DE443040C - Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung - Google Patents

Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung

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DE443040C
DE443040C DEO14456D DEO0014456D DE443040C DE 443040 C DE443040 C DE 443040C DE O14456 D DEO14456 D DE O14456D DE O0014456 D DEO0014456 D DE O0014456D DE 443040 C DE443040 C DE 443040C
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Description

  • Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung. Es ist bekannt, daß bewegliche Bilder oder Figuren bei Schaustellungen die Aufmerksamkeit des Beschauers stark anziehen. Das Interesse erlahmt jedoch rasch, sobald sich die gleichen Bewegungen ohne weiteren Zweck als den des Blickfangs wiederholen. Die Erfindung bezweckt, die Aufmerksamkeit des Beschauers mit einfachen Mitteln dauernd zu erhalten, und besteht darin, daß ein. Schaubild oder eine Figur sich durch Bewegung einzelner Teile oder in der von der »lebenden Photographie« bekannten `'eise durch Rasterver- Schiebung derart abhängig von einem Uhr- oder sonstigen Meßwerk verändert, daß aus dem Aussehen unmittelbar die Uhrzeit oder das sonstige Maß abgelesen werden kann. Dadurch wird erreicht, daß der zunächst die Aufmerksamkeit nur erregenden Veränderung im Aussehen des Bildes oder der Figur ein Nutzzweck von allgemeinem Interesse beigegeben wird, um dessentwillen der Beschauer auch bei jedem weiteren Vorbeikommen wieder aufmerksam hinsehen wird. Solcher Nutzzweck ist z. B. die Angabe der Uhrzeit, des Luftdrucks (Barometer), der Wärme (Thermometer), der Geschwindigkeit (Tachometer) o. dgl.
  • Zwar ist es bei Bildern bekannt, daß gleichartige Teile derselben, z. B. die Beine einer Tänzerin, auf einem Uhrzifferblatte sich um eine gemeinsame Achse drehen und die Uhrzeit angeben. Diese Gestaltung zeigt aber den Nachteil, daß die Zeigerstellung leichter z. B. bei 8 Uhr 48 Min. und g Uhr 44 Min. verwechselt werden kann als bei der gewöhnlichen Uhr, wo wenigstens durch verschiedene Länge der Zeiger solche Verwechslung auf kurze Entfernungen vermieden wird. Auf weite Entfernungen wird dies nur erreicht durch die an sich bekannte Trennung der Zeigerdrehpunkte. Diesen Vorteil gegenüber der als bekannt erwähnten nachteiligen Gestaltung wertet gegenwärtige Erfindung aus und verstärkt ihn noch weiter im gebräuchlichsten Fall ihrer Anwendung, den auch die beigegebenen Ausführungsbeispiele zeigen, nämlich daß die Augen eines Bildes oder einer Figur als Zeiger dienen, denn für die Stellung der Augen, die den ganzen Gesichtsausdruck am stärksten beeinflußt, ist der Beschauer besonders empfindlich. Er wird schon aus einer Entfernung die Zeit ziemlich genau erkennen können, aus der ihm dies sonst bei psychologisch indifferenten und optisch schwachen Zeigern nicht möglich wäre.
  • Schließlich steigert die Anordnung nach gegenwärtiger Erfindung das Interesse des Beschauers auch dadurch, daß das z. B. mit dem Stunden-und dem Minutenzeiger zunächst unmerklich veränderliche Bild ihm auffällt, wenn er zu einer anderen Zeit es verändert findet. Das gibt ihm, solange er den Zusammenhang mit der Uhrzeit noch nicht erkannt hat, ein Rätsel auf. Das Bild und die Art und Ursache seiner Veränderung veranlaßt ihn zum Nachdenken und bleibt hierdurch und erst recht, wenn er des Rätsels Lösung gefunden hat, von Anfang an stärker in seinem Gedächtnis haften. Wird zu Werbezwecken eine Reklamefigur, ein Warenzeichen o. dgl. auf vorbeschriebene Weise ausgebildet, so wird eine Reklame mit Dauerwirkung erreicht.
  • Durch diese Wirkung unterscheidet sich die Anordnung nach gegenwärtiger Erfindung auch von den bekannten als Warenzeichen ausgebildeten Uhrgehäusen, wo die Zeiger keine organisch dem Bild zugehörigen Teile, vielmehr dessen Wirkung störende Fremdkörper darstellen. Gleiches ist der Fall gegenüber den bekannten Schaubildern, die ohne Zusammenhang mit der Zeitangabe lediglich auf eine an sich vollständige Uhr aufgesetzt sind, von deren Triebwerk den Bildern nur eine als Blickfang dienende Bewegung mitgeteilt wird.
  • Auf den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsbeispiele dargestellt Abb. i stellt die Schauseite einer Küchenuhr oder einer Reklamefigur für ein Backpulver dar. Das linke-Auge zeigt auf der durch die Augenbrauen dargestellten Skala die Stunden (hier 6 Uhr vorüber), das rechte die Minuten (hier igl/,; zusammen also 6 Uhr igl/2 Min.). Hierzu sind auf die getrennt gelagerten Stunden- und Minutenachsen des hinter dem Schaubild angebrachten Uhrwerks statt der üblichen Zeiger Scheiben oder Kugelhauben- aufgesteckt, die durch exzentrische Darstellung der Iris schielende Augen zeigen. Die Richtung der Exzentrizität, in der Abbildung noch genauer gekennzeichnet durch einen eingesetzten Reflex, zeigt die Zeit an der Skala an. Letztere kann auch z. B. auf einer festsitzenden, das Auge überwölbenden durchsichtigen Schale aus Glas o. dgl. vom Rand einwärts aufgetragen sein. In dem abgebildeten Beispiel ist als Blickfang bekannter Art die Zunge gedacht, die durch einen Schlitz (»Mund«) mit der Pendelstange oder dem Anker des Uhrwerks verbunden sein und somit Pendelbewegungen ausführen kann, um die Komik und damit das Scherzinteresse zu erhöhen.
  • Bei Abb.2 sind verschiedene Anordnungen denkbar: Die Augen des Männerkopfes geben die Sekunden, die Frauenaugen Stunde und Minute an. Die Uhr würde in der abgebildeten Stellung dann 8 Uhr 48 Min. 18 Sek. zeigen. Hierbei würde der Scherz- den Nutzzweck überwiegen, weil die Augen des Mannes zwischen den beiden Frauen hin und her wandern. Statt der Drehung wäre auch bloßes Hinundherwandern der Augen möglich. Es können aber auch die Augen des mittleren Kopfes Stunden und Minuten anzeigen, die in diesem Falle leichter abzulesen sind als an den unrunden Augen der Seitenfiguren. Die eine Frau würde die Sekunden, die andere z. B. die Weckerzeit angeben. Oder die beiden seitlichen Figuren geben Stunde und Minute der Weckerzeit, die Mittelfigur die der laufenden Zeit an usw. Auch wäre sinngemäße Gruppierung von Barometer, Thermometer und Hygrometer denkbar.
  • Eine Uhr nach Abb. 3 würde in der abgebildeten Stellung im linken Gesicht z. B. die Uhrzeit 5 Uhr 32 Min. 30 Sek. zeigen, im rechten den Wecker auf 8 Uhr stehen haben. Links dient dabei die Zunge als Sekundenzeiger, wozu sie - symmetrisch angeordnet - sich in zweimal 6o Sek. um ihre in der Mitte der Mundw inkelverbindungslinie liegende Achse dreht. Rechts ist in der Darstellung gezeigt, wie zur Erhöhung der Komik der Mundwinkel sich mit der Augenstellung verändern kann durch ein Verbindungsglied zwischen der Augachse und dem die Mundlinie darstellenden, in der Mitte festsitzenden biegsamen Stäbchen. Die Verbindung zwischen beiden tritt durch einen Schlitz (Falte) des Gesichtes hindurch. Das Ausrücken der Uhrhemmung verursacht hier besonders lebhaftes Grimassenschneiden und verwandelt das Ganze in ein Spielzeug.
  • Abb.4 zeigt eine Taschenuhr dieser Art, die Zigarre als Sekundenzeiger; Zeit 5 Uhr 38 Min. 18 Sek.
  • Abb. 5 zeigt in doppeltem Maßstab das Gangwerk zu .l von hinten (ohne Antrieb und Unruhe). Hier kommt außer der einfachen Bauart des Werkes durch Trennung von Stunden- und Minutenzeigerachsen noch der Vorteil entsprechend geringer Gesamtdicke der Uhr (»Kavalierform«) zur Geltung.
  • Abb. 6 stellt eine körperliche Figur dar, Stellung ii,5o Uhr. Die Stunden sind in 4/4 eingeteilt, ein weiterer Vorteil der Trennung von Stunden- und Minutenskala. Anstatt eines Schlagwerkes kann ein zu der Figur passendes Rufwerk eingebaut werden, wie z. B. bei Kuckucks- oder Wachteluhren.
  • Die einfachste Ausführung ergibt sich bei nur einer Maßeinheit; Beispiel: Geschwindigkeitsmesser oder Puppe mit 12 Uhr mittags ganz offenen, 12 Uhr nachts ganz geschlossenen Augen usw.
  • Die Veränderung des Schaubildes kann auch durch Rasterverschiebung nach Art der'bekannten »lebenden Photographie« hervorgerufen werden in Verbindung mit den vorbeschriebenen Veränderungsarten oder für sich allein, letzteres in Fällen geringer Stufenzahl der Maßskala, z. B. für ein Barometer, das bei hohem Luftdruck ein heiteres, bei mittlerem ein bedenkliches und bei niederem Luftdruck ein betrübtes Gesicht zeigt.
  • Bei der »lebenden Photographier' ist eine Anzahl n Bilder (n meist= 2 bis 3) auf einer Bildfläche derart aufgetragen, daß die Bilder in gleichmäßige schmale Lamellen eingeteilt und von jedem Bild abwechselnd ya-i Lamellen ausgelassen sind, so daß also von einem Bild nur die erste, (n-'- i)te, (21t+ i)te. . . , vom nächsten Bild nur die 2te, ()a ; 2)te ... Lamelle aufgetragen ist usw. Ein Raster, bestehend aus Streifen von je der Breite von zz-i Lamellen im gegenseitigen Abstand einer Lamellenbreite, verdeckt von der Bildfläche in einer bestimmten Stellung alle nicht zum i., nach einer Verschiebung um i Lamellenbreite, alle nicht zum z. Bild gehörigen Lamellen usw., so daß jeweils nur. eines der Bilder, wenn auch in getrennte Streifen zerlegt, in Erscheinung tritt.
  • Bei gegenwärtiger Erfindung wird die Verschiebung zwischen Bildfläche und Raster bewirkt durch ein Meßwerk, z. B. Barometer, mittels derartiger Verbindung, daß das Erscheinen eines bestimmten Bildes einem bestimmten Maß, z. B. Bild i dem Luftdruck 76o mm, Bild 2 dem Luftdruck 7qo mm usw., entspricht, so daß an der Bilderscheinung unmittelbar eine bestimmte Maßzone abgelesen werden kann. MTerden hierbei die Augen in der Bildfläche und beim Raster ausgespart und in zuvor beschriebener Weise ersetzt durch vom Maßwerk bewegte Schielaugen, so kann daran das genauere Maß abgelesen werden.
  • Soll die Rasterverschiebung zur Vermeidung von Zwitterbildern nicht langsam, sondern plötzlich erfolgen, so ist zwischen dem allmählich arbeitenden Antrieb und dem Raster eine Vorrichtung bekannter Art zur Umwandlung gleichmäßiger in ruckweise Bewegung einzuschalten.
  • Der Vorteil der Erfindung ist, soweit nicht schon vorstehend im einzelnen angegeben, die Verbindung des Nützlichen, der Maßangabe, mit dem Angenehmen, der Scherzwirkung, sei es Selbstzweck oder zu wirksamerer Reklame. Diese ist besonders nachhaltig, weil zur Ablesung der Zeit o. dgl. das Reklamebild betrachtet werden muß.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß nicht gemeinsam gelagerte, bewegliche Teile eines Bildes oder einer Figur die Zeiger eines Uhr- oder sonstigen Meßwerkes bilden.
  2. 2. Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung, bestehend aus einem nach Art der lebenden Photographie durch Rasterverschiebung veränderlichen Bild, dadurch gekennzeichnet; daß die Rasterverschiebung durch ein Meßwerk bewirkt wird, derart, daß einer bestimmten Bildänderung eine bestimmte Maßänderung entspricht.
DEO14456D 1924-09-16 1924-09-16 Schaustellungs-, insbesondere Reklame-Vorrichtung Expired DE443040C (de)

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