DE2804792A1 - Seismisches explorationsverfahren - Google Patents

Seismisches explorationsverfahren

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DE2804792A1 DE19782804792 DE2804792A DE2804792A1 DE 2804792 A1 DE2804792 A1 DE 2804792A1 DE 19782804792 DE19782804792 DE 19782804792 DE 2804792 A DE2804792 A DE 2804792A DE 2804792 A1 DE2804792 A1 DE 2804792A1
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Fulton Koehler
Mehmet Turhan Taner
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Seiscom Delta Inc
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Description

  • Seismisches Explorationsverfahren
  • Die Erfindung betrifft ein seismisches Explorationsverfahren, bei dem ausgehend von im wesentlichen sphärischen seismischen Wellen die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert wird, welche über einen Explorationsbereich, der in wenigstens einer Dimension relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist.
  • Allgemein betrifft die Erfindung also seismische Explorations- oder Meßverfahren. Bei derartigen bekannten seismischen Explorationsverfahren werden seismische Quellen dazu verwendet, seismische Energiewellen in die Erde einzuleiten, die sich in sphärischen oder annähernd sphärischen Wellenfronten durch die Erde fortpflanzen. Reflexionen der Kugelwellen werden dabei durch einen oder mehrere seismische Detektoren oder Empfänger aufgenommen, wobei die aufgenommenen Signale dann aufgezeichnet werden. Die aufgezeichneten Signale, welche Informationen hinsichtlich der untersuchten geologischen Schichten enthalten, werden bei den bekannten Verfahren dann verarbeitet, um die enthaltene Information besser unterscheidbar zu machen. Bei den bekannten Verfahren sind jedoch verschiedene Probleme aufgetreten, die auf die Verwendung von Kugelwellen und die Signalverarbeitungsmethoden zurückzuführen sind.
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges und verbessertes seismisches Explorationsverfahren zu schaffen.
  • Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art gelöst durch die nachfolgenden Schritte: a) Eingeben der seismischen Kugelwellen in die Erde von einer seismischen Quelle in einer Quellenposition; b) Erzeugen einer Vielzahl von Reflexionssignalen in Abhängigkeit von den seismischen Wellen an einer Vielzahl von Empfängerpositionen, die über einen Bereich, der wenigstens eine Dimension aufweist, welche relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, mit Abstand angeordnet sind; und c) Aufsummieren der Reflexionssignale in der Weise, daß für die Quellenposition ein Signal gebildet wird, welches die Reflexionsansprache der Erde auf die seismische Wellenenergie simuliert, die über wenigstens eine Dimension, die relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist.
  • Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens wird also eine Quelle im wesentlichen ebener Wellen oder im wesentlichen zylindrischer Wellen simuliert. Eine Gruppe von Quellenpositionen und eine Gruppe von Empfängerpositionen werden so eingerichtet, daß wenigstens eine der Gruppen eine Vielzahl von Positionen umfaßt, die über einen Bereich mit Abstand angeordnet sind, der wenigstens eine Dimension aufweist, welche im Verhältnis zu einer seismischen Wellenlänge groß ist. Durch Kombinieren der seismischen Signale, die an einer Empfängerposition von einer Vielzahl von Quellenpositionen abgeleitet werden, oder durch das umgekehrte Verfahren, indem nämlich die Signale kombiniert werden, die an einer Vielzahl von Empfängerpositionen von einer Quellenposition abgeleitet werden, wird ein kombiniertes Signal erhalten, welches die Ansprache oder "Antwort" der Erde auf eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront über eine Erstreckung der Quellen oder Empfängerpositionen repräsentiert, wobei die Dimension wenigstens einer der Positionen relativ zu Wellenlänge der seismischen Energie groß ist. Obwohl also Quellen für im wesentlichen sphärische oder kugelförmige Wellen verwendet werden, wird ein kombiniertes Signal erhalten, welches die Reflexionsansprache der Erde auf eine nach unten verlaufende Ebene oder zylindrische Welle, die vertikale Strahlengänge aufweist, repräsentiert.
  • Die Kombination von Signalen mit dem Zweck, ebene oder Zylinderwellen zu simulieren, bietet die Möglichkeit, einen beträchtlichen Teil der Signal/Rausch-Vorteile der Mehrfachabdeckung zu erhalten, ohne daß die Notwendigkeit einer Normalaustrittskorrektur oder einer gemeinsamen Tiefenpunkt-Stapelung (common depth point stacking) bestände. Eine quellenausgebreitete Anordnung wird entlang eines zu querenden Profiles vielfach wiederholt, wobei der Abstand der aufeinanderfolgenden Quellenpositionen als angenäherter Bruchteil der Ausbreitungslänge genommen wird. Die Vielzahl der Reflexionssignale, die für jede Quellenposition erhalten werden, werden so kombiniert, daß für jede Quellenposition ein einziges kombiniertes Signal abgeleitet wird. Dementsprechend beseitigt die Kombination der Signale nicht nur die Notwendigkeit einer Normalaustrittskorrektur oder der gemeinsamen Tiefenstapelung, während ein beträchtlicher Teil der Signal/Rausch-Vorteile der Mehrfachabdeckung beibehalten wird, sondern es wird auch deutlich die Datenmenge, die in aufeinanderfolgenden Signalverarbeitungsschritten gehandhabt werden muß, reduziert, wodurch der Zeitaufwand und die Kosten für seismische Explorationsunternehmungen herabgesetzt werden können.
  • Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die vorstehend beschriebenen Vorteile noch weiter dadurch reduziert werden, daß die Anzahl der Kanäle, die bei seismischen Explorationen verwendet werden, weiter reduziert wird. Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren ist die Anzahl der erforderlichen Kanäle typischerweise gleich der Anzahl der verwendeten Detektoranordnungen oder -Reihen. Die Erfindung ermöglicht aber die Erstellung von Abfolgen von Detektor- oder Empfängeranordnungen, bei denen die durch jede Detektoranordnungsfolge erzeugten Signale durch ein einziges Paar von Leitungen zu einem Aufzeichnungsgerät geleitet werden. Die Anzahl der Kanäle, die bei der Erfindung notwendig ist, ist daher gleich der Anzahl der Detektoranordnungsfolgen. Diese reduzierte Anzahl von Kanälen gibt die Möglichkeit, die Ausbreitungskabel wesentlich leichter auszubilden, die Aufzeichnungsinstrumente weniger kompliziert auszugestalten und insgesamt die Kosten für die Geräte und die Aufzeichnungsbänder herabzusetzen.
  • Die vertikale Orientierung der nach unten gehenden Strahlenwege ist ebenfalls von Vorteil. Diese vertikale Orientierung stellt sicher, daß Mehrfachreflexionen und Nachhallerscheinungen, die zwischen horizontalen Zwischenflächen erzeugt werden, auf der betreffenden Komponente des Strahlenganges eine konstante Periodizität behalten. Weiterhin wird sichergestellt, daß Strahlengänge, die durch oberflächennahe geologische Formationen gehen, einschließlich Dauerfrostschichten, vertikal liegen, so daß die mit nicht-vertikalen Strahlengänge verbundenen und insbesondere in Dauerfrostzonen auftretenden Nachhallprobleme reduziert werden.
  • Zusätzlich wird durch die Erfindung ein Wander- oder Migrationsverfahren geschaffen, bei dem der Grenzwert einer Komponente des Strahlenganges zur Senkrechten verwendet wird. Da Reflexionssignale kombiniert werden, um die Reflexionsansprache der Erde auf eine nach unten verlaufende Welle mit vertikalen Strahlengängen zu repräsentieren, existiert keine signifikante Komponente des kombinierten Signales, die nach unten verlaufenden Strahlengängen zugeordnet werden müßte, welche nicht vertikal verliefen. Die nach oben verlaufenden Strahlengänge sind natürlich nur dann vertikal, wenn der Reflektor horizontal liegt. Ansonsten sind die aufsteigenden Strahlengänge stets zur Vertikalen geneigt und gehen stets durch diejenige Quellenposition hindurch, der das kombinierte Signal zugeordnet ist. Die Position möglicher Reflexionspunkte ist daher für einen Reflexionsweg vorgegebener Länge eine Parabel. Dementsprechend erfolgt eine zweidimensionale Migration durch Aufsummieren einer Vielzahl kombinierter Signale entlang einer Kurve, die im wesentlichen parabolische Form hat, während eine dreidimensionale Migration dadurch bewerkstelligt wird, daß eine Vielzahl kombinierter Signale über eine Oberfläche summiert wird, die im wesentlichen Paraboloidform hat.
  • Die Begrenzung einer Komponente des Strahlenganges zur Vertikalen reduziert auch die üblichen Diskrepanzen zwischen Stapel- oder Paketgeschwindigkeiten, Effektivgeschwindigkeiten, mittleren Geschwindigkeiten und Migrations- oder Fortpflanzungsgeschwindigkeiten. Da diese Geschwindigkeiten für vertikale Strahlengänge durch horizontale Zwischenflächen identisch sind, reduziert die Begrenzung einer Komponente des Strahlenganges auf die Vertikale die Differenz zwischen den jeweiligen Geschwindigkeiten.
  • Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Berechnen von Geschwindigkeiten aus den simulierten ebenen oder zylindrischen Wellensignalen. Für jeden Geschwindigkeitsbereich und jede Laufzeit wird der Normalaustritt für jede Quellen-Empfängerdistanz, die im simulierten Signal repräsentiert wird, berechnet. Ein Geschwindigkeitskorrelationssignal wird dann dadurch konstruiert, daß eine Impulsspitze oder ein anderer Impuls an jedem berechneten Wert des Normalaustrittes erzeugt wird. Anschließend wird der Korrelationskoeffizient zwischen dem Geschwindigkeitskorrelationssignal und dem simulierten seismischen Signal berechnet. Die Geschwindigkeit, welche den maximalen Querkorrelationskoeffizienten ergibt, wird als Funktion der Laufzeit identifiziert. Die Geschwindigkeit, die auf diese Weise ermittelt wird, ist die tatsächliche Fortpflanzungsgeschwindigkeit und hängt nicht von dem Durchhang des Reflektors ab, wie dies bei den meisten Fortpflanzungsgeschwindigkeiten ' die nach traditionellen Verfahren berechnet werden, der Fall ist.
  • Die Erfindung weist auch vorteilhafte Merkmale hinsichtlich der Messung des Durchhanges oder des Abfalls auf. Eine ebene Welle, die von einem ebenen Reflektor reflektiert wird, bleibt eben. Daher ist die übliche Beziehung zwischen dem Durchhäng- oder Eintauchwinkel, der Geschwindigkeit und dem Austrittswinkel bei der Erfindung exakt, nicht also nur eine Näherung, wie es bei bekannten seismischen Verfahren der Fall ist. Während ein steiles Eintauchen bei Verwendung horizontal orientierter Wellenfronten nicht nachweisbar ist, können auf die ursprünglichen Reflexionssignale Zeitverschiebungen aufgebracht werden. Die Zeitverschiebungen steigen progressiv an, positiv in einer Richtung und negativ in der anderen Richtung, von der Oberflächenposition weg, der ein kombiniertes Signal zugeordnet ist. Auf diese Art repräsentiert das kombinierte Signal die Reflexionsansprache auf eine nach unten verlaufende ebene oder zylindrische Wellenfront, die zur Vertikalen geneigt ist, so daß steile Reflektor-Eintauchlagen nachgewiesen werden können. Weiterhin ist zu beachten, daß die seismischen Explorationen, die unter Verwendung der Erfindung durchgeführt werden können, gegenüber Oberflächenwellen und gebrochenen Signalen, die im wesentlichen gleichförmige Geschwindigkeiten und Beschleunigungen durch die Erde hindurch aufweisen, relativ wenig empfindlich sind, unter der Voraussetzung, daß die Ausbreitungsanordnung, welche verwendet wird, so beschaffen ist, daß sich benachbarte Empfängeranordnungen beinahe berühren.
  • Wenn die einzelnen seismischen Detektoren mit gleichem Abstand über eine solche Ausbreitung angeordnet sind, nähert die Ausbreitung eine kontinuierliche Anordnung an und ist daher relativ unempfindlich gegenüber derartigen Oberfächen-und gebrochenen Signalen.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung im einzelnen erläutert sind. Dabei zeigt: Fig. 1 einen Reflexionsweg von einer Quelle zu einem Empfänger und den Normal-Einfallsweg, der einem Oberflächenpunkt auf halbem Weg zwischen Quelle und Empfänger zugeordnet ist; Fig. 2 die horizontale Verschiebung des Oberflächenpunktes von Fig. 1, welche durch Zeitmigration bewirkt wird; Fig. 3 im wesentlichen das herkömmliche Migrationsverfahren, bei dem die übliche Tangentenmethode verwendet wird; Fig. 4 im wesentlichen das herkömmliche Migrationsverfahren, bei dem entlang eines Beugungsmusters aufsummiert wird; Fig. 5 im wesentlichen die Dualität zwischen den Migrations- oder Wanderungsverfahren, die in den Fig. 3 und 4 gezeigt sind; Fig. 6A eine seismische Reflexionssituation mit horizontalem Reflektor; Fig. 6B die seismische Reflexionsaufzeichnung, die der Reflexionssituation von Fig. 6A zugeordnet ist, und die Art und Weise, in der die Reflexionsaufzeichnung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren manipuliert wird; Fig. 7A eine seismische Reflexionssituation mit eintauchendem Reflektor; Fig. 7B die seismische Reflexionsaufzeichnung, die der Reflexionssituation von Fig. 7A zugeordnet ist, und die Art und Weise, in welcher die Reflexionsaufzeichnung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren manipuliert wird; Fig. 8 ein Oberflächendiagramm, welches darstellt, wie die symmetrische Ausbreitung von Fig.
  • 6A und 7A aus Mehrfach-Uberdeckungsdaten synthetisiert wird, die mittels Längsrichtausbreitung erhalten werden; Fig. 9 den parabolischen Ort möglicher Reflexionspunkte, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielt werden; Fig. 10 die annähernd parabolischen Beugungsmuster, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielt werden; Fig. 11 den dualen Zusammenhang zwischen den beiden implizit in den Fig. 9 und 10 wiedergegebenen Migrationsverfahren; Fig. 12 einen nach unten verlaufenden Strahlengang, der im wesentlichen eine mittlere Geschwindigkeit repräsentiert, und einen nach oben verlaufenden Strahlengang, der im wesentlichen eine Fortpflanzungsgeschwindigkeit darstellt; Fig.13A eine Aufzeichnung von Normalaustrittszeiten entlang einer Zeitachse; Fig. 13B Impulse, die an den Austrittszeiten auf der Achse von Fig. 13A gebildet werden, um ein Geschwindigkeitskorrelationssignal zu bilden, welches die Möglichkeit gibt, Geschwindigkeiten von simulierten Zylinderwellensignalen abzuleiten; Fig. 14 die einer simulierten ebenen Welle zugeordneten Eintauch-Zusammenhänge; Fig. 15 einen repräsentativen Mehrfach-Reflexionsweg, der einem eintauchenden Reflektor zugeordnet ist; Fig. 16 in blockdiagrammartiger Darstellung ein weiterentwickeltes Ausführungsbeispiel der Erfindung, welches sich insbesondere dazu eignet, einen verbesserten Querschnitt an Bord eines Meßschiffes zu erzeugen; und Fig. 17 eine Anordnung, mittels welcher Felddaten unter Verwendung von nur vier Aufzeichnungskanälen gewonnen werden können.
  • Zunächst erscheint es als zweckmäßig, anhand der Figuren 1 bis 5 die bekannten analytischen Techniken, die bei seismischen Explorationsverfahren unter Verwendung sphärischer Wellen Anwendung finden, zu diskutieren.
  • Die sphärischen oder Kugelwellen weisen eine sphärische Divergenz auf. Wenn diese Wellen sich durch die geologischen Schichten fortpflanzen, breiten sich die Kugelwellen kontinuierlich aus, wobei sich sphärische Wellenfronten ergeben, die kontinuierlich größere Radien aufweisen. Als Resultat dieser geometrischen Ausbreitung nimmt die Amplitude der Kugelwellen um einen Betrag ab, der dem Radius der Wellenfront umgekehrt proportional ist. Seismische Quellenanordnungen werden manchmal verwendet, die den Wellen ein Richtungsmaß aufprägen, und zwar in Form von Amplituden- und Frequenzgehalt in Funktion der Radiusrichtung. Die Wellenfronten bleiben dabei aber immer noch sehr dicht an der Kugelform, soweit es sich um Distanzen handelt, die üblicherweise interessant sind, und die Energiedichte der Wellen nimmt mit der durch die Wellen durchlaufenen Distanz ab.
  • Um die Einflüsse dieses Abfalls der Kugelwellen zu reduzieren, ist es bereits bekannt - dies wird häufig angewendet -, die reflektierten Wellen um einen Betrag amplitudenzukompensieren, der dem Radius der Krümmung der Wellenfront umgekehr proportional ist. Die Amplitudenkompensation bringt aber ein anderes Problem mit sich: Sie vergrößert nämlich die Amplitude der Mehrfachreflexionen an den Wellen relativ zur Amplitude der Primärreflexionen, die zur selben Zeit nachgewiesen werden. Mehrfachreflexionen haben üblicherweise von der Quelle zum Detektor eine kürzere Entfernung zurückgelegt als die gleichzeitig empfangenen Primärreflexionen, weil ein größerer Teil der Fortpflanzung der Mehrfachreflexionen durch flachere geologische Schichten erfolgte, in denen die Effektivgeschwindigkeit der Wellenfront typischerweise niedriger ist. Da sowohl die Mehrfachreflexionen als auch die Primärreflexionen um einen Betrag amplitudenkompensiert werden, der der größeren Quelle-Empfänger-Distanz entspricht,welche durch die Primärreflexion zurückgelegt worden ist, ist in den kompensierten Signalen die Amplitude der Mehrfachsignale übermäßig vergrößert.
  • Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren ist eine Korrektur für Normalaustritt erforderlich. Eine Einzelreflexion, die von einer Kugelwelle herrührt und als Funktion der Zeit an einer Oberflächenausbreitung von Detektoren aufgezeichnet wird, hat eine im wesentlichen hyperbolische Form. Die Entfernung dieser hyperbolischen Krümmung ist als sogenannte Normalaustrittskorrektur bekannt. Nach der Normalaustrittskorrektur ist die Ankunftszeit einer Reflexion, beobachtet an einem beliebigen Oberflächendetektor, annähernd gleich der doppelten Normaleinfallszeit zum Reflektor von einem Oberflächenpunkt, der auf halbem Weg zwischen der Quelle und dem Detektor oder Empfänger liegt. Nachfolgend werden bei dem bekannten Verfahren nach der wohlbekannten Methode der Mehr Nach Abdeckungs-Stapelung (multiple coverage stacking) die vielfachen Versionen jedes nominellen Normal-Einfallsweges summiert, um eine Stapelspur zu erhalten. Während durch diese Art der Signalverarbeitung Signal/Rausch-Vorteile erhalten werden, ist die Normalaustrittskorrektur insofern nicht vorteilhaft, weil dabei die Reflexionssignale gestreckt und ihre Frequenz information deformiert wird. Zusätzlich hierzu erfordert das Stapelverfahren die Bestimmung geeigneter Stapel- oder Paketgeschwindigkeiten, wenn diese nicht bekannt sind. Auch existieren Probleme bei der Interpolation der Stapelgeschwindigkeiten zwischen den Stellen , an denen diese bestimmt wurden.
  • Die Geometrie der Zwischenflächen und der Strahlengänge wurde durch die Verwendung von De-Konvolutionsverfahren ebenfalls nachteilig beeinflußt, welche dazu dienen, Wasser-Nachhallerscheinungen und andere Mehrfachreflexionen von den aufgezeichneten Reflexionen der Kugelwellen zu entfernen. Wenn die erzeugenden Zwischenflächen nicht horizontal und/oder die Nachhallwege nicht vertikal sind, so sind die Nachhallerscheinungen im Grundsatz nicht-periodisch, so daß De-Konvolutionstechniken beim Entfernen derartiger Mehrfachreflexionen nur einen begrenzten Wert haben.
  • Eine Migration wird bisher entweder nach dem herkömmlichen Tangentenverfahren durchgeführt, welches in der US-PS 2 693 862 beschrieben ist, oder aber dadurch, daß entlang einer Oberfläche maximaler Konvexität aufsummiert wird, wie es durch Hagedoorn, Geophysical Prospecting, Juni 1954, beschrieben ist. Bei beiden Migrationsverfahren werden Reflexionssignale in Zonen verteilt, in denen in Wirklichkeit keine Reflexion existiert. Von einer individuellen Reflexion einer Kugelwelle, die durch einen Empfänger zu einem gegebenen Zeitpunkt aufgenommen wird, läßt sich dabei der tatsächliche Reflektor nicht definieren, jedoch läßt sich eine Oberfläche bestimmen, welche den Ort der möglichen Reflexionspunkte für die aufgenommene Reflexion umfaßt.
  • Mittels der bekannten Migrationsverfahren wird jede Reflexion aus einer Vielzahl nachgewiesener Reflexionen über eine Oberfläche verteilt, die zum Ort möglicher Reflexionspunkte für die Einzelreflexion in Beziehung steht, obwohl bekannt ist, daß nicht an allen Punkten entlang dieser Oberflächen Reflexionen existieren. Die verteilten Signale, die also einer Vielzahl derartiger Oberflächen zugeordnet sind, die einer vorgegebenen Reflexionszeit entsprechen, werden bei dem bekannten Verfahren aufsummiert. Bei diesem Aufsummierverfahren ergibt sich eine wechselseitige Ausschaltung von Signalen, die in Zonen verteilt worden sind, in denen tatsächlich keine Reflexion auftrat. Aus diesen aufsummierten Daten kann eine Bestimmung der tatsächlichen Reflexion erhalten werden.
  • In Fig. 1 ist die allgemeine Reflexionssituation für herkömmliche seismische Explorationsverfahren, bei denen sphärische Wellen Anwendung finden, dargestellt. Seismische Energie von einer Quelle 78 gelangt zu einem eintauchenden Reflektor 80, wird an einem Reflexionspunkt 82 reflektiert und gelangt dann zu einem Empfänger 84. Ein Basis-Strahlengang 86 definiert im wesentlichen die Fortpflanzung der seismischen Energie von der Quelle 78 zum Empfänger 84.
  • Nach der Normalaustrittskorrektur ist die Ankunftszeit des Reflexionssignales am Empfänger 84 annähernd gleich der doppelten Normalseinfalls-Laufzeit zum Reflektor 80 entlang eines Normal-Einfallweges 88 von einem Quellenpunk-t 90, der auf halbem Weg zwischen der Quelle 78 und dem Empfänger 84 liegt. Wie aus Fig. 1 entnommen werden kann, sind im wesentlichen der tatsächliche Strahlenweg 86 von der Quelle 78 zum Reflektor 80 und zurück zum Detektor 84 sowie auch der nominelle Normaleinfallsweg 88 sämtlich zur Vertikalen geneigt. Der Reflexionspunkt 82 liegt nicht vertikal unterhalb der Quelle 78, dem Detektor 84 oder dem auf halbem Weg gelegenen Oberflächenpunkt 90. Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren wird das herkömmliche Verfahren der Zeitmigration dazu verwandt, die Reflexionsanzeige auf einem seismischen Querschnitt zu einer neuen Position zu bewegen, wie dies im wesentlichen in Fig. 2 dargestellt ist. Horizontal entspricht diese neue Position 92 derjenigen des Reflexionspunktes 82. Vertikal repräsentiert die neue Position 92 die vertikale seismische Zweiweg-Laufzeit entlang eines Weges 94 vom Reflexionspunkt 82 zu der Oberflächenposition 92. Bei der praktischen Ausführung ist dieser doppelte Weg 94 physikalisch nicht realisierbar. Die herkömmliche gewanderte" Reflexion erscheint aber auf einer seismischen Spur, die dem Oberflächenpunkt 92 zugeordnet ist, und zwar zu einer Zeit, welche die Laufzeit entlang dem Rotationspfad 94 repräsentiert.
  • Das traditionelle Migrationsverfahren mittels der Methode der gemeinsamen Tangente ist allgemein in Fig. 3 wiedergegeben. Die Migration durch Aufsummieren entlang einer Oberfläche maximaler Konvexität 96 ist allgemein in Fig. 4 dargestellt. Die duale Beziehung zwischen den beiden traditionellen Migrationsverfahren, die in den Fig. 3 und 4 wiedergegeben sind, ist in Fig. 5 für den Basisfall wiedergegeben, in dem der Ort der möglichen Reflexionspunkte in Fig. 3 ein Kreis 98 ist, entsprechend einer sphärischen Wellenfront. Die entsprechende Oberfläche maximaler Konvexität in Fig. 4 ist eine Hyperbel 96. Wie in Fig. 5 gezeigt ist, schneidet jeder kreisförmige Ort 98 das hyperbolische Beugungsmuster 96 zweimal, nämlich einmal an einem elementaren Streuer 100 und einmal unterhalb desjenigen Oberflächenpunktes, an dem ein Normaleinfallsweg 102 endet. Das Migrationsverfahren besteht darin, daß eine Reflexionsanzeige von dem zweiten der Schnittpunkte zum ersten bewegt wird, und zwar entlang entweder des kreisförmigen geometrischen Ortes 98 oder des hyperbolischen Ortes 96. Diese Migrationsverfahren verteilen Reflexionssignale entlang entweder von Flächen 98 oder 96 und aus diesem Grunde also in Zonen entlang dieser Wege, an denen keine tatsächliche Reflexion existiert. Die Migrationsverfahren verlassen sich auf eine wechselseitige Ausschaltung beim Aufsummieren, welche dazu führt, daß die Signale in diesen Zonen abgeschwächt werden, wobei diese Ausschaltung sich in der Praxis als wirkungsvoll herausgestellt hat. Die Menge der Daten, die verarbeitet werden müßten, um diese Migrationsverfahren auszuführen, ist aber sehr groß, wodurch Migrationsverfahren sehr zeitaufwendig und kostspielig sind.
  • In ähnlicher Weise müssen auch unter anderen Gesichtspunkten große Mengen von Daten bei bekannten seismischen Explorationsverfahren separat verarbeitet werden. In typischer Weise sind zahlreiche Detektorkanäle erforderlich. Diese Kanäle müssen auf dem gesamten Weg von den einzelnen Detektoranordnungen über die Bandaufzeichnung, die Leistungswiedergabe, die Kompensation der sphärischen Divergenz und manchmal auch durch De-Konvolutionsprozesse einzeln gehandhabt werden, ehe die Datenmenge durch Stapelung reduziert werden kann. Der Zeit- und Kostenaufwand, der erforderlich ist, um derartig große Mengen an Daten zu handhaben, haben es als wünschenswert ergeben, die Menge der zu verarbeitenden Daten zu reduzieren. Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren und Signalverarbeitungsverfahren ließ sich eine Datenreduktion charakteristischerweise aber nicht bewerkstelligen, ohne daß ein Teil der in den reflektierten Signalen enthaltenen Information verlorenging.
  • Allgemein wird durch die Erfindung ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem eine Quelle für im wesentlichen ebene oder im wesentlichen zylindrische Wellen simuliert wird, wobei seismische Explorationen unter Verwendung einer derartigen Quelle durchgeführt werden. Eine Gruppe von Quellenpositionen und eine Gruppe von Empfängerpositionen werden zunächst erstellt. Hier, wie auch im folgenden, bedeutet der Ausdruck "Quellenposition" stets eine Quelle für ein seismisches Signal, beispielsweise eine herkömmliche seismische Quelle für im wesentlichen sphärische Wellen, angeordnet an einem gewünschten Ort. In ähnlicher Weise bedeutet der Ausdruck "Empfängerposition" einen Empfänger, wie eine herkömmliche Geophon- oder Hydrophongruppe, an einer gewünschten räumlichen Position. Weiterhin bedeutet der Ausdruck "Gruppe von Quellenpositionen" eine oder mehrere fluellenpositionen, während der Ausdruck Gruppe von Empfängerpositionen" eine oder mehrere Empfängerpositionen bedeutet. Entsprechend dem Verfahren nach der Erfindung weist wenigstens eine der beiden Gruppen, also der Gruppe von Quellenpositionen und der Gruppe von Empfängerpositionen, eine Vielzahl von Positionen auf, die mit Abstand über einen Bereich angeordnet sind, der wenigstens eine Dimension aufweist, welche im Verhältnis zu einer seismischen Wellenlänge groß ist. Seismische Energie wird in die Erde von der Gruppe von Quellenpositionen aus eingegeben. Eine Vielzahl von Signalen wird durch die Empfänger in herkömmlicher Weise in Abhängigkeit von der an der Gruppe von Empfängerpositionen empfangenen seismischen Energie erzeugt. Die erzeugten Signale werden dann in einer Form kombiniert und aufgezeichnet, daß die Reflexionsansprache der Erde auf eine seismische Welle simuliert wird, die eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront über wenigstens diejenige Erstreckung der Quellen- oder Empfängerpositionen aufweist, deren Dimension im Verhältnis zu einer seismischen Wellenlänge groß ist.
  • Es ist bekannt, daß eine Quelle, die im wesentlichen ebene Wellen erzeugen soll, Dimensionen aufweisen muß, die relativ zu einer Wellenlänge groß sind. In ähnlicher Weise muß eine Quelle, welche im wesentlichen zylindrische Wellen erzeugen soll, die Form einer Linie haben, deren Länge groß ist im Verhältnis zu einer Wellenlänge. Bei der herkömmlichen seismischen Exploration sind die Quellenabmessungen in der Größenordnung von höchstens einer Wellenlänge, beispielsweise bei typischen Empfängerreihen. Die Gesamtlänge der Empfängerausbreitung ist aber ein Vielfaches größer als die Wellenlänge der seismischen Energie.
  • Typische Ausbreitungen weisen 48 oder 96 einzelne Empfängerreihen auf. Die Ausbreitungen können sechzigmal so groß sein wie die Länge einer seismischen Welle. In gewisser Weise kann das Verfahren nach der Erfindung, unter einem bestimmten Aspekt, wenigstens teilweise als Simulation von Zylinder oder ebenen Wellen durch Verwendung einer vollständigen Ausbreitung als einzelne Empfängeranordnung aufgefaßt werden.
  • Betrachtet man nun die Erfindung in ihren Einzelheiten, so zeigt Fig. 6A eine klassische Reflexionssituation, bei der ein Reflektor 20 horizontal angeordnet ist. Eine Quelle 22 ist zentral entlang einer Ausbreitung oder einer Bahn 24 angeordnet. Eine Vielzahl von Empfängern sind entlang der Ausbreitung 24 angeordnet. Drei derartige Empfänger 26 sind in Fig. 6A dargestellt. Der zentrale Empfänger befindet sich dabei in derselben Position wie die Quelle 22. Wege 28, 30 und 32 repräsentieren die Basis-Strahlenwege für seismische Wellen von der Quelle 22 zum Reflektor 20 und zu den drei Empfängern 26. Ein Seismograph 34 (Fig. 6B) gibt die Spuren, welche diesen Strahlenwegen entsprechen, als Funktion der Zeit wieder. Auf dem Seismographen 34 entspricht die Spur 36 dem Strahlenweg 28, die Spur 38 dem Strahlenweg 30 und die Spur 40 dem Strahlenweg 32. Die allgemeine Form der ersten ankommenden Signale, der gebrochenen Signale 42, hat auf dem Seismographen die allgemeine Form, welche durch die Linie 44 wiedergegeben ist. Die reflektierten Signale 36a, 38a und 40a andererseits haben die im wesentlichen hyperbolische Form einer Normalaustrittskurve 46. Es ist zu bemerken, daß die typische Ausbreitung 24)48 oder 96 Empfängeranordnungen aufweist, wobei eine gleiche Anzahl von Strahlenwegen vorhanden ist. Zur klareren zeichnerischen Darstellung sind aber nur drei derartige Empfänger und Strahlenwege in Fig. 6A wiedergegeben. In ähnlicher Weise würde natürlich der Seismograph 34 eine gleiche Anzahl von Spuren aufweisen, wie die Zahl der Empfängerreihen oder Empfängeranordnungen.
  • Reflexionssignale 48 und 50, die reinigender zusätzlichen Empfänger entsprechen, sind auf dem Seismographen 34 aus nachfolgend sich noch ergebenden Diskussionsgründen gezeigt.
  • Figur 7A gibt dieselbe Grundsituation wieder, die in Figur 6A dargestellt ist, mit der Ausnahme, daß der Reflektor 20 eintaucht. In ähnlicher Weise betrifft Figur 7B einen Seismographen, der der in Figur 7A wiedergegebenen Situation entspricht. In den Figuren 6A, 6B, 7A und 7B sind gleiche Bezugszeichen verwendet, um entsprechende Elemente in diesen Figuren zu bezeichnen.
  • Die Seismographen bzw., richtiger, die seismographischen Aufzeichnungen 34 in den Figuren 6B und 7B geben die herkömmlichen seismischenBeobachtungen wieder, die von einer Quelle snhärischcr Wellen in eine Ausbreitung aus vielen Empfängeranordnungen wiedergegebeli werden, wie dies in den Figuren 6A und 7A dargestellt ist. Es ist legitim, das Prinzip der Reziprozität auf die Grundsituationen, die in Figuren 6A und 7A wiedergegeben sind, anzuwenden. Eine Anwendung dieses Prinzips erlaubt die Vertauschung von Quelle und Empfänger ohne Anderung des beobachteten Reflexionssignales. Daher können die Aufzeichnungen 34 der Figuren 6B und 7B als die Aufzeichnungen betrachtet werden, die von einem Empfänger an der Quellenposition für aufeinanderfolgende Erregung der Kugelwellenquellen an jeder der Empfängerpositionen erhalten werden.
  • Die Wirkung dessen, daß diese Kugelwellenquellen simultan erregt werden, und nicht sukzessiv, besteht darin, daß eine im wesentlichen zylindrische Welle erzeugt wird. Die Simulierung der Reflexions ansprache einer zylindrischen Welle wird dementsprechend durch einfache lineare Aufsummierung der gesamten Spurenfolge, die durch die Spuren 36, 38 und 40 wiedergegeben ist, erhalten. Mit anderen Worten, die Aufsummierung entlang der Zeitachse aller Spuren der seismischen Aufzeichnung 34 ergibt das Signal, welches man durch einen einzigen Empfänger an der Quellenposition im Anschluß an die Impulserregung einer Linienquelle, die eine Ausbreitungsdimmension 24 hat, erhalten würde.
  • Eine graphische Darstellung einer kombinierten Spur 42, die durch eine derartige Summierung erhalten wurde, ist in den Figuren 6B und 7B wiedergegeben. Die Form des Reflexionsimpulses 51 auf der Spur 52 ist eine Integralversion derjenigen auf der Spurenfolge, die durch die Spuren 36a, 38a und 40a wiedergegeben ist. Die Originalform der Spuren kann durch einfache Differenzierung des Ausganges oder der kombinierten Spur 52 wiederhergestellt werden. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Tangente an die Kurve 46 horizontal liegt, existiert ein signifikanter Ausgang 51, während nachfolgend nur ein kleiner Ausgang vorliegt. Alle einzelnen Reflexionsausgänge 36a, 48, 50, 38a und 40a sind relativ zur Hyperbel 46 in Phase, jedoch sind sie nicht in Phase, betrachtet man sie bezüglich der vertikalen Zeitachse der Aufzeichnung 34. Vielmehr sind die Reflexionsausgänge relativ zur Zeitachse miteinander um einen Betrag außer Phase, der der Neigung der Hyperbel 46 entspricht. Wenn dementsprechend die einzelnen Reflexionsausgänge entlang der Zeitachse aufsummiert werden, werden benachbarte Ausgänge in beträchtlichem Maße an Positionen entlang der Hyperbel 46 ausgelöscht, an denen die Neigung oder Steigung der Hyperbel groß ist und die Phasenunterschiede benachbarter Signale signifikant sind. Im geringeren Maß findet jedoch eine Auslöschung benachbarter Ausgänge nahe einem Scheitel 54 der Hyperbel statt, wo die Steigung der Hyperbel klein ist und die Phasenunterschiede zwischen benachbarten Reflexionsausgängen relativ gering sind. Beispielsweise haben die Ausgänge 36a und 48 die Tendenz, einander während des Summationsprozesses auszulöschen, weil diese Ausgänge deutlich außer Phase liegen. Die benachbarten Ausgänge 38 und 50 jedoch, die nahe dem Scheitel 54 der Hyperbel 46 liegen, löschen einander nicht stark aus, weil die Phasenunterschiede zwischen diesen letztgenannten Ausgängen relativ gering sind. In der Tat sind die Ausgänge nahe dem Scheitel 4 additiv und tragen beträchtlich zum Ausgang der kombinierten Spur 52 bei.
  • Es ist daher wünschenswert, daß ein einzelner Reflexionsausgang bei einer kleinen Quellen/Empfänger-Distanz in den einzelnen kombinierten Reflexionssignalen verfügbar ist. Derartige Reflexionssignale werden nahe dem Scheitel der Kurve 46 auf der seismischen Aufzeichnung gefunden, und zwar wegen der relativ kurzen Zweiweg-Laufzeiten, die kleinen Quellen/Empfänger-Distanzen entsprechen.
  • Diese einzelnen Reflexionsausgänge nahe dem Scheitel 54 der Hyperbel 46 sind diejenigen Reflexionsausgänge, welche zum Ausgang auf der kombinierten Spur 52 signifikant beitragen. Wenn ein Signal dieser Art jedoch nicht verfügbar ist, kann es durch Interpolation entlang einer geeigneten Hyperbel von den nächstgelegenen wenigen Emfpängerspuren konstruiert werden. Die Erstreckung des Reflektors 20, der effektiv-ensonifiziert ist, d.h. also, die Erstreckung des Reflektors produziert Reflexionssignale, die signifikant zum Reflexionsausgang der kombinierten Spur 52 beitragen, hängt eng mit der Krümmung der Hyperbel 46 zusammen.
  • Wo die Krümmung der Hyperbel stark ist, tragen nur relativ wenige Spuren nahe dem Scheitel 54 der Hyperbel 46 signifikant zum Reflexionsausgang auf der kombinierten Spur 52 bei. Wenn andererseits die Krümmung der Hyperbel 46 flacher ist, trägt eine größere Anzahl von Spuren nahe dem Scheitel 54 der Hyperbel zum Ausgang der kombinierten Spur 52 bei.
  • Die Krümmung der Hyperbel 46 ist wiederum mit der Geschwindigkeit der seismischen Wellen verknüpft. Seismische Wellen, welche höhere Geschwindigkeiten haben, bilden flachere Hyperbelkurven. Da allgemein die Geschwindigkeit seismischer Wellen ansteigt, wenn die seismische Welle durch tiefere geologische Schichten läuft, bilden die einzelnen Reflexionssignale von Reflektoren unterhalb des Reflektors 20 im allgemeinen flachere hyperbolische Kurven. Aus diesem Grunde trägt ein größerer Anteil dieser niedriger gelegenen Reflektoren signifikant zum Reflexionsausgang der kombinierten Spur 52 bei. Es ist wünschenswert, daß diese größere Anzahl einzelner Reflexionsimpulse zum Ausgang der kombinierten Spur 52 beiträgt, weil das Signal/Rausch-Verhältnis sich mit einem Anstieg der Zahl der Reflexionssignale, die zum Ausgang 51 der Spur 52 beitragen, verbessert. Durch das Simulationsverfahren nach der Erfindung ergibt sich also ein automatischer Vorteil hinsichtlich der Signal/Rausch-Verhältnisse, da die effektiv-ensonifizierte Erstreckung des Reflektors mit der Tiefe des Reflektors ansteigt.
  • Aus einem ähnlichen Grund ist das Verhältnis von Primärreflexionen zu Mehrfachreflexionen auf der kombinierten Spur 52 besser als auf einer einzelnen Spur 38a, da die Krümmung der Primärreflexionen normalerweise geringer ist als diejenige der Mehrfachreflexionen, die gleichzeitig ankommen. Meh rfachre flexionen haben allgemein geringere Geschwindigkeiten als Primärreflexionen, die gleichzeitig empfangen werden, da ein größerer Teil der Fortpflanzung der Mehrfachreflexionen durch flachere Schichten der geologischen Struktur führt, in denen die effektive Geschindigkeit der Wellen typischerweise niedriger ist. Dementsprechend ist die Krümmung der Normalaustrittskurve 46, die den Mehrfachreflexionen zugeordnet ist, stärker als diejenige der Kurve 46, die den Primärreflexionen zugeordnet ist. Wegen dieses Unterschiedes in den Krümmungen der Normalaustrittskurven, die den Primär- und Mehrfachreflexionen zugeordnet sind, ist das Verhältnis der Primärreflexionen zu den Mehrfachreflexionen, die zum Ausgang auf der kombinierten Spur 52 beitragen, größer als dasjenige, welches einem einzelnen Reflexionssignal, beispielsweise 38a zuzuordnen ist.
  • Es ist auch zu bemerken, daß der Ausgang auf der kombinierten Spur 52, welcher Oberflächenwellen zuzuordnen ist, relativ gering ist. Wenn die Ausbreitungsanordnung so gewählt wird, daß benachbarte Anordnungen sich beinahe berühren, so ist in der Tat die Empfindlichkeit gegenüber Oberflächenwellen sehr klein. Wenn die einzelnen Empfänger mit gleichem Abstand über das Ausbreitungsfeld angeordnet sind, so nähert das gesamte Ausbreitungsfeld sich sehr eng an eine kontinuierliche Anordnung und ist daher gegenüber Oberflächenwellen relativ unempfindlich.
  • Bei der üblichen Fraxis der Mehrfachabdeckung wird die Quellen-Ausbreitungsanordnung der Figuren 6A und 7A entlang des durchquerten Profiles viele Male wiederholt.
  • Der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Quellenpositionen ist angenähert ein Bruchteil der Ausbreitungslänge. Wenn bei der vorliegenden Erfindung Mehrfachabdeckung angewandt wird, so wird für jede aufeinanderfolgende Quellenposition eine kombinierte Spur 52 erhalten.
  • Insbesondere für die übliche Verbesserung der Mehrfachabdeckungsmethode, bei der eine Quellenposition wiederum an jeder Empfängerposition eingenommen wird, können die oben unter Bezugnahme auf eine symmetrische Ausbreitung beschriebenen Signale auch bei einer Längsrichtausbreitung gewonnen werden. Eine symmetrische Siebenspur-Ausbreitung, die um die Stelle 56 zentriert ist, läßt sich von einer Längsrichtausbreitung 58 mit vier Empfängern 60, 62, 64 und 68 erhalten, wenn die Quelle vier Positionen 70, 72, 74 und 76 einnimmt. Die Mitte und der linke Teil der symmetrischen Ausbreitung wird von der Quelle bei einer Position 70 erhalten, indem seismische Signale auf Empfänger in den Positionen 60, 62, 64 und 68 eingegeben werden. Der rechte Teil wird von den Quellen an den Positionen 72, 74 und 76 erhalten, indem seismische Energie in die Empfänger an den Positionen 64a, 62a bzw. 60a eingegeben wird (d.h. also, bei der Position 68).
  • Bei den oben beschriebenen Situationen repräsentiert die kombinierte Spur 52 den Ausgang von einer Linienquelle, die eine Dimension der symmetrischen Ausbreitungslänge hat. Die Spur 52 ist daher die Ansprache der Erde auf eine im wesentlichen zylindrische Welle. Natürlich können die Flächen anordnungen von Quellen und Empfängern so gebildet werden, daß eine der Spur 52 äquivalente Spur für eine effektive Flächenquelle großer Abmessungen gehalten werden, woraus sich eine kombinierte Spur 52 ergibt, die die Ansprache der Erde auf eine im wesentlichen ebene Welle repräsentiert.
  • Da die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren abgeleiteten Signale ebene oder zylindrische Wellen sind, erfordern diese Signale eine geringere Amplitudenkompensation als solche Signale, die nach herkömmlichen seismischen Explorationsverfahren aufgezeichnet werden. Bei den herkömmlichen Verfahren wird ein seismisches Reflexionssignal von einer sphärischen Quelle aufgezeichnet, wobei die erforderliche Amplitudenkompensation zum Radius der Wellen frontproportional ist. Ebene Wellen unterliegen keiner sphärischen Divergenz, wie dies bei sphärischen Wellen der Fall ist, so daß also keine Amplitudenkompensation erforderlich ist. Signale, die von zylindrischen Wellen abgeleitet werden, erfordern eine Kompensation, die der Quadratwurzel des Radius der Wellenfront proportional ist, nicht aber eine Kombination, die dem Radius der Wellen von selbst proportional wäre.
  • Wie bei bekannten seismischen Explorationsverfahren ist ein Zeitmigrationsverfahren bei den Signalen, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren abgeleitet werden, von Nutzen.
  • In den Figuren 9 bis 12 ist ein Migrationsverfahren wiedergegeben, welches sich für Signale eignet, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren abgeleitet worden sind.
  • Die simulierte Spur 52, die in den Figuren 6B und 7B dargestellt ist, entspricht dem Ausgang von einem Empfänger, an einer Quellenstelle, die durch eine lineare Quelle über die Erstreckung der Ausbreitung 24 erzeugt wird. Dieser Ausgang der kombinierten Spur 52 wird durch die einfache Summierung einer Folge von Spuren, die durch die Spuren 36, 38 und 40 charakterisiert sind, erhalten. Der Ausgang der kombinierten Spur 52 repräsentiert daher die Reflexionsansprache an die Erde auf eine nach unten sich fortpflanzende ebene Welle, deren Front horizontal liegt und deren Strahlengänge oderStrUßenwege vertikal sind. Die nach oben verlaufenden Strahlenwege sind natürlich nur dann vertikal, wenn der Reflektor horizontal liegt. Ansonsten ist der nach oben verlaufende Strahlenweg zur Vertikalen geneigt und geht stets durch die Quellenposition, der die simulierte Spur 52 zugeordnet ist, hindurch. Der geometrische Ort der möglichen Reflexionspunkte für eine feste Länge des Reflexionsweges ist daher eine Parabel 104 (Figur 9).
  • Die Wege 106 bis 116 stellen typische nach unten verlaufende Strahlenwege dar, während die Wege 118 bis 128 typische nach oben verlaufende Strahlenwege bezeichnen. Die Parabel 104, die den geometrischen Ort der möglichen Reflexionspunkte repräsentiert, hat ihren Fokuspunkt an einer Oberflächenposition 130, welche diejenige Oberflächenposition repräsentiert, der die simulierte Spur 52 zuzuordnen ist.
  • Die Parabel 104 schneidet die Oberfläche 132 unter Winkeln von 450, so daß Reflektoreintauchungen von mehr als 450 durch die vereinfachte Situation, die in Figur 9 dargestellt ist, nicht nachgewiesen werden können. Eintauchwinkel von 450 werden in der Tat durch die Ausbreitung von Figur 9 nur dann nachgewiesen, wenn die Ausbreitung viermal so lang ist wie der Fokalabstand z0. Ansonsten entspricht der maximal nachweisbare Eintauchwinkel bei der in Figur 9 wiedergegebenen Situation der Neigung der Parabel 104 an einem Ende 134 der Ausbreitung. Wie jedoch weiter unten noch im einzelnen gezeigt wird, können auf die durch die Spuren 36, 38 und 40 charakterisierten Spuren Zeitverschiebungen aufgeprägt werden, so daß steilere Reflektoreintauchungen nachweisbar sind.
  • Die Gleichung der Parabel 104, bezogen auf ein Koordinatensystem, dessen Ursprung an der simulierten Empfängerstelle 130 liegt, ist: x2 = 4z0-( z0-z) (1) Das Verfahren der Zeitmigration nach der Methode der gemeinsamen Tangente muß daher die Reflexions an zeige horizontal um eine Strecke x bewegen. Wenn das Medium, durch welches die seismischen Wellen verlaufen, gewährleistet, daß die Wellen entlang ihrer jeweiligen Strahlenwege mit konstanter Geschwindigkeit v laufen, so bewegt die Migration auch die Ankunftszeit der Reflexionsanzeige entlang eines seismischen Schnittes nach oben zu einer neuen Zeit tx, die definiert ist durch: 2 t = t - x (2) x 0 tov wobei t0 die Zeit der Reflexion vor der Migration ist.
  • Wie weiter oben bereits unter Bezugnahme auf Figur 5 diskutiert wurde, besteht eineduale Beziehung zwischen der Migration nach der Methode der gemeinsamen Tangente und durch Summieren entlang eines Beugungsmusters. Figur 10 illustriert die Form eines Beugungsmusters, welches für die Migration geeignet ist, wobei Signale verwendet werden, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren abgeleitet worden sind. Ein Streupunkt 138, ein simulierter vertikaler, nach unten verlaufender Strahlenweg 140 und ein Beugungsstrahlenweg 142 gehen zu einem Empfänger 144, wie in Figur 10 dargestellt ist. Die Zeit t0 der Beugung, die unter der Empfängerposition 144 stattfindet, ist bei 146 wiedergegeben. Die Zweiweg-Laufzeit für diese Beugung ist gleich der Summe der Laufzeiten entlang der Wege 140 und 142. Die Gleichung des Beugungsmusters 136, bezogen auf ein Koordinatensystem, welches durch den Streupunkt 138 geht, lautet wie folgt: X2 2 2(3) X2 v v2 t + t (3) wobei t die Zweiweg-Laufzeit zum Scheitel des Beugungsx musters 136 ist, beobachtet am Schnitt, und td die zusätzliche Zweiweg-Zeit zu einem Punkt auf dem Beugungsmuster darstellt, der um eine Distanz x vom Scheitel entfernt ist.
  • Wenn td relativ zu t klein ist, wie es für Streuer mit bex trächtlicher Tiefe zutrifft, ist das Beugungsmuster 136 annähernd eine Parabel.
  • Bezogen auf ein besser brauchbares Koordinatensystem, welches durch einen Oberflächenpunkt 148 oberhalb des Streuers 138 hindurchgeht, lautet die Gleichung des Beugungsmusters 136 wie folgt: 2 tO = t x x2 O x (4) t v2 x wobei t0 die vertikale Zweiweg-Zeit vom Ursprung der Koordinaten 148 bis zum Scheitel 138 und t die Zweiweg-Zeit x des Beugungsauftrittes auf der simulierten Spur beim Empfänger 144 um eine Distanz x vom Oberflächenpunkt 148 darstellt.
  • Die letztgenannte Gleichung des Beugungsmusters hat dieselbe allgemeine Formel wie die Gleichung (2) für die Migration nach der Methode der gemeinsamen Tangente, mit der Ausnahme, daß der Ursprung der x-Koordinate im allgemeinen unterschiedlich ist.
  • Der Zusammenhang zwischen den durch die Methode der gemeinsamen Tangente und durch die Beugung wiedergegebenen Näherungen an die Migration nach der Erfindung läßt sich aus Figur 11 erkennen. Eine Reflexion, die zu einer Zeit 150 auf der simulierten Spur 52 auftritt, die einem Oberflächenpunkt 152 zugeordnet ist, abgebildet auf einer nicht-migrierten Sektion, kommt von einem Reflexionspunkt, der irgendwo auf einer Parabel 154 liegt. Ein Element 156 des Reflektors, dls Punktstreuer betrachtet, erzeugt Beugungssignale auf simulierten Spuren 52, die allen Oberflächenpunkten zugeordnet sind.
  • Diese Signale auf dem nicht-migrierten oder keiner Verschiebung unterworfenen Abschnitt folgen einer Kurve 158, die in der Tiefe eine Parabel annähert. Der Effekt der zweidimensionalen Migration nach der Methode der gemeinsamen Tangente besteht darin, daß die Reflexionsanzeige von ihrer nicht-migrierten Position 160 entlang der Parabel 154 zu ihrer migrierten Position 162 bewegt wird, indem in herkömmlicher Weise alle simulierten Spuren 52, die entlang der Kurve 154 verteilt sind, aufsummiert werden. In der Position 162 wird das migrierte Signal durch migrierte Signale verstärkt, die von den simulierten Spuren erhalten werden, die Oberflächenpunkten zwischen der Empfängerposition 152 und einem Oberflächenpunkt 164 vertikal oberhalb des Reflexionsnunktes 162 zugeführt wurden. Der Effekt der zweidimensionalen Beugungsmigration besteht darin, daß die Reflexionsanzeige 160 in das aufgetragene migrierte Signal unterhalb eines Oberflächenpunktes 164 eingetragen wird, indem in herkömmlicher Weise alle simulierten Spuren 52, die entlang der Beugungskurve 158 verteilt sind, summiert werden. In ähnlicher Weise erfolgt eine dreidimensionale Wanderung oder Migration dadurch, daß Spuren 52 über ein Paraboloid aufsummiert werden, welches entweder der Kurve 154 oder aber der Kurve 158 entspricht.
  • Die vorstehende Diskussion der Migration ist natürlich übermäßig vereinfacht, da in der wirklichen Erde die Geschwindigkeiten eine Funktion der Tiefe sind. Wenn dieser Faktor berücksichtigt wird, so müssen die oben wiedergegebenen Gleichungen in der Weise modifiziert werden, daß sie eine Geschwindigkeitsänderung enthalten, während die Oberflächen, die sie repräsentieren, stärker gekrümmt werden.
  • Die Art der Geschwindigkeitsvariation ist in Fig. 12 wiedergegeben, wobei die Geschwindigkeit entlang eines nach unten verlaufenden Strahlenweges 166 sich stets sehr eng an die mittlere Geschwindigkeit annähert. Die Geschwindigkeit eines nach oben verlaufenden Strahles 168 nähert sehr eng die Fortpflanzungsgeschwindigkeit (r.m.s.-Geschwindigkeit) an. Die Kenntnis, daß eine Komponente des Weges 166 stets vertikal verläuft, ist bei der Lösung der Geschwindigkeitsprobleme von beträchtlichem Vorteil.
  • Dieselbe Kenntnis ist auch von Vorteil bei Einzelheiten der Migrationstechnik, da es bekannt ist, daß der im wesentlichen vertikale Weg 94 (Fig. 2), der durch einen zeitmigrierten Abschnitt wiedergegeben wird, bei den vorliegenden Verfahren ein realer Strahlenweg 166 ist. Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren ist der Weg 54 hingegen vollständig willkürlich. Dementsprechend sind die Amplituden der migrierten Signale, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten werden, wesentlich verläßlicher als diejenigen, die durch herkömmliche Migrationssignalverarbeitung bei bekannten seismischen Explorationsverfahren erhalten werden, Einige weitere Vorteile ergeben sich aus der Tatsache, daß eine Komponente 166 des Reflexionsweges im wesentlichen vertikal verläuft. Dazu gehört die Sicherheit, daß Plehrfachreflexionen und Nachhallerscheinungen, die zwischen horizontalen Zwischenflächen erzeugt werden, auf dieser Komponente des Weges eine konstante Periodizität behalten.
  • Weiterhin gehört hierzu die Sicherheit, daß Wege, die durch oberflächennahe Schichten verlaufen, insbesondere in Dauerfrostschichten, vertikal sind.
  • Bei bekannten seismischen Explorationsverfahren werden Paketgeschwindigkeiten aus Beobachtungen der gemeinsamen Tiefenpunkte (common-depth-point) berechnet, wobei mittlere Geschwindigkeiten und Migrations- oder Wandergeschwindigkeiten wiederum hieraus abgeleitet werden. Diese Möglichkeit ist auch beim erfindungsgemäßen Verfahren gegeben. Das Verfahren nach der Erfindung gibt jedoch darüber hinaus eine neuartige Methode zum Berechnen der Geschwindigkeiten an.
  • Für die neigungslose Reflexionssituation, die in Fig. 6A wiedergegeben ist, ist die Kurve 46 von Fig 6B eine Hyperbel die symmetrisch um die mittlere Spur 38 verläuft. Der Normalaustritt für diese symmetrische Hyperbel 46 als Funktion der Quellen/Empfänger-Distanz, damit auch als eine Funktion der Spurenzahl über die Folge von Spuren, welche durch die Spuren 36, 38 und 40 wiedergegeben ist, kann aus jedweder vorgegebenen Geschwindigkeit nach bekannten Techniken berechnet werden. Wenn die Normalaustrittszeiten für die bekannten uellenempfänger-Distanzen entlang einer gemeinsamen Zeitachse 170 (Fig. 13A) aufgetragen werden, so erscheinen sie als Punkte 172 - 190. Der Punkt 172 repräsentiert die Normaleinfallsreflexionszeit auf der Spur 38.
  • Die anderen Punkte repräsentieren Reflexionszeiten bei progressiv größeren Quellen/Empfänger-Distanzen. Da die Hyperbel 46 um eine Spur 10 von Fig. 6A symmetrisch ist, existieren zwei aufgezeichnete Signale, die jedem Normalaustrittspunkt in Fig. 13A entsprechen. Wenn also die Feldanordnung der Empfängerausbreitung 48 Empfängeranordnungen, symmetrisch auf jeder Seite der Quelle, aufweist, existieren 48 Punkte entlang der Zeitachse 170.
  • Wie in Fig. 13B gezeigt ist, kann eine Vielzahl von Impulsspitzen 172a - 190a entlang der Zeitachse 170 errichtet werden. Jeder derartiger Impulsspitzen entspricht einem der Punkte 172 bis 190 auf der Zeitachse 170, die in Fig. 13A wiedergegeben ist. Die Impulsspitzen 172a bis 190a geben eine Zeit-Wellenform, die als Geschwindigkeitskorrelationssignal verwendet wird. Da die kombinierte Spur 52 durch Addieren der Aufeinanderfolge der Spuren, welche durch die Spuren 36, 38 und 40 charakterisiert ist, gebildet wird, enthält die kombinierte Spur 52 in sich Reflexionsimpulse, deren zeitlicher Zusammenhang mit dem Reflexionsimpuls auf der Spur 38 exakt dem Impulsspitzenmuster 172a bis 190a entspricht. Wenn daher das Geschwindigkeitskorrelationssignal, welches in Fig. 13B wiedergegeben ist, mit der Spur 52 korreliert wird, so wird ein großer Wert eines Korrelationskoeffizienten erhalten, vorausgesetzt, daß die Geschwindigkeit, die beim Berechnen des Normalaustrittet angewendet wird, geeignet gewählt ist. Es kann also derjenige Geschwindigkeitswert gesucht werden, der dem maximalen Korrelationskoeffizienten bei jeder Reflexionszeit liefert. Ein derartiges Verfahren der Identifizierung derjenigen Geschwindigkeit, die den maximalen Korrelationskoeffizienten liefert, ist dann von Vorteil, wenn die Anzahl der Empfängeranordnungen, die in der Ausbreitung 24 verwendet werden, groß ist, so daß die Anzahl von Impulsspitzen 172a bis 190a groß ist. Diesist bei der heutigen seismischen Explorationstechnik der Fall. Der Korrelationskoeffizient, der zur richtigen Zeit und Geschwindigkeit erhalten wird, ist daher ein vielfaches größer als derjenige, der ohnehin durch Einzelkorrelationen zwischen den einzelnen Impulsspitzen und den Reflexionsimpulsen, die nicht angepaßt sind, erhalten wird.
  • Beim Bestimmen der Geschwindigkeit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es auch wünschenswert sein, Impulsspitzen zu verwenden, die ungleiche Amplituden aufweisen, oder einen Impuls nach Art einer Reflexion anstelle jeder Impulsspitze zu erzeugen. Die Verwendung eines Impulses nach Art eines Reflexes, wie eines solchen, der aufgrund der Reflexionsdaten zu erwarten ist, hat den Vorteil, daß man von Rauschen unterscheiden kann. Wenn reflexionsartige Impulse verwendet werden, ist eine volle Korrelation zwischen den Spuren 52 und dem Geschwindigkeitskorrelationssignal wünschenswert. Impulsspitzen mit ungleichen Amplituden, wie also Impulsspitzen, die kleinere Amplituden bei kleineren Werten des Normalaustrittes haben, können dazu verwendet werden, die Reflexionsausgänge der Spuren, wie 36a und 40a, die an den äußeren lxanten der Normalaustrittskurve 46 liegen, zu betonen. Diese äußeren Spuren enthalten eine wertvolle Information hinsichtlich der Geschwindigkeit, die es manchmal wünschenswert macht, derartige Spuren hervorzuheben.
  • Wie bereits oben ausgeführt wurde, haben Ausbreitungen oder Ausbreitungsfelder, die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden, vorzugsweise Anordnungen, die im wesentlichen benachbart sind, so daß die Geophone oder Hydrophone einheitlich entlang der AusbreItung verteilt sind. Dies ist manchmal für die Geschwindigkeitsbestimmungsmethode, die oben beschrieben wurde, nicht zuträglich, da die Summierung, mittels welcher die Spuren 52 erhalten werden, die Tendenz hat, den Beitrag von den äußeren Spuren, wie 36 und 40, von denen eine Geschwindigkeitsmessung abhängig ist, zu reduzieren. Daher wird die Geschwindigkeitsbestimmung nach der Erfindung am besten an einigen Spuren 52 ausgeführt, die nicht alle möglichen Spuren der Spurenfolge, welche durch die Spuren 36, 38 und 40 charakterisiert ist, repräsentieren. Beispielsweise kann die Geschwindigkeitsbestimmung unter Verwendung einer symmetrischen Ausbreitung zunächst mit allen ungraden Spuren auf einer Seite der Quelle und dann mit allen geraden Spuren auf der anderen Seite ausgeführt werden. Anschließend wird die Bestimmung wiederholt, wobei die restlichen Spuren verwendet werden.
  • Auf diese Weise stehen zwei unabhängige Messungen zur Mittelwertbildung zur Verfügung, wobei jede Messung eine alternierende Abfolge von Anordnungen und Lücken enthält.
  • Zur Ceschwindigkeitsbestimmung ist es also zweckmäßig, weniger als alle Spuren von den Empfängern zu verwenden, da hierdurch der Vorteil beibehalten wird, daß die äußeren Spuren, wie 36 und 40, zur Geschwindigkeitsbestimmung beitragen.
  • Während die vorstehende Diskussion der Geschwindigkeitsbestimmung unter Bezugnahme auf die Null-Eintauch-Situation, wie sie in Fig. 6A wiedergegeben ist, erläutert wurde, kann dieselbe Technik auch dazu verwendet werden, Geschwindigkeiten zu berechnen, wenn ein Eintauchen stattfinden darf.
  • Wenn ein Eintauchen oder eine Neigung zulässig ist, wird die Normalaustrittshyperbel sowohl horizontal als auch vertikal von derjenigen Position, die sie ohne Vorliegen eines Eintauchens einnehmen würde, verschoben. Die Normalaustrittskurve behält aber dieselbe hyperbolische Form.
  • Ein besonderer Vorteil der Geschwindigkeitsbestimmung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren besteht darin, daß die resultierende Geschwindigkeitsmessung die tatsächliche Fortpflanzungsgeschwindigkeit ergibt. Diese hängt nicht vom Eintauchwinkel ab. Bei herkömmlichen Verfahren erfordern die Kurvenanpassungsverfahren, die zur Geschwindigkeitsbestimmung verwandt werden, eine Annahme hinsichtlich der Position des Scheitels 54 der Normalaustrittskurve 46.
  • Wenn die Annahme hinsichtlich der Position des Scheitels falsch ist, so ist auch die Fortpflanzungsgeschwindigkeit, die nach herkömmlichen Verfahren ermittelt wird, falsch.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren hängt die Aufsummierung der Spuren zur Bildung der kombinierten Spur 52 nicht von einer bestimmten Position des Scheitels 54 der Normalaustrittskurve 46 ab. Dementsprechend ist die Fortpflanzungsgeschwindigkeit, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gemessen wird, nicht von der eintauchwinkelabhängigen Position des Scheitels 54 der Normalaustrittskurvc abhängig.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren weist jedoch auch beträchtliche Vorteile hinsichtlich der Messung des Eintauchens auf.
  • Eine ebene Welle, die von einem ebenen Reflektor 192 (Fig.
  • 14) reflektiert wird, bleibt eben und tritt an einer Oberfläche 194 in dieser Form aus. Der übliche Zusammenhang zwischen dem Eintauchwinkel (1l-, der Geschwindigkeit und dem Austrittswinkel, der aus einer Lösung des Dreiecks, welches durch die Linien zwischen den Empfängerpositionen 196 und 198 und aus einer dritten Position 200 erhalten werden kann, ist beim erfindungsgemäßen Verfahren exakt.
  • Bei den bekannten seismischen Explorationsverfahren, bei denen Kugelwellen verwendet werden, ist dieser Zusammenhang nur annähernd erfüllt. Der Austrittswinkel 2 zur ist gleich dem doppelten Eintauchwinkel für eine konstante Geschwindigkeit. Wenn die gesamte Zweiweg-Laufzeit von einer effektiven Quelle 202 zum Reflektor 192 und wiederum zu einem effektiven Empfänger bei 196t ist, so nimmt ein vertikaler, nach unten gerichteter Teil des Strahlenweges 204 eine Einweg-Laufzeit von ungefähr 1/2t (1-tan (X) (5) ein, während der schräge, aufwärts gerichtete Teil des Weges 206 eine Hinweg-Laufzeit erfordert, die gegeben ist durch 1/2t (1+tan2ri) (6) Eine Messung des Zeitgradienten einer Reflexion auf den simulierten Spurenabschnitt, der durch eine Vielzahl von Spuren 52 gebildet wird, läßt sich dazu verwenden, die Verteilung der seismischen Daten während der Migration zu wichten, um den Effekt der Verteilung von Reflexionssignalen in Zonen, in denen die Reflektoreintauchung hinreichend steil ist, um den Nachweis einer Reflektion in diesen Zonen auszuschließen, auf ein Minimum zu brinqen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren gibt weiterhin die Möglichkeit, Reflexionssignale auch von steilen Eintauchungen nachzuweisen. Zeitverschiebungen können auf die Originalspuren, wie 36, 38 und 40, aufgebracht werden. Die Zeitverschiebungen wachsen progressiv von der simulierten Spurenposition weg, positiv in einer Richtung und negativ in der anderen. Durch Aufbringen derartiger Zeitverschiebungen auf die Originalspuren wird eine nach unten verlaufende Ebene oder zylindrische Wellenfront, die zur Horizontalen geneigt ist, simuliert. Die Wellenfront kann so geneigt sein, daß sie zum eintauchenden Reflektor parallel liegt. Wenn sie parallel zum eintauchenden Reflektor liegt, ist der Austrittswinkel gleich dem Eintauchwinkel, während der Eintrittswinkel das Komplement des Eintauchwinkels ist. Um die Migration auszuführen, wenn kein Teil des Strahlenweges vertikal liegt, sind kompliziertere Migrationstechniken erforderlich, wie sie in der US-Patentanmeldung Serial No. 519 347, angemeldet am 30. Oktober 1974, beschrieben sind.
  • Ein weiteres Merkmal der Erfindung hinsichtlich des Eintauchens sollte ebenfalls beachtet werden: Wenn bei der Erfindung horizontale Wellenfronten verwendet werden, werden keine Mehrfachreflexionen beobachtet, wenn die zugeordneten Primärreflexionen mehr als die Hälfte des maximalen Eintauchens aufweisen, welches durch die Empfängerausbreitungslänge erlaubt ist. In Fig. 15 ist eine Primärreflexion 208 von einem eintauchenden Reflektor 210 dargestellt, zusammen mit einer entsprechenden ersten Mehrfachreflexion 212 von demselben Reflektor 210.
  • Eine Ausbreitung 214 von Empfängern erstreckt sich von einer Oberflächenposition 216 zu einer Oberflächenposition 218. Aus Darstellungsgründen wird angenommen, daß die maximal erlaubte Eintauchung für die Ausbreitungsgänge 214 3% beträgt. Die erscheinende Eintauchung der Mehrfachreflexion 212 ist doppelt so groß wie diejenige der Primärreflexion 208. Dementsprechend, wenn nämlich die Primärreflexion 208 einen Eintauchwinkel 2 Qaufweist, hat die Mehrfachreflexion 212 einen Eintauchwinkel von 4(Y,. Die Mehrfachreflexion, welche diesen großen Eintauchwinkel aufweist, wird jedoch durch die Ausbreitung 214 nicht nachgewiesen, da die Mehrfachreflexion eine scheinbare Eintauchung aufweist, welche die maximal durch die Ausbreitung 214 erlaubte Ausbreitung überschreitet.
  • Es trifft aber zu, daß Mehrfachreflexionen von horizontalen oder annähernd horizontalen Reflektoren in Spuren resultieren, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren abgeleitet worden sind. Diese Mehrfachreflexionen von horizontalen oder annähernd horizontalen Reflektoren sind aber Mehrfachreflexionen, deren Periode im wesentlichen konstant ist. Wegen dieser konstanten Periode können diese Mehrf achreflexionen durch Subtraktionstechniken bearbeitet werden.
  • Besonders vorteilhaft zum Eliminieren derartiger Mehrfachreflexionen sind die bekannten Nachhallvorhersagemethoden, komplizierte Formen der Basis-Drei-Punkt-Nachhallmethode, sowie eine rekursive oder Rückkopplungsmethode, bei welcher der nachfolgende Algorithmus verwendet wird: i k=l gj-k fk (7) k=l wobei f. gleich der unbehandelten Spur, gj gleich der be-3 3 handelten Spur und gO gleich einer von Null verschiedenen Konstanten ist.
  • Da die Notwendigkeit zur Mehrfachunterdrückung und die Art der Durchführung dieser Unterdrückung von der Gegenwart oder der Abwesenheit des Eintauchens oder der Schrägstellung abhängt, kann das erfindungsgemäße Verfahren durch Filtern oder auf andere Weise derart angepaßt werden, daß der zeitmigrierte Abschnitt, der erfindungsgemäß abgeleitet wird, in seinen eintauchenden und seinen nicht-eintauchenden Teil unterteilt wird. Dann wird die geeignete Form der Mehrfachunterdrückung auf den im wesentlichen nicht-eintauchenden Teil angewandt, woraufhin die beiden Teile rekombiniert werden.
  • Die vorstehende Diskussion der vorliegenden Erfindung ist weitgehend in Strahlenwegen ausgedrückt. Natürlich existieren horizontale ebene oder zylindrische Wellenfronten, die durch derartige Strahlenwege oder Strahlengänge impliziert werden, nur über einen Bereich, der mit der Länge der Ausbreitung vergleichbar ist. An den Enden der Ausbreitungsstrecke werden die Wellenfronten gekrümmt. Der Beitrag von den Quellen und/oder Empfängern an den Enden der Ausbreitung kann abgesenkt werden, um zu erreichen, daß die Simulation der ebenen oder zylindrischen Wellen genauer wird.
  • Weiterhin ist zu beachten, daß die Verteilung der Empfänger entlang der Ausbreitung vorzugsweise regelmäßig ist, um die Beiträge von den gebrochenen Signalen 42 (Fig. 6B) und von Oberflächenwellen zu den aufsummierten Spuren 52 zu reduzieren. Wenn die Verteilung der Empfänger entlang der Ausbreitung im wesentlichen benachbart ist, nähert sich die Ausbreitung einer Einzelanordnung und ist daher verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Oberflächenwellen oder gebrochenen Signalen, die im wesentlichen regelmäßige Geschwindigkeiten haben. Es hat sich aber herausgestellt, daß die Oberflächenwellen oder gebrochenen Signale beträchtlich zu den aufsummierten Spuren beitragen, wobei diese Oberflächenwellen und gebrochenen Signale gedämpft oder aus den Spuren mittels bei bekannten seismischen Explorationsverfahren gebräuchlicher Methoden ausgefiltert werden können.
  • Fig. 16 zeigt ein funktionelles Blockdiagramm einer praktischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, die sich insbesondere als verbesserter Monitorabschnitt auf einem Meßschiff eignet. Der Block 220 bezeichnet allgemein das übliche Längsricht-Ausbreitungsgerät, vorzugsweise Empfängeranordnungen nahe der Quelle umfassend, sowie konventionelle Aufzeichnungsinstrumente zum Aufzeichnen der reflektierten seismischen Signale. Die Aufzeichnungsinstrumente umfassen herkömmliche Aufzeicnungseinrichtungen, die sich dazu eignen, als separaten Kanal die durch jede Empfängeranordnung erzeugten Signale aufzuzeichnen. Vorzugsweise sind 48 oder 96 Empfängeranordnungen vorgesehen. Der Ausgang von den Aufzeichnungsinstrumenten wird auf zwei verschiedenen Wegen unterteilt.
  • In der Stufe 222 werden alle Kanäle aufsummiert, um eine einzige kombinierte Spur zu ergeben. Dies ist dem Aufsummieren der Signale von den Empfängerpositionen 60 bis 68 bei der Ausbreitungsanordnung, wie sie in Fig. 8 gezeigt ist, äquivalent. In einer anderen Stufe 224 werden die reziproken Wege für die seismischen Wellen ausgewählt und aufsummiert. Dieses Verfahren ist dem Aufnehmen von Signalen wie denjenigen, die durch die Quelle 72 bei der Ausbreitung, wie sie in Fig. 8 dargestellt ist, in den Empfänger 64a gegeben werden, äquivalent, wobei alle derartigen Spuren in der Ausbreitung aufsummiert werden. Dann werden die summierten Signale von den Stufen 222 und 224 in der Stufe 226 aufsummiert, wodurch sich eine einzelne Summenspur 52 ergibt. Dieser Schritt entspricht dem Aufsummieren der linken und rechten Hälften der Spuren in Fig. 6B. Die summierte Spur aus der Stufe 226 wird als nächstes in der Stufe 228 amplitudenkompensiert. Vorzugsweise wird die aus der Stufe 226 aufsummierte Spur durch die Funktion v t expandiert. Als nächstes wird in der Stufe 230 die expandierte kombinierte Spur differenziert und/oder gefiltert, ehe sie in der Stufe 332 wiedergegeben wird. Die Endwiedergabe aus der Stufe 332 liefert eine summierte Spur 52 einer simulierten zylindrischen Welle für jede Quellenposition, die der Ausbreitung zugeordnet ist.
  • In Fig. 17 ist eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt, welche sich insbesondere dazu eignet, in Landexplorationen mit gespaltener Ausbreitung verwendet zu werden. Ein Ausbreitungsfeld 234 ist symmetrisch um eine Quelle 236 angeordnet. Zum Zwecke der klareren Darstellung sind nur 16 Empfängeranordnungen in Fig. 17 wiedergegeben, obwohl in der Praxis die Anzahl der Empfängeranordnungen, die verwendet wird, 48 oder 96 betragen kann. Die gezeigten Anordnungen, wie sie in Fig.
  • 17 wiedergegeben sind, sind einander benachbart. Die einzelnen Geophone können in regelmäßigen Intervallen entlang der Ausbreitung 234 angeordnet sein. Jede Anordnung repräsentiert die Verbindung aller Geophone innerhalb einer Erstreckung von beispielsweise 50 oder 100 m mit einem einzigen Ausgang. Bei der speziellen Darstellung, wie sie in Fig. 17 wiedergegeben ist, weist jedes Geophonkabel nur zwei Leiterpaare auf. Anordnungen 238, 240, 242 und 244 sind z.B. sämtlich mit einem einzigen Paar Leitungen 246 sowie mit einem Aufzeichnungsgerät 248 verbunden. Die übrigen Empfänger in der Ausbreitung 234 werden in ähnlicher Weise in drei zusätzliche Gruppen unterteilt, von denen jede mit dem Aufzeichnungsgerät 248 durch ein einziges Leiterpaar verbunden ist. Diese Lösung gibt die Möglichkeit, daß die gesamte Ausbreitung 234 auf ganzen vier Kanälen aufgezeichnet wird, im Gegensatz zu den 48 oder 96 Kanälen, die bei bekannten seismischen Explorationsmethoden häufig erforderlich sind. Bei der nachfolgenden Signalverarbeitung können die vier aufgezeichneten Signale von dem Aufzeichnungsgerät 248 auf verschiedene Arten zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Alle vier Signale können direkt aufsummiert werden, um die Spur 52 von Fig. 6B zu ergeben. Die Summe der vier Signale von dem Auf zeichnungsgerät kann dazu verwendet werden, die Geschwindigkeiten zu bestimmen, indem die Korrelation mit einem Geschwindigkeitskorrelationssignal durchgeführt wird, wie dies in Verbindung mit Fig. 13 beschrieben wurde. Zusätzlich kann die Summe von zweien der Kanäle von dem Aufzeichnungsgerät aufsummiert und dazu verwendet werden, eine unabhängige Geschwindigkeitsbestimmung zu erhalten, die dann mit der ersten Geschwindigkeitsbestimmung unter Verwendung aller vier Kanäle gemittelt werden kann.
  • Die Anordnung, die in Fig. 17 wiedergegeben ist, bietet natürlich bei der Feldaufzeichnung beträchtliche Vorteile. Die Ausbreitungskabel können wesentlich leichter sein, die Aufzeichnungsinstrumente können weniger komplex aufgebaut sein, und sowohl die Geräte als auch die magnetischen Aufzeichnungsbänder sind wesentlich kostengünstiger.
  • Natürlich können auch andere Aufzeichnungsanordnungen verwendet werden, als diejenigen, die in den Fig. 16 und 17 gezeigt sind, ohne daß dies aus dem Bereich des Erfindungsgedankens herausführen würde. Wenn beispielsweise das erfindungsgemäße Verfahren in Verbindung mit einer herkömmlichen seismischen Schwingungsquelle mit variabler Frequenz angewendet wird, kann die Signalverarbeitung dadurch erfolgen, daß die simulierte Spur 52 aufbereitet wird, ehe die Korrelationsoperation erforderlich ist.
  • Dieses Merkmal gewährleistet eine größere Wirtschaftlichkeit in der Signalverarbeitung, weil nämlich das Datenvolumen , welches bei der Signalverarbeitung gehandhabt werden muß, signifikant reduziert werden kann. Kurz gesagt, die Vorteile, die sich bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben, können in einer Vielzahl von Ausführungsformen erzielt werden.
  • Die vorstehende Beschreibung der Erfindung dient lediglich zu Darstellungszwecken, wobei mannigfache Abwandlungen in der Größe, in der Form und in den Materialien sowie auch in den Einzelheiten der beschriebenen Konstruktionen möglich sind, ohne daß dies aus dem Erfindungsgedanken herausführen würde.

Claims (25)

  1. Ansprüche Seismisches Explorationsverfahren, bei dem ausgehend von im wesentlichen sphärischen seismischen Wellen die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert wird, welche über einen Explorationsbereich, der in wenigstens einer Dimension relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist, gekennzeichnet durch die nachfolgenden Schritte: a) Eingeben der seismischen Kugelwellen in die Erde von einer seismischen Quelle in einer Quellenposition; b) Erzeugen einer Vielzahl von Reflexionssignalen in Abhängigkeit von den seismischen Wellen an einer Vielzahl von Empfängerpositionen, die über einen Bereich, der wenigstens eine Dimension aufweist, welche relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, mit Abstand angeordnet sind; und c) Aufsummieren der Reflexionssignale in der Weise, daß für die Quellenposition ein Signal gebildet wird, welches die Reflexionsansprache der Erde auf die seismische Wellenenergie simuliert, die über wenigstens eine Dimension, die relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aufsummierte Signal aufgezeichnet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale relativ zueinander vor dem Aufsummieren einer Amplitudenwichtung unterworfen werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale vor dem Aufsummieren gefiltert werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedem der Reflexionssignale eine Laufzeit, welche gleich der Zeit zwischen dem Eingeben der seismischen Energie in die Erde in der Quellenposition und dem Aufnehmen der seismischen Energie an der Gruppe der Empfängerpositionen ist, zugeordnet wird, wobei die Reflexionssignale, vor bestimmten Laufzeiten auftreten, vor dem Aufsummieren gedämpft werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedem der Reflexionssignale eine Laufzeit, welche gleich der Zeit zwischen dem Eingeben der seismischen Energie in die Erde in der ouellenposition und dem Aufnehmen der seismischen Energie an der Gruppe der Empfängerpositionen ist, zugeordnet wird, wobei die nach vorgebbaren Laufzeiten auftretenden Reflexionssignale vor dem Aufsummieren gedämpft werden.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die reflektierten Signale relativ zueinander vor dem Aufsummieren zeitlich verschoben werden.
  8. 8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die nachfolgenden Schritte: a) Sukzessives Eingeben seismischer Kugelwellenenergie in die Erde von jeder Position einer Gruppe von Quellenpositionen aus; b) Erzeugen einer Gruppe von Reflexionssignalen in Abhängigkeit von der bei der Gruppe von Empfängerpositionen von jeder der aufeinanderfolgenden Eingaben von seismischen Energiewellen von jeder der Gruppe von Quellenpositionen aus empfangenen seismischen Energie; und c) Aufsummieren jeder Gruppe von Reflexionssignalen zur Bildung eines Signals für jede Quellenposition, welches die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert, die in wenigstens einer Dimension, die im Verhältnis zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Reflexionssignale und das für die Quellenposition gebildete Signal Informationen über die Geschwindigkeiten und Laufzeiten der seismischen Energiewellen sowie über die Entfernungen zwischen Quelle und Empfänger enthalten, gekennzeichnet durch die nachfolgenden Schritte: a) Berechnen der normalen Austrittswerte für jede Geschwindigkeit aus einem Bereich von Geschwindigkeiten und für jede Laufzeit aus einem Bereich von Laufzeiten für jeden Quellen-Empfänger-Abstand, der in dem Signal, welches für die Quellenposition gebildet wird, repräsentiert ist; b) Konstruieren eines Geschwindigkeitskorrelationssignales für die berechneten normalen Austrittswerte; und c) Berechnen des Korrelationskoeffizienten zwischen dem Geschwindigkeitskorrelationssignal und dem Signal, wodurch die Geschwindigkeit, die den maximalen Korrelationskoeffizienten ergibt, identifiziert werden kann.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt des Konstruierens eines Geschwindigkeitskorrelationssignales die Erzeugung einer Impuls spitze bei jedem berechneten Wert der Normalbewegung umfaßt.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt des Konstruierens eines Geschwindigkeitskorrelationssignales das Erzeugen eines Impulses bei jedem berechneten Wert der Normalbewegung umfaßt.
  12. 12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reflexionssignale vor dem Aufsummieren wandern läßt.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß a) beim Wandernlassen der Reflexionssignale eine Vielzahl der Reflexionssignale über eine Kurve von im wesentlichen parabolischer Form verteilt wird; und daß b)beim Summieren die verteilten Reflexionssignale über die parabolische Kurve summiert werden.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß a) beim Wandernlassen der Reflexionssignale eine Vielzahl der Reflexionssignale über eine Kurve von im wesentlichen Paraboloidform verteilt werden; und daß b) beim Aufsummieren die verteilten Reflexionssignale über die Paraboloidkurve auf summiert werden.
  15. 15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Empfänger mit gleichmäßigem Abstand entlang der Gruppe von Empfängerpositionen angeordnet werden, so daß die Vielzahl der Empfänger angenähert einen einzigen, effektiv kontinuierlichen Empfänger bilden, der eine Erstreckung aufweist, welche relativ zur Wellenlänge seismischer Energie groß ist.
  16. 16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beim Erzeugen der Vielzahl von Signalen eine Vielzahl von Mehrfach-Empfängersignalen erzeugt wird, von denen jedes seismische Energie von einer gemeinsamen Quellenposition, die an einer aus der Vielzahl von Empfängerpositionen empfangen wird, repräsentiert.
  17. 17. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß beim Aufzeichnen die Mehrfach-Empfängersignale kombiniert werden, und daß das kombinierte Signal als eine Simulierung der an der Quellenposition von einer im wesentlichen kontinuierlichen Wellenfront, die über wenigstens die eine Dimension der Gruppe von Empfängerpositionen, welche relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, erzeugt wird, beobachtbar ist, aufgezeichnet wird.
  18. 18. Seismisches Explorationsverfahren, bei dem ausgehend von im wesentlichen sphärischen seismischen Wellen die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert wird, welche über einen Explorationsbereich, der in wenigstens einer Dimension relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist, eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront aufweist, gekennzeichnet durch die nachfolgenden Schritte: a) Eingeben der seismischen Energie-Kugelwellen in die Erde von einer Gruppe seismischer Quellen an Quellenpositionen, die mit Abstand über einen Bereich angeordnet sind, der wenigstens eine Dimension aufweist, die relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist; b) Erzeugen eines Reflexionssignales an einer Empfängerposition in Abhängigkeit von jeder der seismischen Energiewellen; und c) Aufsummieren der Reflexionssignale zur Bildung eines Signales für die Empfängerposition, welches die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert, die eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront über wenigstens eine Dimension aufweist, welche relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das aufsummierte Signal aufgezeichnet wird.
  20. 20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale relativ zueinander amplitudengewichtet werden.
  21. 21. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale vor dem Aufsummieren gefiltert werden.
  22. 22. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 21, bei dem jedem der Reflexionssignale eine Laufzeit, die gleich der Zeit zwischen dem Eingeben seismischer Energie in die Erde an den Quellenpositionen und dem Empfang der seismischen Energie an der Empfängerposition ist, zugeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale, die vor vorgebbaren Laufzeiten auftreten, vor dem Summierschritt gedämpft werden.
  23. 23. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 21, bei dem jedem der Reflexionssignale eine Laufzeit, die gleich der Zeit zwischen dem Eingeben seismischer Energie in die Erde an den Quellenpositionen und dem Empfang der seismischen Energie an der Empfängerposition ist, zugeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Reflexionssignale, die nach vorgebbaren Laufzeiten auftreten, vor dem Summierschritt gedämpft werden.
  24. 24. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die reflektierten Signale relativ zueinander vor dem Summierschritt zeitlich verschoben werden.
  25. 25. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß a) sukzessiv seismische Kugelwellen von der Vielzahl der Gruppen von Quellenpositionen aus in die Erde eingeleitet werden; daß b) eine Gruppe von Reflexionssignalen in Abhängigkeit von der seismischen Energie erzeugt wird, die an jeder Position aus einer Gruppe von Empfängerpositionen von jeder der aufeinanderfolgenden Eingaben seismischer Energiewellen von jeder aus der Mehrfachgruppe von Quellenpositionen empfangen wird; und c) Aufsummieren jeder Gruppe von Reflexionssignalen zur Bildung eines Signales für jede aus der Gruppe der Empfängerpositionen, daß die Reflexionsansprache der Erde auf seismische Energie simuliert, welche eine im wesentlichen kontinuierliche Wellenfront über wenigstens eine Dimension hat, die relativ zu einer seismischen Wellenlänge groß ist.
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