Patents '209 vorgeschlagenen Lösungen,
insbesondere der Gebrauch von Faser mit elliptischem Kern oder der
Gebrauch eines LP01/LP02-Modenwandlers
haben Nachteile. Eine solche elliptische Faser ist zum Beispiel
nicht allgemein verfügbar
und wäre
auf jeden Fall teuer, und ein LP01/LP02-MCG ist in einem Multiwellenlängensystem
typisch weniger nutzbringend als ein LP01/LP11-MCG, weil die größere Anzahl von Moden typisch
zu zusätzlichen
Reflexionen an anderen Wellenlängen
führt.
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Daher
besteht in optischen Multiwellenlängen-Wellenleitersystemen ein
Bedarf für
ein relativ kostengünstiges
MCG, das die Nachteile der MCGs des früheren Stands der Technik nicht
aufweist. Ein solcher Bauteil hätte
in der Tat eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten in optischen Wellenleitersystemen.
Diese Anmeldung offenbart ein solches MCG.
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R.
Kashyap et al., Electronics Letters, Band 29(2), Seite 154 (Januar
1993) offenbart einen Erbium-dopierten optischen Faserverstärker, der
ein Gitter mit Blaze-Bereichen in Einzelmodenfaser als wellenlängenselektives
Dämpfungselement
verwendet.
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C.-X.
Shi et al., Optical Letters, Band 17(23), Seite 1655 (Dezember 1992)
gibt theoretische Ergebnisse für
ein LP01/LP02-Reflexions-Modenkoppelgitter.
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T.
Erdogan et al., J. Optical Society of America, Band 13(2), Seite
296 (Februar 1996) stellt eine Übersicht über Gitter
mit Blaze-Bereichen in Einzelmodenfaser bereit.
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Das
US Patent 5 048 913 offenbart ein optisches Wellenleiter-Modendiskrimenationsfilter,
das ein Gitter ohne Blaze-Bereiche aufweist.
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Glossar und
Definitionen
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Die
Raummodi des elektromagnetischen Felds in einem optischen Wellenleiter
werden hier in der herkömmlichen
Art bezeichnet. Zum Beispiel werden die Raummodi in einer herkömmlichen
(das heißt
kreisförmig
symmetrischen) optischen. Faser als LP01,
LP11, LP02, ...
bezeichnet, wobei LP01 der Grundmodus ist,
LP11 der erste Modus höherer Ordnung, usw.
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Die
Modi in Wellenleitern, die keine (kreisförmig symmetrischen) optischen
Fasern sind (zum Beispiel ebene Wellenleiter) werden bei Bedarf
ebenfalls in herkömmlicher
Weise bezeichnet.
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Zum
Erleichtern der Darlegung wird der LP01-Modus „(0,1)" genannt, der LP11-Modus wird „(1,1)" genannt, und im Allgemeinen wird der LPm,n-Modus (m ≥ 0, n ≥ 1) „(m,n)" genannt.
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Die
hier betroffene elektromagnetische Strahlung wird häufig als „Licht" bezeichnet, obwohl die
Strahlung typisch Infrarotstrahlung ist. Das gilt bloß zur Erleichterung
der Darlegung und bedeutet keine Wellenlängeneinschränkung.
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Unter „optischem
Koppeln" zwischen
zwei Raummodi, zum Beispiel (0,1) und (m,n) bei einer gegebenen
Wellenlänge
(zum Beispiel λi), versteht man hier die maximal mögliche Menge
an Koppeln zwischen den Modi für
eine gegebene periodische Indexmodulation.
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Kurzdarstellung
der Erfindung
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Die
Erfindung wird in Begriffen beschrieben, die für einen bestimmten Typ optischer
Wellenleiter geeignet ist, nämlich
herkömmliche
optische Faser. Der Fachmann versteht jedoch, dass die Erfindung nicht
auf solche optische Faser beschränkt
ist, sondern leicht in anderen Leitungsstrukturen umgesetzt werden
kann, zum Beispiel in planaren Wellenleitern, die einen im Wesentlichen
rechteckigen Kernquerschnitt haben. Solche Wellenleiter haben typisch
optische Eigenschaften, die polarisationsabhängig sind (das heißt, die
von der Ausrichtung des elektrischen Feldvektors abhängen). Ein
solcher Wellenleiter hat einen Grundmodus, der symmetrisch ist (bezeichnet mit
TX00, wobei X = E oder M, je nach Polarisation) sowie
Modi höherer
Ordnung (zum Beispiel TE01 oder TM01). Meine Erfindung gilt direkt für eine solche
Wellenleiterstruktur, da die Probleme und Lösungen für die Modenumwandlung in einer
solchen Wellenleiterstruktur im Wesentlichen die gleichen sind wie
im Fall der optischen Faser, unten detailliert beschrieben.
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Ich
habe einen signifikanten Nachteil von zumindest herkömmlichen
MCGs zum Koppeln eines geradzahligen und ungeradzahligen Raummodus
eines optischen Wellenleiters, beispielhaft einer optischen Faser
entdeckt. Solche MCGs haben fast notwendigerweise für effizientes
Koppeln ein Gitter mit Blaze-Bereichen. Der Nachteil zeigt sich
in WDM-Systemen (allgemeiner in MCGs, die während des Betriebs elektromagnetischer
Strahlung mit zwei oder mehr relativ nah beabstandeten Wellenlängen ausgesetzt
sind), und ist in der Lage, den Gebrauch der ansonsten vorteilhaften
MCGs in solchen Multiwellenlängensystemen
undurchführbar
machen.
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Ich
habe beobachtet, dass die Gegenwart von Strahlung mehrerer Wellenlängen (zum
Beispiel λ1, λ2, ... λN, N ≥ 2
) in einem relativ knappen Wellenlängenbereich Δλ (beispielhaft ≤ λ1/100)
in einem MCG zu zusätzlichem
und unerwünschtem
Modenkoppeln führen
kann. Ein Gitter mit Blaze-Bereichen mit einem bestimmten Grundmaß Λ und Blaze-Winkel θ kann das
gewünschte
Koppeln zwischen den Modi (0,1) und (1,1) bei einer vorausbestimmten
Wellenlänge λi erleichtern,
aber auch unerwünschtes Koppeln
zwischen Vorwärts-
und Rückwärtsausbreitmodi
(0,1) (das heißt
Reflexion) bei λj (i nicht gleich j, sowohl i als auch j
in 1, 2, ...N). Eine solche Situation wäre typisch zum Beispiel in
einem WDM-Kommunikationssystem nicht akzeptabel.
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Ich
habe nicht nur ein anscheinend früher nicht erkanntes Problem
erkannt, sondern auch eine Methode gefunden, um das Problem zu überwinden, wie
detailliert unten beschrieben.
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In
einem allgemeinen Aspekt ist die Erfindung in einem neuartigem MCG
mit Blaze-Bereichen umgesetzt, das beim Exponieren mit dem erforderlichen
Licht nicht nur effizientes Reflexionskoppeln des (0,1) Raummodus
und Raummodus (m,n) höherer
Ordnung, vorteilhaft (1,1) bei λi veranlasst, aber auch relativ niedrige
(im Wesentlichen wünschenswert
keine) Reflexion von (0,1) bei jeder Wellenlänge λj innerhalb
des Spektralbereichs Δλ, der λi enthält.
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Genauer
genommen wird die Erfindung in einem Gegenstand umgesetzt, der einen
optischen Wellenleiter hat, der Licht mit mindestens zwei Wellenlängen (λi und λj)
in einem Spektralbereich mit Spektralbreite Δλ leiten kann. Der optische Wellenleiter
umfasst eine Länge
von optischem Multimoden-Wellenleiter (beispielhaft Doppelmodus).
Der Multimoden-Wellenleiter umfasst ein Gitter mit Blaze-Brechzahl
und Grundmaß Λsowie Blaze-Winkel θ, wobei Λ und θ so gewählt sind,
dass das Gitter das Koppeln zwischen dem Modus (0,1) und Modus (m,n) veranlasst,
beispielhaft (1,1) bei λi.
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Signifikant
ist das Gitter mit Blaze-Bereichen ein Gitter mit Brechzahl kurzer
Periode, wobei Λ < 1 μm, θ größer θo, wobei θo der Blaze-Winkel ist, der das optimale
Koppeln zwischen dem Modus (0,1) und Modus (m, n) für Licht
der Wellenlänge λi bereitstellt,
und θ ferner
so gewählt
wird, dass das Gitter im Wesentlichen (zum Beispiel bei zumindest
50%) weniger, vorzugsweise keine (zum Beispiel mindestens 90% weniger)
Reflexion des Grundmoduslichts der Wellenlänge λj verursacht als von einem ansonsten identischen
Vergleichsgitter mit θ = θo verursacht wird. Es ist klar, dass erfindungsgemäße Gitter
reziproke Elemente sind, das heißt, dass sie sowohl (0,1) mit
(1,1) als auch (1,1) mit (0,1) koppeln können.
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Der
Spektralbereich der Breite Δλ ist der Spektralbereich,
in dem unerwünschte
Reflexionen von Bedeutung sind. In den meisten Fällen Δλ ≤ λi/100
(λi ist eine beliebige der Wellenlängen in Δλ). In einer
Doppelmoden-Faser mit einer Zusammensetzung, die mit der der herkömmlichen
Kommunikationsfaser vergleichbar ist, kann Δλ etwa 2 nm betragen, aber in
Spezialfiltern kann es so groß sein
wie 10 nm bei 1550 oder 1300 nm.
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Von
erfindungsgemäßen MCGs
wird erwartet, dass sie in vielen Fällen nutzbringend sein werden,
die Exposition eines MCG mit Licht mit zwei oder mehreren Wellenlängen bedingen,
die natürlich aber
auch in Einzelwellenlängensystemen
verwendet werden können.
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Kurzbeschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
eine Phasenabstimmbedingung für
einen strahlungsübertragenden
Modenwandler des früheren
Stands der Technik,
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2–3 zeigen
Phasenabstimmbedingungen für
erfindungsgemäße Reflexions-MCGs,
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4a–h
zeigen Daten genormter Übertragung
durch nominal identische (mit Ausnahme von θ) Reflexions-MCGs als Funktion
der Wellenlänge
für verschiedene
Werte von θ,
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5 präsentiert
beispielhafte Daten zu der integrierten Reflexions-Kopplungskonstante
(ICCR) und integrierten Modenumwandlungs-Kopplungskonstante
(ICCMC) als Funktion des Blaze-Winkels,
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6 zeigt
die Daten der 5 als ICCMC/ICCR vs. θ,
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7 veranschaulicht
schematisch Aspekte eines MCG,
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8 bildet
schematisch einen relevanten Abschnitt eines Kommunikationssystems
mit optischer Faser ab, das ein erfindungsgemäßes MCG enthält,
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9 und 10 zeigen
schematisch jeweils beispielhafte optische Wellenleitersysteme,
die ein erfindungsgemäßes MCG
aufweisen, und
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11 zeigt
schematisch ein beispielhaftes komplexes Übertragungsspektrum eines wellenlängenabhängigen Dämpfungselements
für erfindungsgemäßes MCG.
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Detaillierte
Beschreibung
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1 veranschaulicht
das Funktionskonzept des strahlungsübertragenden MCG des früheren Stands
der Technik des Patents '209.
Wie gut bekannt, ist die Ausbreitungskonstante βmn eines
Modus (m,n) gleich 2πneff/λ,
wobei neff der effektive Brechungsindex
des Modus (m,n) ist und λ die
Wellenlänge.
Die Menge 2π/Λ der 1 entspricht β01–β11- Das
bestimmt das Grundmaß des
Gitters, das Strahlungsübertragungs-Umwandlung
(0,1)/(1,1) bereitstellt. Der effektive Brechungsindex eines gegebenen
Raummodus bei einer gegebenen Frequenz kann leicht mittels eines
bekannten Algorithmus umgewandelt werden. Siehe zum Beispiel T.
Lenahan, Bell System Technical Journal, Band 62, Seite 2663 (1983).
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2 veranschaulicht
das Konzept des erfindungsgemäßen MCG.
Das Grundmaß des
Gitters wird so gewählt,
dass (2π/Λ) = β01 + β11,
wobei die Ausbreitungskonstanten wie oben bestimmt werden. In beiden
Fällen
wird eine vorausbestimmte Wellenlänge angenommen. Positives β gilt für Lichtausbreitung
in eine Richtung, und negatives β für Lichtausbreitung
in die entgegengesetzte Richtung.
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3 veranschaulicht
das Konzept des erfindungsgemäßen Reflexions-MCG
in dem Fall der Exposition des Gitters mit zwei unterschiedlichen Wellenlängen λi und λj innerhalb
von Δλ. Parameter ohne
Strichindex beziehen sich auf λi, Parameter mit Strichindex auf λj.
In 3 wird angenommen, dass β01 + β11 =
2β'01.
Daher ist 2π/Λ = 2π/Λ', und das Gitter mit
dem Grundmaß Λ veranlasst
nicht nur Reflexions-Intermodenkoppeln zwischen β01 und
-β11 bei λi, sondern auch Reflexionskoppeln bei λj zwischen β'01 und
-β'01.
Wie der Fachmann versteht, wird die Bedingung β01 + β11=
2β'01 typisch
für herkömmliche
Wellenleiter erfüllt,
wenn sowohl λi als auch λj in
dem Wellenlängenbereich Δλ sind. Daher
kann man erwarten, dass die beschriebene, unerwünschte und unbeabsichtigte
Reflexion bei einer unterschiedlichen Wellenlänge in den meisten, wenn nicht
allen Multiwellenlängensystemen
auftritt und eventuell herkömmliche
MCGs in vielen WDM und anderen optischen Multiwellenlängensystemen
inakzeptabel macht.
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Glücklicherweise
und überraschend
habe ich festgestellt, dass für
ein Gitter mit einem Grundmaß Λ in einer
gegebenen Multimoden-Faser im Wesentlichen immer ein Blaze-Winkel θ existiert,
der nicht nur effiziente (obwohl allgemein nicht optimale)(0,1)/(m,n)-Kopplung
bei λi ergibt, sondern auch niedrige (möglicherweise
und vorzugsweise im Wesentlichen gleich Null)(0,1)-Reflexion bei λj ergibt. Der
Blaze-Winkel θ ist
im Allgemeinen größer als θo, der Blaze-Winkel eines ansonsten identischen
Vergleichsgitters, das bei λi ohne Berücksichtigen des Koppelns bei λj optimales
Koppeln ergibt.
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Das
erfindungsgemäße Reflexions-MCG
leidet nicht wesentlich an der komplizierten Spektralantwort des Übertragungsmodenwandlers
des früheren
Stands der Technik. Bei Letzterem ergeben kleine Variationen der
Ausbreitungskonstante βmn (wie sie aus der Modusentartung hervorgehen,
wie von (1,1) gezeigt), eine relativ große Änderung in der Phasenabstimmbedingung
(das heißt
in Λ = 2π/(β01 – ßmn)), während
kleine Variationen von βmn in einem erfindungsgemäßen Reflexions-MCG zu relativ
kleinen Änderungen
in der Phasenabstimmbedingung führen (das
heißt
in Λ = 2π(β01 + βmn)).
Spezifisch sind in einem erfindungsgemäßen Reflexions-(0,1)/(1,1)-MCG
die Schwankungen aufgrund von (1,1)-Modusentartung typisch so klein,
dass sie fast nicht erkennbar sind.
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Ein
weiteres vorteilhaftes Merkmal der erfindungsgemäßen Reflexions-MCGs ist ihre
relativ starke Wellenlängenabhängigkeit,
die eine scharfe Spektralantwort bieten kann, die das Unterscheiden
zwischen knapp beabstandeten (~1 nm) Kanälen erleichtern kann, wie zum
Beispiel in WDM-Kommunikationssystemen. Die starke Wellenlängenabhängigkeit
ist eine Folge der Abhängigkeit
der Phasenabstimmbedingung von der Summe der zwei relevanten Ausbreitungskonstanten.
Andererseits hängt
die Phasenabstimmbedingung des (strahlungsübertragenden) Modenwandlers
des früheren
Stands der Technik von dem Unterschied zwischen den zwei relevanten
Ausbreitungskonstanten ab und ist typisch relativ schwach wellenlängenabhängig.
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Erfindungsgemäße Reflexions-MCGs
sind auch wesentlich frei von den oben genannten Nachteilen der
Reflexionsgitter von '624.
Zum Beispiel ist das erfindungsgemäße MCG im Wesentlichen polarisationsunabhängig und
ist eine leicht herzustellende, robuste integrierte Struktur, die
hohe Zuverlässigkeit bereitstellen
kann. Schließlich
sind die erfindungsgemäßen MCGs
definitionsgemäß im Wesentlichen
frei von unerwünschten
Reflexionen, die ein Merkmal der Vorrichtungen des früheren Stands
der Technik sind.
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Obwohl
es zumindest prinzipiell möglich
ist, den geeigneten Wert des Blaze-Winkels θ durch Berechnung zu bestimmen
(beispielhaft durch Gebrauch der Lenahan-Methode, op.cit.), findet man den geeigneten
Blaze-Winkel derzeit
typisch vorteilhafterweise durch ein Verfahren aufeinander folgender
Approximationen, veranschaulicht durch die 4a bis
h. Der Hauptgrund dafür,
dass sukzessive Approximation von θ zum Bestimmen von θ durch Berechnung
vorgezogen wird, besteht in den im Wesentlichen unvermeidlichen
Herstellungsmängeln, zum
Beispiel Gittermängeln
(zum Beispiel kleine Variationen im Brechungsindexunterschied Δn über den Kern),
die sich relativ stark auf θ auswirken
können, die
bestenfalls jedoch schwierig quantitativ zu bestimmen und in der
Berechnung von θ zu
berücksichtigen
wären.
Ein derzeit bevorzugter praktischer Ansatz umfasst das Berechnen
(oder Schätzen)
eines Ausgangs-Blaze-Winkels
(zum Beispiel von θo), gefolgt vom experimentalen Bestimmen
(zum Beispiel durch Herstellen einer Reihe von Gittern mit steigendem
Blaze-Winkel und Messen der Spektraleigenschaften der Gitter) des
entsprechenden θ.
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Die 4a–h
veranschaulichen die Entwicklung des genormten Übertragungsspektrums beispielhafter
Gitter in Doppelmoden-Faser als Funktion des Blaze-Winkels. Die
Faser war eine Doppelmoden-Germano-Silikatfaser mit Δn = 0,51
und Grenzwellenlänge
1750 nm. Die Gitter waren nominal identisch mit der Ausnahme des
Blaze-Winkels, mit
im Wesentlichen identischer Gitterlänge und Gesamt-UV-Exposition
für alle
Gitter. Die Kurzwellen-Breitbanddämpfung ist die bekannte Strahlungsmodendämpfung,
die in allen UV-induzierten Bragg-Gittern vorliegt. Der Langwellenlängen-Einbruch
in den Spektren entspricht der Reflexions-Modenumwandlung (0,1)/(0,1),
und der Einbruch bei Zwischenwellenlängen entspricht der Reflexionsumwandlung
(0,1)/(1,1). Die feine Struktur, die man auf der Kurzwellenlängenseite
jeder der Reflexionen erkennt, sind Fabry-Perot-Resonanzen, die,
wie der Fachmann weiß,
durch entsprechende Apodisation des Gitters über seine Länge verringert oder eliminiert
werden können. 4a–h
zeigen klar, das θo für das
beispielhafte Gitter etwa 3,5° beträgt, und
dass θ =
6,5° im
Wesentlichen komplettes Eliminieren der Reflexionsumwandlung (0,1)/(0,1)
bereitstellt.
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5 zeigt
beispielhafte Daten zu Kopplungsstärken als eine Funktion des
Blaze-Winkels für eine
Vielzahl von Gittern in der Faser unter Gebrauch der Expositionsbedingungen
der 4. Die integrierte Reflexions-Kopplungskonstante (ICCR)
(Kurve 50) betrifft die (0,1)/(0,1)-Kopplungsstärke, und
die integrierte Modenumwandlungs-Kopplungskonstante (ICCMC) (Kurve 51) betrifft die (0,1)/(1,1)-Kopplungsstärke. Wie
leicht zu erkennen ist, tritt maximale (ICCMC)
bei einem Wert von θ kleiner
als der Wert auf, der die minimale ICCR bereitstellt.
Die Kopplungskonstanten werden herkömmlich mittels der Gleichung ICC
= tan–1(R1/2) bestimmt, wobei R das maximale Reflexionsvermögen eines
Gitters ist.
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6 zeigt
die Daten der 5 in Form des Verhältnisses
ICCMC/ICCR gegenüber θ. Die Figur veranschaulicht
die Tatsache, dass die Diskrimination gegen (0,1)/(0,1)-Reflexion
stark vom Blaze-Winkel abhängt,
wobei sich ein bloßer
0,1°-Wechsel
in dem Blaze-Winkel signifikant auf die Stärke der Kopplung (0,1)/(0,1)
auswirkt. Wie der Fachmann erkennt, hängt die genaue Form der Kurve 51 und
insbesondere der Kurve 50 von dem Faserdesign und der Wellenlänge ab.
Es wird jedoch erwartet, dass die ungefähre Form der Kurve der 6 weitgehend für optische
Fasern anwendbar ist. Ähnliche
Kurven findet man für
andere optische Wellenleiter.
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7 stellt
schematisch ein beispielhaftes erfindungsgemäßes MDC dar, wobei das Bezugszeichen 70 eine
optische Doppelmoden-Faser bezeichnet, die beispielhaft einen Ge-dopierten
Siliziumdioxidkern umgeben von Siliziumdioxidmantel hat, und das
Bezugszeichen 71 das Gitter mit Blaze-Brechzahl bezeichnet.
Das Gitter ist herkömmlich
durch einen Satz grundlegender Querlinien angezeigt. Das bedeutet
nicht, dass Brechungsindexvariationen in dem Fasermantel existieren. 7 zeigt
auch die Gitterwiederholungsentfernung Λ und den Blaze(oder Neigungs-)
Winkel θ an.
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8 stellt
schematisch einen relevanten Abschnitt eines beispielhaften optischen
Wellenleitersystems dar, das ein erfindungsgemäßes MCG aufweist, wobei das
MCG als wellenlängenabhängiges Dämpfungselement
dient. (0,1)-Licht mit den Wellenlängen λ1, λ2,
... λN breitet sich durch eine Einzelmoden-Faser 81 zur
Doppelmoden-Faser 83 aus, wobei
ein Bruchteil x von (0,1)λ1-Licht von dem Gitter 84 mit Blaze-Bereichen
als (1,1)λ1 reflektiert wird. Das reflektierte Licht
befindet sich daher in einem ungeradzahligen Raummodus mit Null
Netzüberlappen mit
dem geradzahligen Raummodus der Einzelmoden-Faser 81, und
hat daher im Wesentlichen kein Koppeln mit dieser Faser und geht
aus der Faser innerhalb einer Entfernung von Zentimetern verloren. Die
Einzelmoden-Faser 82 wird zu der Doppelmoden-Faser gespleißt und empfängt im Wesentlichen ungedämpftes (0,1)-Licht
der Wellenlängen λ2 ... λN sowie
den übrig bleibenden
Bruchteil (1-x) von (0,1) λ1. Der Bruchteil x an reflektiertem Licht
lässt sich leicht
durch die Auswahl der Gitterstärke
steuern.
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9 zeigt
schematisch ein beispielhaftes optisches Wellenleitersystem, das
ein erfindungsgemäßes MCG
aufweist.
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Kommunikationssysteme
mit optischer Faser mit co- und gegengepumptem optischen Faserverstärker sind
bekannt, darunter Systeme, die getrennte Laserdioden für Co- und
Gegenpumpen verwenden. Das ist im Prinzip eine sehr wünschenswerte
Anordnung, insbesondere für
Verstärker
mit optischer Faser mit hoher Ausgangsleistung. Die Anordnung unterliegt
jedoch Mode-Schwebungs-Instabilitäten in der Wellenlänge und
Intensität
der Pumplaser und daher des Verstärkerausgangs aufgrund von Pump-Nebensprech-Problemen
aufgrund nicht absorbierter Pumpstrahlung von einem Pumplaser in Wechselwirkung
mit dem anderen Pumplaser. Die herkömmliche Lösung für dieses Problem ist das Bereitstellen
optischer Isolatoren, typisch zwischen Pumplasern und den jeweiligen
Faserkopplern. Optische Isolatoren haben jedoch signifikante Einfügungsdämpfung und
sind relativ kostspielig. Eine vorteilhaftere Lösung wird mittels MCGs bereitgestellt,
wie schematisch in 9 gezeigt, wobei sich das Bezugszeichen 90 auf
ein WDM-Kommunikationssystem mit optischer Faser (Wellenlängen λ1, λ2 ... λN)
mit co- und gegengepumpten Optikfaserverstärker bezieht. Die Bezugzeichen 91–94 beziehen sich
jeweils auf einen Multiwellenlängensender,
Multiwellenlängenempfänger, herkömmliche
optische Einzelmoden-Übertragungsfaser
und Verstärkerfaser
(zum Beispiel Er-dopierte Faser). Das Bezugszeichen 95 bezieht
sich auf herkömmliche
Faserkoppler (häufig „WDMs" genannt), 96 und 97 auf
Diodenpumplaser (jeweils Wellenlängen λp1 und λp2),
und 98 und 99 beziehen sich auf erfindungsgemäße MCGs.
Die Pumpwellenlängen λp1 und λp2 sind
knapp beabstandet (zum Beispiel ~1 nm) aber unterschiedlich. MCG 98 gibt λp1-Strahlung
zu der Verstärkerfaser
mit minimaler Dämpfung,
bietet aber hohe Strahlungsübertragungs-Dämpfung für λp2-Strahlung,
die sich zu dem Laser 96 ausbreitet, und MCG 99 funktioniert analog.
Die MCGs vermeiden daher Wechselwirkung zwischen Lasern.
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Die
MCGs werden vorteilhafterweise wie oben angegeben aufgrund ihrer
Fähigkeit
benutzt, eine hohe Strahlungsübertragungs-Dämpfung (zum Beispiel
T < –20 dB)
mit minimaler Rückreflexion (zum
Beispiel R < –20 dB)
bei einer Wellenlänge (zum
Beispiel λp1) mit minimalem Einfügungsdämpfen (zum Beispiel < 0,2 dB) bei knapp
beabstandeten (zum Beispiel ~1 nm) unterschiedlichen Wellenlängen (zum
Beispiel λp2) zu bieten. Daher können sich λp1 und λp2 innerhalb
von etwa 1 nm der Wellenlänge befinden,
die optimale Verstärkerleistung
ergibt. Das kann für
zumindest einige Optikfaserverstärker
ein signifikanter Vorteil sein, zum Beispiel für Verstärker mit starker Spektralabhängigkeit
von der Absorption. Es ist klar, dass das System 90 nicht
unbedingt ein WDM-System
ist, und dass die MCGs vorteilhaft auch in einem Einzelkanalsystem
verwendet werden können.
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10 stellt
schematisch ein beispielhaftes Optikfaserkommunikationssystem 100 mit
Doppelstufenoptikverstärker
mit wellenlängenabhängigen MCG-Dämpfungselement 103,
das zum Verstärkungsabflachen
bereitgestellt ist, dar. Gleiche Bezugszeichen in 9 und 10 beziehen
sich auf gleiche Merkmale. Die Bezugszeichen 101 und 102 beziehen
sich auf erste und zweite Optikverstärkerstufen. Nach Wunsch könnten MCGs,
die den Elementen 98 und 99 der 9 entsprechen,
jeweils in Fasern 104 und 105 eingefügt werden.
Typisch ist es wünschenswert,
einen optischen Isolator zwischen Stufen des Verstärkers bereitzustellen,
um ASE-Verstärkung
zu vermeiden. Beispielhaft ist ein Isolator (nicht gezeigt) zwischen
die Elemente 101 und 103 in 10 eingefügt.
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Wie
gut bekannt, haben optische Faserverstärker (zum Beispiel Er-dopierte
Faserverstärker)
typisch keine flache Verstärkung über den
betreffenden Spektralbereich, und Verstärkungsabflachungselemente wie
zum Beispiel geneigte Bragg-Gitter, Langperioden-Gitter oder Dünnfilmfilter
werden häufig
bereitgestellt.
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Ich
habe festgestellt, dass eines oder mehrere erfindungsgemäße MCGs
vorteilhaft zum Abflachen der Verstärkung eines (Einzel- oder Multistufen)-Optikfaserverstärkers verwendet
werden können.
Wenn das Verstärkungsspektrum
eines Verstärkers
scharfe Spektralmerkmale hat, kann ein wie oben beschriebenes MCG-Dämpfungselement
vorteilhaft verwendet werden, da ein solches Dämpfungselement eine schärfere (zum
Beispiel ~1 nm) Spektralantwort geben kann, die typisch mit den
Verstärkungsabflachungselementen
des früheren Stands
der Technik erreichbar ist. Andererseits kann ein Chirp-MCG (das
heißt
ein MCG, das axial variierende Gitterbeabstandung Λ(z) hat,
wobei z die axiale Koordinate ist) mit oder ohne axial modulierte
Stärke
der Gitterelemente (das heißt
periodische Spitzen-zu-Talpunkt Brechungsindexwechsel Δn = Δn(z)) ein
komplexes Übertragungsspektrum
mit Variationen über
einen relativ breiten Spektralbereich haben (zum Beispiel mehrere
Zehner nm). Durch die entsprechende Auswahl der Gitterparameter,
darunter Λ(z)
und Δn(z)
ist es möglich,
ein wellenlängenabhängiges Dämpfungselement
MCG mit einem Übertragungsspektrum
bereitzustellen, das im Wesentlichen das Umgekehrte des Verstärkerverstärkungsspektrums
ist, so dass der Verstärkerausgang
eine breitere Spektralregion gleichförmiger Verstärkung hat.
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11 stellt
schematisch ein beispielhaftes Verstärkerverstärkungsspektrum 110 und
ein beispielhaftes Übertragungsspektrum 111 eines
indexmodulierten MCG mit entsprechendem Chirp dar.
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Beispiel
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Eine
Doppelmoden-Germano-Alimin-Silikat-Faser mit Δn = 0,044 und Grenzwellenlänge 1750 nm
wurde durch Laden der Faser mit 2,8 mol % molekularem Deuterium
in herkömmlicher
Art photoempfindlich gemacht. Die Faser wurde durch eine Phasenmaske
während
142 Sekunden mit einem 3 mm × 0,6
mm FWHM Gauß'schen Strahl von
einem frequenzverdoppelten Excimer-Pump-Farbstofflaser exponiert.
Der Laserausgang betrug 30 Hz mit 242 nm mit einer Fluenz von 25
mJ/Impuls/cm2, mit dem 3 mm-Strahlmaß gefluchtet
mit der Achse der Faser. Die Null-Ordnungs-nullierte Phasenmaske
hatte eine Periode von Λo von 0,903 μm mit einem Neigungswinkel θ der Gitterlinien,
der in aufeinander folgenden Schritten von senkrecht zu der Faserachse
bis 8° zu der
Faserachse variiert wurde. Die Übertragungsspektren
der jeweiligen Gitter wurden herkömmlich bestimmt und ergaben
die in 4a–h gezeigten Ergebnisse. Anhand
aufeinander folgender Messungen wird erstellt, dass der optimale
Gitter-Blaze-Winkel für
die jeweilige Faser und den Wellenlängenbereich etwa 6°15' betrug. Innerhalb
der Reproduzierbarkeit der Faserpositionierung variierte die periodische
Indexvariation, die entlang der Länge der Faser geschaffen wurde,
mit dem Maskenneigewinkel θ gemäß Λ = Λo/cosθ. Das Gitter
erbringt die erwartete Leistung, darunter (0,1)/(1,1)-Koppeln.