DE4403770C2 - Verfahren zur Erfassung der elastisch-plastischen Dehnung bei der Druckprobe von Behältern - Google Patents
Verfahren zur Erfassung der elastisch-plastischen Dehnung bei der Druckprobe von BehälternInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Erfassung der plastischen Dehnung bei der Druckprüfung von Behältern
gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 bzw. 4. Ein solches Verfahren
und eine solche Vorrichtung sind aus der GB 21 85 581 A bekannt.
Behälter zur Speicherung von Gasen müssen vor Auslieferung und in
Abhängigkeit von der Art des zu speichernden Gases nach Ablauf
spezifischer Frist wiederkehrend einer Druckprüfung unterzogen
werden. Der dafür vorgeschriebene Prüfdruck beträgt in der Regel das
1,5-fache des Betriebsdruckes. Nach Ablauf der zuvor erwähnten
Fristen ist eine Wiederholungsprüfung vorgeschrieben, um
nachzuprüfen, ob der Behälter weiterhin dem Prüfdruck ohne
unzulässige plastische Dehnung stand hält sowie um die elastische
Dehnung zu messen. In einer der Vorschriften ist festgelegt, daß in
diesem Fall die bleibende Dehnung 5% des Druckvolumens nicht
überschreiten darf. Anderenfalls darf der Behälter nicht weiter
verwendet werden.
Ein gattungsbildendes Verfahren zur Erfassung der plastischen Dehnung
bei der Druckprüfung von Behältern ist als Verfahren "ohne
Wassermantel" aus der GB 21 85 581 bekannt. Bei diesem Verfahren wird
der zu prüfende Behälter, dessen offene Seite mit einer Pumpe
verbunden ist, über ein Reservoir mit Wasser gefüllt, wobei die
Füllung über ein Luftabblaseventil kontrolliert wird. Gleichzeitig
wird über eine Abzweigleitung mit dazwischen angeordneten Ventilen
ein Überlauf und eine Meßküvette mit einem parallel dazu angeordneten
Anzeigerohr gefüllt. Nach Füllung des Behälters wird dieser mittels
der Pumpe unter Druck gesetzt, wobei die weitere Flüssigkeitszufuhr
durch Entnahme der in der Meßküvette gespeicherten Flüssigkeit
erfolgt. Ein Manometer zeigt den durch die Pumpe erzeugten Druck an.
Bei Entlastung des Behälters strömt die Flüssigkeit durch den sich
zusammenziehenden Behälter wieder zurück in die Meßküvette. Der sich
einstellen Flüssigkeitsspiegel gibt die bleibende Dehnung an.
Entsprechendes gilt für die Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 4.
Nachteilig bei diesem Verfahren und dieser Vorrichtung ist, daß sie
sich nicht ohne weiteres zur Automatisierung eignen. Außerdem ist der
apparative Aufwand mit einer Vielzahl von Ventilen und Füllanzeigen
groß.
Ein Druckübersetzer ist aus der EP-A2-328 005 bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, das Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 und die Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 4
derart weiterzubilden, daß sie sich zur genauen Erfassung der
plastischen Dehnung bei der Druckprüfung von Behältern, insbesondere
von mit Faserverbundstoffen verstärkten Metallflaschen, eignen und
in einfacher Weise eine Automatisierung zulassen.
Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 mit dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 und bei der
Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 4 mit den Merkmalen
nach dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 4 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der
Unteransprüche 2, 3 und 5.
Im Unterschied zum Stand der Technik nach der GB 21 85 581 A wird
nicht die Überlaufmenge meßtechnisch erfaßt, und zwar als Weg der
Wasseroberfläche, sondern die für das Erreichen des Prüfdruckes
notwendige weitere Flüssigkeitszufuhr in Form eines anderen Weges.
Dazu wird ein Druckübersetzer, bestehend aus Zylinder und Kolben, der
eine Spindel aufweist, an einem offenen Ende des Behälters
angeschlossen. Der Weg des Spindelantriebes wird abgegriffen und mit
der parallellaufenden Druckanzeige graphisch aufgezeichnet. Beide
Meßdaten können graphisch bzw. mittels eines XY-Schreibers aufgetragen
werden.
Um nicht von einer Meßmethode abhängig zu sein, wird als Nachkontrolle
gemäß dem Anspruch 2 vorgesehen, die bei der Entspannung
des Druckbehälters auf Normaldruck sich ergebende Flüssigkeitsabgabe zu
erfassen. Im Idealfall ist die Flüssigkeitsmenge zur Erreichung des
Prüfdruckes gleich der abgegebenen Flüssigkeitsmenge nach der
Entspannung. Die abgegebene Flüssigkeit kann in einer Meßküvette
gemessen werden, wie das beim Stand der Technik nach der GB 21 85 581 A
der Fall ist.
Die temperaturabhängige Kompressibilität und Volumenänderung des
Druckmediums wird für diesen Vergleich rechnerisch berücksichtigt. Um
größere Abweichungen zu vermeiden, werden gemäß dem Anspruch 3 Füll-
und Druckvolumen einem temperaturgeregelten Reservoir entnommen, so daß
die vorherrschende Raumtemperatur, Behältertemperatur und die
Temperatur des Füll- bzw. Druckmediums sehr gut übereinstimmen.
Das erfindungsgemäße Meßverfahren ist für eine automatische Erfassung
geeignet, wobei dies gleichzeitig auch im Zuge der verschärften
Anforderungen hinsichtlich der Qualitätssicherung als vorzeigbare und
nachprüfbare Dokumentation benutzt werden kann. Durch die weiterhin
vorgeschlagene Nachkontrolle kann ohne zusätzlichen Aufwand die
angewandte Meßmethode überprüft werden.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung
näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer Einrichtung zur Erfassung
der plastischen Dehnung nach der Erfindung,
Fig. 2 eine graphische Darstellung des Zusammenhanges zwischen
Druck- und Flüssigkeitsmenge.
In Fig. 1 ist am Behälter 1 am unteren offenen Ende 2 ein
Druckübersetzer 3 angeschlossen, der eine Spindel 4 mit hoher
Gangübersetzung aufweist. Die weiteren Einzelheiten des Spindelantriebs
sind weggelassen worden.
An einer Parallelleitung 5 ist das Druckmeßgerät 6 angeschlossen.
Spindelantrieb und Druckmeßgerät 6 sind über Leitungen 7, 8 mit einer
Auswerteeinheit, bzw. einem XY-Schreiber 9 verbunden. Am oberen
offenen Ende 10 des Behälters 1 ist eine Meßküvette 11 angeschlossen.
Das Prüfverfahren läuft in folgenden Schritten ab. Der Behälter 1,
vorzugsweise eine mit Faserverbundwerkstoffen verstärkte Metallflasche
wird mittels eines hier nicht dargestellten Säulenschwenkkranes von der
waagerechten in die senkrechte Lage geschwenkt und in die Aufnahme
einer Waage (nicht dargestellt) abgesenkt. Nach Lösen der Spannzange
(nicht dargestellt) wird das Leergewicht des Behälters 1 ermittelt und
dokumentiert. Anschließend wird der Behälter 1 in die Ausgangslage
zurückgeschwenkt, um die Füll- 3 und Druckarmatur 6, sowie die
Meßküvette 11 manuell anzuschließen.
Der weitere Vorgang läuft wie folgt automatisch ab.
- - Schwenken und Absenken in die Aufnahme der Waage
- - Spülen mit 30 Grad Celsius warmem Wasser bis der Behälter 1 die Wassertemperatur erreicht hat
- - Schließen der oberen Behälteröffnung 10
- - Ermittlung des gefüllten Behältergewichtes (drucklos)
- - Zugabe von weiterer Flüssigkeit aus dem Druckübersetzer 3 bis zum vorgegebenen Prüfdruck P₁ bei gleichzeitiger Dokumentation 9 des Druckanstieges und der Volumenzunahme
- - Ablauf der eingestellten Haltezeit bei Prüfdruck P₁
- - Öffnen der oberen Behälteröffnung 10
- - Rückführung der druckspezifischen Flüssigkeit in eine Meßküvette 11
- - Entleerung des Behälters 1 mit Druckluft (Rückführung der Flüssigkeit in einen Sammelbehälter)
- - Trocknung mit Druckluft bis die geforderte Restfeuchtigkeit im Behälter 1 erreicht ist
- - Spülen mit Stickstoff
- - Schwenken in die Ausgangslage, um die Armaturen 6, 11 manuell zu entfernen.
Nach der Druckprüfung werden die Behälteröffnungen 2, 10 manuell mit
Plastikstopfen verschlossen.
In Fig. 2 ist grafisch der Zusammenhang zwischen Druck- und
Flüssigkeitsmenge dargestellt. Beispielsweise ist auf der Abszisse 23
die Flüssigkeitsmenge in Milliliter und auf der Ordinate 24 der Druck in
bar abgetragen. Bei der Erstprüfung verläuft im Regelfall der Anstieg 20
linear bis zum Niveau 21 des vorgeschriebenen Prüfdruckes P₁. Nach der
Entlastung kehrt der Meßwert wieder in die Ausgangslage zurück. Der
mögliche Verlauf bei einer Wiederholungsprüfung ist ebenfalls
dargestellt. Der anfangliche Anstieg ist gleich dem bei der
Erstprüfung, dann erfolgt aber ein Abknicken 22 bis zum Erreichen des
vorgeschriebenen Prüfdruckes P₁. Nach der Entlastung ergibt sich eine
bleibende Dehnung Epsilon, die beispielsweise kleiner 5% ist und so
Rückschlüsse auf die Alterung des Druckbehälters 1 zuläßt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Erfassung der plastischen Dehnung
bei der Druckprüfung von Behältern, insbesondere
mit Faserverbundwerkstoffen verstärkten Metallflaschen,
bei dem der Behälter bis zum Erreichen des Normal
druckes mit einer Flüssigkeit gefüllt und durch
weitere Flüssigkeitszufuhr mittels einer Drucker
höhungseinrichtung unter einen vorgeschriebenen Prüf
druck gesetzt wird, bei dem die weitere Flüssigkeits
zufuhr bis zum Erreichen des Prüfdruckes als Weg
erfaßt und nach Erreichen des Prüfdruckes die sich
ergebende elastisch-plastische Dehnung des Behälters
ermittelt wird, anschließend der Behälter auf Normal
druck entspannt wird,
das Restvolumen der weiteren Flüssigkeit als Weg erfaßt und die sich ergebende plastische Dehnung des Behälters ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckerhöhungseinrichtung ein Druckübersetzer mit Kolben ist, der Weg ein Weg der Spindel des Druck übersetzers ist und der Weg graphisch über den Druck aufgezeichnet wird.
das Restvolumen der weiteren Flüssigkeit als Weg erfaßt und die sich ergebende plastische Dehnung des Behälters ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckerhöhungseinrichtung ein Druckübersetzer mit Kolben ist, der Weg ein Weg der Spindel des Druck übersetzers ist und der Weg graphisch über den Druck aufgezeichnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Nachkontrolle die während der Entspannung
sich ergebende Flüssigkeitsabgabe gemessen wird,
wobei die temperaturabhängige Kompressibilität und
Volumenänderung des Füll- bzw. Druckmediums rechnerisch
berücksichtigt werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Füll- und Druckmedium einem temperaturge
regelten Reservoir entnommen wird.
4. Einrichtung zur Erfassung der plastischen Dehnung
bei der Druckprüfung von Behältern, insbesondere
mit Faserverbundwerkstoffen verstärkten Metallflaschen,
mit einem mit einem offenen Ende des Behälters verbundenen
Reservoir, einer an demselben offenen Ende des Be
hälters angeschlossenen Druckerhöhungseinrichtung,
einem Wegsensor und einem an demselben offenen Ende
des Behälters angeschlossenen Druckmeßgerät, zur
Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckerhöhungseinrichtung ein Druckübersetzer (3) ist, der einen Zylinder als Reservoir und einen Kolben mit einer eine hohe Gangübersetzung aufweisenden Spindel (4) und einem Spindelantrieb mit einem Weg sensor aufweist und daß eine Auswerteeinheit (9) vorhanden ist, mit der der Spindelantrieb und das Druckmeßgerät (6) über elektrische Leitungen (7, 8) verbunden sind.
daß die Druckerhöhungseinrichtung ein Druckübersetzer (3) ist, der einen Zylinder als Reservoir und einen Kolben mit einer eine hohe Gangübersetzung aufweisenden Spindel (4) und einem Spindelantrieb mit einem Weg sensor aufweist und daß eine Auswerteeinheit (9) vorhanden ist, mit der der Spindelantrieb und das Druckmeßgerät (6) über elektrische Leitungen (7, 8) verbunden sind.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß am zweiten offenen Ende (10) des Behälters (1)
eine Meßküvette (11) angeschlossen ist.
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Publications (2)
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1994
- 1994-02-02 DE DE4403770A patent/DE4403770C2/de not_active Expired - Fee Related
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