DE69305019T2 - Aerosol-Haarspray mit N-Carboxybutyl-Chitosan - Google Patents
Aerosol-Haarspray mit N-Carboxybutyl-ChitosanInfo
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Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft einen Aerosolhaarlack zum Festigen und/oder Fixieren des Haars mit einem Gehalt an N- Carboxybutylchitosan als filmbildende Substanz.
- Die Aerosolhaarlacke bestehen im wesentlichen aus einer wäßrigen oder wäßrig-alkoholischen Lösung, einer filmbildenden Substanz, gegebenenfalls im Gemisch mit verschiedenen kosmetischen Zusatzstoffen, wie beispielsweise Mitteln zum Weichmachen und Geschmeidigmachen, Duftstoffen, Ölen, Gleitmitteln, Lanolin, Silikonen, Sonnenschutzfiltersubstanzen oder Farbstoffen. Diese Lösung wird danach in einen geeigneten Aerosolbehälter abgefüllt, der mittels eines Treibgases unter Druck gesetzt wird. Bis vor kurzem bestanden die Treibgase im wesentlichen aus Chlorfluoralkanen, wie beispielsweise Produkten, wie sie unter den "Freon"-Bezeichnungen vertrieben werden.
- Aus im wesentlichen ökologischen Gründen werden die Treibgase vom Typ des Chlorfluoralkans gegenwärtig am häufigsten durch Treibgase ersetzt, die weniger Risiken in bezug auf die Ozonschicht darstellen, beispielsweise der Dimethylether, flüchtige Kohlenwasserstoffe, beispielsweise das Propan, n-Butan, Isobutan oder deren Gemische, sowie Hydrochlorfluoralkane oder Hydrofluoralkane oder ein Gemisch aus diesen Treibmitteln.
- Aus anderen Gründen wurde auch versucht, das Lösungsmittel der filmbildenden Substanz ganz oder teilweise durch Wasser zu ersetzen.
- Diese Modifikationen bringen jedoch aufgrund der Natur des Treibmittels und des Lösungsmittels der filmbildenden Substanz Unverträglichkeitserscheinungen mit sich, insbesondere das Ausfällen der filmbildenden Substanz, was zur Folge hat, daß die Ventile verstopfen.
- Zum Zwecke des Erhalts eines guten Aerosollacks, der keine Absetzerscheinungen, jedoch ganz und gar eine Feinstversprühung und gute Lackeigenschaften bietet, erscheint es daher zweckmäßig, eine geeignete filmbildende Substanz auszuwählen, die nicht nur eine gute Löslichkeit in dem Lösungsmittel, sondern auch noch eine gute Verträglichkeit mit dem Treibmittel aufweist.
- In diesem Lichte wurden Untersuchungen mit N-Carboxyalkylchitosanen, insbesondere dem N-Carboxymethylchitosan und dem N- Carboxybutylchitosan durchgeführt, welche als Substanzen für bestimmten kosmetischen Anwendungen beschrieben sind, insbesondere im Zusammenhang mit Cremes, Milch und Gelen, und zwar als Ersatzstoffe für die Hyaluronsäure aufgrund ihrer gesteigerten Hydratisierungsfähigkeit und des Schutzvermögens für die Haut gegenüber aggressiven Substanzen von außen.
- Im Hinblick darauf wäre die japanische Patentanmeldung Nr. 63.230614 (Kokai) zu nennen, die eine kosmetische Zubereitung mit einem Gehalt an Carboxymethylchitosan und einem oder mehrerer Mucopolysaccharide beschreibt, ebenso wie die Veröffentlichung von R. Muzzarelli et al., Chimica. Oggi., Seiten 33-37, April 1991.
- Muzzarelli et al. beschrieben in Carbohydrate Polymers, 11, (1989), 307-320, eine bestimmte Anzahl von Eigenschaften der N-Carboxybutylchitosane.
- Darüber hinaus beschreibt die GB-A-2 189 145 Zubereitungen mit einem Gehalt an mindestens einem von Chitosan abgeleitetem Polymer zum Bekämpfen des fettigen Aussehens der Haare.
- Die mit diesen beiden wasserlöslichen Chitosanderivaten durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, daß diesen Verbindungen im Hinblick auf die Natur des Lösungsmittels und ganz und gar auch im Hinblick auf das Treibmittel ein unterschiedliches Verhalten bezüglich der Funktionsweise zu eigen ist.
- In völlig unerwarteter und überraschender Weise hat es sich herausgestellt, daß das N-Carboxybutylchitosan im Gegensatz zu dem N-Caroxymethylchitosan mit einem wohldefinierten Treibmittel, d. h. dem Dimethylether, in perfekter Weise verträglich ist. Darüber hinaus hat sich bei den Aerosollacken, die auf der Grundlage von N-Carboxybutylchitosan hergestellt waren herausgestellt, daß diese Stoffe im Hinblick auf die filmbildende Substanz und den Dimethylether als Treibmittel ausgezeichnete Lackeigenschaften aufweisen.
- Die Erfindung betrifft daher ein neues gewerbliches Produkt in Form eines Aerosollacks zum Festigen und/oder Fixieren des Haars mit einem Gehalt an N-Carboxybutylchitosan als filmbildende Substanz und Dimethylether als Treibmittel in einem geeigneten Aerosolbehälter zusammen mit einem kosmetisch annehmbaren wäßrigen Träger.
- Die N-Carboxybutylchitosane stellen wohlbekannte Verbindungen dar, die in der Polysaccharidkette Glucosamin-, N-Acetylglucosamin- sowie N-Carboxybutylglucosamineinheiten als Bestandteile aufweisen.
- Das jeweilige Molekulargewicht der N-Carboxybutylchitosane ist im allgemeinen hoch und beträgt vorzugsweise zwischen 400 000 und 700 000 Dalton, welches durch einen Lichtdiffraktions-Spektrometrielaser bei verdünnten und durch 0,2 µm- Membranen filtrierten Lösungen in Anwesenheit von Natriumchlorid gemessen wird.
- Die N-Carboxybutylchitosane weisen einen amphoteren Typ mit vorwiegend kationischem Charakter auf.
- Die N-Carboxybutylchitosane lassen sich anhand des in dem US-Patent Nr. 4 835 265 beschriebenen Verfahrens herstellen, das von Chitosan und der Lävulinsäure oder der 4-Oxopentansäure ausgeht.
- Unter den handelsüblichen N-Carboxybutylchitosanen wären erfindungsgemäß solche zu verwenden, wie sie von der Firma Jan Dekker International unter der Bezeichnung "Evalsane" in Form einer wäßrigen 1 %igen Lösung vertrieben werden.
- Ein jeweiliger Gehalt an N-Carboxybutylchitosan von mehr als 1 % läßt sich durch Gefriertrocknen erhalten.
- In den erfindungsgemäßen Aerosollacken kann das N-Carboxybutylchitosan in einer Konzentration zwischen 0,1 und 10 Gew.-% in bezug auf das Gesamtgewicht des Lacks, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 0,5 und 6 Gew.-%, vorhanden sein.
- Der wäßrige Träger ist entweder Wasser oder ein Gemisch aus Wasser und einem kosmetisch annehmbaren organischen Lösungsmittel, wie beispielsweise einem Monoalkohol mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, zum Beispiel in Form von Ethanol, Isopropanol, Benzylalkohol, Phenylethylalkohol oder einem Polyalkohol, z. B. Alkylenglykolen, wie beispielsweise Ethylenglykol, Propylenglykol sowie Mischungen dieser Lösungsmittel.
- Falls der wäßrige Träger ein Lösungsmittel enthält, ist dieser vorzugsweise in einem Mengenverhältnis von weniger als 50 Gew.-% in bezug auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, vorzugsweise im Bereich zwischen 5 und 30 Gew.-% vorhanden.
- Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung kann das N-Carboxybutylchitosan mit einer zweiten filmbildenden Substanz kombiniert werden, die beispielsweise unter den folgenden ausgewählt ist:
- - das Vinylpyrrolidon/Vinylacetat-Copolymer, das unter der Bezeichnung "Luviskol VA 64 Pulver" von der Firma BASF oder "PVP/VA S630" von der Firma GAF vertrieben wird,
- - das Vinylacetat/Krotonsäure-Copolymer (90/10), das unter der Bezeichnung "Luviset CA 66" von der Firma BASF vertrieben wird, oder
- - das Polyvinylpyrrolidon, das unter der Bezeichnung "Polyvinylpyrrolidon K30" von der Firma GAF vertrieben wird.
- Die wäßrige Lösung kann auch noch eine weichmachende Substanz in einem Mengenverhältnis von mindestens 10 Gew.-% in bezug auf das Gewicht der filmbildenden Substanzen, vorzugsweise in einem Verhältnis zwischen 20 und 50 % enthalten.
- Die weichmachende Substanz sollte wie auch das N-Carboxybutylchitosan in dem wäßrigen Träger und den Gemischen aus dem wäßrigen Träger und Dimethylether in vollständiger Weise löslich sein. Darüber hinaus sollte die Weichmachersubstanz mit dem N-Carboxybutylchitosan verträglich sein, d. h. sie sollte molekular in den Harzfilm, ohne auszuschwitzen, einzubauen sein.
- Die Sprühzusammensetzung kann auch noch herkömmliche kosmetische, Hilfsstoffe enthalten, die mit dem N-Carboxybutylchitosan verträglich sind, beispielsweise Mittel zum Geschmeidigmachen, Duftstoffe, Silikone, Sonnenfiltersubstanzen, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren, Antischaummittel, Vitamine, Proteine, Feuchthaltestoffe wie auch freie Antiradikal substanzen.
- Das Treibmittel, d. h. der Dimethylether, ist im allgemeinen in einem Mengenverhältnis vorhanden, das zwischen 10 und 90 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 20 und 40 Gew.-%, in bezug auf das Gesamtgewicht der Zubereitung beträgt. Es ist wünschenswert, daß der Innendampfdruck zwischen 2 10&sup5; und 5 10&sup5; Pa beträgt.
- Der Dimethylether kann auch noch mit mindestens einem zweiten Treibmittel, wie beispielsweise einem Chlorfluorwasserstoffalkan, einem Fluorwasserstoffalkan, einem nichthalogenierten Kohlenwasserstoff, wie beispielsweise Propan, n-Butan, Isobutan und deren Gemischen kombiniert werden.
- Falls die Zubereitung mehr als 40 % Dimethylether enthält, ist es im Hinblick auf das Aufrechterhalten der homogenen Beschaffenheit der Zubereitung wünschenswert, einen Emulgator mit einzuarbeiten. Dieser Emulgator ist vorzugsweise vom nichtionischen Typ, insbesondere ein Ethylenoxid/Propylenoxid-Copolymer, das in einer Konzentration von weniger als 0,2 Gew.-% in bezug auf das Gesamtgewicht der Zubereitung vorhanden ist. Der Aerosolbehälter, in den die Zubereitung abgefüllt wird, ist vom klassischen Typ, kann jedoch gegebenenfalls mit einer geringen Menge eines zusätzlichen Gases versehen werden, um eine höhere Qualität der Feinstzerstäubung zu erzielen.
- Im folgenden werden nunmehr mehrere Beispiele erfindungsgemäßer Aerosollacke zum Zwecke der Erläuterung gegeben.
- Es wird ein Haarlackaerosol in der Weise hergestellt, daß in einen geeigneten Aerosolbehälter 0,68 g N-Carboxybutylchitosan abgefüllt wird, das in wäßriger 1 %iger Lösung unter der Bezeichnung "Evalsan" von der Firma Jan Dekker vertrieben wird, wonach noch 2,1 g Vinylpyrrolidon/vinylacetat-Copolymer (65/35), das unter der Bezeichnung "PVP/VA S630" von der Firma GAF vertrieben wird, sowie ein Duftstoff und Konservierungsmittel hinzugegeben werden.
- Zu der so erhaltenen Lösung werden anhand herkömmlicher Verfahrensweisen noch 30 g Dimethylether hinzugesetzt, wonach das Fixieren des Ventils und ein hermetischer Verschluß des Behälters vorgenommen werden (Druck: 4,7 10&sup5; Pa bei 20 ºC).
- Durch das Versprühen des Lacks auf die trockenen und zuvor frisierten Haare wird in kurzer Zeit eine ausgezeichnete Fixierung des Haars sowie dessen Entfernung durch einfaches Ausbürsten erzielt.
- Mittels der nämlichen Verfahrensweise, wie in Beispiel 1 beschrieben, wird ein Haarlackaerosol der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
- - N-Carboxybutylchitosan, das in 1 %iger wäßriger Lösung unter der Bezeichnung "Evalsan" von der Firma Jan Dekker vertrieben wird 0,55 g(MA)
- - Duftstoff, Konservierungsmittel ... q.s.
- - Ethylenoxid/Propylenoxid-Copolymer, unter der Bezeichnung "Pluronic 9400" von der Firma BASF-Wyandotte vertrieben 0,011 g
- - Dimethylether 45 g
- Druck: 5 10&sup5; Pa bei 20 ºC.
- Es wird ein Haarlackaerosol in der Weise hergestellt, daß in einen geeigneten Aerosolbehälter 0,59 g gefriergetrocknetes N-Carboxybutylchitosan, 1,3 g Polyvinylpyrrolidon in Pulverform, das unter der Bezeichnung "Polyvinylpyrrolidon K30" von der Firma GAF vertrieben wird, 6,5 g absoluter Ethanol, sowie ein Duftstoff, Konservierungsmittel und eine Menge an Wasser abgefüllt werden, die ausreicht, um eine Füllmenge von 65 g zu erzielen.
- Im Anschluß daran werden zu der so erhaltenen Lösung anhand herkömmlicher Verfahrensweise 35 g Dimethylether zugesetzt, wonach das Fixieren des Ventils und der hermetische Verschluß des Behälters erfolgen (Druck: 4,7 10&sup5; Pa bei 20 ºC).
- Mittels derselben Verfahrensweise, wie sie in Beispiel 3 beschrieben ist, wird ein Haarlackaerosol der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
- - gefriergetrocknetes N-Carboxybutylchitosan 1 g
- - Duftstoff, Farbstoff, Konservierungsmittel ... q.s.
- - entmineralisiertes Wasser q.s. ad 100 g
- Zu 70 g der so erhaltenen Lösung werden anhand herkömmlicher Verfahrensweisen 30 g Dimethylether zugefügt, wonach das Fixieren des Ventils und der hermetische Verschluß des Behälters erfolgen (Druck: 4,7 10&sup5; Pa bei 20 ºC).
Claims (10)
1. Aerosollack zum Festigen und/oder Fixieren des Haars,
dadurch gekennzeichnet, daß er in einem geeigneten
Aerosolbehälter einen kosmetisch annehmbaren wäßrigen Träger aus
N-Carboxybutylchitosan als filmbildende Substanz und Dimethylether
als Treibmittel enthält.
2. Aerosollack nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß
das N-Carboxybutylchitosan in einer Konzentration im Bereich
zwischen 0,1 Gew.-% und 10 Gew.-% in bezug auf das
Gesamtgewicht des Lacks vorhanden ist.
3. Aerosollack nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der wäßrige Träger aus Wasser oder einem
Gemisch aus Wasser und einem organischen, kosmetisch
annehmbaren Lösungsmittel besteht.
4. Aerosollack nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das kosmetisch annehmbare organische Lösungsmittel als
Ethanol, Isopropanol, Benzylalkohol, Phenylethylalkohol,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder als Gemisch aus diesen
Lösungsmitteln vorliegt.
5. Aerosollack nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Lösungsmittel in einem Mengenverhältnis von weniger
als 50 Gew.-%, vorzugsweise in einem Bereich zwischen 5 Gew.-%
und 30 Gew.-%, in bezug auf das Gesamtgewicht der
Zusammensetzung vorhanden ist.
6. Aerosollack nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß er eine zweite filmbildende Substanz
enthält.
7. Aerosollack nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß er zusätzlich noch einen Weichmacher in
einem Mengenverhältnis von mindestens 10 Gew.-% in bezug auf
das Gesamtgewicht der filmbildenden Substanzen enthält.
8. Aerosollack nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Dimethylether in einem
Mengenverhältnis im Bereich zwischen 10 Gew.-% und 90 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen 20 Gew.-% und 40 Gew.-%, in bezug auf das
Gesamtgewicht der Zusammensetzung vorhanden ist.
9. Aerosollack nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß er ein zweites Treibmittel enthält, das
aus Chlorfluoralkanwasserstoffverbindungen,
Fluoralkanwasserstoffverbindungen und nichthalogenierten
Kohlenwasserstoffverbindungen sowie deren Gemischen ausgewählt ist.
10. Aerosollack nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß er zusätzlich noch einen Weichmacher,
einen Duftstoff, ein Silikon, eine Sonnenfiltersubstanz, einen
Farbstoff, ein Konservierungsmittel, einen Emulgator, ein
Mittel gegen Schaumbildung, ein Vitamin, ein Protein, ein
Hydratisierungsmittel oder ein Mittel gegen freie Radikale enthält.
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