-
Die vorliegende Erfindung betrifft Gasturbinen. Im speziellen
betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Minimierung unterschiedlicher Wärmeausdehnung
bei Leitschaufelsegmenten in Gasturbinen, besonders die
unterschiedliche Wärmeausdehnung in externen Strukturen, die
die Kühlluftströmungswege auf den Leitschaufelsegmenten
bilden.
-
Ein Teil des ringförmigen Gasströmungswegs im Turbinenbereich
eines Gasabschnitts wird von einer Viel zahl von
Leitschaufelsegmenten gebildet, die umfangsmäßig um den Läufer angeordnet
sind. Jedes Leitschaufelsegment besteht aus einem inneren und
einem äußeren Deckband, die zusammen die Begrenzungen des
Gasströmungswegs bilden, und einer oder mehreren
Leitschaufeln.
-
Um sicherzustellen, daß das Material, das das
Leitschaufelsegment bildet, nicht überhitzt und seine Festigkeit dadurch
beeinträchtigt wird, werden die Leitschaufelsegmente moderner
Gasturbinen mit aus dem Verdichterabschnitt abgezapfter Luft
gekühlt. Diese Kühlluft wird oft sowohl zum inneren als auch
zum äußeren Deckband geleitet, von wo aus sie zwischen den
Leitschaufelsegmenten verteilt wird. Um diese Kühlluft
wirkungsvoll einzusetzen, sind auf den
Leitschaufelsegment-Deckbändern externe Strukturen zur Aufnahme und Verteilung
der Kühlluft ausgebildet. Typischerweise sind diese
Strukturen an den Oberflächen der Deckbänder gegenüber den Flächen
angeordnet, die dem Heißgas ausgesetzt sind, das durch den
Turbinenabschnitt strömt. Ein Beispiel einer solchen
Anordnung wird in Dokument FR2359976 geoffenbart.
-
Wie schon erläutert, sind Strukturen, die Kühlluft enthalten
und auf die Leitschaufelsegmente verteilen, typischerweise an
der Fläche der Deckbänder gegenüber den Flächen befestigt,
die dem Heißgas ausgesetzt sind, das durch den
Turbinenabschnitt strömt. Diese Strukturen nennt man "externe"
Kühlluftstrukturen, um sie von den Strukturen zur Verteilung der
Kühlluft zu unterscheiden, die innerhalb der Schaufelprofile
der Leitschaufelsegmente ausgebildet sind. Während des
Betriebs werden die Deckbänder in Folge des über sie strömenden
Heißgases sehr heiß. Über die Strukturen strömt jedoch
Kühlluft, und daher werden sie nicht annähernd so heiß wie die
Deckbänder. Folglich sind die Strukturen aufgrund der
unterschiedlichen Wärmeausdehnung zwischen dem Deckband und der
Struktur schweren Wärmespannungen ausgesetzt.
-
Gemäß dem bisherigen Stand der Technik wurde die
Wärmespannung dadurch reduziert, daß die Strukturen aus dünnen
Platten gebildet und dadurch so flexibel wie möglich gemacht
wurden. Jedoch ist ein minimaler Wert für die Festigkeit und
Steifigkeit nötig, um sicherzustellen, daß die Strukturen dem
Druck der in ihnen enthaltenen Kühlluft standhalten können.
-
Bei der Abwägung zwischen Festigkeit und Flexibilität hat der
bisherige Stand der Technik nicht die optimalen Ergebnisse
erzielt.
-
In der Vergangenheit wurden verschiedene Komponenten, die dem
Heißgasstrom im Brennkammerabschnitt einer Gasturbine
ausgesetzt waren, wie z.B. Brennkammern oder Durchgangskanäle,
aus Laminaten gebildet. Die Laminate selbst werden durch
Zusammenfügen zweier dünner Platten in Sandwich-Art gebildet.
In der Regel sind einer oder mehrere interne Strömungswege
gerade oder schlangenförmig zwischen den Laminatschichten
ausgebildet. Kühlluft strömt durch diese internen
Strömungswege und kühlt die Komponente. Die erfindungsgemäße Neuheit
ist der Einsatz solcher Laminate zum Ausbilden externer
Leitschaufelsegment-Kühlluftstrukturen. Anders als die internen
Strömungswege zu Kühlzwecken zu benutzen, wird über die
Deckbänder strömendes Heißgas durch die internen
Strömungswege geleitet. Der Heißgasstrom erwärmt die Strukturen,
wodurch die unterschiedliche thermische Ausdehnung zwischen
ihnen und den Deckbändern, an denen sie befestigt sind,
minimiert wird.
-
Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine
Vorrichtung und ein Verfahren zur Minimierung der
unterschiedlichen Wärmedehnungen zwischen externen
Leitschaufelsegment-Kühlluftstrukturen und den Deckbändern, an denen sie im
Turbinenabschnitt einer Gasturbine befestigt sind, zu bieten,
um die Wärmespannungen zu minimieren.
-
Unter Berücksichtigung dieser Aufgabe ist die vorliegende
Erfindung auf einer Gastrubine mit einer Viel zahl von
Leitschaufelsegmenten begründet, wobei jedes Leitschaufelsegment
ein Deckband, einen Kanal, der einen Heißgasstrom durch die
Leitschaufeln über eine erste Fläche dieses Deckbands leitet,
und eine Einschließungsstruktur zur Aufnahme und Verteilung
von Kühlluft aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß diese
Einschließungsstruktur aus einer ersten und einer zweiten
Schicht besteht, die zur Bildung einer Laminatstruktur
miteinander verbunden sind, die an einer zweiten Fläche der
Deckbänder befestigt ist und erste Strömungswege aufweist,
die zwischen der ersten und der zweiten Schicht angeordnet
sind, wobei jeder erste Strömungsweg einen Eingang und einen
Ausgang in Strömungsverbindung mit einer Vielzahl von zweiten
Strömungswegen hat, die in den Deckbändern zur Leitung eines
Teils dieses Heißgases zu den ersten Strömungswegen
ausgebildet sind.
-
Auf diese Weise sind Heißgas-Strömungswege zwischen den
Schichten ausgebildet, wodurch die unterschiedliche
Wärmedehnung zwischen der Struktur und dem inneren Deckband, an
dem sie befestigt ist, minimiert wird.
-
Die Erfindung wird verständlicher anhand der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform, die
beispielhaft in den begleitenden Zeichnungen dargestellt wird:
-
Figur 1 ist eine isometrische Teilschnitt-Darstellung einer
Gasturbine.
-
Figur 2 ist ein Querschnitt eines Teils des
Turbinenabschnitts der Gasturbine in Nähe der Reihe 1 der
Leitschaufeln.
-
Figur 3 ist ein Querschnitt durch Linie III-III gemäß Figur
2, und stellt die auf dem inneren Deckband ausgebildete
Einschließungsabdeckung dar.
-
Figur 4 ist ein Querschnitt durch Linie IV-IV gemäß Figur 3.
-
Figur 5 ist ein Querschnitt durch Linie V-V gemäß Figur 4,
und stelle zwei angrenzende Leitschaufelsegmente dar.
-
Figur 6 ist eine Draufsicht auf eine der das Laminat
bildenden Platten, die die Einschließungsabdeckung bilden. Es
werden zwei Aus führungs formen der Gasströlaungsweg-Anordnung
dargestellt, eine Schlangenanordnung (a) und eine gerade
durchlaufende Anordnung (b).
-
In Figur 1 wird eine Gasturbine dargestellt. Die
Hauptbestandteile der Gasturbine sind der Einlaßabschnitt 32, durch
den Luft in die Gasturbine eintritt; ein Verdichterabschnitt
33, in dem die eintretende Luft verdichtet wird; ein
Brennkammerabschnitt 34, in dem die verdichtete Luft aus dem
Verdichterabschnitt durch Verbrennen von Kraftstoff in
Brennkammern 38 erwärmt wird, wodurch verdichtetes Heißgas erzeugt
wird; ein Turbinenabschnitt 35, in dem sich das verdichtete
Heißgas aus dem Brennkammerabschnitt ausdehnt, wodurch eine
Wellenleistung erzeugt wird; und ein Abgasabschnitt 37, durch
den das ausgedehnte Gas in die Atmosphäre ausgestoßen wird.
Ein zentral angeordneter Läufer 36 erstreckt sich durch die
Gasturbine.
-
Der Turbinenabschnitt 35 der Gasturbine besteht aus
abwechselnden Reihen stationärer Leitschaufeln und umlaufender
Laufschaufeln. Jede Leitschaufelreihe ist umfangsmäßig um den
Läufer 36 angeordnet. Figur 2 stellt einen Teil des
Turbinenabschnitts in Nähe der Reihe 1 der Leitschaufelanordnung dar.
Typischerweise besteht die Leitschaufelanordnung aus einer
Anzahl von Leitschaufelsegmenten 1. Jedes Leitschaufelsegment
1 besteht aus einem Leitschaufelprofil 7 mit einem inneren
Deckband 3, das an seinem inneren Ende, und einem äußeren
Deckband 2, das an seinem äußeren Ende ausgebildet ist.
Alternativ kann jedes Leitschaufelsegment aus zwei oder mehr
Leitschaufelprofilen mit gemeinsamen inneren und äußeren
Deckbändern bestehen.
-
Wie in Figur 2 dargestellt wird, sind die
Leitschaufelsegmente 1 von einem Zylinder 57 umgeben, der
Laufschaufelring genannt wird. Auch umgeben die Leitschaufelsegmente eine
innere Zylinderstruktur 48. Die innere Zylinderstruktur
umfaßt einen Ring 21, der an einem hinteren Flansch des inneren
Zylinders befestigt ist. Eine Reihe umlaufender Laufschaufeln
64, die an einem Scheibenteil 63 des Läufers 36 befestigt
sind, ist in Strömungsrichtung hinter den stationären
Leitschaufeln angeordnet. Ein äußerer Turbinenzylinder 22
umschließt den Turbinenabschnitt.
-
Während des Betriebs wird Heißgas 19 aus dem
Brennkammerabschnitt 34 durch den Kanal 58 geführt, um über die
Leitschaufelsegmente 1 zu strömen. Der Heißgasstrom 19 wird
zwischen der Außenfläche 30 des Innendeckbands 3 und der
Innenfläche 50 des Außendeckbands 2 geführt.
-
Kühlluft 10 wird aus dem Verdichterabschnitt abgezapft und
unter Umgehung der Brennkammern 38 zu den inneren und äußeren
Deckbändern befördert.
-
Ein Teil 11 der Kühlluft 10 strömt durch ein Loch 5 im
Laufschaufelring 57, von wo er durch die in einer externen Kühl
luftstruktur 4, genannt Außendeckband-Prallplatte, gebildeten
Löcher 6 in das Leitschaufelsegment 1 eintritt. Die
Außendeckband-Prallplatte 4 ist an der Außenfläche 51 des
Außendeckbands 2 befestigt. Von der Prallp1atte 4 strömt die
Kühlluft 11 durch das Leitschaufelprofil 7 und wird durch (nicht
dargestellte) Löcher in den Wänden des Schaufelprofilteils
des Leitschaufelsegments in das Heißgas 19 abgelassen.
-
Ein Teil 12 der Kühlluft 10 strömt durch die in einer zweiten
externen Kühlluftstruktur 8, genannt
Innendeckband-Prallplatte, gebildeten Löcher 52. Die Innendeckband-Prallplatte 8
ist an der Innenfläche 24 des Innendeckbands 3 befestigt. Ein
Lasche 20 ragt von der Innenfläche 24 des Innendeckbands 3
radial nach innen und verhindert das Durchlecken von Kühlluft
10 in den Turbinenabschnitt, indem sie gegen den Ring 21
abgestützt ist. Die Innendeckband-Pra1lplatte 8 bildet einen
Strömungsweg 49, durch welchen die Kühlluft 12 strömt. Aus
dem Strömungsweg 49 strömt die Kühlluft durch eine Öffnung 16
in der Lasche 20 und tritt in eine dritte externe
Kühlluftstruktur 9 ein, die Einschließungsabdeckung genannt wird. Die
Einschließungsabdeckung 9 ist an der Innenfläche 24 des
Innendeckbands 3 befestigt. Wie in Figur 3 gezeigt wird,
bilden die Innenfläche 31 der Einschließungsabdeckung 9 und
die Innenfläche 24 des Innendeckbands einen Strömungsweg 23,
durch den Kühlluft 13 strömt. Vom Strömungsweg 23 strömt die
Kühlluft 13 durch ein Loch 15 im Innendeckband in den
Leitschaufelprofilteil und wird fallweise durch (nicht
dargestellte) Löcher in den Wänden des Schaufelprofils und durch
(nicht dargestellte) Strömungswege in der Austrittskante des
Schaufelprofils in das Heißgas 19 abgelassen.
-
Kühlluft 55, die ebenfalls aus dem Verdichterabschnitt
abgezapft wird, strömt durch den Läufer 36. Diese Kühlluft strömt
über die in Strömungsrichtung vorne liegende Fläche der
Laufscheibe 63 und über die Einschließungsabdeckung 9, bevor sie
in das über das Innendeckband strömende Heißgas 19 abgelassen
wird.
-
Wie schon erklärt, strömt Heißgas 19 aus dem
Brennkammersystem über die Außenfläche 30 des Innendeckbands 3 und die
Innenfläche 50 des Außendeckbands 2. Die Temperatur des über
die Deckbänder strömenden Heißgases beträgt in der Regel etwa
900ºC (1650ºF) . Auf den Flächen 24 und 51, gegenüber den dem
Heißgas ausgesetzten Flächen, sind die Deckbänder der Kühl
luft 6, 12 und 13 ausgesetzt, deren Temperatur in der Regel
bei etwa 400ºC (750ºF) liegt. Daraus ergibt sich eine
durchschnittliche Temperatur der Deckbänder selbst von etwa 700ºC
(1300ºF) . Im Gegensatz zu den Deckbändern sind die Flächen
der externen Kühlluftstrukturen, wie z.B. die Flächen 31 und
54 der Einschließungsabdeckung, sowohl an ihrer Innenfläche
als auch an ihrer Außenfläche der Kühlluft ausgesetzt.
Mangels einer absichtlichen Erwärmung ist die Temperatur der
Strukturen in etwa die der Kühlluft, d.h. 400ºC (750ºF) . Als
Ergebnis des großen Temperaturunterschieds zwischen den
Deckbändern und den externen Kühlluftstrukturen gibt es einen
erheblichen Unterschied in der Wärmedehnung zwischen den zwei
Komponenten, was zu hohen Wärmespannungen führt. Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein
Verfahren zur Minimierung der unterschiedlichen Wärmedehnung
zwischen der Einschließungsabdeckung 9 und dem Innendeckband
3 mittels absichtlicher Erwärmung der
Einschließungsabdeckung.
-
Wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt wird, ist
erfindungsgemäß ein Strömungsweg 59 zwischen der Innenfläche 31 und der
Außenfläche 54 der Einschließungsabdeckung 9 ausgebildet. In
der bevorzugten Ausführungsform wird der Strömungsweg 59
durch Bildung der Einschließungsabdeckung 9 aus einem Laminat
erzeugt, das aus zwei Schichten 17 und 18 dünner Platten
besteht, die entlang ihrer Oberflächen in Sandwich-Art durch
Hartlöten oder Diffusionsbonden zusammengefügt sind. In der
bevorzugten Ausführungsform ist jede Schicht 17 und 18 etwa
0,076 cm (0.030 Zoll) dick. Der Strömungsweg 59 ist zwischen
den zwei Schichten 17 und 18 ausgebildet. Schicht 17 des
Laminats wird in Figur 6 dargestellt, bevor sie zur
Einschließungsabdeckung 9 ausgeformt wurde. In der bevorzugten
Ausführungsform besteht der Strömungsweg 59 aus einer Nut,
die in die Fläche eingefräst ist, entlang der die Schichten
17 und 18 zusammengefügt werden. Der Strömungsweg 59 ist in
Schlangenanordnung mit zwei Enden 46 und 47 ausgebildet, wie
in Figur 6(a) dargestellt ist. Als Ergebnis der vielfachen
mit der Schlangenanordnung verbundenen Durchgänge wird eine
gleichmäßige Erwärmung durch die ganze
Einschließungsabdeckung 9 erreicht. Alternativ können zwei oder mehr
schlangenförmige Strömungswege Seite an Seite in der Platte
ausgebildet sein, von denen jeder seine eigenen Enden hat.
Darüberhinaus kann eine Laminatschicht 49 mit einem gerade
durchgehenden Strömungsweg, wie er in Figur 6(b) dargestellt
ist, eingesetzt werden. In diesem Fall bilden die
Strömungswege 42 und 43 jeweils Einlaß- und Auslaßverteiler. Eine
Reihe paralleler Strömungswege 45 verbindet die Einlaß- und
Auslaßverteiler.
-
Wie in der bevorzugten Ausführungsform dargestellt wird, wird
der Strömungsweg 59 nur durch Nuten in der äußeren Schicht 17
des Laminats gebildet. Der Strömungsweg kann jedoch auch
durch Nuten in der inneren Schicht 18 oder durch
aufeinanderpassende Nuten in beiden Schichten ausgebildet werden. In der
bevorzugten Ausführungsform beträgt die Tiefe der Nut etwa
die Hälfte der Dicke der Schicht 17, und der Nutengang
beträgt in etwa zweimal ihre Breite, wodurch eine geeignete
und gleichmäßige Erwärmung der gesamten
Einschließungsabdeckungsfläche gewährleistet wird.
-
Wie in Figur 4 dargestellt wird, ist im Innendeckband ein
Strömungsweg 29 ausgebildet. Der Einlaß 27 in den
Strömungsweg ist an der Außenfläche 30 des Innenbands angeordnet, und
der Auslaß 39 ist an der stromabwärts liegenden Fläche des
Laschenteils 20 des Innendeckbands angeordnet. Ein Teil 26
des über die Außenfläche 30 des Innendeckbands strömenden
Heißgases 19 tritt in den Einlaß 27 ein, strömt durch den
Strömungsweg 29 und wird am Auslaß 39 abgelassen. Vom Auslaß
39 strömt das Heißgas 26 in einen Hohlraum 53, der von einer
an der Außenfläche 54 der Einschließungsabdeckung 9
befestigten Platte 14 und der Lasche 20 gebildet wird. Aus dem
Hohlraum 53 strömt das Heißgas durch eine Öffnung 41 in der
Laminatschicht 18. Die Öffnung 41 ist mit dem Ende 46 der
Schlange ausgerichtet, dargestellt in Figur 6(a), so daß die
Öffnung 41 den Einlaß in den Strömungsweg 59 bildet. Eine
zweite Öffnung 40 ist in der Schicht 18 ausgebildet und mit
dem Ende 47 der Schlange ausgerichtet, und bildet so den
Auslaß des Strömungswegs 59. Das Heißgas 26 strömt durch den
Strömungsweg und wird durch die Öffnung 40 in das
stromabwärts am Innendeckband strömende Heißgas 19 abgelassen. Bei
der in Figur 6(b) dargestellten alternativen Anordnung sind
der Einlaß 41 und der Auslaß 40 jeweils mit dem
Einlaßverteiler 42 und dem Auslaßverteiler 43 verbunden.
-
Aufgrund der Ausdehnung, die das Heißgas 19 beim Durchströmen
des Turbinenabschnitts erfährt, nimmt sein Druck ab. Wie aus
Figur 5 ersichtlich wird, ist der Strömungsbereich aia Auslaß
62 zu den Leitschaufelsegmenten größer als der
Strömungsbereich an ihren Einlässen 61. Daher ist der Druck des über
den stromaufwärts liegenden Teil des Innendeckbands
strömenden Heißgases - d.h. der Teil, der näher am
Leitschaufelsegmenteinlaß 61 liegt, - höher als der des über den
stromabwärts
liegenden Teil des Deckbands strömenden Heißgases
- d.h. der Teil, der näher am Leitschaufelsegmentauslaß 62
liegt. Da die Öffnung 27 zum Strömungsweg 29 im stromaufwärts
liegenden Teil des Innendeckbands ausgebildet ist und sich
der Auslaß 40 in das über den stromabwärts liegenden Teil des
Deckbands strömende Heißgas 19 öffnet, besteht ein
Druckunterschied, der den Heißgasstrom 26 durch die Strömungswege
29 und 59 führt. Wie in Figur 4 dargestellt wird, ist darüber
hinaus der Anfangsteil des Strömungswegs 29 in einem Winkel
gegen die axiale Stromaufwärtsrichtung geneigt, um den
Heißgasstrom besser aufzunehmen.
-
Da, wie bereits erklärt, die Temperatur des über die
Außenfläche 30 des Innendeckbands strömenden Heißgases 19 etwa im
Bereich von 900ºC (1650ºF) liegt, während die Temperatur des
Innendeckbands nur 700ºC (1300ºF) beträgt, besteht die
Gefahr, daß der Heißgasstrom 26 durch das Laminat die
Temperatur der Einschließungsabdeckung übermäßig erhöht.
Übermäßige Erwärmung der Einschließungsabdeckung würde das
Laminat schwächen und dadurch seine Fähigkeit vermindern, dem von
der innerhalb der Einschließungsabdeckung strömenden Kühlluft
13 ausgeübten Druck standzuhalten. Ferner kann eine
übermäßige Erwärmung zusätzliche Wärmespannungen in
entgegengesetzter Richtung hervorrufen - d.h. die
Einschließungsabdeckung würde sich weiter ausdehnen wollen als das
Innendeckband. Daher wird in der bevorzugten Ausführungsform die
Temperatur des durch den Strömungsweg 29 strömenden Heißgases
26 reguliert. Die Regulierung wird erzielt durch ein im
Innendeckband stromaufwärts vom Einlaß 27 zum Strömungsweg 29
ausgebildetes Loch 65, wie in Figur 4 gezeigt wird. Das Loch
65 erstreckt sich von der inneren zur äußeren Fläche des
Innendeckbands und leitet ein Teil 25 der durch den
Strömungsweg 49 strömenden Kühlluft 12 in das über das
Innendeckbands strömende Heißgas 19, so daß die Temperatur des in
den Strömungsweg 29 strömenden Heißgases 26 reduziert wird.
Durch geeignete Größenwahl des Lochs 65 kann die Temperatur
des durch das Laminat strömenden Gases 26 reguliert werden,
um sicherzustellen, daß die Einschließungsabdeckung 9 im
richtigen Temperaturbereich arbeitet, der notwendig ist, um
eine ausreichende Festigkeit beizubehalten und die
unterschiedliche Wärmeausdehnung zu minimieren.
-
Wie in Figur 5 dargestellt wird, weist der Schaufelprofilteil
7 des Leitschaufelsegments konvexe 56 und konkave 44 Flächen
auf. Aufgrund ihrer Form leiten diese Flächen den
Heißgasstrom 19 in Richtung 66 durch die Leitschaufelsegmente In
der bevorzugten Ausführungsform ist der Auslaß 28 zum Loch 65
stromaufwärts vom Einlaß 27 zum Strömungsweg 29 in Richtung
31 ausgerichtet, wodurch eine ausreichende Mischung zwischen
der Kühlluft 12 und dem Heißgas 19 vor dem Eintritt des Heiß
gases 26 in den Einlaß 27 gewährleistet wird.
-
Schließlich wird in der bevorzugten Ausführungsform eine
Wärmesperrschicht 60, wie z.B. von einem auf dem Stand der
Technik wohlbekannte Keramiktyp, auf die Innenfläche 31 und
die Außenfläche 54 der Einschließungsabdeckung 9 aufgetragen,
wie in Figur 3 gezeigt wird. Die Wärmesperre verzögert die
Wärmeleitung aus den Schichten 17 und 18 in die Kühlluft 13,
55, wodurch eine unnötige Aufheizung der Kühlluft 13
vermieden wird und gewährleistet wird, daß das durch den
Strömungsweg 59 strömende Heißgas 26 die
Einschließungsabdeckung hinreichend erwärmt.
-
Obwohl die obige Beschreibung auf eine
Einschließungsabdeckung auf dem Innenband eines Leitschaufelsegments
gerichtet ist, sind die hierin geoffenbarten Prinzipien auch
auf andere, auf Gasturbinengliedern ausgebildete Strukturen
anwendbar, die übermäßigen unterschiedlichen
Wärmeausdehnungen ausgesetzt sind, weil sie kühler sind als die
Glieder, auf denen sie befestigt sind. Ferner ist es
selbstverständlich, daß zwar die obige Beschreibung auf eine
bevorzugte Ausführungsform der Erfindung gerichtet ist, aber der
Fachmann weitere Modifikationen und Variationen ausführen
kann, ohne von Umfang und Wesensart der Erfindung gemäß den
nachstehenden Ansprüchen abzuweichen. Daher ist die Erfindung
auf jede Einschließung oder Kanal anwendbar, ob in einer
Turbinenumgebung oder anderswo, in dem ein Kühlmedium wie
z.B. Luft durch das Gefäß strömt und die Außenseite des
Gefäßes auf eine höhere Temperatur erwärmt wird. In diesem Fall
beinhaltet die Erfindung einen Strömungsweg durch mindestens
einen Teil des zweiten Elements, sowie Mittel zur
kontrollierten Umgehung eines Teils des Wärmemediums, wie z.B.
-
Heißgas, das sich außerhalb des Gefäßes oder Kanals befindet,
durch den Strömungsweg, wodurch die Temperaturunterschiede um
den Einschließungsbereich herum verringert oder reguliert
werden.