DE3027751C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum galvanischen
Metallisieren von Substraten mit einem nichtleitenden, be
ständigen und insbesondere U-förmigen Halterahmen zum stabilen
Halten der Substrate im Elektrolyten und Ankontaktieren an
einer kathodisch geschalteten Kontaktschiene.
Es ist bekannt, zu galvanisierende Teile an die Kontaktschiene
anzuklemmen, um sie durch einen Elektrolyten hindurchführen zu
können. Dabei erhält man aber keine gleichmäßige Metallvertei
lung über die Oberfläche des zu galvanisierenden Teiles. Wird
eine sehr gleichmäßige Metallverteilung gewünscht, dann müssen
entsprechende Vorrichtungen angefertigt werden, um die Strom
verteilung und besonders die Kanteneffekte zu beeinflussen. Als
Kanteneffekt bezeichnet man den stärkeren Metallaufbau auf Rän
dern und Strukturkanten des zu galvanisierenden Werkstückes.
Bei der galvanoplastischen Nickel-Abscheidung auf Glassubstra
ten sind für einen bestimmten Anwendungszweck die Anforderungen
an die galvanoplastische Nickelabscheidung in bezug auf innere
Spannung und Homogenität der Nickelschicht sehr hoch. Diesen
Anforderungen entspricht z.B. ein Nickel-Sulfamat-Elektrolyt.
Bei einer Schichtdicke von ca. 100 µm wird eine völlig plane
Nickelschicht verlangt, die während der Galvanisierzeit gut auf
den Aufdampfschichten haftet. Die Oberflächenrauhigkeit darf
z.B. 4 µm nicht überschreiten. Bei einem derartigen Verfahren
kommt es darauf an, eine geforderte Schichtdicke von 90 bis 110
µm über den gesamten Nutzen zu erreichen. Die geforderte
Metallverteilung wurde mit den herkömmlichen Klemmvorrichtungen
auf den Substraten nicht vollständig erreicht, so daß ein be
achtlicher Prozentsatz der hergestellten Formteile verworfen
werden mußte. Darüber hinaus mußte die Klemmvorrichtung nach
zwei- bis dreimaliger Verwendung abgeätzt werden, da sich auf
dem Teil, das in das Bad eintauchte, Nickel abgeschieden hatte.
Aus der US-PS 30 39 951 ist eine Vorrichtung zum Galvanisieren
von meist rechteckigen Platten bekannt, die einen entsprechend
rechteckigen nichtleitenden Rahmen, zum Rahmen gehörende Mittel
zur Abdeckung der Randbereiche der Platten, Kontaktiermittel,
vom Rahmen getragene Mittel zur Abschirmung der Kontaktiermit
tel und Mittel zur kontrollierten Durchwirbelung des Bades
enthalten. Dieser Druckschrift kann nicht entnommen werden,
inwieweit sie bezüglich der Galvanisierschicht im µm-Bereich
genau arbeitet. Nachteilig sind jedoch die vorgegebenen und
nicht variierbaren Abschirmblenden, die Aufnahme von nur einem
Substrat und häufige Wartung, da wesentliche Teile von
Galvanisierschichten befreit werden müssen.
Die Druckschrift DE-AS 11 98 642 beschreibt lediglich eine
U-förmige Einhängevorrichtung, die allerdings auch häufiger
Wartung bedarf, da die Klemmen zum Festhalten und Kontaktieren
oft gereinigt werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine eingangs defi
nierte Vorrichtung zu schaffen, die eine möglichst gleichmä
ßige Metallverteilung auf dem Substrat gewährleistet, eine
leichte Handhabung und lange Standzeiten ermöglicht und auf
verschiedene Substratgrößen angepaßt werden kann.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß ein
Profilrahmen zur Aufnahme von ein oder mehreren Substraten
vorgesehen ist, den oben die leitende Kontaktschiene und
parallel dazu ein nichtleitender Substratanschlag überbrücken,
daß ferner zwischen der Kontaktschiene und dem Substratanschlag
Klauen zum Ankontaktieren der Substrate befestigt sind, daß
außerdem oben an der Kontaktschiene zum leitenden Befestigen
des Profilrahmens verstellbare Halterungen angebracht sind und
daß die für die Aufnahme der Substrate dienende Innenseite des
Profilrahmens an der Vorder- und Rückseite zumindest teilweise
durch Blenden abgedeckt ist.
Auf diese Weise wird eine Steigerung der Ausbeute durch bessere
Metallverteilung auf der Substratoberfläche von z.B. 75 bis 80%
auf 100% erreicht. Darüber hinaus ist die Qualität und Ausbeute
von der Badgeometrie weitgehend unabhängig. Die Galvanisiervor
richtung nach der Erfindung ist leicht zu bestücken, robust und
gut zu handhaben. Sie zeichnet sich ferner durch eine einfache
Bauweise und lange Lebensdauer aus. Alle Arbeitsschritte können
in der Vorrichtung vorgenommen werden. Da alle Teile der
Vorrichtung, die in den Elektrolyten eintauchen, aus gegenüber
dem Elektrolyten beständigem, nichtleitendem Material bestehen,
findet eine Wildabscheidung von Metall nicht statt. Die
Vorrichtung kann daher nach dem Galvanisieren sofort wieder
verwendet werden.
Der Substratanschlag setzt sich leistenförmig an den Seitenwän
den und am Boden des Profilrahmens fort. Am Boden des
Profilrahmens sind in geringem Abstand von dem Substratanschlag
Stifte vorgesehen, die ein Wegrutschen der vorzugsweise Rücken
an Rücken eingelegten Substrate verhindern.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind in den Seitenteilen
und im Boden des Profilrahmens durchgehende Bohrungen
vorgesehen, deren Achsen in der Ebene der Substrate liegen.
Dadurch ist gewährleistet, daß der Elektrolyt und Reinigungslö
sungen gut abfließen können und beim Galvanisieren der Elektro
lytaustausch nicht behindert wird.
Ferner ist der Rahmen mit einem breiten Abschirmrand versehen.
Der breite Abschirmrand verhindert ein Eindringen von Strom
linien durch die Bohrungen oder Löcher.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Kon
taktierklauen, die ein spitzes und ein stumpfes Ende aufweisen,
auf ihrer Innenseite mit selbstklebender, strukturierter
Metallfolie, vorzugsweise Kupferfolie, überzogen und elastisch
an den Substraten befestigt. Es können somit nichtleitende
Klauen Verwendung finden, die nur auf der zum Kontaktieren
wichtigen Oberfläche mit Metallfolie beklebt sind. Das spitze
Ende wird zum Kontaktieren der Substratoberfläche verwendet. Es
läßt sich nach dem Galvanisieren wieder gut abheben.
Um eine elastische Befestigung der Kontaktierklauen an den
bruchempfindlichen Substraten zu gewährleisten, werden die Kon
taktklauen mit einer Schraube mit Silikongummiunterlagscheibe
an Substrat und Kontaktschiene befestigt. Die elastische Sili
kongummischeibe verhindert, daß die Substrate bei zu stark an
gezogener Schraube springen.
Die Erfindung wird anhand der Figuren erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Abschnitt einer Kontaktschiene mit einer Kon
taktierklaue, Anschlagschiene und Substrat,
Fig. 2 die Kontaktierung in der Seitenansicht zwischen der
Kontaktschiene, der Kontaktierklaue und zwei Substra
ten und
Fig. 3 in perspektivischer Darstellung einen Profilrahmen
nach der Erfindung.
Ein vorzugsweise U-förmiger Profilrahmen 1 ist oben mit der
leitenden Kontaktschiene (Kathode) 2 und einem parallel dazu
verlaufenden Substratanschlag 3 überbrückt. Wie aus den Fig. 1
und 2 zu ersehen ist, sind zwischen der Kontaktschiene 2 und dem
Substratanschlag 3 Klauen 4 zum Ankontaktieren von Substraten 5
befestigt. Die Kontaktierklauen 4 sind nichtleitend und auf der
zum Kontaktieren wichtigsten Oberfläche mit einer Metallfolie 6
beklebt. Als elastische Zwischenlage zwischen Schrauben 7 und
den Klauen 4 dienen federnde Unterlegscheiben 8. Die Klauen 4
werden auf den Schrauben 7 mit Muttern 9 festgehalten. Die
Unterlegescheiben sind beispielsweise aus Silikongummi.
An der Kontaktschiene 2 ist eine höhenverstellbare Halterung 10
aus vorzugsweise rostträgem Stahl vorgesehen. Sie dient zum
Befestigen an der Warenstange und als Stromleitschiene. Durch
die Höhenverstellbarkeit kann so unterschiedlichen Abständen
zwischen Kontaktschiene 2 und Badniveau Rechnung getragen
werden.
An den Seitenwänden und am Boden des Profilrahmens 1 ist der
Substratanschlag 3 mit 11 bezeichnet. Stifte 12 verhindern ein
Wegrutschen der Substrate 5. In den Seitenwänden sind Löcher 13
und im Boden des Profilrahmens 1 Löcher 14 vorgesehen. Damit
wird eine ausreichende Badbewegung und ein guter Abfluß für
Spülwasser gewährleistet.
Vorder- und Rückseite des Rahmens 1 enthalten Gewindebohrungen
15 zum Befestigen der Blenden 16. In der Fig. 3 wurde die vor
dere Blende 16 weggelassen, um den Einblick in den Profilrah
men nicht zu verdecken. Ein breiter Abschirmrand 17 verhindert
das Eindringen von Stromlinien durch die Bohrungen bzw. Löcher.
Der Profilrahmen 1 nach der Erfindung kann zur Aufnahme eines
oder mehrerer Substrate 5 konstruiert sein. Beim gleichzeitigen
Galvanisieren von geradzahligen Substraten 5, werden beispiels
weise jeweils zwei mal zwei Substrate Rücken an Rücken in den
Profilrahmen 1 eingesetzt.
Der Profilrahmen 1 nach der Erfindung kann auch von angelern
tem und unerfahrenem Personal leicht gehandhabt werden. Nach
dem Bestücken des Profilrahmens 1 mit z.B. vier Substraten 5
erfolgt das Einhängen des Rahmens 1 in den Elektrolyten. Nach
der galvanoplastischen Abscheidung des Metalls sind die
Substrate 5 nach dem Lösen der Kontaktierklauen 4 leicht aus
dem Profilrahmen 1 zu entnehmen. Ohne Zwischenbehandlung steht
der Profilrahmen 1 sofort für einen neuen Arbeitsgang zur
Verfügung.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum galvanischen Metallisieren von Substraten
(5) mit einem nichtleitenden, beständigen und insbesondere
U-förmigen Halterahmen zum stabilen Halten der Substrate (5)
im Elektrolyten und Ankontaktieren an einer kathodisch geschal
teten Kontaktschiene (2),
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Profilrahmen (1) zur Aufnahme von ein oder mehreren
Substraten (5) vorgesehen ist, den oben die leitende Kontakt
schiene (2) und parallel dazu ein nichtleitender Substratan
schlag (3) überbrücken, daß ferner zwischen der Kontaktschiene
(2) und dem Substratanschlag (3) Klauen (4) zum Ankontaktieren
der Substrate (5) befestigt sind, daß außerdem oben an der Kon
taktschiene (2) zum leitenden Befestigen des Profilrahmens (1)
verstellbare Halterungen (10) angebracht sind und daß die für
die Aufnahme der Substrate (5) dienende Innenseite des Profil
rahmens (1) an der Vorder- und Rückseite zumindest teilweise
durch Blenden (16) abgedeckt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Substratanschlag (3; 11) leistenförmig an den Sei
tenwänden und am Boden des Profilrahmens (1) fortsetzt und am
Boden des Profilrahmens (1) in geringem Abstand von dem
Substratanschlag (11) Stifte (12) vorgesehen sind, die ein
Wegrutschen der vorzugsweise Rücken an Rücken eingelegten
Substrate (5) verhindern.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den Seitenteilen und im Boden des Profilrahmens (1)
durchgehende Bohrungen (13, 14) vorgesehen sind, deren Achsen
parallel zu den Substraten (5) liegen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Profilrahmen (1) zur Abschirmung der Substrate (5) von
seitlich durch die Bohrungen (13, 14) eintretenden Stromlinien
in Form eines seitlich nach außen gezogenen Abschirmrandes (17)
ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktierklauen (4), die ein spitzes und ein stumpfes
Ende aufweisen, auf ihrer Innenseite mit selbstklebender struk
turierter Metallfolie (6), vorzugsweise Kupferfolie, überzogen
sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die durchbohrten Kontaktierklauen (4) mit einer federnden
Unterlegscheibe (8), einer Schraube (7) und einer Mutter (9)
am Substrat (5) und an der Kontaktschiene (2) arretiert sind.
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| DE19803027751 DE3027751A1 (de) | 1980-07-22 | 1980-07-22 | Vorrichtung zum galvanischen metallisieren von substraten |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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|---|---|
| DE3027751A1 DE3027751A1 (de) | 1982-02-18 |
| DE3027751C2 true DE3027751C2 (de) | 1989-07-06 |
Family
ID=6107814
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Country Status (1)
| Country | Link |
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Also Published As
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