DE688727C - Vorrichtung zur Herstellung von Salpetersaeure aus einem Gemisch von Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel - Google Patents

Vorrichtung zur Herstellung von Salpetersaeure aus einem Gemisch von Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel

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DE688727C DE1931P0063777 DEP0063777D DE688727C DE 688727 C DE688727 C DE 688727C DE 1931P0063777 DE1931P0063777 DE 1931P0063777 DE P0063777 D DEP0063777 D DE P0063777D DE 688727 C DE688727 C DE 688727C
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B21/00Nitrogen; Compounds thereof
    • C01B21/20Nitrogen oxides; Oxyacids of nitrogen; Salts thereof
    • C01B21/38Nitric acid
    • C01B21/46Purification; Separation ; Stabilisation

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  • Inorganic Chemistry (AREA)
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Description

  • Vorrichtung zur Herstellung von-Salpetersäure aus einem Gemisch von Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel Die vorliegende Erfindung hat eine Vorrichtung für die Herstellung von Salpetersäure oder salpetersauren Salzen aus einem Gemisch von Stickstoff; Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel zum Gegenstand.
  • Diese Vorrichtung besteht aus einem Voraktivierungsraum mit zwei Elektroden, zwischen welchen zwei bis zehn .oder mehr metallische, mit geeigneten Durchlaufsöffnungen versehene Kondensatorflächen zur Behandlung der Reaktionsmischung mittels elektromagnetischen stillen Entladungen am besten urigedämpfter Natur mehr oder weniger hoher Wechselzahl angeordnet sind, und einem nachgeschalteten ß-Strahlenreaktionsraum vor der vergoldeten Membran des ß-Strahlenrohres, die in der deutschen Patentschrift 529 237 beschrieben ist. Die Kondensatorplatten im Voraktivierungsraum können mit Platinschwamm oder einem anderen geeigneten Katalysator bedeckt sein..
  • Führt man das Gas-Dampf-Gemisch, während die Elektroden wirk ,end an die Stromquellen angeschlossen sind, durch den Voraktivierungsraum und mit gleicher Geschwindigkeit durch den ß-Strahlenreaktionsraum, so erhält man bei überschuß von Wasserdampf oder =nebel direkt eine gute Ausbeute von Salpetersäuredämpfen. Wenn die Geschwindigkeit der ß-Strahlen genügend hoch ist, verläuft der Prozeß auch ohne alle Katalysatoren. Die Ausbeute beim Arbeiten mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung kann erhöht werden, wenn gegenüber der für ß-Strahlen durchlässigen Membran in i o bis 15 cm Entfernung eine positive Anode ,angebracht und mit gleichgerichteter Hochspannung gleicher Höhe wie die der Membrananode geladen wird, so daß die ß-Strahleneinwirkung auf das Reaktionsgemisch im Felde gleichgerichteter Hochspannung vor sich geht.
  • Es ist bekannt, Salpetersäure aus Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf bei Beachtung gewisser Bedingungen durch Einwirkung von ß-Strablen zu gewinnen (vgl. britische Patentschrift 3o9ooi). Ebenso ist die Einwirkung von 3-Strahlen auf chemisch reaktionsfähige Substanzen im Felde hoher Spannungen bekannt.
  • Aus der britischen Patentschrift 3o9 ooi geht jedoch hervor, i. daß eine Reaktion nur eintritt, wenn die ß-Strahlen eine Geschwindigkeit besitzen, die mehr als die Hälfte der Lichtgeschwindigkeit beträgt, 2. daß Salpetersäure nur in einer stufen--weisen Reaktion gewonnen werden kann, d. h. zuerst muß N O gebildet werden, und erst eine- zweite Behandlung mit Wasserdampf und ß-Strahlen liefert Salpetersäure, 3. daß eine großtechnisch brauchbare Ausbeute erst durch eine Nachbehandlung mit Druck oder erhöhter Temperatur ermöglicht wird. Durch die Vorrichtung gemäß der Erfindung wird es dagegen möglich: rauch mit P-Strahlen, deren Geschwindigkeit geringer ist als 1/2-Lichtgeschwindigkeit, eine großtechnisch brauchbare Ausbeute zu erzielen. Es können daher Lenardrohre mit geringerer Hochspannung ,angewendet werden, wodurch die Vorrichtung verbilligt wird und das Arbeiten mit ihr erhöhte Sicherheit erlangt, z. die Nachbearbeitung in Hochdruckautoklaven oder mittels erhöhter Temperatur zu vermeiden, wodurch das Verfahren weitererheblich verbilligt und vereinfacht wird, 3. direkt in einem Arbeitsgange Salpetersäure zu erzeugen.
  • Es ist weiter bekannt, Salpetersäure aus Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf unter gleichzeitiger Einwirkung von dunkler elektrischer Entladung und (3-Strahlen herzustellen (vgl. »Chemiker-Zeitung«, 1928, S.359) Nach diesen Angaben wird jedoch eine komplizierte Vorrichtung zur Erzeugung sog. Chemiestrahlen, d. h. in Rotation gebrachter (3-Strahlen, benötigt, während mit der Vorrichtung nach der Erfindung Salpetersäure aus den gleichen Ausgangsstoffen in einem wesentlich einfacher . zu bauenden und daher bedeutend billigeren (3-Strahlenrohr gewonnen werden kann, wenn diesem ein Voraktivierungsrohr vorgeschaltet ist, wo die Reaktionsmischung der Einwirkung dunkler elektrischer Entladungen ausgesetzt wird.
  • Ferner ist vorgeschlagen worden, Ammoniak und ozonisierte Luft mit Hilfe von, stillen elektrischen Entladungen in Ammoniumnitrat überzuführen, wobei die stillen Entladungen die Reaktion selbst bewirken sollen, während diese gemäß der vorliegenden Erfindung nur zur Voraktivierung angewendet werden, wodurch die im Reaktionsraum der (3-Strahlen stattfindende Reaktion befördert und ihre Ausbeute erhöht wird.
  • Mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist .es möglich, praktische Ausbeuten an Salpetersäure von 6 bis 8% der theoretischen Ausbeute bei einem günstigen Energieverbrauch zu erzielen, da man mit etwa iokW im ungünstigsten Falle und mit etwa 51,-W bei großindustrieller Arbeitsweise i kg Salpetersäure oderentsprechende Mengen salpetersaurer Salze gewinnen kann.
  • Der geringe Energieverbrauch zusammen mit der vereinfachten Apparatur bei Erzielung einer guten Ausbeute sind ein technischer Fortschritt der vorliegenden Vorrichtung gegenüber bekannten Einrichtungen und Verfahren zur Herstellung von Salpetersäure. Er wird ermöglicht durch die Anwendung eines Voraktivierungsraumes, aus dem die mittels stiller Entladungen ungedämpfter Schwingungen mehr oder weniger hoher Wechselzahl voraktivierte Mischung in den Reaktionsraum des normalen (3-Strahlenfeldes gelangt und dort in Salpetersäure umgewandelt wird.
  • Die Einzelheiten der Vorrichtung sind durch die Zeichnungen erläutert und wie folgt beschrieben: A ist die Vakuumpumpe mit Elektromotor, B der Voraktivierungsraum, C der Reaktionsraum des (3-Strahlenrohres D@. E ist ein Zwischengefäß und F der Reaktionsraum zur Herstellung der salptersauren Salze.
  • Das (3-StrahlenrohrD besteht aus einem inneren Glasrohr i, das in ein Glasrohr z engeschmolzen. ist und durch Ausbuchtungen i z in der Mitte desselben festgehalten wird. In dem Glasrohr i ist ein Sockel 3 mit vier Kontakten und Drähten q., 5, 6, 7 .eingeschmolzen. Diese vier Drähte erhitzen von einem dreiphasigen Niederspannungstransformator aus die drei Phasen des kathodenstrahlenbildenden Glühfadens 8, während der vierte Draht gleichgerichtete negative Hochspannung zum Glühdraht 8 leitet. Um den Glühdraht 8 ist isoliert ein Reflektor 9 mit offener Seite io angebracht.
  • Wie die einzelnen Stromzuführungsdrähte von außen nach innen im Sockel 3 geführt werden, ist auf Abb. q. ersichtlich, ebenso wie die Stöpselkontakte q., 5, 6, 7 ungeordnet sind. Die Kontakte q., 5, 6 werden mit der Drehstrom - Niederspannungs - Heizwickelung der sekundären Spule in Verbindung gebracht und Kontakt 7 mit der Hochspannungsleitung. Gegenüber der Glühkathode 8 mit Reflektor 9 ist auf der.äußeren Wandung des Rohres eine Elektromagnetspule mit Drahtwickelung 33 auf einer aus gutem Isolierstoff hergestellten Spule 3q., vom Glas der Rohrwandung durch Gummiringe 3 5, 3 5 isoliert, aufmontiert. Durch die Kontakte 36 und 37 wird der Strom von einer besonderen Stromquelle zur Elektromagnetwickelung geleitet. In diese Stromzuführung des Elektromagneten ist ein regulierbarer starker Ohmscher Widerstand eingebaut (nicht gezeichnet), mit dessen Hilfe die Wirkung des elektromagnetischen Feldes auf die Kathodenstrahlen reguliert wird. Durch diese Ausführung wird einmal die Kathodenstrahlenwirkung auf die Glaswandung vermieden, und außerdem können die Kathodenstrahlen in beliebig konzentrierter Form ,auf die Membran. i 9 des (3-Strahlenrohres gerichtet werden.
  • In das Glasrohr z wird an Stelle 13 elll metallischer konischer Ring eingeschmolzen aus einem Metall, dessen Ausdehnungskoeffizient gleich oder nahezu gleich dem des Glases ist. Dieser metallische Konus ist durch Hartlot starr in einem Metallring 14 eingelötet. In diesem Ansatz ist über Hahn 15, Kühlspirale 16 und Ausflußhahn 18 die Möglichkeit der Kühlung .der. Membranfläche durch untergekühlte Gase oder Flüssigkeiten angeordnet.
  • Die Ausführung der Kühlspirale mit der spiralförmigen Zuleitung 16 und der umgekehrt gewickelten Rückleitung 38 wird in Abb. 3 besonders veranschaulicht. 17 und 18 sind die Ein- wie Abführungsstellen .der Kühlgase. Die Membran aus vergoldetem Nickel oder Tantal ist auf einem Metallgerüst 2o mit der Kühlspirale 16/38 .aufgebracht und an den Kanten mit Silber aufgelötet. Die Membran kann so hergestellt werden, daß man vor dem Einlöten in Glas auf der Kühlspirale und dem Kantenring Nickelfolie von von o,oi bis o,05 mm Dicke aufbringt, die nach der Seite des Reaktionsraumes vergoldet ist.
  • Der positive Pol der Hochspannung wird an Stelle 14 (gekennzeichnet durch eine Drahtspirale) angeschlossen, und parallel dazu kann eine Stromabzweigung über den Kontakt 27 mit den Plattenstreifen 26 verbunden werden.
  • Das Reaktionsgefäß des (3-Strahlenrohres wird aus Glas hergestellt, das gegen Hitze und Veränderungen beständig ist, und wird unter Anwendung einer Gummizwischenlage mittels eines Facetteansatzes durch Verschraubungen 22 dicht mit dem (3-Strahlenrohr verbunden. Der Reaktionsraum 29 kann durch Wände aus Quarz, Glas oder Porzellan geteilt werden, wie auf Fig.2'im Querschnitt Cr-H ersichtlich ist. Diese Ausführung bewirkt bei gleicher Durchlaufsgeschwindigkeit eine verlängerte Einwirkungszeit im (3-Strahlenfelde. 21 ist die Wandung des Reaktiorisr.aumes, 23 der Einlauf des Reaktionsgemisches, 24 der Austritt. Der Boden des Reaktionsraumes 25 kann aus Metallbestehen, z. B. in platinierter Form oder Tantal oder Chrom-Nickel o. dgl. In solchem Falle benötigt man die Metallstreifen 26 nicht, die nur dann erforderlich sind, wenn der Boden aus Glas besteht.
  • Der Voraktivierungsraum ist ein isolierender Zylinder 39 ,aus Glas, Porzellan, Quarz o. dgl. mit zwei .aus gleichem Material bestehenden Deckeln 4o und 41. In diesem zylinderförmigen Voraktivierungsraum sind durch Glasringe 42 neun Metallplatten aus Tantal oder platiniertem Nickel o. dgl. mit geeigneten öffnungen so eingesetzt, daß das Reaktionsgut einmal durch die Mitte der ersten Platte, bei der folgenden durch mehrere öffnungen am Umfang, dann wieder durch die Mitte usw. bis zur übergangsstelle 23 in den Reaktionsraum des (3-Strahlenfeldes geleitet wird. Die beiden Endplatten sind mittels der Leitungen 44 und 45 an einen Generator für ungedämpfte Schwingungen hoher Wechselzahl an Stelle 46 angeschlossen. Nach der Zeichnung sind die Voraktivierungsplatten in Serie geschaltet, so daß sie wie in Serie geschaltete Kondensatoren wirken. Je nach der Höhe der Spannung können sie bei niedriger Spannung der ungedämpften Schwingungen auch alle zueinander parallel geschaltet werden. Um- die Wirkung zu erhöhen, können die Platten selbst mit einer katalysierenden. Schicht, z. B. Platinmohr, bedeckt sein.
  • Die nach Durchlauf des Voraktivierungsraumes und des (3-Strahlenreaktionsraumes gebildete Salpetersäure durchläuft ein Vorschaltgefäß E, welches beim Nachlassen des Vakuums verhütet, daß Flüssigkeit aus dem Reaktionsgefäß F durch Vakuum in den (3-Strahlenreaktionsraum gezogen wird, und wird durch Einleiten in Ätzalkalien oder Kalkhydrat in Alkalinitrate oder Kalknitrate umgewandelt. über Hahn 47 und Leitung 48 kann die fertige Lösung abgezogen bzw. neue Lösung eingepumpt werden. Durch Mannloch 49 können ,auch feste Salze eingeführt werden. Das Vakuummeter 50 zeigt das Vakuum und damit auch die Durchsauggeschwindigkeit an, während durch das Wasserstandsglas 51 die Flüssigkeitshöhe kontrolliert und durch Hahn 54 beim Ein- und Auspumpen die Druckluft ein- oder ausgelassen wird.
  • Aus dem Vorgefäß E führt noch eine besondere Leitung 52 mit Hahn 53 zum Reaktionsgefäß F. In dem Fall, daß durch Zurückschlagen oder Kondensation sich im Gefäß E Flüssigkeit angesammelt hat, kann diese beim öffnen des Hahnes 53 durch Vakuum in das Gefäß F gesaugt werden.
  • Durch folgendes Ausführungsbeispiel wird die Zusammenwirkung der Vorrichtung näher erläutert N2 + 5 O -f- H2 O in Dampf- oder Nebelform, nach bekannten Methoden gemessen und gemischt, werden nach Einschalten der Vakuumpumpe A in den Voraktivierungsraum B eingesaugt und dort der Einwirkung ungedämpfter Schwingungen (300 ooo bis 3 000 000 Schwingungen bei iooo bis 5ooo V je Platte und Durchlaufsgeschwindigkeit von o,5 bis i m/s) unterworfen. Die voraktivierte Mischung durchläuft direkt danach mit gleicher Durchlaufsgeschwindigkeit den Reaktionsraum 29 des (3-StrahlenrohresD bei einer Spannung von ioo ooo bis i 5o ooo V zwischen der negativen und positiven Elektrode der Glühkathode.
  • Die praktische Ausbeute nach dieser Behandlung beträgt 6 bis 8 oJo der theoretischen bei einmaligem Durchlauf, d. h. N2 +50-1-H.0 liefern 126 g theoretische Ausbeute. Die praktische Ausbeute stellt sich bei 60/0 auf 7,569, bei 8% auf to,o8g. Bei langsameremDurchlauf oder Einschalten von Querwänden ist sogar die Erzielung von praktischen Ausbeuten bis 1a% gelungen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Vorrichtung zur Herstellung von Salpetersäure aus einem Gemisch von Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel durch Einwirkung dunkler elektrischer Entladung und (3-Strahlen, gekennzeichnet durch einen Voraktivierungsraum, der aus einem elektrisch isolierten Glas-, Porzellan- oder Quarzrohr mit, zwei Elektroden, zwischen welchen sich in Abständen von 1 bis 1 o mm metallische, mit Platinschwamm oder anderen geeigneten Katalysatoren bedeckte Platten befinden, die mit Durchlauföffnungen versehen und in Serie geschaltet zwischen den Elektroden in Kondensatorform angeordnet sind, besteht, dem ein ß-Strahlenrohr mit Reaktionsraum nachgeschaltet ist.
DE1931P0063777 1931-08-23 1931-08-23 Vorrichtung zur Herstellung von Salpetersaeure aus einem Gemisch von Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf oder Wasserdampfnebel Expired DE688727C (de)

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