DE4444827C2 - Verfahren und Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem Fluid mittels eines ISFET - Google Patents
Verfahren und Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem Fluid mittels eines ISFETInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Impedanzspek
troskopie, und insbesondere auf eine Vorrichtung und eine
Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem
Fluid mittels eines ISFET.
Impedanzspektroskopische Meßverfahren bestimmen durch eine
elektrische Anregung Veränderungen der komplexen elektri
schen Impedanz eines Probenmaterials, das aus einem Festkör
per, einer Flüssigkeit, einem Gas oder aus beliebigen Pha
senübergängen dieser Materialien bestehen kann. Die elektri
sche Impedanz einer Probe bzw. eines Phasenübergangs wird
durch die verschiedenen physikalischen und chemischen Pro
zesse beeinflußt, so z. B. durch die Adsorption von Molekü
len an Festkörperoberflächen, durch eine elektrochemische
Wechselwirkung von flüssigen Medien mit Festkörperoberflä
chen oder durch die Absorption von gasförmigen Komponenten
in Festkörpern bzw. Flüssigkeiten.
Folglich ist der Einsatzbereich der Impedanzspektroskopie
sehr weit gefächert und erstreckt sich beispielsweise über
die folgenden Gebiete:
- - Untersuchungen zur Korrosion von Oberflächen,
- - Untersuchungen zur Polymerisation von Kunststoffen, bei spielsweise bei der Aushärtung flüssiger Klebstoffe,
- - Untersuchungen zur Trocknung von Lacken, und
- - Untersuchungen zur Wasser- oder Gasaufnahme von Werk stoffen.
Ein weiteres Einsatzgebiet impedanzspektroskopischer Meßver
fahren sind chemische bzw. physikalische Wechselwirkungen am
Phasenübergang zwischen dem Gateisolatormaterial eines io
nensensitiven Feldeffekttransistors (ISFET) und einem flüs
sigen Medium.
Ein Bereich dieses Gebiets umfaßt die chemische Sensorik und
hierbei insbesondere die sogenannte Immunosensorik. Die
Wechselwirkung eines in der Flüssigphase vorhandenen Analy
ten mit einem zugehörigen, auf dem Gateisolator immobili
sierten Rezeptormolekül erzeugt dabei eine Änderung der
Grenzflächenimpedanz, die meßtechnisch erfaßbar ist und zur
Bestimmung der Konzentration des Analyten herangezogen wird.
Im Stand der Technik sind Immunosensoren auf impedanzspek
troskopischer Basis derzeit sowohl auf der Basis planarer
Schichtstrukturen als auch auf der Basis ionensensitiver
Feldeffekttransistoren bekannt.
Bekannte planare Schichtstrukturen beruhen auf einer plana
ren Gold-Silizium-Siliziumdioxid-Struktur. Auf der Isolator
schicht ist das Rezeptormolekül immobilisiert. Der Sensor
wird in einem Flüssigkeitsmedium betrieben, wobei die leit
fähige metallische Rückseite des Sensors elektrisch isoliert
sein muß. In die Flüssigkeit wird eine Gegenelektrode (oder
Referenzelektrode) eingetaucht, wodurch sich eine Kondensa
torstruktur ergibt, die die Abfolge Gegenelektrode-Flüssig
keit-Rezeptorschicht-Isolatorschicht-Sensorsubstrat auf
weist. Diese Kondensatorstruktur ermöglicht es, Impedanzän
derungen an der Flüssig-Fest-Phasengrenze meßtechnisch zu
bestimmen. Hierbei dient als Meßgröße üblicherweise die
elektrische Kapazität der Struktur.
Ein Nachteil dieser bekannten Struktur besteht darin, daß
die erfaßbaren Kapazitätsänderungen sich im Bereich von etwa
10 . . . 100 pF/cm² bei Konzentrationsänderungen von etwa 1 ng/ml
bewegen, und damit vergleichsweise gering sind. Durch para
sitäre Auswirkungen der Meßapparatur treten ferner Streuka
pazitäten auf, die das Meßergebnis sehr leicht verfälschen
können.
Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Struktur besteht dar
in, daß diese vergleichsweise groß ist (Fläche: einige cm².)
Hierdurch entstehen Inkubationszeiten von mehreren Stunden,
bis sich an der Grenzfläche ein stabiles chemisches Reak
tionsgleichgewicht eingestellt hat.
Wiederum ein weiterer Nachteil dieser bekannten Struktur be
steht darin, daß durch ein allmähliches Unterkriechen der
Abdichtung am Sensor im Langzeitbetrieb zusätzliche, zeit
lich variable Streukapazitäten entstehen, die die Grundkapa
zität des Sensors weiter verfälschen.
Eine weitere bekannte Meßanordnung beruht auf einem ISFET-
Sensor, auf dessen Gateisolator eine Schicht aus Rezeptormo
lekülen immobilisiert ist. Der Sensor wird in einem Flüssig
medium betrieben, das mit einer Glas-Referenzelektrode kon
taktiert ist. Über die Referenzelektrode wird eine sinusför
mige Wechselspannung mit konstanter Amplitude und variabler
Frequenz eingespeist. Das elektrische Ausgangssignal des
ISFET zeigt dadurch gleichfalls eine Wechselspannungskompo
nente, deren Amplitude mit steigender Frequenz zunächst kon
stant bleibt und erst oberhalb einer bestimmten Grenzfre
quenz abnimmt. Durch Wechselwirkungen an der Gateisolator
oberfläche kommt es zu Veränderungen dieser Grenzfrequenz,
die damit als indirekte Meßgröße verwendet werden kann.
Ein Nachteil dieser Anordnung besteht darin, daß die Ein
kopplung der Wechselspannung über die Referenzelektrode er
folgt, die ihrerseits ein komplexes Impedanzverhalten auf
weist, das als parasitäre Störung wirksam sein kann und un
ter Umständen sogar das Übertragungsverhalten der gesamten
Schaltung dominiert.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die Bestimmung ei
ner Grenzfrequenz an einer kontinuierlich abfallenden Flanke
des Amplitudenverlaufs technisch aufwendig ist.
Aus der DE 34 45 164 A1 ist bereits eine Vorrichtung zum
Messen von Ionen-Konzentrationen in einer Meßflüssigkeit
bekannt, bei der innerhalb eines Behälters eine auf ein
festes Spannungspotential gelegte Bezugselektrode sowie ein
Ionen-empfindlicher Feldeffekttransistor mit einem Gate-
Abschnitt vorgesehen sind, welcher selektiv auf die zu er
fassenden Ionen anspricht. Eine Potentialsteuerschaltung
liegt zwischen der Source-Elektrode und der Drain-Elektrode
und regelt die Potentialdifferenz zwischen der Source-Elek
trode und der Drain-Elektrode derart, daß ein vorbestimmter
Potentialdifferenzwert beibehalten wird. Mittels eines Span
nungsmeßgerätes wird das Potential der Source-Elektrode
gegenüber Masse als Maß für die Ionenkonzentration gemessen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegen
den Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem
Fluid mittels eines ISFET zu schaffen, bei dem eine Refe
renzelektrode keine störenden Auswirkungen auf das Ausgangs
signal eines ISFET hat und die Bestimmung einer Meßgröße
einfach ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 durch
eine Meßanordnung nach Anspruch 8 gelöst.
Die vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zum Erfassen
eines Probenmaterials in einem Fluid mittels eines ISFET,
dessen Isolator mit einer Rezeptorschicht versehen ist, das
folgende Verfahrensschritte aufweist:
- a) Anlegen eines Signals mit bekannter Frequenz an den ISFET;
- b) Anlegen eines Bezugspotentials an eine in dem Fluid an geordnete Referenzelektrode;
- c) Bestimmen eines ersten Übertragungsverhaltens des ISFET in einem Probenmaterial-freien Fluid;
- d) Einbringen des Gateisolators in ein das Probenmaterial enthaltendes Fluid;
- e) Bestimmen eines zweiten Übertragungsverhaltens des ISFET in einem Probenmaterial-freien Fluid; und
- f) Bestimmen der vom Gateisolator adsorbierten Probenma terialmenge aus dem ersten und zweiten Übertragungs verhalten.
Die vorliegende Erfindung schafft eine Meßanordnung zum Er
fassen eines Probenmaterials in einem Fluid, mit
- - einem ISFET mit einem Source-, Drain- und Substratan schluß;
- - einer Rezeptorschicht auf einem Gateisolator des ISFET;
- - einer Referenzelektrode in dem Fluid, an die ein Bezugs potential anlegbar ist;
- - zwei Gleichspannungsquellen zum Anlegen je einer Gleich spannung zwischen den Drainanschluß und den Sourcean schluß und zwischen den Sourceanschluß und den Substrat anschluß;
- - einer Signalquelle zur Einspeisung einer Wechselspannung mit variabler und bekannter Frequenz in das Substrat des ISFET; und
- - einer Meßeinrichtung, die das Ausgangssignal des ISFET hinsichtlich seiner Amplitude und Phasenlage analysiert und mit dem Signal die Signalquelle vergleicht.
Bevorzugte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind
in den Unteransprüchen definiert.
Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß
durch die inhärente Verstärkereigenschaft des ISFET das Aus
gangssignal im Unterschied zu den planaren Sensoren nieder
ohmig ist und folglich wesentlich weniger störanfällig ist.
Ferner treten Streueffekte durch eine Unterwanderung des
Einkapselungsmaterials ebenfalls nicht mehr in Erscheinung.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß es die Verstärkerei
genschaft ermöglicht, den ISFET-Sensor zu miniaturisieren,
wobei typische Gateisolatorflächen hierbei in der Größenord
nung von 0,02 . . . 0,1 mm² liegen. Hierdurch wird ein wesentlich
geringeres Analytvolumen benötigt und die Inkubationszeiten
sind aufgrund geringer Diffusionslängen im Analytvolumen er
heblich kürzer.
Wiederum ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung be
steht darin, daß durch die Signaleinkopplung am Substratan
schluß des ISFET ein Übertragungsverhalten mit einem Maxi
malwert entsteht, der technisch einfach bestimmt werden
kann.
Ein weiterer Vorteil der Signaleinkopplung am Substratan
schluß besteht darin, daß zwei Parameter, die charakteristi
sche Frequenz sowie der zugehörige Wert des Amplitudenver
hältnisses, zur Signalauswertung zur Verfügung stehen. Dies
führt zu einer erhöhten Redundanz.
Wiederum ein weiterer Vorteil der Signaleinkopplung am Sub
stratanschluß des ISFET besteht darin, daß lediglich das
Wechselspannungs-Übertragungsverhalten ausgewertet wird.
Folglich ist ein stabiles elektrochemisches Gleichspannungs
potential an der Referenzelektrode nicht erforderlich. An
stelle der bei ISFET-Sensoren üblicherweise notwendigen
Glas-Referenzelektrode kann bei der Meßanordnung gemäß der
vorliegenden Erfindung eine einfache metallische Elektrode
als Referenzelektrode verwendet werden. Hierdurch entfallen
alle bei Glaselektroden auftretenden Nachteile, wie z. B.
der erforderliche Wartungsaufwand, eine mögliche Vergiftung
des Innenelektrolyten, eine Verstopfung des Glasdiaphragmas
oder die Bruchgefahr des Glaskörpers.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Meßanordnung gemäß
der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 ein typisches Übertragungsverhalten der Meßanordnung
nach Fig. 1 für einen unbeschichteten ISFET-Sensor;
und
Fig. 3 ein typisches Übertragungsverhalten der Meßanordnung
nach Fig. 1 für einen ISFET-Sensor vor und nach der
Beschichtung mit einer Rezeptorschicht sowie nach
der Inkubation in wässerigen Lösungen mit unter
schiedlichen Konzentrationen eines zugehörigen
Analyten.
Vor der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
im folgenden die erfindungsgemäße Meßanordnung zur Durchfüh
rung dieses Verfahrens anhand der Fig. 1 näher beschrieben.
Die erfindungsgemäße Meßanordnung umfaßt einen ionensensi
tiven Feldeffekttransistor 100 (ISFET), der einen Sourcean
schluß 102, einen Drainanschluß 104, einen Substratanschluß
106 sowie einen Gateisolator 108 aufweist.
Auf dem Gateisolator 108 des ISFET 100 ist eine Rezeptor
schicht (nicht dargestellt) angeordnet.
Eine Referenzelektrode 110, an die ein Bezugspotential 112
anlegbar ist, ist in einem Fluid 114, das in Fig. 1 ledig
lich schematisch dargestellt ist, angeordnet. Das Bezugspo
tential 112 ist in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungs
beispiel das Massepotential der Meßanordnung.
Die Meßanordnung in Fig. 1 umfaßt ferner eine erste Gleich
spannungsquelle 116, die zwischen dem Sourceanschluß 102 und
dem Substratanschluß 106 eine konstante Gleichspannung USS,0
anlegt. Eine weitere Gleichspannungsquelle 118 liegt zwi
schen dem Sourceanschluß 102 und dem Drainanschluß 104 eine
Gleichspannung UDS,0 an. Über eine Konstantgleichstromquelle
120 wird der zwischen dem Drainanschluß 104 und dem Source
anschluß 102 fließende Drainstrom ID,0 eingestellt.
Wie es in Fig. 1 dargestellt ist, ist die Konstantgleich
stromquelle 120 mit einem ihrer Anschlüsse mit dem Sourcean
schluß 102 und mit dem anderen ihrer Anschlüsse mit einer
negativen Vorspannungsspannung U⁻ verbunden. Ferner ist zwi
schen dem Sourceanschluß 102 und dem Knoten K3 ein Impedanz
wandler 134 geschaltet.
Eine Signalquelle 122, deren eine Anschlußleitung zwischen
dem Substratanschluß 106 und der Gleichspannungsquelle 116
geschaltet ist und deren andere Anschlußleitung gegen Masse
geschaltet ist, erzeugt eine Wechselspannung USS,1 mit
variabler und bekannter Frequenz, die in die Source des
ISFET eingespeist wird. Gemäß dem in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel erfolgt diese Einspeisung derart, daß
die Gleichspannung USS,0 über ein Addiererbauglied 124 mit
der Wechselspannung USS,1 additiv überlagert wird.
Die erfindungsgemäße Meßanordnung umfaßt eine Meßeinrichtung
126, die bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
vier Anschlüsse 128 bis 132 aufweist.
Der Anschluß 128 ist mit einem Knoten K1 verbunden, der zwi
schen Signalquelle 122 und dem Addiererbauglied 124 ist. Der
Anschluß 129 der Meßeinrichtung 126 ist mit einem Knoten K2
verbunden, der zwischen der Signalquelle 122 und Masse
liegt. Der Anschluß 130 ist mit einem Knoten K3 verbunden,
der zwischen dem Sourceanschluß 102 und der Gleichspannungs
quelle 118 liegt. Der Anschluß 131 der Meßeinrichtung 126
ist mit einem Knoten K4 verbunden, der mit Masse verbunden
ist.
Zwischen dem Knoten K3 und K4 liegt ein Ausgangssignal UA
der Meßanordnung an, das dem Signal US zwischen dem Source
anschluß 102 und Masse entspricht.
Die Meßeinrichtung 126 analysiert das Ausgangssignal UA des
ISFET bezüglich seiner Amplitude und seiner Phasenlage und
vergleicht es mit dem Signal USS,1 der Signalquelle 122.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel umfaßt die Meßein
richtung 126 ein Vektorvoltmeter.
Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung ist das Probenmaterial, das in dem
Fluid 114 enthalten ist, ein Analyt und die auf dem Gateiso
lator 108 aufgebrachte Rezeptorschicht bindet die Analytmo
leküle. Das Analyt kann beispielsweise Heparin sein und die
Rezeptorschicht kann aus Protaminsulfat bestehen.
Es ist offensichtlich, daß andere Analyte und entsprechende
Rezeptorschichten verwendet werden können.
Im folgenden wird anhand der Fig. 2 und 3 das erfindungsge
mäße Verfahren näher beschrieben. Zur Durchführung dieses
Verfahrens wird beispielsweise die in Fig. 1 beschriebene
Meßanordnung verwendet.
In einem ersten Schritt werden über die Signalquellen 116
und 122 ein Signal mit bekannter Frequenz an den ISFET 100
angelegt.
In einem zweiten Verfahrensschritt wird die in dem Fluid 114
angeordnete Referenzelektrode 110 mit einem Bezugspotential
112 verbunden.
Anschließend wird der ISFET in einem dritten Verfahrens
schritt in ein Fluid eingetaucht, das kein Probenmaterial
aufweist und über die Meßeinrichtung 126 wird ein erstes
Übertragungsverhalten des ISFET 100 bestimmt.
In einem vierten Verfahrensschritt wird der Gateisolator in
ein Fluid eingebracht, das das Probenmaterial enthält.
Anschließend wird in einem fünften Verfahrensschritt, wie
derum in einem Fluid, das kein Probenmaterial aufweist, ein
zweites Übertragungsverhalten des ISFET bestimmt und ab
schließend wird in einem sechsten Verfahrensschritt die vom
Gateisolator adsorbierte Probenmaterialmenge aus dem ersten
und dem zweiten Übertragungsverhalten bestimmt.
Die Bestimmungen des Übertragungsverhaltens erfolgen in der
Meßeinrichtung 126, wobei hierbei als Meßgröße der Wechsel
spannungsanteil US,1 der Spannung US (entspricht der Span
nung UA) am Sourceanschluß 102 des ISFET 100 in Bezug auf
die Masse der Meßanordnung dient.
In Fig. 2 ist ein typisches Übertragungsverhalten eines
ISFET 1 anhand eines meßtechnisch bestimmten Verhältnisses
der Wechselspannungsamplituden US,1/USS,1 abhängig von der
Frequenz der eingespeisten Wechselspannung USS,1 darge
stellt. Es ist zu erkennen, daß sich bei einer charakteri
stischen Frequenz fmax ein Maximum dieser Kurve einstellt,
wobei die Frequenzlage und die Höhe der charakteristischen
Frequenz fmax durch die Adsorption von Probenmaterial an dem
Gateisolator 108 beeinflußt wird.
In Fig. 3 sind einige Beispiele der Auswirkung dieser Ad
sorption dargestellt.
Die in Fig. 3 dargestellten Signalverläufe wurden bei einem
bestimmten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfah
rens aufgezeichnet, bei dem das Probenmaterial ein Analyt
ist und die Rezeptorschicht eine Bindung der Analytmoleküle
ermöglicht. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel be
steht die Rezeptorschicht aus Protaminsulfat und bei dem
Analyt handelt es sich um Heparin.
In Fig. 3 sind Beispiele für die Auswirkung einer Anordnung
der Rezeptorschicht Protaminsulfat auf dem Gateisolator 108
sowie der Einfluß der Anlagerung des zugehörigen Reaktions
partner Heparin in verschiedenen Konzentrationen darge
stellt.
Es ist deutlich zu erkennen, daß mit steigender Heparinkon
zentration eine entsprechende Zunahme der charakteristischen
Frequenz fmax sowie eine Abnahme des zugehörigen Maxiamal
wertes von US,1/USS,1 auftritt.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Verfahrensschritten
kann das erfindungsgemäße Verfahren abhängig von dem zu er
fassenden Probenmaterial weitere Verfahrensschritte aufwei
sen.
Nach dem vierten Schritt (dem Einbringen des Gateisolators
in das Fluid, das das Probenmaterial enthält) kann ein wei
terer Schritt eingefügt sein, bei dem nicht-adsorbiertes
Probenmaterial von dem Gateisolator entfernt wird. Bei einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel schließt dies die Beseiti
gung von unspezifisch gebundenen Substanzen ein.
Um eine mehrmalige Verwendung der erfindungsgemäßen Meßan
ordnung zu ermöglichen, ist es erforderlich, daß nach dem
Durchführen der Messung ein weiterer Verfahrensschritt er
folgt, bei dem das adsorbierte Probenmaterial vom Gateisola
tor 108 entfernt wird, um diesen zu regenerieren.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung erfolgt der Schritt des Reinigens mittels eines
Reagenz (z. B. Natriumchlorid) das es ermöglicht, die gebun
denen Analytmoleküle wieder von der Rezeptorschicht abzulö
sen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung schließt der Schritt c) - Bestimmungen eines er
sten Übertragungsverhaltens des ISFET - eine Nullpunktmes
sung ein.
Es ist offensichtlich, daß neben den oben beschriebenen Ana
lyten und Rezeptorschichten, wie z. B. Heparin und Protamin
sulfat, weitere Analyte und zugehörige Rezeptorschichten
verwendet werden können.
Das oben beschriebene Verfahren und die Meßanordung sind
nicht auf den Einsatz in der chemischen Sensorik beschränkt.
Vielmehr ist das erfindungsgemäße Verfahren und die Meßanor
dnung zur Erfassung aller chemischen oder physikalischen
Wechselwirkungen am Phasenübergang zwischen einem Gateisola
tormaterial eines ISFET und einem Fluid einsetzbar.
Claims (13)
1. Verfahren zum Erfassen eines Probenmaterials in einem
Fluid (114) mittels eines ISFET (100), dessen Gateisola
tor (108) mit einer Rezeptorschicht versehen ist, ge
kennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- a) Anlegen eines Signals mit bekannter Frequenz an den ISFET (100);
- b) Anlegen eines Bezugspotentials (112) an eine in dem Fluid (114) angeordnete Referenzelektrode (110);
- c) Bestimmen eines ersten Übertragungsverhaltens des ISFET (100) in einem Probenmaterial-freien Fluid;
- d) Einbringen des Gateisolators (108) in ein das Pro benmaterial enthaltendes Fluid;
- e) Bestimmen eines zweiten Übertragungsverhaltens des ISFET (100) in einem Probenmaterial-freien Fluid; und
- f) Bestimmen der vom Gateisolator (108) adsorbierten Probenmaterialmenge aus dem ersten und zweiten Über tragungsverhalten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgen
den Verfahrensschritt:
Entfernen von nicht-adsorbiertem Probenmaterial von dem Gateisolator (108) nach dem Schritt d).
Entfernen von nicht-adsorbiertem Probenmaterial von dem Gateisolator (108) nach dem Schritt d).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch
folgenden Verfahrensschritt
- g) Entfernen des adsorbierten Probenmaterials vom Gate isolator (108) zum Regenerieren des Gateisolators (108).
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet,
daß der Schritt c) eine Nullpunktmessung einschließt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß
das Probenmaterial ein Analyt ist; und
die Rezeptorschicht eine Bindung von Analytmolekülen er möglicht.
das Probenmaterial ein Analyt ist; und
die Rezeptorschicht eine Bindung von Analytmolekülen er möglicht.
6. Verfahren nach Anspruch 5 in Rückbeziehung auf Anspruch
3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Regenerieren des Gateisolators (108) mittels
eines Reagenz durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeich
net, daß
die Rezeptorschicht aus Protaminsulfat besteht;
das Analyt Heparin ist; und
das Reagenz Natriumchlorid ist.
die Rezeptorschicht aus Protaminsulfat besteht;
das Analyt Heparin ist; und
das Reagenz Natriumchlorid ist.
8. Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem
Fluid (114), gekennzeichnet durch
- - einen ISFET (100) mit einem Source-, Drain- und Sub stratanschluß (102, 104, 106);
- - eine Rezeptorschicht auf einem Gateisolator (108) des ISFET (100);
- - eine Referenzelektrode (110) in dem Fluid (114), an die ein Bezugspotential (112) anlegbar ist;
- - zwei Gleichspannungsquellen (116, 118) zum Anlegen je einer Gleichspannung (USS,0, UDS,0) zwischen den Drainanschluß und den Sourceanschluß und zwischen den Sourceanschluß und den Substratanschluß;
- - eine Signalquelle (122) zur Einspeisung einer Wech selspannung (USS,1) mit variabler bekannter Frequenz in das Substrat des ISFET (100); und
- - eine Meßeinrichtung (126), die das Ausgangssignal (UA) des ISFET (100) hinsichtlich seiner Amplitude und Phasenlage analysiert und mit dem Signal (USS,1) der Signalquelle (122) vergleicht.
9. Meßanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bezugspotential (112) das Massepotential der
Meßanordnung ist.
10. Meßanordnung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekenn
zeichnet,
daß die Meßeinrichtung (126) ein Vektorvoltmeter umfaßt.
11. Meßanordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß
das Probenmaterial ein Analyt ist; und
die Rezeptorschicht Analytmoleküle bindet.
das Probenmaterial ein Analyt ist; und
die Rezeptorschicht Analytmoleküle bindet.
12. Meßanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß
die Rezeptorschicht aus Protaminsulfat besteht; und
das Analyt Heparin ist.
die Rezeptorschicht aus Protaminsulfat besteht; und
das Analyt Heparin ist.
13. Meßanordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, gekenn
zeichnet durch
eine Konstantgleichstromquelle (120), durch die ein zwi schen Drain- und Sourceanschluß (102, 104) fließender Drainstrom (ID,0) einstellbar ist.
eine Konstantgleichstromquelle (120), durch die ein zwi schen Drain- und Sourceanschluß (102, 104) fließender Drainstrom (ID,0) einstellbar ist.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944444827 DE4444827C2 (de) | 1994-12-15 | 1994-12-15 | Verfahren und Meßanordnung zum Erfassen eines Probenmaterials in einem Fluid mittels eines ISFET |
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| DE4444827A1 DE4444827A1 (de) | 1996-06-27 |
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|---|---|---|---|---|
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1994
- 1994-12-15 DE DE19944444827 patent/DE4444827C2/de not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Publication date |
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| DE4444827A1 (de) | 1996-06-27 |
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