DE3346450C2 - Vorrichtung zur Bestimmung der Nordrichtung - Google Patents
Vorrichtung zur Bestimmung der NordrichtungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Bestimmung der Nordrichtung, enthaltend
- - einen in einem Gestell um eine Hochachse drehbar gelagerten Rahmen,
- - einen an dem Rahmen befestigten Drehgeschwindigkeitssensor mit wenigstens einer zur Hochachse senkrecht stehenden Meßachse,
- - eine auf dem Rahmen angeordnete Lotfühlereinrichtung aus lediglich einem Beschleunigungsmesser, dessen Meßachse senkrecht sowohl zur Meßachse des Drehgeschwindigkeitssensors als auch zur Hochachse des drehbar gelagerten Rahmens angeordnet ist,
- - einen Stellmotor zum Verdrehen des Rahmens um die Hochachse und
- - eine Signalaufbereitungseinheit für die Bestimmung der Nordrichtung, welcher die von den Sensoren kommenden Signale zugeführt werden.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE 30 19 372 A1
bekannt.
Aus der DE 30 28 649 A1 geht ein selbstnordendes Kurs-Lage-
Referenzgerät für ein Fahrzeug hervor. Dieses enthält einen
fahrzeugfesten Azimutrahmen, der um eine Azimutachse
verdrehbar ist. Der Azimutrahmen definiert ein
Koordinatensystem, dessen X-Achse parallel zu einer Drehachse
eines Kreisels verläuft. Der Kreisel ist ein
dynamisch abgestimmter Kreisel (DAK) mit zwei Eingangsachsen,
die je einen Abgriff und mit den Abgriffen überkreuz
geschaltete Drehmomenterzeuger aufweisen. Damit ist der
Kreisel elektrisch an sein Gehäuse gefesselt. Auf der
Azimutachse sitzt ein Stellmotor zum Verdrehen des
Azimutrahmens um die Azimutachse. Auf der Azimutachse ist
weiterhin ein Winkelstellungsgeber angeordnet. Eine
umschaltbare Steuereinrichtung ist von dem Signal des
Winkelstellungsgebers beaufschlagt und steuert den Stellmotor
so, daß der Azimutrahmen wahlweise in eine 0°-Stellung, in
welcher die Kreiseldrallachse parallel zu einer fahrzeugfesten
Achse verläuft, in eine 90°-Stellung oder in eine 180°-
Stellung verdrehbar ist.
Auf dem Azimutrahmen sind zwei Beschleunigungsmesser
angeordnet, die die Neigung des Azimutrahmens sensieren und
deren Signale über eine Auswerteeinrichtung ein
Korrektursignal für die ermittelte Nordrichtung bilden.
Es ist weiterhin aus der DE 29 48 051 A1 eine nordsuchende
Kreiseleinrichtung bekannt, die einen an einem Gehäuse
kardanisch gelagerten Pendelkörper enthält. Der Pendelkörper
wird zu Beginn eines Meßintervalls vertikal ausgerichtet. Zur
Arretierung des Pendelkörpers dient ein sogenannter Lotmagnet,
der den Pendelkörper über einen Gummiwulst in einer
kalottenförmigen Schale abstützt. Diese Anordnung erfordert
jedoch ebenfalls eine erhöhte Anzahl mechanischer Komponenten.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Bestimmung
der Nordrichtung in der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
die mit einem möglichst geringen Aufwand an Komponenten eine
hohe Genauigkeit erzielt und eine einfache Auswertung der
Meßergebnisse gewährleistet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist ein Schrittmotor zum
Verdrehen des Rahmens vorgesehen. Es entfällt dabei ein
Winkelgeber, wie er beispielsweise beim Stand der Technik
vorgesehen ist. Das Verdrehen des Rahmens in bevorzugten
Meßstellungen kann auch durch Festgesperre oder auch durch
Grenzkraftgesperre in Verbindung mit einem einfachen
Momentengeber erfolgen. Vorteilhaft ist hierbei der
zuverlässige und einfache Aufbau. Durch die Verwendung eines
gasgelagerten Wendekreisels als Drehgeschwindigkeitsmesser
kann die Nordrichtung mit hoher Genauigkeit ermittelt werden.
Auch die Verwendung eines Laserkreisels ist möglich.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der noch
angeführten Unteransprüche. Die Erfindung wird nachfolgend an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Prinzipdarstellung der
Vorrichtung,
Fig. 2 den Aufbau der Anordnung teilweise im Längsschnitt.
Die Anordnung gemäß Fig. 2 enthält in einem Gehäuse 1 einen
Präzessionsrahmen 2, welcher einen um die Spinachse 3
drehbaren Kreiselrotor 4 enthält. Der Präzessionsrahmen 2 ist
gegenüber dem Gehäuse 1 mittels einer statischen
Gaslagerung, enthaltend ringförmige Axial- und
Radialluftspalte 5, 6, um die Ausgangs- bzw. Drehachse 7
drehbar gelagert. Zur Speisung der Lagerung ist im unteren
Teil des Gehäuses 1 ein schematisch angedeuteter
Verdichter 8 vorgesehen. Es ist weiterhin ein Winkelstellungsabgriff
9 und ein Drehmomenterzeuger 10 vorgesehen.
Hiermit wird einerseits die Winkelstellung des
Präzissionsrahmens 2 bzw. der Spinachse 3 bezüglich des
Gehäuses 1 abgegriffen und andererseits ist ein Fesselmoment
um die Drehachse 7 erzeugbar zur Fesselung des
Rahmens 2 an eine vorgegebene Nullstellung. Als Antrieb
des Kreiselrotors 4 ist ein Motor 11, 12 vorgesehen,
welcher bevorzugt als bürstenloser Gleichstrommmotor ausgebildet
ist und dessen Kommutierungselektronik 15 im
Gehäuse untergebracht ist. Es sind ferner zwischen Gehäuse
1 und Rahmen 2 schematisch dargestellte Stromzuführungsfedern
13 vorhanden. Die gesamte zur Durchführung
der Nordung erforderliche Elektronik einschließlich
Rechner, Mikroprozessor und Stromversorgung ist außerhalb
des Kreiselgehäuses angeordnet.
Die Prinzipdarstellung Fig. 1 zeigt den in Fig. 2 beschriebenen
Kreisel mit dessen Gehäuse 1. Das Gehäuse 1
ist in geeigneter Weise auf einem Rahmenkörper 18 angeordnet,
auf welchem weiterhin ein Beschleunigungsmesser
19 befestigt ist. Die Meßachse 20 des Kreisels ist orthogonal
zur Meßachse 21 des Beschleunigungsmessers ausgerichtet.
Gleichzeitig bilden beide Meßachsen 20, 21 mit
der Drehachse bzw. Hochachse 22 des Rahmens einen Winkel
von jeweils 90°. Die Hochachse 22 ist mit einem Gestell
23 verbunden, wobei über einen Stellmotor 24, beispielsweise
einen Schrittmotor, wie aus der
DE 29 48 051 A1 bekannt, der Rahmenkörper 18 um die
Hochachse 22 gedreht werden kann. Eine hier nicht dargestellte
Ansteuer- und Signalelektronik ist mit der einzelnen
Komponenten zur Aufbereitung der Meßsignale verbunden.
Zur Bestimmung des Nordrichtungswinkels bzw. des Azimutwinkels
Ψ werden nacheinander Komponenten der Erddrehgeschwindigkeit
Ω und der Erdgravitation g in fahrzeugfesten
Koordinaten gemessen.
Die erdfesten Bezugskoordinaten XE, YE, ZE sind so definiert,
daß die Achse XE in der Horizontalebene nach Norden,
die Achse YE in der Horizontalebene nach Osten und
die Achse ZE in Richtung des lokalen Lotes nach unten
zeigen.
Die fahrzeugfesten Koordinaten XF, YF, ZF entstehen
durch drei aufeinanderfolgende Drehungen:
(1) um die ZE-Achse um einen Azimutwinkel Ψ,
(2) um die neu gebildete Y′-Achse um einen Nickwinkel R,
(3) um die neu gebildete X′′-Achse um einen Rollwinkel Φ.
(2) um die neu gebildete Y′-Achse um einen Nickwinkel R,
(3) um die neu gebildete X′′-Achse um einen Rollwinkel Φ.
Die XF-Achse ist die Fahrzeuglängsachse (oder Rollachse),
die YF-Achse die Nickachse, die ZF-Achse die Hochachse
(oder Gierachse).
Zwischen dem fahrzeugfesten und dem erdfesten Koordinatensystem
besteht die Beziehung
mit der Transformationsmatrix
Die Elemente Cÿ sind die Richtungskosinusse zwischen
der Achse i des fahrzeugfesten Systems und der Achse j
des erdfesten Systems.
Mit der vereinfachten Schreibweise s α=sin α und c α=
cos α ist die Transformationsmatrix
Die Messung erfolgt nominell, d. h. bei Ausrichtung des
Systems in fahrzeugfesten Achsen, in den Achsen XF und
YF. Da der Rahmenkörper 18 jedoch gegenüber dem fahrzeugfesten
Gestell 23 um einen Winkel γ gedreht sein
kann, ergibt sich das Koordinatensystem XM, YM, ZM der
Meßachsen durch eine weitere Drehung um die ZF-Achse um γ.
Bei Rahmendrehungen, die vorzugsweise γ+0°, 90°, 180°
bzw. 270° betragen, ist die Transformation ins Meßachsen-
System einfach; es ist nur eine zyklische Vertauschung
der Achsen notwendig.
Die Eingangsgrößen des Kreisels sind die Erdrotation ωE
mit ihrem Komponenten im erdfesten System
und für den Beschleunigungsmesser die Gravitationsbeschleunigung
g
wobei λ die geographische Breite ist.
Die Meßachse XK des Kreisels zeigt nominell in die Richtung
der XM-Achse, die Meßachse YB des Beschleunigungsmessers
nominell in die Richtung der YM-Achse. Gemessen
wird nacheinander in den Stellungen α₁=0°, α₂=90°
und α₃=180°, die durch den Schrittmotor mittels Eingabe
einer bestimmten Anzahl von Schrittimpulsen eingestellt
werden.
Damit ergibt sich für die vom Kreisel gemessenen Winkelgeschwindigkeiten
ω₁ = C₁₁ΩH - C₁₃ΩV + D (10)
ω₂ = C₂₁ΩH - C₂₃ΩV + D (11)
ω₃ = -C₁₁ΩH + C₁₃ΩV + D (12)
und für die vom Beschleunigungsmesser gemessenen Beschleunigungen
a₁ = -C₂₃ g + B (13)
a₂ = C₁₃ g + B (14)
a₃ = C₂₃ g + B (15)
Dabei sind D die (als konstant vorausgesetzte) Kreiseldrift
und B der Nullpunktfehler des Beschleunigungsmessers.
Diese sechs Meßwerte werden gespeichert und in der nachfolgenden
Rechnung ausgewertet.
Durch Einsetzen der Komponenten Cÿ aus Gleichung (3)
in die Gleichungen (10) bis (15) erhält man
ω₁ = ωE [c Rc Ψc λ + s Rs λ] + D (16)
ω₂ = ωE [(s Φs Rc Ψ - c Φs Ψ) c λ - s Φc Rs λ] + D (17)
ω₃ = -ωE [c Rc Ψc λ + s Rs λ] + D (18)
a₁ = -g s Φc R + B (19)
a₂ = g s R + B (20)
a₃ = g s Φc R + B (21)
Die Werte für die Drift des Kreisels und den Nullpunktfehler
des Beschleunigungsmessers ergeben sich aus
und durch Lösung der folgenden Gleichungen erhält man den
gesuchten Nordrichtungswinkel Ψ:
Außerdem lassen sich die Lagewinkel (Nick- und Rollwinkel)
unmittelbar berechnen:
Wenn man unterstellt, daß die geographische Breite λ zu
Beginn bekannt ist, sind in den Gleichungen (24) bis
(32) jeweils alle rechts vom Gleichheitszeichen stehenden
Größen vorhanden.
Nach dem oben beschriebenen Formalismus lassen sich alle
erforderlichen Winkel berechnen, sofern alle Meßsignale
bis auf die Werte D und B fehlerfrei sind.
Treten während der Meßzeit Störbewegungen auf die Vorrichtung
auf, beispielsweise Einsinkbewegungen des die
Vorrichtung tragenden Fahrzeugs, dann können normalerweise
große Nordrichtungsfehler entstehen, die in den
meisten Fällen nicht erkennbar sind.
Hier bietet die Kombination des Kreisels mit einem Beschleunigungsmesser
einen entscheidenden Vorteil: Indem
die Meßachse des Beschleunigungsmessers orthogonal zur
Meßachse des Kreisels angeordnet wird, kann das Nutzsignal
"Erddrehung" vom Störsignal "Fahrzeugbewegung"
getrennt werden.
Bei einer Störwinkelgeschwindigkeit ωS um die Eingangsachse
des Kreisels (X-Achse) ist die gemessene Winkelgeschwindigkeit
ωi* = ωi + ωs; i = 1, 2, 3 (33)
Der Drehwinkel α des Systems um die X-Achse folgt der
Beziehung
Für eine im Zeitraum Δt = t₁ - t₀ als konstant angenommene
Winkelgeschwindigkeit ωs gilt
α(t) = α₀ + ωs (t - t₀); t₀ < t < t₁ (34)
Die vom Beschleunigungsmesser sensierte Komponente der
Gravitation ist für kleine Winkel α
a(t) = -g α(t)
Die Änderung im Zeitraum Δt beträgt
Δa = a (t₁) - a (t₀)
Δa = - g ωs Δt
Somit läßt sich ωs aus der Änderung der gemessenen Beschleunigung
berechnen:
Setzt man diesen Wert in Gleichung (33) ein, so läßt
sich der Störeinfluß von ωs eliminieren.
In bekannter Weise läßt sich mittels der Signalelektronik
der Skalenfaktor des Kreisels und des Beschleunigungsmessers
(Maßstabsfaktoren von Kreisel, Drehmomenterzeuger,
Meßwiderstand, Sample-Hold-Glied, A/D-Wandler) und
der Temperaturkoeffizient der Sensoren berechnen und
ein Korrekturwert ermitteln.
Bezugszeichenliste
1 Gehäuse
2 Präzessionsrahmen
3 Spinachse
4 Kreiselrotor
5 Axialluftspalt
6 Radiallaufspalt
7 Drehachse
8 Verdichter
9 Winkelstellungsabgriff
10 Drehmomenterzeuger
11 Motor (Statorwicklung)
12 Motor (Permanentmagnete)
13 Stromzuführungsfedern
15 Kommutierungselektronik
18 Rahmenkörper
19 Beschleunigungsmesser
20 Meßachse Kreisel
21 Meßachse Beschleunigungsmesser
22 Hochachse
23 Gestell
2 Präzessionsrahmen
3 Spinachse
4 Kreiselrotor
5 Axialluftspalt
6 Radiallaufspalt
7 Drehachse
8 Verdichter
9 Winkelstellungsabgriff
10 Drehmomenterzeuger
11 Motor (Statorwicklung)
12 Motor (Permanentmagnete)
13 Stromzuführungsfedern
15 Kommutierungselektronik
18 Rahmenkörper
19 Beschleunigungsmesser
20 Meßachse Kreisel
21 Meßachse Beschleunigungsmesser
22 Hochachse
23 Gestell
Claims (9)
1. Vorrichtung zur Bestimmung der Nordrichtung, enthaltend
- - einen in einem Gestell um eine Hochachse drehbar gelagerten Rahmen,
- - einen an dem Rahmen befestigten Drehgeschwindigkeitssensor mit wenigstens einer zur Hochachse senkrecht stehenden Meßachse,
- - eine auf dem Rahmen angeordneten Lotfühlereinrichtung aus lediglich einem Beschleunigungsmesser, dessen Meßachse senkrecht sowohl zur Meßachse des Drehgeschwindigkeitssensors als auch zur Hochachse des drehbar gelagerten Rahmens angeordnet ist,
- - einen Stellmotor zum Verdrehen des Rahmens um die Hochachse und
- - eine Signalaufbereitungseinheit für die Bestimmung der Nordrichtung, welcher die von den Sensoren kommenden Signale zugeführt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Rahmenstellung Störbewegungen
des Fahrzeugs, die zu einer Winkelgeschwindigkeit um die
Meßachse (20) des Kreisels führen, zusätzlich mittels des Beschleunigungsmessers
(19) sensiert werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Winkelgeschwindigkeit der Störbewegung nach der Beziehung
berechnet wird, wobei Δa die gemessene Beschleunigungsänderung
innerhalb der Meßzeit Δt und ωs die Winkelgeschwindigkeit
der Störbewegung um die Meßachse (20) des Kreisels darstellt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
berechnete Winkelgeschwindigkeit ωs vom Meßwert des Kreisels
subtrahiert wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stellmotor (24) zum Verdrehen des Rahmens (18) um die Hochachse (22) als Schrittmotor ausgeführt ist, wobei durch Auszählen
der durchgeführten Schritte die Rahmenstellung ermittelt
wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehgeschwindigkeitssensor ein gasgelagerter Wendekreisel
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehgeschwindigkeitssensor ein aktiver oder passiver
Laserkreisel ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mittels
des Schrittmotors (24) der Rahmen (18) in den drei Stellungen
0°, 90°, 180° fixiert wird und die Signale a₁-a₃
des Beschleunigungsmessers (19) nach den Beziehungen
a₁ (0°) = g · sin Φ cos R + Ba₂ (90°) = g · sin R + Ba₃ (180°) = -g · sin Φ cos R + Bermittelt werden, worin g die Gravitationsbeschleunigung,
Φ der Rollwinkel und R der Nickwinkel des Rahmens (18)
und B der Nullpunktfehler des Beschleunigungsmesser (19)
kennzeichnet, und die Signale des Drehgeschwindigkeitssensors
ω₁-ω₃ nach den Beziehungenω₁ (0°) = ωE (cos R cos Ω cos λ + sin R sin λ) + Dω₂ (90°) = ωE [(sin Φ sin R cos Ψ - cos Φ sin Ψ) cos λ -
sin Φ cos R sin λ] + Dω₃ (180°) = -ωE [cos R cos Ψ cos λ + sin R sin λ] + Dermittelt werden, worin ωE die Erdrotation, Ψ der Nordrichtungswinkel
und D die sensorabhängige Drift kennzeichnet.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß Signale des Beschleunigungssensors (19)
und des Drehgeschwindigkeitssensors in den Rahmenstellungen
0°, 120°, 240° gewonnen werden und einer Auswerteschaltung
zur Ermittlung des Nordrichtungswinkel Ψ zugeführt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833346450 DE3346450C2 (de) | 1983-12-22 | 1983-12-22 | Vorrichtung zur Bestimmung der Nordrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833346450 DE3346450C2 (de) | 1983-12-22 | 1983-12-22 | Vorrichtung zur Bestimmung der Nordrichtung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3346450A1 DE3346450A1 (de) | 1985-07-04 |
| DE3346450C2 true DE3346450C2 (de) | 1994-06-09 |
Family
ID=6217732
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19833346450 Revoked DE3346450C2 (de) | 1983-12-22 | 1983-12-22 | Vorrichtung zur Bestimmung der Nordrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3346450C2 (de) |
Families Citing this family (2)
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| CN1034835C (zh) * | 1995-02-28 | 1997-05-07 | 中国航天工业总公司第一研究院第十三研究所 | 快速高精度陀螺经纬仪 |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2948051A1 (de) * | 1979-11-29 | 1981-06-04 | Teldix Gmbh, 6900 Heidelberg | Nordsuchender kreisel |
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1983
- 1983-12-22 DE DE19833346450 patent/DE3346450C2/de not_active Revoked
Also Published As
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| Date | Code | Title | Description |
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| D2 | Grant after examination | ||
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