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Vorrichtung zum Dämpfen von Fäden. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung,
durch welche das-Dämpfen von Fäden, besonders von Seidenfäden, kurz vor dem- Verarbeiten
derselben ermöglicht werden soll, ohne daß hierbei Dampf aus der Dämpfvorrichtung
austreten kann. Der Erfindung gemäß werden die Fäden durch freie öffnungen in den
Wandungen der Dämpfvorrichtung hindurchgeführt. Diese öffnungen sind von Hülsen
umgeben, in welche der Dampf aus der Dämpfkammer eintreten kann, ohne jedoch aus
den öffnungen ins Freie treten zu können, da um die Hülsen herum eine solche Temperatur
erzeugt wird, daß der Dampf in den Hülsen kondensieren muß.
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Bei den bekannten Dämpfvorrichtungen wird der Austritt des Dampfes
an denjenigen Stellen, an denen die Fäden durch die Wandungen derDämpfvorrichtung
hindurchtreten, durch besondere Abdichtungen verhindert, welche teils aus Quetschwalzen,
teils aus Wasserabschlüssen bestanden. Hierbei werden die durch die Dämpfvorrichtung
geführten Fäden an diesen Abdichtungsstellen einer besonderen mechanischen- Einwirkung
(durch Druck oder Zug) oder einer chemischen Einwirkung (durch Eintauchen und Tränkung)
in nachteiliger Weise beeinflußt. Der Erfindung gemäß werden die Fäden frei durch
die Wandungen der Dämpfvorrichtung hindurchgeführt, ohne daß sie irgendwelcher nachteiligen
Einwirkung unterworfen werden. Die neue Vorrichtung ist mit einer innerenDämpfkammer
ausgestattet, in welche der Dampf eingeführt wird. Diese Kammer wird vollkommen
von einem Wärmeschutzmantel umgeben, der das Ausstrahlen von Wärme verhindert und
das Kondensieren desjenigen Dampfes, der nach den Einführungs-und Austrittsöffnungen
für die Fäden gelangt, ermöglicht. Zwischen dem äußeren, als Kühlvorrichtung dienenden
Mantel und der Dämpfkammer ist ein Raum vorgesehen, der als Kühl- oder Isolierraum
dient und in welchem Leitflächen derart angeordnet sind, daß die bei der Kondensation
des Dampfes sich bildenden Wassertropfen nicht mit den Fäden in Berührung kommen
können. Im Verhältnis zur Zuleitung des Dampfes in die innere Dämpfkammer muß auch
ununterbrochen eine Kühlung in dem äußeren Mantel stattfinden, und dadurch wird
in diesem Mantel eine ständige Wasserzirkulation notwendig.
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Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der neuen Vorrichtung
dar. In derselben veranschaulicht Fig. r einen Querschnitt
durch
diese Vorrichtung, Fig. 2 einen Längsschnitt, und Fig. 3 eine Draufsicht.
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Die neue Dämpfvorrichtung besteht aus einem doppelwandigen Kühlmantel
a, durch welchen Hülsen b hindurchführen. Die Innenenden dieser Hülsen sind schräg
abgeschnitten und liegen im Innern der von dem Kühlmantel umgebenen Kammer c. Nach
außen zu sind die Hülsen b durch'Deckel e abgeschlossen, in denen
Löcher f zur Durchführung der Fäden vorgesehen sind. In der Kammer c ist die Dämpfkammer
g angebracht, -welche oben durch -dachartige Wandungen h abgeschlossen wird und
von dem Boden des Kühlmantels a durch Unterlagscheiben i getragen wird. Durch letztere
können die Rohre j, k zur Ableitung des Wassers und Zuleitung des Dampfes
hindurchgeführt sein. Die Kammer g besitzt auf den gegenüberliegenden, senkrechten
Wandungen und genau -den Hülsen b gegenüber große Öffnungen 1. An
den Stoßstellen der senkrechten Wandungen der Kammer g und der dachartigen Wandungen
h sind im Innern der Dämpfkammer Sammelrinnen m angebracht. In diese Kammer führt
ein Wasserableitungsrohr j, welches in einem gewissen Abstand über dem Boden der
Kammer g endet. Zur Zuführung des Dampfes dienen ein oder mehrere Rohre k, die so
angeordnet sind, daß die Mitte ihrer Mündungen in der senkrechten Ebene liegt, in
welcher die Üffnungen f zur Durchleitung der Fäden angebracht sind. Die Rohre k
sind mit Kappen n abgedeckt, welche mit Löchern o für den Dampfaustritt versehen
sind.
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Der von der Dämpfkammer g und dem Kühlmantel a gebildete Raum c wird
von einem ausgehöhlten Deckel p abgeschlossen, dessen nach unten verlängerter Rand
q in den Raum zwischen den Doppelwandungen des Kühlmantels a greift. Dieser Kühlraum
steht mit dem Raum c durch Löcher r in Verbindung, die am oberen Rand der inneren
Wandungen vorgesehen sind. Von der Aushöhlung des Deckels p führen öffnungen s nach
dem Kühlraum, so daß das Wasser in diesen Raum abfließen kann, welches durch das
Rohr t in den Deckel p geleitet -wird. Am Boden des Mantels a ist ein Rohr
ic angebracht, welches etwas oberhalb des Bodens endet und eine Ableitung des Wassers
aus dem Raum c ermöglicht.
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Die Fäden, welche sich in der Richtung -v--v (Fig. i) durch die Öffnungen
f bewegen, werden in der Dämpfkammer g der Einwirkung des unter niedrigem Druck
stehenden Dampfes ausgesetzt. Der Dampf -wird durch die Rohie k in die Kammer g
eingeleitet. Durch die Öffnungen 1 gelangt der Dampf in den Raum c, wo er sich .
ausdehnen kann. Das in den Deckel p geleitete Wasser bildet in diesem eine Kühlschicht,
deren Höhe durch die Anordnung der Öffnungen s bestimmt -wird. Durch letztere fließt
das Wasser in den Kühlraum zwischen den Doppelwandungen a. Das durch die Berührung
mit der inneren Wandung des Kühlmantels lauwarm gewordene Wasser steigt in die Höhe
und tritt durch die Löcher r. in den Raum c über. Hier rieselt es an der Wandung
herab und sammelt sich am Boden des Raumes c an, wo es dann durch das Rohr z4 abgeleitet
wird. Auf dem Boden des Raumes c bleibt infolge des höheren Randes des Ablaufrohres
u immer noch eine gewisse Wassermenge stehen.
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Der in den Raum c übertretende Dampf wird durch die Berührung mit
den kalten Wandungen dieses Raumes, an denen auch das Kühlwasser herabrieselt, kondensiert.
Es wird sich auch auf der Bedachung ii Kondenswasser niederschlagen, welches in
den Raum c abtropft und durch das Rohr u abgeleitet wird.
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Das sich bei der Kondensation im Innern der Kammer g bildende Wasser
wird durch das Rohr j abgeleitet.
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Der zu dämpfende Faden ist gegen die Benetzung durch Wassertropfen
durch die Anordnung der Hülsen b geschützt, und ferner können auch mit dem Faden
keine Wassertropfen im Innern der Kammer g in Berührung kommen, da die sich hier
-bildenden Wassertropfen durch die Rinnen-in aufgefangen werden. Der von dem Kühlraum
umgebene Raum c bildet einen Wärmeschutzmantel für die Dämpfkammer, der jede Wärmeausstrahlung
von der Kammer g nach außen hin verhindert. - Durch die Dampfkonciensation und die
Kühlung der Hülsen b, durch welche die Fäden hindurchführen, wird der Austritt von
Dampf durch die Löcher f verhindert. Ebenso wird am oberen Ende des Raumes c der
Austritt von Dampf aus diesem Raum c durch den Rand q des Deckels verhindert, da
dieser Rand in das Wasser des Kühlraumes hineinragt und dadurch einen Wasserverschluß
bildet.