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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Wesentlichen durch radikalische
Reaktion initiierte thermisch vernetzte Polysaccharidderivate, die
vor Vernetzung keine polymerisierbaren funktionellen Gruppen enthielten und
die als Trägermaterialien
für die
chromatographische Trennung von Enantiomeren verwendet werden.
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In
Anal. Methods and Instrumentation, Band 1 (1993), 23, beschreiben
K. Kimata et al. die Herstellung eines chiralen Trägermaterials,
das in Lösemitteln
stabil ist und das durch Polymerisieren von Cellulosevinylbenzoat
erhalten wird. Die stationären
Phasen, die chemisch gebunden sind und aus Cellulose bestehen, wurden
mit nicht polymerisierten analogen Phasen bezüglich chiraler Selektivität und Stabilität gegenüber Lösemitteln
verglichen und es wurde beobachtet, dass bei der chemisch gebundenen
Cellulose die Stabilität
gegenüber
organischen Lösemitteln
verbessert und die chirale Selektivität etwas verringert war.
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In
J. Liquid Chromatogr. 18 (1995), 1521, beschreiben C. Oliveros et
al. stationäre
Phasen aus Cellulosederivaten, die 10-Undecenoylseitenketten enthalten
und die an einem Träger
immobilisiert sind. Die erhaltenen chiralen stationären Phasen
können
beispielsweise an Trägern,
z. B. Silicagel, immobilisiert werden und wurden gegenüber herkömmlichen
Lösemitteln
resistent, so dass das in dieser Arbeit verwendete Immobilisierungsverfahren
bereits auf dem einschlägigen
Fachgebiet (z. B.
US
1 690 620 A ) offenbart worden war.
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Die
DE 24 22 365 A beschreibt
Polymere, die sich zur Photopolymerisation eignen und die anhydridhaltige
Gruppen aufweisen. Diese Polymere werden durch mechanisch aktives
Licht in resistente Substanzen umgewandelt, die sich zur Verwendung
als Schutzdruckzusammensetzung oder in anderer Weise zur Herstellung
von Schutzdruckschablonen für
Druckplatten eignen. Eine Verwendung als Trägermaterial für chromatographische
Trennungen von Entantiomeren ist nicht erwähnt.
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In
J. Appl. Polymer Sci, Band 15 (1971), 1743, beschreiben N. R. Bertoniere
et al. Baumwolltücher,
die als Substituenten Cinnamoylreste enthalten, die bei Bestrahlung
mit Licht einer speziellen Wellenlänge (2573A) zuerst isomerisieren
und anschließend
dimerisieren, wobei Derivate von Truxinsäure und Truxinsäure erhalten
werden, wobei die photochemische Reaktion jedoch hauptsächlich lediglich
auf der Oberfläche
des Gewebes stattfindet.
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Die
beiden US Patente
US
2 682 481 A und
US
2 682 482 A beschreiben Verfahren, wie lösliche Kohlenhydrate,
insbesondere Cellulosederivate, an die ungesättigten funktionellen Gruppen
gebunden sind, durch Erwärmen
mit Peroxidkatalysatoren und Dimerisierung oder weitere Vernetzung
unter Bildung von Formgegenständen
mit einer unlöslichen
Oberfläche
umgewandelt werden können.
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In
einem Papier vom Staatlichen Forschungsinstitut für makromolekulare
Chemie, Freiburg im Breisgau [State Research Institute for Macromolecular
Chemistry] (1957), 233, beschreiben H. Engelmann et al. ein Syntheseverfahren
für Cellulosetricrotonat
und Celluloseacetocrotonate und die Reaktion dieser Produkte bei Vernetzung
mit Sauerstoff oder Licht und die Additionsreaktion mit Halogen
und Diaminen. Es ist erwähnt,
dass alle gebildeten Produkte, selbst die, die sehr wenig Crotonyl
enthalten, in organischen Lösemitteln
unlöslich wurden.
Es findet sich jedoch keine Erwähnung
einer Eignung als Trägermaterial
für chromatographische Trennungen
von Entantiomeren.
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In
Journal of Chromatography A, 728 (1996), Seiten 407 bis 414, werden
stationäre
Phasen aus Polysaccharidderivaten durch Vernetzen von 10-Undecenoylseitenketten
mit Allylsiliciumdioxid hergestellt, wobei die Selektivität dieser
Phasen in den meisten Fällen
durch Einführen
der 10-Undecenoylseitenketten verringert wird.
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Die
FR 2 714 671 A beschreibt auch stationäre Phasen von Polysaccharidderivaten,
die notwendigerweise ungesättigte
Seitenketten, beispielsweise eine 10-Undecenoylseitenkette enthalten
müssen,
so dass eine geeignete Immobilisierung erfolgen kann. In diesem
Fall muss auch eine mehrstufige Synthese vor der Immobilisierung
durchgeführt
werden, um die 10-Undecenoylgruppe einzuführen, übereinstimmende Ergebnisse
können
jedoch lediglich unter Schwierigkeiten erhalten werden und die Selektivität der stationären Phase ist
in den meisten Fällen
verringert.
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Die
WO 97 04 011 A betrifft im Wesentlichen photochemisch vernetzte
Polysaccharidderivate, die keine photopolymerisierbaren funktionellen
Gruppen vor einer Vernetzung enthalten und die auch als Trägermaterialien
für die
chromatographische Trennung von Enantiomeren verwendet werden können.
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Alle
angegebenen Literaturstellen verwenden Ausgangsmaterialien, die
polymerisierbare Gruppen zur Vernetzung enthalten, d. h. die Vernetzung
erfolgt durch Polymerisieren einer oder mehrerer Doppelbindungen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft insbesondere durch radikalische Reaktion
gestartete, thermisch vernetzte Polysaccharidderivate, worin die
OH-Gruppen in Form von OR-Gruppen in einen substituierten oder nicht
substituierten Aryl-, Arylalkyl-, Heteroaryl- oder Heteroarylalkylester
oder in ein Aryl-, Arylalkyl-, Heteroaryl- oder Heteroarylalkylcarbamat
(Urethan) oder Mischungen hiervon umgewandelt wurden, wobei gilt,
dass die OR-Gruppen vor der Vernetzung keine polymerisierbaren Doppelbindungen
enthielten. Besonders bedeutend sind thermisch vernetzte Polysaccharidderivate,
worin die OH-Gruppen in Form von OR-Gruppen in einen substituierten
oder nicht substituierten Aryl- oder Arylalkylester oder in ein
substituiertes oder nicht substituiertes Aryl- oder Arylalkylcarbamat
oder Gemische hiervon umgewandelt wurden, wobei gilt, dass die OR-Gruppen
vor der Vernetzung keine polymerisierbaren Doppelbindungen enthielten.
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Noch
stärker
bedeutend sind thermische vernetzte Cellulose- oder Amylosederivate,
worin die OH-Gruppen
in Form von OR-Gruppen in einen Aryl- oder Arylalkylester oder in
ein Aryl- oder Arylalkylcarbamat, der bzw. das nicht substituiert
oder durch Niedrigalkyl und/oder Halogen mono- oder polysubstituiert
ist, oder Gemische hiervon umgewandelt wurden, wobei gilt, dass
die OR-Gruppen vor der Vernetzung keine polymerisierbaren Doppelbindungen
enthielten.
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Sehr
speziell von Bedeutung sind thermisch vernetzte Cellulose- oder
Amylosederivate, worin die OH-Gruppen
in Form von OR-Gruppen in einen Phenyl- oder Benzylester oder in
ein Phenyl- oder Benzylcarbamat, der bzw. das nicht substituiert
oder durch Niedrigalkyl und/oder Halogen mono- oder polysubstituiert ist,
oder Gemische hiervon umgewandelt wurden, wobei gilt, dass die OR-Gruppen
vor der Vernetzung keine polymerisierbaren Doppelbindungen enthielten.
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Wenn
die OH-Gruppen in Form von OR-Gruppen verestert werden oder einer
Carbamatumwandlung unterzogen werden, wird der Wasserstoff der OH-Gruppe
durch einen Acylrest der Formel R'-C(=O)- oder durch den Acylrest der
Carbaminsäure
R'-NH-C(=O)- ersetzt,
wobei nicht notwendig ist, dass alle OH-Gruppen in die entsprechenden
OR-Gruppen umgewandelt werden.
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Niedrigere
Reste und Verbindungen sollen die oben genannte und nachfolgende
Bedeutung besitzen, beispielsweise sollen sie solche Reste und Verbindungen
bedeuten, die bis zu und einschließlich 7, vorzugsweise bis zu
und einschließlich
4, Kohlenstoffatome (C Atome) aufweisen.
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Beispiele
für Polysaccharide
sind Cellulose, Amylose, Chitosan, Dextrin, Xylan, Amylopectin und Curdlan,
Chitin und Inulin, die als ultrareine Polysaccharide erhalten werden
können.
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Bevorzugte
Polysaccharide sind solche, die einen Polymerisationsgrad (Zahl
von Pyranose- und Furanoseringen) von mindestens einer Zahl von
5 und speziell bevorzugt von mindestens einer Zahl von 10 aufweisen,
um eine einfache Handhabung zu garantieren.
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Niedrigalkyl
ist beispielsweise C1-C4 Alkyl,
wie Methyl, Ethyl, Propyl oder Butyl, die alle nicht substituiert
oder durch Halogen, z. B. Fluor oder Chlor, substituiert sein können, wie
Trifluormethyl oder Trichlormethyl.
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Aryl
als solches ist beispielsweise Phenyl oder Naphthyl, z. B. 1- oder
2-Naphthyl oder substituiertes Phenyl oder Naphthyl, z. B. Phenyl
oder Naphthyl, das durch Niedrigalkyl, Halogenniedrigalkyl, Hydroxyl,
Niedrigalkoxy, Niedrigalkanoyloxy, Halogen und/oder Cyano substituiert
ist.
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Aryl
ist vorzugsweise Phenyl, das nicht substituiert oder, wie oben angegeben,
substituiert ist, speziell Phenyl.
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Arylalkyl
ist vorzugsweise Arylniedrigalkyl, speziell Phenylniedrigalkyl,
sehr speziell Phenylethyl oder Benzyl.
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Niedrigalkoxy
ist beispielsweise n-Propoxy, Isopropoxy, n-Butoxy oder tert-Butoxy,
vorzugsweise Ethoxy und hauptsächlich
Methoxy.
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Niedrigalkanoyloxy
ist beispielsweise Propionyloxy oder Pivaloyloxy, vorzugsweise Acetyloxy.
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Halogen
ist beispielsweise Chlor oder Fluor, des weiteren auch Brom und
Iod, Halogenniedrigalkyl ist beispielsweise 2- oder 3-Halogenniedrigalkyl,
z. B. 2-Halogenpropyl, 3-Halogenpropyl oder 3-Halogen-2-methylpropyl.
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Heteroaryl
soll insbesondere einen monocyclischen, jedoch auch einen bi- oder
polycyclischen Rest mit aromatischem Charakter bedeuten. Bi- und
polycyclisches Heteroaryl kann aus mehreren heterocyclischen Ringen
oder vorzugsweise aus einem Heterocyclus und einem oder mehreren,
z. B. einem oder zwei und insbesondere einem, ankondensierten carbocyclischen
Ring, speziell einem Benzolring, bestehen. Jeder einzelne Ring enthält beispielsweise
3, 5, 6, 7 und insbesondere 5 oder 6 Ringglieder. Heteroaryl ist
insbesondere ein aza-, thia-, oxa-, thiaza-, thiadiaza-, oxaza-,
diaza- und tetraazacyclischer Rest.
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Heteroaryl
ist hauptsächlich
ein monocyclischer, monoaza-, monothia- oder monooxacyclischer Rest, z.
B. Pyrryl, wie 2-Pyrryl oder 3-Pyrryl, Pyridyl, z. B. 2-, 3- oder
4-Pyridyl, Thienyl, z. B. 2- oder 3-Thienyl, oder Furyl, z. B. 2-Furyl,
ein bicyclischer monoaza-, monooxa- oder monothiacyclischer Rest,
wie Indolyl, z. B. 2- oder 3-Indolyl,
Chinolinyl, z. B. 2- oder 4-Chinolinyl, Isochinolinyl, z. B. 1-Isochinolinyl,
Benzofuranyl, z. B. 2- oder 3-Benzofuranyl,
oder Benzothienyl, z. B. 2- oder 3-Benzothienyl, ein monocyclischer
diaza-, triaza-, tetraaza-, oxaza-, thiaza- oder thiadiazacyclischer
Rest, wie Imidazolyl, z. B. 2-Imidazolyl, Pyrimidinyl, z. B. 2-
oder 4-Pyrimidinyl, Triazolyl, z. B. 1,2,4-Triazol-3-yl, Tetrazolyl,
z. B. 1- oder 5-Tetrazolyl, Oxazolyl, z. B. 2-Oxazolyl, Isooxazolyl,
z. B. 3- oder 4-Isooxazolyl, Thiazolyl, z. B. 2-Thiazolyl, Isothiazolyl,
z. B. 3- oder 4-Isothiazolyl oder 1,2,4- oder 1,3,4-Thiadiazolyl, z.
B. 1,2,4-Thiadiazol-3-yl oder 1,3,4-Thiadiazol-2-yl, oder ein bicyclischer
diaza-, oxaza- oder thiazacyclischer Rest, wie Benzimidazolyl, z.
B. 2-Benzimidazolyl, Benzoxazolyl, z. B. 2-Benzoxazolyl oder Benzothiazolyl,
z. B. 2-Benzothiazolyl.
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Die
Heteroarylreste sind nicht substituierte Reste oder weisen an sie
gebundene Substituenten auf. Geeignete Substituenten an Ringkohlenstoffatomen
sind beispielsweise die oben für
Arykeste erwähnten
Substituenten und zusätzlich
Oxo (=O). Ringstickstoffatome können
beispielsweise durch Niedrigalkyl, Arylniedrigalkyl, Niedrigalkanoyl,
Benzyl, Carboxyl, Niedrigalkoxycarbonyl, Hydroxyl, Niedrigalkoxy,
Niedrigalkanoyloxy oder Oxido (-O) substituiert sein. Heteroaryl
ist insbesondere Pyridyl, Thienyl, Pyrryl oder Furyl.
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Heteroarylalkyheste
bestehen aus den oben genannten Heteroarylresten und den vorher
genannten Alkylresten, insbesondere Niedrigalkylresten. Heteroarylniedrigalkyl
ist insbesondere Pyridyl-, Thienyl-, Pyrryl- oder Furylmethyl.
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Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden hergestellt, indem Polysaccharidderivate, worin die OH-Gruppen in Form von
OR-Gruppen verestert oder in ein Carbamat umgewandelt wurden, einer
thermischen Vernet zung unterzogen werden, nachdem sie zuvor auf
einen Träger
aufgetragen wurden oder nachdem ein vorhergehendes Konditionieren
als reines Material stattgefunden hat.
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Die
Cellulosederivate können
nach einer Vielzahl von Verfahren thermisch immobilisiert werden:
- a) Einerseits kann die thermische Behandlung
nach Applizieren eines Überzugs
des Cellulosederivats, beispielsweise nach Auftragen des Cellulosederivats
auf einen Träger,
beispielsweise ein makroporöses
Silicagel, in Gegenwart eines Radikalkettenstarters, z. B. α,α'-Azoisobutyronitril
(AIBN) durchgeführt
werden.
- b) In einem anderen Verfahren wird das Cellulosederivat auf
einen Träger,
beispielsweise ein makroporöses
Silicagel, aufgetragen und das beschichtete Silicagel des weiteren
mit einer AIBN-Lösung
vor Durchführen
der thermischen Behandlung beschichtet.
- c) In einem weiteren Verfahren können die erfindungsgemäßen Verbindungen
hergestellt werden, indem Polysaccharide, die zuvor als reines Material,
beispielsweise als Perlen oder Membranen, konditioniert wurden,
einer thermischen Vernetzung unter Verwendung eines Radikalkettenstarters,
beispielsweise AIBN, unterzogen werden, wobei die erfindungsgemäßen Verbindungen
erhalten werden.
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Die
thermische Behandlung erfolgt durch Erwärmen des beschichteten Trägermaterials
oder des konditionierten reinen Materials auf 50 bis 150°C, jedoch
vorzugsweise auf 100 bis 120°C.
Geeignete Träger,
die verwendet werden können,
sind Siliciumdioxide, z. B. Silicagel oder modifiziertes Silicagel,
insbesondere aminosilanisiertes Silicagel, Glas, ferner Aluminiumoxide
(Aluminiumoxid), Graphit, Zirconiumoxid (Zirconia).
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Die
als Ausgangsverbindungen verwendeten Polysaccharide, worin die OH-Gruppen
in Form von OR-Gruppen
verestert oder in ein Carbamat (Urethan) umgewandelt wurden, werden
durch Verestern der freien OH-Gruppen
der Polysaccharidverbindungen oder Umwandeln derselben in ein Carbamat
(Urethan) hergestellt.
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Ein
Verestern oder eine Herstellung des Carbamats erfolgt in per se
bekannter Weise durch Umsetzen des Materials mit einem Isocyanat
oder mit einem reaktiven funktionellen Carbonsäurederivat.
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Beispielsweise
kann die Veresterung mit nicht substituierten oder substituierten
Benzoylhalogeniden, insbesondere Benzoylchloriden, den entsprechenden
Carbonsäureanhydriden
oder ansonsten einem Gemisch der entsprechenden Carbonsäure und
einem geeigneten Dehydratisierungsmittel durchgeführt werden. Jedes
beliebige inerte Lösemittel,
das die Veresterung nicht behindert, kann für die Veresterung verwendet werden,
und als Regel wird ferner ein Katalysator, beispielsweise ein tertiäres Amin,
z. B. 4-(N,N-Dimethylamino)pyridin, zugegeben.
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Das
Carbamat wird normalerweise hergestellt, indem das Material mit
einem geeigneten Isocyanat in Gegenwart des geeigneten Katalysators
umgesetzt wird. Verwendbare Katalysatoren sind Lewis-Basen, z. B. tertiäre Amine,
oder ansonsten Lewis-Säuren,
z. B. eine Zinnerbindung, z. B. Dibutylzinndilaurat.
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Die
Reaktion wird vorzugsweise in Gegenwart einer tertiären Base,
z. B. in Gegenwart von Pyridin oder Chinolin, die gleichzeitig auch
als Lösemittel
fungiert, wobei jedoch 4-(N,N-Dimethylamino)pyridin vorzugsweise
auch als tertiäre
Base als Reaktionsbeschleuniger verwendet wird, durchgeführt. Substanzen,
die insbesondere zur Umwandlung der OH-Gruppen in die entsprechenden
OR-Gruppen durch Veresterung oder Carbamatherstellung verwendet
werden, sind nicht substituierte oder substituierte Benzoylchloride
oder Phenylisocyanate.
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Chlor-
oder methylsubstituierte Phenylisocyanate oder Benzylchloride werden
bevorzugt verwendet, wobei es möglich
ist, dass die Methylgruppen und die Chloratome in Meta- oder Orthoposition
relativ zueinander angeordnet sind.
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Die
thermisch vernetzten Polysaccharidderivate gemäß der vorliegenden Erfindung
werden als chirale Träger
für die
chromatographische Trennung von Enantiomeren verwendet.
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Überraschenderweise
erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren
eine Immobilisierung der Polysaccharidderivate ohne polymerisierbare
funktionelle Gruppen, wobei als Ergebnis eine hohe Beständigkeit
gegenüber
Lösemitteln
erreicht wird. Überraschenderweise
wird die hohe Trennkapazität
vollständig
nach der Immobilisierung beibehalten.
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Die
Immobilisierung erlaubt die Verwendung von mobilen Phasen, die beispielsweise
Methylenchlorid, Tetrahydrofuran, Chloroform, Dioxan oder Ethylacetat
enthalten und die die nicht immobilisierten Polysaccharidderivate
lösen würden.
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Die
Verwendung derartiger mobiler Phasen liefert bei der Enantiomerentrennung
einer großen
Vielzahl von Racematen bessere Ergebnisse und ermöglicht ferner,
dass Proben, die gering löslich
sind, gelöst
werden.
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Die
thermisch vernetzten Polysaccharide gemäß der vorliegenden Erfindung
in konditionierter Form können
auch als reine Polymere für
die chromatographische Trennung von Entantiomeren verwendet werden.
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Eine
weitere mögliche
Anwendung ist die Verwendung der vernetzten Polysaccharidderivate
zur Herstellung von Überzügen von
verschiedenen Materialien, wie Holz, Papier, Polymeren und Metallen.
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Des
weiteren können
die thermisch vernetzten Polysaccharide gemäß der vorliegenden Erfindung
als Material zur Herstellung einer Vielzahl von Membranen für beliebige
Zwecke verwendet werden.
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Die
verschiedenen chromatographischen Entantiomerentrennungen werden
detaillierter nach dem präparativen
Teil (Beispiele) beschrieben und veranschaulicht.
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Die
nachfolgenden Beispiele (einschließlich der Herstellung der Ausgangsmaterialien
und der Zwischenprodukte) sollen die vorliegende Erfindung veranschaulichen
und weiter erhellen. Temperaturen sind in Grad Celsius und der Druck,
sofern nicht anders angegeben, in bar angegeben.
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Beispiel 1
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1,6
g Cellulose Tris(4-methylbenzoat) (Herstellung folgt einem bekannten
Protokoll: J. Chromatogr. 595 (1992), 63) werden zusammen mit 1,6
g α,α'-Azoisobutyronitril
(AIBN) in 60 ml Methylenchlorid gelöst. 3,5 g aminosilanisiertes
Siliciumdioxid (hergestellt gemäß einem
bekannten Verfahren aus Nucleosil-4000, Teilchengröße 10 μm, Macherey-Nagel)
werden in dieser Lösung
suspendiert. Diese Suspension wird nachfolgend auf einem Verdampfungsgerät Rotavapor
eingeengt und im Hochvakuum getrocknet.
Ausbeute 6,7 g.
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Das
erhaltene Pulver wird in einem trockenen Zustand in einem Rundkolben
6 h unter Stickstoff auf 120°C
erwärmt.
Das Produkt wird in 150 ml Methanol suspendiert und die Suspension
wird 1 h verrührt.
Die Suspension wird nachfolgend filtriert und der Rückstand
mit Methanol gewaschen und getrocknet. Ausbeute 5,03 g. Zur Entfernung
von nicht immobilisiertem Material wird das Produkt 17 h in einer
Soxhlet-Apparatur unter Verwendung von Methylenchlorid extrahiert.
Der unlösliche
Rückstand
wird in etwa 30 ml Methylenchlorid suspendiert und die Suspension
etwa 30 min verrührt.
Anschließend
werden 300 ml Hexan zugegeben (Zugaberate: 1,6 ml/min). Das Produkt
wird abfiltriert und mit Hexan gewaschen.
Ausbeute 3,7 g
Elementaranalyse:
C 8,18; H 0,80.
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Beispiel 2
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1,42
g Cellulose Tris(phenylcarbamat) (Herstellung gemäß einem
bekannten Protokoll: J. Chromatogr. 363 (1986), 173) werden zusammen
mit 1,42 g AIBN in einem Gemisch aus 10 ml Methylenchlorid und 30
ml Tetrahydrofuran gelöst.
3,25 g aminosilanisiertes Siliciumdioxid (Nucleosil-4000, Teilchengröße 7 μm, Macherey-Nagel)
werden in dieser Lösung
suspendiert. Diese Suspension wird 1 h bei Raumtemperatur in einem
Ultraschallbad ho mogenisiert und nachfolgend auf einem Rotationsverdampfer
Rotavapor eingeengt. Das erhaltene Pulver wird im trocknen Zustand
in einem Rundkolben 7 h unter Stickstoff auf 120°C erwärmt. Das Produkt wird in 150
ml Methanol suspendiert und die Suspension wird 1 h verrührt. Die
Suspension wird nachfolgend filtriert und der Rückstand mit Methanol gewaschen
und getrocknet.
Ausbeute 4,5 g.
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Zur
Entfernung von nicht immobilisiertem Material wird as Produkt mit
Tetrahydrofuran 17 h in einer Soxhlet-Apparatur extrahiert. Nach
Trocknen im Vakuum werden 3,58 g isoliert. Der unlösliche Rückstand
wird in etwa 30 ml Tetrahydrofuran suspendiert und die Suspension
etwa 30 min verrührt.
Anschließend
werden 300 ml Hexan zugegeben (Zugaberate: 1,6 ml/min). Das Produkt
wird abfiltriert und mit Hexan gewaschen.
Ausbeute 3,5 g
Elementaranalyse:
C 9,75; H 0,88.
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Beispiel 3
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1
g Cellulose Tris(3,5-dimethylphenylcarbamat) (Herstellung gemäß einem
bekannten Protokoll: J. Chromatogr. 363 (1986), 173) wird zusammen
mit 1 g AIBN in 25 ml Tetrahydrofuran gelöst. Diese Lösung wird in drei Teile geteilt.
3 g aminosilanisiertes Siliciumdioxid (Nucleosil-4000, Teilchengröße 7 μm, Macherey-Nagel)
werden nach einander mit den drei Teilen vermischt und in jedem
Fall erfolgt danach ein Eindampfen bei 30°C an einem Rotationsverdampfer
Rotavapor. 4 g werden nach dem Trocknen im Vakuum isoliert.
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Das
Pulver wird im trockenen Zustand in einem Rundkolben 15 h unter
Stickstoff auf 120°C
erwärmt. Das
Produkt wird in 100 ml Methanol suspendiert und die Suspension wird
1 h verrührt.
Die Suspension wird nachfolgend filtriert und der Rückstand
mit Methanol gewaschen und getrocknet.
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Ausbeute
3,94 g. Zur Entfernung von nicht immobilisiertem Material wird as
Produkt 17 h in einer Soxhlet-Apparatur mit Tetrahydrofuran extrahiert.
Der unlösliche
Rückstand
wird in etwa 30 ml Tetrahydrofuran suspendiert, worauf 300 ml Hexan
zugegeben werden (Zugaberate: 1,6 ml/min). Das Produkt wird abfiltriert und
mit Hexan gewaschen (3,2 g).
Elementaranalyse: C 7,63; H 0,81;
N 0,89.
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Beispiel 4
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3,5
g eines mit 25 Gew.-% Cellulose Tris(3,5-dimethylphenylcarbamat)
(Herstellung gemäß einem
bekannten Protokoll: J. Chromatogr. 363 (1986), 173) beschichteten
aminosilanisierten Siliciumdioxid (Nucleosil-4000, Teilchengröße 7 μm, Macherey-Nagel)
werden in einer Lösung
von 525 mg AIBN in 15 ml Methanol suspendiert. Diese Suspension
wird nachfolgend an einem Rotationsverdampfer Rotavapor eingedampft
und im Hochvakuum getrocknet. Das Pulver wird in trockenem Zustand
in einem Rundkolben 14 h unter Stickstoff auf 120°C erwärmt. Das
Produkt wird in 80 ml Methanol suspendiert und die Suspension wird
0,5 h verrührt. Die
Suspension wird nachfolgend filtriert und das Produkt mit Methanol
gewaschen und getrocknet. Ausbeute 3,33 g. Zur Entfernung von nicht
immobilisiertem Material wird as Produkt 17 h in einer Soxhlet-Apparatur
mit Tetrahydrofuran extrahiert. Der unlösliche Rückstand wird in etwa 30 ml
Tetrahydrofuran suspendiert, worauf 300 ml Hexan zugegeben werden
(Zugaberate: 1,6 ml/min). Das Produkt wird abfiltriert und mit Hexan
gewaschen (2,6 g).
Elementaranalyse: C 7,78; H 0,85; N 1,00.
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Packen der Säule
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2,5
g des erhaltenen Materials werden in 25 ml Hexan/Ethanol (90/10
Vol.-%) suspendiert und die Suspension zum Packen einer Stahlsäule (25
cm × 0,4
cm) nach dem Aufschlämmungsverfahren
bei einem Druck von 100 bar verwendet.
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Test der chiralen stationären Phasen
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Die
Phasen der Beispiele 1 bis 4 wurden unter Verwendung verschiedener
racemischer Strukturen und verschiedener mobiler Phasen (siehe Tabellen)
getestet.
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Eine
HPLC-Chromatographie wurde mit Hilfe eines Shimadzu LC-6A-Systems
bei einer Strömungsrate
von 0,7 ml/min und bei Raumtemperatur durchgeführt. Der Nachweis erfolgte
durch UV-Spektroskopie und Polarimetrie (Perkin Elmer 241 LC). Der
gemessene Wert war der Trennungsfaktor α.
wobei k'
2 und k'
1 die
Kapazitätsfaktoren
des zweiten und ersten Enantiomers, die eluiert werden, sind und
t
2 und t
1 ihre Retentionszeiten
sind. t
0 ist die Elutionszeit von Tritertbutylbenzol
(nicht zurückgehaltene
Verbindung).
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Trennungsfaktor
bei chromatographischen Trennungen unter Verwendung des Produkts
von Beispiel 1
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Trennungsfaktor
bei chromatographischen Trennungen unter Verwendung des Produkts
von Beispiel 2
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Trennungsfaktor
bei chromatographischen Trennungen unter Verwendung des Produkts
von Beispiel 3
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Trennungsfaktor
bei chromatographischen Trennungen unter Verwendung des Produkts
von Beispiel 4
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