DE6582C - Neuerungen an Schiffsschrauben - Google Patents
Neuerungen an SchiffsschraubenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H1/00—Propulsive elements directly acting on water
- B63H1/02—Propulsive elements directly acting on water of rotary type
- B63H1/12—Propulsive elements directly acting on water of rotary type with rotation axis substantially in propulsive direction
- B63H1/14—Propellers
- B63H1/26—Blades
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Description
1878.
Klasse 65.
JULIUS v. BINZER und EDUARD BENTZEN in SALZBURG. Neuerungen an Schiffsschrauben.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. November 1878 ab.
I. Stereometrische Figur.
Der Figur des Apparates ist eine Spirale zu Grunde gelegt, deren Polargleichung ist:
r = η . ν (Archimedische Spirale)
oder
Der Figur des Apparates ist eine Spirale zu Grunde gelegt, deren Polargleichung ist:
r = η . ν (Archimedische Spirale)
oder
r = η . ν
v),
worin r den Leitstrahl, ν den Winkel desselben mit der angenommenen Axe, m und η Constante
bedeuten und zwar soll m <C_ η sein.
Statt dieser Spiralen kann man auch einen Kreisbogen zu Grunde legen.
Eine solche Spirale (es sei die nach der Polargleichung r = η . ν, und es sei ζ. Β. η = ι
und ν für den letzten gröfsten Radiusvector — i8o°) denke man sich gleichmäfsig aufsteigend,
und zwar senkrecht zu ihrer Ebene und dabei gleichmäfsig in ihrer Ebene um ihren
Pol P in der Richtung nach ihrer concaven Seite sich drehen. Alsdann beschreibt jeder
Punkt dieser Spirale eine Schraubenlinie und die Spirale selbst beschreibt eine Art Schraubenfläche.
Dies'e Fläche stellt eine Flügelwand des Apparates dar ohne seine Verjüngung
(s. unten). Wenn die Spirallinie während jener Schraubenbewegung gleichmäfsig von ihrem
äufseren Endpunkt α her sich verkürzt, bis schliefslich a P gleich Null wird, so beschreibt
ihr Endpunkt eine Gerade, welche die Seite eines Kegels bildet, der je nach der verhältnifsmäfsigen
Verkürzung der Spirale spitzer oder stumpfer sein wird.
Geschieht die Verkürzung der Spirallinie statt gleichmäfsig nach einem bestimmten, stetig zunehmenden
Verhältnifs, so wird ihr Endpunkt eine Raumcurve beschreiben, welche in dem Mantel einer Halbkugel oder eines Theiles einer
solchen liegt. In diesem Falle kann nach Ansicht der Erfinder die Verkürzung der Spirale
so gewählt werden, dafs ein in der Kugelfläche liegender Kreisbogen durch den Endpunkt der
Spirale beschrieben wird.
Die Flächen, welche die sich gleichförmig oder ungleichförmig verkürzende Spirallinie beschreibt,
stellen eine Flügelwand des Apparates dar in seiner kegel- oder kugelförmigen Verjüngung.
Zur Gewinnung der Figur des Apparates mit zwei oder mehreren Flügeln bedarf es natürlich
der gleichzeitigen obigen Bewegung bezw.
nebst Verkürzung zweier oder mehrerer zu Grunde gelegter Spirallinien von derselben
Gleichung und gleichmäfsigen Winkelabständen von einander.
Die praktische Herstellung des Apparates bedingt selbstredend an die Stelle der geometrischen
Axe eine wirkliche Axe von der Form eines Cylinders (Variationen weiter unten) und
an die Stelle der Schraubenflächen Wandungen von bestimmter Dicke zu setzen.
Die Form des Apparates kann insofern noch verschieden gewählt werden:
1. als er 1, 2 oder mehr Flügel heben kann;
2. als man seine Axenlänge sowie die Gröfse seines Durchmessers beliebig wählen kann;
3. als die Steigung der Curvenwandungen
gröfser oder kleiner sein kann;
4. als der Winkel υ für den äufsersten Leitstrahl beliebig gewählt werden kann.
II. Herstellung und Anwendung als
Schiffs-Propeller.
Schiffs-Propeller.
Ein massiver Cylinder geht an dem einen seiner Enden über in einen ebenfalls massiven an der
Spitze ein wenig abgestumpften Kegel oder in eine Halbkugel oder einen Theil einer solchen. Der
Cylinder nebst seiner konischen oder sphäroidischen Verjüngung hat eine der Länge nach in der
Mitte durchgehende kreisrunde Bohrung oder eine quadratförmige Oeffnung für die Axe,
welche bestimmt ist, den Apparat in Rotation zu setzen. Die Axe ist an einer Stelle versehen
mit einer Verstärkung von konischer oder kugeliger Gestalt, welche an das abgestumpfte
Ende der Verjüngung des Cylinders genau sich anpafst. Der Cylinder nebst seiner Verjüngung ist durch rechtwinklig zu seiner Axe
geführte ebene Schnitte in eine Anzahl von Scheiben von gleicher Dicke zertheilt. Auf
diesen Scheiben sind um ihren Mittelpunkt gleich grofse Kreise gezogen, deren Radius
in einem passenden Verhältnifs stehen mufs zu dem Radius der Scheiben und dem Radius
(bezw. der halben Diagonale) der Centralöffhung derselben. Diese Kreise mögen mit K bezeichnet
werden.
Um nun den Apparat z. B. zweiflügelig herzustellen, wählt man zunächst die zu Grunde zu
legende Spirale, also beispielsweise r = η .ν;
ferner wählt man den Winkel, den die äufserste Lage des Leitstra'nls mit seiner Anfangslage
bilden soll, also beispielsweise i8o°. Demgemäfs theilt man den gegebenen ganzen Radius
der Scheiben in eben so viele Theile, also beispielsweise in 180 Theile, und verzeichnet
danach die Spirale. Diese Spirale trägt man viermal auf die Ebenen jeder Scheibe auf, jedoch
immer nur bis zur Peripherie K, so dafs die innersten Theile der Spiralen wegfallen,
und zwar die erste von einem beliebigen Punkt α in der Peripherie der Scheiben aus,
die zweite von einem Punkt b aus, welchen man in eben dieser Peripherie, der beabsichtigten
Dicke der Wandung entsprechend, beliebig, z. B. um 40 ° von α entfernt wählt, die dritte diametral
α gegenüber von c aus, die vierte diametral b gegenüber von d aus. Diese Spiralen treffen
dann K in den Punkten αβγό. Diesen vier
Spiralen folgend führt man, stets senkrecht zu der Ebene der Scheiben, Schnitte durch die
letzteren, natürlich nur bis K, und aufserdem eben solche Schnitte den zwischen α δ und
bezw. zwischen γ β liegenden Kreisbögen von K folgend.
Bei den nicht aus dem Cylinder selbst, sondern aus seiner Verjüngung geschnittenen Scheiben
trägt man die vier Spiralen, von der Peripherie K her beginnend und mit den obigen
Winkelentfernungen der Punkte αβγό, so weit
auf, als es eben ihre Fläche gestattet, und zwar so, dafs auch hier immer diejenigen Punkte
der aufgetragenen Spiralen, welche dem nämlichen Fahrstrahl entsprechen, in einer zur
Ebene der Scheiben Senkrechten liegen. Stets in dieser Senkrechten und den vier Spiralen folgend
führt man denn auch hier die obigen Schnitte bis K und bezw. die Kreisbogenschnitte
zwischen den Punkten α δ und γ β. Die so erhaltenen Scheibenquerschnitte, die
man mit den Buchstaben aaodcyßb bezeichnen kann, lege man um die vorerwähnte
innere Axe so auf einander, dafs jeder innerhalb der Winkelgrade, die man für die Entfernung
von b bis α gewählt hat (also nach dem obigen Beispiel innerhalb 40 °), gegen den vorhergehenden
dieser Scheibenausschnitte verdreht ist; zuletzt auch die verjüngten, um einen beliebigen
Winkel gegen einander verdreht, und zwar stets' nach den concaven Seiten der Ausschnitte hin
und stets um den gleichen Winkel verdreht. Dann wird, während die Kreise K sich stets
decken, eine Figur entstehen, ähnlich einer doppelten Wendeltreppe, deren Stufen spiralförmig
verlaufen und innerhalb der Verjüngung sich stetig verkürzen. Alles, was dann an der
inneren concaven und an der äufseren convexen Wandung, welche die Querschnitte bilden, in
der Form spiralförmiger Kanten hervorragt, wird so weit weggenommen, bis die Flügel beiderseits
eine stetig verlaufende krumme Fläche und ihre äufseren Enden eine thunlichst messerscharfe
Schneide in Form einer Schraubenlinie zeigen.
Selbstredend aber kann und wird man die vier Spiralschnitte, um die später wegzunehmenden
Stufen etc. zu verringern, in praxi statt senkrecht zur Ebene der Scheiben, von
vorn herein führen in einer der beabsichtigten Steigung entsprechenden, anfangs (von aufsen
her) stark zur Ebene geneigten und allmälig mehr und mehr der Senkrechten sich annähernden
Richtung, so viel dies thunlich.
Die einzelnen Scheibenausschnitte werden mit einander und mit der inneren Axe fest verbunden.
Bei dieser Art der Herstellung aus Scheiben ist vorausgesetzt, dafs der Apparat, statt aus
Metallgufs 1 aus Metallblechen und -Reifen, oder auch aus genügend widerstandsfähigem Holz angefertigt
werde. Sonst aber wird man ihn natürlich herstellen, ähnlich wie die seitherigen
Schiffsschrauben, sei es in einem oder mehreren Stücken.
Dieser Apparat soll nun bei seiner Umdrehung im Wasser in der Richtung seiner
concaven Wände die Wirkung haben, dafs die ganze Wassermasse, welche sich jedesmal innerhalb
seiner concaven Curvenwandungen befindet, gezwungen wird, sich einerseits nach der Axe
hin, andererseits nach dem hinteren offenen Ende des Apparates hin zu bewegen, da sie
weder in der Drehungsrichtung noch nach vorn entweichen kann. Hierin soll ein Vorzug
gegenüber den seitherigen Schrauben-Propellern liegen, die einen grofsen Theil des Wassers
radial-seitlich entweichen lassen. Dann soll der beschriebene Apparat ruhiger arbeiten und für
gleichen Effect weniger Umdrehungen in der Minute erfordern, als die bisher üblichen Schrauben.
Er kann bei allen schon vorhandenen Fahrzeugen mit Schiffsschraube ohne weiteres
angebracht werden an Stelle der letzteren, da eine grofsere Axenlänge nicht nothwendig ist.
Bei etwaiger Beschädigung durch Stofs etc.
wird dieser Apparat bei seiner Herstellung aus Scheiben nicht leicht im Ganzen werthlos.
Man kann den Apparat auch so construiren, dafs er lediglich innerhalb der oben erwähnten
Verjüngung des Cylinders oder lediglich innerhalb jenes Cylinders liegt.
Man kann endlich auch die vier Spiralschnitte durch die Peripherie K hindurch bis zur Schraubenwelle
oder auch bis zur geometrischen Axe führen, indem man dann innerhalb des Apparates
selbst von einer eigentlichen Axe absieht. Und auch ohne die Spiralschnitte über K hinaus
zu führen, kann man von einer massiven Axe innerhalb des Apparates absehen und ihm
daselbst also nur einen hohlen Axenraum geben.
III. Anderweitige Anwendung und
weitere Variationen.
weitere Variationen.
Der Apparat soll, aufser als Schiffs-Propeller, ferner dienen:
i. als Wassermotor an Stelle der jetzt gebräuchlichen
Wasserräder, -Turbinen, -Schnecken;
2. als Windmotor an Stelle der jetzt gebräuchlichen Windräder, -Turbinen, -Schnecken.
Hier wird man, statt massiven Materials, selbstredend leichtere Stoffe, Flechtwerke oder, gehalten
durch den Spiralen entsprechende Arme, Tuche etc. verwenden.
Als weitere Variationen seien genannt, dafs man dem Apparat, je nach dem Zweck, auch
an beiden Enden die entsprechende erwähnte Verjüngung, als auch an beiden Enden einen
Abschlufs durch eine Scheibe geben, sowie, dafs man dabei seine Axe in ihrer Länge und
anderweitig so durchbohren kann, dafs das Wasser bezw. die Luft nur nach einer beliebig
gewählten Oeffnung hin entweicht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Der vorbeschriebene Apparat, dessen Eigenthümlichkeit und Neuheit besteht in der vorbeschriebenen Construction desselben und in der vorerwähnten speciellen Herstellung aus Scheiben, und welcher bestimmt ist, in erster Linie als Ersatz der bisherigen Schiffsschrauben-Propeller, sodann als Ersatz der bisherigen Wind- und Wasserräder und -Turbinen aller Art zu dienen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6582C true DE6582C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=284695
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT6582D Expired DE6582C (de) | Neuerungen an Schiffsschrauben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6582C (de) |
-
0
- DE DENDAT6582D patent/DE6582C/de not_active Expired
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