DE2920123C2 - Verfahren zur Steuerung einer Fördereinrichtung zur pneumatischen Förderung von Schüttgütern - Google Patents
Verfahren zur Steuerung einer Fördereinrichtung zur pneumatischen Förderung von SchüttgüternInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur pneumatischen Förderung von Schüttgütern, welche in Stoffportionen
intermittierend in eine Förderleitung aufgegeben werden.
Bei einem bekannten Verfahren (H.-J. Selig »Technik der pneumatischen Förder- und Mischverfahren«, Seite
88, 89) wechseln der Fülltakt, während dem das zu fördernde Schüttgut in einen Druckbehälter (Sender)
eingeführt wird, und der Fördertakt, bei dem in den Druckbehälter (Sender) Förderluft eingeführt und damit
das Fördergut aus dem Druckbehälter (Sender) gedrückt und in der Förderleitung gefördert wird, ab.
Bei einem anderen bekannten Verfahren (DE-OS 03 539) wird bereits während des Fördertaktes ein
dem Sender vorgeschalteter zweiter Druckbehälter mit Schüttgut befüllt (Fülltakt) und nach Abschluß eines
Fördertaktes in den Sender entleert. Förderluft kann sowohl in den Sender als auch in den vorgeschalteten
Druckbehälter eingeleitet werden, so daß ein Fördertakt bereits beginnen kann, bevor die gesamte im
Druckbehälter bereitgestellte Schüttgutmenge in den Sender eingeflossen ist.
Bei einem weiteren bekannten Verfahren (Aufbereitungstechnik, Nr. 8, 1972, S. 498/499) wird ein Druckbehälter
mit Fördergut befüllt, dann mit Förderluft beauf ■ schlagt und durch geeignete Einrichtungen eine Schüttgutportion
(Fülltakt) in die Förderleitung eingebracht. Sodann wird Förderluft direkt in die Förderleitung zur
Förderung der Schüttgutportion eingeblasen (Fördertakt). Die Taktsteuerung erfolgt durch einstellbare Zeitglieder.
Nachteilig ist, daß sich die Zeitdauer der Takte nicht
an auftretende Änderungen des Materials und/oder des Förderdruckes anpaßt, womit einerseits keine Sicherheit
gegen Verstopfung besteht und andererseits nicht mit maximaler Förderleistung und minimalem Leistungsbedarf
gearbeitet werden kann.
Bei einem anderen bekannten Verfahren, das praktisch ausgeführt wurde, wird nur der Fülltakt durch ein
Zeitglied bestimmt Zur Bestimmung der Fördertaktdauer wird in der Förderlnftzuleitung ein Drucküberwachungssystem
angeordnet, das bei einem beliebig einstellbaren Minimaldruck den Fördertakt beendet, indem
die Zufuhr von Förderluft abgeschaltet wird. Die Abnahme des Druckes in der Förderluftzuleitung zeigt
nach Erreichen eines stationären Betriebsablaufes an, daß ungefähr die Fördergutmenge, weiche einer Senderfüllung
entspricht, am Forderleitungsende ausgetreten ist Bei diesem Verfahren besteht der Nachteil darin,
daß die Kennlinie des Gebläses genau auf das System abgestimmt sein muß, damit der Druckabfall entsprechend
groß ist und daher als Steuersignal benutzt werden kann. Bei diesem System muß die Förderleitung
zwischen Gebläse und Sender sehr klein gehalten werden, weil sonst dieser Leitungsteil als Windkessel wirksam
wird und damit der Druckabfall durch Expansion der Förderluft mit Verzögerung eintritt- Bei Anlagen,
die unterschiedliche Mengen oder unterschiedliche Schüttgüter fördern sollen, muß das Gebläse auf die
maximal erforderliche Leistung eingestellt sein, so daß auch hier die Anlage nicht optimal ausgenützt ist.
Auf dem gleichen Prinzip wie das vorstehend zuletzt beschriebene Verfahren beruht ein weiteres bekanntes
Verfahren (US-PS 28 27 333). Hierbei wird bei der Druckmessung durch eine besondere Bauart des Meßventils
die Empfindlichkeit der Anlage gegenüber Druckdifferenzen erhöht. Dennoch risften dieser Einrichtung
die gleichen Nachteile an wie dem zuvor beschriebenen bekannten Verfahren. Da Druckschwankungen
aus mehreren Gründen auftreten können, sind solche Anlagen störanfällig.
Die Erfindung bezweckt ein verbessertes Verfahren zu schaffen, bei welchem mit geringerem Energieaufwand
die gleiche Leistung w; bei den bekannten Systemen erbracht wird und gleichzeitig erhöhte Sicherheit
gegen Verstopfung des Systems gegeben ist.
Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, daß die Förderluftdurchflußmenge je Zeiteinheit (Istwert) laufend
erfaßt, mit vorgegebenen, einstellbaren Grenzwerten verglichen und bei Erreichen derselben Befehle zur
Steuerung der Stoffeingabe in die Förderleitung erteilt werden.
Die Erfindung betrifft demnach Verfahren zur Steuerung
der Stoffeingabe in pneumatische Fördersysteme, in welchen Stoffportiorien intermittierend in eine Förderleitung
aufgegeben werden. Die Eingabe von Fördergut in die Förderleitung wird freigegeben, wenn die
Luftdurchflußmenge je Zeiteinheit (folgend Ldfm/Z genannt) einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet.
Nun wird entweder eine Schüttgutportion angenähert gleichen Volumens (Senderinhalt) in die Förderleitung
eingedrückt und anschließend in der Förderleitung gefördert, oder es wird aus einem Druckgefäß (Sender) so
lange Fördergut in die Förderleitung eingedrückt, bis die Ldfm/Z einen vorgegebenen Wert unterschreitet.
Anschließend wird die Förderluft zur Förderung der
Schüttgutportion direkt in die Förderleitung eingeblasen.
Bei dieser neuen Art der Steuerung kann das Volumen zwischen Gebläse und Sender beliebig groß gewählt
und vorteilhaft auch ein Windkessel zwischengeschaltet werden. Dies hat den Vorteil, daß das Gebläse
nur für eine mittlere Förderluftmenge ausgelegt werden muß, weil vorübergehender höherer Luftverbrauch
durch den Windkessel ausgeglichen wird. Außerdem können mehrere Fördereinrichtungen an einer Förderluftversorgung
angeschlossen sein. Auch können andere Luftverbraucher, selbst solche mit nicht konstantem
Luftverbrauch, an das gleiche Luftversorgungssystem angeschlossen werden. Die neue Steuerung ergibt eine
sehr sparsame Verwendung von Förderluft, weil sich die
Fördertaktdauer selbsttätig der jeweils in die Förderleitung eingebrachten Schüttgutmenge jeweils in die Förderleitung
eingebrachten Schüttgutmenge angepaßt hat und es zu keiner weitgehenden Entspannung der Förderluft
in der Anlage kommt
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß
bei Ausfall der Förderluftversorgung und dem dadurch bedingten Abfall der Ldfm/Z selbsttätig keine weitere
Materialzufuhr in die Förderleitung eingeleitet wird und somit eine Verstopfung des Systems mit Sicherheit vermieden
wird.
Die Erfindung umfaßt ferner Anlagen zur Durchführung des Verfahrens. In der Zeichnung sind zwei solche
Anlagen in beispielsweiser Ausführungsform schematisch dargestellt.
F i g. 1 zeigt eine Anlage, bei welcher Stoffportionen angenähert gleichen Volumens in die Förderleitung ein ■
gegeben werden. Unterhalb eines Vorratsbehälters 1 ist ein Sender 2 angeordnet, dem Schüttgut über ein Auslaßventil
3 zugeführt wird. Druckluft wird über die Leitung 6 angesaugt und mittels eines Gebläses 7 einem
Windkessel 8 zugeführt, von dem die Reingasleitung 9 ausgeht und über ein Luftventil 11 in den Sender mündet.
Während des Fülltaktes ist das Luftventil 11 geschlossen -:nd das Auslaßventil 3 für eine bestimmte
Zeit geöffnet. Schüttgut fließt aus dem Behälter 1 in den Sender 2. Nach Ablauf der Füllzeit wird das Auslaßventil
3 geschlossen und das Luftventil 11 geöffnet, wobei die in den Sender einfließende Förderluft das Fördergut
aus dem Sender drückt und in der Förderleitung 5 fördert. In der Rein'uftleitung ist zwischen Windkesse! 8
und Luftventil 11 eine Meß- und Steuereinrichtung angeordnet,
die in ihrer Gesamtheit mit 12 bezeichnet ist. Im dargestellten Fall besteht sie aus einer Meßblende 13
und einem flüssigkeitt,r;efüllten U-Rohr 14, dessen Enden
vor und hinter der Meßblende 13 münden sowie der Leuchtq-ielle 16 und dem Empfänger 17. Der beim
Durchfluß der Förderluft an der Meßblende 13 entstehende Differenzdruck äußert sich darstellungsgemäß
darin, daß der Flüssigkeitsspiegel im U-Rohr ungleich hoch zu stehen kommt. Zufolge des Widerstandes, den
das zu fördernde Schüttgut hervorruft, ist während des Fördertaktes die Ldfm/Z zunächst auf einen gewissen
Wert beschränkt und erhöht sich, wenn bei stationärem Betrieb der Anlage in etwa die einer Senderfüllung entsprechende
Fördergutmenge aus der Förderleitung 5 ausgetreten ist, bzw. die aufgegebene Materialmenge
eine entsprechende Geschwindigkeit erreicht hat. Die erhöhte Ldfm/Z bewirkt an der Meßblende eine Erhöhung
des Differenzdruckes und daher eine Vergrößerung der Flüssigkutsspiegeldifferenz im U-Rohr. Eine
dieser Flüssigkeitssäule kann beispielsweise mittels einer
Lichtschranke abgetastet werden. Im vorliegenden Fall wird durch die Flüssigkeit im rechten Teil des U-Rohres
der Lichtstrahl 15 der Leuchtquelle 16 unterbrochen, so daß der Empfänger 17 ein Signal abgibt, das r.ur
Schließung des Luftventils 11 und mit entsprechender Verzögerung zum Öffnen des Einlaßventils 3 führt
Durch Schließen des Luftventils 11 wurde der Fördertakt und damit ein Arbeitsspiel der Fördereinrichtung
beendet, durch Öffnen des Einlaßventils 3 ein neues Arbeitsspiel eingeleitet
ίο An Stelle der gezeigten Meß- und Steuereinrichtung
können auch im Handel erhältliche Meß- und Steuergeräte verwendet werden, wie z. B. elektropneumatische
Differenzdruckschalter oder andere handelsübliche Durchflußmengenmeßeinrichtungen, die ein elektrisches
oder pneumatisches Signal liefern.
Fig.2 zeigt eine Anlage, bei welcher das Volumen
der eingegebenen Stoffportionen in Funktion der Ldfm/Z gesteuert wird. Ein Vorratsbehälter bzw.
Druckgefäß 21 ist mit Material 26 befüllt Druckluft wird über die Leitung 6 angesaugt und mittels eines
Gebläses 7 einem Windkessel 8 z^eführt, von dem die Reingasleitung 9 ausgeht und die übe;- ein Luftventil 23
in die Förderleitung bzw. über Druckventil 22 in das Druckgefäß 21 mündet. In der Reinluftleitung ist zwisehen
Gebläse 7 und Ventil 22 bzw. 23 eine Meß- und Steuereinrichtung angeordnet die in ihrer Gesamtheit
mit 12 bezeichnet ist. Im dargestellten Fall handelt es sich um eine im Prinzip gleiche Einrichtung, wie unter
Ausführungsform 1 beschrieben, jedoch bestückt mit 2 Lichtquellen 16a und 166 sowie 2 Empfängern 17a und
176. Zu Beginn eines Arbeitsspieles wird nun das Druckventil
22 geöffnet. Förderluft tritt über die Leitung 22a in das Druckgefäß oberhalb des Fördergutes sowie über
die Leitung 22b und die Fluidisierungsflächen 22c in das Druckgefäß ein. Fluidisiertes Fördergut wird in die Förderleitung
5 gedrückt. Der beim Durchfluß der Förderluft an der Meßblende 13 entstehende Differenzdruck
führt dazu, daß der Flüssigkeitsspiegel im U-Rohr ungleich hoch zu stehen kommt. Zufolge oes steigenden
Systemwiderstandes mit Zunahme der Schüttgutmenge (Stoffportion) in der Förderleitung sinkt die Ldfm/Z ab.
Die sinkende Ldfm/Z bewirkt an der Meßblende eine Erniedrigung des Differenzdruckes und daher eine Verringerung
der Flüssigkeitsspiegeldifferenz im U-Rohr.
Eine dieser Flüssigkeitssäulen wird wieder mittels einer Lichtschranke abgetastet. Im vorliegenden Fall wird
durch die Flüssigkeit im rechten Teil des U-Rohres der Lichtstrahl 15i>
der Leuchtquelle 16A> freigegeben, so daß der Empfänger 17i>
ein Signal abgibt, das zur Schließung des Druckventils 22 und zum gleichzeitigen öffnen
des Luftventil 23 führt. Dies entspricht dem Beginn des Fördertaktes. Die Förderleitung wird nun über die
Leitung 23a mit Föriierluft beschickt und fördert das berous in der Förderleitung befindliche Fördergut wei-5er.
Zufolge des Widerstandes, den das zu fördernde Schüttgut hervorruft, ist während des Föidertaktes die
Ldfm/Z zunächst auf einen gewissen Wert beschränKt und erhöht sich, wenn bei stationärem Betrieb der Anlage
in etwa die der vorher eingebrachten Materialmenge entsprechende Fördergutmenge aus der Förderleitung
5 ausgetreten ist bzwä die ausgegebene Materialmenge
eine entsprechende Geschwindigkeit erreicht hat. Die erhöhte Ldfm/Z bewirkt an der Meßblende eine Erhöhung
des Differenzdruckes und daher eine Vergrößerung der Flüssigk"itsspiegeldifferenz im U-Rohr. Eine
dieser Flüssigkeitssäulen wird wieder mittels einer zweiten Lichtschranke abgetastet. In diesem Fall wird durch
die Flüssigkeit im rechten Teil des U-Rohres der Licht-
strahl 15a unterbrochen, so daß der Empfänger 17a ein
Signal gibt, das zur Schließung des Luftventils 23 und wieder zum gleichzeitigen Öffnen des Druckventils 22
führt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
II)
15
JO
J5
60
65
Claims (5)
1. Verfahren zur Steuerung einer Fördereinrichtung zur pneumatischen Förderung von Schüttgütern,
welche in Portionen intermittierend in eine Förderleitung eingegeben werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderluftdurchflußmenge je Zeiteinheit (Istwert) in der Luftzufuhrleitung
laufend erfaßt, mit mindestens einem vorgegebenen, einstellbaren Grenzwert verglichen und bei
Erreichen desselben Befehle zur Steuerung der Stoffeingabe in die Förderleitung erteilt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoffeingabe eingeleitet wird, wenn die Förderluftdurchflußmenge je Zeiteinheit einen
vorgegebenen oberen Grenzwert erreicht (überschreitet).
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
&&& die Stoffeingabe beendet wird, wenn
die FörderiüiidürchfiuBrnerige je Zeiteinheil einen
unteren vorgegebenen Grenzwert erreicht (unterschreitet).
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderluft einer Quelle konstanten
Druckes, z. B. einem Windkessel, entnommen wird.
5. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Druckluftleitung (9) vor dem Sender (2) eine Meßeinrichtung (12) zur Feststellung der Durchflußmenge
der Frrderluft angeordnet ist, der eine bei
Erreichen von Grenzwerten »"sprechende und damit die Stöffeingabe in die Förderleitung (5) und
gegebenenfalls die Beendigung der Stoffeingabe steuernde Steuereinrichtung (15, 16,17) zugeordnet
ist.
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