DE4317605C1 - Organopolysiloxanpolyether und deren Verwendung als hydrolysestabile Netzmittel in wäßrigen Systemen - Google Patents

Organopolysiloxanpolyether und deren Verwendung als hydrolysestabile Netzmittel in wäßrigen Systemen

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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F7/00Compounds containing elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table
    • C07F7/02Silicon compounds
    • C07F7/08Compounds having one or more C—Si linkages
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    • C07F7/0838Compounds with one or more Si-O-Si sequences

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Description

Die Erfindung betrifft Organopolysiloxanpolyether mit erhöhter Hydro­ lysebeständigkeit. Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung derar­ tiger Polysiloxanpolyether als Netzmittel in wäßrigen Systemen.
Organopolysiloxanpolyether sind seit langem bekannt. Sie bestehen im allgemeinen aus einem Organopolysiloxan, an welches end- und/oder sei­ tenständig Polyoxyalkylenblöcke gebunden sind. Die Verknüpfung der Po­ lyoxyalkylenblöcke mit dem Polysiloxan kann über SiC- oder SiOC-Bin­ dungen erfolgen.
Aus der umfangreichen Patentliteratur wird stellvertretend als nächst­ liegender Stand der Technik die US-PS 3 299 112 genannt. In dieser Pa­ tentschrift wird ein Siloxan beschrieben, welches ausschließlich zu­ sammengesetzt ist aus
(a) einer Gruppe mit der Formel
und
(b) 1 bis 4 Gruppen der Formel
wobei die Reste und Indices folgende Bedeutung haben:
a hat einen Wert von 0 bis 2,
b hat einen Wert von 2 bis 3,
R ist eine Methyl- oder Ethylgruppe,
R′ ist eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
m hat einen Wert von 2 bis 4,
n hat einen durchschnittlichen Wert von 4 bis 17,
p hat einen durchschnittlichen Wert von 0 bis 5,
das Verhältnis von n : p ist mindestens 2 : 1,
die Summe von n + p hat einen Wert von 4 bis 17,
die Polyoxyalkylengruppe ist mit dem Siliciumatom der Einheit (a) über wenigstens 2 Kohlenstoffatome der CmH2m-Gruppe verbunden.
In der vorgenannten US-Patentschrift wird gezeigt, daß diese Verbin­ dungen insbesondere als Netzmittel in wäßrigen Systemen brauchbar sind.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß Verbindungen dieser Struktur nur eine begrenzte Hydrolysestabilität aufweisen. Insbesondere in sauren oder basischen wäßrigen Lösungen tritt eine Spaltung der SiOSi-Bindung auf, wobei die Hydrolyseprodukte erneuter Kondensation unterliegen können, so daß im Verlauf des hydrolytischen Abbaus durch erneute Kondensation höhermolekulare Organopolysiloxanpolyether entstehen, die verringerte oder keine Netzwirkung aufweisen.
Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit dem technischen Problem, Organopolysiloxanpolyether aufzufinden, welche eine verbesserte Hydro­ lysestabilität aufweisen und somit ihre Netzwirkung über einen länge­ ren Zeitraum beibehalten. Diese Beibehaltung der Netzwirkung ist ins­ besondere dann notwendig, wenn wäßrige Zubereitungen, die diese Netz­ mittel enthalten, über einen Zeitraum von mehreren Monaten vor ihrer Anwendung gelagert werden sollen. Dies ist z. B. bei wäßrigen Lacksy­ stemen der Fall, die vom Hersteller konfektioniert werden und nach ihrer Auslieferung an den Händler bei diesem über mehrere Monate gela­ gert werden, bevor sie bestimmungsgemäß angewendet werden. Es wird so­ mit angestrebt, Organopolysiloxanpolyether aufzufinden, deren Hydroly­ sestabilität in wäßrigen Systemen mehrere Monate, nach Möglichkeit ein bis zwei Jahre, beträgt.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß diese Eigenschaften bei Orga­ nopolysiloxanpolyethern der allgemeinen Formel
zu finden sind, wobei
R1 ein zweiwertiger, gegebenenfalls verzweigter Alkylenrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen in der Alkylenkette ist,
R2 ein Rest der Formel (CmH2mO-)sR3 ist, in der m eine Zahl von < 2,0 und ≦ 2,5, s eine Zahl von 4 bis 21 und R3 ein Was­ serstoffrest, ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Acetylrest ist, wobei jedoch, wenn der Rest R1 nur 3 oder 4 Koh­ lenstoffatome aufweist, eine blockweise Anordnung der Oxyalkylen­ einheiten entsprechend der Formel (C3H6O-)p(C2H4O)q(C3H6O-)rR3 einzuhalten ist, in der p eine Zahl von 1 bis 3, q eine Zahl von 4 bis 15 und r eine Zahl von O bis 3 ist,
n eine Zahl von 1 bis 3 ist, mit der Maßgabe, daß mindestens 50 Mol-% der Oxyalkylengruppen Oxy­ ethylengruppen sind.
R1 ist ein zweiwertiger, gegebenenfalls verzweigter Alkylenrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen in der Alkylenkette. Beispiele solcher Reste sind die Reste
Besonders bevorzugt ist der Rest -(CH2)3- und der Rest -(CH2)6.
R2 kann zwei verschiedene Bedeutungen haben, die von der Anzahl der Kohlenstoffatome im Rest R1 abhängen: R2 hat allgemein die Bedeu­ tung des Restes (CmH2mO-)sR3 wobei m eine Zahl von < 2,0 und ≦ 2,5 und s eine Zahl von 4 bis 21 ist. Der Index m ergibt sich aus dem Verhältnis von Oxyethylen- zu Oxypropyleneinheiten im Poly­ ether und kann jeden beliebigen Wert von < 2,0 und ≦ 2,5 annehmen. Hat m einen Wert von 2,5, bedeutet dies für den Fall, daß außer Oxy­ ethyleneinheiten nur Oxypropyleneinheiten vorhanden sind, daß 50 Mol-% der Oxyalkyleneinheiten Oxyethyleneinheiten und 50 Mol-% der Oxyalky­ leneinheiten Oxypropyleneinheiten sind. Die Gesamtzahl der Oxyalkylen­ einheiten ist durch den Wert des Index s gegeben.
Die Anordnung der Oxyalkyleneinheiten kann statistisch oder blockweise erfolgen. Ist jedoch die Kohlenstoffanzahl des Restes R1 gleich 3 oder 4, ist nur die blockweise Anordnung der Oxyalkylengruppen zuläs­ sig, so daß der Rest R2 dann der Formel (C3H6O-)p(C2H4O-)q(C3H6O-)rR3 entsprechen muß, wobei p eine Zahl von 1 bis 3, q eine Zahl von 4 bis 15 und r eine Zahl von 0 bis 3 ist. Die Indices p, q und r sind dabei Durchschnittswerte. Weist der Rest R1 3 oder 4 Kohlenstoffatome auf, beginnt die Polyoxyalkylenkette des Restes R2 mit mindestens einer Oxypropyleneinheit. Hierdurch wird gewährleistet, daß auch bei niedriger Kohlenstoffanzahl des Restes R1 die erfindungsgemäßen Verbindungen die gewünschte Hydrolysestabi­ lität aufweisen.
n gibt die Anzahl der difunktionellen Siloxy-Einheiten an und hat einen Wert von 1 bis 3.
Um die Wasserlöslichkeit und die Netzeigenschaften des Organopolysil­ oxanpolyethers sicherzustellen, muß die Bedingung erfüllt sein, daß mindestens 50 Mol-% der Oxyalkylengruppen Oxyethylengruppen sind.
Vorzugsweise hat der Rest -R1-O-R2 eine Molmasse von 400 bis 700.
R3 ist ein Wasserstoffrest, ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoff­ atomen oder ein Acetylrest. Bevorzugt ist R3 ein Wasserstoffrest.
Beispiele erfindungsgemäßer Verbindungen sind
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen geschieht in an sich bekannter Weise durch Addition eines Polyethers, dessen Startal­ kohol endständig eine olefinische Doppelbindung aufweist, an ein Was­ serstoffsiloxan in Gegenwart von Platinkatalysatoren.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen weisen die gewünschte Hydrolysesta­ bilität auf und besitzen hervorragende Netzeigenschaften. Sie eignen sich deshalb insbesondere als Netzmittel in wäßrigen Lacksystemen so­ wie in wäßrigen Zubereitungen von Agrochemikalien, wie Herbizide, Pestizide und Fungizide. Die Verbindungen werden der wäßrigen Zuberei­ tung in Mengen von 0,01 bis 1 Gew.-% zugesetzt. Höhere Zusatzmengen sind im Regelfall unnötig.
In den folgenden Beispielen wird die an sich bekannte Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen gezeigt. Die Netzwirkung von wäßrigen Zubereitungen, welche die erfindungsgemäßen Verbindungen enthalten, wird anhand von Spreitungsmessungen nachgewiesen. Die Langzeithydroly­ sestabilität wird durch die verbesserte Stabilität der Verbindungen in sauren und alkalischen, bei 50°C gelagerten Lösungen in Form von Kurz­ zeitversuchen demonstriert und mit der Hydrolysestabilität von Produk­ ten des Standes der Technik verglichen.
Beispiel 1a
Herstellung eines Organopolysiloxanpolyethers der durchschnittlichen Formel
700 g (1,2 Mol) eines Allylalkohol-gestarteten Polyethers der durch­ schnittlichen Formel
CH2=CH-CH2O-(C3H6O-)1,5(C2H4O-)8(C3H6O-)1,5H
werden mit 30 mg (0,07 mMol) Hexachloroplatinsäure versetzt und auf 110°C erwärmt. Innerhalb einer Stunde werden 222 g (1 Mol) 1,1,1,3,5,5,5-Heptamethyltrisiloxan zugetropft und die Reaktionsmi­ schung weitere 4 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Der SiH-Umsatz beträgt nach dieser Reaktionszeit mehr als 90%. Der resultierende Organopolysiloxanpolyether weist bei 25°C eine Viskosität von ca. 100 mPa · s auf.
Beispiel 1b
Herstellung eines Organopolysiloxanpolyethers der durchschnittlichen Formel
857 g (1,2 Mol) eines 5-Hexen-1-ol-gestarteten Polyethers der durch­ schnittlichen Formel
CH2=CH-(CH2-)4O(C3H6O-)3(C2H4O-)10H
werden mit 30 mg (0,07 mMol) Hexachloroplatinsäure versetzt und auf 105°C erwärmt. Innerhalb einer Stunde werden 222 g (1,0 Mol) 1,1,1,3,5,5,5-Heptamethyltrisiloxan zugetropft und die Reaktionsmi­ schung weitere 4 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Der SiH-Umsatz beträgt nach dieser Reaktionszeit mehr als 90%. Der resultierende Or­ ganopolysiloxanpolyether weist bei 25°C eine Viskosität von ca. 100 mPa·s auf.
Beispiel 2
Vergleich der Netzwirkung und Hydrolysestabilität wäßriger Lösungen der gemäß Beispiel 1a und 1b hergestellten erfindungsgemäßen Organo­ polysiloxanpolyether unter sauren (pH 5) und alkalischen (pH 9) Bedin­ gungen gegenüber Produkten des Standes der Technik
Produkt 1: erfindungsgemäße Verbindung von Beispiel 1 a
Produkt 2: erfindungsgemäße Verbindung von Beispiel 1 b
Produkt 3: nicht erfindungsgemäß; durchschnittliche Formel:
Produkt 4: nicht erfindungsgemäß; durchschnittliche Formel:
A: Netzwirkung unter sauren Bedingungen (pH 5)
0,1 g Organopolysiloxanpolyether werden in 100 ml destilliertem Wasser gelöst, dessen pH-Wert zuvor mittels Kaliumhydrogenphthalat-Puffer auf 5,0 eingestellt wurde. 0,05 ml dieser Lösung werden mittels Mikropi­ pette auf eine PVC-Folie aufgetragen. Infolge der niedrigen Oberflä­ chenspannung der wäßrigen Organopolysiloxanpolyetherlösung spreitet der aufgetragene Wassertropfen spontan auf der PVC-Folie. Ein direktes Maß für die Netzwirkung des Organopolysiloxans ist dabei der Durchmes­ ser der benetzten Fläche (gemessen in mm), den die wäßrige Lösung ein­ nimmt. Zur Überprüfung der Hydrolysestabilität der Organopolysiloxan­ polyether in wäßriger Lösung bei pH 5 werden Benetzungsversuche unmit­ telbar nach Herstellung der Lösung sowie 24 Stunden, 72 Stunden, 1 Woche, 2 und 3 Wochen danach durchgeführt. Die wäßrigen Lösungen werden während der Versuchsdauer bei 50°C gelagert. Abnehmende Sprei­ tungswirkung zeigt die hydrolytische Zersetzung an. Die Resultate sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.
Tabelle 1
Spreitung wäßriger Organopolysiloxanpolyether (Lagerung bei 50°C) Lösungen (0,05 ml; 0,1%ig) bei pH 5 auf PVC-Folie
B: Netzwirkung unter alkalischen Bedingungen (pH 9)
0,2 g Organopolysiloxanpolyether werden in 100 ml destilliertem Wasser gelöst, dessen pH-Wert zuvor mittels Natriumborat-Puffer auf 9,0 ein­ gestellt wurde. Auftrag auf PVC-Folie und Bewertung der Netzwirkung sowie Hydrolysestabilität erfolgt wie unter A beschrieben. Die Ergeb­ nisse sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
Tabelle 2
Spreitung wäßriger Organopolysiloxanpolyether (Lagerung bei 50°C) Lösungen (0,05 ml; 0,2%ig) bei PH 9 auf PVC-Folie
Aus den gezeigten Ergebnissen geht die Überlegenheit des erfindungsge­ mäßen Organopolysiloxanpolyethers hinsichtlich hydrolytischer Stabili­ tät eindeutig hervor.

Claims (9)

1. Organopolysiloxanpolyether der allgemeinen Formel wobei
R1 ein zweiwertiger, gegebenenfalls verzweigter Alkylenrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen in der Alkylenkette ist,
R2 ein Rest der Formel (CmH2mO-)sR3 ist, in der m eine Zahl von <2,0 und ≦2,5, s eine Zahl von 4 bis 21 und R3 ein Wasserstoffrest, ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Acetylrest ist, wobei jedoch, wenn der Rest R1 nur 3 oder 4 Kohlenstoffatome aufweist, eine blockweise Anordnung der Oxyalkyleneinheiten entsprechend der Formel (C3H6O-)p(C2H4O-)q(C3H6O-)rR3 einzuhalten ist, in der p eine Zahl von 1 bis 3, q eine Zahl von 4 bis 15 und r eine Zahl von 0 bis 3 ist,
n eine Zahl von 1 bis 3 ist,
mit der Maßgabe, daß mindestens 50 Mol-% der Oxyalkylengruppen Oxy­ ethylengruppen sind.
2. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R1 ein -(CH2)a-Rest ist, wobei a eine Zahl von 3 bis 6 bedeutet.
3. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R3 ein Wasserstoffrest ist.
4. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß n = 1 ist.
5. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß p = 1 bis 1,5 ist.
6. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß q = 5 bis 10 ist.
7. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß r = 1 bis 1,5 ist.
8. Organopolysiloxanpolyether nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Molmasse des Restes -R1-O-R2 = 400 bis 700 beträgt.
9. Verwendung der Organopolysiloxanpolyether nach Ansprüchen 1 bis 8 als hydrolysestabile Netzmittel in wäßrigen Systemen in Mengen von 0,01 bis 1 Gew.-%, bezogen auf Zubereitung.
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