DE548752C - Schnellschalter fuer elektrische Stroeme - Google Patents
Schnellschalter fuer elektrische StroemeInfo
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- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
- H01H71/00—Details of the protective switches or relays covered by groups H01H73/00 - H01H83/00
- H01H71/10—Operating or release mechanisms
- H01H71/12—Automatic release mechanisms with or without manual release
- H01H71/24—Electromagnetic mechanisms
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Description
Das Schalten elektrischer Ströme muß vielfach für Zwecke der Starkstromtechnik so
rasch als möglich vor sich gehen. Beispielsweise muß ein Generator großer Leistung bei
Eintritt eines in ihm auftretenden Erdschlusses so schnell entregt und abgeschaltet werden,
daß sich der Erdschluß nicht zu einem Kurzschluß auswächst und ein etwa schon entstandener Lichtbogen möglichst rasch gelöscht
wird. In diesem Falle und in ähnlichen Fällen wird deshalb versucht, den Strom schon bei jenem Wert abzuschalten
oder den Stromanstieg auf jenen Wert zu senken, bei dem ein Lichtbogen nicht bestehen
ig kann. Erreicht wird dies durch sogenannte Schnellschalter, und zwar das rasche Abschalten
beispielsweise durch starke Auslösefedern verbunden mit kleinen, leicht zu beschleunigenden
Massen, und das Unterdrücken von Stromanstiegen, z. B. durch Einschalten eines Dämpfungswiderstandes in den
Lichtbogenstromkreis.
Es sind auch elektrische Schalter bekannt, deren beweglicher Schaltkontakt durch ein
as nach dem bekannten Johnsen-Rahbeck-Effekt
arbeitendes Relais, das in der Folge der Einfachheit wegen abgekürzt als J.-R.-Relais bezeichnet
ist, beeinflußt wird, vorzugsweise derart, daß der Schaltkontakt geschlossen bleibt, wenn das J.-R.-Relais an Spannung
liegt, und sich öffnet, sobald es spannungslos ist.
Der Johnsen-Rahbeck-Effekt, kurz J.-R.-Effekt genannt, läßt sich bekanntlich bei folgender
einfacher Anordnung feststellen: Ein Halbleiter, z. B. Solenhofer Schiefer oder Achat, ist einerseits durch einen Metallbelag
gefaßt, anderseits eben geschliffen. Hierüber liegt die gleichfalls geschliffene Fläche einer
Metallplatte, ζ. B. aus Messing. Sobald nun der Metallbelag und die Metallplatte an eine
Gleichspannung gelegt werden, haftet der Halbleiter fest an der Metallplatte, bleibt
dagegen die Spannung aus, so verschwindet auch die Anziehungskraft zwischen Halbleiter
und Metallplatte. Es genügen hierbei sehr schwache Ströme, um bei einer bestimmten
Spannung verhältnismäßig große Kräfte zu erzielen.
Gegenstand der Erfindung ist ein elektrischer Schnellschalter, bei dem zwecks span-.
nungsabhängiger Überwachung und Auslösung zwei nach dem Johnson-Rahbeck-Effekt arbeitende Relais (J.-R.-Relais) vorgesehen
sind, von denen das eine mittels Hebei auf den beweglichen Schaltkontakt einwirkt,
während das andere mittels eines Klinkwerkes die Wiedereinschaltvorrichtung
beeinflußt. Der neue Schnellschalter gewährleistet eine raschere Abschaltung des elektrisehen
Stromes als die bekannten Schnellschalter. Die rasche Auslösung bedeutet eine wesentliche Verbesserung, denn es entspricht
dem Zweck des Schnellschalters, so rasch wie möglich den Ausschaltvorgang einzuleiten, sobald
eine Betriebsstörung vorliegt, um die etwa nachfolgenden hohen Abschaltströme noch sicher beherrschen zu können.
Ein Ausführungsbeispiel des neuen Schnellschalters ist in der Zeichnung veranschaulicht,
und zwar zeigt Abb. ι seine geschlossene und Abb. 2 die geöffnete Stellung, wobei
angenommen ist, daß das Öffnen durch einen Netzkurzschluß verursacht wurde.
In den Abbildungen bezeichnen a, a' den positiven, b den negativen Pol eines Netzes,
c eine Lichtbogenlöschspule, d, d' zwei Funkenhörner, / einen beweglichen Schaltkontakt,
g den zugehörigen Schalthebel, h dessen ruhenden Drehzapfen, i einen Kniehebel mit
Rollen k und m im Kniegelenk, ζ einen Fixpunkt,
η einen weiteren Drehhebel mit ruhendem Drehzapfen ο und einer mitbeweglichen
Achatklatte p. Diese Platte bildet den einen Belag eines J.-R.-Relais, den zweiten Belag
bildet die ruhende Metallplatte q, die dem ersten gegenübersteht. Die erste, p, liegt über
Leitung r am positiven Pol a', der zweite, q, über Leitung s am negativen Pol b des
Netzes. Außerdem bezeichnen t eine von Hand steuerbare, frei auslösende Klinkvorrichtung
und p', q' die Beläge eines zweiten J.-R.-Relais, die über Leitung r bzw. s am
Netz a, b liegen.
Bei der geschlossenen Schaltstellung nach Abb. ι fließt der Hauptstrom vom positiven
Pol α des Netzes über Löschspule c, Funkenhorn d. Metallband u, bewegliches Kontaktstück
/, Funkenhorn d', positiven Pol α und einen nicht dargestellten Verbraucher zum
negativen Pol b des Netzes. Außerdem fließen zwei Hilfsströme, der eine vom positiven
Netzleiter a' über Leitung r, J.-R.-Relais p, q und Leitung j zum negativen Netzleiter b, der
andere vom Pol α über Leitung r, das J.-R.-Sperrelais
ρ', q und Leitung s' ebenfalls zum negativen Netzpol b.
Der erste Hilfsstrom hält das J.-R.-Relais p, q mit verhältnismäßig großer Kraft geschlossen,
wodurch der Hebel η gegen die Rolle k gedrückt, das Kniegelenk i gespreizt
gehalten und das Kontaktstück / entgegen der Wirkung einer Feder ν an das Funkenhorn d'
gepreßt wird. Der zweite Hilfsstrom hält das J.-R.-Relais p', q geschlossen, dessen Zweck
und Wirkung zusammen mit der Klinkvorrichtung t bei der geöffneten Schalterstellung
nach Abb. 2 näher beschrieben wird.
Die Offenstellung nach Abb. 2 nimmt der Schalter beispielsweise dann ein, wenn das Netz
a, b über einen Leiter zv kurzgeschlossen wird, so daß der Strom von α unmittelbar über w
nach b fließt. Das J.-R.-Relais p, q wird nun spannungslos, die Haltekraft zwischen seinen
Belägen verschwindet, der bewegliche Belag p öffnet sich, da die Feder ν den Schalthebel g
im Gegenuhrzeigersinn dreht und das Kniegelenk i nach unten so weit drückt, bis die
Rolle m an der Nockenscheibe3 anliegt. Dieser
Vorgang spielt sich in kürzester Zeit ab, da die beweglichen Massen äußerst leicht sind.
Der durch die Blasspule c erzeugte Magnetismus löscht in bekannter Weise den Öffnungslichtbogen
zwischen dem Schaltstück f und dem Funkenhorn d'.
Auch das J.-R.-Relais p', q wird beim Auftreten des Kurzschlusses spannungslos und
gibt sofort seinen beweglichen Belag q' frei, da die Schwerkraft der Klinke x, die an der
Nockenscheibe 3 sitzt, genügt, um den Hebel y um seine ruhende Achse s im Uhrzeigersinne
zu drehen.
Nach erfolgter Auslösung durch Kurz-Schluß verhindert nun das Sperrelais />', q das
Einschalten des Schnellschalters, solange der durch den Kurzschluß hervorgerufene Spannungsabfall
noch besteht, da mit dem Handrad ι erst dann eingeschaltet werden kann,
wenn die an der Scheibe 3 befestigte Klinke χ in das auf der Handradwelle festsitzende
Sperrad 2 eingreift, was aber erst dann erfolgt, wenn das Relais p', q wieder Spannung
hat, d. h. wenn der Kurzschluß behoben ist.
Am Wesen der Erfindung ändert sich nichts, wenn — abweichend vom gezeichneten
Ausführungsbeispiel — der eine Belag der J.-R.-Relais (p, q bzw. p', q') an die Zu- oder
Ableitung des Stromes und der andere an go Erde gelegt ist oder wenn die Beläge nicht
plattenförmig, sondern zylinderförmig oder teils platten-, teils zylinderförmig sind.
Außerdem können die beweglichen Kontakte unterteilt sein, damit sie möglichst satt an den
ruhenden Kontakten anliegen. Ferner können außer den beiden J.-R.-Relais (p, q bzw. p', q)
noch weitere Relais, beispielsweise ein einstellbares elektromagnetisches Überstromrelais,
vorgesehen sein. Schließlich sei noch bemerkt, daß der neue Schnellschalter für die
verschiedensten Zwecke verwendet werden kann, unter anderem als Rückstromschalter,
beispielsweise in Gleichrichteranlagen. Sobald eine Rückzündung im Gleichrichter auftritt,
wird der Schnellschalter wegen seiner sehr leichten, zu beschleunigenden Massen nahezu im Zeitpunkt der Stromumkehrung
auslösen, also schon dann, wenn der Rückstrom noch sehr klein ist.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Schnellschalter für elektrische Ströme, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks spannungsabhängiger Überwachung und Auslösung des Schalters zwei nach dem Johnson-Rahbeck-Effekt arbeitende Relais (J.-R.-Relais) vorgesehen sind, von denen das eine (p, q) mittels Kniehebel (i) auf den beweglichen Schaltkontakten (/) einwirkt, während das andere (/>', q)mittels eines Klinkwerkes (2, χ) die Wiedereinschaltvorrichtung (i bis 3) beeinflußt.
- 2. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kniehebel (i) durch das eine an Spannung liegende J.-R.-Relais (/>, q) entgegen der Wirkung einer Feder (v) gespreizt gehalten ist, so daß der Kniehebel von der Feder durchgedrückt und damit der Schaltkontakt (/) geöffnet wird, wenn die Spannung ausbleibt.
- 3. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite J.-R.-Relais (p\ q) die Wiedereinschaltvorrichtung (1 bis 3) frei auslösend beeinflußt, so daß bei Störung, beispielsweise bei einem Leitungskurzschluß, der Schalter nicht geschlossen werden kann.
- 4. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beläge der J.-R.-Relais (p, q und p', q') zylinderförmig oder teils platten-, teils zylinderförmig sind.
- 5. Schnellschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen Kontakte der J.-R.-Relais (ρ, q und p', q') unterteilt sind, damit sie möglichst satt an den ruhenden Kontakten anliegen können.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenOEnRUCKT in der rkiChsdr! ckekei
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA59869D DE548752C (de) | 1929-12-07 | 1929-12-07 | Schnellschalter fuer elektrische Stroeme |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA59869D DE548752C (de) | 1929-12-07 | 1929-12-07 | Schnellschalter fuer elektrische Stroeme |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE548752C true DE548752C (de) | 1932-04-18 |
Family
ID=6942076
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA59869D Expired DE548752C (de) | 1929-12-07 | 1929-12-07 | Schnellschalter fuer elektrische Stroeme |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE548752C (de) |
-
1929
- 1929-12-07 DE DEA59869D patent/DE548752C/de not_active Expired
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