DE4326367A1 - Polyvinylchlorid-Hartschaumstoff - Google Patents
Polyvinylchlorid-HartschaumstoffInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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- C08J9/00—Working-up of macromolecular substances to porous or cellular articles or materials; After-treatment thereof
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C08J—WORKING-UP; GENERAL PROCESSES OF COMPOUNDING; AFTER-TREATMENT NOT COVERED BY SUBCLASSES C08B, C08C, C08F, C08G or C08H
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Description
Die Erfindung betrifft einen Polyvinylchlorid(PVC)-
Schaumstoff insbesondere ein PVC-Hartschaumstoff-Verbund
material, das ohne Verwendung eines Hilfsmittels, wie Fluor
chlorkohlenwasserstoff, hergestellt wird.
Das Polyvinylchlorid selbst ist angesichts der Tatsache,
daß die Molekülbrückenbildung (molecular bridging) des PVC
schwer herzustellen ist und daß das PVC sogar im geschmolzenen
Zustand eine relativ geringe Viskosität besitzt, kein
geeignetes Material zur Verwendung als Schaumstoff. Deshalb
wurde in dem Verfahren vom Stand der Technik zur Herstellung
von PVC-Schaumstoffen Fluorchlorkohlenwasserstoff als Hilfs
mittel zur Vergrößerung der Viskosität des PVC verwendet, wie
in der Europäischen Patentanmeldung 0039117A1 veranschaulicht
ist. Solch ein Verfahren vom Stand der Technik schließt eine
Zugabe von 0,1 bis 0,5 Gewichtsteilen Alkylmethacrylat zu 100
Gewichtsteilen PVC ein, und der Alkylgruppe mit 1-10 Kohlen
stoffatomen wird polymerisiertes Methylmethacrylat (PMMA)
hinzugefügt. Solch eine Mischung wird dann in einen Zwei
schneckenextruder eingefüllt, durch den die Mischung
granuliert wird. Die so hergestellten Granalien werden mit
einem Überschuß an Trichlorfluormethan gemischt und 22 Stunden
lang gerührt, um eine Imprägnierung der Granalien mit Trichlor
fluormethan sicherzustellen. Die imprägnierten Granalien
werden dann mit einem Gewichtsteil Zitronensäurepulver pro 100
Gewichtsteile PVC gemischt. Die so erhaltene Mischung wird in
einen Einschneckenextruder gefüllt, in dem die Mischung
erhitzt und zum Schäumen unter Druck gesetzt wird.
Die chemische Substanz Trichlormethan, die als
physikalisches Mittel zur Schaumbildung in dem wie vorstehend
beschriebenen Verfahren vom Stand der Technik verwendet wird,
ist eine potentielle Quelle der Umweltverschmutzung und wird
deshalb wahrscheinlich verboten werden. Außerdem sind die
Kosten für einen Einschneckenextruder und einen Zweischnecken
extruder ziemlich hoch. Darüberhinaus schließt das Verfahren
vom Stand der Technik einen Prozeß ein, in dem die Granalien
22 Stunden lang in Trichlorfluormethan gerührt werden. Als
Ergebnis ist das Verfahren vom Stand der Technik ökonomisch
nicht gangbar.
Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung einen PVC-
Hartschaumstoff zur Verfügung zu stellen, der ohne Verwendung
von Trichlorfluormethan hergestellt wird.
Es ist ein weiterer Vorteil der Erfindung einen PVC-
Hartschaumstoff zur Verfügung zu stellen, der auf wirtschaft
liche Weise mittels der vorhandenen Produktionseinrichtungen
zur Herstellung von EVA(Ethylen-Vinylacetat)-Schaumstoff her
gestellt werden kann.
Es ist ein noch weiterer Vorteil der Erfindung einen PVC-
Hartschaumstoff zur Verfügung zu stellen, der leicht und
schnell hergestellt werden kann.
Unter Beibehaltung der Prinzipien der Erfindung wird die
vorstehende erfindungsgemäße Aufgabe mittels eines PVC-
Hartschaumstoffs gelöst, der mittels eines Verfahrens her
gestellt wird, in dem 100 Gewichtsteile Polyvinylchlorid
copolymer oder Vinylchloracetatcopolymer mit 5 bis 50
Gewichtsteilen einer viskosen Substanz, wie Acrylbutadien
kautschuk oder Acrylbutadien-Styrolkautschuk oder Isopren oder
Naturkautschuk gemischt werden, um so die Viskosität des
Copolymers zu erhöhen. Da das Polyvinylchlorid (PVC) nicht gut
mit den Kautschuksubstanzen gemischt werden kann, werden 5 bis
50 Gewichtsteile eines Mittels zur Brückenbildung, wie EVA-
Copolymer oder ionisiertes Polyethylenharz oder chlor
sulfoniertes Polyethylen und ähnliches, hinzugegeben. Außerdem
werden ferner 1 bis 5 Gewichtsteile eines Stabilisators, 1 bis
30 Gewichtsteile eines chemischen Mittels zur Schaumbildung,
0,2 bis 5 Gewichtsteile eines Mittels zur Brückenbildung und 1
bis 5 Gewichtsteile eines Extrusionshilfsmittel zugegeben. Die
so erhaltene Mischung wird gemischt und mittels einer
Walzmaschine (rolling machine) bei einer Temperatur in einem
Bereich von 100 bis 150 Grad Celsius gepreßt, bevor die
Mischung in ein Formwerkzeug überführt wird, in dem die
Mischung weiter unter Druck auf eine Temperatur in einem
Bereich von 120 bis 170 Grad Celsius für eine Dauer von 10 bis
60 Minuten erhitzt wird, um so eine Reaktion zur Schaum- und
zur Brückenbildung herbeizuführen.
Ein erstes bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
schließt die nachstehenden Stufen ein:
- (a) Vorbereiten der Bestandteile, wie Vinylchlorid-Vinyl
acetat-Copolymer, EVA-Copolymer, Acrylbutadien-Kautschuk,
einen Stabilisator, ein Mittel zur Schaumbildung, ein Mittel
zur Brückenbildung, ein Mittel zur Erhöhung der Wärme
beständigkeit, Q-Hohlzellen (a hollow Q cell), ein Hilfsmittel
für die Extrusion und ein Füllstoff, die alle entsprechend den
nachstehenden Anteilen gemischt werden:
100 Gewichtsteile Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymer wer den gemischt mit: 5 bis 50 Gewichtsteilen, bevorzugt 5 bis 30 Gewichtsteilen EVA-Copolymer, 5 bis 50 Gewichtsteilen, bevor zugt 5 bis 30 Gewichtsteilen Acrylbutadien-Kautschuk, 1 bis 5 Gewichtsteilen eines Stabilisators, 1 bis 30 Gewichtsteilen, bevorzugt 3-20 Gewichtsteilen eines chemischen Mittels zur Schaumbildung (kein physikalisches Mittel zur Schaumbildung, wie Trichlorfluormethan, das in dem Verfahren vom Stand der Technik Verwendung findet), 0,2 bis 5 Gewichtsteilen eines Mittels zur Brückenbildung, bevorzugt 0,5 bis 3 Gewichtsteilen eines organischen Peroxids, 5 bis 40 Gewichtsteilen eines Mittels zur Erhöhung der Wärmebeständigkeit, 10 bis 100 Gewichtsteilen Q-Hohlzellen oder Phenolharz-Hohlkugeln, 1 bis 5 Gewichtsteilen eines Hilfsmittels für die Extrusion, bevor zugt feste Zinkfettsäure und einem Füllstoff, falls notwendig. Der Hauptbestandteil der Mischung enthält 50 bis 95%, bevor zugt 70 bis 95% Vinylchlorid und 5 bis 50%, bevorzugt 5 bis 30% Vinylacetat. Das EVA-Copolymer enthält 5 bis 75%, bevor zugt 5 bis 40% Vinylacetat. - (b) Die in Stufe (a) erhaltene Mischung wird mittels einer Walzmaschine bei einer Temperatur im Bereich von 100 bis 150 Grad Celsius extrudiert.
- (c) Die so erhaltene Mischung bzw. Compound wird in ein Formwerkzeug eingebracht, das unter einem Druck in einem Bereich von 50 bis 160 kg/cm² verschlossen wird und das daraufhin bei einer Temperatur im Bereich von 120 bis 170 Celsius erhitzt wird. Die Mischung wird dann in dem Formwerkzeug unter Brückenbildung zum Schäumen gebracht. Für diese Stufe wird eine Dauer von 10 bis 60 Minuten ver anschlagt.
- (d) Entnahme eines stark aufgeschäumten Hart-PVC-Verbund materials aus dem Formwerkzeug.
Die vorstehend beschriebenen Stufen (b), (c) und (d)
gleichen in Bezug auf die Arbeitsweisen und die Einrichtungen
dem Verfahren zur Herstellung von EVA-Schaumstoff. Mit anderen
Worten, es können die herkömmlichen EVA-Produktionseinrich
tungen zur Herstellung des erfindungsgemäßen PVC-Hartschaum
stoffs verwendet werden, ohne daß ein zusätzlicher Kapital
aufwand für die Produktionseinrichtungen notwendig wäre.
Außerdem macht die Erfindung die Verwendung von Trichlor
fluormethan überflüssig, das ein Umweltschadstoff ist.
Ein zweites bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
ähnelt dem ersten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfin
dung, mit dem Unterschied, daß in Stufe (c) des zweiten
bevorzugten Ausführungsbeispiels das Formwerkzeug nur ungefähr
zehn Minuten lang erhitzt wird, bevor die Schaumkörper aus dem
Formwerkzeug herausgenommen und in ein größeres Formwerkzeug
oder einen Ofen überführt werden, wo es den Schaumkörpern
gestattet wird ein zweites Mal aufzuschäumen, indem sie
während einer Dauer von 10 bis 60 Minuten einer Temperatur im
Bereich von 120 bis 200°C unterzogen werden. Ein solch
stufenweises Schaumbildungsverfahren ist in der Lage 10 bis 20
mal mehr Schaumkörper zu liefern.
Der erfindungsgemäße Hauptbestandteil ist Vinylchlorid-
Vinylacetat-Copolymer, das durch PVC ersetzt werden kann. Das
EVA-Copolymer kann durch ionisiertes Polyethylenharz oder
Chlorpolyethylen oder durch chlorsulfoniertes Polyethylen
ersetzt werden. Der Acrylbutadien-Kautschuk kann durch
Acrylbutadien-Styrol oder Methacrylbutadien-Styrol-Polymer
oder durch Isopren oder durch Naturkautschuk ersetzt werden.
Der Acrylgehalt in dem Acrylbutadien-Kautschuk oder dem
Acrylbutadien-Styrol-Kautschuk oder dem Methacrylbutadien-
Styrolpolymer liegt bevorzugt im Bereich von 5 bis 40%.
Durch Erhöhung des Gehalts an Q-Zellen oder an Phenol
harzkugeln in dem erfindungsgemäßen Hartschaumstoff kann der
Auftrieb des Hartschaumstoffs 30 bis 40 mal erhöht werden.
Außerdem besteht das erfindungsgemäße Schaumstoff aus ge
schlossenen Zellen von hoher Dichte, was die Leichtgewicht-
Qualität des Schaumstoffs erklärt. Ferner ist der erfindungs
gemäße Schaumstoff zäh, stoßfest, zur Stoßabsorption geeignet
und ein ausgezeichneter Isolator. Als Ergebnis kann der
erfindungsgemäße Schaumstoff in einer Vielzahl industrieller
Anwendungen verwendet werden.
Ein PVC-Hartschaumstoff wird aus einer Mischung
hergestellt, die Bestandteile wie Polyvinylchlorid oder
Vinylchloracetat-Copolymer enthält, die mit 5 bis 50
Gewichtsteilen Ethylen-Vinylacetat-Copolymer oder ionisiertem
Polyethylenharz oder chlorsulfoniertem Polyethylenharz, 5 bis
50 Gewichtsteilen Acrylbutadien-Kautschuk oder Acrylbutadien-
Styrol-Kautschuk oder Isopren oder Naturkautschuk, 1 bis 5
Gewichtsteilen eines Stabilisators, 1 bis 30 Gewichtsteilen
eines chemischen Mittels zur Schaumbildung, 0,2 bis 5
Gewichtsteilen eines Mittels zur Brückenbildung und 1 bis 5
Gewichtsteilen eines Hilfsmittels für die Extrusion gemischt
werden. Die Mischung wird mittels einer Walzmaschine bei einer
Temperatur in einem Bereich von 100 bis 150°C extrudiert und
anschließend in ein Formwerkzeug überführt, wo sie unter Druck
und bei einer Temperatur in einem Bereich von 120 bis 170°C
10 bis 60 Minuten lang unter Veranlassung einer Schaum- und
Brückenbildungsreaktion erhitzt wird.
Claims (3)
1. Ein Polyvinylchlorid-Hartschaumstoff, hergestellt aus
einer Mischung, die Bestandteile enthält, die gemischt und
mittels einer Walzmaschine bei einer Temperatur in einem
Bereich von 100 bis 150°C extrudiert werden und die dann in
einem Formwerkzeug unter Druck und bei einer Temperatur in
einem Bereich von 120 bis 170°C 10 bis 60 Minuten lang unter
Veranlassung einer Schaum- und Brückenbildungsreaktion erhitzt
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung 100
Gewichtsteile Polyvinylchlorid oder Vinylchloracetat-Copolymer
enthält, die mit 5 bis 50 Gewichtsteilen Ethylen-Vinylacetat-
Copolymer oder ionisiertem Polyethylenharz oder chlor
sulfoniertem Polyethylenharz, 5 bis 50 Gewichtsteilen Acryl
butadien-Kautschuk oder Acrylbutadien-Styrol-Kautschuk oder
Isopren oder Naturkautschuk, 1 bis 5 Gewichtsteilen eines
Stabilisators, 1 bis 30 Gewichtsteilen eines chemischen
Mittels zur Schaumbildung, 0,2 bis 5 Gewichtsteilen eines
Mittels zur Brückenbildung und 1 bis 5 Gewichtsteilen eines
Hilfsmittels für die Extrusion gemischt werden, wobei das
Vinylchloracetat-Copolymer 50 bis 95 Gewichts-% Vinylchlorid
und 5 bis 50 Gewichts-% Vinylacetat enthält und wobei das
Ethylen-Vinylacetat-Copolymer 5 bis 75 Gewichts-% Vinylacetat
enthält.
2. Polyvinylchlorid-Hartschaumstoff nach Anspruch 1, der 5
bis 40 Gewichtsteile eines Mittels zur Erhöhung der Wärme
beständigkeit enthält.
3. Polyvinylchlorid-Hartschaumstoff nach Anspruch 1, der
10 bis 100 Gewichtsteile an Q-Zellen oder an Phenolharzkugeln
enthält.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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| DE4326367A1 true DE4326367A1 (de) | 1995-02-09 |
| DE4326367C2 DE4326367C2 (de) | 1997-09-25 |
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Cited By (1)
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- 1993-08-05 DE DE4326367A patent/DE4326367C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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|---|---|
| GB9218636D0 (en) | 1992-10-21 |
| GB2270694A (en) | 1994-03-23 |
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| GB2270694B (en) | 1996-07-31 |
| DE4326367C2 (de) | 1997-09-25 |
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