DE69027770T2 - VERFAHREN ZUM BLEICHEN EINES FASERPULPS MIT EINER CHEMISCHEN LöSUNG - Google Patents

VERFAHREN ZUM BLEICHEN EINES FASERPULPS MIT EINER CHEMISCHEN LöSUNG

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein kontinuierliches Bleichen eines Faserpulps mit einer chemischen Lösung durch Bildung eines Pulpbettes aus einer Pulpsuspension auf einer Filteroberfläche und durch Leiten des Bettes durch eine oder mehrere chemische Behandlungsschritte, in denen eine chemische Lösung durch das Bett fortbewegt wird. Wenn ein Verfahren dieser Art zum Bleichen eines Zellulosematerials verwendet wird, wird dies im allgemeinen als Bleichen durch Fortbewegen oder dynamisches Bleichen bezeichnet.
  • Wenn die Herstellung einer Zellulosefaser gewünscht wird, die einen hohen Grad an Helligkeit aufweist, muß die Faser nach dem eigentlichen Kochungsverfahren gebleicht werden. Um zum Beispiel einen Sulfatpulp mit einem hohen Helligkeitsgrad zu erhalten, muß sie normalerweise in fünf Schritten unter Verwendung von Chlor und Chlordioxid als Bleichchemikalie und von Natriumhydroxid als Extraktionschemikahe gebleicht werden.
  • Bisher bestand das häufigste Verfahren in diesem Zusammenhang darin, die chemische Lösung zuerst mit der Pulpsuspension zu mischen, danach die Mischung (Pulp + Chemikalien) durch den Retentionsbehälter zu leiten, so daß die Chemikalien Zeit haben, sich ausreichend zu verteilen und mit dem Fasermaterial zu reagieren. Danach werden die Reaktionsprodukte, die gebildet wurden, abgewaschen.
  • Um eine ausreichende Verteilung in Abhängigkeit von der Chemikahe zu erhalten, wird eine relativ lange Retentionszeit verwendet. Wenn zum Beispiel Chlordioxid verwendet wird, beträgt die normale Retentionszeit zwischen 3 und 5 Stunden. Aus diesem Grund ist die erforderliche Vorrichtung relativ groß und teuer.
  • Es wurde schon vor langem festgestellt, daß es durch die Anwendung des Fortbewegungsverfahrens anstatt des Mischverfahrens möglich ist, die erforderliche Retentionszeit wesentlich zu verkürzen. In den 60er Jahren wurde damit begonnen, für dieses Verfahren eine geeignete Industrieausrüstung zu entwickeln. Einige der erwarteten Vorteile stellten sich tatsächlich ein, zum Beispiel war es möglich, die Hitzeanforderungen und den Wasserverbrauch des Bleichverfahrens im Vergleich mit der bis dahin eingesetzten Technologie wesentlich zu verringern. Andrerseits stieg der Verbrauch an Bleichungschemikalien ein wenig an.
  • Gleichzeitig wurde aber auch die herkömmliche Technologie, im speziellen die darin verwendeten Mischer entwickelt. Aus diesem Grund war das System, das auf der Fortbewegungstechnologie basierte, nicht mehr so konkurrenzfähig wie erwartet worden war. Heute wird Bleichen durch Fortbewegen vorwiegend bei leicht zu bleichendem Fasermaterial verwendet.
  • Das bisher angewandte Bleichungsverfahren, das auf dem Fortbewegungsverfahren basiert, wird nachstehend kurz beschrieben:
  • Durch ein Pulpbett, das gebildet wurde, wird eine chemische Lösung fortbewegt, die ein Flüssigkeitsvolumen aufweist, das etwa dem Flüssigkeitsgehalt des Bettes entspricht. Normalerweise ein Mengenkoeffizient von 1 - 1,1 (Mengenkoeffizient = Volumen der verwendeten chemischen Lösung, geteilt durch den Flüssigkeitsgehalt des Bettes) Die Konzentration der aktiven Chemikahe in der fortbewegenden chemischen Lösung wird so angepaßt, daß der Großteil der aktiven Chemikahe bei der Behandlung des Pulpbettes verbraucht wird. Vor der Entfernung der oben erwähnten chemischen Lösung - und mit ihr der gebildeten Reaktionsprodukte - von dem Bett durch Fortbewegen dieser Produkte mit der chemischen Lösung, die beim darauffolgenden Schritt verwendet wird, oder - im Falle des letzten Bleichschrittes - durch Fortbewegen mit Waschwasser, wird das Pulpbett durch einen sogenannten stationären Schritt durchgeleitet, mit einer ausreichenden Retentionszeit, so daß das hergestellte Konzentrationsprofil im Bett nach dem Fortbewegen Zeit haben sollte, um sich unter der Wirkung der Verteilung einzupendeln.
  • Es wurde festgestellt, daß, um durch dieses Verfahren ein Resultat zu erzielen, das so gut ist wie jenes, das durch das herkömmliche Verfahren erzielt wird, die Retentionszeit des oben erwähnten Schrittes in derselben Größenordnung sein sollte wie die Retentionszeiten bei dem herkömmlichen Verfahren.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, den oben erwähnten Nachteil durch Anwendung eines Fortbewegungsverfahrens zu vermeiden, das keinen stationären Schritt zum Erreichen einer gleichmäßigen chemischen Behandlung durch das Pulpbett hindurch erforderlich macht.
  • Das Bleichungsverfahren, das auf dem Fortbewegungsverfahren basiert, ist in vielerlei Hinsicht dem Waschverfahren ähnlich, das auf dem Fortbewegungsverfahren basiert, aber es gibt zwischen ihnen auch große Unterschiede, die unbedingt in angebrachter Weise bei der weiteren Entwicklung des Bleichungsverfahrens berücksichtigt werden müssen. Bei beiden Verfahren kommt es zu einem ähnlichen Mischen von Flüssigkeiten aufgrund von Dispersion und aufgrund der Tatsache, daß der Flüssigkeitsstrom im Faserbett laminar ist. Aus diesem Grund erfolgt, wenn der Flüssigkeitsgehalt des Pulpbettes mit einer anderen Flüssigkeit fortbewegt wird, die Fortbewegung idealerweise nie als Bausch, sondern es kommt immer zu einem Mischen zwischen den Flüssigkeiten, was sowohl beim Waschverfahren als auch beim Bleichungsverfahren nachteilig ist. Dieses nachteilige Mischen kann in beiden Verfahren dadurch verringert werden, daß verschiedene aufeinanderfolgende Fortbewegungen gemäß dem Gegenstromprinzip durchgeführt werden. Dabei werden aber mit steigender Anzahl der verwendeten Fortbewegungsschritte auch die Ausrüstungskosten höher.
  • Beim Waschen des Pulps kommt es zu keinen chemischen Reaktionen, und der Hauptzweck des Verfahrens besteht darin, die in der Lösung im Pulpbett vorhandenen Chemikalien so behutsam wie möglich von dem Pulp zu trennen. Beim Waschen des Pulps - wenn der Mengenkoeffizient der Fortbewegung steigt - verbessert sich die Rückgewinnung von Chemikalien, und aus diesem Grund wird im allgemeinen ein relativ hoher Mengenkoeffizient verwendet, obwohl dadurch der rückgewonnene Flüssigkeitsgehalt bzw. die Verdampfungsanforderung der rückgewonnenen Lösung steigt.
  • Beim Bleichen durch Fortbewegen ist es andrerseits - in der Weise, in der es bisher umgesetzt wurde - nicht vorteilhaft, einen hohen Mengenkoeffizienten zu verwenden, da in solch einem Fall die Verluste von aktiven Chemikalien beim Bleichen ansteigen, aufgrund der Tatsache, daß die aktiven Chemikalien, die durch das Pulpbett fortbewegt werden, in diesem Fall nicht rückgewonnen werden.
  • Sowohl beim Waschen als auch Bleichen basiert das Fortbewegen auf dem Querstromverfahren, bei dem der Flüssigkeitsstrom durch das Bett während des Fortbewegens zu der Laufrichtung des Bettes senkrecht ist.
  • Da Pulpfasern zusammendrückbar sind, ist die Konsistenz des Pulpbettes nicht im ganzen Bett konstant; sie steigt exponentiell zur Filteroberfläche hin. Dieses Profil ist natürlich von der Art des betreffenden Pulps abhängig und davon, wie groß der Druckunterschied ist, der verwendet wird, um den Flüssigkeitsstrom zu erzeugen. Normalerweise steigt es von einem Konsistenzwert von etwa 2% auf etwa 20%, wobei der Durchschnitt bei etwa 10% liegt.
  • Vom Standpunkt der Wirksamkeit des Waschens aus betrachtet, hat dieses Phänomen keine große Bedeutung, aber beim Bleichen, bei dem es wichtig ist, daß alle Faserschichten im Bett eine ausreichende Menge an aktiven Bleichungschemikalien erhalten, ist es von besonders großer Bedeutung, im besonderen deshalb, weil zusätzlich die Konzentration der aktiven Chemikalien in der Lösung kontinuierlich sinkt, während die Lösung zur Filteroberfläche hin strömt. Dies ist auf das oben erwähnte Dispersionsphänomen und die Tatsache zurückzuführen, daß Chemikalien verbraucht werden, wenn sie mit den Pulpschichten, durch die sie strömen, reagieren.
  • Aus diesem Grund werden bei dem Bleichungsverfahren durch Fortbewegen, das bisher angewandt wurde, die Pulpschichten, die sich in einem größeren Abstand von der Filteroberfläche befinden, mit einer chemischen Lösung behandelt, die einen großen Überschuß an Chemikalien im Vergleich mit den Anforderungen aufweist. Beziehungsweise nehmen die Schichten, die sich nahe an der Filteroberfläche befinden, keine ausreichende Menge an aktiven Chemikalien auf, oder nehmen keine aktiven Chemikalien während des Fortbewegens auf, und somit ist das Bleichen des Pulpbettes ziemlich ungleichmäßig.
  • Es ist aber festgestellt worden, daß die Verwendung von überschüssigen aktiven Chemikalien keinen Schaden im Sinne von unerwünschten sekundären Reaktionen wie einer Auflösung von Zellulose und Fasern verursacht, wenn die Verfahrensbedingungen, wie die Temperatur und der pH-Wert, bei den korrekten Werten gehalten werden. Die überschüssigen Chemikalien müssen aber vor der darauffolgenden chemischen Behandlung, in deren Verlauf die Verfahrensbedingungen wieder anders sein werden, vom Pulp entfernt werden.
  • Wenn die Fortbewegungstechnik zum Bleichen von Pulp verwendet wird, ist es am wichtigsten, daß alle Schichten des Pulpbettes mit einer ausreichenden Menge an Chemikalien behandelt werden und daß, um dies sicherzustellen, eine Lösung verwendet wird, bei der die Menge an aktiven Chemikalien wesentlich größer ist, als die für die vollständige Behandlung des gesamten Bettes erforderliche Menge.
  • Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, diese Art von Pulpbettbehandlung zu schaffen, aber in einer Weise, daß durch Verluste von aktiven Chemikalien kein höherer Verbrauch von Chemikalien als bei einem normalen Bleichungsverfahren verursacht wird.
  • Gemäß der norwegischen Patentanmeldung NO-A-141172 werden zwei fortbewegte Flüssigkeitsfraktionen erhalten, eine von ihnen mit einem hohen Gehalt an einer Bleichungschemikalie und die andere mit einem hohen Gehalt an aufgelöstem Material, wobei die Bleichungschemikalie im letzteren Fall großteils verbraucht worden ist. Beide dieser Fraktionen können wiederverwertet werden, erstere als solche selbst, während letztere eine Intensivierung erforderlich macht, d.h., ein Auffrischen mit einem zugegebenen Reaktionspartner. Dies unterscheidet sich von der vorliegenden Erfindung, bei der die Fraktion mit dem höheren Gehalt an aktiver Chemikahe vor der Wiederverwendung aufgefrischt wird.
  • Die Hauptmerkmale der Erfindung sind in den begleitenden Patentansprüchen angeführt.
  • Kurz gesagt, sieht das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung folgendermaßen aus:
  • Ein Pulpbett wird aus einem sauberen gewaschenen Pulp, der zu bleichen ist, gebildet, und die darin vorhandene Waschflüssigkeit wird fortbewegt, indem als Fortbewegungsflüssigkeit die erste Bleichungslösung (die als aktive Chemikalien zum Beispiel Chlor und/oder Chlordioxid enthält) verwendet wird, die aktive Chemikalien in Überschuß enthält, vorzugsweise etwa die doppelte Menge, die bei diesem Schritt für die vollständige chemische Behandlung des gesamten Pulpbettes notwendig ist. Nach diesem Fortbewegen wird sofort, also ohne Verzögerung, das Fortbewegen mit einer anderen Lösung oder mehreren Lösungen weitergeführt, bis die Lösung, die beim ersten Fortbewegen verwendet wurde, und die Menge an aktiver Chemikahe, die in ihr vorhanden ist, zur Gänze oder beinahe zur Gänze vom Bett fortbewegt wurde.
  • Bei dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung enthält ein Bleichungsschritt nicht nur ein Fortbewegen, sondern mehrere Fortbewegungsvorgänge mit mindestens zwei Lösungen. Somit werden die Filtrate mindestens in drei Fraktionen aufgeteilt.
  • Mehrere der oben beschriebenen Bleichungsschritte können aufeinanderfolgend im Verfahren verwendet werden.
  • Auf die oben beschriebene Weise ist es möglich, den Mengenkoeffizienten frei auszuwählen, der bei dem Fortbewegungsvorgang zu verwenden ist, und dieser kann wesentlich höher sein als eins, ohne Erhöhen der Verluste von Bleichungschemikalien. Im Gegenteil, wie beim Waschverfahren zu sehen ist, wird ein Bleichungsverfahren erhalten, bei dem die Wirksamkeit und die Verwendung und Rückgewinnung von Chemikalien durch die Verwendung eines höheren Mengenkoeffizienten verbessert werden.
  • Bei diesem Bleichungsverfahren, wie oben gezeigt wurde, kann es daher einen oder mehrere Flüssigkeitsbereiche im selben Bett-Querschnitt geben, in Abhängigkeit davon, wie hoch die Teilmengenkoeffizienten sind, die für die verschiedenen Flüssigkeiten verwendet wurden. Der Mengenkoeffizient des rückgewonnenen Filtrats, das die aktive Chemikahe enthält, bestimmt, wie effizient die nicht verwendeten aktiven Chemikalien rückgewonnen werden. Je höher dieser Mengenkoeffizient ist, umso besser ist die Rückgewinnung. Dadurch wird auch der Mengenkoeffizient für die chemische Lösung bestimmt, die für das Fortbewegen verwendet wird, da er derselbe sein muß wie der Mengenkoeffizient des rückgewonnenen Filtrats, zusammen mit der Wirkung der Menge an frischen Chemikalien.
  • Was die effiziente Gewinnung der Bleichungschemikalien betrifft, ist die Rückgewinnung der oben erwähnten aktiven Chemikalien, die effektiv durch das Bett fortbewegt werden, insofern wichtig, als daß so wenig wie möglich von der Lösung des Schrittes, die aktive Chemikalien enthält, mit der anderen chemischen Lösung vermischt werden sollte, die bei dem darauffolgenden Behandlungsschritt verwendet wird. Aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, daß es in einem Behandlungsschritt möglich ist, einen hohen Gesamtmengenkoeffizienten zu verwenden, ohne dabei die Verluste an aktiven Chemikalien zu erhöhen, wird die aktive chemische Lösung des unmittelbar darauffolgenden Behandlungsschrittes nicht dazu verwendet, die aktive chemische Lösung des betreffenden Schrittes fortzubewegen, sondern es wird eine Lösung verwendet, die hinsichtlich beider Behandlungsschritte so neutral wie möglich ist, zum Beispiel vorzugsweise reines Wasser mit einer geeigneten Temperatur. Wenn zum Beispiel eine Chlorlösung direkt mit einer Natriumhydroxidlösung fortbewegt wird, werden die Lösungen aufgrund von Dispersion miteinander in dem Grenzbereich vermischt. Somit heben sie gegenseitig die positive Wirkung bezüglich des Bleichens auf, und zusätzlich werden nachteilige sekundäre Reaktionen erzeugt. Aufgrund des drastischen Wechsels des pH-Wertes kann zum Beispiel die Chlorlösung in eine Hypochloritlösung umgewandelt werden.
  • In einigen Fällen kann es jedoch vorteilhaft sein, ein Filtrat zu verwenden, das nur Chemikalien oder Reaktionsprodukte enthält, die vom Standpunkt des Bleichungsverfahrens aus gesehen verbraucht wurden.
  • Das Filtrat, das von dem Faserbett durch die Filteroberfläche während der chemischen Behandlung entfernt wird, indem es mit der aktiven chemischen Lösung und der neutralen Lösung fortbewegt wird, die in dem Schritt verwendet werden, ändert sich hinsichtlich seines Gehalts an Chemikalien, während das Pulpbett mit fortschreitendem Fortbewegen weitergeht. Seine erste Fraktion enthält hauptsächlich Chemikalien, die in dem vorhergehenden Schritt verwendet und verbraucht werden, und die erzeugten Reaktionsprodukte. Die Fraktion verwandelt sich dann langsamer oder rascher, gemäß der Stärke der durch das Bett verursachten Dispersion, zu einem Filtrat, das hauptsächlich die aktiven Chemikalien, die in dem betreffenden Behandlungsschritt verwendet werden, dessen Chemikalien beim Reagieren mit dem Fasermaterial des Pulpbettes inaktiv wurden, und Reaktionsprodukte enthält, die gebildet wurden. Diese Fraktion verwandelt sich dann auf entsprechende Weise in eine Fraktion, die hauptsächlich bei dem Behandlungsschritt verwendete aktive Chemikalien enthält, die nicht durch Reaktion verbraucht wurden und dem Überschuß an aktiver Chemikahe entsprechen, die in dem Behandlungsschritt verwendet wird. Diese Fraktion verwandelt sich ihrerseits, wenn das Bett fortfährt, in entsprechender Weise in eine Fraktion, die hauptsächlich Chemikalien enthält, die von der neutralen Lösung gewonnen werden, die als eine Lösung zum Fortbewegen in diesem Schritt unmittelbar nach der aktiven chemischen Lösung verwendet wird. Wenn diese Lösung, wie normalerweise empfohlen wird, reines Wasser ist, verwandelt sich die oben erwähnte Fraktion, die aktive Chemikalien enthält, in beinahe pures Wasser, bevor sie sich wieder in eine Lösung verwandelt, die verbrauchte Chemikalien, die in dem darauffolgenden Behandlungsschritt verwendet werden, und die gebildeten Reaktionsprodukte enthält, außer der betreffende Schritt ist der letzte Behandlungsschritt.
  • Die dritte Filtratfraktion von oben, die aktive Chemikalien enthält, die nicht bei den Reaktionen in dem Behandlungsschritt verbraucht wurden, wird so sorgfältig wie möglich rückgewonnen und zusammen mit zugegebenen frischen Chemikalien als eine chemische Lösung im selben Behandlungsschritt wiederverwendet.
  • Der Teil dieser Lösung, der rückgewonnen werden kann, ist natürlich die Menge der aktiven chemischen Lösung des Schrittes abzüglich der Menge der frischen Chemikalien.
  • Da die Lösungsmenge, die rückgewonnen werden soll, in der oben erwähnten Weise beschränkt ist und da es außerdem zu der Dispersion im Faserbett kommt, ist es nicht möglich, 100 Prozent der Gesamtmenge der aktiven Chemikahe rückzugewinnen, die durch das Bett fortbewegt wird; ein kleiner Teil davon ("Schwanz") bleibt immer in der Filtratfraktion zurück, die zuvor vom Bett fortbewegt wurde, und ein zweiter "Schwanz" in der Filtratfraktion, die danach fortbewegt wird.
  • Die maximale Rückgewinnung von aktiven Chemikalien wird erhalten, wenn es möglich ist, das Entfernen der Filtratfraktionen anzupassen, so daß die maximale Konzentration an aktiven Chemikalien in beiden "Schwänzen" dieselbe ist, d.h., die Konzentration von aktiven Chemikalien in dem Filtrat ist an beiden Teilungspunkten der Filtratfraktionen dieselbe.
  • Das Filtrat könnte in verschiedene Fraktionen einfach dadurch geteilt werden, daß die Filtratkammer hinter der Sortiereroberfläche durch Teilungsmittel geteilt wird, die den Sortierer vollkommen abdichten. In diesem Fall wäre es aber nicht möglich, bei allen Betriebssituationen eine maximale Rückgewinnung von Chemikalien zu erreichen, da sich die Lage des chemischen Profils des Filtrats in der verwendeten Ausrüstung verschiebt, wenn sich das Verhältnis zwischen der Fortbewegungs flüssigkeits stromgeschwindigkeit und der Filteroberflächenlaufgeschwindigkeit ändert. Außerdem wird die Lage des chemischen Profils zwischen den Chemikalien, die bei der Reaktion verbraucht werden, und den noch aktiven Chemikalien von dem Anteil der verwendeten aktiven Chemikalien beeinflußt, die in der Behandlung des Bettes verbraucht wurden. Dieser Anteil hängt unter anderem davon ab, wieviel restliches Lignin oder eines ähnlichen Bestandteils, der Chemikalien verbraucht, in dem Pulpbett vorhanden ist, das behandelt wird.
  • Durch Verwendung des Ausrüstungssystems, das in unserer gleichzeitig anhängigen Finnischen Patenanmeldung 891661, in Entsprechung mit der Europäischen Patentanmeldung 90905530.3, zur Umsetzung des in der vorliegenden Anmeldung offenbarten Verfahrens offenbart ist, ist es auch bei den oben erwähnten unterschiedlichen Betriebssituationen möglich, das Zurückziehen der Filtratfraktion anzupassen, die aktive Chemikalien in solcher Weise enthält, daß die Rückgewinnung der aktiven Chemikalien immer maximiert wird.
  • Diese Ausrüstung gemäß unserer Finnischen Patentanmeldung wird unten genauer unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, wobei:
  • Figur 1 eine vertikale Schnittdarstellung einer empfohlenen Ausführung ist,
  • Figur 2 die entsprechende horizontale Schnittdarstellung derselben ist.
  • Abgesehen von den Pumpen 1, 2, 3, 4, 5, die für die Übertragung der Pulpsuspension in die Vorrichtung und für ihr Entfernen sowie für Flüssigkeitsübertragung notwendig sind, schließt die Vorrichtung zusätzlich zu der befestigten Stützstruktur 6 nur zwei bewegliche Teile ein: einen drehbaren Sortierermantel 7 zusammen mit dem damit verbundenen Antrieb 8 und den Rührer 9 für die gewaschene Pulpbahn.
  • Die kreisförmige Form des Sortierermantels wird mittels eines oberen Sortierer-Stützringes 10 und eines unteren Stützringes 11 gehalten. Die gewünschte Drehgeschwindigkeit für den Sortierermantel wird mit Hilfe eines Sortierermantel-Zugringes 12 und eines damit verbundenen Antriebs 8 bereitgestellt.
  • Das Flüssigkeitsvolumen zwischen der innersten und äußersten Stützstruktur 13, 14, wo sich der Sortierermantel auch dreht, wird mit Hilfe von Trennvorrichtungen 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27 in solcher Weise getrennt, daß getrennte Flüssigkeitskammern für die verschiedenen Fortbewegungsschritte gebildet werden.
  • Der Sortierermantel wird mit Hilfe von Dichtungen 28, 29 abgedichtet, die an den Stützringen angebracht sind, damit innerhalb des Sortierers ein höherer Flüssigkeitspegel 30, 31 erhalten bleibt als außerhalb des Sortierers, wenn sich eine Pulpbahn 32 auf der Sortiereroberfläche befindet.
  • Die Filtratkammer wird mit Hilfe von Trennvorrichtungen getrennt, die einen gleichmäßig breiten Schlitz relativ zur Filteroberfläche zurücklassen, durch den ein Teil der Filtratfraktion in die vorhergehende oder folgende Filtratfraktion eindringen kann. Wenn die Konzentrationen an aktiven Chemikalien bei den Schlitzen beider Trennvorrichtungen gemessen werden, die die Filtratfraktion, die eine aktive Chemikalie enthält, von den anderen Filtratfraktionen trennt, und das gegenseitige Zurückziehverhältnis dieser anderen Filtratfraktionen dementsprechend angepaßt wird, so daß beide gemessenen Konzentrationen gleich sein werden, wird, wie oben gezeigt, eine optimale Rückgewinnung von Chemikalien erhalten.
  • Wenn das Ausrüstungssystem gemäß unserer gleichzeitig anhängigen Finnischen Patentanmeldung 891661 für die Umsetzung des vorliegenden Bleichungsverfahrens verwendet wird, ist die empfehlenswerteste Ausführungsform jene, in der die wichtigsten Variablen des Verfahrens in derselben Größenordnung sind wie für den Fall, in dem die Ausrüstung zum Waschen von Pulp verwendet wird. Die Dicke des Pulpbettes liegt bei 20 - 100 mm, vorzugsweise bei etwa 50 mm. Der Druckunterschied zur Erreichung des Fortbewegens der Flüssigkeit liegt bei 1 - 4 Metern der Wassersäule. Die Laufgeschwindigkeit des Sortierers liegt bei 0,2 - 1 m/s, vorzugsweise bei 0,5 m/s. Der Gesamtmengenkoeffizient des Fortbewegens eines der Behandlungsschritte beträgt > 1,5, vorzugsweise > 2. Der Mengenkoeffizient der Lösung an aktiven Chemikalien liegt etwa bei der Hälfte dieser Werte. Auf der Grundlage der oben genannten Werte wird die Gesamtretentionszeit des Faserbettes in einem Behandlungsschritt bei 10 - 50 Sekunden liegen, normalerweise etwa bei 20 Sekunden.
  • Da die bevorzugteste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darin besteht, bei jedem Bleichungsschritt durch Fortbewegen einen hohen Mengenkoeffizienten zu verwenden, d.h. einen Koeffizienten, der etwa zweimal so groß ist wie der bei den Bleichungsverfahren durch Fortbewegen, die bisher verwendet wurden, und zusätzlich darin, jeden Schritt in mindestens zwei Teilschritte aufzuteilen, erfordert die Anwendung dieses Bleichungsverfahrens, daß ein Verfahren und eine Ausrüstung zur Verfügung stehen, die für die Umsetzung des Verfahrens notwendig sind, und die es ermöglichen, daß verschiedene aufeinanderfolgende Fortbewegungsschritte in ein und derselben Vorrichtung umgesetzt werden und daß, wenn Schritte hinzugefügt werden, deren Grenzkosten relativ gering sind, und auch die berechneten Ausrüstungskosten pro effektiver Sortiereroberfläche wirtschaftlich sind.
  • Wenn es nicht möglich ist, alle Bleichungsschritte in derselben Vorrichtung durchzuführen und die Pulpbahn zwischen den Bleichungsschritten von einer Vorrichtung zu einer anderen übertragen werden muß, verursacht diese Übertragung des Pulps ein beinahe vollständiges Mischen des Pulpbettes und seines Flüssigkeitsgehaltes. Um in diesem Fall das Mischen der verschiedenen chemischen Lösungen miteinander verhindern zu können, muß die Übertragung so stattfinden, daß der Flüssigkeitsgehalt des gesamten Bettes hauptsächlich aus nur einer chemischen Lösung besteht, vorzugsweise aus Wasser oder einer neutralen Lösung. Das bedeutet, daß der Teilmengenkoeffizient dieser chemischen Lösung mindestens eins sein muß, vorzugsweise höher.
  • Bei dem vorliegenden Verfahren wird die Oberflächenschicht des Faserbettes im Vergleich zur Bodenschicht mit etwa der doppelten Menge an Chemikalien behandelt. Diese ungleichmäßige Verteilung hat aber keine Auswirkung auf die gleichmäßige chemische Behandlung des Bettes, da, wenn wir die einzelnen Faserschichten des Bettes überprüfen, durch jede Schicht aktive Chemikalien strömen, deren Menge sich einem unendlichen Verhältnis zu der Menge nähert, die die betreffende Faserschicht verbraucht, um eine vollständige Reaktion zu erreichen.
  • Damit wird eine ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit in jeder Faser für eine Reaktion zwischen der Bleichungschemikalie und dem restlichen Lignin erreicht, wobei die Wahrscheinlichkeit von dem Behandlungszeitraum unabhängig ist, d.h., sie ist unabhängig von der Retentionszeit des Bettes im Bleichungsschritt. Daraus folgt auch, daß der Pulp nicht dick sein muß; seine optimale Dicke wird auf der Grundlage der Tatsache bestimmt, daß die Flüssigkeitsdispersion, die durch das Bett geschaffen wird, ausreichend klein ist, ohne daß eine unnötig große Filteroberfläche erforderlich ist.
  • Das oben Erwähnte bedeutet, daß das Bilden und Erhalten eines homogenen Pulpbettes für das vorliegende Verfahren vorteilhaft sind. Außerdem ist es für dieses Verfahren von besonderer Wichtigkeit, daß es möglich ist, die zwei Filtratfraktionen voneinander zu trennen, von denen die erste hauptsächlich Reaktionsprodukte und die zweite aktive Chemikalien enthält, bevor sie miteinander vermischt werden. Zusätzlich muß es die Moglichkeit geben, die Konzentration von Chemikalien unmittelbar hinter der Filteroberfläche zu messen und entsprechend zu bestimmen sowie die Filtratgeschwindigkeiten auf optimale Weise einzustellen.
  • Das vorliegende Verfahren erfordert eine schnellstmögliche Übertragung von Chemikalien, die auf einer erzwungenen, geleiteten Strömung nicht nur um die Fasern herum, sondern auch durch sie hindurch beruht, da die Retentionszeit so kurz ist, daß keine bedeutende Übertragung von Material durch Verteilung stattfinden kann. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, darauf abzuzielen, daß das System ein Zwei- Phasen-System bleibt, wodurch notwendig wird, daß der Druck im System nicht unter dem Gesamtgleichgewichtsdruck der Gase und Dämpfe liegt. In diesem Fall bleibt ein maximaler Anteil der Gase und Dämpfe unaufgelöst in der Flüssigkeitsphase, und keine störenden Gasblasen oder keine störende Gasphase wird während der Behandlung im Bett gebildet.
  • Das Verfahren und die Vorrichtung, die dafür entwickelt wurden und die diese Voraussetzungen und Bedingungen erfüllen, werden in unserer gleichzeitig anhängigen Finnischen Patentanmeldung 891661 in Entsprechung der Europaischen Patentanmeldung 90905530.3 mit demselben Prioritätsdatum wie die vorliegende Anmeldung offenbart, nämlich dem 7. April 1989, (Datum der Einreichung: 6. April 1990, Datum der Veröffentlichung: 18. Oktober 1990). Durch Verwendung des Verfahrens und der Vorrichtung dieser Anmeldung für das vorliegende Bleichungsverfahren können unter anderem folgende Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren, die Mischen verwenden, und im Vergleich zu den bisher verwendeten Bleichungsverfahren durch Fortbewegen erreicht werden:
  • -Was die Verfahrens- und Ausrüstungstechnologie betrifft, wird das Bleichungsverfahren einfach, da es möglich ist, mehrere Bleichungsschritte in einer Vorrichtung auszuführen.
  • -Der Energieverbrauch ist gering, da nur eine geringe Notwendigkeit zum Pumpen der Flüssigkeit besteht und nicht gemischt werden muß.
  • - Der Verbrauch von Bleichungschemikalien ist geringer als bei normalem Bleichen, da es möglich ist, die Lösung, die aktive Chemikalien enthält, effektiv von den Lösungen getrennt zu halten, die während des Bleichungsverf ahrens erzeugt werden und die Reaktionsprodukte enthalten, die andernfalls weiter Bleichungschemikalien verbrauchen könnten, falls ihnen ermöglicht würde, sich mit ihnen zu vermischen.
  • - Es ist möglich, optimale Verfahrensbedingungen bei den verschiedenen Bleichungsschritten aufrechtzuerhalten, und außerdem werden Faserbüschel, die vor dem Bleichen schlecht delignifiziert wurden, mit einer ausreichenden Menge an Chemikalien behandelt. Diese Faktoren stellen die Voraussetzungen zum Erreichen einer großen und gleichmäßigen Helligkeit des Pulps und eines geringen Schmutzgehaltes dar, und zudem werden gute Festigkeitseigenschaften aufrechterhalten.

Claims (3)

1. Verfahren zum kontinuierlichen chemischen Bleichen eines Faserpulps durch Anwendung einer Faserpulp-Suspension auf eine Filter-Oberfläche zur Bildung eines Pulpbetts und durch Leiten des Fulpbettes durch eine oder mehrere chemische Behandlungsschritte, in denen eine chemische Lösung durch das Bett fortbewegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Behandlungsschritt zwei verschiedene Behandlungsflüssigkeiten angewendet werden, daß das gesamte Flüssigkeitsvolumen der beiden Behandlungsflüssigkeiten in jedem Behandlungsschritt nennenswert größer ist als das in dem Filterbett am Fnde des Fortbewegungsvorgangs verbleibende Flüssigkeitsvolumen, nämlich 2- bis 3-fach, daß die Behandlung das sukzessive Fortbewegen der Behandlungsflüssigkeiten durch das Bett enthält, daß die erste Behandlungsflüssigkeit in jedem Behandlungsschritt eine chemische Lösung ist, die einen nennenswert größeren Betrag an aktiven Chemikalien enthält, als er in den in dem Pulpbett erfolgenden Reaktionen verbraucht wird, vorzugsweise etwa den zweifachen Betrag, daß die zweite Behandlungsflüssigkeit in jedem Schritt eine Lösung ist, die keine im Verlauf des Verfalirens aktiven Chemikalien enthält, daß die zweite Behandlungsflüssigkeit so eingeführt wird, daß sie einerseits den Teil der ersten Behandlungsfiüssigkeit, in dem die aktiven Chemikalien verbraucht worden sind, und andererseits den Teil der ersten Behandlungsfiüssigkeit, der noch aktive unreagierte Chemikalien enthält, fortbewegt, wobei diese Teile als ein Filtrat entfernt werden, daß das Filtrat in drei aufeinanderfolgende Fraktionen geteilt wird, von denen die mittlere Fraktion den größten Anteil der das Bett verlassenden aktiven nicht umgesetzten Chemikalien enthält, daß die Konzentration der aktiven Chemikalien an dem Teilungspunkt zwischen der mittleren Fraktion und der ersten Fraktion und an dem Teilungspunkt zwischen der mittleren Fraktion und der dritten Fraktion gemessen werden und auf der Basis dieser Niessung das Volumenverhältnis zwischen der ersten und dritten entfernten Fraktion derart eingestellt wird, daß die Konzentration von aktiven Chemikalien bei beiden Teilungspunkten etwa dieselbe ist, und daß die mittlere Fraktion mit einer frischen chemischen Lösung verstärkt und die verstärkte Fraktion als erste Behandlungsflüssigkeit verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite in einem Behandlungsschritt angewandte Behandlungsfiüssigkeit Wasser und/oder eine von einem anderen Behandlungsschritt entnommene Flüssigkeit ist, die im wesemlichen nur Reaktionsprodukte enthält.
3. Verfahren nach einem der Anspüche 1 oder 7 dadurch gekennzeichnet daß das faserartige oder endgültig-geteilte Material in den chemischen Behandlungsschritten in Horizontalrichtung fortbewegt wird und das Filtrieren der Flüssigkeit und das Fortbewegen der Flüssigkeit durch einen horizontalen Flüssigkeitsfluß durch das Bett, senkrecht zu der Laufrichung des Bettes in einer solchen Weise durchgeführt wird, daß das Filtrieren und das Fortbewegen der Flüssigkeit durchgeführt werden, wärrend die Filteroberfläche sich durch eine hydrostatische Druckdifferenz entlang der Filteroberfläche koninuierlich in einer Flüssigkeit und in senkrechter Lage relativ zu der horizontalen Flußrichtung befindet.
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