DE519580C - Verfahren und Vorrichtung zu katalytischer Aufbereitung von schweren oder leichten Kohlenwasserstoffen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zu katalytischer Aufbereitung von schweren oder leichten KohlenwasserstoffenInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, das entweder bei dem gegenwärtig
für den Betrieb der Explosionsmotoren verwendeten Benzin zwecks Verringerung des Verbrauches unter gleichzeitiger
Erhöhung der Motorleistung oder bei gegenwärtig für den Betrieb von Explosionsmotoren
und insbesondere von Kraftfahrzeugmotoren noch unbrauchbaren schweren oder leichten Kohlenwasserstoffen verwendet
werden kann, um solche Kohlenwasserstoffe für diesen Betrieb brauchbar zu machen.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zu katalytischer Aufbereitung von
schweren oder leichten Kohlenwasserstoffen, beispielsweise zur Speisung von Explosionsmotoren,
mit Zuführung eines Teiles der Verbrennungsluft nach der Katalysierung, und das Neue besteht darin, daß bei dem der
Katalyse unterworfenen Gemisch von Luft und Kohlenwasserstoffen die Mengenverhältnisse
so gewählt werden, daß der Sauerstoff der zugeführten Luft mit dem durch die Katalyse frei werdenden Kohlenstoff zum
größten Teil Kohlenoxyd bildet, wobei die Katalysierungstemperatur vorzugsweise zu
etwa 3000 gewählt wird, um durch die Voroxydation eine gute Vorbereitung für die
Verbrennung der brennbaren Bestandteile des Gemisches in dem Motor zu be\virken.
Dieses Verfahren, bei dem im Katalysator vornehmlich eine exothermische, also wärmeabgebende
Reaktion stattfindet, ist besonders für schwer aufbereitbare Brennstoffe vorteilhaft,
bei denen die üblicherweise durch Auspuffgasbeheizung erzielbare Katalysatortemperatur
nicht genügt und daher eine Zusatzbeheizung durch die exothermische Reaktion vorteilhaft oder sogar nötig ist. Bei
solchen Brennstoffen wird durch das Verfahren eine gute Aufbereitung erzielt, so daß
die Brennstoffe im Motor restlos verbrannt werden können. Aber auch für leichte Brennstoffe
gewährleistet die durch die katalytische
Aufbereitung nach der Erfindung erzielte, gute Veredelung den Vorteil der Erreichung
besonders hoher Klopffestigkeit des Brennstoffes derart, daß beispielsweise ein Brennstoff,
der sonst Verdichtungsverhältnisse von etwa 4,5 verträgt, nach der katalytischen
Aufbereitung etwa ein Verdichtungsverhältnis von 6 ohne Klopfen im Motor verträgt,
und dadurch wird der thermische Wirkungsgrad wesentlich erhöht.
Eine vorteilhafte Ausbildung des Verfahrens ergibt sich, indem das katalysierte Ge-
misch beim Austritt aus dem Katalysator und vor der Verdünnung mit der Sekundärluft
dadurch gekühlt wird, daß es durch einen Wärmeaustauscher geleitet wird. Hierdurch
wird die durch die Erwärmung im Katalysator verursachte Ausdehnung des Gasgemisches 'ganz oder teilweise wieder aufgehoben
und das Ladungsgewicht des Motors vergrößert und ferner auch eine Zersetzung ίο der Gasteile vor dem Motor mit erhöhter
Sicherheit vermieden.
Bei Verwendung von Benzin als Brennstoff ist es vorteilhaft, daß bei dem der
Katalyse unterworfenen Gemisch von Luft und vergastem Benzin die Mengenverhältnisse
ein bis drei Raumteile Luft für einen Raumteil Benzin betragen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird zweckmäßigerweise derart
durchgebildet, daß die Düse eines Spritzvergasers in einer Ansaugleitung des Katalysators
mündet, der in einem durch Auspuffgase beheizten Kasten angeordnet ist, wobei
der durch das Gemisch gespeiste Motor oder eine Pumpe zum Fördern der durch die
Katalyse erzeugten Gase in einen Verbrennungsluft- Zumischraum dienen und eine Heizvorrichtung,
beispielsweise ein elektrischer Heizwiderstand, für den Katalysator zum Anlassen mit schweren Kohlenwasserstoffen
vorgesehen sein kann. Der Katalysator wird hierbei zweckmäßigerweise bis zu einer Temperatur
von 300 bis 400° C erhitzt.
Eine zweckmäßige Ausführungsform der Vorrichtung ergibt sich, indem hinter dem
Austritt aus dem Katalysator eine Gemischkühlvorrichtung vorgesehen ist, beispielsweise
ein durch ein Kühlmittel, wie Wasser oder Sole, gekühltes Rohrbündel oder ein Kühlgefäß
mit einer von den zu kühlenden Gasen durchströmten Flüssigkeit, die gleichzeitig
als adsorbierender Gasspeicher wirken und katalysierte Gase zum Anlassen durch Erwärmung
abgeben kann. Als adsorbierende Flüssigkeit ist beispielsweise Tretalin verwendbar.
Statt einer adsorbierenden Flüssigkeit können auch mit Vorteil feste adsorbierende
Körper, wie z. B. aktive Kohle, in den WTeg der katalysierten Gase eingeschaltet
sein. Da die Temperatur der den Katalysator beheizenden Auspuffgase von der Umdrehungszahl
des Motors abhängig und mit dieser veränderlich sind, ist es vorteilhaft,
zum Regeln der Temperatur der Auspuffgase vor dem Katalysator eine beliebige Temperaturregelvorrichtung,
vorzugsweise eine Kühlvorrichtung oder Außenluf t-Zumischvorrichtung
vorzusehen, durch die die Temperatur der zum Heizen verwendeten Auspuffgase im günstigsten Bereich konstant ge-.
halten werden kann. .,
Nach dem Austritt aus dem Katalysator und dem Durchlaufen der etwaigen Kühlvorrichtung
wird dem angereicherten Gemisch durch ein oder mehrere Sekundärluft-Zuführungen
die zur günstigsten Verbrennung noch nötige Luft zugeführt und dieses Gemisch durch die Saugwirkung des Motors
oder eine besondere Pumpe dem Motor zugeleitet.
Es ist leicht ersichtlich, daß bei Verwendung von Benzin das Anlassen des Motors
keine besondere Maßnahme erfordert, denn das bei Nichtvorhandensein einer besonderen
äußeren Wärmequelle durch einen ungeheizten Katalysator durchströmende Benzin wirkt
beim Anlassen des Motors genau wie gewöhnliches Benzin; nach erfolgtem Anlassen aber wird der Katalysator von den Auspuffgasen
erhitzt, so daß eine Katalyse stattfindet und der Motor alsdann von einem katalysierten
Gemisch gespeist wird. Bei \rerwendung von schweren Kohlenwasserstoffen erfolgt
das Anlassen dadurch, daß man den Katalysator durch eine äußere Wärmequelle, und
zwar zweckmäßig durch einen elektrischen Stromkreis, heizt, der den Katalysator umgibt
und einen Widerstand bildet.
Die unerwarteten Vorteile, die die katalytische Aufbereitung nach der Erfindung
bietet, bestehen unter anderem bei Benzin in einer bedeutenden Ersparnis; außerdem ist
der Motor viel anpassungsfähiger als zuvor; die Explosion ist nicht mehr so wild, sondern
wirkt mit voller Kraft während längerer Zeit auf den Kolben.
In der Zeichnung ist eine Vorrichtung für die Durchführung der Erfindung beispielsweise
dargestellt.
Abb. ι ist eine schematische Darstellung und zeigt die Gesamtanordnung der Vorrichtung.
Abb. 2, 3 und 4 zeigen Vorrichtungen, welche dazu dienen, entweder das Gasgemisch
beim Austritt aus dem Katalysator einfach zu kühlen oder gleichzeitig mit der Kühlung
eine Stauung des Gasgemisches zu bewirken, um das Anlassen au erleichtern.
Wie aus der Abb. 1 ersichtlich, gelangt das Benzin durch eine Zuführung 5 in den mit
einem Schwimmer 3 versehenen Behälter, der zur Erhaltung einer gleichbleibenden Höhe
dient. Durch eine Spritzdüse 4 steht das Schwimmergefäß mit der zum Katalysator 1
führenden Leitung in Verbindung, deren unteres Ende ins Freie mündet und die Zuführung
der Primärluft in den Katalysator bildet.
Das Luft- und Benzingemisch, das dadurch dosiert wird, daß man die Abmessungen der
Luftzuführung durch irgendeine geeignete Vorrichtung einstellt, um das passende ben-
zinreiche Gemisch zu erzeugen, gelangt in den Katalysator i, der durch eine Reihe von
in einer Kammer 2 angeordneten Rohren gebildet ist, zwischen denen die Auspuffgase
hindurchströmen. Um die Verteilung des
Gemisches noch zu erhöhen, können die Katalysatorrohre auch mit einer beliebigen
Packung versehen sein, die die Masse zerteilt, ohne den Durchgang derselben vollständig
zu verhindern.
Beim Austritt aus dem Katalysator gelangen die Gase durch ein Saugrohr 6 in eine
Pumpe 7 und durch Druckrohr 8 in einen Mischraum 9.
Der Mischraum besteht aus einem einfachen Kasten, der gegebenenfalls mit einer
Masse oder Vorrichtung zur Verteilung der Gase gefüllt bzw. versehen ist. Der Kasten
ist ferner für die Zuführung der Sekundärluft mit einer Öffnung 10 versehen, die so
eingestellt ist, daß dem Gemisch genau die für die günstigste Verbrennung nötige Luftmenge
zugeführt wird.
Das Brennstoffgemisch gelangt alsdann durch eine Leitung 11 in den bzw. die Motorzylinder
12.
Bis jetzt handelte es sich nur um die Anwendung der Vorrichtung bei Motoren, die
gegenwärtig mit gewöhnlichem Benzin betrieben werden. Bei Verwendung von schweren
Kohlenwasserstoffen wird an der oben beschriebenen Vorrichtung nichts geändert. Erfolgt aber das Anlassen nicht durch Benzin
in der oben erwähnten Weise, so muß, um das Anlassen zu ermöglichen, die Heizung
des Katalysators durch eine äußere Wärmequelle vorgesehen werden, die zweckmäßig
aus einem elektrischen Stromkreis besteht, der die Katalysatorrohre umgibt und einen Heizwiderstand bildet.
Vor dem Anlassen schickt man durch diesen elektrischen Stromkreis einen Strom, der
den Katalysator auf die gewünschte Temperatur bringt, um sofort nach dem Anlassen
des Motors das Ansaugen des katalysierten Gemisches zu bewirken.
Die aus dem Katalysator austretenden Gase, möge es sich um Benzin oder um
schwere oder leichte Kohlenwasserstoffe handein, besitzen infolge der in dem Katalysator
erfolgten exothermischen Reaktion eine ziemlich hohe Temperatur, und die hierdurch eintretende
Ausdehnung kann die richtige Füllung der Motorzylinder erschweren.
Es kann daher zweckmäßig sein, diese Gase durch einen beliebigen Kühler zu leiten, dessen
Kühlmittel Luft, Wasser oder ein sonstiges Kühlungsgemisch sein kann.
Abb. 2 zeigt einen in der Leitung 6 anzuordnenden Kühler. Dieser Kühler wird mit
einem Kühlmittel betrieben, das durch die Leitung 13 ein- und durch die Leitung 14
ausströmt.
Die Gase strömen durch ein Rohrbündel 15 hindurch, das in dem Kasten 16 angeordnet
ist, durch welchen das Kühlmittel hindurchgeschickt wird.
Abb. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform, bei welcher das Rohrbündel 15 durch
Luft gekühlt wird. Um die Kühlung zu unterstützen,, sind die Rohre des Bündels 15
mit Rippen versehen.
Die Kühlung könnte auch dadurch erfolgen, daß man die Gase in der in Abb. 4 dargestellten
Weise durch eine Flüssigkeit hindurchleitet. Das katalysierte Gemisch tritt durch ein Rohr 17 in einen Flüssigkeitsbehälter
19 ein und durch ein Rohr 18 aus. Der Behälter 19 enthält Wasser oder eine
sonstige Flüssigkeit.
Diese Flüssigkeit könnte sogar eine adsorbierende Flüssigkeit, wie beispielsweise Tetralin,
sein; hierdurch würde man eine Aufspeicherung des katalysierten Gases erreichen,
die das Anlassen des Motors durch einfache Erwärmung des Kastens 19 ermöglichen
würde. Diese Erwärmung könnte durch eine beliebige äußere Wärmequelle erfolgen. Der
Behälter 19 könnte auch dadurch als Filter für die Luft und den Brennstoff dienen, daß
man Filtrierorgane in denselben einsetzt.
Statt einer Flüssigkeit, wie Tetralin, ζ. Β. für die Aufspeicherung des katalysierten Gemisches,
könnte man auch, adsorbierende Körper, wie aktive Kohle, oder einen sonstigen
Körper verwenden, durch welchen die aus dem Katalysator tretenden Gase strömen würden. Ebenso könnte man auch in dem
Weg des katalysierten Gemisches eine Kammer vorsehen, die gleichzeitig eine Aufspeicherung
und eine bessere Kühlung des katalysierten Gemisches ermöglichen würde.
Claims (7)
- Patentansprüche:i. Verfahren zu katalytischer Aufbereitung von schweren oder leichten Kohlenwasserstoffen, beispielsweise zur Speisung von Explosionsmotoren, mit Zuführung eines Teiles der Verbrennungsluft no nach der Katalysierung, dadurch gekennzeichnet, daß bei dem der Katalyse unterworfenen Gemisch von Luft und Kohlenwasserstoffen die Mengenverhältnisse so gewählt werden, daß der Sauerstoff der zugeführten Luft mit dem durch die Katalyse frei werdenden Kohlenstoff zum größten Teil Kohlenoxyd bildet, wobei die Katalysierungstemperatur vorzugsweise zu etwa 3000 gewählt wird, um durch die Voroxydation eine gute Vorbereitung für die Verbrennung der brenn-baren Bestandteile des Gemisches in dem Motor zu bewirken.
- 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß das katalysierte Gemisch beim Austritt aus dem Katalysator und vor der Verdünnung mit der Sekundärluft dadurch gekühlt wird, daß es durch einen Wärmeaustauscher geleitet wird.ίο
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,dadurch gekennzeichnet, daß bei dem der Katalyse unterworfenen Gemisch von Luft und vergastem Benzin die Mengenverhältnisse ein bis drei Raumteile Luft für einenig Rauniteil Benzin betragen.
- 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse eines Spritzvergasers in eine An-ao saugleitung des Katalysators mündet, der in einem durch Auspuffgase beheizten Kasten angeordnet ist, wobei eine Pumpe zum Fördern der durch die Katalyse erzeugten Gase in einen Verbrennungsluft-Zumischraum dienen und eine Heizvorrichtung, beispielsweise ein elektrischer Heizwiderstand, für den Katalysator zum Anlassen mit schweren Kohlenwasserstoffen vorgesehen sein kann.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine hinter dem Austritt aus dem Katalysator angebrachte Gemischkühlvorrichtung, beispielsweise ein durch ein Kühlmittel, wie Wasser oder Sole, gekühltes Rohrbündel oder ein Kühlgefäß mit einer von den zu kühlenden Gasen durchströmten Flüssigkeit, die als adsorbierender Gasspeicher wirken und katalysierte Gase zum Anlassen durch Erwärmung abgeben kann.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Hindurchleitung katalysierter Gase durch adsorbierende Körper, wie z. B. aktive Kohle, vorgesehen ist.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zum Regeln der Temperatur der Auspuffgase vor dem Katalysator eine beliebige Regulierungsvorrichtung oder eine Kühlvorrichtung oder Außenluft-Zumischvorrichtung vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen -
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Cited By (2)
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