ARBEITSPLATZ UND ENTSPRECHENDES BETRIEBSVERFAHREN
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Diese Erfindung bezieht sich auf den Bereich von
Arbeitsplätzen, Datenverarbeitungsnetzwerken, die Arbeitsplätze enthalten
und auf Verfahren, um die Arbeitsplätze und die
Datenverarbeitungsnetzwerke zu betreiben. Insbesondere bezieht sich die
Erfindung auf Arbeitsplätze und Datenverarbeitungsnetzwerke, mit
denen ein Benutzer die Datenverarbeitung mittels lokaler
Anwendungen oder Fernanwendungen ausführen kann.
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Der Trend bei Computern geht dahin, Datenprozessoren
miteinander zu verbinden, um Datenverarbeitungsnetzwerke zu bilden. Die
Prozessoren innerhalb dieser Netzwerke können Betriebsmittel,
wie zum Beispiel Datenspeichereinheiten oder
Kommunikationseinrichtungen, gemeinsam benutzen und sich ebenfalls die
Datenverarbeitungslast teilen. Normalerweise hat jeder Benutzer seinen
eigenen intelligenten Arbeitsplatz, der mit einem oder mehreren
Großrechnersystem (en) verbunden ist.
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Bestimmte Datenverarbeitungsanwendungen, zum Beispiel
diejenigen, die eine große Anzahl von Benutzerdialogen erfordern,
werden am besten lokal von dem lokalen Prozessor des
Benutzerarbeitsplatzes ausgeführt. Andere Datenverarbeitungsanwendungen,
zum Beispiel diejenigen, die eine große Anzahl von numerisch
verarbeiteten Daten erfordern oder gemeinsam benutzte Daten
haben, werden am besten mit dem entfernt stehenden Prozessor
eines Großrechnersystems ausgeführt.
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Bei der ständig steigenden Benutzung von Computersystemen durch
Nichtexperten ist es wünschenswert, daß die Systeme so einfach
wie möglich zu bedienen sind.
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Von einem Aspekt aus gesehen, liefert die vorliegende Erfindung
einen Arbeitsplatz wie in Anspruch 1 angemeldet.
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Die vorliegende Erfindung erkennt und überwindet so das Problem
der zusätzlichen Komplexität für den Benutzer, das früher mit
den Arbeitsplätzen verbunden war, die sowohl in lokalen
Anwendungen als auch in Fernanwendungen laufen können. Arbeitsplätze
aus dem Stand der Technik haben es erforderlich gemacht, daß
der Benutzer lokale Anwendungen und Fernanwendungen auf
verschiedene Art und Weise starten sollte. Die Erfindung liefert
ein System, das den Vorteil hat, einfacher in der Benutzung zu
sein, als Systeme aus dem Stand der Technik, indem ein
Einzelmodus und eine Anzeige bereitgestellt werden, von der alle
verschiedenen Sorten der Anwendung gestartet werden können.
Demgemäß muß der Benutzer nicht wissen, ob es sich bei der
ausgewählten Anwendung um eine lokale Anwendung oder eine
Fernanwendung handelt und kann jederzeit eine Vielzahl von solchen
lokalen Anwendungen und Fernanwendungen laufen lassen.
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Die vorliegende Erfindung liefert diese Funktion, indem eine
Ersatzanwendung verwendet wird, die von dem lokalen Prozessor
bearbeitet wird, wenn eine Fernanwendung ausgewählt wird. Die
Tatsache, daß die Ersatzanwendung in dem Arbeitsplatz läuft,
bedeutet, daß die Ersatzanwendung beginnen kann, in dem
Arbeitsplatz auf die gleiche Weise zu laufen wie eine normale
lokale Anwendung. Sobald die Ersatzanwendung aktiviert wurde,
werden die notwendigen Schritte (z.B. durch
Tastenanschlag-Emulation) unternommen, um die erforderliche Fernanwendung
auszulösen.
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Es gibt Systeme in dem Stand der Technik, in denen der Benutzer
eine Anwendung aus einer Anzahl von verschiedenen lokalen
Anwendungen auswählen kann, indem ein lokaler Anwendungsname aus
einer Liste mit lokalen Anwendungsnamen markiert wird. Solche
Systeme liefern einen Weg, um lokale Anwendungen zu starten,
der für den Benutzer einfach zu verstehen und zu behalten ist.
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Es gibt Systeme in dem Stand der Technik, in denen der Benutzer
auf einen entfernt stehenden Prozessor zugreifen kann, indem er
einen abgekürzten Namen für diesen Prozessor eingibt. Diese
Systeme funktionieren, in dem automatisch der Tastenanschlag
emuliert wird, den der Benutzer benötigt, um auf diesen entfernt
stehenden Prozessor zuzugreifen und die Fernanwendung zu
starten. Diese Systeme aus dem Stand der Technik liefern somit
automatisch die Information, wie zum Beispiel die elektronische
Adresse des entfernt stehenden Prozessors, die
Identifikationsnummer des Benutzers und das Paßwort des Benutzers.
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Es gab in dem Stand der Technik keine Systeme, in denen es
möglich war, sowohl lokale Anwendungen als auch Fernanwendungen
aus einem einzelnen Anwendungsauswahlmodus auszuwählen, in dem
Darstellungen von den Anwendungen angezeigt werden.
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Es gibt jedoch in dem Stand der Technik verteilte Systeme, die
es ermöglichen, Anwendungsprogramme irgendwo in dem System
laufen zu lassen und Anwendungen aus einem Fenster auszuwählen, in
dem die Anwendungen angezeigt werden. "X Window" System wie in
R.W. Scheifler et al. beschrieben: "X Window" System, 1988,
Digital Press, Bedford (US), ist ein netztransparentes System,
das es ermöglicht, zahlreiche Anwendungsprogramme (Clients)in
Maschinen laufen zu lassen, die durch das Netz gestreut werden.
Der X-Server ist ein Programm, das als Zwischenstück zwischen
den Anwendungen und der Benutzeranzeige dient und die Ausgabe
aus den Clients an die Anzeige bearbeitet und die Eingabe zur
Verarbeitung an die entsprechenden Clients sendet. Die C
Unterprogrammbibliothek Xlib verbindet die Clients mit dem Server.
Ereignisse sind Daten, die von dem X-Server als ein Ergebnis
von einer Geräteaktivität oder als Nebeneffekt einer
Anforderung generiert werden, die von einer Xlib Funktion gesendet
wurde. Der X Server sendet im allgemeinen ein Ereignis an eine
Client-Anwendung, wenn der Client darum bat, über diese
Ereignisart informiert zu werden. Die "XselectInput" Funktion
ermöglicht die Auswahl von Ereignissen in einem Fenster.
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In den bevorzugten Ausführungsbeispielen der vorliegenden
Erfindung ermöglicht das Kommunikationssystem den Zugriff über
diesen Arbeitsplatz auf eine Vielzahl von Fernanwendungen.
Diese Einrichtung, ein Kommunikationssystem bereitzustellen,
das in der Lage ist, mit mehr als einer Fernanwendung
gleichzeitig zu kommunizieren, hat eine synergistische, vorteilhafte
Auswirkung, wenn diese mit der vorliegenden Erfindung
kombiniert wird. Diese Einrichtung bedeutet, daß kein Bedarf
besteht, Fernanwendungen anders als lokale Anwendungen zu
behandeln, indem sichergestellt wird, daß nur eine einzelne
Fernanwendung zu irgendeiner Zeit läuft.
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Eine weitere Einrichtung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
aus der vorliegenden Erfindung ist, daß der Arbeitsplatz eine
gemeinsame Auswahlprozedur liefert, um sowohl lokale
Anwendungen als auch Fernanwendungen zu starten. Diese Einrichtung hat
den Vorteil, daß der Benutzer nur eine Prozedur kennen muß
(z.B. das Markieren der gewünschten Anwendung mittels einer
Maus), um beide Arten der Anwendung zu starten.
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Es wird geschätzt werden, daß die Darstellungen der Anwendungen
eine Reihe von Formen haben können, zum Beispiel Bildsymbole.
Eine weitere Einrichtung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
ist jedoch, daß die gemeinsame Auswahlprozedur den Benutzer
enthält, der eine Anwendung aus einer Liste mit Anwendungen,
die diesem Benutzer präsentiert wird, auswählt. Die Erweiterung
dieser Prozedur zur Auswahl von lokalen Anwendungen, um
ebenfalls Fernanwendungen einzuschließen, hat den Vorteil, daß die
Benutzer bereits mit dieser Art, mit einem Computersystem einen
Dialog zu führen, vertraut sind, wodurch weniger erfahrene
Benutzer einfach auf Fernanwendungen zugreifen können. Die
Erweiterung dieser Auswahlprozedur auf Fernanwendungen wird durch
die vorliegende Erfindung ermöglicht, bei der eine
Ersatzanwendung verwendet wird.
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Die vorliegende Erfindung ist besonders nützlich, um in
Systemen mit Anzeigefenstern eingesetzt zu werden. Anzeigefenster
sind Bereiche der Anzeige, durch die eine besondere Anwendung
oder Funktion mit dem Benutzer kommuniziert. Größe und Position
der Fenster innerhalb der Anzeigen können gewöhnlich durch den
Benutzer verändert werden, und die Fenster können überlappen.
Solche Systeme liefern einen klaren und einfach verständlichen
Weg, in dem ein Benutzer mit einem Multitasksystem ein Dialog
geführt werden kann. Die vorliegende Erfindung liefert, wenn
diese mit einer Fensteranzeige kombiniert wird, ein System, in
dem sowohl lokale Anwendungen als auch Fernanwendungen laufen
können und in dem der Benutzer vor Komplikationen geschützt
ist, die von der Benutzung von Fernanwendungen kommen und eine
einfache Benutzerschnittstelle bereitgestellt wird, um mit den
Anwendungen einen Dialog zu führen.
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Die vorliegende Erfindung kann auch als ein
Datenverarbeitungsnetzwerk betrachtet werden, das Arbeitsplätze mit den oben
genannten Einrichtungen hat.
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Von einem zweiten Aspekt aus betrachtet, liefert die
vorliegende Erfindung ein entsprechendes Betriebsverfahren für einen
Arbeitsplatz wie in Anspruch 7 angemeldet.
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Nun wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nur anhand von
Beispielen mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
beschrieben, in denen
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Figur 1 eine schematische Darstellung eines
Datenverarbeitungsnetzwerks von der Art zeigt, in dem die
vorliegende Erfindung ausgeführt werden kann.
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Figur 2 die schematische Darstellung eines
Anwendungsauswahlmodus und eine gemeinsame Auswahlprozedur zeigt,
die sowohl für lokale Anwendungen als auch für
Fernanwendungen benutzt werden kann.
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Figur 3 die schematische Darstellung der Softwarestruktur
von einer Programmimplementierung der vorliegenden
Erfindung zeigt.
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Figur 1 zeigt ein Datenverarbeitungsnetzwerk, das eine Vielzahl
von Arbeitsplätzen (2) enthält, die über ein
Kommunikationssystem (4) mit einer Vielzahl von Großrechnern (6) direkt
verbunden sind. Die Arbeitsplätze können auch indirekt mit anderen
Großrechnern (8) über den Großrechner (6) verbunden werden, mit
dem diese direkt verbunden sind.
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Die Arbeitsplätze (2) enthalten lokale Prozessoren, um lokale
Anwendungen laufen zu lassen, und die Großrechner (6, 8)
enthalten entfernt stehende Prozessoren, um Fernanwendungen laufen
zu lassen. Es wird ebenfalls geschätzt werden, daß eine
Anwendung zwischen lokalen und entfernt stehenden Prozessoren in dem
Sinn verteilt werden kann, daß einige der Anwendungsfunktionen
(Z.B. Benutzerdialog) lokal ausgeführt werden, während andere
Funktionen (z.B. numerische Großverarbeitung) entfernt
ausgeführt werden. Wenn eine solche verteilte Anwendung durch eine
einzelne Auswahl gestartet wird, wird dadurch sowohl der lokale
Teil als auch der entfernte Teil der Anwendung gestartet. Der
entfernte Teil von einer solchen verteilten Anwendung kann auf
die gleiche Art und Weise wie eine komplette Fernanwendung
gestartet werden.
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Figur 2 zeigt eine Auswahlprozedur, um sowohl lokale
Anwendungen als auch Fernanwendungen auszuwählen. Der Arbeitsplatz (2)
zeigt das Anwendungsauswahlmenü (10) in Form eines Balkenmenüs
an. Die Anzeige enthält auch eine Anzahl von überlappenden
Fenstern (11), über die der Benutzer mit den verschiedenen
Anwendungen, die gerade laufen, einen Dialog führen kann. Die
Benutzung der Fenster als ein Weg zur Anzeige von Informationen wird
von den Benutzern sehr wohl verstanden.
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Das Anwendungsauswahlmenü (10) zeigt eine Liste mit
Anwendungen, die für den Benutzer verfügbar sind. Einige dieser
Anwendungen, zum Beispiel das Textverarbeitungssystem und die
Bildschirmtabelle, laufen auf dem lokalen Prozessor des
Arbeitsplatzes (2); einige, zum Beispiel Graphiken und Archivsuche,
laufen in dem entfernt stehenden Prozessor eines Großrechners
(6, 8), während Anwendungen, zum Beispiel E-Mail, sowohl in
lokalen als auch in entfernt stehenden Prozessoren laufen werden.
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Der Benutzer wählt eine Anwendung aus der Liste mit Hilfe einer
Maus oder über die Cursortasten aus, um die markierte Anwendung
zu ändern und diejenige zu markieren, welche er starten möchte.
Figur 2 zeigt die markierten Graphikanwendungen. Wenn die
korrekte Anwendung markiert ist, kann der Benutzer den passenden
Knopf auf der Maus oder die Rücklauftaste in der Tastatur
drükken, um diese Anwendung auszuwählen und zu starten.
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Figur 3 zeigt die Softwarestruktur von einem
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Es wird von dem Fachmann
geschätzt werden&sub4;, daß die einzelnen Softwareelemente auf
verschiedene Arten definiert und in vielen verschiedenen
Computersprachen programmiert werden können. Was wichtig ist, sind die
Funktionen, die von den verschiedenen Softwareelementen
ausgeführt werden und die ausführliche Codierung dieser Elemente
gehört zur Routine. Es wird ebenfalls klar sein, daß alternative
Softwarestrukturen möglich sind.
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Der Arbeitsplatz (2) wird von einem Betriebssystem (12)
gesteuert, das eine Fenstertechnik im Multitasksystem hat. Der
Arbeitsplatz enthält ebenfalls eine Ersatzanwendung (14), einen
dazugehörigen, entfernt stehenden Anwendungsmanager (16) und
ein Arbeitsplatz-Kommunikationsprogramm (18). Der Großrechner
(6, 8) enthält die Großrechneranwendung (20), die ganz in dem
Großrechner resident oder der Großrechnerteil einer verteilten
Anwendung sein kann. Der Großrechner (6, 8) enthält ebenfalls
einen dazugehörigen, entfernt stehenden Anwendungsmanager (22)
und ein Großrechnerkommunikationsprogramm (24).
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Die Kommunikationsprogramme (18, 24) sind verantwortlich für
Packen, Senden, Empfang und Prüfung des Informationsflußes
zwischen dem Arbeitsplatz (2) und dem Großrechner (6, 8).
Programme zur Durchführung der Funktionen von dem
Kommunikationsverarbeiter sind im Stand der Technik bekannt. Der zu dem
Arbeitsplatz gehörende, entfernt stehende Anwendungsmanager (16) ist
verantwortlich, auf die Ersatzanwendungen (14) zu reagieren,
die verlangen, die entfernte Anwendung zu starten und
Nachrichten an und von der Fernanwendung durchzugeben, sobald diese
gestartet wurde. Das Großrechnerkommunikationsprogramm (24) führt
im wesentlichen die gleiche Funktion wie das
Arbeitsplatz-Kommunikationsprogramm (18) durch, und der zum Großrechner
gehörende, entfernt stehende Anwendungsmanager (22) ist für den
Start der Großrechneranwendung (20) und die Weiterleitung von
Nachrichten an und von derselben verantwortlich. Die entfernt
stehenden Anwendungsmanager (16, 22) sind ebenfalls
verantwortlich, sicherzustellen, daß die Weiterleitung von Nachrichten an
und von der entsprechenden Anwendung beibehalten wird, wenn
mehr als eine Fernanwendung zu irgendeiner Zeit läuft.
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Das System arbeitet auffolgende Weise. Wenn ein Benutzer eine
Fernanwendung auswählt, startet das Arbeitsplatz-Betriebssystem
(12) die Ersatzanwendung (14). Die Ersatzanwendung (14)
bestimmt die geeignete elektronische Adresse, die Benutzeridenti-
fikation und das Paßwort für diesen Benutzer in dem Großrechner
(6, 8), in dem die geforderte Fernanwendung läuft, aus einer
Nachschlagetabelle und leitet diese an den zum Arbeitsplatz
gehörenden, entfernt stehenden Anwendungsmanager (16) weiter. Das
Arbeitsplatz-Kommunikationsprogramm erstellt dann die
Verbindung mit dem entsprechenden Großrechner (6, 8), indem die Daten
verwendet werden, die diesem von dem zum Arbeitsplatz
gehörenden, entfernt stehenden Anwendungsverarbeiter (16) übermittelt
werden. Es gibt viele bekannte, verschiedene Protokolle und
Befehle, welche der Arbeitsplatz-Kommunikationsverarbeiter (16)
benutzen kann, um die Verbindung herzustellen und diese müssen
nicht im einzelnen beschrieben werden.
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In dem Großrechner (6, 8) empfängt das
Großrechner-Kommunikationsprogramm (24) die Nachrichten von dem Hauptrechner und
leitet diese an den zum Großrechner gehörenden, entfernt stehenden
Anwendungsmanager (22) weiter. Der zum Großrechner gehörende,
entfernt stehende Anwendungsmanager (22) startet dann die
passende Großrechneranwendung (20), indem zum Beispiel die
Fernanwendung die passenden Initialisierungsparameter weiterleitet.
Sobald die Großrechneranwendung (20) gestartet wurde, ist die
Ersatzanwendung nicht länger erforderlich und der
Informationsfluß erfolgt direkt entlang der Kette, die von den anderen
Softwareelementen gebildet wird.